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Gast

  • #1

Er hat Angst vor näherem Kennenlernen?

Liebes Forum,

folgendes Problem beschäftigt mich gerade:

Ich (Mitte 30) habe vor ca. einem Monat einen Mann (Ende 30) kennen gelernt. Da ich am Anfang gar nicht so richtig interessiert war, bin ich extrem entspannt an alles rangegangen. Bei ihm war das anders, er war sehr nervös in meiner Gegenwart. Ich habe versucht, ihm diese Nervosität zu nehmen, und es hat auch etwas geholfen.
Er hat mich ständig mit Komplimenten überschüttet, fast schon ein bisschen ZU viel. Er schickte auch viele sms: um eine gute Nacht zu wünschen, morgens, ob ich gut geschlafen hätte und auch zwischendurch immer mal wieder.
Naja, jetzt, nach ein paar Dates, bin ich mir zwar immer noch nicht schlüssig darüber, was von seinen Bekundungen ich ihm abnehmen kann, aber ich habe gemerkt, dass ich ihn doch sehr gern habe und weiter kennenlernen möchte.
Gerade jetzt, wo ich angefangen habe, mich zu öffnen und Gefühle für ihn zu entwickeln, schreibt er mir, er habe Angst vor mir. Auf meine Nachfrage, was das zu bedeuten habe, meinte er, er habe nicht unbedingt Angst vor mir als Person, sondern davor, mich kennenzulernen.
Was soll das denn nun? Kann damit absolut nichts anfangen. So wie sich alles bisher anfühlte und -hörte, dachte ich eigentlich, dieses Mal sei es endlich mal unkompliziert, und dann sowas?!
(Bis auf Küssen ist übrigens noch nichts weiter gelaufen.)
 
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Gast

  • #2
liebe fs,

so wie du das schreibst ist das doch klar:

er hat keine angst, dass du ihm nachts das messer in die brust rammst, aber er hat angst, sich emotional an dich zu verlieren und dann von dir sitzen gelassen zu werden.

so relaxed wie du aufgetreten bist, ist das nicht verwunderlich. und er kommuniziert das, glückwunsch.

sei einfach fair und sage ihm, was du spürst und dir wünschst.

viel glück

w
 
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Gast

  • #3
Der Mann ist Ende 30zig und anscheinend hochsensibel. Ist ja an sich nicht schlecht, aber eine Frau erst mit Komplimenten überhäufen, was mir immer schon zu denken gegeben hat und jetzt den Schwanz einziehen und einen auf Angst zu machen. Nee, wäre mir zu anstrengend. Erst zuviel Zucker geben, Frau abhängig machen und dann abhauen. Liebe FS vergiss ihn, er hat ein Problem, glaub einer alten Frau.

w 50
 
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  • #4
Du hättest gerne, dass er Dich bedingungslos will, aber Du entscheiden kannst, dass Du ihn eigentlich nicht willst ...oder vielleicht doch willst ...oder vielleicht auch wieder nicht willst ... So in der Art?

So funktioniert es nicht!

Ich lerne mal eine tolle Frau kennen und wir trafen uns zum Kaffe und gingen danach spazieren. Als es schon spät war, lud ich sie ein, auch noch zusammen essen zu gehen. Sie sagte mir aber vorher, dass ich nicht so richtig ihr Typ wäre und wir zwar gerne zusammen essen gehen könnten, aber eben nur freundschaftlich. (sie hatte aber ganz sicher keinen Zweifel daran, dass ich sie mehr als nur "freundschaftlich interessant" fand)

Das habe ich akzeptiert!

Nachts um 2 brachte ich sie nach Hause und beim Abschied guckte sie mir ganz komisch in die Augen. (wir haben uns aber nicht geküsst, oder sowas)

Am nächsten Tag bekam ich eine Mail (eigentlich 3, die erste war von morgens um 6h), dass sie mich wahnsinnig gerne wiedertreffen würde und dass sie auf einmal doch wahnsinnig viel für mich enpfinden würde.

Das war mir aber zu kompliziert, weil ich keine Ahnung hatte, bei welcher Gelegenheit sie von dieser "Phase 2" (mehr als "nett") wieder in ihre vorhergehende "Phase 1" (nur freundschaflich) zurückfallen würde.

