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  • #1

Enges Familienverhältnis und bevorstehender Auszug

Hallo liebe Forum-Mitglieder,

ich bin M/23 und seit ungefähr 2 Jahren mit meiner Freundin F/23 zusammen.
Meine Freundin kommt aus einer Familie, in der Herzlichkeit und ein enger Familienverbund praktisch gar nicht existieren. Sie ist mit 19 ausgezogen und hat auch kein besonders gutes Verhältnis zu ihrer Familie.
Ganz das Gegenteil von mir. Ich komme aus einer Familie, in der seitdem ich denken kann immer eine tolle Stimmung ist. Ich fühle mich einfach super wohl, ebenso wie mein älterer Bruder M/25. Es ist bei uns quasi eher alles ein freundschaftliches Miteinander. Jeder hat seine Freiräume (ich habe ein eigenes Geschoss für mich) und wir ecken sehr wenig aneinander.

Da ich sehr in der Nähe meiner Heimat studiere, ergab es für mich immer Sinn für die Zeit noch Zuhause wohnen zu bleiben. Zumal ich weder das Bestreben habe auszuziehen, noch das „Geld“ für eine Miete hier direkt in der Umgebung ausgeben möchte, wenn ich wohl fühle so wie es momentan ist.

Meine Freundin äußerte vor einiger Zeit den Wunsch mit mir zusammenziehen zu wollen. Für mich ein schöner Gedanke, jedoch hätte es für mich auch noch etwas Zeit gehabt. Nun hat es sich jedoch ergeben, dass wir durch Zufall eine tolle Anzeige gefunden hatten. Wir bewarben uns auf diese Wohnung und werden nun zu September dort einziehen.

Einerseits freue ich mich sehr mit meiner Freundin zusammen zu ziehen. Auf der anderen Seite fällt es mir auch verdammt schwer diesen neuen Lebensabschnitt zu beginnen und von zuhause auszuziehen.

Meine Freundin kann meine Sorgen nur sehr schwer nachvollziehen, da sie selbst gar kein Problem hatte auszuziehen.

Habt ihr gute Tipps für meinen Umgang mit der Situation? Ich komme mir dabei fast etwas unmännlich vor und möchte auch nicht der Freund sein, der sich nicht von „Mami und Papi“ trennen kann.

Danke im Voraus :)
 
  • #2
Auf der anderen Seite fällt es mir auch verdammt schwer diesen neuen Lebensabschnitt zu beginnen und von zuhause auszuziehen.
Das kann ich gut nachvollziehen, deshalb...weil dein elterliches zu Hause, ein gutes, positives Umfeld ist!
Meine Freundin kann meine Sorgen nur sehr schwer nachvollziehen, da sie selbst gar kein Problem hatte auszuziehen.
Ich habe kein gutes Gefühl für diese Freundin, aufgrund ihrer familiären Situation!
Habt ihr gute Tipps für meinen Umgang mit der Situation? Ich komme mir dabei fast etwas unmännlich vor und möchte auch nicht der Freund sein, der sich nicht von „Mami und Papi“ trennen kann.
Du hast dich nun entschieden für eine gemeinsame Wohnung, jetzt musst du da durch und sehen was daraus wird! Mit 23 wollte ich niemals mit einer Frau zusammenziehen, da wollte ich noch mein Leben eigenständig, in Freiheit und Unabhängigkeit leben!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #4
Mir tut jetzt ehrlich gesagt eher die Freundin leid, du bist ja noch gar nicht wirklich bereit, erwachsen zu leben. Das kann ja heiter werden. Ewig am heimischen Herd zu kleben kann man nur mit Menschen leben, die das genauso wollen. Ich stell mir das vor, ich war auch mal 19, gruselig immer ne Familie im Nacken, die man nicht braucht weil das Leben anfangen soll. Oh weh.
 
  • #5
Ja. Dein Studium ist zu Ende, das Berufsleben und eine engere Beziehung stehen bevor. Das umfasst auch, auszuziehen und auf eigenen Füßen zu stehen…
 
  • #6
Mir tut jetzt ehrlich gesagt eher die Freundin leid, du bist ja noch gar nicht wirklich bereit, erwachsen zu leben. Das kann ja heiter werden. Ewig am heimischen Herd zu kleben kann man nur mit Menschen leben, die das genauso wollen. Ich stell mir das vor, ich war auch mal 19, gruselig immer ne Familie im Nacken, die man nicht braucht weil das Leben anfangen soll. Oh weh.
Seh ich auch so. Er bleibt mit dem Lebensmodell das unselbständige Söhnchen. Die arme Freundin!
 
