• #1

Empfindet Ihr Euer Single-Dasein als Stigma und Problem?

Solisten, Junggesellen, Alleinstehende - Single bleibt Single, auch wenn die Bezeichnungen noch so blumig klingen. Aber ist das heutzutage eigentlich noch ein Problem? Die EP-Redaktion meint: Nein, es kommt halt auf die richtige Einstellung an - und darauf, dass man sich nichts einreden lässt. Aber wie seht Ihr das? Genießet Ihr Euer Single-Dasein und wenn ja, wie? Und fühlt Ihr Euch tatsächlich unwohl in Eurer Single-Haut?
 
  • #2
Nun, wenn andere ein Problem mit meinem Single-Dasein haben, ist es genau das: DEREN Problem. Ich fühle mich dadurch jedenfalls nicht stigmatisiert, und bevor ich mich aus lauter Verzweiflung oder der gesellschaftlichen Anerkennung wegen mit irgendeinem Partner zufrieden gebe, lasse ich es lieber.
Ich habe eins gelernt: Ich bin selbst für mein Glück verantwortlich, und niemand sonst! Und das ist meiner Meinung die beste Vorraussetzung, auch in einer Partnerschaft glücklich zu sein und den anderen glücklich zu machen. Ich kann ja für mein Unglück oder schlechte Laune auch nicht meinen Partner verantwortlich machen, er ist schliesslich nicht mein seelischer Mülleimer oder Blitzableiter.
Natürlich ist das Leben in einer erfüllten Partnerschaft etwas sehr Schönes, trotzdem geniesse ich es auch alleine. Und wenn irgendwann der Blitz einschlägt, freue ich mich darüber :)
w,44
 
  • #3
Das Problem steckt meines Erachtens nicht in der ,,Haut", nicht einmal in der ,,Vorhaut" .-)
Auch in hohem Maße zur Selbstständigkeit befähigte Menschen sind nicht zum Single-Dasein geboren, sondern zur Sozialpartnerschaft. Dabei spielen sexuelle Belange durchaus nicht die gewichtigste Rolle. Eine besondere Art von Harmonie und Reibung, Kommunikation und Eigenständigkeit des Denkens ist wohl nur in einer Partnerschaft lebbar.
Ich liege auch derzeit nicht weinend im Bett, aber deutlich lieber läge ich darin mit dem Gefühl, ,,von gleich nebenan" geliebt zu werden.
 
G

Gast

  • #4
Ich war gerne verheiratet. Als ich merkte, dass wir uns unterschiedlich entwickelten (wie mein damaliger Mann es formulierte: Er ist irgendwann stehen geblieben und ich habe mich weiter entwickelt), hätte ich die Beziehung gerne beendet. Es hat dann aber doch noch 2 Jahre gedauert. Als ich das Gespräch mit ihm förmlich "einforderte", zog er aus. Wir waren zu dem Zeitpunkt fast auf den Tag genau 30 Jahre verheiratet. Es stellte sich dann heraus, dass er bereits in den letzten Monaten unserer Ehe fremd gegangen war und ist noch am gleichen Tag zu dieser Frau gezogen.

Nachdem dann alles Finanzielle geregelt war (wir haben sofort einen Ehevertrag abgeschlossen, ich habe ihm seinen halben Hausanteil abgekauft), habe ich mein Single Dasein genossen. Ich empfand das überhaupt nicht als Problem, geschweige denn als Stigma. Ich kannte noch andere allein stehende Frauen, habe mich mit denen getroffen, bin mit einer Freundin oder auch alleine in Urlaub gefahren (dann allerdings mit einem Single Programm von Studiosus), habe viele kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen besucht. Kurz: Ich war rundherum zufrieden!

Dann gab es eine Werbung bei Studiosus für EP und ich habe mal -rein interessehalber- mein Profil eingestellt. Zu dem Zeitpunkt war ich schon 6 Jahre lang Single. Ich bin die Partnersuche allerdings so angeganen, dass ich mir gesagt habe: Wenn mir mal ein passender Partner begegnet, dann freue ich mich darüber. Wenn nicht, ist es auch okay, denn mir macht ja auch mein Leben als Single Spaß! Dann fand es es wieder höchst interessant, wenn sich Kontakte anbahnten. Irgendwie war ich immer gespannt "wie ein Flitzebogen", wie sich denn wohl der Kontakt in natura darstellte. Ich muss sagen, dass ALLE, die ich getroffen habe, sehr, sehr nett und zuvorkommend waren. Mir tat es manchmal sehr leid, wenn ich dann abgesagt habe, weil ich merkte, es würde sich nichts Näheres ergeben.

