• #1

Eltern werden älter..

Hallo :) Ich wollte euch mal fragen wie ihr mit dem Thema so umgeht.
Ich habe ein wirklich gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Aber natürlich werden Sie auch langsam immer älter. Irgendwann stellt sich dann nun mal die Frage, wie das in den nächsten Jahren aussehen wird? Ich arbeite immer noch Vollzeit und meine Eltern wohnen ca. 500 km entfernt. Ich werde Sie nicht die ganze Zeit pflegen können, so hart das auch klingt. Sie möchten das aber auch gar nicht. Ins Heim wollen Sie natürlich auch nicht. Da sträuben sich ja die meisten dagegen.
Habt ihr euch zu dem Thema schonmal Gedanken gemacht? Würde gerne mal eure Meinung hören. LG
 
  • #2
Kaum jemand will in ein Altersheim oder gar Pflegeheim, Tatsache ist aber, dass die allermeisten von uns irgendwann dorthin müssen, da sie zu Hause nicht mehr eigenständig leben werden können. Da gibt es die mögliche Hilfe einer netten Frau aus Osteuropa, das klappt besonders gut wenn die HIlfsbedürftigen noch ziemlich gut klar kommen und keine Pflege brauchen oder ein Pflegedienst dies übernehmen kann. Dann gibt es Menschen, leider sind das viele, die sagen: ich will in meinem eigenen Bett sterben. Klar, wollen wir alle, wird aber bei den wenigsten so sein. So meine Mutter, es war ein Elend, sie wollte es nicht einsehen, gepflegt zu werden und im Ende hat sie die Zeit vertan, sich ein gutes Heim suchen zu können. Das wird das gleiche bei deinen Eltern sein wenn man sie nicht , nötigenfalls mit Nachdruck, dazu bringt, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Natürlich wollen sie das nicht, aber du musst dieses Thema durchaus ansprechen, auch wenn deine Eltern das ablehnen, denn im Endeffekt bist du der Depp, der alles regeln muss und auf dessen Rücken die Pflege, die Organisation und alles was damit zu tun hat, ausgetragen wird. Pflege ist heftig. Pflege ist nichts für Feiglinge. Der Oma mal einen Tee zu kochen ist keine Pflege. Wenn du 500 km weit weg wohnst und deinen eigenen Lebensmittelpunkt ganz woanders hast, kannst du nur deligieren. Sprich mit deinen Eltern, bitte, und lass nicht locker. Mein Mann und ich haben das Agreement getroffen, dass er, sollte seine Erkrankung Pflege, die über Handreichungen hinaus geht, bedarf, er in ein Heim geht. Ich pflege schon meine Tochter, unfreiwillig, noch einen Menschen pflege ich nicht. Denn, Überraschung, jeder hat nur 1 Leben.
 
  • #3
Als meine Oma vor 15 Jahren nach dem Tod ihres Mannes dement und bettlägerig wurde, konnte sie bis zuletzt zu Hause bleiben - mit Mitteln, die ich heute kritischer sehe.

Für die Pflege hatte sie einen Pflegedienst, der 3x pro Tag kam, zudem Krankengymnastik und Ergotherapie. Wir wohnten nebenan und konnten täglich zur Beschäftigung vorbeikommen (was bei dir natürlich unmöglich ist).

Funktioniert hat das Ganze jedoch nur mit einer 24h-Haushaltskraft aus Osteuropa. Besonders wichtig für die Zeit, als meine Oma noch mobil, aber dement war und rund um die Uhr Betreuung wie ein Kleinkind benötigte, um nicht das Haus in Brand oder unter Wasser zu setzen oder sich zu vergiften.

Das waren 2 ältere Damen, die sich das Jahr über abgewechselt haben, die mit im Haus lebten, den Haushalt machten, einkauften, kochten usw. Meine Oma hing sehr an ihnen, sie lachten den ganzen Tag zusammen. Was ich heute kritisch sehe: Es war Schwarzarbeit und trotz guter Bezahlung dennoch Ausbeute - so hatten die Pflegerinnen doch jede einzelne Nacht Rufbereitschaft. Würde man ehrlich die komplette Arbeitszeit mit Mindestlohn vergüten - unbezahlbar. Dabei hätten sie das verdient! Dieses Model ist weit verbreitet und wird toleriert - im Wissen um den Pflegenotstand.

Beruflich bin ich oft zu Hause bei alten pflegebedürftigen Menschen, die niemanden haben bis auf den Pflegedienst, der einen Schlüssel hat und 2 mal am Tag vorbeischaut. Dazwischen liegen die Menschen im Zweifel hilflos in ihren Exkrementen. Grauenvoll. Angehörige weit weg oder nicht vorhanden. Alternative Pflegeheim, auch mit scheußlichen Zuständen.