Ich brach den Kontakt ab.

m43
 
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  • #5
Wenn er Angst hat, Dich kennenzulernen, kann das verschiedenes bedeuten. Vielleicht meint er alle möglichen realen Konsequenzen, fürchtet er inzwischen untergebuttert zu werden, doch wieder verletzt zu werden oder auch einfach, dass sein Luftschloss irgendwann zerplatzt und er dann mit der falschen dasteht. Jedenfalls ist er nicht sicher, dass es passt. m39
 
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  • #6
Ich schließe mich voll und ganz #2 an. Aus meiner Erfahrung heraus (bin weiblich u. 41 Jahre alt), kann ich dir sagen: wenn es so kompliziert anfängt und sich ein Mann so merkwürdig verhält, wie du beschreibst, dann hat er tiefergehende Probleme. Da kann nichts Vernünftiges draus werden.

Ein Monat ist keine lange Zeit. Du hast dich absolut richtig verhalten, indem du entspannt an die Sache rangegangen bist, dich erst langsam geöffnet hast und euch Zeit gelassen hast, um euch kennen zu lernen.

Männer, die von Anfang an total euphorisch sind, obwohl sie die Frau noch nicht richtig kennen, ziehen sich meistens nach kurzer Zeit wieder zurück, weil doch nur alles heiße Luft war. Der Mann ist Ende 30 und nicht mehr 15. Er sollte wissen, wie es in einer normalen Kennenlernphase läuft und wie er sich als Mann angemessen verhält. Ich würde dir empfehlen, dich zurückzuziehen. Da bist du wohl an einen Psycho geraten, von denen es heutzutage leider anscheinend immer mehr gibt.

Oder willst du, bevor ihr überhaupt eine Beziehung habt, mit ihm Problemgespräche über seine Ängste und Befindlichkeiten führen?
 
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  • #7
Das war mir aber zu kompliziert, weil ich keine Ahnung hatte, bei welcher Gelegenheit sie von dieser "Phase 2" (mehr als "nett") wieder in ihre vorhergehende "Phase 1" (nur freundschaflich) zurückfallen würde.

Ich brach den Kontakt ab.

m43

Sehr gut! Genau so hab ich mir das auch angewöhnt und es geht mir seitdem hervorragend damit!

Liebe FS, die Verantwortung für die eigene Unentschlossenheit auf den Partner zu übertragen, läuft nicht.

m/46
 
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  • #8
er hat keine angst, dass du ihm nachts das messer in die brust rammst, aber er hat angst, sich emotional an dich zu verlieren und dann von dir sitzen gelassen zu werden.

Beides fühlt sich ungefähr gleich an.

So lange man noch um die Frau wirbt, kann man sich so zeigen wie man ist. Tut er ja auch. Hat die Frau angenommen, geht es plötzlich darum, ob man ihr zu forsch ist oder nicht forsch genug. Ob die eigenen Interessen geteilt werden oder eher abschrecken. Ob das Gesprächsniveau zu hoch ist oder nicht hoch genug.

Was noch nicht richtig begonnen hat, kann auch nicht verloren gehen. Dieser Zustand ändert sich nun. Der Tag, an dem Du Dich möglicherweise gegen ihn entscheiden wirst, rückt näher. Und damit auch die Angst davor.

Männer, für die eine Frau gegen eine andere austauschbar ist, kennen diese Angst nicht.
 
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  • #9
Dieses Schema würde sich immer wiederholen, wenn ihr euch doch näherkämt,und jedesmal wärst Du tiefer verletzt. Willst Du das? Eine Therapeutin sein, die sich in ihren Fall verliebt und leidet?
w
 
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  • #10
Wenn er Angst hat, dann hat er Probleme und Probleme bedeuten immer Ärger, unter Umständen sehr viel Ärger. Wenn du dieses Muster "Wunsch nach und Angst vor Nähe" schon jetzt erkennen kannst, rate ich dir ab, dich weiter mit ihm zu beschäftigen. Was willst du mit einem Mann, der sich nicht entscheiden kann und rumjault, dass er Angst hat, sich näher einzulassen? Ich nehme mal an, dass du so jemanden nicht brauchst.
 
