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Strawberry

  • #1

Elite Elite Elite – Warum legen Menschen wert darauf zur Elite zu gehören?

Ich frage mich das, weil es hier immer ganz extrem auseinanderklaffende Sichtweisen gibt: Die einen sind absolute Verfechter der "wir sind alle so normal und stehen dazu Fraktion", die Anderen der "Wir sind was Besseres Fraktion". Ich frage mal ganz bewusst provokativ: Will letztendlich nicht jeder zur Elite gehören und dann nicht auch noch einen dazupassenden ElitePartner haben und wenn das bei einem selber mit dem Elite nicht klappt dann bitte schön beim Ehemann? Sind die Gegenstimmen nicht zwangsläufig von Neid geprägt? Bekommen wir denn nicht heutzutage schon von der Pike auf mit, dass aus uns mal etwas Besseres werden soll?
 
  • #2
Was verstehst Du selber unter Elite? Was zeichnet sie soziologisch, psychologisch und gesellschaftlich aus? Welche Funktionen hat sie deiner Meinung nach oder ist die Elite ein unklarer, nebulöser Begriff.?

Wer gehört Deiner Meinung nach zu den Elite-Kreisen?
 
  • #3
Ich mache mir aus diesem Begriff schon lange nichts mehr. Ich gehöre zur sogenannten Aussteiger-Elite. ;-)

Soll heißen:
Ich fand das früher alles ganz toll, heute einfach nur zum Gähnen langweilig. Indirekt gehöre ich zwar wohl immer noch zur "Elite", aber nehme hier höchstens noch die Gastrolle ein.

Für mich ist das natürlich auch alles einfach, da ich das ganze Drumherum erlebt habe und dem einfach nichts mehr abgewinnen konnte.

Ich hatte ein paar Jahre in einer besonders geschützten Gegend gewohnt, zu der Normalos ohne Einladung keinen Zugang erhielten. Nein, ich meine nicht die DDR, sondern Gegenden, die unter Objektschutz stehen.

Heute bin ich heilfroh, wieder normal leben zu können. Ich gönne es den Leuten, die sich in "besseren" Kreisen wohlfühlen. Mein Ding war das einfach nicht.
 
  • #4
Für mich persönlich bedeutet Elite in erster Linie Bildung und/ oder Erfolg, egal in welchem Bereich.

Professor, Spitzensportler, begnadeter Koch, usw.... - Gilt ebenso für die weibliche Variante!
 
S

Strawberry

  • #5
Also für mich gibt es zwei Säulen der ELITE:
Einmal Personen, die durch ein besonders großen Besitz hervorstechen oder die zum gehobenen Bildungsbürgertum gehören. Naja die Frage nach der Funktion würde mich ja eben selbst interessieren. Also meiner Meinung nach muss es immer etwas geben, wonach man strebt, ohne unereichbare Ziele oder Wünsche, nach denen es sich zu verzehren lohnt, wäre das Leben doch nur halb so erfüllt. Deshalb würde mich ja eben mal interessieren, wie Ihr diesen Begriff seht. Für mich ist das in keinster Weise von Arroganz geprägt, sondern einfach eine Bezeichnung für eine bestimmte Sorte Mensch. Für meinen Geschmack ist der Begriff der Elite auch nicht irgendeiner Weise positiv oder negativ behaftet (auch nicht umganssprachlich), wie zum Beispiel: arroganter Pinkel oder Nerd..Eure Meinung?
 
G

Gast

  • #6
Warum Menschen Wert darauf legen, zur Elite zu gehören, findest Du u.a. in wikipedia:

"Im Alltagsleben und in den Massenmedien wird das Wort "Elite" Personen zugeschrieben, die sich in politischen, wirtschaftlichen, sportlichen, künstlerischen, akademischen usw. Spitzenpositionen befinden."

Wer also nicht zur Elite gehört, ist Duchschnitt oder gehört zur Unterschicht! Und wer möchte schon gerne zu diesen beiden Gruppen gehören?!?! So einfach ist das!

Ich habe auch schon mal -allerdings halb im Scherz- zu meiner Nichte gesagt: "Denk immer daran: Wo wir sind, ist oben!" Aber ein klein wenig meinte ich das schon so, wie ich es gesagt habe......!
 
  • #7
Ich stand dem Begriff "Elite" damals auch neutral gegenüber.

Das ist heute nicht mehr so. Vor 20-30 Jahren konnte man noch sagen, daß es sich hier noch um eine besser gebildete Gruppe handelte und dafür dankbar waren.

Seit der sogenannten Yuppie-Generation treffe ich nur noch die Arroganz an. Ich kann das auch behaupten, weil ich genau dieser Gruppe angehörte. Damals war ich auch jünger und hattemit 27 weit mehr erreicht als meine Eltern in 50 Jahren. Nur hatte man damals die besseren Ausgangsbedingungen. Es war also nichts besonderes. Es widerstrebte einfach meiner Natur, zu dieser "Klasse" zu gehören. Es ist einfach Sch...., in solche Kreise hineingeboren zu werden, aber noch besser als wie sich die Neurreichen so geben, die da überhaupt nichts zu suchen haben und auch von der wirklich elitären Klasse verachtet werden.

