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  • #1

Er gab zu, er hat Bindungsangst -- was soll ich tun?

Er gab zu, er hat Bindungsangst -- was soll ich tun?

will aber von allein einer Therapie zustimmen und hat bereits den ersten Termin gemacht und vor sich. Ich will ihm helfen wo ich kann, seine Vergangenheit aufzuarbeiten. Kostbare Zeit die davonläuft. Kann er jemals davon ganz befreit werden? Haben wir eine Chance ein normales Leben zu führen? Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht?
 
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  • #2
Liebe Fragestellerin,

es ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen, das er von sich aus die Sache angeht. Das heißt, das genug Eigenmotivation vorhanden ist und er das voraussichtlich auch durchziehen wird. Ich wäre an Deiner Stelle ein bisschen vorsichtig mit deinem Wunsch, ihm zu helfen. Er könnte sich eventuell bedrängt fühlen, wenn Du ihn öfter auf die Gespräche mit dem Therapeuten ansprichst. Wenn er darüber reden möchte - gut, ansonsten kannst Du ihm bestimmt dadurch helfen, dass Du da bist und ihm soviel Zeit gibst, wie Du kannst. Dabei solltest Du dich selbst aber nicht vergessen. Wenn Du "mehr" brauchst, als Du bekommen kannst, musst Du vielleicht abwägen, ob er erstmal alleine bleiben sollte und dich dann ggf. trennen. Aber warte erstmal ab, vielleicht klappt das alles ganz gut und - Geduld...
Viel Glück und Erfolg!
 
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  • #3
Nunja, wir, die wir uns hier eingefunden haben, dürften doch alle mehr oder weniger (häufig) erlebt haben, dass Bindungen scheitern und Schmerzen verursachen?

Für die Sensiblen unter uns umso mehr! :-(

Sensibiltät lässt sich kaum wegtherapieren. Was ja auch im übrigen sehr schade wäre.

Insofern: Ich kann "ihn" verstehen. Ich lasse mich auch auf nichts mehr ein.
 
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  • #4
...bin die Fragestellerin.
#1 danke für dein Post.
Er gab mir ein erneutes Zeitfenster von mehr oder weniger 12 Monaten vor. Wir sind seit 15 Monaten zusammen allerdings in Fernbeziehung mit wöchentlichem Besuch von ~2 - 6 Stunden und einer Distanz von 120 km. Ich wurde nun fordernder ...weil ja schon so viel Zeit vergangen und drohte ihm mit dem beenden der Beziehung. Ich kenne seine Lenenssitution ausführlich, wurde aber damit im Nachhinein nun damit konfrontiert, dass er zugab Bindungsangst zu haben mit Nähe und Distanz hadert. Er sagte, er will mich nicht verlieren, ich sei ihm sehr wichtig, aber er es niemals einfordern würde das ich diese Geduld aufbringe auf ihn zu warten. Was soll ich bloß tun, warten oder aufgeben. Deshalb meine Frage hier stellte, wer hat Erfahrungen damit gemacht? Jeden Strohhalm annehme der hilft...
 
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  • #5
Weißt, der beste Weg einer Aufarbeitung ist neue Erinnerungen - also Du - über die alten Erinnerungen und fertig.

Sicher kannst den Weg der Therapie gehen, doch wühlt er ihn und Euch durch und was bringt es am Ende ? Es kostet lange Zeit mehr Kraft als es bringt und danach ist es auch nicht mehr Euere Beziehung weil sie zu Beginn durch einen Seelenklempner eingerekt worden ist.

Weißt wenn ich nun die Zeilen lese, die Du - Fragestellerin - schreibst, dann klingt das für mich anders: Er ist die meiste Zeit in der Woche alleine und das bißchen Nähe zu Dir an den Wochenenden ? Du hast die legitime Frage gestellt die jeder in einer Fernbeziehung stellen würde. Es ist bequem zu sagen "Oh ich habe Bindungsangst - ich mache eine Therapie" ohne daß Du freilich weißt, ob er hingeht.

Andererseits führt die Therapie auch zu permanenten Zweifeln bei Dir, weil Du hinterfragst ihn zum einen und zum andern kannst nicht einfach so sein wie Du bist.

