• #1

Entscheidungshilfe bezügl. des Studiums für die Richtung im Leben geben?

Hallo,

ich wollte hier in die Runde fragen, weil mein Sohn etwas unsicher bezügl. seiner Studienfächer ist. Es ist ja nicht ganz einfach, die Lebensrichtung festzulegen. Er studiert Politikwissenschaften und als Nebenfach Philosophie, ist sich aber unsicher, ob ihn das irgendwann weiterbringt oder "Brotlose Kunst" ist und hätte zum Wintersemester die Möglichkeit zu wechseln. Er hat mit dem Stoff keine Probleme, aber in Biologie z.B. viel es ihm einfach zu und er musste kaum lernen, um ein Einser Abi zu absolvieren. Zu dieser Zeit hatte er sich schon etwas auf Politik versteift und noch nicht darüber nachgedacht, dass er auch in Biologie weitermachen könnte. Ich weiß da nicht so weiter, was ich ihm raten kann und was in diesen Studienfächern auf ihn zukommt. Er möchte auch gern nicht nur Zeit absitzen, sondern im Leben etwas erreichen ... die Menschen weiterbringen.
Deshalb meine Frage, ob ihr vielleicht ein paar Ratschläge habt, welche als Entscheidungshilfe nützlich sind.
 
G

Gast

  • #2
Natürlich ist die Kombination erstmal eine brotlose Kunst, vor allen Dingen, wenn er keinen Drive/Eigenantrieb hat und parallel zum Studium Praktika in der freien Wirtschaft macht, somit eine Richtung entwickelt, in der er berufstätig sein will und sich durch engagement selber Türen öffnet.
Biologie ist auch nicht viel besser, wenn man nicht die richtige Studienausrichtung hat sowie nicht die richtige Hochschule. Die Motivation "es fiel ihm zu" ist keine Grundlage, sich im harten Wettbewerb der Absolventen um einen Arbeitsplatz durchzusetzen.

Geh' mit ihm zur Studien- oder Berufsberatung, besucht zusammen Absolventenmessen und fragt die dort vertretenen Unternehmen, durchsuch' Webseiten für Studenten/Absolveten, lies' die Sonderausgaben der "Zeit" für Studienanfänger.
 
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G

Gast

  • #3
Zunächst - was man beim Abi hatte und gut bewältigen konnte, ist noch lange kein Ding, was man auch leicht studieren kann. Das sind ganz andere Anforderungen.

Weiterhin: Wenn er Biologie geliebt hätte, hätte er DAS studiert. Es sei denn, er ist einer, der nicht das studiert, was ihm Spaß macht, sondern das, was ihm vermeintlich ohne Probleme ein Durchkommen ermöglicht. Oder, worin er sich viel Gehalt erhofft.

Die Entscheidungshilfe, die ich geben kann, ist: Er soll das machen, was ihm am meisten Spaß macht. Er muss später - wenn alles gut geht und er nicht ganz woanders landet - 8 Stunden am Tag seiner Arbeit nachgehen.
Mein Ex vertrat die Ansicht, dass man auch einen Brotberuf machen könnte (ich habe den Verdacht, er meinte, als FRAU, weil er ja Geld verdient. Also dachte er mir die Kasse im Supermarkt zu, damit "wir zusammen sein" könnten). Er hat BWL studiert, um später mal viel Geld zu verdienen. Ich studiere Astrophysik, weil ich das Fach liebe.
Wenn man Wert drauf legt, dass einem das Spaß macht, was man tut, ist es besser, das zu machen, was man toll findet. Um sich wenigstens die Chance zu geben, mal in seinem Traumberuf arbeiten zu können.

Warum wollte er Politik studieren, ist doch die Frage. Wenn er "Geld" als Grund angibt, ist er mit Biologie vielleicht auch nicht gut bedient, dieser Studiengang ist völlig überlaufen, zumindest hier.
 
A

Ars_Vivendi

  • #4
Er studiert Politikwissenschaften und als Nebenfach Philosophie, ist sich aber unsicher, ob ihn das irgendwann weiterbringt oder "Brotlose Kunst" ist...
Es gibt in allen Fächern Arbeitsplätze. Er muss nur gut genug sein, einen zu bekommen, der ihm wirklich Spaß macht. Und es gibt auch genügend Menschen, die ihr Studium dazu genutzt haben, in einem ganz anderen Bereich damit zu arbeiten. Man muss halt insgesamt gut sein und den potentiellen Arbeitgeber überzeugen können.

... aber in Biologie z.B. viel es ihm einfach zu und er musste kaum lernen, um ein Einser Abi zu absolvieren.
Aus meiner subjektiven Sicht: es gibt in Biologie Bereiche, die hoch attraktiv sind und Arbeitsplätze beiten, andere sind genauso brotlos wie Politikwissenschaften.
Dein Sohn sollte das studieren, was ihn wirklich begeistert und wo er eine Idee hat, was er damit machen könnte. Und dann so viel Talent mitbringen, dass er wirklich gut ist. Zwischen Studium und Abitur liegen Welten. Mein Mitschüler, der als Jahrgangsbester in Physik und Mathematik für mich immer unerreichbar war, ist in seinem Physik-Studium an Mathematik gescheitert...
 
  • #5
Dies erinnert mich ein wenig an vergangene Zeiten. Mein Vater reagiert ein wenig so wie Du.

"Was willst Du denn mit Informatik oder Astrophysik anfangen. Alles nur brotlose Kunst. Studiere lieber so wie ich Maschinenbau. Diese Leute werden immer gebraucht."
Gut Anfang der 80er Jahre gab es ja noch kein FB oder Internet.