Ich habe mich zu meiner besten Zeit damals für die weniger begünstigten Schichten eingesetzt. Meine damalige Freundin, die damals noch nichts vom Leben begriffen hatte, aber mal so locker ein Taschengeld von 4000 € im Monat bekam, wußte nichtmal, was die Leute normal verdienen. Arbeiten mußte sie sowieso nicht mehr, hat sich dafür sehr sozial engagiert. Das mußte ich ihr erst beibringen. U. a. nahm sie verwaiste Kinder in ihr Haus auf. Leider Gottes erlag sie Anfang 2008 23jährig einer chronischen Lungenerkrankung.

Das ist für mich die wahre Elite.
 
  • #8
Im Bereich ElitePartner ist der Slogan doch Programm: Es geht um "Akademiker und Singles mit Niveau", hebt hier also auf Qualifikation, Ausbildung, Bildung, Intelligenz ab. In Deutschland korrelieren diese Werte auch recht eng mit Einkommen, Lebensstandard, Schichtzugehörigkeit.

Wenn man den Elitebegriff ganz grob fasst, und so ist er hier wohl gemeint, dann betrifft das etwa die Top-25% der deutschen Bevölkerung und damit eine mehr als ausreichend große potentielle Klientel. Nicht gemeint sind die Top-3% der Bevölkerung oder so, sondern eben die bürgerliche, akademische Mittelschicht mit Studium, solidem Job, gehobener Lebensqualität und entsprechenden Ansprüchen an einen Partner. Menschen, die eben Nettozahler und Leistungsträger der Gesellschaft sind.
 
  • #9
Ich wollte noch hinzufügen:
Einen Leitspruch, den mir mein Vater auf dem Weg gab: "Ein armer Mann, der Dir sein letztes Hemd schenkt, ist mehr wert als ein Millionär, der Dir schlappe 10.000 € schenkt."
 
  • #10
Elite schmeichelt dem Ego, das ist der einzige Grund warum alle der Elite angehören wollen.
Da Elite bekanntermaßen aber nur einen kleinen Teil der Menschen ausmacht, kann man sich zu unterschiedlichen Eliten hinzudefinieren. Hat man eine elitäres Einkommen? Nein?! kein Problem, dann hast Du sicher eine elitäre Ausbildung? Nein?! Auch kein Problem Du hast dann sicher einen elitären Beruf? ah.. auch nicht, macht nichts. Dann bist Du sicher elitär führsorglich, mitfühlend und hilfsbereit?
Aha! Du bist jeden Tag bei deinem deinen Stammwirten, verläßt im immer als letzter und trinkst immer das meiste Bier! Du bist die wahre Elite.
 
  • #11
Und mit dem Leitspruch hat dein Vater eine wertvolle Erziehungsarbeit geleistet.
Diese Wertigkeiten wurden mir in meinem Elternhaus ebenso vermittelt.
Dafür war, bin und werde ich immer dankbar sein.
Und dieses gebe ich an meine Kinder weiter.
 
G

Gast

  • #12
"Und wer möchte schon gerne zu diesen beiden Gruppen gehören?!?!"

Ich würde eigentlich gern dazu gehören, wenn ich damit glücklich wäre. Ich denke dabei an diesen Vergleich: Entweder von Montag bis Samstag 12 Stunden arbeiten, viel Verdienst, viel Stress oder von Montag bis Freitag 8 Stunden arbeiten, ausreichend verdienen, weniger Stress. Ich finde die 2. Variante besser, sie hört sich nach mehr Lebensqualität an.
 
G

Gast

  • #13
Ich habe mein halbes Leben gehört, daß ich die Verpflichtung hätte, zur Elite zu gehören - schon von meiner Herkunft her.
Ich habe mir viel geschaffen, hatte glamouröse Erlebnisse und habe viele Ziele erreicht.
Mittlerweile bin ich entspannter. Da geht es mir ähnllich wie Dogbert. So toll ist das alles nicht und wer permanent unter dem Druck ist, jemandem was beweisen oder irgendwo dazugehören zu müssen, der tut mir leid. Authentizität ist viel wichtiger.
Ich bin ich. Ich passe zwar nicht zu jedem x-beliebigen Mann, noch tauge ich als Projektionsfläche, aber ich kann jeden Morgen grade in den Spiegel sehen.

Ich verlange von Menschen, die zu einer Elite gehören wollen, gesellschaftliches Engagement, Blick über den eigenen Tellerrand und Respekt vor anderen. Das ist schon mal eine ganze Menge.

w/47
 
G

Gast

  • #14
an Dogbert:

Ich (w 49) kann Dir nur zustimmen, und den Leitspruch Deines Vaters unterstreichen!

Was ich persönlich bei dem Begriff "Elite" vermisse, ist ihre soziale Komponent. "Elite" ist für mich Jemand, der seine Bildung an der Universität des Lebens abgeschlossen hat, ein Mensch mit Lebeserfahrung, Wissen, Bescheidenheit, zivilcourage und Bodenständigkeit. In unserer Geschichte gab es genug ungebildete Menschen, die elitär gelebt haben. Dank ihrer Einsätze (teilweise sogar mit ihrem eigenen Leben) geniessen wir unseren heutigen relativen Wohlstand. Zu dieser "Elitengruppe" würde ich gern gehören. Aber zu der "Elitengruppe" von Karl-Theodor von Guttenberg, niemals!!!!!

