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  • #1

Er hat kaum noch Zeit und Kraft dank Job + Studium - was tun?

Hallo zusammen,

mein Freund hat sich einen langersehnten Wunsch erfüllt und nun mit einem Studium neben dem Job begonnen. Ich bin wahnsinnig stolz auf ihn, merke aber, dass unsere Beziehung enorm leidet. Ich versuche möglichst viel "aufzufangen", doch fällt es mir zunehmend schwerer, auch was die Beziehungsarbeit angeht.

Konkret ist es so, dass mein Freund verständlicherweise nach der Vorlesung spät abends völlig kaputt ist. Auch ansonsten unter der Woche lässt er die Flügel hängen, weil die langen Abende ihren Tribut fordern. Am Wochenende hat er zudem regelmäßig Bereitschaft, so dass er ggfs. auch nachts Notdienst (IT-Bereich) machen muss.

Gemeinsame Aktivitäten kommen zu kurz und Sex haben wir auch kaum noch. Ich versuche, gemeinsame Wochenende zu organisieren, ihn trotzdem zum Sex zu motivieren, merke jedoch, dass es mich zunehmend frustriert, meinen Freund in jeglicher Hinsicht so lustlos zu erleben. Ich selbst bin auch voll berufstätig und bin aus dem Ausland zurückgekehrt, damit wir keine Fernbeziehung mehr führen müssen. Allerdings habe ich nun den Eindruck, dass wir wieder eine "Fernbeziehung" führen - nur in einer gemeinsamen Wohnung. Meine größte Angst ist, dass wir uns auseinander leben. Gemeinsame Urlaube sind auch nur sehr begrenzt möglich, da er lediglich zwei Monate im Jahr Urlaub nehmen kann und ich in diesen Urlaubssperre habe. Infolgedessen leisten wir uns lediglich verlängerte Wochenenden gemeinsam.

Habt ihr Erfahrungen, und könnt ihr mir Tipps geben, was ich tun kann, um unsere Beziehung zu schützen? Einfach aufgeben möchte ich nicht, dafür ist mir die Beziehung zu wichtig.
 
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  • #2
Für alles reicht die Kraft eben nicht, Studium und Vollzeit Job mit Bereitschaftsdiensten - das geht eben auf Dauer nicht gut.

Dein Partner hätte schon im Vorfeld mit seinem Arbeitgeber über Möglichkeiten einer Stundenreduzierung sprechen müssen und darüber, dass er neben dem Job nicht noch Bereitschaft machen kann.
An einem Job festzuhalten, in dem gemeinsamer Urlaub nie möglich ist, ist mir sowieso unverständlich ....

Die damit einhergehenden finanziellen Einbußen werden ganz sicher dadurch wett gemacht, dass Ihr wieder miteinander lebt, Du wieder einen Partner hast, der ab und zu Lust zu gemeinsamen Aktivitäten hat.

Macht er so weiter, wird er, sollte es ihm überhaupt gelingen, sein Studium einigermaßen gut zu Ende zu führen, gesundheitlich angeschlagen sein, womöglich einen Burnout haben und Eure Beziehung kaputt sein.......
 
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  • #3
Ich kenne das von mir, ich konnte mir eine Bildungskarenz nicht leisten, also Job + Weiterbildung. Nun habe ich im Vorfeld einen Job gewählt, in welchem ich auch ab und an Bereitschaft habe, jedoch die Dienstzeiten unter der Woche geregelt sind, dass kaum Überstunden zu leisten sind. Bald sind Ferien und ich bekomme bereits jetzt wieder etwas Kraft. Es ist schwierig sich in der Familie darüber zu unterhalten, da niemand nachvollziehen kann, wieviel Druck auf einen lastet. Zusätzlich hatte ich während der ersten beiden Semester kaum Lust, viel zu unternehmen, da ich um jede Stunde, in welcher ich die Füße hochlegen durfte, dankbar war. Ein paar Freunde haben mich dennoch ab und an überreden können, etwas zu unternehmen. Dafür war ich sehr dankbar, da man abgelenkt war und so wieder Kraft fand. Für einen Partner ist das bestimmt schwierig. Habt ihr Zukunftspläne? Rede mal in seinen Ferien mit ihm über alles. Kann man im Job eventuell 10 Stunden reduzieren? Kommt ihr finanziell dann aus? Oder besteht die Möglichkeit nicht alle Fächer auf einmal zu studieren? Wie sieht es mit einem Teil-Fernstudium aus? Eine Zusatzqualifikation ist in dieser Zeit unerlässlich, doch ein Leben hat man auch noch. Daher: In den Ferien alles besprechen, reduzieren wo es etwas zu reduzieren gibt und es wird ETWAS leichter. w_32
 