PS: Prof. Dr. Harald Lesch hat auch als Nebenfach auch Philosophie studiert und ihm auch nicht geschadet.:)
 
  • #6
Hallo new-future,
ich hielte es für am besten, wenn Du ihn einfach machen ließest. Der einzige Ratschlag, der hilft, ist der, dass er die Sache von Herzen mögen muss, die er studiert und dass er nebenher Praktika machen/ arbeiten soll, um den Blick fürs Leben außerhalb der Universität zu bekommen. Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als später in einem Beruf Leistung bringen zu müssen, den man nicht mag.
Dem o.g. Tipp, mit ihm zur Berufs- bzw. Studienberatung und zu Absolventenmessen zu gehen, kann ich nicht so viel Gutes abgewinnen. Denn er muss das SELBST machen, wenn er sich nicht lächerlich machen möchte. Bubis, die von ihren Elten begleitet werden, fallen wegen mangelnder Eigeninitiative und Selbstständigkeit bei Unternehmen gleich durchs Raster.
PS: fallen-fiel-gefallen, zufallen- fiel zu- zugefallen....bitte verzeih, da kommt die Germanistin in mir raus. ;-)
 
  • #7
Dein Sohn muss vorallem erstmal wissen, was er sich vom Leben erhofft. Du schreibst, dass er etwas bewegen möchte. Das kann aber vom Ingenieur über den Piloten bis zum Altenpfleger einfach alles bedeuten.

Ich habe mit einem 3,1 Abischnitt und mehreren 5en in Physik demnächst meinen Abschluss in Elektrotechnik an einer technischen Universität in der Tasche. Warum ich das geschafft habe? Weil ich es wollte. Mehr als alles andere. Mich turnt es einfach an, Dinge zu verstehen, welche sehr viel andere Menschen nicht nachvollziehen können. Klingt natürlich nach Ego^2 aber das ist eben das, was mich morgens aus dem Bett bringt.

Wenn deinem Sohn sehr daran gelegen ist, anderen Menschen zu helfen, kann er genau so gut ein Jugendzentrum eröffnen oder Telefonseelsorger werden. Wenn dein Sohn ordentlich Asche verdienen will, wäre der Arzt, Jurist oder Ingenieur nicht verkehrt. Wenn dein Sohn aber eh schon so auf Politik fixiert ist und jetzt nur wegen dem möglichen Verdienst zweifelt... wäre es dann nicht sinnvoller, ihm mal lieber ein politisches Engagement außerhalb des Studiums ans Herz zu legen? Ein Freund von mir, welcher ebenfalls Politikwissenschaften studiert ist nebenbei Mitglied einer kleineren Partei und engagiert sich sehr stark in dieser. Kandidiert im übrigen auch bei Wahlen als Kreisabgeordneter. Ob man dadurch eine gute Karriere erwarten kann ist natürlich eine andere Frage aber es erfüllt ihn zumindest.

In jedemfall würde ich ihm die Entscheidung aber selbst überlassen. Wenn er nicht so langsam mal für sich selbst einsteht, wird er im Leben so oder so scheitern. Unabhängig von Abschluss und Intelligenz.
 
  • #8
... viel es ihm einfach zu und er musste kaum lernen, um ein Einser Abi zu absolvieren.
Er hat sein Abi mit 1,0 gemacht ? Das meinst du doch, oder ?
Ok, das schafft nicht jeder und damit kann er alles studieren.

Dass ihm alles zugefallen ist und er kaum gelernt hat dürfte übrigens im Studium ein Riesenproblem werden. Denn an der Uni weht ein anderer Wind, da muß er es einfach schaffen, viel und gerne zu lernen. Freiwillig. Weil ihn das Thema fesselt.
Nur dann wird er ein guter Student.

Ja, seine Studienfächer dürften nicht direkt in einen Brotberuf münden, aber einige Chancen gibt es doch. Für die, die wirklich gut, engagiert, leidenschaftlich sind.
Vielleicht ist dein Sohn das.
Was nützt ihm ein Ingenieurstudium ( meines Wissens derzeit die besten Chancen auf einen Job für frischgebackene Akademiker ), wenn ihn schon das Studium langweilt oder überfordert ? Er wird dann nie gut und dann gehört er zu den wenigen, die trotz 'richtigem' Studium keinen Job finden.

Meine Tochter hat ein Abi von 1,4 gemacht und mir hätte es gefallen, wenn sie Ingenieurin wie ich hätte werden wollen.
Oder meinetwegen Juristin, oder BWLerin...
Für Medizin oder Psychologie hätte es wegen des NCs nicht gereicht.
Tja, sie hat sich für ein Soziologiestudium entschieden...
Und sie liebt es.
Obwohl sie nicht zu den besten gehört.
Mal sehen, wie das weitergeht.
Sie hat meinen Segen, egal was es ist, Hauptsache, sie macht etwas sinnvolles. Alles ist recht, auch ein Ausbildungsberuf, Hauptsache, sie gammelt nicht sinnlos rum.
So wie einige ihrer Freundinnen, die jetzt fast zwei Jahre nach dem Abitur immer noch Praktika, oder soziale Jahre im Ausland machen oder in einem hippen Cafè jobben.

Ich habe mich aber, als meine Tochter dieses Studium begann, schon damit angefreundet, dass ich sie mein Leben lang unterstützen werde.
Z.B. indem ich ihr eine Wohnung kaufe und auch die Nebenkosten übernehme...

Ich habe nur dieses eine Kind, da ist das leicht.