Meine Eltern (noch jung und gesund) wollen sich von uns nicht pflegen lassen und planen, zunächst in betreutes Wohnen umzuziehen, solange sie noch einigermaßen fit sind. Aber danach?

W37
 
  • #4
Bei aller Liebe zum Kind, bei aller Liebe zu den Eltern, bei aller Liebe zum Verständnis dieser Situation, bin ich der absoluten Überzeugung, dass es an den Angehörigen liegt, die betreffenden Personen, sprich die Eltern zu überzeugen, dass es ihnen in einem guten Pflegeheim besser geht, als zu Hause. Es sind alte verkrustete Meinungen, die in der heutigen Zeit im 21. Jahrhundert nichts mehr zu suchen haben, damit ist die Lösung gegeben und Punkt! Ich opfere mich für keinen Menschen auf, um selbst vor die Hunde zu gehen, ich werde das für mich von niemanden auch erwarten!
Genau deshalb gibt es diese Pflegeeinrichtungen, das kann niemals mein Job sein, hart aber wahr!
 
  • #5
Bei aller Liebe zum Kind, bei aller Liebe zu den Eltern, bei aller Liebe zum Verständnis dieser Situation, bin ich der absoluten Überzeugung, dass es an den Angehörigen liegt, die betreffenden Personen, sprich die Eltern zu überzeugen, dass es ihnen in einem guten Pflegeheim besser geht, als zu Hause. Es sind alte verkrustete Meinungen, die in der heutigen Zeit im 21. Jahrhundert nichts mehr zu suchen haben, damit ist die Lösung gegeben und Punkt! Ich opfere mich für keinen Menschen auf, um selbst vor die Hunde zu gehen, ich werde das für mich von niemanden auch erwarten!
Genau deshalb gibt es diese Pflegeeinrichtungen, das kann niemals mein Job sein, hart aber wahr!
Danke, ich bin vollumfänglich deiner Meinung. Ein seltener Fall, also gewöhn dich nicht dran.
 
  • #6
Ich würde es nicht als selbstverständlich erachten dass man überhaupt so pflegebedürftig wird. Viele sterben ja auch vorher (Herzinfarkt, Krebs, Sepsis ... )
Aber wenn, ja dann würde ich auch dafür plädieren dass man in ein gutes Heim geht.
Anders geht es ja meist nicht.
 
  • #7
Hallo :) Ich wollte euch mal fragen wie ihr mit dem Thema so umgeht.
Ich habe ein wirklich gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Aber natürlich werden Sie auch langsam immer älter. Irgendwann stellt sich dann nun mal die Frage, wie das in den nächsten Jahren aussehen wird? Ich arbeite immer noch Vollzeit und meine Eltern wohnen ca. 500 km entfernt. Ich werde Sie nicht die ganze Zeit pflegen können, so hart das auch klingt. Sie möchten das aber auch gar nicht. Ins Heim wollen Sie natürlich auch nicht. Da sträuben sich ja die meisten dagegen.
Habt ihr euch zu dem Thema schonmal Gedanken gemacht? Würde gerne mal eure Meinung hören. LG
Entweder sind deine Eltern sehr egoistisch und rücksichtlos dir gegenüber, oder aber absolut realitätsfern. Im schlimmsten Fall beides! Sofern sie nicht vorhaben im Ausland gepflegt zu werden, wird ihnen hier mit der Entwicklung nix anderes übrig bleiben. Zieh ihnen den Zahn - bevor es zu spät ist! Haben sie ein Zimmer zur Verfügung können sie sich eine 24h-Kraft ins Haus holen. Ansonsten sollen sie sich mit drm Thema Seniorenheim befassen. Das Thema kommt, ob sie wollen oder nicht! 🙄
 
  • #8
Ich arbeite immer noch Vollzeit und meine Eltern wohnen ca. 500 km entfernt. Ich werde Sie nicht die ganze Zeit pflegen können
Erstmal solltest Du in Deine Gedanken Klarheit bringen - nur dann findest Du Deinen Kurs:
- Als erstes: selbst wenn Du in der Nachbarschaft wohnen würdest: würdest Du Deinen Job reduzieren wollen mit den entsprechenden Auswirkungen auf Deine Rente, Deine Freizeit etc um sie pflegen zu können?
- oder würdest Du sie nicht pflegen wollen, weil das nicht Dein Ding ist, Du lieber arbeiten gehst, Du eh nicht so eng mit ihnen bist, d.h. auf Distanz wohnen ist dir auch willkommen, um nicht "pflegen zu müssen"?

Ganz wichtig ist unbedingte Ehrlichkeit zu Dir selber, damit Du später nicht unter Fehlentscheidungen leidest.