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  • #4
Ihr habt eine harte Zeit. Trefft eine Vereinbarung dafür und warte das Ende des Studiums ab.
Ich kenne diese Bereitschaften im IT-Bereich als nicht so stressig, nur eben terminlich bindend.
Was er lernen sollte ist auf seinen Ausgleich zu achten, also Wellnessprogramm zur Entspannung.
Du steckst gerade zurück das ist klar.
w43
 
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  • #5
Habt ihr Zukunftspläne? Rede mal in seinen Ferien mit ihm über alles. Kann man im Job eventuell 10 Stunden reduzieren? Kommt ihr finanziell dann aus? Oder besteht die Möglichkeit nicht alle Fächer auf einmal zu studieren? Wie sieht es mit einem Teil-Fernstudium aus? Eine Zusatzqualifikation ist in dieser Zeit unerlässlich, doch ein Leben hat man auch noch. Daher: In den Ferien alles besprechen, reduzieren wo es etwas zu reduzieren gibt und es wird ETWAS leichter. w_32

Ich versuche auch, möglichst kaum Wünsche zu äußern und ihn machen zu lassen, aber manchmal ist ein bisschen Beziehungleben schon schön. Zukunftspläne haben wir, er möchte gerne nicht so spät Kinder (er ist 26 und ich bin 27). Aber ich habe klar gemacht, dass ich keine Kinder bekomme, bevor er das Studium abgeschlossen hat bzw. nicht in dieser Konstellation. Er hätte praktisch keine Zeit für Familie, wäre nur im Stress und ich wäre allein für alles zuständig. Dies erlebe ich gerade im Freundeskreis, wo er allerdings Vollzeit studiert und nebenbei arbeitet. Für mich ist es jedoch wichtig, dass das Kind auch etwas vom Vater hat und er ebenfalls etwas Elternzeit nimmt. Rein theoretisch könnte er auch reduzieren (ich verdiene sehr gut und auch mehr als er), aber das möchte er (noch) nicht. Leider kann man bei dem Studium nicht "fernstudieren", sondern nur mit Anwesenheit - auch das Konzentrieren auf weniger Fächer ist nicht möglich.

Zum Thema "wie Job haben ohne gemeinsamen Urlaub"

Natürlich ist es in der Theorie schön, einfach den Job zu wechseln wegen dieser Angelegenheit, zumal nicht der Job am mangelnden Urlaub Schuld ist, sondern das Studium. Ohne Studium könnten wir entspannt reisen, aber das das Studium schränkt uns auf diese zwei Monate ein. Mein Freund findet nicht so schnell einen neuen Job und ich habe erst aus dem Ausland gewechselt seit einem knappen Jahr und habe nun einen sehr guten Job. Diesen nun wegen des Studiums aufzugeben ist absolut nicht angebracht, zumal ich nicht einsehe (ja, da bin ich stur), dass ich hier brav Jobs wechsle, mir jedes Mal etwas Neues aufbauen muss, damit die Rahmenbedingungen passen. Der letzte Jobwechsel war anstrengend genug und ich bin froh, eine gut bezahlte Stelle in einem recht sicheren Unternehmen gefunden zu haben.

FS
 
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  • #6
Ich habe eine Weile dasselbe Modell gelebt: Vollzeitarbeit (in der IT), Bereitschaften, unregelmäßige Arbeitszeiten, auch nachts und am Wochenende.

Meine Beziehung hat das nur überlebt weil ich eine Fernbeziehung führe, und das Wochenende, dass wir uns im Monat sehen, mir heilig ist. Allerdings bin ich gesundheitlich irgendwann auf dem Zahnfleisch gegangen.