Bis dann Mr. Right kam! Und mit ihm bin ich seit 1 1/2 Jahren glücklich und er mit mir. Dass ich ihn getroffen habe, heisst, dass jetzt IMMER Jemand da ist, mit dem ich meine kleinen und großen Alltagserlebnisse/ Sorgen/ Freuden teilen und besprechen kann. Das macht das Leben um eine weitere Facette bunter und aufregender, zumal sich durch ihn für mich "meine Familie" vergrößert hat.

Vielleicht ist es auch eine Generationsfrage. in meinem Alter (jetzt 61) sind viele Frauen bereits verwitwet, so dass ich immer jemanden fand, mit dem ich ausgehen konnte. In jungen Jahren Single zu sein bedeutet, dass der gesamte Freundeskreis bereits paarweise auftritt. Da kommt man sich oft bei gemeinsamen Unternehmungen eher wie das 5. Rad am Wagen vor (erlebe ich gerade im Familienkreis).

Dennoch kann ich nur allen Frauen wie Männern zu warten, bis sich das passende Pendant findet. Ich bin ganz sicher, dass es für jeden Topf einen passenden Deckel gibt!
 
  • #5
Weder noch! Wer eine gescheiterte Beziehung hinter sich trauert eine Weile aber erkennt auch die Vorteile eines Singles. Auf interessante Gespräche und guten Sex mag ich nicht verzichten. Also werden neue Kontakte aufgebaut und man(n) kann nun hemmungslos flirten.

Wer in einer Partnerschaft nicht seine sexuellen Wünsche erfüllen konnte kann diese als Single durchaus erleben.

Die Nachteile sind allerdings fehlende gemeinsame Aktivitäten, das spontane Kuscheln und in den meisten Fällen kein spontaner Sex. Wieder eine Partnerin zu finden ist nicht unmöglich, selbst wenn es Jahre dauern sollte. Aber wir sind ja die Elite!
 
G

Gast

  • #6
Liebe Vorrednerin, großartig! Herzlichen Glückwunsch, Sie sind Ihren Weg gegangen. Manchmal läßt das Glück auf sich warten...Ja ich bin nun auch wieder w (47) Single und finde das gar nicht so unangenehm. Ich genieße meine Freiheit und auch die Ruhe nach dem Sturm. Für mich ist es keine Stigmatisierung ein Single zu sein, wenn auch ich mich bei gewissen gesellschaftlichen Veranstaltungen außen vor fühle. Doch alles in allem bin ich für mein Wohlergehen und mein Glück selbst verantwortlich! Es geht hier nicht um Single Dasein, sonder um Authenzität, um Mut, um sein eigenes Leben in die Hand zu nehmen, ohne immer zu wissen was kommt. Wichtig ist, Du stehst zu Dir und vertraust Dir! Alles und alle anderen können Dir egal sein. Du hast nur dieses eine Leben, gib Dir diese Chance und beginne jetzt Dein Leben in die Hand zu nehmen und nicht über das Single Dasein zu hadern!! Liebe Grüße und viel Glück!!

[Mod: Halten Sie sich jetzt bitte an die Regel, dass keine unerlaubten Signaturen verwendet werden dürfen.]
 
  • #7
Stigma: Ganz klar nein! Single-Dasein ist heute doch eher schon der Normalfall und Single zu sein ist nichts negatives.

Problem: Hm, als Problem würde ich es nicht bezeichnen.

Aber: Mit Partner ist vieles einfach schöner -- das kann man sich nicht schönreden und das sollte man sich auch nicht schönreden. Gerade tolle Erlebnisse sind geteilt tausendmalschöner als alleine, alleine essen ist öde und viele Unternehmungen bringen eigentlich nur zu zweit richtig Spaß. Außerdem ist Familiengründung alleine ja nun auch nicht möglich... und schon gar nicht wünschenswert!
 
