• #1

Er hat sich getrennt. Wie soll ich mich verhalten?

Hallo und einen schönen Abend,

leider brauch auch ich heute den Rat bzw. unabhängige Meinungen, denn ich weiß nicht, wie ich mich richtig verhalte.
Mein Ex und ich haben eine gemeinsame Tochter (8 Monate). Da ich recht schnell nach dem Kennenlernen schwanger wurde und wir in getrennten Städten wohnen, führten wir eine Wochenendbeziehung. Oft fühlte ich mich allein gelassen und habe ihm zu Unrecht Vorwürfe gemacht. Bis er sich vor ca. 2 Wochen per Whatsapp von mir trennte. Er habe die ständigen Vorwürfe satt. Einige Tage später verabredeten wir uns, um die Sachen des Anderen auszutauschen. Dieses Gespräch verlief vollkommen unterkühlt. Er war immer liebevoll und fürsorglich unserer Tochter und mir gegenüber und da, eiskalt und herablassend. Das war nicht der Mensch den ich bis dahin kannte.
Leider hat er bis zur Trennung nie ein Wort darüber verloren. Sogar am Abend vorher bekam ich eine "Lieb dich" Nachricht. Heute weiß ich, dass ich Fehler gemacht habe und würde ihm dies auch gerne zeigen. Aber er meldet sich nicht mehr. Vor drei Wochen hat er seine Tochter das letzte Mal gesehen, bisher gab es leider nur eine SMS wie es ihr geht. Sonst nix. Er hat sich sogar ihren Fußabdruck und Namen auf den Oberarm stechen lassen. Warum hat er dann plötzlich so gar kein Interesse mehr an ihr? Oft überlege ich ihm Termine vorzuschlagen, habe aber dann wieder Angst, dass er sich unter Druck gesetzt fühlt.
Durch die Trennung hat sich wirklich viel in meinem Denken geändert. Und ja, ich möchte um ihn kämpfen. Aber wie? Meine Freundinnen sagen, dass ich ihn lassen und abwarten soll das er sich meldet. Ist das wirklich der richtige Weg? Wieso ist ihm seine Tochter so plötzlich so egal?
Danke fürs lesen und ggf. antworten.
W, 35
 
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  • #2
Das klingt alles sehr verfahren, unklar, und, sorry, unreif.
Natürlich hilft die überstürzte Schwangerschaft auch nicht wirklich, im Grunde kennt ihr auch ja gar nicht. Was ist denn deine Vorstellung, wie das in Zukunft funktionieren soll, wenn ihr nicht einmal zusammen wohnt? Du wirst immer das Gefühl haben, daß die ganze Arbeit an dir hängen bleibt.
Kämpfen ist so ein blöder Begriff in dem Zusammenhang. Liebe läßt sich nicht erkämpfen, Liebe ist ein Geschenk. Wenn du sie nicht freiwillig bekommst, kannst du sie nicht einfordern. Bitte lerne das.
Ich glaube nicht, daß er plötzlich nicht an seinem Kind interessiert ist, aber es ist vermutllich zu viel vorgefallen, er hat sich getrennt, und jetzt muß er sich erst sortieren.
Ihr könntet schon wieder zusammengekommen - wenn beide einen Riesenschritt in Richtung erwachsenwerden tun können. Ob ihr das in euch habt, oder ob es der falsche Zeitpunkt ist - das weiß ich nicht.
 
  • #3
Dazu müsstest du ihm schon irgendwie mitteilen, dass sich in deinem Denken nun viel geändert hat und dass du es gerne nochmal mit ihm versuchen würdest. Warum könnt ihr nicht in die gleiche Stadt ziehen? Vielleicht kannst du ihm in einer E-Mail od einem Brief deine Gedanken und Einsichten schreiben.
 