  • #7
Ca. 2 Jahre geht noch mein Studium

Ich werde wie bisher meinem 450€ Nebenjob nachgehen, genauso wie meine Freundin. Dazu werden meine Eltern mich finanziell unterstützen müssen, da ein Nebenjob alleine nicht reicht.
 
  • #8
du siehst, dass viele Menschen dich nicht nachvollziehen werden können, weil sie es daheim nicht so angenehm hatten, wie du es hast.

Wenn du erst deine Ausbildung fertig machen möchtest - was ich dir auch empfehlen würde - bevor du die Wohnung und Co. finanziell ans Bein bindest, dann mach das doch einfach.

und das mit deiner Freundin; wenn sie ein destruktives Verhältnis zu ihrer Familie hat, dann wird das zukünftig noch ganz andere Dinge nicht nachvollziehen können.

Wenn du ein ungutes Gefühl dabei hast, dann lass es.
 
  • #9
Ich hatte selbst schon mit 17 meine erste eigene Wohnung. Gezwungenermaßen, zugegeben. Ich bin auch ein Fan von sehr früher Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Allerdings finde ich schon, dass es durchaus legitim ist, dass man wenigstens bis zum Abschluss der ersten berufsbefähigenden Ausbildung im Elternhaus wohnt. Ich finde, man muss es den jungen Leuten ja nicht auf Biegen und Brechen härter machen als notwendig, nur weil man das eben so macht.
Wenn jemand nach der ersten Ausbildung/ Studium aber nicht von zu Hause loskommt, finde ich das auch eher abtörnend.

Kurz und gut, aktuell würde ich sagen: Tu, womit du dich gut fühlst. Da ihr nun aber schon gemeinsam die Wohnung angemietet habt, ist der Drops doch eh schon gelutscht, diese Gedanken kommen ein wenig zu spät, finde ich. Nun hast du dich einmal entschieden, mit der Freundin zusammenzuziehen, dann zieh es auch durch. Wer weiß, wie lange die Beziehung hält, eventuell ziehst du ja in ein paar Jahren wieder in deine eigene Etage im Elternhaus. wer weiß das schon.
 
  • #11
du siehst, dass viele Menschen dich nicht nachvollziehen werden können, weil sie es daheim nicht so angenehm hatten, wie du es hast.

Wenn du erst deine Ausbildung fertig machen möchtest - was ich dir auch empfehlen würde - bevor du die Wohnung und Co. finanziell ans Bein bindest, dann mach das doch einfach.

und das mit deiner Freundin; wenn sie ein destruktives Verhältnis zu ihrer Familie hat, dann wird das zukünftig noch ganz andere Dinge nicht nachvollziehen können.

Wenn du ein ungutes Gefühl dabei hast, dann lass es.
Wenn ein 23jahriger nicht ausziehen will weil es bei Mama und Papa so schön ist, ist das ein Zeichen für verzögerte Reifung. Er hängt noch am Elterntropf, wer will denn so einen Mann? Sorry FS, auch wenn es hart klingt, werd erwachsen, so schnell wie möglich.
 
  • #12
Habt ihr gute Tipps für meinen Umgang mit der Situation?
Also ich kann dir nur erzählen wie es bei mir war.
Ich bin mit 19 ausgezogen. Gerade mal 20 km weit weg von den Eltern. Dennoch hatte ich damals zu Beginn schon auch etwas Heimweh. Ich denke, das ist ganz normal.

Das Spannende an der Sache überwiegt jedoch. Man wird eben flügge und verlässt das Nest. Die Eltern liegen einem nicht mehr in den Ohren mit irgendwas. Man ist völlig frei in der Gestaltung seines Lebens.
Man muss nicht mehr leise sein, wenn der Freund oder die Freundin da ist. Kann kommen und gehen, wann man möchte, ohne dass sich jemand sorgen macht. Keiner kommt plötzlich ins Zimmer rein usw. usf.