G

Gast

  • #8
Ich komme sehr gut alleine zurecht, habe kein Problem damit, mich als Single zu'outen'. Ein toller Partner wäre auch o.k.,muss aber nicht sein. Ab und zu eine Affäre, reicht mir im Moment aus. w/57
 
G

Gast

  • #9
Die Medaille hat immer zwei Seiten.
Man wünscht sich Halt, Rückendeckung, Zuwendung, auch körperliche, Glück.
Man hat Stärke, Selbstbewusstsein, Autarkie, Entscheidungsfreiheit, jeden Tag auf's neue die Chance, den neuen Partner kennen zu lernen, während die Pärchen Aufregung nur noch beim Streit um das Fernsehprogramm kennen ;-)
 
  • #10
Sorry an alle Schönredner ... Single-sein ist ein unangnehmer Zustand und keineswegs "normal". Normal ist eine Partnerschaft inkl. Nachwuchs und gemeinsamen Lebensabend, da hilft auch das Gesundbeten nichts. Ich bin grade in Frankreich und mir wird wieder mal bewusst wie viel Partnerschaft, Familie und Co bedeutet. Natürlich gibt's in jeder Beziehung Spannungen und Probleme.. Und genau die Einstellung das alles "perfekt" sein sollte, gaukelt vor das man nur auf " Mister und missis Right" warten muss und alles wird hollywoodös... Es ist unglaublich entspannend zu sehen wie man in anderen Ländern unverkrampft aufeinander zugeht, Interesse zeigt, spielt und anbändelt. Leider gibt's das so nicht in Deutschland und da ist D-Land tatsächlich eine Ausnahme, allerdings eine Hausgemachte .. Die Ursachen sind auch hinreichend bekannt..

In diesem Sinne: Kenavo!
 
G

Gast

  • #11
Ich bin sehr gerne Single. Wenn ich nicht verliebt bin, kann ich auch gut auf Sex (mit einem Mann) verzichten.
Mir geht nur auf die Nerven, dass es immer wieder Leute gibt, die das Single Dasein nicht akzeptieren und einem verkuppeln wollen.
Auch Männer die einem bedrängen (da sie glauben man müßte sie doch als Freund haben wollen) sind einfach nur störend.
w40
 
  • #12
Man kann auch mit einer Niere, mit einem Bein, blind oder stumm glücklich leben, es ist nur nicht erstrebenswert ..
 
G

Gast

  • #13
Ich (w, 31) war viele Jahre Single und fühlte mich überwiegend wohl damit. Bei Familienfeiern wurde ich nur selten schief angesehen, manchmal wurde zwar nachgefragt, ob es denn jemanden gäbe, aber das hat mich nicht weiter gestört. Auch im Freundeskreis hat mir niemand das Gefühl gegeben, unnormal zu sein. Ich war aber auch all die Jahre nicht sehr unglücklich über mein Single-Dasein und das hat mein Umfeld sicherlich auch gespürt.
Traurig war ich nur, wenn mir erzählt wurde, wer (wieder) ein Kind bekommt. Ich bin selbst verantwortlich für mich, mein Wohlbefinden, mein Glück. Ich bin beruflich erfolgreich und habe einen tollen Freundeskreis. Nur eben die Sache mit dem Nachwuchs kann man schlecht allein realisieren.
Jetzt bin ich glücklich liiert und vieles ist definitiv schöner, einfacher ist mein Leben dadurch aber auch nicht geworden.
 
G

Gast

  • #14
Nein, Hellekeen, so einseitig ist das nicht: Es gibt viele Ursachen für das Single-Dasein und eine Bandbreite an Gründen. Ich würde da schon differenzieren.

Solange man zufrieden ist und nicht einsam, ist Singlesein auf keinen Fall ein Problem. Angesichts der vielen Probleme und Reibereien, die man as Paar hat, ziehe ich das Singlesein vielen Beziehungsformen vor.
Ja, Menschen sind "soziale Wesen" und brauchen Gesellschaft und andere Menschen, aber das heißt nicht, dass man immer in einer Beziehung leben muss. Der Austausch von Liebe, Zuneigung, Unterstützung, Meinungen, etc. ist auch auf anderem Wege möglich und bei einer echten Freundschaft entstehen tiefere und dauerhaftere Bindungen als bei einer reinen Partnerschaft.

