• #1

Er hat sich von mir getrennt

Hallo ihr Lieben,

in der Regel bin ich im Forum eine stille Mitleserin.
Da ich zurzeit leide wie ein Tier, habe ich das Bedürfnis nun ein eigenes Thema zu eröffnen.

Mein Partner (27) und ich (28) waren 2 Jahre zusammen und am Samstag dann nach langem Bohren meinerseits: er hat sich die letzten Wochen immer wieder Gedanken gemacht und seine Gefühle wurden immer größer, dass ich nicht die Richtige für ihn bin. Er kann sich nicht vorstellen mal mit mir zusammenzuziehen, eine gemeinsame Zukunft zu haben.

Für mich ist in dem Moment eine Welt zusammengebrochen. Wir haben beide geweint, konnten nicht mehr viel sagen. Zum Abschluss sagte er noch, dass er seine Gefühle ja nicht selber verarschen kann.

Ich bin dann gefahren. Seitdem versuche ich mich abzulenken, weine viel und stehe vollkommen neben mir.

Natürlich habe ich Hoffnung, dass er merken wird dass es doch die falsche Entscheidung war und sich bei mir meldet. Doch ich bin natürlich realistisch und weiß, dass es so nicht kommen wird.

Er ist ein Mensch voller Tatendrang. Immer reisen usw. Oft habe ich seine Bedürfnisse über meine gestellt und mich mitziehen lassen, obwohl ich mich gar nicht richtig wohl dabei gefühlt habe (z.B. immer von zu Hause weg zu sein). Ich weiß, dass das keine gute Basis war und ich diesen Fehler in der nächsten Beziehung nicht nochmal gehen werde.

Ich bin zurzeit ein Wrack, unendlich traurig und hilflos. Ich gehe arbeiten um mich abzulenken und versuche nicht zu oft an ihn zu denken. Es fällt mir schwer.

Habt ihr einen Tipp für mich wie ich es schaffe schneller auf die Beine zu kommen? Was ich jetzt auf keinen Fall tun sollte?
 
  • #2
Liebe Easy. Ja, schlimm. Das weiß jeder von uns. Sehr gut ist das Buch von Doris Wolf: "Wenn der Partner geht".

Machst Du vermutlich schon: die absolute Kontaktsperre. Und auch sehr gut finde ich, dass Du arbeiten gehst. Wenn man alleine daheim sitzt und grübelt wird es auf keinen Fall besser.

Vielleicht wolltest Du ja schon immer mal Deine Wohnung tapezieren oder neue Möbel anschaffen? Irgendwohin eine Reise machen? Dann wäre jetzt ein guter Zeitpunkt.

Sehr wenig hilfreich sind die ganzen Ex-Back-Strategien. Dadurch wird ein langes Hoffen aufrechterhalten, was letztendlich dem Loslassen im Weg steht und Deinen Neuanfang hinauszögert.

Mach Dir mal eine ehrliche Liste mit allen Nachteilen, die diese Beziehung und auch er hatte. Du wirst überrascht sein. Mir hat sowas immer sehr gut geholfen. Noch besser hat geholfen, wenn ich eine Wut entwickeln konnte. Da fällt Dir bestimmt noch was ein....

Dann mach Dir eine Liste, mit Dingen, die Dich jetzt interessieren könnten bzw. die Dir gefallen könnten: Yogakurs, Kosmetikerin, mit Freundinnen Kaffeetrinken, einen Tanzkurs machen, was auch immer. Und die verfolgst Du jetzt ,auch wenn Du anfänglich gar keine Lust dazu hast.....

Sei auch mit Dir nachsichtig. Erwarte jetzt keine Höchstleistungen. Du bist verletzt und das akzeptierst Du jetzt erst einmal. Freue Dich auf den Tag, an dem Du den Sinn, den das alles gehabt hat, erkennen wirst. Bei mir war es bis jetzt immer so. Viel Glück.
 