Du kannst deine Eltern ja jederzeit besuchen. Sie sind deshalb nicht weg.
Ich komme auch aus harmonischen Familienverhältnissen. Dennoch sollte man irgendwann auf eigenen Beinen stehen und vor allem auch die Freiheit genießen. Du hast dann praktisch für immer "sturmfrei".

Mag sein, dass dich das alles nicht stört zuhause. Für deine Freundin ist es aber vielleicht nicht so angenehm, wenn ihr Sex haben wollt und die Mutter klappert unten mit den Töpfen in der Küche.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #13
Wenn ein 23jahriger nicht ausziehen will weil es bei Mama und Papa so schön ist, ist das ein Zeichen für verzögerte Reifung. Er hängt noch am Elterntropf, wer will denn so einen Mann? Sorry FS, auch wenn es hart klingt, werd erwachsen, so schnell wie möglich.
Rede doch nicht wieder so einen Blödsinn.
Das hat überhaupt nichts mit verzögerter Reife zu tun.
Der FS hat seinen eigenen abgetrennten Bereich im Elternhaus.
Alles ganz normal, wenn man sich gut mit den Eltern versteht.

Nicht jeder hat ein schlechtes Verhältnis zu seinen Eltern und will so schnell wie möglich raus.

Du bist echt null tolerant.
Deine Tochter lebt ein Leben lang schon bei dir. Gut, sie ist krank und wird gepflegt.

Dürfen aber gesunde junge Menschen nicht mehr bei den Eltern im Haus (im eigenen Bereich) wohnen?

Wo steht bitte, dass das nur kranke junge Menschen dürfen???
 
  • #14
Hi, ich finde es gar nicht schlimm, während Studium oder Ausbildung noch zu Hause zu wohnen -- haben mein Partner und ich und fast alle meine Schulfreunde gemacht. Wir wohnen in Berlin und die Mieten sind teuer bzw. man findet sowieso nichts oder nur in schlechter Lage weit weg, warum soll man sein oder das elterliche Geld verschwenden, wenn es auch günstiger geht?

Einmal vor Jahren hatte ich überlegt, in ein Studentenwohnheim zu ziehen, und mich auf eine Warteliste setzen lassen. Nach einem Jahr kam eine Mail, in einem der Wohnheime sei jetzt ein Zimmer frei, ich müsste aber innerhalb von einer Woche zusagen, sonst weg. Bin dann hin und habe es mir angeschaut, es lag am Arsch der Welt und war vom Zustand her schlimmer als ein Flüchtlingsheim (gibt massive Qualitätsunterschiede), ein dunkles Erdgeschoss-Loch mit Pressspanplatten auf dem Fußboden. Da dachte ich mir: Warum soll ich dafür Geld zahlen und all die Nachteile in Kauf nehmen, wenn es zu Hause viel schöner ist? Ich habe immer gearbeitet und Stipendien bekommen, zahle das Geld aber doch lieber an meine Mutter als an Fremde. Das haben wir uns alle gedacht.

Ich habe auch bis vor einer Weile noch mit meiner Schwester zusammen gewohnt, jetzt schon länger alleine. Mein Partner und ich und meine Freunde verstehen uns sehr gut mit unserer jeweiligen Kernfamilie und mögen es mit ihnen, es ist alles sehr locker, freundschaftlich und nett, ich verreise auch schon mein Leben lang jedes Jahr mit meiner Schwester, demnächst zu viert mit Partnern. Ich koche witzigerweise auch automatisch immer sehr große Portionen, weil ich es gewöhnt bin, für mehrere Personen zu kochen. Ist doch schön und nichts dabei.

Wer ein schlechtes Verhältnis zu seiner Familie hat, kann das verständlicherweise nur begrenzt nachvollziehen.