Mein Tip: lass ihn das allein entscheiden, mische dich nicht ein und unterstütze ihn bei dem, was er machen möchte.
Er hat ohnehin viel mehr Ahnung, wie man sich kundig macht.
Falls es das nicht kann oder falls er den Arsch nicht hochkriegt, hat er ein Problem. Dann wird es schwierig, egal welches Studium es ist.
Auf diese Dinge kommt es an, nicht darauf, mit welcher Note man das Abitur bekommen hat.

w 47
 
  • #9
Meine Tochter hat ein Abi von 1,4 gemacht ......sie hat sich für ein Soziologiestudium entschieden...
Und sie liebt es.
Dann hat sie richtig entschieden und wird darin gut sein - habe ich auch gemacht und leidenschaftlich gern studiert, viel gelernt mit anderen, freiwillige AGs gemacht, Tutoriate für schwächere Studenten etc.
Die Soziologie wird sehr oft von denjenigen unterschätzt, die nicht wissen, was das ist.
Weil ich jetzt häufig Beratungsaufträge für Regierungsbehörden/Bundesämter habe, sehe ich, dass mir in dem Umfeld viele Soziologen und auch Volkswirte. Politologen arbeiten in den Regierungsbehörden und haben auch sehr interessante Aufgaben. Von außen denken viele dass es langweilig sein muss, ist es nicht, denn wir haben eine leistungsstarke Verwaltung (siehe Griechenland). Langweilig ist es nur für Leute, die nichts können und nichts wollen.
Schon während des Studiums habe ich für Bildungseinrichtungen als Honorarkraft gearbeitet. Dadurch habe ich enorme Kompetenzen in der Breite aufgebaut, die mir heute im Berufsalltag sehr viel nützen und mir den Antrieb geben, vor neuen Themen keine Angst zu haben, sondern beherzt zuzugreifen und sie anzugehen.
Das ist mir von der Soziologie geblieben und engagierte Politologen sind da nicht anders - verstehen zu wollen, wie die Gesellschaft funktioniert, wo man anstezen muss, um Dinge zu verändern. Unternehmen und Behörden sind auch nur soziale Systeme, die nach Regeln funktionieren.

Sagt Euren Kindern, die sich für diese Fächer interessieren, sie sollen nicht nur "soziales Wellbeing" studieren, sondern einen Schwerpunkt wie Organisation oder Wirtschaft dazunehmen, um breiter aufgestellt zu sein.

Ich habe mich aber, als meine Tochter dieses Studium begann, schon damit angefreundet, dass ich sie mein Leben lang unterstützen werde.
Z.B. indem ich ihr eine Wohnung kaufe und auch die Nebenkosten übernehme...
Nett von Dir, könnte von meinem Vater stammen der Spruch, nur etwas barscher/liebloser formuliert.
Ich habe heute ein Gehalt, was ihn rückwärts umfallen lässt und ich bin auch fest angestellt, mit 38 Studenwoche (theoretisch), 6 Wochen Urlaub, monatelangen Auszeiten um Überstunden abzufeiern, Weiterbildung während der Arbeitszeit - kein Freelancer mit hohem Risiko.

Diese "weichen" Fächer sind nicht nur Hobby - sondern eine gute Grundlage - man kann was draus machen, wenn man will.
 
W

wahlmünchner

  • #10
Warum wollte er Politik studieren, ist doch die Frage. Wenn er "Geld" als Grund angibt, ist er mit Biologie vielleicht auch nicht gut bedient, dieser Studiengang ist völlig überlaufen, zumindest hier.
Biologen die händeringend nach einem Job suchen und dann ins Ausland gehen kenne ich auch einige...
Es ist in der jetzigen Zeit einfach so, dass alle kämpfen nach dem Studium um irgendwo zu landen. Am besten gehts den Ingenieuren. Das wird sicher auch auch in den folgenden Jahren so bleiben.
Naja, Spass als Grund finde ich jetzt auch bissl albern.
Erstens:
Welcher Beruf macht auch unter Druck und mit Überstunden, beschnitten durch Vorschriften und Reglementierungen von außen wirklich Spass?
Ich kenne kaum eine Person in meinem Alter ( 30-38) die nicht bitter enttäuscht ist vom selbstgewählten Weg und Job, nicht schon diverse mal gekündigt und gewechselt hat.
Zweitens:
Im Gegensatz zu Ausbildungsberufen ist ein Studium etwas Abstrakteres, was in der Arbeitsrealität ganz andere Tätigkeiten, Abläufe und Fähigkeiten benötigt.
Also zu Bio würde ich ihn nicht überreden.
Lass ihn doch mal mit Erwachsenen in deinem Umfeld über deren Jobs reden, vielleicht gefällt ihm davon etwas?
 
G

Gast

  • #11
Meine Tochter hat letztes Jahr Abi gemacht, leider nicht so gut und stand auch vor der Frage, wie nun weiter?

Ich habe ihr empfohlen, weil sie erstmal die Nase vom ewigen Lernen voll hatte, eine Ausbildung zu machen und das Leben da draussen richtig kennenzulernen. Falls die Ausbildung ihr nicht gefällt, kann sie jederzeit kündigen.

Ich kannte einen guten Ausbildungsbetrieb, eine Bewerbung, sofortige Zusage, sie hat die Probezeit mit Bravour bestanden, fühlt sich wohl in der Firma, ist finanziell relativ unabhängig geworden, muss hart arbeiten, auch am Wochenende, hat einen riesen Schub an Erwachsensein, Fleiss, Disziplin, Menschenkenntnis, Lob, Anerkennung bekommen, was sie an einer Uni usw. in der Form nie und nimmer in der kurzen Zeit bekommen hätte.

Es gibt genug Studenten, die theoretisch klasse sind, aber dann in der Praxis versagen, weil sie entwicklungsmässig noch auf dem Stand eines Gymniasasten stehen geblieben sind.

