• #1

Er kann seine Gefühle nicht zeigen und trennt sich - was soll ich tun?

Hallo zusammen

Ich brauche euren Rat. Ich bin seit einem halben Jahr mit meinem Freund zusammen. Momentan ist es sehr schwierig. Er kann aufgrund eines schweren Erlebnis in seiner Kindheit seine Gefühle nicht offen zeigen, ich hingegen bin ein sehr emotionaler Mensch. Am Sonntag hatten wir uns wegen dem in die Haare gekriegt. Er meint, ich dränge ihn in die Ecke, er brauche einfach mehr Zeit. Das verstehe ich auch und ich will mich in dieser Hinsicht ja auch wirklich ändern. Mir fällt es einfach schwer, dass er seine Gefühle nicht zeigt und ich habe dann immer das Gefühl, das er mich nicht liebt. Er hat mich aber schon seiner ganzen Familie vorgestellt und meine kennt er auch schon. Und alle sind der Meinung wir passen perfekt zusammen.

Am Montag hatte er dann wieder ein dramatisches Ereignis in seiner Familie, was ihn völlig aus der Bahn geworfen hat. Ich wollte ihm meine Hilfe anbieten und für ihn da sein, er meinte jedoch er brauche jetzt erst mal seine Ruhe. Als ich dann nochmals nachfragte meinte er, ich solle ihn einfach Mal eine Zeit in Ruhe lassen und er wolle sich vorübergehend von mir trennen weil er seine Ruhe brauche und dann nochmals weiter schauen.

Ich bin echt verzweifelt, weiss nicht was ich tun soll. Kann kaum noch schlafen und essen erst recht nicht. Seine Reaktion verstehe ich nicht. Ich liebe ihn wirklich, er ist mein absoluter Traummann.

Wann soll ich mich wieder bei ihm melden? Und wie stehen unsere Chancen?

Danke für eure Hilfe
 
  • #2
Liebe Rubia. Für das Führen einer Beziehung bedarf es durchaus gewisser "Fähigkeiten", unter anderem einer gesunden Psyche und einer guten Prägung durch die Herkunftsfamilie. Und genau das scheint er nicht zu haben.

Er kann nicht, das würde ich ihm glauben. Ich weiß inzwischen, dass man solche mit Liebe und Verständnis nicht heilen kann. Aber Du kannst daran zugrundegehen. Du bist schon dabei zu leiden. Und besser wirds nicht.

Nein, ich sehe keine Chancen, dass sich das ändern wird. Es kann gut sein, dass er Dich bald wieder vermisst und sich bei Dir meldet. Aber nicht, dass er sich ändert.

Frag ihn mal nach seiner Beziehungsvergangenheit. Jede Wette: da ist noch nichts nennenswertes gelaufen, aber möglicherweise einige gescheiterte Versuche und Bruchlandungen. Und Du könntest die nächste sein. Jede Wette: Du bist nicht die erste, die sich an ihm die Zähe ausbeisst. Viel Glück. Es gibt auch normale Männer.
 
  • #3
Für jemanden der so ist wie dein Freund, gibt es nichts schlimmeres als das was du jetzt machst. Nachkletten, drängeln, bedrängen. Es ist verständlich das du dich nicht reinversetzen kannst. Du willst vordergründig helfen, willst aber Sicherheit rauspressen, weil du deine Felle schwimmen siehst. Aber es ist wirklich so. Wenn du nicht auf ihn eingehst und mal loslässt und einfach nur Hilfe anbietest und mal die Füße stillhalten kannst, dann musst du eben weg. Ist leider so, das so jemand dann um sich tritt um endlich Ruhe zu bekommen. Es gibt Menschen die schon in kleineren Situationen so unter Druck geraten das sie erst mal die Nächsten abkoppeln und alles was nicht wirklich nötig ist. Da gehörst du zu, weil du noch relativ neu im System bist. Das einzige was du nun tun kannst ist den Rückzug antreten. Mit solchen Menschen umzugehen ist aber ehrlich gesagt ein Kunststück und es gibt sicher normalere und einfachere Partner. Er ist eben im Grunde nicht in der Lage eine normale Beziehung zu führen. Zu verstrickt in andere Probleme. Da kannst du nichts dran machen. Und dafür kannst du auch nichts. Menschen aus dem Umkreis wegzudrängen kann durchaus ein Symptom u. a. für eine posttraumatische Belastungsstörung sein. Auch das ist aber nicht so einfach zu handeln oder gar zu bereinigen. Lass in mal eine Weile in Ruhe. Ich würd emir aber überlegen wenn er wieder ankommt ob das so ideal ist. Normalerweise kommt sowas immer wieder vor. w50
 
  • #4
Respektiere seinen Wunsch und lass ihn wirklich in Ruhe.
Natürlich fällt es dir schwer, aber gib ihm Zeit - er wird sich bestimmt bei dir melden.
Auf Dauer müsst ihr allerdings eine andere Lösung finden, er kann nicht immer abhauen wenn er in einer schwierigen Situation ist.
Ihr seid noch nicht ewig zusammen, er muss noch lernen seine Sorgen zu teilen und sich dir zu öffnen und mit dir über alles sprechen zu können. Das muss geübt werden und wird vermutlich lange dauern bis er komplett über seinen Schatten springen kann.
Aber wie gesagt - lass ihn erstmal in Ruhe...
Alles Gute euch beiden!
 