Die Frage war aber ja eigentlich, wie DU damit umgehen kannst.
Erstmal würde ich es an deiner Stelle nur machen, wenn du auch selbst willst und dich mit dieser Entscheidung wohlfühlst, nicht mit schlechtem Gefühl und nur, weil sie dich drängt. Klar ist es sinnvoll, irgendwann auszuziehen, nur in deinem Fall hättest du ja auch locker noch ein, zwei Jahre warten können. Da musst du halt selbst einschätzen, ob du deine Freundin jetzt als Motivation sehen und nach dem Motto "Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen" leben willst. Höre auf dein Bauchgefühl. Jetzt, wo du die Entscheidung getroffen hast, kannst du ja, wenn du nicht "unmännlich" wirken willst, einfach nicht so viel darüber reden. Ihr müsst ja nicht jeden Tag über deine Familie und Umstellung reden. Aber achte auch darauf, dass sie deine Familie oder dein Leben nicht irgendwie schlechtmacht. Gib einfach ein bisschen Acht auf dich und höre in dich hinein, ob du dich in der neuen Situation gut fühlst. Ein bisschen Umstellung, Bammel und Nervosität ist okay und normal, aber still leiden solltest du nicht, wenn es nicht nötig ist, man kann Entscheidungen notfalls auch wieder ändern.
w27
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #15
Stimme dir absolut zu. Bei spätem Auszug fehlt ein wichtiger Entwicklungsschritt, der dann auch erst später nachgeholt werden muss. Während andere längst auf eigenen Beinen stehen, muss der Spätzünder die Abnabelung in "hohem Alter" (Mitte /Ende 20) vollziehen. Das kann auch zur langfristigen Unselbstständigkeit führen.
Das hat überhaupt nichts mit schlechtem oder gutem Verhältnis zur Familie zu tun.
 
  • #16
Ob es hier viele glauben wollen oder nicht, es gibt auch ungute und zu enge Familienbande, die die autonome Entwicklung eines Kindes/jungen Erwachsenen hemmen. Zu ängstlicher/bindender Erziehungsstil.
Wenn man sich entfernt, emotionale Erpressung usw.

Jeder hat Prägungen. Hier fehlen mir persönlich sehr viele Informationen über das Familiensystem und den TE.

Es wird sich zeigen ob er ein „Mann“ wird oder dauergebunden an Mutter/Vater bleibt.

Warum sucht sich der TE eine Freundin aus wie seine, mit schwieriger Prägung? Helfersyndrom? Retterphantasie?

Könnte interessant werden, wenn beide kein Verständnis für den jeweils anderen entwickeln können.

Gutes Buch was ich empfehlen kann dazu:
Roland Kopp-Wichmann
„Frauen wollen erwachsene Männer“
 
  • #17
Fehlende Bestrebungen zur Autonomie in dem Alter finde ich auch etwas bedenklich.

Du schriebst als Hauptgrund ja nicht, dass Du aus finanziellen Gründen gern noch bis Studienabschluss Zuhause bliebest und um den Eltern nicht auf der Tasche zu liegen, sondern hauptsächlich weil es so schön sei.

Nett mit der Familie zusammenkommen, kann man - gerade dann, wenn man in der Nähe wohnt - auch, wenn man nicht mehr im Elternhaus lebt.

Ich kann jetzt nicht beurteilen, ob man während des Studiums tatsächlich täglich acht Stunden voll ausgelastet ist. Aber ich wollte meinen Eltern nach dem Auszug nicht auf der Tasche liegen, wo Du es jedoch für recht selbstverständlich zu befinden scheinst, dass sie natürlich den Rest zum Minijob dazu geben.

Während der Berufsausbildung (40h-Woche + tägliche 2h Fahrzeit) habe ich damals einen Minijob gehabt (Samstag, Sonntag, Feiertags, ebenfalls tägliche 2 Stunden Fahrzeit) um meine Lebenshaltungskosten selbst zu tragen und mir Wünsche zu erfüllen. Das verpackt man in dem Alter doch auch noch ganz gut.
 
  • #18
Wenn ein 23jahriger nicht ausziehen will weil es bei Mama und Papa so schön ist, ist das ein Zeichen für verzögerte Reifung. Er hängt noch am Elterntropf, wer will denn so einen Mann? Sorry FS, auch wenn es hart klingt, werd erwachsen, so schnell wie möglich.
Sorry, aber das stimmt nicht.

Emotionale Reife hat nichts damit zu tun, ob jemand alleine lebt, wann oder wie früh.
 
  • #19
Sorry, in unserer Gegend zieht fast kein junger Mensch mehr von Zuhause aus, wenn es nicht ganz unerträglich ist solange er in Ausbildung, Studium ist und selbst als Berufsanfänger, die erste Wohnung ist eher eine WG oder mit dem jeweiligen Freund/Freundin. Bei den Mieten und der Knappheit nachvollziehbar, das ist nicht mehr wie zu der Zeit als ich jung war, ich bin auch nach dem Abi weg.
Selbstständig und reif wird, wer es werden will, die eigene Wohnung ist nicht der Indikator.
 