  • #4
Hallo Mama_allein,

ich habe eine Anregung (mehr kann es ja nie sein als virtuell Außenstehende/r) für Dich und ihn - erst einmal zum Wohle Eurer Tochter: Bitte sucht Euch Unterstützung bei der Begleitung Eures Kindes in dieser Extremsituation. Es gibt dafür eigens eingerichtete Angebote für Paare mit Kind(ern) in Trennung. Meines Wissens auch kostenlos.

Für mich liest es sich so, dass Ihr Euer Kind vor Euren eigenen (kindlichen?) Dynamiken schützen müsst. Vielleicht hilft Dir auch parallel eine Therapie. Oder eine Mutter-Kind-Kur. Das hat für mich vor vielen Jahren einmal sehr wichtige neue Wege und Erkenntnisse eröffnet.

Alles Liebe für Euch drei
A
 
  • #5
Ist es nicht alles etwas heftig für ihn ?

1) Ich formuliers mal extrem: Ihr kanntet Euch, hattet mal Sex und Du wurdest gleich schwanger.

2) Du schreibst nun nicht wie es dazu kam und ob Du ihm z. B. gesagt hast, daß Du die Pille (nicht ?) nimmst. Über den Kinderwunsch geredet habt Ihr nicht und geplant habt Ihr das Kind sicher nicht.

3) Wie hat er denn reagiert, als Du ihm gesagt hast, daß Du schwanger wurdest ? "Wir bleiben zusammen, was da komme ? Ich bin immer da für Dich ..." Wenn er Dich nicht als interessante Frau ansehen würde, hätte er sich früher getrennt.

4) Nun wart Ihr in Fernbeziehung 1 1/2 Jahre etwa zusammen und es klappte nicht, daß Ihr wirklich zusammen kommt. Keiner wollte umziehen. Auch dazu schreibst Du nichts: Warum konnte er nicht zu Dir und warum konntest Du nicht zu ihm ziehen ?

6) Daß es nun in Fernbeziehungen Streß gibt, ist klar. Aber das Problem ist noch immer daß der Streß durch "Kennenlernen und (ungewollt - für ihn ?) schwanger noch nicht wirklich aufgearbeitet ist. Sicher hast ein Nähebedürfnis, aber auch er braucht mal Freiraum für sich. Und irgendwann hat er eben die Nase voll weil Du und die Kleine nur Kraft und Nerven kosten und weil es ihn überfordert.

Wie heißt es so schön: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. D. h. es macht für ihn emotional weniger Streß, Dich abzuservieren als mit Dir zusammen zu sein. Überleg mal, warum.

Nur: Was wird man Dir konkret sagen können wenn Du die entscheidenden Fragen nicht beantwortest ?
 
  • #6
1) Ich formuliers mal extrem: Ihr kanntet Euch, hattet mal Sex und Du wurdest gleich schwanger.
2) Du schreibst nun nicht wie es dazu kam und ob Du ihm z. B. gesagt hast, daß Du die Pille (nicht ?) nimmst. Über den Kinderwunsch geredet habt Ihr nicht und geplant habt Ihr das Kind sicher nicht.
3) Wie hat er denn reagiert, als Du ihm gesagt hast, daß Du schwanger wurdest ? "...
Du weißt aber schon, das gibt die Natur nun Mal so vor, und es braucht immer ein Männchen und ein Weibchen dazu, da sind beide daran beteiligt... Ich verstehe diese lebensfeindliche deutsche Einstellung manchmal wirklich nicht. Außerdem hat das nichts mit der Situation der FS zu tun - sie hat eine Tochter und Punkt. Solche Situationen gibt es auch bei Paaren, die jahrelang zusammenwaren und endlich ihr Wunschkind bekommen haben.

FS, ich würde ihm noch etwas Zeit geben und ihm dann zunächst ganz ruhig einen nüchternen Vorschlag machen, sein Kind zu besuchen. Da eure Tochter noch sehr klein ist, entweder am Nachmittag spazieren gehen oder er besucht sie in deiner Wohnung, und du machst im Nebenzimmer Hausarbeit oder so. Mit Ruhe und Gelassenheit kommst du eher ans Ziel, dann werdet ihr in absehbarer Zeit auch vernünftige Gespräche führen können und die Situation wird für alle erträglicher.
 