Was willst Du von ihm ? Liebe ist Geben und Nehmen von Liebe und welche Liebe gibt er und welche nimmt er ? Ich glaube, daß Ihr da schnell eine fundamentale Störung des Gleichgewichts drin habt.

Ich glaube, Du trennst Dich besser, dann muß er aktiv werden und vor allem muß er aus seiner Position raus, in der er Dich mit seiner - angeblichen ? - Bindungsangst manipulieren und steuern kann.

7E2176FE - m, 39
 
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  • #6
Das beste Buch zu dem Thema ist 'Jein' von Stephanie Stahl. Ich lese es gerade, da ich selbst betroffen bin. Die Ursachen sind genau und sehr treffend beschrieben und es gibt auch viele Tipps für die Partner von Beziehungsphobikern. Du solltest Dich daran gewöhnen, dass sich für Deinen Partner die Welt in entgegengesetzt Richtung dreht - zumindest in einigen Beziehungen. Du würdest ihm das meiste Verständnis entgegenbringen, wenn Du ihn nicht bedrängst und nicht mit Deiner Zuneigung erdrückst. Wenn er Dich braucht, wird er schon zu Dir kommen - dann solltest Du aber auch für ihn da sein.
Wenn Du aber jetzt schon die kostbare Zeit bedauerst, die davonläuft, und Dich nach einem 'normalen Leben' sehnst, könnte es schwierig werden. Wie bei allen Persönlichkeitsstörungen braucht eine Veränderung viel Zeit und sehr viel Geduld und es wird auch immer wieder Rückschläge geben, die Dich in die Verzweiflung treiben. Und was ist schon ein 'normales' Leben? Das Leben, dass Du Dir vorstellst? Was ist für ihn normal? Und was verstehst Du unter 'geheilt'? Dass er so fühlt wie Du? Dass seine Gefühle und Bedürfnisse nie berücksichtig wurden, ist doch gerade die Ursache für seine Probleme.
 
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Friedirika

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  • #7
Ja - prüfe deine Belastbarkeit in Sachen Geduld haben und Veränderung abwarten können. Sein Weg ist langwierig, aber doch überschaubar. Wenn du dem Warten nichts Positives abzugewinnen vermagst, werdet ihr es nicht schaffen. Aber auch dann hast du keine Veranlassung dazu, dir die Schuldfrage zu stellen. Besser ist der Erfolgsweg - den wünsche ich euch!
 
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  • #8
Bin 1

Habe etwas ähnliches erlebt allerdings hatte er noch eine andere Beziehung (von der ich vorher nichts wusste, die der Grund sein sollte), die er dann beendet hat. Danach hat sich aber zwecks Bindungsangst nichts geändert, er hatte aber auch kein "Einsehen" dafür.

Ich denke das die Therapie für ihn eine Chance ist und das dauert dann aber auch seine Zeit (in der Regel läuft die Ersttherapie ein Jahr). Dinge die ihn dazu gebracht haben so zu werden brauchen auch ihre Zeit, um wieder in "normale" Bahnen gelenkt zu werden. Das sind Abläufe im Gehirn, die ich mangels Fachwissen hier nicht näher beschreiben kann, aber Zeit braucht es (ein Buch "Das Gedächtnis des Körpers" ist sehr interessant und gibt darüber auch ein wenig Aufschluss).

Auch wenn es nicht positiv ist glaube ich, dass Du dabei auf der Strecke bleibst, da Du schreibst, dass Du schon Forderungen stellst und das drückt ja aus, dass es Dich schon sehr belastet... Hör in Dich hinein, vielleicht brauchst Du noch Zeit, um dich trennen zu können, wenn Deine endgültige Schmerzgrenze erreicht ist, aber warscheinlich wird es darauf hinauslaufen. Tut mir leid, dass ich nichts positiveres schreiben kann, das wäre mein Eindruck.

Wünsche Dir viel Kraft und alles Gute!
 
