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Gast

  • #1

Einsam, etwas älter und selbstbezogenen Freund gehabt

Hallo, ihr Lieben. Tja...wie fange ich an? Habe vor 5 Tagen eine Beziehung beendet, die ohnehin keine war. Wir haben uns kaum gesehen, obgleich nur einen Stadtteil voneinander entfernt. Jedesmal, wenn wir uns gesehen haben, kam so eine Art Trennung "ich weiß nicht, wann wir uns wieder sehen" etc. Mein Exfreund ist so ein selbst versunkener Mensch, der gar nicht beziehungsfähig ist. Ich habe ihn aber über eine lange Zeit sehr geliebt und hatte doch die Hoffnung, dass er sich ändert. Nun ist es endgültig vorbei. Ich fühle mich zwar attraktiv, aber kraftlos und hatte neben meinem Freund oft das Gefühl, alleine zu sein. Dieser Mensch hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen oder besser: ich habe ihn mir wegziehen lassen... Habe im letzten Jahr mit fast 50 J. noch ein Staatsexamen gemacht und eine eigene Praxis aufgezogen, die auch gut läuft. Ich war Anfang dieses Jahres, nach so einer Art Burnout wieder ganz guter Dinge, aber nun fühle ich mich zunehmend alleine, vor allem, da ich dauernd rumkränkel und ängstlich geworden bin. Habe gerade das Gefühl, nie mehr 'den Richtigen' zu finden und so eine alte kranke Hippe zu werden. Eigentlich habe ich viele Freunde, bin voller Ideen und Tatendrang. Aber ich habe mich von dieser Beziehung ins 'Aus' katapultieren lassen und sehe gerade kein Land mehr. Kennt das jemand?? Liebe Grüße aus Berlin
 
  • #2
Liebe FS,

lass den Kopf nicht hängen! Du hast genau das Richtige gemacht und dich vom Negativen in deinem Leben befreit. Sei stolz auf all deine Erfolge (Staatsexamen, Praxis) und freu dich über deinen Tatendrang. Du hast diese sinnlose Beziehung beendet, jetzt kommt die Verarbeitung dieser Trennung, das braucht halt ein paar Tage.
Ich bin ein paar Jahre jünger als du, dachte aber auch vor einem Jahr noch, den Richtigen nie mehr zu finden und jetzt lebe ich eine wunderschöne Beziehung. Vor allem in einer Grossstadt hat man doch viel Gelegenheit Menschen zu begegnen und kennen zu lernen. Hast du es denn hier bei EP versucht? ich war zwar hier nicht erfolgreich, weil mir das reelle Leben dazwischen gekommen ist, doch denke ich, dass es eine gute Möglichkeit ist einen Partner zu finden.
Alles gute dir!
Hannah
 
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Gast

  • #3
Mir ging es damals ähnlich nach der Beendigung. Mein Ex Partner 47, hat mich fast krank gemacht. Er tat was er wollte.Wir wohnten auch nur einen Stadtteil in Berlin entfernt. Zum Ende der Beziehung zeigte er noch einmal sein wahres Gesicht. Er war eiskalt. Über diese Kälte war ich am meisten erschrocken.
Ich habe lange darüber nach gedacht, wieso ich mich in solch einen Menschen verlieben konnte. Ständig heimlich andere Frauen, mit der Arbeit hatte er es auch nicht so/ das war nicht sein Ding. Ständiges anschnorren wegen Geld(sogar im Nachhinein, als es schon vorbei war). Er jammerte oft über irgendwelche Weh Wehchen. Ich hingegen war den ganzen Tag arbeiten, absolut treu, aber ihm reichte das alles nicht.
Gestern erst unterhielt ich mich mit einer Freundin darüber. So schmerzhaft das alles auch war, die Enttäuschung ist heute noch da, aber er war für mich eine Art Lehrmeister. Es hat lange gedauert bis ich wieder fit war, aber ich bin gestärkt daraus hervor gegangen. Nie wieder will ich mit solch einem Menschen etwas zutun haben.
Mir ging es auch so. Ich habe dann auch gekränkelt, bin in ein tiefes Loch gefallen.Es war alles mühsam. An Männern hatte ich überhaupt kein Interesse mehr.
Zeit heilt die Wunden.
Ich habe absolute Kontaktsperre zu ihm.
Ich war oft im Selbstzweifel, aber heute weiß ich, es ging ihm nie um mich als Mensch oder Frau.Er war Ich bezogen, das Einzige was er wollte war Sex und Geld.
Das Makabere ist, ich habe mich damit getröstet, und mir immer wieder gesagt. "Mit der Nächsten macht er es genauso". Solche Menschen ändern sich nicht mehr.