Sie möchten das aber auch gar nicht. Ins Heim wollen Sie natürlich auch nicht. Da sträuben sich ja die meisten dagegen.
Habt ihr euch zu dem Thema schonmal Gedanken gemacht?
Wenn Du nicht kannst und sie nicht in eine Einrichtung wollen, dann müssen sie sich die benötigte Unterstützung organisieren (Pflegedienst, Putzfrau, Einkaufsunterstützung) usw und Du guckst bei ihnen nach dem Rechten, wie es in Dein Leben passt.

Mein Vater hatte, so lange er fit war auch eine große Klappe, dass er von seinen Kindern keine Unterstützung will und freiwillig lieber ins Heim geht.
Als es dann soweit war, war es alles ganz anders als großmundig angekündigt: auf keinen Fall ins Heim, auf keinen Fall Pflegedienst, die Schwester die ihn trotz Berufstätigkeit unterstützt darf wegen seiner Hilfsbedürftigkeit nicht in Urlaub fahren usw..
Fakt war: er wurde zuletzt von meiner Schwester in ihrerm Zuhause gepflegt, war extrem frech zu ihr und ihrem Mann (war so seine Art) und hätte beinahe noch auf seine letzten Wochen ihre Ehe geschrottet.

Ich war fein raus, ich wohnte auch einige 100km entfernt. Den Abstand hatte ich bereits in jungen Jahren aus sehr gutem Grund (Elterndespotismus) gewählt für mein gesamtes Erwachsenenleben.

Meine Schwiegermutter wollte in eine Senioreneinrichtung. Sie ist in ihrer Senioreneinrichtung nochmal richtig aufgeblüht, hatte viel Gesellschaft und Besuch. Jeder hatte Quailtytime mit ihr, weil man sich ja um kaum was kümmern musste.

Im meiner Altersklasse stelle ich fest: die meisten reden so wie mein Vater - was sie tun wird sich zeigen.
Einige bereiten auch Umzüge vor, um direkt nach dem berufsleben in die Nähe ihrer Kinder zu ziehen, damit es für diese einfacher ist, sich zu Kümmern. Wobei vor dem Kümmern, dass Kümmern der Großeltern um die Enkel kommt.
 
  • #9
Ich hoffe, dass ich es für mich rechtzeitig realisiere, dass es nicht mehr geht, und dann rechtzeitig den anderen Ausgang wähle, oder ich habe das Glück, dass es schnell zu Ende geht.
Ich möchte weder meinen Kindern zur Last fallen, noch mein Leben in einem Pflegeheim beenden.
Es lebt noch seine Mutter, mein Vater, weder bei meiner Mutter, noch seinem Vater gab es Pflegebedarf.
Beide haben ihre Regelungen getroffen.
 
  • #10
Aber wenn, ja dann würde ich auch dafür plädieren dass man in ein gutes Heim geht.
Das Problem ist: es gibt zu wenig gute Heime mit gutem Personal. Demzufolge haben sie einen schlechten Ruf und keiner will hin.
Die Heime, die gut sind, sind nur für sehr wohlhabende Menschen oder ehemalige Beamte (Steuerkasse) bezahlbar.

Und kann sich, wie einige Gerichtsurteile zeigen für die Familie zu einer kostspieligen Angelegenheit werden, welche das Erbe deutlich schmälern oder sogar übersteigen.
Der Ausbeutung wird nämlich vollkommmen zu Recht ein Ende gesetzt und permanente Rufbereitschaft nicht als Ruhezeit sondern als bezahlbare Zeit gewertet.

planen, zunächst in betreutes Wohnen umzuziehen, solange sie noch einigermaßen fit sind. Aber danach?
Oft hängt die stationäre Pflege direkt am anderen Gebäudeflügel und die ambulante ebenso - muss man hingucken.
Dass betreutes Wohnen nicht gleich Unterstützung mit Pflegeleistung ist wissen die meisten Menschen nicht und gucken bei ihrer Wahl nicht richtig hin.

ch würde es nicht als selbstverständlich erachten dass man überhaupt so pflegebedürftig wird. Viele sterben ja auch vorher
Darum würde ich mit Eintritt ins Rentenalter in eine barrierearme eigene Wohnung wechseln - dann wenn man selber noch wählen kann, nicht erst, wenn man unter Zugwang nehmen muss, was dann verfügbar ist.

In meinem Umfeld macht es ungefähr die Hälfte der Leute. Die anderen haben Wohnumfelder in denen für sie das Leben heute z.T. schon recht beschwerlich ist (hohe Duschwannen, enge Bäder, viele Höhenunterschiede in den Räumen, Raumspartreppen) - Pflege unmöglich, weil Hilfsmittel garnicht einsetzbar sind.
Genau diese Leute hängen extrem an ihren Schollen und wollen da nicht weg - stellen dann Erwartungen an die Kinder.
 