Meines Erachtens ist eine Partnerschaft nur dann erfolgreich, wenn diese Art von Vertrauen und Freundschaft sich entwickelt, wenn man nicht dauernd den anderen "braucht", sondern an seinem Wohlergehen interessiert ist und ihn lassen kann wie er ist, ohne ihn verändern zu wollen. Wenn man ihm zutiefst vertraut, OBWOHL man seine Schwächen kennt. Ich möchte mich mit einem Partner auf allen Ebenen entwickeln können.
Die meisten Beziehungen erreichen dieses Stadium m.E. nicht und verlieren sich in Forderungen, Erwartungen, Oberflächlichkeiten, Alltagsproblemen. Da bleibe ich lieber Single.

Anfangs sind Paare sehr auf fixiert, und erst mit der Zeit öffnen sie sich wieder für andere Menschen. Ich habe etliche Freunde mit Familie und fühle mich da auch nicht als Außenseiter.
Ich mag nicht "vereinnahmt" oder bevormundet werden. Eine Partnerschaft geht - besonders in meinem Alter - nur mit Ebenbürtigkeit. Man muss sich selbst genug sein können.
Und das ist selten.
 
G

Gast

  • #15
ja. ist ein stigma. jedesmal wenn sich die freunde dafuer entscheiden mit einer anderen familie mit kind zu verreisen oder paare sich lieber gegenseitig zum essen einladen, als ein paar einen single. ich wuerde meine freiheit gerne tauschen gegen eine verbindliche partnerschaft, gegen vertrauen, liebe , gegenseitige anteilnahme, sex. man streitet doch als single nur mit niemandem, weil es niemanden wirklich kratzt. singles kommen in dieser gesellschaft zwar vor, sind aber nicht teil des " grossen plans" und das wirde einem wirklich an jeder ecke vorgehalten. ansonsten liege auch ich nicht heulend im bett, unternehme viel alleine, kann mit mir selber spielen und versuche meinen freundeskreis zu retten....
 
  • #16
@13# du hast das ziemlich auf den Punkt gebracht .. Ja eine Partnerschaft ist etwas anderes als es sich die meisten vorstellen .. Leider ist es, da hast du vollkommen recht, selten ...
 
  • #17
Für mich ist das definitiv kein Stigma. Mir geht es gut. Und eine neue Beziehung werde ich ganz sicher nur dann eingehen, wenn ich ganz sicher bin, dass es mir dann noch besser geht.

Um Mißverständnissen vorzubeugen: Damit meine ich ausschließlich mein Befinden, meine Gefühle. Ein Partner wäre für mich einfach nur eine wunderbare Ergänzung, aber auf keinen Fall eine Notwendigkeit, damit ich mich wohl fühle. Das würde ja eh nur Sinn machen, wenn es für uns gemeinsam einfach richtig wäre.

Was mich irritiert, ist die Tatsache, dass heute noch solche Fragen gestellt werden. Warum müssen wir immer wieder die Frage beantworten, wie wir uns als Single fühlen? Egal wer uns fragt.

Warum fragt keiner all die (oft scheinbar) glücklichen Paare, die auf einer Party mehr oder weniger gelangweilt herumstehen, wie sie sich fühlen, ob sie glücklich sind, oder nicht doch vielleicht lieber wieder Single wären? Wieso sie zu Zweit gekommen sind?

Auf die Idee kommt niemand, da würde man ganz schön entrüstete Gesichter zu sehen bekommen. Warum eigentlich? Bei Singles setzt man doch auch voraus, dass man uns solche Fragen als smalltalk anbieten kann.
 