Kopf hoch, lebe dein Leben und versuche zu vergessen.
 
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Gast

  • #4
5 Tage sind ja nichts. Dass du dich da erst mal sortieren musst, weisst du selbst.
Dass du deinen Exfreund sehr lange geliebt hast und gehofft hast er würde sich noch ändern, - das vermutlich auch sehr lange, zeigt auf, dass du jemand bist der gerne mal verharrt. Auch wenn du unglücklich bist. Und das warst du.

So, Glückwunsch erst mal zum Staatsexamen und zur eigenen Praxis. Das ist toll! Mehr noch und richtiggehend bewundernswert da du nicht mehr in den 20ern bist. Dafür musstest du jede Menge Energie aufwenden, die du ja jetzt auch wieder vermehrt in´s Privatleben stecken kannst. Was da zu tun ist, das weisst du mit deiner Lebenserfahrung auch selbst. . Wissen wie´s wieder voran geht tun wir doch alle, wir müssen nur optimistisch denken und es anpacken.

Ich habe vor einem knappen Jahr unverschuldet einen tollen Job verloren. Das hat mir weh getan, da ich sehr daran hing und weil das einfach ich bin. Zurückgeworfen hat es mich auch deshalb so extrem, da ich bereits monatelang zermürbende Arbeitsbedingungen hatte, gekämpft habe und dann doch so hoch verlor´.
Privat hat mir auch eine andere einen Mann "weggeschnappt". Sie kennt ihn viele Jahre und wusste ganz konkret von mir da sie Freunde waren. Ich wusste nicht gegen wen ich kämpfe, habe es aber gespürt. Sie hatte leichtes Spiel, genau das zu tun und zu sagen was er will und hören wollte - von ihr und über mich. Menschlich hat er sich anschliessend selbst in´s Aus manövriert.
Es gab dann noch eine andere Sache die mich gelähmt hat.

Alles brauchte sein Zeit.
Ich hab mir mein Leben vollgepackt und neue Wege gesucht und gefunden. Heute ist bis auf den Job, um den ich noch immer - aber völlig entspannt im Hintergrund - kämpfe, alles wieder Vergangenheit.
Männer waren mir nie so wichtig, aber wenn (solange) du nicht mehr an einen Mr. Right glaubst, wird´s auch nichts. Dafür ist es aber nach nur 5 Tagen sicher auch einfach noch zu früh.
Alles Gute für dich!
w38
 
G

Gast

  • #5
Ich bin gerade in einer ähnlichen Phase wie du.
Aber jetzt geht es hoffentlich wieder aufwärts.
Ich war auch in einer Beziehung mit einem Mann, der mir nicht guttat. Ich bildete mir ein, dass es mein Seelenpartner sein könnte und wir etwas Festes miteinander aufbauen könnten. Er machte mir auch Hoffnung auf eine Zukunft. Ich lernte seine Familie kennen, verbrachte viel Zeit mit ihm und seinen Kindern.
Leider verbrachten wir nie mal nur ein Wochenende zu zweit. Er hatte plötzlich weniger Zeit in der Woche und interessierte sich immer weniger für meine Person. Es entwickelte sich ein Ungleichgewicht in der Beziehung. Ich litt an Mangel an Zuneigung und Wertschätzung. Er wurde immer gleichgültiger und kühler.
Er wollte auch bei mir schnorren, für seine Kinder hatte er immer Geld, für Unternehmungen mit mir keins. Das zieht einen nach unten und nagt am Selbstwertgefühl.
Ich (ü40) dachte zuerst auch, dass ich niemanden mehr finden werde und klammerte noch mehr.
Aber jetzt bin ich drüber weg, lieber allein als in einer Beziehung mit einseitiger Zuneigung.
 