Bei meiner Tochter wird es anders sein. Sie kann die Ausbildung verkürzen, wenn sie weiterhin so leistungsstark bleibt, kann danach eine weitere Qualifizierung auf Master-Bachelor-Ebene machen, was oft von den Firmen finanziell unterstützt wird, erlernt Praxis, Theorie, Persönlichkeitsbildung parallel, ist dazu finanziell von mir viel unabhängiger, somit wird sie m.E. viel schneller gesund wirklich erwachsen. Eine gute Grundlage für das spätere Berufsleben.

w
 
  • #12
Kein echtes Partnerschaftsthema, aber als Entscheidungshilfe, finde die Schnittmenge der Antworten auf folgende Fragen:

1) Was wird gebraucht?
2) Was kann ich?
3) Was interessiert mich?

Vor allem der erste Punkt ist wichtig. Es gibt zwar in jedem Fach Jobs, aber wenn viele Suchende um wenig Angebot konkurrieren, sind die Rahmenbedingungen (Gehalt, Stress, Anforderungen, Freiheit bei der Berufssuche) fast immer ziemlich schlecht. Viel Auswahl und damit mehr Freiheit und Sorglosigkeit hat man, wenn man etwas studiert, was in der Wirtschaft gefragt ist: Mathe, Naturwissenschaftliches, Informatik, Technisches.
 
  • #13
Und sie liebt es.
Obwohl sie nicht zu den besten gehört.
Mal sehen, wie das weitergeht.

Ich habe mich aber, als meine Tochter dieses Studium begann, schon damit angefreundet, dass ich sie mein Leben lang unterstützen werde.
Z.B. indem ich ihr eine Wohnung kaufe und auch die Nebenkosten übernehme...

Ich habe nur dieses eine Kind, da ist das leicht.
w 47
Genauso habe ich es auch gemacht. Meine Tochter ist in einer eher "brotlosen Ausbildung", nun wird sie, wie die anderen Auszubildenen auch, nach der Ausbildung nicht übernommen. Damals war das für mich abzusehen. Doch SIE musste die Erfahrung machen und sie hätte ja Glück haben können. Als Mutter habe ich für sie Vorsorge getroffen, zahle für sie zusätzlich in eine Rentenversicherung ein, weil sie in diesem Beruf immer am Existenzminimum bleiben wird, falls nicht irgendetwas unerwartet Erfreuliches in ihrer beruflichen Laufbahn passieren sollte. Für mich war es wichtig, dass sie zufrieden zur Arbeit geht. Hier muss ich aber sagen, dass sie gesundheitlich Probleme hat und Stress auch nicht gut abkann. Gerade deswegen war mir wichtig, dass sie einigermaßen eine zufriedenstellende Arbeit hat.
@ new future: Heutzutage verlaufen Ausbildungen nicht mehr geradlinig. "Hobbing" bis man beruflich "in seinem Feld fündig geworden ist", ist nichts Ungewöhnliches. In Anbetracht dessen, dass man jahrelang zur Arbeit geht, sollte man seine Arbeit gerne tun. In jeder "brotlosen" Kunst gibt es Perspektiven, die heute gar nicht abzusehen sind, man muss nur flexibel sein. Auch mit Politikwissenschaften gibt es mehr berufliche Perspektiven als man denkt. Höchste Priorität für mich wäre es, dass mein Kind wirklich nach seinen Interessen den Ausbildungsweg auswählt. Im Laufe der Ausbildung ergeben sich dann weitere Perspektiven, durch Praktika, Austausch mit anderen Auszubildenden/Studierenden, Kongressen. Sie finden ihren Weg, aber nicht, wenn sie aus Vernuftnsgründen in eine berufliche Richtung gehen, die sie nicht interessiert.
 
  • #14
Vielleicht könnte er auf das Lehramt wechseln? Damit bestünde eine berufliche Zukunftsperspektive, er könnte seinem Wahlfach (PoWi) treu bleiben, sich ggf. Scheine anrechnen lassen und zusätzlich die Biologie in sein Studium integrieren. Außerdem möchte er doch "die Menschen weiterbringen" ... wäre damit auch gegeben.

Politikwissenschaften und Biologie, das muss man leider sagen, sind für sich genommen keine besonders aussichtsreichen Studiengänge. Das Lehramt hingegen bietet bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt - wenngleich dazu gesagt sei, dass es an Lehrern der PoWi und Biologie auch nicht unbedingt mangelt.

Dennoch könnte er über diesen Umschwung seinen Interessen treu bleiben und seine beruflichen Aussichten verbessern.
 
P

Provence

  • #15
… ich hielte es für am besten, wenn Du ihn einfach machen ließest. Der einzige Ratschlag, der hilft, ist der, dass er die Sache von Herzen mögen muss, die er studiert und dass er nebenher Praktika machen/ arbeiten soll, um den Blick fürs Leben außerhalb der Universität zu bekommen. Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als später in einem Beruf Leistung bringen zu müssen, den man nicht mag.
Das hier ist der richtige Tipp! DEIN SOHN muss Freude an dem haben, was er macht, ob das »brotlos« anfängt (sich meist ändert) oder nicht. Wir Eltern können nur unterstützend mit dabei sein.

Mein Sohn wusste lange nicht, was er wirklich studieren sollte. Er war von »brotlos« bis »erfolgversprechend« hin und her gerissen. Ich (immer AE) habe ihm deutlich gesagt, bis zu welchem Alter ich ihm finanziell unter die Arme greife, danach müsse er alleine weiterkommen. Mir war es wichtig, dass er neben einem Studium auch eine Lehre macht (der oben erwähnte Blick für das Leben außerhalb der Uni), doch ich hätte nicht darauf bestanden - er absolvierte die Lehre und studierte parallel weiter.
Am Ende hat er drei verschiedene Fächer ausprobiert, im vierten selbstgewählten Studium wurde er glücklich. Und heute ist er verdammt erfolgreich (und weiterhin glücklich).