  • #11
Ich habe ein wirklich gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Aber natürlich werden Sie auch langsam immer älter. Irgendwann stellt sich dann nun mal die Frage, wie das in den nächsten Jahren aussehen wird?
Aus meiner Sicht sollte man so etwas ansprechen und grundlegend und möglichst frühzeitig gemeinsam klären. Eltern müssen sich ja auch Gedanken machen, wie sie ihre Zeit verbringen möchten. Also: frühzeitig reden.
Ich arbeite immer noch Vollzeit und meine Eltern wohnen ca. 500 km entfernt.
Ich bin vereinzelt Abends kurzfristig solche Strecken gefahren, wenn es "gebrannt" hat. Das ist kein Dauerzustand. Im Freundeskreis beobachte ich ähnliche Situationen.
Ich werde Sie nicht die ganze Zeit pflegen können, so hart das auch klingt. Sie möchten das aber auch gar nicht. Ins Heim wollen Sie natürlich auch nicht. Da sträuben sich ja die meisten dagegen.
Das funktioniert natürlich nicht. Es ist völlig klar, dass Du aus der Entfernung kaum Pflege organisieren kannst, selbst leisten sowieso nicht. Letztlich ist genau das die Frage, die man gemeinsam klären muss. Nicht mal die berühmte "Polin" ist dafür eine Lösung.
Habt ihr euch zu dem Thema schonmal Gedanken gemacht? Würde gerne mal eure Meinung hören. LG
Mit meiner Mutter war das langfristig geplant. Erst habe ich mich gekümmert, als es nicht mehr ging, blieb nur ein (Jahre vorher von ihr ausgesuchtes) sehr gutes Heim. Es gab auch Jahre vorher Gespräche dazu, dass ich frei entscheiden kann, wenn sie es nicht mehr kann. Sie konnte es irgendwann nicht mehr...
Für meinen (weiter entfernt wohnenden) Vater haben wir uns dann gemeinsam nach einem Seniorenappartement mit der Möglichkeit des Zubuchens von Pflege gekümmert, das Pflegeheim war nebenan.

Es gab neulich hier einen Thread zum Thema Vorsorge. Wichtig ist, dass man darüber offen spricht und Lösungen sucht, die für alle Seiten tragbar sind. Es gibt sehr gute Möglichkeiten, aber nicht kurzfristig.
 
  • #12
Was ich heute kritisch sehe: Es war Schwarzarbeit und trotz guter Bezahlung dennoch Ausbeute - so hatten die Pflegerinnen doch jede einzelne Nacht Rufbereitschaft. Würde man ehrlich die komplette Arbeitszeit mit Mindestlohn vergüten - unbezahlbar. Dabei hätten sie das verdient! Dieses Model ist weit verbreitet und wird toleriert - im Wissen um den Pflegenotstand.
Sehe ich auch so. Ein gerne gewähltes und gepriesenes Modell, aber letztlich Ausbeutung.
Ich würde es nicht als selbstverständlich erachten dass man überhaupt so pflegebedürftig wird. Viele sterben ja auch vorher (Herzinfarkt, Krebs, Sepsis ... )
Aber wenn, ja dann würde ich auch dafür plädieren dass man in ein gutes Heim geht.
Anders geht es ja meist nicht.
Die freiwillige Verkürzung der Leiden ist ja von der Politik avisiert...
Das Problem ist: es gibt zu wenig gute Heime mit gutem Personal. Demzufolge haben sie einen schlechten Ruf und keiner will hin.
Die Heime, die gut sind, sind nur für sehr wohlhabende Menschen oder ehemalige Beamte (Steuerkasse) bezahlbar.
Das stimmt so nicht. Die Tarife sind in der Regel festgelegt und werden mittlerweile rentenabhängig fast ohne Berücksichtigung von Einkommen der Kinder bezuschusst.
Und kann sich, wie einige Gerichtsurteile zeigen für die Familie zu einer kostspieligen Angelegenheit werden, welche das Erbe deutlich schmälern...
Finde ich völlig in Ordnung. Die aktuellen Planungen der Politik, Vermögen auszunehmen, finde ich fragwürdig. Der Steuerzahler bezahlt damit das Erbe. Wer Geld hat, sollte aus meiner Sicht auch die Pflege bezahlen, von mir aus dann gerne mit einem etwas größeren Zimmer oder anderen Annehmlichkeiten, natürlich nicht Grundbedürfnissen.
Darum würde ich mit Eintritt ins Rentenalter in eine barrierearme eigene Wohnung wechseln - dann wenn man selber noch wählen kann, nicht erst, wenn man unter Zugwang nehmen muss, was dann verfügbar ist.
Planen wir auch. Das eröffnet mehr Möglichkeiten. Auch das gehört zur Vorsorge. Leider verschließen viele da beide Augen und wälzen es damit auf die Kinder ab...
 