  • #20
Sorry, in unserer Gegend zieht fast kein junger Mensch mehr von Zuhause aus, wenn es nicht ganz unerträglich ist solange er in Ausbildung, Studium ist und selbst als Berufsanfänger, die erste Wohnung ist eher eine WG oder mit dem jeweiligen Freund/Freundin. Bei den Mieten und der Knappheit nachvollziehbar, das ist nicht mehr wie zu der Zeit als ich jung war, ich bin auch nach dem Abi weg.
Selbstständig und reif wird, wer es werden will, die eigene Wohnung ist nicht der Indikator.
Das sehe ich definitiv anders. Man kann zwar unreif in eigener Wohnung sein, aber in der Regel nicht reif bei Mama und Papa unterm Esstisch. Es können sich natürlich auch zwei Unreife zusammentun, dann wohnen die wahlweise bei Mama 1 oder Papa 2. Aber mal ganz ehrlich wer will denn so einen Partner? Wenn man Teenie ist, okay, da kann man nicht anders, aber als erwachsener Mensch? Es graut mir.
 
  • #21
Rede doch nicht wieder so einen Blödsinn.
Das hat überhaupt nichts mit verzögerter Reife zu tun.
Der FS hat seinen eigenen abgetrennten Bereich im Elternhaus.
Alles ganz normal, wenn man sich gut mit den Eltern versteht.

Nicht jeder hat ein schlechtes Verhältnis zu seinen Eltern und will so schnell wie möglich raus.

Du bist echt null tolerant.
Deine Tochter lebt ein Leben lang schon bei dir. Gut, sie ist krank und wird gepflegt.

Dürfen aber gesunde junge Menschen nicht mehr bei den Eltern im Haus (im eigenen Bereich) wohnen?

Wo steht bitte, dass das nur kranke junge Menschen dürfen???
Das bist du aber völlig falsch informiert, meine Tochter lebte 10 Jahre im Ausland, sechs Jahre in Australien, vier Jahre in England, und hat ein eigenes erfülltes Leben geführt und muss jetzt leider Gottes wieder bei ihrer Mutter leben. Was keiner von uns als optimal empfindet, das ist eine massive Belastung für beide Seiten. Es war auch ein schöner Tag als sie endlich nach Australien entschwunden ist. Der Mensch kann nicht sein Leben lang für seine Kinder sorgen, das ist völlig unphysiologisch und abnormal. Ich verstehe wirklich nicht, warum Kinder nicht ausziehen, ich habe schon mal solche Männer kennengelernt, das waren keine Partner, das waren weiterhin Kinder. Ich weiß, dass Glucken Mütter diese Situation sehr gerne verteidigen, eben aus dem Grund heraus, dass sie daraus Benefit ziehen, dass die Kinder noch bei ihnen leben und ihr System so nicht zusammenbricht. Das wird es nämlich unweigerlich tun wenn die Kinder endlich ausziehen. Im Grunde fällt das unter eine Form von Mißbrauch. Meiner Meinung nach.
 
  • #22
Meine Freundin äußerte vor einiger Zeit den Wunsch mit mir zusammenziehen zu wollen. Für mich ein schöner Gedanke, jedoch hätte es für mich auch noch etwas Zeit gehabt. Nun hat es sich jedoch ergeben, dass wir durch Zufall eine tolle Anzeige gefunden hatten. Wir bewarben uns auf diese Wohnung und werden nun zu September dort einziehen.
Man macht so einige Fehler im Leben, und mit 23 einen gemeinsamen Mietvertrag mit Freundin zu unterschreiben, das kann passieren. wenn Du aufpasst ist der finanzielle Verlust nicht so hoch.

Liebevolle Eltern und eine umsorgte Kindheit finde ich sehr wichtig, auch enge Bindungen zu Geschwistern. Aber man kann das nicht kontrollieren, das Leben geht seine eigenen Wege.

Wie sehen denn Deine beruflichen Pläne aus? Willst Du in 2 Jahren hier gebunden sein oder mal den WInd um die Nase wehen lassen? In Deinem Fall hätte ich Bedenken der Erfüllungsgehilfe für Deine Freundin zu sein. Mehr Wohnraum möglich, geteilte Kosten, darum eine geringere Belastung für sie.
 