Ich selbst habe mich, übrigens, bewusst gegen das von meinen Eltern für mich »ausgewählte« Studienfach entschieden - etwas völlig anderes aufgegriffen und ein paar Jahre nach dem Studium meine Berufung (wieder eine völlig andere) gefunden.
 
  • #16
@Vikky bei #9: nicht böse sein. Du hast halt Glück gehabt und bist gut. Klar kann man in jedem Beruf richtig durchstarten.
Und natürlich hoffe ich, dass meine Tochter zu den wenigen gehört, die als Soziologen sehr gut verdienen. Aber wenn nicht, kommt eben Plan B: ich bezahle ein bißchen und sie macht einen Job, der ihr gefällt.
Ich glaube, du hast das falsch verstanden. Es ist nicht Ausdruck von Verachtung, sondern von Liebe.
Für meine Tochter würde ich mein letztes Hemd geben und ich will, dass sie glücklich ist.
Erinnert dich das immer noch an deinen Vater ?

Als Mutter habe ich für sie Vorsorge getroffen, zahle für sie zusätzlich in eine Rentenversicherung ein, weil sie in diesem Beruf immer am Existenzminimum bleiben wird, falls nicht irgendetwas unerwartet Erfreuliches in ihrer beruflichen Laufbahn passieren sollte.
Guck Vikky, eher so meinte ich das :)

Vielleicht könnte er auf das Lehramt wechseln?
Boah, das ist aber wirklich nicht jedermanns Sache.
Lehrer zu sein finde ich extrem schwer. Da braucht man ein wirklich breites Kreuz. Ich finde, man sollte nicht Lehrer werden wollen wegen der wirtschaftlichen Sicherheit, sondern nur, wenn man das wirklich tief empfunden will.
Unter allen Akademikern erreichen hier die wenigsten das übliche Rentenalter. Ich meine, die Frühverrentungsquote ist bei Lehren unter allen Akademikern die höchste. Man braucht nicht viel Empathie, um das zu verstehen.

Viel Auswahl und damit mehr Freiheit und Sorglosigkeit hat man, wenn man etwas studiert, was in der Wirtschaft gefragt ist: Mathe, Naturwissenschaftliches, Informatik, Technisches.
Und auch das paßt eben nur zu Leuten, die sowas mögen.
Ich habe Glück, mir liegt sowas, aber das ist keine Option für jemanden, der lieber etwas geisteswissenschaftliches machen möchte.
Der wird als Ingenieur nie gut und damit hat er eben keine Auswahl, Freiheit und Sorglosigkeit.

Grundsätzlich hast du aber recht: diese Berufe sind vorn bei
- Auswahl, Perspektiven
- Entwicklungsmöglichkeiten
- Gehalt / Honorar
- Freiheit

Aber grundsätzlich nochmal:
Ich würde mein Kind machen lassen, nicht soviel reinquatschen.

w 47
 
G

Gast

  • #17
Manchmal braucht es etwas Zeit, damit man sich sicherer sein kann - schließlich kennt man, abgesehen von den Schulfächern, nach dem Abi nicht besonders viel.

Hat er denn in Biologie eine bestimmte Vorstellung, was ihn danach erwartet? Vielleicht wäre ein Praktikum in den Semesterferien ganz sinnvoll. Oder er kann schon jetzt mit Menschen das Gespräch suchen, die fertig studiert haben und bereits in diesem Bereich im Berufsleben stehen, um sich einen besseren Überblick zu verschaffen.

Studiert er denn aktuell "nur" oder hat er irgendwo einen Nebenjob/Semesterferienjob, um auch einen Einblick in das entsprechende Berufsleben zu bekommen?

Ich selbst wusste nach dem Abitur auch nicht, was ich studieren sollte. Biologie fand ich auch interessant, aber mich haben die beruflichen Möglichkeiten nach dem Studium nicht gereizt.

Da meine Eltern nicht studiert haben, stand ein Studium für mich nicht als einziger gangbarer Weg fest. Ich absolvierte eine Ausbildung im technischen Bereich und fing anschließend an einer Klinik an zu arbeiten. Dort entwickelte ich Interesse an der medizinischen Forschung und bewarb mich 2 Jahre später für das Medizinstudium. Nun studiere ich Humanmedizin und arbeite gleichzeitig im Forschungsbereich und fühle mich damit sehr gut aufgehoben, auch wenn ich da "hineingerutscht" bin.

Ich würde immer wieder das wählen, was mir Spaß bereitet und versuchen schon im Studium einen Praxisbezug aufzubauen und so dem Studium eine individuelle Note geben. Damit kann man sicherlich nicht falsch liegen. Diese Entscheidung sollte jedoch dein Sohn für sich selbst treffen.

w,24
 
  • #18
Irgendwie ist das Thema auch zu weit ausgeholt. Man weiß ja nie, was einen so die Zukunft bringt oder wohin einen die Zukunft verschlägt. Ich habe dies ja selber erlebt. Als gebürtige Italienerin, habe ich vor ca. 25 J. Jura studiert und dies brachte mir in D gar nichts, da mein Abschluss nicht anerkannt wird. Ich wüsste demzufolge mein komplettes Studium in D wiederholen. Dazu hatte ich jedoch eine Lust und demzufolge habe ich mich selbstständig gemacht und schreibe Übersetzungen ins Italienische, Spanische und Portugiesische und gebe Sprachunterricht. Am Anfang hat mich dies schon ein wenig frustriert, da ich etwas mache, was ich nie wollte. Aber was macht man alles wegen der Liebe.

Wenn dein Sohn wirklich zukunftsorientiert studieren will, dann sollte er eher ein Fach wählen, wo der Abschluss auch in anderen Ländern anerkannt wird. Mit Politikwissenschaften ist man da auch eher begrenzt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihm dies viel hilft falls er einmal aus D auswandert.