P

proudwoman

  • #3
Liebe @Easy88 , die @Moona hat im Prinzip schon alles dazu gesagt! Du hast einen schlimmen Liebeskummer. Und es wird Dir auch im Augenblick nichts helfen, wenn ich Dir sage, dass wir alle im Laufe unseres Lebens diese Talsohle ein paar mal durchlaufen. Sage Dir auch immer wieder, dieser Mann war es nicht für Dich, vielleicht hat er festgestellt, dass es einfach nicht passte. Er war der aktive Part, Du bist mitgelaufen und hast Deine Wünsche hintan gestellt, das geht auf Dauer nicht gut. Wahrscheinlich hat er einen zu großen Teil Deines Lebens beansprucht. Das bricht jetzt weg und Du spürst nun die große innere Leere.
Das Buch von Doris Wolf ist ja fast schon Pflichtlektüre hier. Ich habe es auch durch und es hat mir sehr geholfen.
was ich auch noch empfehlen kann ist von Alexander Janzer "Liebeskummer überwinden" und von Elena-Katharina Sohn, alles zu diesem Thema.
Ein ganz wichtiger Tipp auch von mir: Konsequente Kontaktsperre!
Sei lieb gegrüßt. W62
 
  • #4
Liebe FS
zuerst, was Du auf keinen Fall tun solltest:
- ihm hinterhertelefonieren oder schreiben
- umgehend reagieren, wenn er sich meldet. Nimm' Dir Zeit und schau darauf, wie es Dir damit geht, wenn er wieder versucht in Dein Leben zu kommen. Bei vielen Männern lässt die Eitelkeit nicht zu, dass die Frau Ihnen nicht nachjammert und sie tun viel, um die Heilung der geschlagenen Wunden zu verhindern.

Was Du tun solltest:
- so leben wie Du willst, wie es für Dich artgerecht ist und was aufgrund der fehlenden Passung mit ihm immer zu kurz gekommen ist.
- aufschreiben, was an ihm nicht gut war, was zwischen Euch nur gut lief, weil Du Dich zurückgenommen und ihm angepasst hast.
- rausgehen, mit anderen was unternehmen. Das muss nicht Partymachen sein, Sport geht auch oder ein Sprachkurs/fremdsprachlicher Konversationskurs oder ein Kreativkurs, Musik machen .... Es gibt so viele Möglichkeiten.
- was Neues anfangen, was Du immer schon machen wolltest
- froh sein, dass er nach 2 gemeinsamen Jahren Klarheit geschaffen hat, statt weiter rumzueinern oder gar mit Dir zusammenzuziehen und Dich nach weiteren 3-4 oder noch mehr Jahren zu verlassen
 
M

Michael_123

  • #5
Hallo @FS,

Er ist ehrlich, hat Dich nicht betrogen, sondern Klartext gesprochen. Für Dich hart, aber fair.

Lieber spricht ihr jetzt offen und habt euch jetzt getrennt, als in zwei, drei Jahren!

Loslassen können ist nun das Gebot der Stunde, ein konsequenter Schnitt / Cut. Und Du solltest Dinge tun die Dir Spaß machen und gut tun, an Dich denken. Jetzt hast Du die Möglichkeit!

Die schönen Erinnerungen bleiben Dir, die zu verbessernden Dinge nimmst Du in eine künftige Beziehung mit...

Alles Gute!
 
  • #6
Ich hatte auch schon furchtbaren Liebeskummer und auch andere erhebliche seelische Nöte.
Manchmal hat es so wehgetan, dass ich dachte, ich halte es nicht aus.
Ich wollte dann nur, dass der Schmerz aufhört und ja, ich habe dann auch immer ganz kurz dran gedacht, mich richtig zu betäuben.
So stark zu narkotisieren, dass ich wenigstens kurze Zeit den Schmerz nicht spüre.
Du verstehst ? Ich habe an Drogen gedacht oder auch an Alkohol.
Zum Glück habe ich keine Ahnung, wie man an Drogen rankommt und Alkohol schmeckt mir ums V**** nicht, da hätte ich schon vor dem kleinsten Rausch brechen müssen.

Ich habe was ähnliches gefunden, wenn auch nicht ganz so wirksam, aber fast.
Ich habe mich körperlich bis an alle Grenzen verausgabt.
Wirklich so, dass mein Kopf fast geplatzt wäre.
Das überlagert tatsächlich, wenn auch nur kurzfristig, selbst die allergrößte Pein.
Ich war meistens im Fitnessstudio, aber wenn das in der Nacht schon geschlossen hatte, bin ich draußen gerannt.
Lange und so schnell ich konnte. Bis kurz vorm Lungen- und Kopfplatzen.
Währenddessen dachte ich nichts, das half super.
Und auch danach half es noch weiter, so dass ich z.B. schlafen konnte.

Das löst natürlich dein Problem nicht, es ist nur eine Sofortmaßnahme, wenn es mal ganz schlimm ist.