  • #13
Mein Vater durfte fast zu Hause sterben .... seine letzte Woche war aufgrund einer Lungenentzündung noch KH angesagt. Elend ersticken lassen - nein , kam nicht in Frage.
Meine Mutter wohnt im Haus der Eltern, jetzt alleine. Mit Unterstützung beim Putzen, Wäsche etc ... den grossen Einkauf machen mein Bruder oder ich. Fehlt nur eine Milch oder Butter, eine Brezel oder so - macht sie selbst. Sie fährt auch noch selbst zur Massage etc.
Meine Mutter ist zwar keine Kirchgängerin, würde aber nie ihr Leben selbst beenden. Mein Vater lebte sein letztes halbes Jahr nur noch meiner Mutter zu Liebe. Wenn es nicht mehr anders geht - wird Mutter zu Hause gepflegt. Egal was es kostet. Ich zahle lieber als sie in ein Heim abzuschieben. Ich selber werde den Notausgang wählen .....
 
  • #14
Die freiwillige Verkürzung der Leiden ist ja von der Politik avisiert...
Ja ein schwieriges Thema. Ich war ja selber mal ein Jahr lang so krank dass ich bettlägrig war, dass war nicht schön. Immer rumliegen, immer Schmerzen.
Da war ich aber 30 und von daher bestand Hoffnung dass es besser wird. Wurde es auch.
Aber bei der Aussicht dass es das jetzt war, und man nur noch rumliegen kann für immer, würd ich glaub ich auch lieber früher als später sterben.
 
  • #15
Bei mir in der Familie ist es völlig normal, bei einem gewissen Pflegegrad in ein Heim umzuziehen. Alle meine (mittlerweile verstorbenen, 5 an der Zahl) alten Verwandten haben die letzten 3-5 Jahre im Pflegeheim verbracht, und das ganz freiwillig und ohne Probleme. Bei uns in der Familie herrscht nicht so eine „Heimphobie“, wie ich sie bspw. von meinen Schwiegereltern kenne, auch ich selbst (ich bin aber auch erst 40) habe keine Schwierigkeiten, mir ein Leben im pflegebedürftigen Alter in einem Seniorenheim vorzustellen.

Aufgrund meiner guten Erfahrungen in der Verwandtschaft habeich auch selbst schon einmal 3 Jahre in einem Pflegeheim gearbeitet, und fand das selbst gar nicht schlimm. Ich fand das total vertretbar, wie die Menschen da gelebt haben und behandelt worden sind.

Es kommt auch ein bisschen auf die Erkrankung der alten Leutchen an, ob sie sich quälen oder nicht.

Und ja, auch in der Pflege gibt es schwarze Schafe, keine Frage, das ist aber nicht die Mehrheit. 🤷‍♀️
Mein Vater wird auch mal ins Heim gehen, wenn er nicht mehr kann. Dort wird er Kontakt haben, und verträglich, wie er ist, wird er auch gut von den PflegerInnen behandelt. Ich habe da Vertrauen und Zuversicht und - wie gesagt - gute Erfahrungen.
 
  • #16
Egal was es kostet. Ich zahle lieber als sie in ein Heim abzuschieben.
Au weia lieber Tom.
Du hast das böse Wort ‚abschieben‘ erwähnt.
Dafür bin ich hart angegangen worden im Thread ‚Keine Zukunftsperspektive‘ von @HollyGolightly, @Lebens_Lust und @Ina68.
Was habe ich mir Böses anhören müssen, obwohl das so nicht gemeint war....👎
Mal sehen ob dir das auch passiert....wahrscheinlich nicht.

Mein Vater ist 90 und noch relativ fit, schwimmt noch (ich buche online seinen Platz seit zwei Jahren...), macht Gymnastik auf der Terrasse und will so lange zuhause bleiben wie möglich.
Ich fahre regelmäßig zu ihm, versorge ihn mit frischer Wäsche und ab und zu mit Essen. Einkaufen kann er noch alleine, er wohnt im dritten Stock und die 40 Treppen sind sein tägliches Training.

Nichtsdestotrotz schauen wir uns so langsam mal um nach guten Pflegeheimen für den Fall der Fälle.
Da er als hochrangiger Offizier a. D. eine hohe Pension hat, kann er sich bei Bedarf ein sehr gutes und teures Pflegeheim leisten.