  • #5
Hallo Rubia,
ich hatte mal einen ähnlichen Fall im Freundeskreis. Es ist ein ewiger Kampf gewesen. Aus Liebe versucht man seinem Partner zu helfen, aber es macht einen oft selbst kaputt.
Dein Freund merkt wahrscheinlich gar nicht, wie er dich mit seinem Verhalten verletzt. Wenn er sich dir emotional nicht richtig öffnen kann, muss das nicht automatisch heißen, dass er dich nicht liebt. Aber in Situationen, wo das Erlebte wieder hoch kommt, denken die Betroffenen eben oft nur an sich, was auch vernünftig ist. Macht er denn eine Therapie? Ich kann dich aber auch verstehen, dass es dich verletzt. Du musst dir bewusst werden, ob es sich für dich lohnt, gemeinsam mit ihm daran zu arbeiten und ob du akzeptieren kannst, wenn er auch mal Abstand braucht. Hat er dir denn erzählt, was in seiner Kindheit passiert ist? Das wäre auf jeden Fall ein großer Beweis dafür, dass er dir vertraut und sich dir öffnet. Ich würde ihm erst noch mal ein paar Tage Zeit lassen, sich bei dir zu melden. Er hat dir deutlich gesagt, dass er erstmal Abstand braucht...
 
  • #6
Wie lange seid Ihr zusammen, und wie alt seid Ihr?

Du musst wahrscheinlich generell lernen loszulassen. Du kannst Deinen Freund nicht therapieren. Er hat seine Art gefunden, mit Stress umzugehen. Du kannst das nur so akzeptieren. Wenn Du ihn bedrängst, löst das bei ihm mindestens ebensolchen Stress aus, wie seine Art und Weise, sich zu entziehen, wiederum Dich stresst. Menschen haben unterschiedlich Arten, Gefühle zu zeigen. Jemand, der selten ausdrücklich von Liebe spricht, zeigt es anders. Der Empfänger der Mitteilung muss nur lernen, diese Kommunikation zu verstehen. Wenn er sagt, dass Du ihn lassen sollst, dann lass ihn einfach. Er kommt schon wieder. Und wenn nicht, dann ist das so. Darüber hast Du keine Kontrolle.
 
  • #7
Er liebt dich nicht! Er liebt dich vielleicht als gute Freundin, aber wenn er dir doch schon mehrfach sagt, dass er seine Ruhe will, und sogar schon vor dir fliehen muss, dann lass ihn doch einmal mal endlich in Ruhe?

Zweitens: Wie kannst du bitteschön sagen, dass das dein Traummann ist? Ein Traummann ist für mich, wenn er für dich offen ist, all seine Zeit mit dir verbringen will, dich immer bei sich haben will! Überdenke mal deine billigen Werte!
 
  • #8
Liebe TS,
Ich kann deine Ratlosigkeit nachvollziehen und auch, dass du nicht weißt was du jetzt tun sollst, aber bitte nehme deinen Freund beim Wort. Er möchte seine Ruhe und Zeit für sich, dann gib sie ihm, auch wenn es dir schwer fällt.
Tust du das nicht, riskiert du, ihn vielleicht ganz zu verlieren.

Ich habe den Eindruck, dass du zwar Verständnis für deinen Freund hast, aber dich trotzdem nicht so verhältst wie es demnach sein müsste, sondern ihn bedrängst, mit Fragen löcherst und ihn so in eine Zwickmühle bringst, aus der er scheinbar nur raus kommt, wenn er die Trennung ausspricht. Was er nun auch getan hat.

Warum tust du das? Aus Angst ihn zu verlieren, weil du dich ausgeschlossen fühlst oder du denkst du müsstest so sein?
Biete deine Hilfe an, aber zwing sie ihm nicht auf! Sag ihm dass du immer für ihn da bist, dass du ihn verstehst und ihm die Zeit gibst die er braucht und handle dann auch danach. Dann wirst du auch nie mir in die Situation kommen in der du jetzt steckst, dass er sich aus Verzweiflung von dir trennt.

Jeder Mensch geht mit Geschehnissen und Sorgen anders um. Der eine will reden und zwar sofort, der andere will erstmal für sich sein und dann reden, der nächste will es ganz mit sich alleine ausmachen und gar nicht drüber reden. Jeder hat seinen eigenen Weg und das sollte der Partner akzeptieren.
Vertraue doch darauf, dass dein Freund auf dich zu kommt wenn, wenn er bereit dazu ist um darüber zu reden. Du wirst die erste Person sein der er sich anvertraut, aber erst, wenn er dazu bereit ist.

Schreib ihm eine kurze Nachricht, mit ungefähr folgendem Inhalt.
Hi Schatz, es tut mir leid wenn ich dich bedrängt habe und ich habe verstanden dass das falsch war, denn du gehst mit Sorgen nun mal anders um, wie ich es tun würde. Das ich völlig okay. Ich lasse dir die Zeit die du brauchst und bin für dich da, wenn du reden magst. Ich freu mich auf eine Nachricht von dir. Kuss

Schreib ihm 1! Nachricht und lass ihn dann in Ruhe, auch wenn es schwer fällt. Wenn du in weiter bedrängst, nervst und mit Liebesbekundungen überschüttest wird er euch keine Chance mehr geben und dass ist das letzte was du willst.

Kopf hoch und durchhalten.... Es wird schon wieder
 
  • #9
Liebe Rubia,
@Lyly77 hat einen ähnlichen Thread eröffnet, sie möchte ihren Freund, der ähnlich ist, verstehen lernen.
Möchtest du das auch, lies dort mit.
Frauen und Männer, die teilweise ähnlich ticken, haben sich dort geäussert.
Nur ein kleiner Tip: er hat gelernt, alleine klar zu kommen und seine Probleme zu lösen. Genau das macht er jetzt. Sieh das nicht als "Zurücksetzung deiner Person" an.
Ich drücke dir die Daumen.
Tom
 
  • #10
Wenn ich jemanden bitte, mich mal ungestört zu lassen, und derjenige drängt immer weiter, dann fühle ich mich be-drängt.
Manchmal braucht jede/r mal seinen Raum, Luft, zum Gedanken sortieren, zum einfach nicht denken... Ich gehe dann oft Laufen, alleine, möchte mit mir, meiner Stimmung, meinen Gefühlen alleine sein.
Wenn jemand am Ende deswegen auch noch meine Gefühle in Zweifel ziehen würde, würde ich es fast als eine emotionale Erpressung empfinden (wenn Du mich liebst, dann... ). Ich wäre ganz schnell weg.