  • #7
Es tut mir leid, dass eure Situation so ist.
Kämpfen kann man leider nicht für Liebe. Das muss ja als Gefühl in dem anderen Menschen sein und es lässt sich nicht absichtlich erzeugen.

Ich glaube, diese Kälte ist nur ein Schutzschild, weil auch er unter der Situation gelitten hat und nun einen Schlussstrich ziehen wollte. Er kann es nicht mehr an sich ranlassen, weil er das Ende sonst nicht schafft.

Ich glaube, wenn Du die Trennung akzeptierst und nicht mehr versuchst, irgendwas an der Beziehung zu retten, wird er vielleicht sein Kind wieder offen aufnehmen. Denn wenn immer Deine Gefühle und Deine Wünsche mit dranhängen, wenn er sich auf sein Kind einlassen will, dann muss er alles wegschieben, das Kind und Dich mit Deinen Wünschen, Forderungen und Erwartungen.
 
  • #8
Liebe FS,
das Kämpfen kannst Du Dir sparen. Euch hat nie wirklich was verbunden. Ihr hattet eine Fernbeziehung, in der es sehr lange braucht, bis man sich wirklich kennenlernt, weil man sich zu wenig gegenseitig erlebt. Statt positiver Erlebnisse mit Euch zu haben, hast Du ihn genervt mit Forderungen, was ihn vertrieben hat.

Du bist schnell schwanger geworden und ihr wart weiter in einer Fernbeziehung. Sorry, aber da bleibt ihm auch sein Kind fern. Euere Tochter ist 8 Monate alt. Der Mann hat wenig von Deiner Schwangerschaft und danach von Eurer Tochter mitbekommen. Lass' Dir mal durch den Kopf gehen, wann und wie oft er mit Euch zusammen war. Bindungsbildende Schwangerschaftshormone wirken bei einem Mann nicht - gibt es nicht. Woher soll also eine echte Bindung kommen? So ist die vermeintlich "kalte" Trennung garnicht eine solche, sondern eine Trennung von Mutter und Kind, die ihm nie wirklich nahe waren. Vermutlich versucht er durch Kälte abschreckend zu wirken, damit Du keine Unterhaltsforderungen für Dich und Euer Kind stellst.
 
  • #9
Kann alles sein...

Es kann sein, dass sein Schweigen seinem Selbstschutz dient. Vielleicht nutzt er sein Schweigen als Waffe, um dich weich zu klopfen.

Ich gehe davon aus, dass du dich nicht ohne Grund über sein Verhalten beschwert hast. Wie kann es sein, dass sein Verhalten jetzt plötzlich tadellos gewesen wäre?
Möglicherweise idealisierst du sein Verhalten jetzt, weil du Angst davor hast tatsächlich alleinstehend zu sein. Dabei warst du die letzten 1,5 Jahre schon allein erziehend.
 
A

Ares

  • #10
Oft fühlte ich mich allein gelassen und habe ihm zu Unrecht Vorwürfe gemacht. ...Er habe die ständigen Vorwürfe satt. ...
Leider hat er bis zur Trennung nie ein Wort darüber verloren.
Wie soll ich mir das praktisch vorstellen? Du machst "oft" Vorwürfe und er sitzt glücklich lächelnd vor Dir und reagiert nicht?

Die Kernfrage: warum seid ihr nicht zusammengezogen? Daran hängt doch letztlich Dein "Alleinsein"?
Schreib ihm einen Brief und formuliere, warum sich Dein Denken geändert hat und was Du dafür zu tun bereit bist, dass ihr noch eine Chance habt...
 
