• #31
Wenn es EINE Strecke ist, finde ich das zu viel, ich hatte das mit Zügen, das nervt schon irgendwann. Wenn hin und zurück zusammen 90 Minuten sind, finde ich es normal. Habe ich auch so beim Studium gehabt (und zwar immer die Wohnheimstudenten beneidet um die Nähe, aber nicht darum, anderer Leute Lärm durch die Papierwände hören zu müssen).

Aber die Ängste von wegen "Kind wegnehmen" haben nichts mit mir zu tun. Wenn er mir vertraut, sollte er das trennen können und dann können wir reden bis die Schwarte kracht.
Versuchen kannst Du es auf jeden Fall. Aber da ihr schon ein knappes Jahr zusammen seid, sehe ich ehrlich gesagt schwarz, weil er ja genauso stur wie am Anfang ist, was Deine zwei Wohnsitze angeht.
Ich denke, er macht das Vertrauen wegen des Kindes daran fest, ob Du Dich bei ihm lebend eingewöhnst, dh. ohne Kind erstmal zu ihm ziehst und mit ihm eine Weile lebst. Wenn Du dann zufrieden aussiehst, geht er davon aus, dass Du für immer bleiben willst, und hat keine Angst mehr vor Kindwegnahme.

Und sein Satz mit dem Spagat - nimm den ernst. Das wird noch viele Probleme geben. Ich denke auch, dass er im Hinterkopf hat, dass wenn die Frau nicht arbeiten kann, sie nicht unabhängig ist und bei ihm bleiben muss, weil sie nicht mehr in den Arbeitsmarkt kommt. Du kannst vielleicht halbtags irgendwo in seinem Ort was aushelfen oder ehrenamtlich ein bisschen machen, aber ein adäquates Gehalt und Erfüllung im Job ist zu viel, weil Dein Lebensmittelpunkt Beziehung, er und Kind sein sollen.
Also gib bloß nie Deinen Job auf.

Ich kenne solche Männer mit genauer Vorstellung vom Leben, so wie es Dir angetragen wird. Die kommen mit einer selbständigen Frau nicht klar. Das war und blieb so und es ist reine Frauennaivität, an dieses Problem mit Gleichberechtigungsgedanken und Verständnishoffnungen ranzugehen.
 
G

Ga_ui

  • #32
Die Sache ist die, er denkt nur an sich und wenig partnerschaftlich. Er möchte im Falle einer späteren Trennung sein Haus haben, seine Möbel, demzufolge wird im Falle eines Kindes und Trennung das Kind es besser bei ihm haben als bei dir.
Andererseits kann ich ihm soviel Abgebrühtheit nicht verübeln. Wer will nicht ein Leben nach seinem Plan gestalten?
Ich denke, an der Seite dieses Mannes kann man schon glücklich werden, aber du bist nicht die rechte Frau dafür.
 
  • #33
Ich dachte, endlich jemanden gefunden zu haben, der die gleichen Vorstellungen von einer gemeinsamen Zukunft hat.
Klingt insgesamt nicht so. Ihr seid euch über den Wohnort nicht einig und auch sonst scheinen eure Ansichten eher auseinanderzugehen. Was genau ist an den Ansichten des "Chauvi", seinen Lebensvorstellungen, Familienplanung etc. und Deinen Zukunftsvorstellungen gleich? Hast Du nicht eher gehofft, jemanden mit gleicher Sichtweise zu finden und realisierst jetzt so langsam, dass er anders denkt?
 
  • #34
Ein kurzes Update hier.
Es hat sich in den letzten Wochen gar nichts an seiner Einstellung geändert. Wir hatten viele lange Gespräche, die aber zu nichts führten.
Meine Meinung ist, dass ich wirklich viele Kompromisse angeboten habe und zu vielen Dingen bereit gewesen wäre. Er aber ist von seiner Angst regiert, und bleibt dabei:
- Er will mich jeden Tag in seinem Haus haben (außer natürlich, er braucht seine Freiräume und seine Ruhe)
- Ich soll sogar selber arbeiten, weil finanziell aushalten würde er mich nicht...hat ja schon genug Verpflichtungen mit Haus und Ex und Kind
- Es gibt dort im Umkreis von 100 km keinen Job für mich. Es ist eine sehr touristische Gegend und ich habe halt was anderes studiert und bin auf die entsprechende Industrie angewiesen

Ich kann diese Anforderungen nicht erfüllen, selbst wenn ich wollte. Wir haben jetzt Funkstille, und ich werde bald meine Sachen dort abholen, und mich dann auf die Suche nach einem passenden Mann machen.
Danke für eure Meinungen hier. Einige Posts helfen mir in diesen Tagen besonders, da sie mich in diesem Schritt bestärken und mich bestätigen. Danke dafür nochmals!
 