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  • #11
Liebe FS,
ein Mann, der mit Ende 30 noch Angst vor Frauen hat, sollte sich aus der Partnersuche raushalten. Sowas kling nach reichlich psychsichen Problemen, vor allen Dingen, weil Ihr Euch ja noch nicht wirklich nah seid und er solche Intimitäten bei Dir abliefert.
Mir wäre seine Überaktivität schon zuviel gewesen - das wendet sich sehr schnell in massives Klammern, Schuldgefühle machen, wenn Du Dich entfernen willst & Co.
Da würde ich von vornherein verzichten und den Platz an meiner Seite frei lassen, für jemanden, der nicht mit einem Koffer voller Probleme ankommt und mit dem man stattdessen eine entspannte Beziehung haben kann..
 
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  • #12
Du hättest gerne, dass er Dich bedingungslos will, aber Du entscheiden kannst, dass Du ihn eigentlich nicht willst ...oder vielleicht doch willst ...oder vielleicht auch wieder nicht willst ... So in der Art?

So funktioniert es nicht!

Was soll das denn? Ich habe nicht den Eindruck, dass sie ihn dominieren oder nach ihrer Pfeife tanzen lassen wollte. Dadurch, dass sie es vorsichtig angehen lässt und nicht jeden Quatsch glaubt, den er sie glauben machen will, zeigt sie doch, dass sie diesen Menschen (und evtl. seine Macken) respektiert.

Das war mir aber zu kompliziert, weil ich keine Ahnung hatte, bei welcher Gelegenheit sie von dieser "Phase 2" (mehr als "nett") wieder in ihre vorhergehende "Phase 1" (nur freundschaflich) zurückfallen würde.

Ich brach den Kontakt ab.

m43

Verstehe ich nicht. Es kann doch durchaus sein, dass sie beim Abendessen gemerkt hat, dass sie mehr für Dich empfindet als nur Freundschaft. Gefühle entwickeln sich doch nicht geradlinig und gleichzeitig. Du hast Euch damit quasi die Chance verbaut, Euch kennenzulernen?! Vielleicht wäre sie in die vorhergehende Phase zurückgefallen, vielleicht aber auch nicht...
 
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  • #13
Hier nochmal die FS.

Erst einmal vielen lieben Dank für Eure Antworten und Meinungen.
Ich finde es auch hier wieder interessant zu sehen, wie unterschiedlich Männlein und Weiblein doch ticken. Angesichts dieser Diskrepanz wundert es mich immer wieder sehr, dass die Menschheit noch nicht ausgestorben ist.

Falls es Euch interessiert, die Sache ging noch sehr merkwürdig (und auch irgendwie lustig) weiter bzw. aus.
Nachdem er ein Treffen absagte, angeblich aus Zeitgründen, und hinzufügte, er würde es wieder gut machen (allerdings ohne einen Alternativtermin vorzuschlagen), schrieb ich ihm, wenn es wirklich so sei, sei es nicht schlimm, allerdings komme bei mir immer mehr die Frage auf, ob er wirklich niemanden habe. Daraufhin erstmal Funkstille, auch keine Reaktion auf einen Anrufversuch meinerseits.
Nach 2 Tagen dann eine sms(!) mit der Ansage, er sei zwar in keiner Beziehung, hätte aber auch nicht das Bedürfnis nach einer neuen Beziehung. Und wieder ein Riesentopf Honig und bliblablubb.
Das ist wirklich fast schon lustig, denn ich habe nie dieses Thema angeschnitten, ihn irgendwas à la "was ist das mit uns beiden" oder ähnliches gefragt. Das einzige war, dass ich halt stutzig war, dass er keinen anderen Termin vorgeschlagen hatte, obwohl er mich doch angeblich soooo toll fand. Um überhaupt zu überlegen, ob ich eine Beziehung mit ihm möchte, dafür kannten wir uns sowieso noch viel zu wenig. Er dagegen ist da schon sehr vorgeprescht und hat öfters irgendwelche Andeutungen gemacht, das ging mir alles viel zu schnell. (Er hat sogar beim ersten Date schon von seiner Exfreundin erzählt – im Ernst, welcher Mann macht das bitte, ohne gefragt zu werden?)
Mich hat diese Erfahrung jedenfalls wieder einmal darin bestärkt, dass diesen Menschen, die einem ständig Komplimente machen, einfach nicht zu trauen ist. Leichtgläubig war ich da allerdings auch vorher schon nicht.
 
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