  • #23
Extrem enge Familienbünde sind für die Freundin ungut. Leben mit ihr als deine Partnerin euer Leben und behalte den guten Kontakt zur Familie in einem vernünftigen Ausmaß
 
  • #24
Sorry, in unserer Gegend zieht fast kein junger Mensch mehr von Zuhause aus, wenn es nicht ganz unerträglich ist solange er in Ausbildung, Studium ist und selbst als Berufsanfänger, die erste Wohnung ist eher eine WG oder mit dem jeweiligen Freund/Freundin. Bei den Mieten und der Knappheit nachvollziehbar, das ist nicht mehr wie zu der Zeit als ich jung war, ich bin auch nach dem Abi weg.
Selbstständig und reif wird, wer es werden will, die eigene Wohnung ist nicht der Indikator.
Genau das, was ich auch beobachte.
Ich werde wie bisher meinem 450€ Nebenjob nachgehen, genauso wie meine Freundin. Dazu werden meine Eltern mich finanziell unterstützen müssen, da ein Nebenjob alleine nicht reicht.
Theoretisch könntet ihr die nun nicht mehr von dir bewohnte Etage untervermieten, um davon den Anteil an deinen neuen Kosten zu decken, allerdings hätten deine Eltern dann einen Untermieter/WG-Partner im Haus und nicht jeder mag das. Eine neue Wohnung unter Beibehaltung des bisherigen Wohnraums verursacht zusätzliche Kosten, wenn kein Ausgleich geschaffen wird, die Etage muss ja trotzdem zumindest etwas geheizt und gepflegt und versichert werden und ein neuer Haushalt bedeutet neben zusätzlicher Miete auch eine weitere GEZ-Gebühr usw. Guckst du Nachrichten? Da wird ja gerade ausführlich über steigende Kosten gerade diesen Winter und über die Verwendung dieser Abgaben berichtet ...
Stimme dir absolut zu. Bei spätem Auszug fehlt ein wichtiger Entwicklungsschritt, der dann auch erst später nachgeholt werden muss. Während andere längst auf eigenen Beinen stehen, muss der Spätzünder die Abnabelung in "hohem Alter" (Mitte /Ende 20) vollziehen.
Aber selbst wenn es so wäre und die "Abnabelung" ein, zwei Jahre später passiert -- ist doch egal, die Lebenserwartung ist tendenziell gestiegen und was spielen ein oder zwei Jahre da für eine Rolle? Mein Partner ist eh über dreißig, also kann es mir doch theoretisch egal sein, ob er sich mit 22, 23 oder 25 abgenabelt hat, das ist doch nicht so entscheidend, nicht jeder wird durch ein paar zusätzliche Jahre daheim gleich zum lebenslangen Muttersöhnchen und lebensunfähig, nicht alle Mütter sind unausstehliche Glucken und nur weil er es zu Hause schön findet, müssen das ja nicht gleich problematisch-enge Familienbande und traumatisierende Zustände sein, es gibt auch coole Eltern und gechillte Familien.

Und klar, Alexander und Augustus haben mit 19 schon tatsächlich die Welt erobert, während unsereiner irgendwelche banalen Hausaufgaben erledigt, aber egal, vielleicht ist das auch gar nicht so erstrebenswert, ich möchte nicht tauschen.
w27
 
  • #25
nicht jeder wird durch ein paar zusätzliche Jahre daheim gleich zum lebenslangen Muttersöhnchen und lebensunfähig
Ne da gebe ich dir Recht. Das ist so sicherlich nicht und schon gar nicht in JEDEM Fall.
Wenn aber die Freundin kommt und diesen Schritt gehen möchte, geht der junge Mann da in der Regel mit und überlegt nicht großartig, ob er nicht lieber doch bei den Eltern bleiben will.
Eine gemeinsame Wohnung hätten sie ja sogar im Auge.
Aber gut, es kann hier natürlich auch andere Unsicherheiten geben, ob er überhaupt speziell mit diesem "Mädchen" zusammenziehen möchte. Vielleicht ist das auch unterbewusst der Stein des Anstoßes.
 
  • #26
Ich denke wenn man seinen ersten Schritt raus in die Welt unternimmt ist so ziemlich das meiste besser planbar als diese Erfahrungen.