  • #35
Jetzt aber das Problem: er ist kein bisschen flexibel was seinen Ort angeht. Er schiebt sein Haus und seine Firma dort als Argumente vor, dass er ortsgebunden ist. Daran ist auch seine letzte Beziehung kaputt gegangen, und seine Ex ist mit dem gemeinsamen kleinen Kind weg gezogen.
Manche Menschen sind flexibler, andere weniger. Er hat von Anfang an klar gesagt, dass er eine bestimmte Vorstellung hat, die für ihn nicht verhandelbar ist. Entweder Du kommst damit klar oder er lässt die Beziehung daran zerbrechen. Das Kinderthema ist dafür ein schönes Beispiel. Wenn Du unbedingt welche möchtest und er nicht, dann sind die Fronten auch klar.

ich mitreden darf bei Farben für die Wände. Ich sage bewusst "mitreden", weil alleine was aussuchen dürfte ich nicht, es muss "ihm schon auch gefallen".
Gibt es irgendein Argument, warum die Farbe der Wände nur Dir gefallen sollte, selbst wenn ihr in Deinem Haus wohnen würdet?

Dabei könnte es so einfach sein. Es ist ja nicht soooo weit weg, und ich habe sogar schon angeboten, die Wochenenden dort zu wohnen. Es gibt für mich wahrscheinlich Möglichkeiten, einen Homeofficetag genehmigt zu bekommen, und dann würden wir 4 Tage zusammen sein.
Irgendwann hört auch Deine Flexibilität völlig zu Recht auf. Im Grunde bleibt dann nur das, was er schonmal deswegen hatte: die Trennung. Du musst letztlich auch für dich entscheiden, ob er Dir wichtiger ist oder ob Du keinen Kompromiss eingehen kannst. Er für sich hat diese Entscheidung schon getroffen.
Du jetzt auch, völlig berechtigt. Deine Auswahl an Männern, die passen, ist sicher größer als seine. Viel Glück beim finden von jemand Passendem!
 
  • #36
Es handelt sich hier um einen emanzipierten Mann der weiß was er will. Da du offenbar andere Vorstellungen hast, wäre es besser wenn du dich von ihm trennst.
Ich persönlich würde es genauso wie er machen, für alles andere brauch ich auch keine Beziehung.
Die Grenze zwischen "wissen, was man will" und egoistischer Sturheit sind bekanntlich fließend. Keine Beziehung der Welt kann gelingen, wenn sich beide partout keinen Millimeter aufeinander zu bewegen wollen. Denn deckungsgleich können und werden die Bedürfnisse ja nie sein. Solche Menschen bleiben dann entweder zeitlebens allein oder - das passiert stattdessen meistens - sie finden einen willigen, kompromissbereiten "Partner" (präziser wäre der Begriff Sklave oder Knecht), der sich in allem und jedem ihnen anpasst. Das ist zwar nicht "Beziehung" und eine partnerschaftliche schon gar nicht, sondern Herr und Sklave. Aber jedem Topf sein Deckelchen. jede/r wie er/sie mag.

Nur eines bitte, @PfefferundSalz: das ist nicht im geringsten "emanzipiert", sondern das ist das genaue Gegenteil! Ein Kind darf von den Eltern fordern, ohne selbst zu geben. Wer dies als Erwachsener fortführt, ist nicht emanzipiert, sondern in der Entwicklung im Kindesstadium steckengeblieben. Warum auch immer. m/43

P.s. das ist keine Bewertung. Nur eine sachliche Beschreibung.
 
  • #37
Er hat von Anfang an klar gesagt, dass er eine bestimmte Vorstellung hat, die für ihn nicht verhandelbar ist.
Nein, hat er eben nicht. Ganz am Anfang kam immer nur "WIR werden dann schon eine gemeinsame Lösung finden".
Jetzt vor 1 Monat hat sich herausgestellt, dass er eben nicht für eine gemeinsame Lösung offen ist, sondern dass das heißt "ich werd dir schon noch MEINE Vorstellung als 'gemeinsame Lösung' einreden/aufzwingen". Er ist, ohne es jemals explizit zu sagen, davon ausgegangen, dass ich mich seinen Vorstellungen fügen werde, ohne wenn und aber.