Allerdings hat er darauf - wie er meint - die nächsten zwanzig Jahre keine Lust - er will weiterhin schwimmen und Sport machen und unabhängig bleiben.
Ich hoffe es und unterstütze ihn in seinen Entscheidungen.
 
  • #17
Ich zahle lieber als sie in ein Heim abzuschieben.
Meine Schwiegermutter ist gern "ins Heim" gegangen - von abschieben war da keine Rede. Sie hatte länger allein gelebt, war zunehmend gesundheitlich eingeschränkt und kam immer weniger allein in ihrer Wohnung zurecht - ging auch nicht mehr raus, weil sie sich immer weniger zutraute. Sie wurde auch immer einsamer, weil alle ihre Freundinnen genausos wenig mobil waren wie sie oder auch wegstarben.

Im "Heim" blühte sie auf, konnte wählen zwischen Gemeinschaftsmahlzeiten, sich das Essen ins Appartement liefern lassen oder sich selber was bereiten, was sie auch nutzte.

Es gab ein reichhaltiges Angebot zur Förderung der Mobilität (von angeleiteter Physio bis zum selbstständig genutzen Fitti und Schwimmbad/Sauna im Haus), kulturelles Leben, gemeinsame Aktivitäten auch außerhalb des Hauses, Kleingruppenaktivitäten usw.
Weil alles eben was, Handläufe wo sie benötigt werden, alles hell beleuchtet war statt punktueller Funzeln wurde sie viel mobiler als sie es in ihrer eigenen Wohnung war.

Der größte Gewinn war für sie die Qualitytime mit Kindern und Enkeln - die kamen nur für sie zum Besuch, nichts musste stattdessen erledigt werden

Ok, solche "Heime" gibt es selten und sie sind teuer.

Das stimmt so nicht. Die Tarife sind in der Regel festgelegt und werden mittlerweile rentenabhängig fast
Das stimmt so erst recht nicht. Die Sätze für Pflegeleistungen sind festgelegt, nicht die Tarife für Wohn- und sonstige Leistungen, rsp. Investionsrückstellungen und genau die machen die wahren Kosten aus, die kaum noch jemand selbst mit einer guten Rente bezahlen werden kann ohne Sozialfall zu werden.

und verträglich, wie er ist, wird er auch gut von den PflegerInnen behandelt.
Glaubst Du. Meine Erfahrung ist, dass grad die verträglichsten Leute am übelsten behandelt werden, weil sie sich nicht beschweren und daher anders als die Randalewillis zum Frustabbau geeignet sind.
 
  • #19
Mal sehen ob dir das auch passiert....wahrscheinlich nicht.
Ich bin auch gespannt, tippe aber auch eher auf ...nichts. Na die Holly vielleicht.

Allerdings hat er darauf - wie er meint - die nächsten zwanzig Jahre keine Lust
Mein Vater auch nicht. Der wird dieses Jahr 87.
Mit seiner Holden hat er für dieses Jahr eine Reise durch Albanien gebucht. Ich habe keine Ahnung, warum man mit 87 noch nach Albanien muss.
Meine Schwester tobt und meint, er würde dort noch einen Herzinfarkt erleiden.
Na, wenn es denn so sein soll, dann ist es eben so. Besser der Herzinfarkt in Albanien als... Aber aussuchen kann man es sich nunmal nicht.
W,57
Danke @Süsse65 . Der 😁war berechtigt. War schon hart.
 
  • #20
Das ist doch heutzutage meistens so, dass die Kinder weit weg wohnen oder sich nicht kümmern können/wollen.

Da gibt es ambulante Pflegedienste, Essen auf Rädern, betreutes Wohnen usw. Kann sich aber sicher nicht jeder senior leisten.
 
  • #22
Ich konnte vor ein paar, da sehr gut mit meiner Mutter drüber reden.
Konnte...leider Vergangenheit.

Meine Mutter wird altersschwierig ist aber noch fit und mein Vater der jüngere hat mit jetzt mit 75 erst aufgehört zu arbeiten.
Kocht jetzt 3x in der Woche im Haus der Familie.
Sie sind also noch gut drauf aber als ein Freund von ihnen starb, dachte ich, ich spreche es mal an.
Mitten in meinem Stadtteil, direkt an der kl einkaufszon, wird ein alter Hof umgebaut.
Mit schönen Alterswohnungen ( eigene Möbel, Tier etc) und wer braucht: Pflege auch intensiv.
Würde glatt ihr Haus kosten aber fanden sie vor ein paar Jahren, sinnvoll.
Der Umbau wird eh lange dauern und unten gab's noch Wohnungen mit Garten.

Es war als ob sie auf Zitronen bissen und mich Blicke töten und dann kam der Thenenwechsel.