Was meine Partnerwahl betrifft, muss nicht unbedingt ein "Elitepartner" sein. In meiner Entwicklung habe ich selber erreicht, was ich bräuchte, und bin sehr zufrieden und dankbar.
 
  • #15
Für mich hat "Elite" eher etwas mit Format zutun. Menschen, die charakterstark sind, die zu sich und ihrer Meinung stehen, die andere nicht vorverurteilen, sondern sich einen 2. oder 3. Blick gönnen bevor sie sich eine Meinung zu einer Person oder bestimmten Situation machen, die Menschen nicht verurteilen, wenn sie sich gerade in einer Lebenskrise befinden und villeicht Dinge tun oder sagen, die sie sonst anders anpacken würden. Die auch Menschen mögen, die beruflich villeicht nicht so hoch angesiedelt sind, aber villeicht andere Dinge toll meistern. Intelligente Menschen, die was aus sich und ihrem Leben machen wollen und zwar nicht nur wenn sie jung sind sondern sich immer wieder Ziele setzen, dabei nicht vergessen zu leben und Spass zu haben. Mit seinem Job sollte man glücklich sein, sich entfalten können und Spass haben und vorallem die Möglichkeit haben seine Stärken anzuwenen und auszubauen. Ein Mensch muss sich wohl fühlen, damit er sich sein ganzes Leben entwickeln kann, in jeder Hinsicht. Format hat etwas mit Toleranz, Charakter und ja ntürlich auch mit Bildung oder Wissen zutun. Was sind es sonst für Menschen, die vollkommen interesselos sind: Langweiler, Arbeitsscheue, Nörgler und Möchtegernweltverbesserer. So einen Partner will doch nur ein ebensolcher.
 
G

Gast

  • #16
"Nur wo Elite draufsteht, ist auch Elite drin".

Schon mal was von Marketing gehört? Irgendeinen Namen muß das Kind ja haben.

Hier findest du genauso viel oder wenig Elite wie woanders.

zu 14: Sehe ich genauso. Trotzdem nörgle ich über die Schnelllebigkeit von Beziehungen per Internet herum und möchte diesbezüglich gern die Welt verbessern. Leider bisher erfolglos.
 
  • #17
Zu 15: Mit Möchtegernweltverbesserern meine ich die Grenzdenker, die nichts weiter können, als auf allem schlechten in der Welt herumhacken und selber nichts tun.Welche die meinen jemand anders fühlt sich als "was Besseres" weil er sich villeicht gut anzieht, ein korrektes Auftreten hat ohne dumpfbackiges "Rumgenuschel"und mit ebensolchen nicht gern Umgang hat. Jeder weitsichtige, von Gedankentiefe zeugender möchte gern die Welt verbessern, etwas bewegen, aber im Gegensatz zu den Couchpotatos lebt und bewegt er etwas, egal in welchen Umfang.
 
G

Gast

  • #18
Für mich bedeutet Elite zunächst einmal sich nicht zu einer Elite zu zählen. Man kann andere zu einer Elite zählen, aber wer sich selber dazu zählt, der hat diese Latte zumindestens in der Selbstbeurteilung gerissen.
 
  • #19
Wenn man überhaupt von "Elite" sprechen" kann, gilt das nur für absolute Weltklasseleistungen. Nichtmal ein Nobelpreisträger würde von sich behaupten, zur "Elite" zu gehören. Er würde höchstens sagen: "Ich habe nur meine Arbeit erledigt."

Der Begriff "Elite" bezog sich mal auf Leute, die wenigstens ein stattliches Schloß besaßen. Heute bezieht sich das allenfalls auf weltweit anerkannte Leistungen in Wissenschaft und Sport.

Was ist denn eigentlich "elitär"? Der protzende Millionär? Der Neureiche? Der Aufstrebende? Nichtmal einen einzigen Bundestagsabgeordneten zähle ich zur Elite. Dieser Begriff wird dermaßen überstrapaziert, daß er nichts mehr wert ist.
 
  • #20
Zur Elite könnte man doch einfach alle Frauen und Männer zählen die zwar überaus intelligent, kultiviert und sozialkompetent sind, dies aber nicht andauernd mit lautem Getöse der Öffentlichkeit bekannt geben müssen.. Ich kenne viele solche Menschen, ihre Gegenwart ist stets bereichernd und sie werden ständig unterschätzt. Was sie aber dank gesundem Selbstbewusstsein nicht weiter stört..Tragischerweise wird man eher auf die polemischen Vertreter dieser Zunft aufmerksam und schenkt ihnen völlig zu Unrecht auch noch Gehör.
Am schlimmsten finde ich diejenigen die mich stets auffällig-unauffällig auf ihren akademischen Grad hinweisen müssen um mich damit zu beeindrucken..Kotz..