Zu den jetzigen Zeitpunkt ist dies ja für den FS Zukunftsmusik, aber vielleicht zieht es ihm ja der Liebe wegen nach Italien, Frankreich, Spanien usw.

So hässlich sind wir Italienerinnen ja auch nicht.:)
 
  • #19
Hein Sielmann (Tierfilmer) und Joseph Beuys (Künstler) waren in ihrer Jugend zusammen. Sielmann wollte Beuys für Biologie begeistern. Aber Beuys konnte dessen Leidenschaft nicht teilen. So wurde Jeder das, was er am liebsten machte. Und auch finanziell erfolgreich.

Mein Vater war auch Biologie-Fan, aber studierte auf Lehramt, womit er nicht so recht glücklich wurde. Als Vogelwart o.ä. hätte er mehr Erfüllung in seinem Leben gefunden. Aber nicht so viel Geld verdient, um davon eine Familie zu gründen ?
Hinterher ist man schlauer - aber dann ist das Leben vorbei.

Das Fach Politikwissenschaften halte ich für enorm vielseitig.
Man kann ja im Internet suchen, welcher Promi sowas studierte, und was aus ihm geworden ist.

Biologie ist dagegen sehr individuell und persönlich. Da braucht es schon viel Leidenschaft dafür. Auch wenn es finanziell oft nicht so attraktiv aussieht. Aber man kann Sponsoren finden, und sich z.B. eine selbständige Tätigkeit aufbauen. Wenn man die Leidenschaft für sein gewähltes biol. Fachgebiet mit Gelderwerb verknüpfen kann.
 
  • #20
Boah, das ist aber wirklich nicht jedermanns Sache.
Lehrer zu sein finde ich extrem schwer. Da braucht man ein wirklich breites Kreuz. Ich finde, man sollte nicht Lehrer werden wollen wegen der wirtschaftlichen Sicherheit, sondern nur, wenn man das wirklich tief empfunden will.
Ja, da will ich nicht widersprechen. Ich hab' mich in meinem Beitrag tatsächlich nur darauf beschränkt, Biologie, PoWi, berufliche Aussichten und das "Voranbringen" anderer Leute unter einen Hut zu bringen. Und da fiel mir als erstes der Lehrberuf ein.

frei hat aber vollkommen recht. In vielen Berufen kann Leidenschaft von Vorteil sein, aber im Lehrberuf würde ich es fast schon zur Voraussetzung erheben. Andernfalls werden weder Schüler noch Lehrer glücklich.

Wenn mein Vorschlag eine Option darstellt, dann sollte sich der Junge nicht nur auf die berufliche Perspektive versteifen, sondern ernsthaft prüfen, ob er dieser Herausforderung auch außerhalb fachlicher Kompetenzen gewachsen ist und Spaß am Lehren haben könnte. Sonst tut er sich damit tatsächlich keinen Gefallen.
 
  • #21
Und natürlich hoffe ich, dass meine Tochter zu den wenigen gehört, die als Soziologen sehr gut verdienen. Aber wenn nicht, kommt eben Plan B: ich bezahle ein bißchen und sie macht einen Job, der ihr gefällt.
Ich glaube, du hast das falsch verstanden. Es ist nicht Ausdruck von Verachtung, sondern von Liebe.
Ich habe das schon richtig verstanden, aber ich halte das nicht für richtig, wenn Du ihr kommunizierst, dass Du von ihrem Scheitern ausgehst, dass sie nie für sich selber wird sorgen können, sondern ihr Leben lang an Mamas finanziellem Tropf hängen wird und dass Mama das auch gern macht.
Damit bestätigst Du sie und hältst sie im Tief fest, wenn sie in extrem unerfreulichen Bewerbungszeiten ins unvermeidbare Tal rutscht - typischer Übermutterfehler.
Da muss man seinem Kind zeigen "ich glaube an Dich und ich kann Dir finanziell unter die Arme greifen, bis Du den richtigen Job gefunden hast. Oder: trau' Dich zu wechseln, eine neue Probezeit zu riskieren...."
Deine Tochter wird einen Job der ihr gefällt viel lieber machen, wenn er auch noch gut bezahlt wird. Dafür braucht sie keinen dauergefüllten Bankautomaten, sondern jemand der ihr den Rücken stärkt. Unterbezahlung verletzt und zermürbt, gerade im anstrengenden Sozialbereich - deswegen hat man da die hohe Burnout-Rate. Und Erwachsene, die dauerhaft wirtschaftlich von den Eltern abhängig sind, haben eine hohe Depressionsrate. Das ist nämlich nichts anderes wie von Hartz4 oder ALG2 abhängig zu sein. Wusstest Du das?

Erinnert dich das immer noch an deinen Vater ?
ja, daran, dass er das Gegenteil machte und das mich dazu motivierte meine allerletzten Reserven zu mobilisieren, es ihm mal richtig zu zeigen und mit Überschallgeschwindigkeit beruflich an ihm vorbeizuziehen :)
Mir wäre die positive Bestätigung, an mich glauben und konstruktive Unterstützung ohne Überpamperung lieber gewesen. So mache ich es mit meinen Nichten und Neffen in Sachen Studienberatung, Stipendienbewerbung, Jobbewerbung.
 
  • #22
... typischer Übermutterfehler.
...Und Erwachsene, die dauerhaft wirtschaftlich von den Eltern abhängig sind, haben eine hohe Depressionsrate. Das ist nämlich nichts anderes wie von Hartz4 oder ALG2 abhängig zu sein. Wusstest Du das?
.
wow !
Da muß ich jetzt echt mal drüber nachdenken...

Kann schon sein, dass ich da was falsch mache.
Ich denke, ich will damit kompensieren, dass meine Eltern mich sehr allein gelassen haben mit diesen Dingen.
Von klein auf.
Ok, ich bin dadurch sehr leistungsbereit und -fähig geworden, aber um welchen Preis ?