Ich bin die einzige, die später da sein wird und weiß noch nicht...wie sie dann ticken.
Hoffe mein Vater will in ein Wohnheim und da auch 3x kochen.
Ich arbeite noch lange und da werde ich nicht selbst betreuen können...liegt mir auch nicht so.
Aber nah bei mir wäre gut, damit ich oft da hin kann.
Sie haben mich nie alleine gelassen und umgekehrt möchte ich das auch nicht.
 
  • #24
Das stimmt so erst recht nicht. Die Sätze für Pflegeleistungen sind festgelegt, nicht die Tarife für Wohn- und sonstige Leistungen, rsp. Investionsrückstellungen und genau die machen die wahren Kosten aus, die kaum noch jemand selbst mit einer guten Rente bezahlen werden kann ohne Sozialfall zu werden.
Ja, aber da sind wir dann z. T. bei baulichen Unterschieden in luxuriösen Wohnanlagen, die bei wirklicher Pflegebedürftigkeit keinen großen Unterschied mehr machen.
 
  • #25
Mein Vater durfte fast zu Hause sterben .... seine letzte Woche war aufgrund einer Lungenentzündung noch KH angesagt. Elend ersticken lassen - nein , kam nicht in Frage.
Meine Mutter wohnt im Haus der Eltern, jetzt alleine. Mit Unterstützung beim Putzen, Wäsche etc ... den grossen Einkauf machen mein Bruder oder ich. Fehlt nur eine Milch oder Butter, eine Brezel oder so - macht sie selbst. Sie fährt auch noch selbst zur Massage etc.
Meine Mutter ist zwar keine Kirchgängerin, würde aber nie ihr Leben selbst beenden. Mein Vater lebte sein letztes halbes Jahr nur noch meiner Mutter zu Liebe. Wenn es nicht mehr anders geht - wird Mutter zu Hause gepflegt. Egal was es kostet. I

ch zahle lieber als sie in ein Heim abzuschieben. Ich selber werde den Notausgang wählen .....
Können sich die meisten Leute aber leider nicht leisten und alles alleine zu stemmen, geht eben nur begrenzt, deshalb ist der Begriff "abschieben" in dem Zusammenhang ziemlich grenzwertig, hatten wir erst im Nachbarthread.
 
  • #26
Ich selber werde den Notausgang wählen .....
Habe ich auch vor, nur:
1. Wann ist der richtige Zeitpunkt?
2. Stell Dir vor, Du hast einen schweren Schlaganfall und kannst nicht mehr zum Notausgang...
Schwieriges Thema!

Einkaufen kann er noch alleine, er wohnt im dritten Stock und die 40 Treppen sind sein tägliches Training.
Da brauchst Du Dir um Pflege wenig Sorgen zu machen. Er wird sehr wahrscheinlich gesund sterben oder verunfallen und nach ein paar Tagen im Spital sein Leben aushauchen*. Aber niemand weiß es mit Sicherheit.

*Ich kenne eine Frau, die hatte mit 93 durch einen Sturz (WC-Gang in der Nacht, ein Klassiker) einen komplizierten Armbruch mit OP, Außenfixateur etc. Sie ist heute - 4 Jahre später - noch immer alleine mit ihrem Rollator auf dem Gehsteig unterwegs.... Eine ehemalige Bäuerin, hart im nehmen.

Und weil hier immer wieder über die männlichen Pflegefälle geschrieben wird: Vor kurzem las ich, dass Frauen im Schnitt mehr Pflege brauchen als Männer. Aber das sind nur Tendenzen, jeder Mensch ist da natürlich ganz individuell.

ErwinM, 52
 
  • #27
Können sich die meisten Leute aber leider nicht leisten und alles alleine zu stemmen, geht eben nur begrenzt, deshalb ist der Begriff "abschieben" in dem Zusammenhang ziemlich grenzwertig, hatten wir erst im Nachbarthread
Da bist du ja richtig sanft zu Tom in deiner Ausdrucksweise.

Mich hast du richtig fertig gemacht wegen dem Wort ‚abschieben‘, obwohl das gar nicht böse von mir gemeint war.
Hast von abkotzen geschrieben mit entsprechenden ekligen Smilies.

Mir Sachen unterstellt, die ich so gar nicht gemeint habe.

Abschieben war in dem Sinne gemeint - wenn die Frau den Mann mit ewigem Nörgeln zum Zusammenziehen drängt und er seine pflegebedürftige Mutter im Haus DESHALB in ein Heim abschiebt - dann ist es tatsächlich abschieben.
Ansonsten natürlich nicht.
 
  • #28
Habe ich auch vor, nur:
1. Wann ist der richtige Zeitpunkt?
2. Stell Dir vor, Du hast einen schweren Schlaganfall und kannst nicht mehr zum Notausgang...
Schwieriges Thema!