  • #11
Liebe FS,
das liest sich wie...gesehen, schwanger...ein paar Dates, Krach und Schluss via WhatsApp.
Ich will im Vorhinein nicht alles "entschuldigen" aber so ein Säugling ist auch manchmal Stress, Schlafmangel etc da ist man nicht; werbefacelächelnd wie bei Hipp. Da gehen einem schon mal die Nerven fliegen. Und wenn es ihm zuviel ist....die FS kann nicht mal eben ans Leben eine WhatsApp schreiben: ist mir zu viel Stress, ich mach die nächsten 18 Jahre nicht mehr.

Wie war Eure Beziehung bevor das Baby da war?
Worüber gab es den Krach?
Wo siehst Du Deine Schuld?
Und wodurch ist er liebenswert genug?
 
E

Elissa

  • #12
Per What´s Ap Schluss machen, wenn man Vater ist...? Für mich klingt das alles ziemlich "teenie-haft". Normalerweise setzt man sich als Eltern zusammen und klärt die Einzelheiten der Kinderbetreuung, des Unterhalts, der Besuchsregelung etc., wenn die Beziehung wirklich nicht mehr zu retten ist. Nach so einem Verhalten würde ich an deiner Stelle versuchen, mein Leben mit Tochter alleine in den Griff zu bekommen. Hoffentlich verdient er wenigstens genug, dass er den Kindesunterhalt pünktlich zahlen kann. Viel mehr hast du von einem Mannn, der so schnell das Handtuch wirft, nicht zu erwarten. Ich finde, er macht es sich zu einfach: Eine What´s Ap-Nachricht ... und weg mit Kind und Freundin! Wahrscheinlich hat er schon die Nächste am Start.
Üfrigens, an alle die das anders sehen: an der Schwangerschaft ist nicht nur die FS "Schuld". Dazu gehören immer noch zwei. Und beide sind in der Verantwortung !
 
  • #13
Danke für die vielen Reaktionen und Tipps. Es waren viele unterschiedliche Gedanken dabei und ich werde mir einige sicher zu Herzen nehmen, denn das wichtigste ist bei allem unsere Tochter.
Selbstverständlich haben wir über das Zusammenziehen gesprochen. Er wollte zu uns kommen, da er keinerlei Familie mehr hat. Aber um diesen Schritt zu gehen, fehlte eine entsprechende Arbeitsstelle. Diese ist hier leider nicht so einfach zu finden, leider.
Ich empfand unsere Beziehung von Anfang an sehr ehrlich und liebevoll. Und ja, trotz Fernbeziehung, hatte ich das Gefühl ihn zu kennen. Doch jetzt habe ich Angst ihn mit jeder Kontaktaufnahme zu bedrängen. Diese Umstellung von jetzt auf gleich ist wirklich hart. Vor ein paar Tagen war er die Person mit der ich alle Gefühle teilen konnte und jetzt will er nicht mal mehr etwas über seine Tochter wissen.
Ich habe mich schon etwas belesen und mir eine Beratungsstelle gesucht. Vielleicht kann man sich dort auf neutralem Boden treffen und das zukünftige Vorgehen besprechen. Danke für die Unterstützung.
 
  • #14
Das Problem dürfte die schnelle Schwangerschaft gewesen sein. Wegen des Kindes wird der Mann es versucht haben. Wahrscheinlich hätte es ohne Kind nie eine richtige Beziehung gegeben. Ein Kind kann Defizite in der Paarbeziehung aber nicht ausgleichen und es macht die Frau für den Mann auch nicht wichtiger. Kämpfen würde ich nicht. Das hat der Mann sicher schon lange mit sich selbst getan. Du wirst ihn nicht umstimmen können und wenn doch, wird es das Ende nur hinausschieben. Noch bist Du jung und ein (Anfangs noch fremdes) Kind stört einen guten Mann nicht. Mit dem Vater des Kindes würde ich nur eine harmonische Elternbeziehung anstreben. Fertig.