G

Gast

  • #18
Das Single-Sein an sich nicht. Aber die lange Zeit, in der ich noch keinen Partner und dementsprechend noch Jungfrau war. Das wird nämlich sehr schnell und sehr oft sehr negativ ausgelegt (s. auch anderen Thread). Damit hatte ich zu kämpfen. Irgendwann zweifelt man daran, dass man attraktiv genug ist. Man sehnt sich ja auch nach einer Beziehung, nach emotionaler und körperlicher Nähe. Vor allem, wenn man glückliche Paare sieht. Und die Frage nach einem Partner kann schon nerven und auch sehr weh tun - vor allem der verwunderte, fragende Blick, wenn man erklärt, keinen Partner zu haben.
Insofern kann es je nach Umfeld durchaus zum Stigma werden. Und leider verstärkt sich damit die Problematik. Fühlt man sich einmal stigmatisiert, dann ist es noch schwieriger aus der Situation herauszukommen. Schließlich verunsichert das sehr, nimmt einem den Mut.
 
G

Gast

  • #19
Für mich gibt es darauf zwei Dinge zu antworten:

1. Es gibt Leute, die zusammen leben und sich manchmal wünschten, sie könnten mal allein sein. Und es gibt die Single (zu denen gehöre ich auch), die allein leben und sich manchmal wünschten, es wäre jemand da, wenn man die Wohnungstür aufschließt.
Jede Medaille hat eben zwei Seiten. Für mich ist das Single-Leben kein Problem.

und 2.
Wichtig ist doch: Ich bin Single und allein, aber ich bin nicht einsam.
Wenn ich sagen müsste, ich bin einsam, dann wäre das Single-Dasein sicherlich ein Problem.

Mit diesen Einstellung kann man sein Single-Leben auch genießen.
 
G

Gast

  • #20
Aus den Beiträgen sehe ich: das Single-Dasein wird von Mensch zu Mensch unterschiedlich bewertet.
Ich persönlich habe Zeiten, in denen ich rundum glücklich und zufrieden mit mir und meinem Leben bin und nichts vermisse, dann gibt es Momente (und die werden in letzter Zeit immer häufiger) in denen ich mich nach einem Partner und Kinder sehne.
Und es sind nicht nur die Fragen von Familie, Freunden und Bekannten - es sind auch die Beobachtungen, die man in seinem Umfeld macht. Wenn Kollegen heiraten, bauen, Kinder haben frage ich mich ob ich denn tatsächlich keinen Partner bekommen soll, ob etwas an mir nicht stimmt und anderes.
Mein eigentliches Problem an meiner Situation ist also nicht, dass ich keinen Partner habe, sondern dass ich deswegen manchmal trübe Gedanken habe - ein Glück gibt es auch noch andere Lebensbereiche, in denen ich sehr erfolgreich bin und mein Selbstvertrauen wieder aufrichten kann ;-)
 
G

Gast

  • #21
Keine Partnerin zu "haben", macht mir nichts. Eher im Gegenteil, weiß ich doch aus eigener Erfahrung, dass die Zweierkisten und families im RL keineswegs so holliwoodös (danke für den wunderbar treffenden Ausdruck, Hellekeen) sind wie im Kopfkino...

Schwierigkeiten bereitet mir eher die generelle Partnerschaftsfixierung, die es so schwer macht, jenseits dieses seriell gelebten Rollenmodells ein aktives, verbindliches Umfeld zu gestalten.

Ich weiß nicht, ob das (Hellekeen) nun ein typisch deutsches Phänomen ist?
 
  • #22
@#20: ich hock nun grade bei Croissant und Sonnenschein in Frankreich beim Frühstück direkt nach einer Party mit Freunden (darunter 2 Paare mit jeweils 2 Kindern) und kann live sagen das hier etwas anders mit Partnerschaft/ Familie umgegangen wird als in Deutschland. Es scheint also durchaus etwas "deutsch" zu sein das Phänomen. Ich wurde etwas verwundert gefragt warum ich keine Frau ( mit ) habe... ^^
 
  • #23
@#21: Findest Du das besser oder schlechter? Ist es nicht fies zu fragen, warum man ekien Partnerin hat? Wie komemn die Franzosen so schnell zu Partnern?
 
  • #24
@ #21 u. # 22:

Ich glaube, DIE Franzosen gibt es genau so wenig, wie es DIE Deutschen gibt.

Allerdings sagt mir meine Erfahrung in Frankreich, dass die meisten Menschen dort einfach eher leben, anstatt das WIE dieses Lebens ständig zu hinterfragen und zu zerpflücken.

Die meisten Franzosen, die ich kennen gelernt habe, versuchen Probleme zu lösen, wenn sie auftauchen, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Wenn sie keine Probleme haben, dann fragen sie nicht warum, sondern genießen ihr Leben einfach.