Und weißt du, was daran auch noch gut ist ?
Du nimmst ein bißchen ab und wirst ein bißchen straffer.
Kann auch nichts schaden für's notwendige Wiedererlangen des Selbstbewußtseins nach einer Demütigung wie dem Verlassenwerden oder Versagthaben ( bei wir war's nicht nur Liebeskummer ).

w 49
 
  • #7
Du klingst für mich so, als ob du schon die richtige Einstellung hast. Mach dir bewusst was in der Beziehung nicht gut war, was dich gestört hat und wo du dich selbst eingeschränkt hast. Aber das scheinst du ja schon zu tun und das ist auch gut so. Genieße ganz bewusst die Momente, in denen du dich früher für ihn angepasst oder eingeschränkt hättest. Fühle die Freiheiten die du jetzt hast. Mache dir auch bewusst, dass du jetzt zwar leidest, aber das begrenzt ist. Trotz allem braucht man Zeit um das zu verarbeiten, aber wenn es dann überstanden ist lächelt man meistens beim Gedanken an diese Zeit. Alles Liebe!
 
  • #8
Fühle dich umarmt, liebe FS.

Eine Trennung, wenn man noch verliebt ist, tut höllisch weh. Sei dir aber bewusst, dass dieses miese Gefühl weggeht. Es dauert Monate, bei einigen sogar Jahre (bei mir waren es 2 Jahre, aber wirklich schwer war es ein halbes Jahr). Das heißt aber nicht, dass auf dich in dieser Zeit nichts schönes wartet. Es gibt so viel wertvolles im Leben unabhängig vom Partner. Halte daran erstmal fest. Hole dir Hilfe von Familie, Freunde, Kollegen. Finde ein neues Hobby, mache viel Sport.
Und bleib geduldig, erwarte nicht zu viel von Dir. Weine, wenn dir danach ist.

Meryl Streep sagte jetzt bei den Golden Globes: "Like my friend Princess Leia said: Take your broken heart and make it into art." Meryl ist eine Inspiration. Starke Frauen helfen, sie sind ein Idol. Es hilft mir immer Interviews und Filme mit ihr zu gucken.

Alles alles Liebe Dir. Glaube mir, es wird besser, aber ich weiß, wie schmerzhaft es jetzt ist.
 
  • #9
Mein letzter Liebeskummer begann vor 4 Jahren, 4 Monaten und 15 Tagen. Ich habe gedacht, dass mein Leben nun zu Ende ist. Ich lief teilweise rum wie betäubt. Und damit ich wenigstens mal schlafen konnte und nicht denken musste habe ich als absolute Nichtalkoholtrinkerin meinen Cocktail gefunden: 100ml Jägermeister mit 2 Schlaftabletten. Das war meine Notfallpalliativmaßnahme. Habe ich aber nicht immer und auch nicht oft gemacht. Aber es war schon beruhigend zu wissen, dass ich es könnte......

Irgendwann erzählte mir eine Freundin von der Stoffwechselkur. Irgendwann entschloss ich mich, sie zu machen. Und ich nahm ab. Kilo um Kilo. Meine Laune und mein Selbstbewusstsein stiegen. Ich machte Sport und bekam mit Ende 40 einen tollen straffen Körper.

Ich erinnere mich, als ich gerade auf der Waage stand und jubelte, da kam eine SMS vom Ex. Die hat mich gar nicht mehr interessiert. Stattdessen habe ich ein schönes Kleid angezogen und bin zum Tanzkurs gegangen. Und dort habe ich ihn kennengelernt. Meinen jetzigen Partner, mit dem ich seit genau 2 Jahren zusammen bin. Wenn ich ihn mit dem Ex vergleiche ist es mir fast schon peinlich, dass ich mit meinem Ex zusammen war. Er ist nur noch ein peinliches dunkles Kapitel in meinem Leben. Aber ich musste da durch, um dorthin zu kommen, wo ich jetzt bin.

Ach ja, es waren 4 Konfektionsgrößen und 30 kg, die ich abgenommen habe.

Wie heisst es so schön: wenn das Leben einen Gang höher schaltet, dann kann es schon mal ruckeln.......
 
  • #10
die ersten Monate sind schlimm. Versuche wirklich jeglichen Kontakt zu vermeiden. Auch dein Ex sollte dich unbedingt in Ruhe lassen. Ich drücke dir die Daumen, dass es dir ganz bald wieder gut geht. Denk immer dran.. "alles im Leben hat seinen Sinn".