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Gast

  • #6
An den falschen Partner gebunden zu sein, macht dich einsamer, als du es alleine je wärst.
Zu zweit aber trotzdem allein, das ist aus meiner Sicht tatsächlich schlimmer als allein -alleine zu sein.
Es sind immer wir selbst, die sich an jemanden binden und/oder binden lassen.
Wenn es nicht passt, loslassen zu können ist die Herausforderung!
 
G

Gast

  • #7
Ich war in einer ähnlichen Situation.Ich lernte über´s Internet einen Mann Ende 40,( auch aus der Hauptstadt) kennen.Er war geschieden und hatte 3 Kinder von drei Frauen. Das war für mich erst einmal nicht schlimm, kann passieren.
Wir verstanden uns wirklich toll. Es war einmalig. Ich dachte auch, "Das ist er". Nach einer gewissen Zeit kniete ich mich wirklich rein, tat alles damit es klappt.
Ich sah über vieles hinweg, ich war verliebt. Er zahlte für seine Kinder keinerlei Unterhalt. Ich sah auch darüber hinweg, weil ich dachte, er wird es wieder tun wenn er wieder Arbeit hat. Er suchte sich aber nichts, sondern schnorrte sich bei mir durch. Ich gab gerne, weil ich ihn ja liebte.
Manche Tage war er einfach nicht erreichbar.Er erzählte mir dann Geschichten wie " Akku leer"....oder "feiern mit Freunden" usw. Ich glaubte ihm ja, ich hatte die rosa Brille auf. Ich war so gut gläubig, ich glaubte ihm eigentlich alles.
Er hat mich von vorne bis hinten belogen. Das war ein Schock.
Wie oft sprach er von gemeinsamer Zukunft, zusammen leben usw. Heute weiß ich, nichts davon war ernst gemeint.
Er trieb sich in irgendwelchen Singelbörsen rum, schrieb die Frauen an und traf sich auch heimlich mit Ihnen.
Als es rauskam, entsorgte er mich einfach, per Mausklick. Solch ein schäbiges Verhalten kannte ich bis Dato nicht.
Die Erkenntnis das ich nur benutzt wurde, tat höllisch weh.
Ein paar Monate später meldete er sich wieder bei mir, tat so als wäre nichts geschehn. Es ging nur um ihn, wie schlecht es ihm doch gerade geht und er bräuchte meine Hilfe. Ich war wie vor den Kopf geschlagen. Ich fand es frech, dreist mich noch einmal anzuschreiben.

Ich wollte wirklich damals mit ihm zusammen ziehen. Heute kann ich sagen, ich kann froh sein, das der Kelch an mir vorüber ging.

Genauso solltest du auch denken. Sei froh das es vorbei ist. Denn Glück, Liebe und Zufriedenheit sieht anders aus.
 
G

Gast

  • #8
Ich kenne Frauen, die leben schon länger als zehn Jahre mit einem Typen zusammen, der schon längst keine Bereicherung mehr für sie darstellt, sondern nur noch eine Belastung.

Aber trennen, aufräumen, Schlussstrich ziehen – weit gefehlt.

Und so viel Sperrmüll im Keller nimmt nur Raum für Neues weg, engt ein;
Der Frühling kommt und Großputz ist angesagt.

Kein Mensch kann über lange Zeit eine belastende Beziehung ohne Schaden zu erleiden aufrecht erhalten.