Bei uns ist es halt sehr verbreitet, sich über alle Eventualitäten im voraus Gedanken zu machen. Wir hätten gern einen perfekten Plan für unser Leben, am besten noch mit Kästchen zum abhaken (=Scherz).

Natürlich ist das überzeichnet, aber in Ansätzen nicht falsch. Es gibt kein anderes europäisches Land, in dem ich mich den Menschen so verbunden fühle, wie in Frankreich.

Wenn in Frankreich jemand keinen PartnerIN hat, fragt er sich nicht dauernd, warum. Er sagt dann: 'C'est la vie!' und lächelt dich dabei entwaffnend an.
 
  • #25
@22# ich wurde noch zu keiner zeit und an keinem Ort in Deutschland so oft und so offen angesehen und angelächelt wie in Frankreich. ich glaube die machen es sich einfach nicht so schwer.. Und nein hier ist es nicht "fies" weil man dann flux mal ne Telefonnummer zugesteckt bekommt von einer die auch noch keinen hat .. ^^ und weil es einfach nicht "fies" gemeint ist.

@23# Genau so.. (wobei "Die Franzosen" sicherlich von Region zu Region unterschiedlich sind .. und dann gibts noch "Die Pariser".. )
 
G

Gast

  • #26
Nein, stigmatisert fühle ich mich nicht. Niemand sieht auf mich herab, weil ich Single bin.

Aber, Leute, wenn wir denn alle so glücklich wären als Single, könnten wir uns unseren Mitgliedsbeitrag hier ja sparen und lieber ein Paar Schuhe kaufen, oder zwei Paar oder drei Paar......
All diesen öden Dates mit den Falschen könnte man sich dann auch schenken, denke ich. Die meisten von uns machen aber tapfer weiter, denn eines Tages könnte ja doch der Richtige dabei sein.

Ich bin kein unglücklicher Singe. Ich habe nette Freundinnen und ein ausgefülltes, schönes Leben.

Trotzdem fehlt etwas: Jemand, der zu mir gehört, der mich auch liebt, wenn ich mit meiner alten Hose miesepetrig herumhänge. Jemand, mit dem ich abends im Bett kuschelig zu zweit den bevorstehenden Tag noch mal besprechen kann, jemand, der mich tröstend in den Arm nimmt, wenn der Tag schlecht gelaufen ist. Jemand, der meine Sorgen und Freuden mit mir teilt und dessen Sorgen und Freuden ich teilen darf.
Und vor allem: Jemand zum Kuscheln und Liebhaben.

w,48
 
G

Gast

  • #27
Abgesehen davon, dass der Mensch per definitionem nicht fürs Allein leben geschaffen ist, können keine noch so gut gelaunten und blumigen Beiträge über das tiefe Unbehagen hinwegtäuschen, das das Single-Dasein zwangläufig mit sich bringt. Die Äußerung etwa, -dass es nur von meiner Einstellung abhinge, ob die Einsamkeit ein Problem sei,- ist einfach völlig verlogen! (vor allem sich selbst gegenüber);
Kein Mensch, der seine fünf und mehr Sinne beisammen hat, und der sich im besten heiratsfähigem Alter befindet, kann ernsthaft behaupten "glücklich" mit einem derart unnatürlichem Status zu sein; Als vorübergehende Lebensform; - wobei man den Begriff "vorübergehend" sehr eng fassen sollte-, kann man dem Single-Status ja noch zustimmen, ( Nach einer Ehehölle, unglücklichen Beziehungen, oder weil man noch nie alleine war), aber als Lebensform?! ; Ich bitte Euch!
Meine Wenigkeit ( bin ein mann, im alter von 43 ) lebt schon seit nunmehr sechs Jahren alleine; Hätte ich nicht meine Religion, den Glauben, und vor allem meine Geistigen Beschäftigungen, dann würde ich mein Leben kaum noch ertragen. Neulich fragte mich so ein Knilch aus meinem Bekanntenkreis ( einer jener Typen die massenhaft in der Lindenstraße und anderen Serien vorkommen), wie es mir denn gehen würde. Ich antwortete ihm; " Wie lebendig begraben"
Noch Fragen?
 