Jetzt mache ich das genaue Gegenteil und das ist auch falsch.
Mal sehen, ob ich in die Mitte pendeln kann...

w 47
 
  • #23
Hallo,

ich wollte hier in die Runde fragen, weil mein Sohn etwas unsicher bezügl. seiner Studienfächer ist. Es ist ja nicht ganz einfach, die Lebensrichtung festzulegen. Er studiert Politikwissenschaften und als Nebenfach Philosophie, ist sich aber unsicher, ob ihn das irgendwann weiterbringt oder "Brotlose Kunst" ist und hätte zum Wintersemester die Möglichkeit zu wechseln. Er hat mit dem Stoff keine Probleme, aber in Biologie z.B. viel es ihm einfach zu und er musste kaum lernen, um ein Einser Abi zu absolvieren. Zu dieser Zeit hatte er sich schon etwas auf Politik versteift und noch nicht darüber nachgedacht, dass er auch in Biologie weitermachen könnte. Ich weiß da nicht so weiter, was ich ihm raten kann und was in diesen Studienfächern auf ihn zukommt. Er möchte auch gern nicht nur Zeit absitzen, sondern im Leben etwas erreichen ... die Menschen weiterbringen.
Deshalb meine Frage, ob ihr vielleicht ein paar Ratschläge habt, welche als Entscheidungshilfe nützlich sind.

Hallo New-Future,

wie alt ist dein Sohn denn jetzt?

Ich würde ihm zunächst einen Online-Persönlichkeitstest empfehlen und die weitere Berufswahl nicht nur von seinen fachlichen Neigungen, sondern auch von seinem Charakter abhängig machen.

Für eher extrovertierte Menschen sind Politikwissenschaften sehr gut geeignet, da es im Anschluss viele Stellen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit/ PR/ Unternehmensberatung etc. gibt, wo er – falls sehr kontaktfreudig – wirklich Spaß hat. Mag er es eher zurückgezogen und hat einen starken Forscherdrang, wird er als Biologe glücklicher sein.

Es gibt im Netz einige Webseiten, die Berufsbilder veranschaulichen, ebenso youtube-Videos über Berufe. Die könnte dein Sohn sich mal anschauen. Auch hilfreich für die Entscheidung sind Praktika in beiden Bereichen. Es müssen ja keine Jahrespraktika sein, oft reicht auch ein Monatspraktikum.

Falls er anschließend immer noch nicht recht weiß, was er will, wäre es ratsam, das Studium zuende zu machen (dann hat er schonmal einen Abschluss) und währenddessen in Ruhe das weitere Vorgehen zu planen.

Ich finde es toll, dass du deinen Sohn unterstützt, wusste mit Anfang 20 auch noch nicht wohin.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
A

Ars_Vivendi

  • #24
Ich habe mich aber, als meine Tochter dieses Studium begann, schon damit angefreundet, dass ich sie mein Leben lang unterstützen werde.
Z.B. indem ich ihr eine Wohnung kaufe und auch die Nebenkosten übernehme...
Ein schwieriges Thema. Ich denke aber doch, dass Eltern dafür da sind, ihre Kinder "erwachsen werden" zu lassen, auf eigenen Füßen stehen zu lassen. Erwachsene Menschen treffen bewusst Entscheidungen und leben mit den Konsequenzen. Ohne das Gefühl, für meinen Lebensunterhalt sorgen zu können, würde mir Selbstwert fehlen. Auch für Partnerschaften sind Menschen, die das nie gelernt haben, eher schwierig.
Es ist richtig, seine Kinder darin zu unterstützen, ihren Neigungen nachzugehen und ihren Platz im Leben zu finden. Es gibt ja jede Menge Soziologen oder Politologen mit Jobs, zum Teil vielleicht schlecht bezahlten, aber manche landen auch in ganz anderen Bereichen. Wenn sie wollen und müssen, aber nicht, wenn der Lebenunterhalt wie bei einer 16jährigen bereitgestellt wird. "Beruf Sohn" oder "Beruf Tochter" ist für mich nichts erstrebenswertes.
 
  • #25
Hallo und erstmal vielen Dank für eure Gedanken :)
er ist einer, der nicht das studiert, was ihm Spaß macht, sondern das, was ihm vermeintlich ohne Probleme ein Durchkommen ermöglicht.
Nein, so ist er eher nicht gestrickt aber das, was er macht, soll durchaus zukunftsorientiert sein in Hinsicht auf: wo kann ich etwas erreichen und kann auch meinen Lebensunterhalt dadurch bestreiten.
Dein Sohn sollte das studieren, was ihn wirklich begeistert und wo er eine Idee hat, was er damit machen könnte.
Das ist der Kernpunkt, da ihm vermutlich noch das direkte Ziel vor Augen fehlt, worauf er hinarbeiten kann. Und ich habe eigentlich erkannt, dass er sich da wohl nur selber helfen kann, und, dass die Zeit zeigen muss, wo die Reise hingeht
kann er genau so gut ein Jugendzentrum eröffnen oder Telefonseelsorger werden.
Ist nicht so sein Ding, da er lieber die Ursachen ändern würde, als die Folgen zu lindern. Und Lehramt liegt ihm nicht obwohl ich für mich denke, dass er das (auch als Prof. an der Uni) drauf hätte.
Sorry, da habe ich mich missverständlich ausgedrückt. In Bio hatte er keinen Lernbedarf, weil es ihm zugefallen ist und Spass machte, insgesamt steht auch eine Eins am Anfang ;) aber dafür musste er durchaus einiges tun.
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  • #26
Ich kenne kaum eine Person in meinem Alter ( 30-38) die nicht bitter enttäuscht ist vom selbstgewählten Weg und Job, nicht schon diverse mal gekündigt und gewechselt hat.
Davor wollte ich ihn sehr gern bewahren aber ich denke, da er ein starker Charakter ist, der sich durchbeißen kann, wird er seinen Weg auch so finden. In den Semesterferien will er mgl. seinen Führerschein noch in der Tasche haben und verdient sich dafür etwas dazu.
Für mich schon, da ich geschieden bin, dh. oft solche Gedanken mit mir ausmache und in der Sparte Familie fand ich das Thema passend.
Und Erwachsene, die dauerhaft wirtschaftlich von den Eltern abhängig sind, haben eine hohe Depressionsrate.
Da kann ich Vikky nur zustimmen. Ich handhabe es dh. auch so, dass ich gern unterstütze aber um den eigenen Antrieb zu fördern, müssen meine Jungs dafür auch etwas tun (auch, wenn sie nicht bei mir leben), schon weil selbst verdientes Geld viel wichtiger ist, als geschenktes.
@Lena184
danke, er ist 19, und wenn ich so zurückdenke, wusste ich mit 19 auch nicht so richtig wohin, deshalb halte ich es für sehr wichtig, ihn an den richtigen Stellen zu unterstützen.
 