Außer dass jede/r wohl seinen Raum mal mehr mal weniger braucht, für manches braucht es Vertrauen, gerade, wenn es um schwierige Themen geht, in der Kennenlernphase lernt man sich erstmal kennen.
Manchmal hat man selbst ein gutes Gefühl dafür, inwieweit einem zu welchem Zeitpunkt erzählen gut tut, gerade wenn es in Richtung Traumata geht.

Die Verknüpfung Kindheitserlebnisse, Bindungserfahrung, und späterer Beziehungsfähigkeit ist zwar durchaus gegeben, aber nicht zwingend.

Es gibt genügend Menschen, denen es gelingt, meist nach therapeutischer Aufarbeitung, diese Muster aufzubrechen und ihren eigenen Weg zu finden.

Nur Druck durch einen Partner/in mag wohl keiner - eine/r ist da empfindlicher, ein/e andere/r toleranter.
Wie es heißt, was man liebt, soll man loslassen...

Hier kommen vor allem die Verlustängste der FS an. Das wäre vielleicht eher das Thema, als die Ferndiagnose, ob evtl. psych. Störungen wie eine (evtl. komplexe) PTBS vorliegt.
Vielleicht ist es "nur" ein ganz normaler Mann, der mit Rückzug auf das Verhalten der FS reagiert.
 
  • #11
Ich kann die FS sehr gut verstehen deswegen auch, weil es mit solchen Menschen wie ihr Freund ist sehr schwer umzugehen ist und man selbst völlig ratlos und hilflos dasteht und es wäre sogar besser, dass man solche Personen niemals als ihre Partner wählt.

Wenn der Freund oder Partner, wie ein Grab schweigt und man nicht weiss, was in ihm vorgeht, kriegt man mindestens Verlustängste. Es kommen Ohnmacht, Hilflosigkeit und Ratlosigkeit dazu aber als schlimmstes Gefühl empfinde ich die Ungewissheit, wie und ob es mit ihm weitergeht. Frau hängt am seidenen Faden.

Solche Menschen, wie er wenn sie traumatische Lebensereignisse hatten in der Kindheit, sind nicht fähig eine vertrauensvolle und offene Beziehung zu führen, es sei denn sie entschliessen sich eine Therapie zu machen und erkennen, dass nicht alle Menschen schlecht sind und ihnen nur "böses" tun wollen. Er muss zu vertrauen lernen, wenn er selbst eine befriedigende und glückliche Partnerschaft erleben möchte.

Dieser Mann hat offensichtlich in keinen Menschen Vertrauen und wird vermutlich auch nicht ein Vertrauen gewinnen, es sei denn mithilfe einer Therapie. Beziehung mit einem solchen Menschen zu führen ist wie Hölle auf Erden. Der offene, freundliche, liebevolle Partner geht daran zu Grunde, weil er das Gefühl hat mit einem kalten Stein liiert zu sein und niemals menschliche Wärme, Zuneigung und Liebe von ihm bekommen kann.

So schweigsam, kühl und distanziert und emotionslos war meine Mutter und ich weiß wie schlimm sich das anfühlt. Man hungert nach Liebe! Es ist wie wenn man nur einen Körper wahrnimmt aber der Rest sein Geist und seine Seele weit weg ist.

Er wird sich niemals ändern und sie soll sich fragen, ob es nicht besser ist, sich zu trennen, statt neben ihm immer nur emotional zu hungern! In einer Beziehung soll niemand Wärme, Zuneigung, Annerkennung, körperlicher Nähe vermissen müssen.

Was ich ihm schreiben würde, wäre ein Brief wie ich ihn wahrnehme und wie ich mich mit ihm fühle, was mir fehlt und weh tut und ihm empfehlen, eine Therapie zu machen um zu erkennen dass nicht alle Menschen auf der Welt sind, wie Familienangehörige. Nicht umsonst gibt es Therapeuten speziellen Traumatherapeuten. Es gibt Hilfe die könnte er annehmen!
 
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  • #12
Wie einige Vorredner hier schon schrieben, gehen Menschen mit schwierigen Situationen unterschiedlich um.

Ich bin auch so ein Typ "Heilung durch Quatschen" und mein Partner so wie deiner. Wenn ihn was plagt, braucht er Ruhe, um nachzudenken und zu verarbeiten.
Das ist wirklich schwierig, weil man einerseits helfen möchte und von den Problemen und Gedanken des anderen auch nicht ausgeschlossen sein will.
Gerade Männer möchten häufig ihre Probleme ganz allein lösen. In dieser Zeit brauchst du auch nicht damit zu rechnen, dass er für dich da ist. Da ist er mit sich selbst genug beschäftigt und du auf dich gestellt.
Manche gehen auch nicht gern mit ihrem Schmerz hausieren. Eure Beziehung ist noch frisch, da kann noch Vertrauen wachsen und er sich dir später mehr öffnen. Das wird aber nicht passieren, wenn du heute schon eher zu einer Belastung als zu einer Bereicherung für ihn wirst.
Es fällt schwer zu akzeptieren, dass man ihm mit Reden und Fragen nicht hilft, sondern noch mehr belastet. Ist aber so, und wenn du mit ihm zusammen sein willst, musst du das so hinnehmen.