Da brauchst Du Dir um Pflege wenig Sorgen zu machen. Er wird sehr wahrscheinlich gesund sterben oder verunfallen und nach ein paar Tagen im Spital sein Leben aushauchen*. Aber niemand weiß es mit Sicherheit.

*Ich kenne eine Frau, die hatte mit 93 durch einen Sturz (WC-Gang in der Nacht, ein Klassiker) einen komplizierten Armbruch mit OP, Außenfixateur etc. Sie ist heute - 4 Jahre später - noch immer alleine mit ihrem Rollator auf dem Gehsteig unterwegs.... Eine ehemalige Bäuerin, hart im nehmen.

Und weil hier immer wieder über die männlichen Pflegefälle geschrieben wird: Vor kurzem las ich, dass Frauen im Schnitt mehr Pflege brauchen als Männer. Aber das sind nur Tendenzen, jeder Mensch ist da natürlich ganz individuell.

ErwinM, 52
Frauen werden viel älter. Damit ist das auch erklärt.
 
  • #29
Frauen werden viel älter. Damit ist das auch erklärt.
Natürlich. In dem Artikel stand, wenn Männer hochaltrig werden, bleiben sie länger selbständig und sind weniger lang pflegebedürftig. Die Ausnahmen eben.
Übrigens stand da auch, dass sich die Lebenserwartungen von Männern und Frauen anzunähern beginnen. Nein, nicht weil Männer gesünder leben würden, sondern weil Frauen immer ungesünder leben: Mehr rauchen, mehr Alkohol, mehr Stress.
ErwinM, 52
 
  • #30
Es gibt sehr gute Möglichkeiten, aber nicht kurzfristig.
Das ist ein wesentlicher Punkt, auf den (meist) nicht geachtet wird: die Eltern wollen, durchaus nachvollziehbar, so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Für einen Wechsel ist es dann oft zu spät und sie schaffen es nicht mehr, sich neu irgendwo einzuleben.

Als meine Mutter Mitte 80 war (mein sehr viel älterer Vater lebte schon nicht mehr) suchten wir Kinder für sie nach einem hübschen Heim in ihrer alten Umgebung. Wir wollten, dass sie wenigstens in der Nähe ihrer Freunde bleibt, denn wir waren alle weit verstreut. Denn dieses beliebte (?) »in die Nähe der Kinder ziehen« bedeutet auch, dass anschließend eben nur die Kinder das wichtige Kontaktumfeld leisten müssen.
Unsere Mutter wollte vorerst lieber in ihrem Haus bleiben, träumte es sich (»das wird schon«) zurecht.
Als sie schlussendlich doch bereit war, in das wirklich hübsche Heim zu wechseln, sprach sie sehr bald »von der besten Idee ihres Lebens« und war felsenfest davon überzeugt, hier keine Nachhilfe gebraucht zu haben.
Wir Kinder fuhren abwechselnd immer wieder hin - auf Besuch, das war für sie (und für uns) sehr entspannend. Und ihr Freundeskreis siedelte teilweise ebenfalls um - in ihr Heim.

Was mich selbst betrifft, wollen meine Kinder (am Ort) unbedingt, dass ich »später« zu ihnen ziehe - oder mich wenigstens von ihnen pflegen lasse. Obwohl ich sie alle sehr mag, DAS wäre mir zu viel »Getüddel« (schon heute bekomme ich die Krise bei der Vorstellung). Also habe ich mich vor einigen Jahren in einem sehr schönen Heim, fast um die Ecke, zusammen mit zwei weiteren Freundinnen angemeldet. Ich zahle eine jährliche »Vormerksumme« und kann irgendwann (in 10 Jahren? und noch lebendig genug) dort aufkreuzen.
Nach und nach melden sich, ähnlich wie ich selbst, mehr meiner Freunde ebenfalls dort an, so dass wir später, mit etwas Glück, mal viel Spaß zusammen haben werden. Jede/r halt mit eigener kleiner Wohnung - die Türen zum öffnen und zumachen hat.

Sollte ich vorher unter die Räder kommen ... auch egal: ich habe mir jedenfalls nicht die letzten 20 Jahre meines Lebens mit den Sorgen »wohin mal später?« verdorben.

Das mit »der Alters-WG« hatte ich mir wirklich auch ernsthaft überlegt und entsprechend gesucht. War bei mir naheliegend. Aber da bin ich ganz schnell aufgewacht: die Abhängigkeit zueinander hätte mir nicht gefallen. Einmal ganz abgesehen von der Objekt-Findung. Da helfen sog. WG-Erfahrungen aus der Studienzeit kein Stück.
 
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