Mit der Arbeit auf Teilzeit gehen ginge schlecht, da ich dann von der Firmenkultur her unten durch wäre, außerdem kostet mein Studium ganz ordentlich. Ich bin dann auf ein Teilzeitstudium umgestiegen, mit zwei Fächern pro Semester - das dauert zwar doppelt so lange, fühlt sich aber eher wie ein Hobby an (und ist vom Studienmodell Fernstudium auch deutlich billiger).

Je nachdem, wie viel Zeitdruck er hat/ihr habt und in welcher Lebensphase er sich/ihr euch befindet, wäre das vielleicht eine Option? Ich stehe bereits seit 15 Jahren im Beruf, verdiene ganz angemessen und sehe das Studium hauptsächlich als Jobabsicherung für die Zukunft (auch wenn das tarifliche Mehrgehalt nicht zu verachten ist).
 
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  • #7
Wenn man Job und Studium stemmen will, kann man sich keinen Luxus a la Beziehung leisten. Wenn man's trotzdem tut, hat es Folgen wie in eurem Fall. Man kann nicht alles haben. Deswegen geben auch viele Eltern ihren Kindern den Ratschlag: erst Ausbildung/Studium und Job, und erst dann Beziehung/Familie/Kinder.(M)
 
  • #8
Liebe FS,

ich kann das sehr gut nachvollziehen. Diese Phase kann eine richtige Zerreißprobe für eure Beziehung werden bzw. ist es ja schon, aber je nachdem, wie viel euch beiden eure Beziehung bedeutet und wie sehr ihr euch liebt, könnt ihr das auch durchstehen!
Wie lange wird es denn dauern, bis er mit dieser Doppel-/Dreifachbelastung fertig ist? Bis dahin würde ich es mir an eurer Stelle sehr genau überlegen eine Familie zu gründen - eher danach, wie du sagst.
Es ist schön, dass du für ihn da sein möchtest und natürlich auch sehr hart, wenn man kaum Zeit füreinander hat. Bevor du dich dafür aber total verzehrst, wäre mein Vorschlag: Versucht wenigstens einen gemeinsamen Tag pro Woche zu organisieren, der euch beiden heilig ist - und wenn's der Sonntag ist und da seid ihr ausschließlich zusammen.
Ansonsten gib' ihm die Zeit zum Lernen, versuche weiterhin stark zu sein und mache ihm um Gottes Willen keine Vorwürfe, denn es ist immer noch sein eigenes Leben und das, was er macht, scheint er gern zu machen, wo er sich weiterentwickeln und entfalten kann.
Mit 26/27 seid ihr echt noch jung, da sollte jeder für sich seinen eigenen Weg gehen, also insofern, Wünsche, Hobbies, Leidenschaften nachzugehen und nicht wegen des anderen aufzugeben - das frustiert nur umso mehr.
Und mein zweiter Rat: Denke auch an dich! Denke jetzt nicht, du müsstest alles für die Beziehung tun und dich aufgeben. Du hast wahrscheinlich um einiges mehr Zeit als er, also sorge dafür, dass du auch ohne ihn beschäftigt bist. Gehe einem Sport nach, mache regelmäßig Mädelsabende oder führe ein anderes Hobby aus, irgendetwas für dich, was dir gut tut.
Denn ich finde, das Schlimmste, was bei so einer Konstellation passieren kann, ist, wenn einer seinen Weg geht und der andere sich aufgibt und meint, er könne ja eh nichts mehr ohne den anderen machen, dumm herum sitzt und so... Denn dann kämen irgendwann die Vorwürfe: "Er hat ja nie Zeit wegen seiner Arbeit und was ist mit mir?"
Ja, du stehst jetzt an zweiter Stelle, wenn man so will, aber es ist auch nur für eine gewisse Zeitspanne, nicht? Und das dann "auszuhalten" - ihm zuliebe, ohne dich selbst zu vergessen - das ist dann Rückhalt, den er auch gebrauchen kann - und nicht noch eine Sorge mehr hat. Wenn er erst ein schlechtes Gewissen bekommen würde, weil er das macht und du das wegen der Beziehung beklagst, dann wird's kritisch...
 