G

Gast

  • #28
Also, es sieht niemand auf mich herab, weil ich noch Single bin. In der Familie schon gar nicht, aber auf der Arbeit auch nicht. Dort sage ich nicht, dass ich Single bin , aber es ist irgendwann klar, wenn ich von keiner Partnerin erzähle und z. B. vom anstehenden Urlaub erzählt wird, in dem ich nicht erzählen kann, dass ich mit meiner Frau/ Freundin (und evtl. Kindern) wegfahre. Und wenn auch klar ist, dass ich nicht geschieden bin usw.

Einzelne Kollegen, zu denen ich ein einigermaßen vertrautes Verhältnis habe, haben schon mal ihre Neugierde/ Interesse an den Hintergründen bei mir zum Ausdruck gebracht. Wenn ich dann darauf eingegangen bin, war es normalerweise okay. Ich habe dann von vergangenen Beziehungen kurz erzählt.

Als ich noch deutlich jünger war und von einzelnen älteren Singles gehört hatte, hatte ich mit ihnen schon auch ihr Singlesein verbunden, aber sie gar nicht diesbezüglich beurteilt. Es waren nette und durchaus attraktive Frauen, mit eventuellen Eigenheiten, aber jedenfalls sympathisch. Also grad' so, wie ich mich derhzeit selbst sehe ;)

Es ist aber allmählich leicht peinlich. Unschön finde ich, wenn ich in Bewerbungsverfahren nach meinem Familien- bzw. Beziehungsstatus gefragt werde. Es ist ja schon so, dass durchaus im Fall, jemand ist in klassischen Verhältnissen (verheiratet und Kinder) positiv auf das Sozialverhalten geschlossen wird. Denke ich mir jedenfalls.

ü 45
 
G

Gast

  • #29
Man kann auch mit einer Niere, mit einem Bein, blind oder stumm glücklich leben, es ist nur nicht erstrebenswert ..
Es gibt aber nicht nur "Beziehung" oder "keine Beziehung". Jeder Mensch hat Beziehungen. Freundschaften, Affären, Familie... Nicht nur Partner, Partnerin und Kind ist soziales Leben.

Und genau aus diesem Grund ist am Single-Sein gar nichts unnormal. Man könnte sich höchstens fragen, warum heutzutage nur eine Beziehungsform als die "Beziehung" gilt und demnach so benannt wird. Das hat mit Natürlichkeit nichts zu tun.

Wenn man Single ist, gibt es Menschen, die einen mehr oder weniger interessieren.Das ist nicht vergleichbar mit einem fehlenden Körperteil! Es fehlt definitiv nichts. Nur denen, die sich ständig vergleichen. Im Grunde ist man als Single glücklich, bis einem jemand begegnet, der einen näher interessiert. Das ist der ganz natürliche Weg. Menschen, die eine Beziehung regelrecht suchen, und sich ohne unvollständig fühlen, sind mir ein Graus.

Man spürt doch in sich, was man sich wünscht. Bei mir ist es momentan der Sex. Keine "Beziehung". Was danach folgt, wird sich zeigen, die Wünsche ändern sich.
 
  • #30
Abgesehen davon, dass der Mensch per definitionem nicht fürs Allein leben geschaffen ist, können keine noch so gut gelaunten und blumigen Beiträge über das tiefe Unbehagen hinwegtäuschen, das das Single-Dasein zwangläufig mit sich bringt. Die Äußerung etwa, -dass es nur von meiner Einstellung abhinge, ob die Einsamkeit ein Problem sei,- ist einfach völlig verlogen! (vor allem sich selbst gegenüber);
@26 DANKE!!!!
Da bin ich M42 ja beruhigt, dass es nicht nur glückliche Singles auf Partnerbörsen gibt. Nach dem Lesen der meisten Beiträge kam ich mir fast vor, wie im falschen Film und ich habe gerade mal ein Jahr hinter mir. Ich muss sagen, mich nervt das Singledasein total und ich hätte lieber eine Familie oder auch Frau oh. Kinder. Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob mir das in Ballungsgebieten oder einer größeren Stadt auch so ginge aber in einer Kleinstadt ist es für mich einfach nur ein Stigma.