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  • #9
...bin die Fragestellerin.
#5
Danke, werde zuerst mir das von dir empfohlene Buch zulegen. Was ich erwarte? Gute Frage. Eine normale Beziehung halt mit Geben und Nehmen und die Zukunft planen können wenn passt, wohl BÄ nicht können... die Zukunft im Voraus planen? Ich merkte oft wenn ich frage wie es weiter gehen soll... er zögerte ein Zeitraum bindend anzugeben.

Über diese Distanz die war, ich ihn ja auch nicht 100% einschätzen kann. Ich kann nur mich auf mein Gefühl verlassen. Er war aber immer offen und ehrlich zu mir... bis auf das mit der Bindungsangst... er mir sagte das Er es selbst gar nicht so empfunden hat und nur über meine Hinweise und Bedenken er zum nachdenken angeregt wurde, dass es so sein könnte... darum er der Therapie zusagte!
Angst habe einfach nur, Lebenszeit zu vergeuden eine Therapie nichts bringt halt.
 
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  • #10
Berlinerin, 41 J

Liebe Fragestellerin,
was willst Du eigentlich mit Deinem Leben machen?

Heiraten, Kinder kriegen? Wenn Du Anfang 20 bist, kannst Du 3 Jahre damit zubringen, auf die Entwicklung eines Mannes zu warten.
Ab 35 würde ich Dir dringend raten, nach anderen Männern Ausschau zu halten.

Vielleicht bist Du nur seine Geliebte und er hat eine andere Frau?
Hat er deshalb nur ab und zu ein paar Stunden Zeit?
Kennst Du seine Wohnung oder trefft Ihr Euch woanders?

Wenn er glücklich ist mit ab und zu 6 Stunden, ist ok.
Aber dass Du ein weiteres Jahr oder länger von 6 Stunden zehren musst, während Du gerne zusammen leben würdest erscheint mir ungerecht.
Du hast verdient, richtig Zeit und Liebe zu bekommen!
 
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excuse-me

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  • #11
@ 9:
"Du hast verdient, richtig Zeit und Liebe zu bekommen!"

Er nicht ?
 
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  • #12
Liebe Berlinerin,
ich bin 50 er 51.
Beide haben wir ein Nesthäkchen er ein Sohn von 6 Jahren, ich eine Tochter von 10 Jahren. Nein er hat keine Frau nebenbei, ich kein Mann nebenbei. Wir fühlen uns nach erstem Treff gegenseitig ausgedrückt als *die große Liebe gefunden zu haben, als Seelenverwandte viele wünsche und Ansichten sich gleichen nicht voneinander loskommen weil so viel gleich und das Gefühl angekommen zu sein gegenseitig sehr stark vorhanden ist, halt gleich sind im Denken und Fühlen nur halt er Angst vor nähe hat... meine Erwartung nicht erfüllen könne?
 
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  • #13
In den Klauen einer Frau

Allein schon die Formulierung : Er gab zu

zeigt doch, wie du dein Opfer behandelst.
 
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  • #14
Ein Mann mit Bindungsangst - ich begegne solch einem mit Mißtrauen, denn ich hab mal 3 Jahre gewartet und er hat die Hürde nicht geschafft, obwohl er auch jetzt noch, Jahre danach sein Los bedauert, was er jetzt hat. Aber ein Mann, der über Bindungsangst redet und aktiv was dagegen tut, dem sollte Frau schon ne Chance geben.
 
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  • #15
Berlinerin, 41 J

liebe excuse-me # 10,
Von ihm aus reichen die 6 Stunden pro Woche, der Fragestellerin reicht es nicht. Also hat sie ebenfalls verdient, auf ihre Stundenzahl an Liebe zu kommen. Er scheint ja ausgelastet zu sein.

Liebe Fragestellerin,
entweder Du gibst Dich mit ein paar Stunden zufrieden oder suchst Dir einen zusätzlichen Mann oder einen anderen Mann, der Deine Bedürfnisse erfüllen kann und will. Ich glaube nicht, dass sich ein Mann über 50 noch ändern wird.

Manchmal schützen Männer eine Bindungsangst vor, wenn sie keine Beziehung mit einer Frau wollen und heiraten im nächsten Jahr eine andere. Ich kann leider nicht beurteilen, was in seinem Fall zutrifft, ich zeige nur Möglichkeiten auf.