Auch dass er seine Zuneigung anders zeigt als mit schwülstigen Liebesbekundungen und Herzchen-Zettelchen am Spiegel. Wenn du handgeschriebene Lyrik brauchst, um dich bei einem Mann wohl zu fühlen, dann wirst du mit diesem nicht glücklich werden. Du wirst ihn nicht ändern.
Nimm die Zeit eurer Funkstille und nutze sie, um über deine Wünsche und Bedürfnisse nachzudenken. Inwiefern es Verlustangst ist, die dich gerade triggert, und ob du bereit bist, daran zu arbeiten. Dann schau, ob dieser Mann dir "genug" ist, so wie er nunmal ist.
 
  • #13
Du bedrängst ihn und klammerst. Willst Dich für ihn auch noch ändern. Sorry, das wird nichts mehr mit Euch. Er hat auch schon den Rückwärtsgang eingelegt und sich getrennt. Ich glaube nicht, dass er sich nochmal meldet. So eine "Trennung auf Zeit" ist die feige Variante der Trennung. Er befürchtet, dass Du die endgültige Trennung nicht akzeptieren wirst. Also serviert er sie Dir häppchenweise.
 
  • #14
Einige Poster finden, dass du richtig bist und dein Freund falsch.
Sie sagen, er müsse lernen, sich dir zu öffnen und alles mit dir zu besprechen.
Er müsse erkennen, dass er dich verletzt, wenn er deine Gegenwart ablehnt.
Einige sagen, dass sie befürchten, dass er sich nie ändern werde.

Aber wer maßt sich an, diese Dinge zu bewerten ?
Kann man nicht auch der Meinung sein, dass du lernen müßtest, Menschen zu akzeptieren, die nicht alles mit dir besprechen möchten ?
Kann man nicht erwarten, dass du erkennst, dass du ihn verletzt, wenn du ihn entgegen seiner Bitten weiter bedrängst, so dass ihm keine andere Wahl bleibt, als sich zu trennen ?
Kann man nicht auch befürchten, dass du dich nie ändern wirst ?

Auch das hier geht in diese Richtung.
Für das Führen einer Beziehung bedarf es durchaus gewisser "Fähigkeiten", unter anderem einer gesunden Psyche und einer guten Prägung durch die Herkunftsfamilie. Und genau das scheint er nicht zu haben.
Ich denke, man könnte genau umgekehrt argumentieren:
'Für das Führen einer Beziehung bedarf es gewisser Fähigkeiten, z.B. den anderen in seinen Bedürfnissen, hier: nach dem Nichtbedrängtwerden, ernst zu nehmen und nicht seine eigene Bedürfnisse, hier: nach Gesprächen höher zu bewerten.

Dein Freund ist nicht falsch und du nicht richtig.
Ihr seid verschieden, das ist alles.

Und es ist sehr eindimensional, aus seinem Anderssein, das die ein oder andere Posterin nicht versteht, abzuleiten, er liebe dich nicht.
Wäre es nicht vielmehr reif und wünschenswert und Ausdruck deiner Liebe, wenn du versuchtest, ihn zu verstehen ?
So wie @Lyly77 im Nachbarthread es versucht.

Immer wenn ich lese, dass ein FS kein Verständnis für die Andersartigkeit seines Partners hat und daher dessen Liebe in Frage stellt, frage ich mich, wie tief seine eigene Liebe zu diesem Partner ist. Ob dieser FS möglicherweise vor allem sich selbst liebt und zu seinem Glück eben einen möglichst kompatiblen Partner sucht.
Liebe ist, wenn man trotzdem liebt.

w 49, die alle Dinge, vor allem die unangenehmen, ausschließlich mit sich alleine abmacht, außer wenn es sich gar nicht vermeiden läßt.
Und die es hassen würde, wenn jemand, z.B. ihr Partner ihr dieses in penetranter Weise nicht zugestehen würde.

Beispiel: ich mußte mal wegen eines kleinen Eingriffs ins Krankenhaus. Ich wußte, ich würde dort nur ca. drei Tage bleiben.
Ich fuhr mit der U-Bahn hin und mit dem Taxi zurück. Niemand erfuhr davon.
Am WE war ich wieder zuhause.
Spazierengehen fiel aus, ansonsten war alles wie immer.
Mein Freund würde durchdrehen und auf der Schwelle meines Krankenhauszimmers schlafen. Deswegen sage ich ihm nichts.
 
  • #15
Das verstehe ich auch und ich will mich in dieser Hinsicht ja auch wirklich ändern. Mir fällt es einfach schwer, dass er seine Gefühle nicht zeigt und ich habe dann immer das Gefühl, das er mich nicht liebt.
Er müsste Therapie machen! Wie willst du dich ändern, wo du doch deine Zuneigung und Liebe zeigst und genau das gleiche zu Recht erwartest? Dich zu ändern bedeutet dich aus der Beziehung komplett rauszunehmen und deine Bedürfnisse zu ignorieren!
 
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  • #16
Er kann aufgrund eines schweren Erlebnis in seiner Kindheit seine Gefühle nicht offen zeigen, ich hingegen bin ein sehr emotionaler Mensch.
Diese Menschen suchen sich genau solche, wie du es bist. Du bist emotional, stabil und zeigst ihm deine Liebe. Das nimmt er, solange er kann. Wenn du irgendwann auch möchtest dass er dir seine Gefühle zeigt, dann wirst du abgewertet und verunsichert, im schlimmsten Fall trennt er sich. Du bist an einem Punkt angekommen, wo du von deinen gegebenen Gefühlen etwas zurück bekommen möchtest. Das kann er nicht. Er nimmt, und wenn du nichts mehr zu geben hast, dann ist er weg.