  • #27
Sorry, da habe ich mich missverständlich ausgedrückt. In Bio hatte er keinen Lernbedarf, weil es ihm zugefallen ist und Spass machte, insgesamt steht auch eine Eins am Anfang ;) aber dafür musste er durchaus einiges tun.
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Ah, ok, er hat also mit 1,9 ein mittleres Abitur gemacht ( es gibt ja kaum jemanden, der mit 3,0 oder schlechter abschließt ) und das mit normalem Lernpensum.
Das ist Glück, weil er dadurch das Lernen gelernt hat und das braucht er im Studium ganz sicher.
Und es ist Pech, weil er mit diesem Durchschnitt keinen ( direkten ) Zugang zu den meisten begehrten Studiengängen hat.

Laß ihn einfach machen...
 
  • #28
Ah, ok, er hat also mit 1,9 ein mittleres Abitur gemacht ( es gibt ja kaum jemanden, der mit 3,0 oder schlechter abschließt ) und das mit normalem Lernpensum...
Es kommt auch noch darauf an in welchem Bundesland man maturiert hat. Dies ist auch nicht unerheblich. Ein Abitur mit 1,9 in München hat einen ganz anderen Wert als in Hamburg zum Beispiel.

Ich habe dies selber vor einigen Jahren im Rhein-Main-Gebiet erlebt. Bei den Eignungstest war die Durchfallquote der Abiturienten aus Hessen wesentlich höher als diejenigen, die aus Mainz oder Aschaffenburg kamen.
 
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G

Gast

  • #29
Man sollte sich bei allem heute grassierendem Individualismus und Selbstverwirklichungsdrang doch mal vor Augen halten, WARUM man einen Beruf erlernt. Um Geld zu verdienen, sich etwas leisten zu können und davon zu leben! Das sollte immer an erster Stelle stehen bei Auswahl eines Studienfachs und nicht, was man meint, was einen interessiert oder glücklich machen würde. Das wissen die meisten Jugendlichen sowieso nicht und am Ende sieht die Praxis in den Wunschberufen eh anders aus, als sie es sich vorgestellt hatten.

Er sollte das studieren, wo die Aussicht auf eine gut bezahlte Stellung am größten ist. Mit einem Beruf, wo er immer herumknapsen muß, wenn er überhaupt Arbeit bekommt, wird er todsicher auf die Dauer auch nicht glücklich werden.

Wenn er in seinem Leben etwas erreichen will und Menschen weiterhelfen will, dann würde ich alles daran setzen ihn zu einem Medizinstudium zu überreden (Biologie und Medizin sind so unterschiedlich nicht). Das ist kein schweres Studium, nur das Erlangen eines Studienplatzes ist nicht einfach. Da lohnt aber die Wartezeit oder das Studium in Österrreich o.ä. - Trotz allem Gejammer, ich kenne keine brotlosen Mediziner, ganz im Gegenteil und da es verschiedene Fachrichtungen gibt, ist für jeden etwas dabei.
Selbst Veterinär ist tausendmal besser als diese brotlosen Fächer. Das ist verschwendete Lebenszeit, die noch als Taxifahrer enden kann. - Es ist Aufgabe der Eltern Kinder diese Hirngespinste auszureden und sie mit der Realität zu konfrontieren!
 
G

Gast

  • #30
Man sollte sich bei allem heute grassierendem Individualismus und Selbstverwirklichungsdrang doch mal vor Augen halten, WARUM man einen Beruf erlernt. Um Geld zu verdienen, sich etwas leisten zu können und davon zu leben! Das sollte immer an erster Stelle stehen bei Auswahl eines Studienfachs und nicht, was man meint, was einen interessiert oder glücklich machen würde. Das wissen die meisten Jugendlichen sowieso nicht und am Ende sieht die Praxis in den Wunschberufen eh anders aus, als sie es sich vorgestellt hatten.
Ich widerspreche, niemand kann heute wissen, was in 4-6 Jahren der Arbeitsmarkt besonders verlangt. Ich selbst habe, gegen jeden damaligen Rat (aus oben Gründen) eine Bauingenieurstudium aufgenommen; einfach weil ich mich mein Leben lang schon für Hochbau interessiert habe.
Als ich 1996 fertig war, gab es quasi kein freien Stellen.
Es war eine enorme schwere Zeit mit Arbeitslosigkeit für mich. Irgendwandwann fand ich den Dreh, und bis heute bin ich jetzt glücklich das getan zu haben, was ich wollte. (m)
 
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