Fernbeziehungen sind häufig Zweitbeziehungen, deshalb habe ich kürzlich nachgefragt. Ihr fahrt 2 Stunden pro Strecke, um Euch 6 Stunden zu sehen. Ist das Fahren ausgeglichen? Fahren beide?
Mir wäre das zu viel Fahren und zu wenig Treffen, da müsste man mindestens eine Übernachtung haben.
Aus welchem Grund habt Ihr keine gemeinsame Übernachtung?
Eben doch eine andere Frau? Ich muss zugeben, ich kann das mit der Bindungsangst nicht glauben.
Wer Sex will, kann auch zum Frühstück bleiben. Sonst ist es ja wie der Besuch bei einer Prostituierten.

Könntest Du dir vorstellen, mit Deiner Tochter in seine Stadt zu ziehen, so 10 Fussminuten von ihm entfernt?

Alles Gute
 
E

excuse-me

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  • #16
@ 14 Berlinerin
Eine Liebe, die sich nicht um den Anderen sorgt, ist keine Liebe.
Es bleibt auch dann Liebe, wenn die Bedürfnisse, die unterschiedlich sein können, nicht gestillt werden.
"Wenn du meine Bedürfnisse nicht erfüllst, liebe ich dich nicht." - Das ist keine Liebe!
Die beiden können dann vielleicht nur nicht zusammen kommen, weil es dem einen nicht reicht und dem anderen aber zuviel ist.
Es ist doch schön, wenn die Beiden versuchen, sich anzunähern. Mit Geduld und Verständnis.

@ Fragestellerin: Frag nicht uns - nur du kannst für dich entscheiden, ob du die Geduld und das Verständnis aufbringen kannst. Er versucht doch, sich dir durch eine Theraphie anzunähern - das ist viel! Aber du wirst dich ihm auch annähern, Abstriche in deinen Erwartungen machen müssen. Darüber musst du dir klar sein oder es werden.
 
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  • #17
#14
@Berlinerin,
Das wir anfangs noch 2-3 Jahre in Fernbeziehung leben müssen wusste ICH, er sagte es kurz nach dem wir uns fanden, weswegen auch. Nein da gibt’s keine andere und auch keine Zweitbeziehung. Hinziehen kann ich NOCH nicht weil selbst eigenes Haus, wenn dann ich zu ihm ziehen muß das er schon mir gesagt hat.
Er hat einen ziemlich stressigen Job die Kopfarbeit abverlangt, Termindruck. Er schoss ein Bock, Nerven lagen blank und selbst noch ein kl. Kind und eine sehr betagte Mutter im Haus. Er bat mich danach um Abstand, den er allerdings selbst nicht ganz abstellen kann, sondern schreibt tägliche Mails!

Es geht auch nicht um diese Distanz, die lebe ich so schon 15 Monate. Es geht darum, ob er über einen Therapeuten Hilfe erfährt, die Vergangenheit ggf. mit ihm bewältigen kann. Würde schön sein wenn jemand aus Erfahrung damit schreibst.

Er ist sich ja selbst nicht sicher ob er überhaupt ausgeprägte BA hat und will das jetzt mit den Sitzungen rausbekommen.

#13
Ich hoffe sehr es bleibt mir erspart, weil davor ehrlich gesagt habe ich die größte Angst!

#15
@excuse-me
Das weiß ich, manchmal hilft die Sichtweise anderer Unbeteiligter die Situation einzuschätzen, mir somit klarer zu denken. So wie er sich verhält an sich arbeitet, ist er es Wert ihm das eine Jahr noch zu geben, wie es letztendlich kommt weiß keiner.
 
E

excuse-me

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  • #18
@ Fragestellerin zu # 16:
Wenn du dich jetzt zurückziehst, wird das alle seine Befürchtungen und Ängste bestätigen.
Du trägst große Verantwortung - halte dir das immer und immer wieder vor Augen.
Wenn du ihn liebst, ist es den Versuch wert - scheiß auf "kostbare" Lebenszeit. Zu versuchen Liebe zu leben ist nie vergeudete Zeit.
 
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