Lass die Zeit für dich arbeiten. Es wird wieder. Versprochen.

Fühl dich umarmt!
 
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  • #11
Hallo Easy88,

ich schließe mich vielen der bereits genannten Tipps an.
Sehr wenig hilfreich sind tatsächlich die ganzen Ex-Back-Strategien, kann ich aus Erfahrung nur bestätigen, Finger weg.

Zum los lassen, verabschieden muss man leider durch einige Phasen durch, zum Schluss erst kommt die Gleichgültigkeit. Also leiden gehört leider am Anfang dazu. Was mir half, war mit Freunden reden, gut, wenn man mehrere hat, denn mein redebedarf war echt viel. Ablenkung habe ich durch Tanzkurse gehabt und auch durch neue Bekanntschaften. Dann wurde die alte Beziehung immer blasser. Nutze diese Zeit, um Dich besser kennen zu lernen und zu wachsen.

Alles liebe und Kopf hoch.
 
  • #12
Vielen Dank - ich habe mich wirklich über jede einzelne Antwort gefreut!

Heute sind es 4 Tage her und der erste Schock ist zwar verdaut, doch es geht mir noch nicht besser.

Gestern hatte ich so einen hoffnungsvollen Tag - ich habe die ganze Zeit gehofft, dass er sich meldet und alles zurückdrehen möchte.
Obwohl ich, wenn ich ehrlich bin, noch nicht mal wüsste, ob ich das wirklich 100%ig möchte.
Ich habe mir eine Liste gemacht mit all den Dingen, die mich in unserer Beziehung gestört haben und die Liste war recht lang.
Ich bin ein sehr emotionaler Mensch mit einem großen Herz und er hatte leider Eigenschaften wie dass er mir (und auch anderen) oft nicht zugehört hat, gar nicht auf meine Bedürfnisse eingegangen ist, nicht für mich da war als ich mein Haustier nach 16 Jahren verloren habe, usw. Nur ein paar Dinge von der Liste.

Ja - man könnte meinen warum ich ihm dann noch hinterhertrauere... Natürlich hatten wir viele schöne Momente, sind viel gereist und die Welt erkundet. Doch diese elementaren Dinge, wie oben beschrieben, haben gefehlt.

Ich glaube unsere Welten waren einfach zu verschieden. Ich komme aus ganz normalen Verhältnissen, habe eine eigene Wohnung, bin unabhängig und muss mit meinem Geld wirtschaften. Er wohnt noch auf dem Hof seiner Eltern, die Geld wie Sand am Meer haben. Er hat eine Putzfrau, keine monatlichen Fixkosten - manchmal dachte ich "keine Ahnung vom Leben".

Das Buch von Doris Wolf "Wenn der Partner geht" habe ich übrigens direkt bestellt - danke für den Tipp!

Und danke nochmal an euch allen für die lieben Worte...
 
  • #13
Heute sind es 4 Tage her und der erste Schock ist zwar verdaut, doch es geht mir noch nicht besser.
Gestern hatte ich so einen hoffnungsvollen Tag - ich habe die ganze Zeit gehofft, dass er sich meldet und alles zurückdrehen möchte.
Ich glaube, es gibt bei jedem Verlust, auch wenn es um den Tod eines Menschen geht, vielleicht sogar wenn es um die Arbeitsstelle geht, die man mochte, aber auf jeden Fall, wenn man verlassen wurde, gewisse Phasen, die jeder durchlaufen muß, die immer alle vorhanden sind, sicher mit verschiedener Gewichtung und Intensität und die immer in der gleichen Reihenfolge ablaufen.
Und ich denke, wenn man sich diesen oder einzelnen Phasen verweigert, man nicht drumherum kommt, sondern sich das dann später Bahn bricht.

Das beste ist wohl, sich der Sache zu stellen.
Zu akzeptieren, dass es Trauer gibt und das auszuhalten.
Nicht zu verdrängen oder durch Aktionismus zu überlagern. Z.B. schnell einen anderen Mann zu küssen, um sich zu trösten.