Es ist ein völlig legitimer Wunsch dass der Partner einem seine Gefühle zeigt. Er wäre nicht mit dir zusammen, wenn du genauso gefühlskalt oder abgestumpft wärst, wie er. Das geht solange, wie du dich anpasst, dann läuft es für ihn bestens. Wenn du dasselbe zurück verlangst, dann wirst du ausgetauscht. Eigene Erfahrung. Muss bei euch nicht so sein.

w(29)
 
  • #17
Warum tust du das? Aus Angst ihn zu verlieren, weil du dich ausgeschlossen fühlst oder du denkst du müsstest so sein?
Man tut sowas, weil einen das Verhalten des Partners verunsichert und zwar zutiefst, sonst hätte man ja andere Handlungskompetenzen. Um zum Nachbarthread der männlichen Verantwortung zu kommen, wo es nicht deutlich wird oder unverständlich war bisher.....aber ja, so übernimmt Frau die Verantwortung für die Beziehung. Nicht Mann. Der macht, "was er will",in diesem Fall wohl keine bewußte Handlung, eher bedingt durch Mechanismen, die man im Laufe des Lebens erworben hat.
Aber auch er sollte, muß, könnte an sich arbeiten, um (s)eine Beziehung zu leben. Eine Partnerin muß schon verstehen, warum jemand so tickt, wie er tickt, der Freund der FS hat es noch nicht verständlich rübergebracht, die FS kann noch nicht entspannt auf seine Reaktion reagieren, ohne starke Verlustängste zu haben. Es muß nicht die FS sein, die da falsch reagiert, Verhalten löst eine Reaktion aus, es wird schnell zu einer Kettenreaktion. Er distanziert sich bis hin zur Trennung, sie versteht es nicht, es löst Ängste aus. Sie kriegt jetzt den Rat, sich zurückzunehmen, weil er Ängste hat. Nur....was passiert denn mit ihren Ängsten? Beide müssten sich gegenseitig Zuversicht und Sicherheit geben, einseitig funktioniert das nicht.
Ich finde, Du, FS, solltest ihn auch ein wenig fordern, wenn er mit Dir zusammenbleiben möchte. Er sollte Dir schon erklären, was los ist , dafür reicht es nicht, einfach zu sagen....
Als ich dann nochmals nachfragte meinte er, ich solle ihn einfach Mal eine Zeit in Ruhe lassen und er wolle sich vorübergehend von mir trennen weil er seine Ruhe brauche und dann nochmals weiter schauen.
Auch er ist in der Verantwortung ,dem Partner die Sicherheit zu geben, dass die Dinge wieder besser werden, auch ohne das man das Signal bekommt, dass man alles falsch macht und der Partner deshalb in "eine Höhle" verschwinden muss.
Wenn er immer so auf Konlikte reagiert , wirst Du es selber merken, wann es an der Zeit ist, zu gehen.
W
 
  • #18
Komplett in Ruhe lassen. Kann sein, dass die Beziehung schon vorbei ist, bzw. nie wirklich stattgefunden hat.
Mach dein eigenes Ding. Ich vermute, er wird sich nach einiger Zeit melden, und dir mitteilen, dass ihm alles zuviel ist und er im Moment keine Beziehung führen kann.
Er wird sich auch nicht ändern und ewig zögerlich bleiben.
 
  • #19
Er hat mich aber schon seiner ganzen Familie vorgestellt und meine kennt er auch schon. Und alle sind der Meinung wir passen perfekt zusammen.
Alles uninteressant, das andere meinen! Einzig was zählt ist die aktuelle Situation, Punkt.
Wann soll ich mich wieder bei ihm melden? Und wie stehen unsere Chancen?
Tue am besten gar nichts und lass ihn in Ruhe, er möchte das so.
Er hat keine Lust auf dich, eine Chance sehe ich nicht!
 
  • #20
Er kann ...... seine Gefühle nicht offen zeigen, ich hingegen bin ein sehr emotionaler Mensch.
Liebe FS,
das passt nicht zueinander und wird nie passen.
Ich bin auch ein Mensch, der mit seinen Gefühlen zurückhaltend ist, lieber alles mit sich selber ausmacht, resp. wenn der andere sehr emotional ist und mich mit seinem Gefühlswust plattmacht.
Und ich kann aggressiv werden, wenn ich mich zurückziehen will, weil ich das für mich brauche und mich dann jemand bedrängt, mir nach deutlich geäußertem Rückzugwunsch immer noch nachsetzt.
Übrigens kann ich viel emotionaler sein und Nähe aushalten, wenn ich mit Menschen zusammen bin, die Rückzugswünsche verstehen und sich davon nicht gekränkt, abgelehnt fühlen und damit Druck ausüben. Auf Druck bin ich hochgradig aversiv.

Lerne zu akzeptieren, dass er sehr oft Deine Gefühle in seinem Leben nicht haben will oder trenn' Dich. Dazwischen gibt es nichts. Wenn er anders könnte, würde er sich anders verhalten und gleiches gilt vermutlich auch für Dich.

Du verstehst seine Reaktion nicht, weil Du immer nur von Dir ausgehst. Versuch' es doch mal mit Empathie - versetz' Dich in ihn hinein und sieh' es durch seine Brille (Du willst Rückzug und er bedrängt Dich). Wie würdest Du das finden?

Überhaupt nicht. Er hat sich zurückgezogen, weil er mit sich was auszumachen hat. Warum kannst Du das nicht akzeptieren. Er hat die Trennung ausgesprochen, nimm' sie als Fakt und respektiere sie. Du kanst nicht wissen, wann seine ruhephase beendet ist, also kannst Du nur zum falschen zeitpunkt kommen und ihn damit noch mehr verärgern. Also lass' ihn in Ruhe bis er von sich aus kommt.

Setz' Dir ein Zeitlimit, wann Du die Beziehung als endgültig beendet betrachtest und frei bist für einen anderen Mann.