Da kann vom stetigen, gemeinsamen Wachstumsprozess bis zur kurzfrigen Umkehr nach Hause alles passieren und das ist in dem Alter doch okay.

Jeder hatte seine individuellen Motive so oder anders zu agieren und macht damit Erfahrungen.

Ich finde es ebenfalls sehr harsch, die Freundin des FS für ihre Familie zu Stigmatisieren als auch ihm den gepuderten Poppes zu unterstellen.

Wichtig sind meiner Meinung nach, sich den neuen Herausforderungen zu stellen, Verantwortung übernehmen für gemeinsame Finanzen, Haushaltsführung etc. und den vorhandenen Familien-Backup als neutrale Zone und für mentale Hilfe zu nutzen.

Meist ist doch der Stolz auf das eigene, größer als der Wunsch zurück ins Nest. Man verknüpft damit unweigerlich bestimmte Eigenschaften, die man zunehmend ablegen möchte.

W36, die mit 18 von zu Hause floh, mit 19 geläutert zurück musste um dann mit 20 endgültig souverän auszuziehen 😉
 
  • #27
Im Grunde fällt das unter eine Form von Mißbrauch. Meiner Meinung nach.
Haha selten so gelacht 😂.

Es war auch ein schöner Tag als sie endlich nach Australien entschwunden ist.
Was bist du kaltherzig….

aber in der Regel nicht reif bei Mama und Papa unterm Esstisch.
Der FS wohnt nicht mehr im Kinderzimmer, er hat eine eigene Etage und sein eigenes Leben.

Ich finde es wunderschön wenn Eltern und erwachsene Kinder sich so gut verstehen.

Und 23 Jahre ist nicht 40 oder 50, wie bei ‚Bauer sucht Frau‘, der noch bei Muttern wohnt.
 
  • #28
Alleine schon wegen derzeit nicht absehbarer Preissteigerungen bei Energie.
Daran habe ich auch gedacht, ist es auch der Grund, weshalb mein Sohn auch noch "hier" kleben bleibt.
Man kann auch heute weniger nebenbei jobben als bei uns, da gab es noch zeitlich größere Lücken in der Woche.

Erstmal ist es völlig egal ob ein junger Mann oder eine junge Frau, mal sentimental wird, wenn man zuhause auszieht.
Ich wäre mit 19 freudig ausgezogen aber netterweise ging da mein Stiefvater und so wurde es plötzlich sehr nett, nur mit meiner Mutter.
Ausbildungzeit blieb ich also zuhause und zum Studium zog ich 3 Jahre später aus.
Und beim ausräumen des Zimmers, war ich wehmütig.
Beim einrichten in der neuen Bude, wurde daraus Vorfreude.

Einzig ob man das sehr mit anderen teilt oder mehr mit sich ausmacht, ist doch der Unterschied.

Mit 23 zusammen ziehen, kann man schön ausprobieren, klappt es nicht, geht die Welt nicht unter.
Und aus finanziellen Gründen zurück zu den Eltern, werden in der heutigen Zeit, mehr tun müssen.
Und überleben!

Wenn das WG Zimmer plötzlich mit NK 600€ kostet, dann ist das eine Erfahrung, die keiner von uns "Alten" gemacht hat.
Deshalb stülpe ich meine "Vergangenheit" der Jugend nicht über.

Lediglich der Tipp an den FS...Wohnung ist gemietet, dass Du etwas wehmütig bist, hast Du Deiner Freundin schon mitgeteilt, dann rede da jetzt nicht weiter drüber.
Freu Dich aufs neue Leben.
 
  • #29
Wo ist denn die Wohnung? Wenn sie in der Nähe von deiner Familie ist ist es doch kein Problem. Dann kannst du ja sie trotzdem noch regelmäßig sehen. Du studierst ja noch. Deshalb gehe ich davon aus, dass die Wohnung auch nicht so weit weg ist.
 
  • #30
Dürfen aber gesunde junge Menschen nicht mehr bei den Eltern
Ich bin da auch so. Ich bin damals auch erst mit 24 ausgezogen. Meine Eltern haben auch niemals Druck gemacht. Vor allem hätte meine Mutter niemals was gesagt wenn ich gar nicht ausgezogen wäre. Das würde ich auch niemals bei meinem Sohn machen. So wie ich dich kenne würdest du es bei deinen Kindern auch nicht machen.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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