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  • #9
Freizeitaktivitäten sind in einer solchen Phase nur eine weitere Verpflichtung, mit der Du ihn belastest. Vielleicht wäre es hilfreich, ihn stattdessen in seinen Hauptaktivitäten zu unterstützen? Außerderm könnte es sich anbieten, selber beruflich etwas auf die Bremse zu treten - kann es sein, dass er diesen ganzen Ehrgeiz nur entwickelt hat weil er hofft, dadurch in der Beziehung die Führungsrolle einnehmen zu können?

M, 36
 
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  • #10
Hallo,

also ich habe auch einen Job gehe allerdings an vier Tagen in der Woche noch bis in die Nacht an das Abendgymnasium.

Eine Beziehung habe ich aber es ist eine Fernbeziehung bzw. anders wäre das auch nicht machbar. Mein Tag beginnt um 05:00 und endet gegen 23:00 und das weiß meine Freundin.
Der "freie" Tag ist Dienstag und da wird telefoniert am Freitag fahre ich zu Ihr bin Montag in der früh.

Du siehts der Tag ist voll... aber ich habe in der Hinsicht eine tolle freundin die auch nicht die Nerven verliert wenn ich mal sonntag fahre weil ich noch lernen muss oder sie geht mit der kleinen ein paar Stunden auf den Spielplatz.

Ja Ihr habt eine Fernbeziehung auch wenn von der Distanz näher seit und so hart wie das klingt das beste wäre Du stellst dich vorübergehnd wieder auf das Modell ein oder die Beziehung wird früher oder später in die Brüche gehen, wie es auch ist lasse nicht zu das er wegen dir abbricht das wird er mit großer Wahrscheinlichkeit irgendwann bereuen.

Die Situation erfodert sehr viel zurückhaltung weil irgendwann kann der Druck so groß sein das ein kleiner Tropfen das Fass zum überlaufen bringt, und er braucht dich jetzt mehr als je zuvor und die meisten Menschen regitrieren und achten das enorm.

Nutze die Zeit für dich mache auch was (Sport, weiterbildung) und mit etwas glück seit ihr abends zur gleichen Zeit daheim.
Mit der Bereitschaft sollte er mit seinen Arbeitgeber reden ob das sein muss oder er da reduzieren kann...
 
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  • #11
1. Ich würde versuchen, bei beiden Jobs etwas herunterzuschrauben, damit meine ich nicht die Arbeitszeit, sondern die Leistung.
Bei ihm bedeutet das, dass er seinen Kollegen und Vorgesetzten klar macht, dass er aufgrund seines Studiums Verständnis und Entlastung braucht. Wenn das Studium zum Beruf passt, hat schließlich auch der Arbeitgeber etwas davon.

Bei dir bedeutet das, dass die starre Urlaubssperre aufgeweicht werden muss. Was ist denn mit Kollegen, die Familie haben und nur Urlaub in den Schulferien nehmen können? Du solltest versuchen durchzusetzen, dass du trotzdem innerhalb der 2 Monate 2 Wochen Urlaub nehmen kannst.

Das ist alles leichter gesagt als getan und mit 26/27 habe ich mich auch noch nach dem Arbeitgeber gerichtet. Es dankt einem aber oft keiner.

Ich sage im Zweifel dann auch:"Ich kann nur Projekt A oder Projekt B machen, das andere muss ein anderer übernehmen, bei mir hängt schon der Haussegen schief..."

2. Das mit dem Sexleben geht so nicht. Bei aller Empathie und Liebe, das kann ja jetzt nicht jahrelang so weitergehen. Mit befriedigendem Sex lässt es sich doch viel leichter lernen und leben und so fertig kann man mit Mitte/Ende 20 gar nicht sein, dass da nur noch so wenig läuft.

Evtl. ist es so, dass die Situation noch relativ frisch ist und man sich erst darauf einstellen muss. Ansonsten braucht er vielleicht wirklich etwas sanften Druck in die Richtung, dass bei euch der Haussegen schief hängt, wenn die Prioritäten weiter so gesetzt werden wie bisher. Bei soviel Belastung braucht man doch auch Entspannung und was ist da besser als Sex?

m 40
 
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