Kann Dir keine sagen, ob es eure Chancen überhaupt noch gibt, weil keiner in ihm drin steckt. Eines ist gewiss: wenn Du ihn bedrängst, fallen Deine Canchen ins Bodenlose. Wenn Du die Füße stillhältst könnte es sein, dass ihr noch Chancen habt.

Grundsätzlich haben Beziehungen zwischen sehr emotionalen Menschen und Menschen mit unbearbeiteten Kindheitstraumas sehr schlechte Chancen. Der emotionale Mensch wird permanent abgewiesen, der Traumatiserte fühlt sich bedrängt und ist viel zu instabil für eine Beziehung.

Der Emotionale ist selber instabil, hat sich nicht unter Kontrolle und überrennt sein Gegenüber, ist somit der Letzte, der geeignet ist als Partner für jemanden der belastet ist. Denn der braucht eher einen Ruhepol. Dann geht Beziehung bestens wie ich aus eigener Erfahrung weiß.
 
  • #21
Bist du 100% sicher, dass das mit seiner schlimmen Kindheit und dem 'dramatischen' Ereignis in seiner Familie stimmt?

Was war das für ein Drama?

Es sind schon Omas gestorben, Wellensittiche verendet, der Hund hatte Durchfall etc. etc., nur damit der Mann einen Grund hatte im Moment keine Beziehung eingehen zu können.

Ich habe eine Freundin, die einen 'tollen' Mann kennengelernt hatte. Nach ein paar Wochen war angeblich sein Vater schwer erkrankt, und er konnte sie deshalb nicht mehr sehen, weil er seinen Vater pflegen musste und psychisch am Ende war.

Sie war sehr traurig und wollte geduldig warten bis er wieder aus dem Loch herauskam.

Dummerweise habe ich ihren psychisch traumatisierten Freund, der keine Zeit für meine Freundin hatte, auf einer Ü30 Party tanzend und lachend mit anderen Frauen gesehen - während meine Freundin brav zuhause im Bett lag und von ihrem armen, in der aufopferungsvollen Pflege seines Vaters eingebundenen Freund träumte.

Als ich ihr am nächsten Tag von meiner 'Entdeckung' berichtete war sie schockiert, hatte er doch seinen Vater ein paar Stunden alleine gelassen.

Naja, wie sich herausstellte war der Vater schon etliche Jahre nicht mehr am Leben.

Durch wundersame Weise wurde er für einen gewissen Zweck wieder von den Toten auferweckt.....
 
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  • #22
hier: nach dem Nichtbedrängtwerden, ernst zu nehmen und nicht seine eigene Bedürfnisse, hier: nach Gesprächen höher zu bewerten.
Ich glaube nicht, dass die FS ihre Bedürfnisse höher bewertet. Sie versteht es einfach nicht,warum er so tickt. Ich finde dieses Nichtverstehen durchaus verständlich. Wer so etwas noch nie erlebt hat, kann das nicht einordnen. Zumal er ja gleich die Beziehung beendet, sich jedoch auch die Tür auflässt, die Beziehung wieder aufleben zu lassen. Man könnte auch interpretieren, dass er entscheidet, wie die Beziehung zu laufen hat. Und die FS schön die Füße stillhalten soll, bis er wieder gewillt ist, aus dem Schweigen rauszukommen. Es hat alles zwei Seiten.
Das Signal, dass er mit der Trennung setzt,lautet,dass die FS alles falsch gemacht hat und er jetzt auf Rückzug ist. Das ist so auch nicht wirklich richtig. Sie versucht ja, ihn zu verstehen und etwas zu verändern, sie weiß nur nicht, wie und was. Und steht jetzt da mit dem Gefühl, es falsch gemacht zu haben.
Ich kann das schon gut verstehen, es ist ein dummes Gefühl.
Aber es führt dazu, dass man sich irgendwann fragt, ob er der richtige Partner ist. Wie lange das dauert, ist sehr unterschiedlich.
Für mich hat er nicht ausreichend erklärt , warum er so tickt, die FS hat es noch nicht wirklich verstanden.Und durch eine Trennung vermittelt er mit Sicherheit keine Zuversicht, dass es wieder besser wird.
Es ist immer so, wenn zwei verschiedene Menschen aufeinander treffen. Sie ticken höchst unterschiedlich. Ob das dann zusammen geht, kristallisiert sich erst heraus. Hier finde ich das fragwürdig.
W
 
  • #23
Nur am Rand, man kann auch mit Kindheitstraumata ein emotionaler Mensch sein.
Nähe wollen, Nähe geben. Manchmal ist es sogar eher ein Übermaß an Gefühlen, mit denen man lernt, umzugehen.
Einfühlsam sein, Stimmungen spüren - eine Fähigkeit, die man vielleicht sogar durch solche Erlebnisse lernen musste (wie ist die Mutter drauf, wie der Vater, dass hat man zu erwarten ) - das brauchten solche Kinder.
Das Thema Vertrauen ist oft schwierig, aber auch das kann man durchaus - wenn der andere einem die Zeit lässt.

Aber wie bei jedem anderen Menschen gibt es unterschiedliche Bedürfnisse, nach Nähe, Reden, Teilen jedes Gedankenfurzes.

Ich brauche und mag viel Nähe, gebe es gerne, habe ganz sicher eine stabile Bindung zu meinen Kindern, weiß, dass ich Liebe geben und fühlen kann.
Ich bin oft genug Ansprechpartnerin bei heiklen Themen, es vertrauen mir wohl genügend Menschen, und ich fungiere relativ oft als Moderatorin.
Trotz meiner Vorgeschichte, und der offiziellen dazugehörigen Diagnose.