Die erste Phase ist, soweit ich weiß, das Nichtwahrhabenwollen.
Die Hoffnung, man sei in einem Alptraum und erwache gleich ( erster Morgen danach ? ).
Oder die Hoffnung, er habe das nicht so gemeint und komme sicher gleich mit einem Blumenstrauß um die Ecke und bittet, ihr zu verzeihen.
( das habe ich übrigens tatsächlich mal vor ca. 25 Jahren erlebt. Wirklich genauso. Er machte mit mir Schluß, rief dann aber am nächsten Tag an und nannte mich Schatz und tat, als sei nichts. Ich sagte 'wie Schatz ? Du hast gestern mit mir Schluß gemacht. Willst du jetzt was bestimmtes ? Wenn nicht, möchte ich lieber auflegen' Und das tat ich. Eine Stunde später dann die Blumennummer. Ich hab ihn zurückgenommen. Ich denke aber, dass diese Entwicklung eher selten sein dürfte ).

Dann kommt die Phase, in der man es glaubt, dass er Schluß gemacht hat und das auch wirklich so bleiben wird.
Na, und da bist du nach vier Tagen halt noch nicht.

Sei dir nicht böse, dass du diese irrationale Hoffnung hast.
Du weißt, dass er nicht zurückkommt, aber in deinem Herzen ist das noch nicht angekommen. Das ist normal.
Ich denke, je besser du dich deinen Gefühlen stellst, desto besser kommst du über ihn hinweg.

Wir hier alle fühlen mit dir, ich hoffe, das hilft ein bißchen.

w 49
 
  • #14
Liebe Easy. Wenn der Schmerz erst mal nachlässt, wirst Du die negativen Dinge noch deutlicher sehen.

Jetzt ist die Gelegenheit an der Achtsamkeit gegenüber eigenen Bedürfnissen zu arbeiten, sich selbst wertvoll zu werden. Denn nur so ziehen wir auch einen Partner in unser Leben, dem wir ebenfalls wertvoll sind.

Es kommt der Zeitpunkt, an dem Du Deinem Ex dankbar sein wirst. Denn eine Beziehung, in der die eigenen Bedürfnisse so permanent übergangen werden, ist ungesund.

Für mich formt sich so ein Bild von einem verwöhnten Ex, der schon als Kind verwöhnt wurde und niemals lernen konnte und musste, auf andere Rücksicht zu nehmen oder sich auch mal um was anderes zu kümmern wie um die eigenen Interessen. Ehrlich gesagt ist das nichts, was das eigene Wohlbefinden steigert. Ein Partner auf Ego-Trip. Das lässt sich noch überbieten, da bin ich mir ganz sicher.

Ich finde, dass Du trotz des Schmerzes gut aufgestellt bist. Du wirst gestärkt und mit neuen Erkenntnissen aus dieser Sache hervorgehen. Alles Gute und viel Glück.
 
  • #15
Ja es gibt diese 4 Phasen während/nach einer Trennung. Selbst extrem erlebt, obwohl ich mich trennte. Diese sind Wirklich sehr schwer für viele. Jedenfalls für mich war es so. Es war alles, wirklich alles dabei.Und ich voll von Trauer, Wut, Angst, Hoffnungslosigkeit, Hoffnung,Müdigkeit und vieles mehr. Ab dann kam irgendwann die 5. Phase. Die Erlösung sozusagen.
Seid eurem Ex-partner dankbar! Ja: Dankbar!
Als ich begann aufrichtig so zu fühlen, ging es mir wieder Richtig gut.
Ich bin dankbar für die langen Jahre mit Ihr und das was ich mit Ihr erleben durfte und gelernt hatte. Dankbar für einen Wunderbaren Sohn. Dankbar dafür, all ihre Seiten und Eigenschaften kennengelernt zu haben. Dankbar das sie nie ein schlechter Mensch war/ist, sondern einfach nur ihre Fehler hatte wie ich auch. Dankbar das wir uns so trennten wie wir es taten. Dankbar das sie mir bei brachte wie man Richtig gut und lecker kocht. Dankbar das sie meine erste große Liebe war.
Und dieses Gefühl bedeutet los lassen.
m46
 
  • #16
Ja es gibt diese 4 Phasen während/nach einer Trennung. Selbst extrem erlebt, obwohl ich mich trennte. Diese sind Wirklich sehr schwer für viele. Jedenfalls für mich war es so. Es war alles, wirklich alles dabei.Und ich voll von Trauer, Wut, Angst, Hoffnungslosigkeit, Hoffnung,Müdigkeit und vieles mehr. Ab dann kam irgendwann die 5. Phase. Die Erlösung sozusagen.
Seid eurem Ex-partner dankbar! Ja: Dankbar!
Als ich begann aufrichtig so zu fühlen, ging es mir wieder Richtig gut.
Ich bin dankbar für die langen Jahre mit Ihr und das was ich mit Ihr erleben durfte und gelernt hatte. Dankbar für einen Wunderbaren Sohn. Dankbar dafür, all ihre Seiten und Eigenschaften kennengelernt zu haben. Dankbar das sie nie ein schlechter Mensch war/ist, sondern einfach nur ihre Fehler hatte wie ich auch. Dankbar das wir uns so trennten wie wir es taten. Dankbar das sie mir bei brachte wie man Richtig gut und lecker kocht. Dankbar das sie meine erste große Liebe war.
Und dieses Gefühl bedeutet los lassen.
m46
Das ist ein wunderbarer Beitrag, danke.

Genau das Thema Dankbarkeit diskutierte ich gestern in einer anderen Runde bzgl. Trauer / Verlust.

Mit Dankbarkeit für gute Momente, Erinnerungen kann man sich versöhnen, seinen eigenen Frieden finden, loslassen, verabschieden.
Dankbarkeit ist ein positives Gefühl, ein ganz mächtiges Gefühl ( gegen Schuldgefühle, Aggression, Neid,...)
Die Erinnerung an gute Momente tut erst mal weh, da kommt der Schmerz des Verlustes, da erst ist richtige Trauer möglich, mit / ohne Tränen.
Diesen Raum, diese Zeit braucht es, auch für die anderen Gefühle wie Wut, Verzweiflung, etc.
Wenn dann die Dankbarkeit kommt, ist es abgeschlossen.

Liebe Easy, nicht die Gefühle unterdrücken. Zulassen, Raum geben, und vielleicht magst Du Dich mit diesem Impuls Dankbarkeit beschäftigen.
 
  • #17
Auch mir hat @neverever s Beitrag sehr gefallen und jetzt mag ich ihn noch ein bißchen mehr als ohnehin schon.

Ja, Dankbarkeit.
Oder Freude darüber, etwas gehabt zu haben.
Nicht die Trauer, dass man es nicht mehr hat.
Das ist das Ziel nach erfolgter Trauer'arbeit'.
Wenn man dort ankommt, kann man wieder glücklich werden.

Ich muß da noch dran arbeiten, seit neverevers Beitrag denke ich darüber nach.
Ich bin glücklich in meinem Leben, aber ich hege immer noch, nach 20 ( ! ) Jahren Groll gegen meinen Ex.
Ja, da ist sehr wenig, was ich positiv bewerten könnte, aber nicht nichts.
Immerhin habe ich ihm meine Tochter zu verdanken.
Wenn er auch null beigetragen hat, außer einmal ein bißchen zu stöhnen, so sind doch immerhin seine Gene gut :)

...Mist, ich werde schon wieder witzig. Ich erkenne, ich muß noch dran arbeiten.

Aber eins ist mir tief bewußt und das kann ich jedem, der leidet, nach dem er verlassen wurde, als Trost sagen:
Ist es nicht besser, wenigstens einen Tag glücklich gewesen zu sein, als nie ? Auch wenn es danach weh tut.

Dazu muß man aber nicht zwingend einen Partner haben, nicht mal begehrt werden, nicht mal Sex haben.

Ich habe eine neue Kollegin, mit der habe ich mich kürzlich lange unterhalten.
Ich erzählte ihr, dass ich während meiner AE-Zeit immer aufgefordert wurde, mir einen Mann zu suchen und wie sehr mich das genervt hat.
Da platzte es raus und sie hörte gar nicht auf, davon zu reden, wie sehr es auch ihr auf die Nerven gehe, ähnliches zu hören.
Sie sei eine alte Jungfer, muß sich leider öfter hören.
Ja, sie hatte nicht das Allergeringste mit einem Mann, ist jetzt Mitte 50 und wohnt immer noch bei ihrer Mutter.
Die ist inzwischen ein bißchen dement, daher schlafen sie im gleichen Zimmer.
Die Mutter ist nett und sie liebt sie.
Sie hat mir vorgemacht, wie sie nach der Mutter ruft, wenn sie nach Hause kommt, das war ganz entzückend.
Hört sich strange an, nicht ?
Diese Frau kam mir aber gar nicht depressiv vor, sondern völlig normal und nett und fröhlich, aber nicht exaltiert.
Ganz normal und nett.
Ich glaube, ich frage sie, ob wir uns mal auf einen Kaffee treffen wollen.

Das Leben ist bunt und es gibt nicht nur einen Weg zum Glücklichsein.

w 49

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