Ich glaube nicht, dass es mit meiner Vorgeschichte zu tun hat, sondern einfach mit meiner Persönlichkeit. Ich gehöre zu den Menschen, die ihren Raum brauchen, und wenn man mich bedrängt, reagiere ich empfindlich. Ich mag es nicht, alles im Detail zu zerreden, erklären, rechtfertigen.
Ich teile mit einem Partner, was ich möchte, und lasse ihm auch seinen Raum. Ich muss nicht jeden Gedanken wissen. Ich muss, wenn ich mal schlechte Laune habe, diese nicht mit meinem Partner abarbeiten, wer will das denn?
Aber ich mag Nähe spüren, gute Momente suchen und schaffen, und wenn man einfach beieinander am Wasser sitzt, sich spürt und schweigt(!)

Ich denke, gerade im Bereich Umgang mit Nähe - Distanz muss es zwischen 2 Menschen passen, beide ähnliche Bedürfnisse haben.
Ich glaube nicht, dass Verstehen die Differenz zwischen den Bedürfnissen wirklich auf Dauer überbrücken kann, irgendeiner oder beide leiden auf Dauer.

Immer gleich ein therapiebedürftiges Verhalten zu sehen, nur weil man nicht so funktionieren mag, wie der andere für richtig empfindet, geht mir zu weit.

W, 47,
Die in Therapien auch gelernt hat, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, Grenzen zu setzen, Nein und Stopp zu sagen und einen gesunden Umgang mit sich selbst zu pflegen.
 
  • #24
Nur am Rand, man kann auch mit Kindheitstraumata ein emotionaler Mensch sein.
Oder ohne Kindheitstrauma ein weniger emotionaler Mensch sein.

Jedem Menschen, der anders als man selbst ist, irgendwelche abstrusen psychologischen Ausfälle mit Krankheitswert zu unterstellen, finde ich persönlich sehr bedenklich. Weil ein solches Verhalten verhindert, dass man sich mit sich selbst beschäftigt.
Und da man nur eigenes Verhalten beeinflussen kann, macht es auch nur Sinn, auf die eigenen Defizite zu schauen und gegebenenfalls daran zu arbeiten, wenn man Handlungsbedarf sieht.

Liebe @Rubia, wenn der Mann Dich bittet, ihn in Ruhe zu lassen, ist doch eigentlich kanz klar, was er will. Warum fällt es Dir so schwer, das zu akzeptieren? Beschäftige Dich mal mit Deinem Unvermögen, die Bedürfnisse eines anderen Menschen zu akzeptieren und nicht damit, warum er Deine Bedürfnisse nicht erfüllen kann/will.
 
  • #25
@Gast712
Ich weis das er mein Traummann ist weil ich noch nie solche Gefühle hatte. Bei ihm kann ich mich zu 100% fallen lassen, sein Duft macht mich verrückt. Er hat auch die gleichen Erwartungen und Ziele im Leben wie ich. Es kribbelt überall wen ich an ihn denke. So kleine Liebesbekundungen, wie z. B. das er mir über die Haare streicht, bedeuten mir schon die Welt. Er hat nich absolut in seinen Bann gezogen.
 
  • #26
Liebe Rubia,
künftig einfach mal die Bedürfnisse Deiner Mitmenschen ernst nehmen. Er sagt Dir, welches Bedürfnis er hat. Er ist kein Baby. Er will seine Ruhe, also nimm das ernst. Du nimmst Deine eigenen Bedürfnisse nach Gefühlsäußerungen auch ernst.

Kennst Du das, wenn Du mit einer schweren Erkältung im Bett liegst und einfach ein paar Stunden schlafen willst, aber eine besonders fürsorgliche Person schwänzelt - mit besten Absichten natürlich - die ganze Zeit ums Bett, schüttelt die Kissen auf, redet mit Dir und lässt Dich nicht schlafen, weil Du als kranke Patientin gepflegt werden musst? Ja, das ist sehr nervig und irgendwann muss der Patient zum eigenen Schutz eine Grenze setzen.

Ich kann aus Deinem Sachverhalt nun wirklich kein therapiebedürftiges Verhalten sehen. Ganz im Gegenteil. Es ist nicht therapiebedürftig, wenn er Dir am Sonntag und Montag sagt, dass er seine Ruhe will. Ich finde sogar, er ist psychisch äußerst gesund, wenn er sich bei wiederholten Missachtungen seiner Bedürfnisse durch Dich und bei wiederholten Überschreitungen seiner klar formulierten Grenzen in einer Ausnahmesituation von Dir abgrenzen kann.

Der Mann kommunizierte seine Gefühle ganz klar! Nur Dir hat das kommunizierte Gefühl nicht gefallen. Das ist aber etwas anderes, als ihm zu unterstellen, er könne Gefühle nicht zeigen.
Er sagte Dir, dass er seine Ruhe will und dass er sich von Dir in eine Ecke gedrängt fühlt. Du fühltest Dich zurückgesetzt und damit bist Du nicht klar gekommen, aber das ist Dein Problem nicht seines.

Er teilte Dir mit, dass er sich von Dir in die Ecke gedrängt fühlt. Du gingst nicht adäquat auf seine Gefühlsäußerung ein. Du bedrängtest ihn weiter. Nach meiner Meinung ist es eine sehr gesunde Reaktion, wenn er sich weiteren Grenzüberschreitungen durch Dich entzieht.

Ein halbes Jahr ist noch keine lange Zeit. Ihr ward noch in der Kennenlern- und Anbahnungsphase. Du hast festgestellt, dass ihr ganz unterschiedliche Bedürfnisse habt und ihr beide keine Verhaltenstechniken habt, um damit umzugehen. Bei anderen Paaren nimmt sich eine Person die Auszeit zB beim Rauchen / Sport / Gassigehen und danach geht es als Paar weiter.

Dein Freund wird sich nicht ändern. Diese Beziehung macht Dich unglücklich. Ihr passt nicht zueinander und ihr bewegt Euch nicht aufeinander zu. Er musste sich trennen, bevor Du Dein Verhalten überdachtest.

Zudem, liebe FS, ich rate Dir wertschätzend, Dein Verhalten in Beziehungen und Deine Männerauswahl zu reflektieren. Häufig suchen sich Frauen Männer, die ihrem Vater ähneln.
Du suchst Dir einen Freund, 1. bei dem Dir seine liebevolle Wertschätzung fehlt, 2. dem Du mit Deinen vielen liebevollen Gefühlen nachläufst, Dich aufdrängst, aber vom Mann abgewiesen wirst, 3. der Dich nicht richtig an seinem Leben teilhaben lässt.
Es wäre kein Zufall, wenn Dich das Verhältnis an Deinen Vater erinnert.
 
  • #27
@Rubia: Bist Du Dir wirklich sicher, ob das mit dem Kindheitstrauma so stimmt? Hat er Dir gar nicht erzählt oder angedeutet, um was es da geht? Wenn Du ein Nähetyp bist und er, aus welchen Gründen auch immer, keine Nähe geben kann, dann befürchte ich, dass das zwischen Euch auf Dauer leider nix wird. Du wirst immer die Bedürftige sein und er stößt Dich weg, sobald es ihm zuviel wird, also von einem Traummann, egal wie gut er duftet usw. ist er weit entfernt.

Ich weiss, das mag hart klingen, weil Du Hoffnung hast und ihn nicht aufgeben willst, kann ich gut verstehen. Er will momentan seine Ruhe, dann akzeptiere es, auch wenn Du es nicht verstehst. Stell Dir mal vor, er meldet sich, ihr seid wieder ein Paar und beim nächsten Problem macht er dann wieder Schluss, er kann nicht vor jeder Schwierigkeit davon rennen, wenn er wieder ein Näheproblem hat, es wird mit Euch ein Teufelskreis werden, an dem Du emotional verhungern wirst. Meiner Einschätzung nach passt Ihr Beiden nicht zusammen, egal, ob die Familie das anders sieht.
 
  • #28
Männer machen viele Dinge mit sich selbst aus. Das ist kein Zeichen von Stärke oder Schwäche, auch kein Mangel an Empathie, sondern bereits in der männlichen Psyche so angelegt. Lass ihn einfach in Ruhe, er wird seine Trauer verarbeiten und dann auf dich zu kommen.

@Samtina würde dir raten, vielleicht das Buch "Männer sind vom Mars, aber Frauen können schlecht einparken" zu lesen.
 
  • #29
@Gast712
Ich weis das er mein Traummann ist weil ich noch nie solche Gefühle hatte. Bei ihm kann ich mich zu 100% fallen lassen, sein Duft macht mich verrückt. Er hat auch die gleichen Erwartungen und Ziele im Leben wie ich. Es kribbelt überall wen ich an ihn denke. So kleine Liebesbekundungen, wie z. B. das er mir über die Haare streicht, bedeuten mir schon die Welt. Er hat nich absolut in seinen Bann gezogen.
An den eigenen Gefühlen, die man für jemanden empfindet, erkennt man nicht den Traummann. Er muss sich beweisen - auch die Frau für den Mann als seine Traumfrau.

Wäre das für dich so, hättest du hier die Frage gar nicht gestellt und er hätte sich genauso verhalten, genauso wie du dir das wünschtest; das wäre dann der Traummann.
Zu Beginn schreibst du:
Er kann aufgrund eines schweren Erlebnis in seiner Kindheit seine Gefühle nicht offen zeigen, ich hingegen bin ein sehr emotionaler Mensch. Am Sonntag hatten wir uns wegen dem in die Haare gekriegt.
...
Mir fällt es einfach schwer, dass er seine Gefühle nicht zeigt und ich habe dann immer das Gefühl, das er mich nicht liebt.
• Ein Traummann ist einer, der seiner Frau/Freundin seine Gefühle in angemessener Weise zeigt, sei es mit Worten und auch mit Taten. Der auch unaufgefordert ihr im Haushalt hilft. Du hast das Gefühl von ihm nicht geliebt zu werden, weil er offensichtlich kühl und distanziert ist und du verhungerst neben ihm emotional.
• Ein Traummann wendet sich nicht wortlos von seiner Freundin ab, ohne ihr zu sagen aus welchem Grund er sich zurückziehen möchte und muss, damit die Freundin ihn versteht.
• Ein Traummann denkt auch an seine Freundin und lässt sie nicht mit Ohnmacht, Machtlosigkeit und Angst zurück.
• Ein Traummann vermittelt seiner Freundin Sicherheit, damit sie sich entspannen und ihm vertrauen kann.

Du kannst jetzt nichts tun, wenn du dich meldest dann ist es sowieso definitiv vorbei, denn er wird sich bedrängt fühlen auch wenn ich deine Unsicherheit, Angst und Ohnmacht sehr gut verstehe und weiss wie fast unerträglich schwer es ist, die Ungewissheit zu ertragen.
 
  • #30
Diese Menschen suchen sich genau solche, wie du es bist. Du bist emotional, stabil und zeigst ihm deine Liebe. Das nimmt er, solange er kann. Wenn du irgendwann auch möchtest dass er dir seine Gefühle zeigt, dann wirst du abgewertet und verunsichert, im schlimmsten Fall trennt er sich.
w(29)
Das ist häufig so, sehe ich auch so, allerdings nicht so einseitig. Ihr bedient vermutlich gegenseitig "eure Muster". Du klammerst, bedrängst, willst ihn aus der Reserve locken, lässt ihn nicht in Ruhe - seine Wahrnehmung, seine Muster. Du willst helfen, denkst, dass in Ruhe lassen nichts mit Liebe zu tun haben kann, buhlst um seine Aufmerksamkeit - deine Wahrnehmung, deine Muster. Da tut ihr euch gegenseitig nicht gut.