Ich habe so viele Kompromissangebote gemacht. Was ich mir alles überlegt habe, weil ihm sein Ort, aus guten Gründen so wichtig ist.

Homeoffice, Wohnung auf halber Strecke (auf meine Kosten), ihm die Fahrstrecke jedes Wochenende abnehmen, hinziehen während der Mutterschutzzeit (wenn es denn mal kommen sollte), einen Jobwechsel in eine Außendienstposition (aber da wär ich ja auch nicht unter der Woche daheim). Nichts davon war ihm gut genug. Er will mich jeden Abend "zu Hause" haben, außer natürlich er braucht seine Ruhe.
Gäbe es dort einen Job für mich, ich hätte mich schon längst dort beworben. Ich war auch immer bereit, finanziell mehr zu übernehmen, zb eine Wohnung auf meine Kosten mieten, damit er das Haus nicht verkaufen muss, und damit auch seine anderen Verpflichtungen nicht unter unserer Beziehung leiden.

... wenn sich beide partout keinen Millimeter aufeinander zu bewegen wollen.
Ich denke, das kann ich mir echt nicht vorwerfen lassen.
Aber irgendwann ist einfach auch mal genug.
 
  • #39
Ich denke, das kann ich mir echt nicht vorwerfen lassen.
Aber irgendwann ist einfach auch mal genug.
Hi becky, damit warst selbstverständlich nicht du gemeint - dein ganzes Eröffnungsposting dreht sich schließlich darum, welche Komprmissvarianten du gesucht und angeboten hast! Mein Fehler, ich sehe gerade, ich habe schlicht das Wörtchen "würden" vergessen. Gedacht, aber nicht eingetippt. Ärgerlich.
Mir gings darum, dass wenn beide sich so verhalten würden, dann käme ja nie Beziehung zustande. Das bezog sich direkt auf das komplett unreflektierte "emanzipierte" Posting von PfefferundSalz. Sorry, dass ich mich da missverständlich ausgedrückt habe.
 
  • #40
Danke für die Richtigstellung. Ich sehe das genau so. Wenn niemand zu Kompromissen, oder auch dem gelegentlichen Abrücken von der eigenen Meinung ("jemandem ein Opfer bringen") bereit wäre, gäbe es sehr wenig Beziehungen.
Übrigens würde ich es jetzt befremdlich finden, wenn er nun doch auf eines meiner Angebote eingehen würde. Ich hätte nicht mehr das Gefühl, dass es aus Überzeugung passiert, und könnte es nur mehr schwer von ihm annehmen. Ich habe versucht, meine Vorstellungen in Gesprächen zu erklären, und für meine Wünsche einzustehen - mit Kompromissen von denen ich hoffte, sie wären auch in seinem Interesse.
Käme da jetzt noch was in meine Richtung, ich hätte immer das Gefühl, ich hätte es erzwungen.
Wie seht ihr das?
 
  • #41
Ich habe versucht, meine Vorstellungen in Gesprächen zu erklären, und für meine Wünsche einzustehen - mit Kompromissen von denen ich hoffte, sie wären auch in seinem Interesse.
Käme da jetzt noch was in meine Richtung, ich hätte immer das Gefühl, ich hätte es erzwungen.
Wie seht ihr das?
Anders. Du solltest dem Mann schon zugestehen, daß er erwachsen ist, eigene Entscheidungen treffen kann und sich zu nichts zwingen läßt. Das wäre dann nämlich das, was du willst, nämlich ein Kompromiß.
Schade, daß es uns Frauen oft so schwer fällt, Wünsche durchzusetzen bzw. Kompromisse zu erreichen. Glaub mir, kein Mann denkt nach einer gemeinsam getroffenen Vereinbarung, jetzt hab ich sie dazu gezwungen.
 
  • #43
Gerade fühle ich mich etwas weichgekocht.
Ich wollte meine Sachen holen und habe gefragt, ob ich das machen kann, während er am Sonntag bei seinem Kind ist. Er will aber nicht, dass ich alleine im Haus bin. Prinzipiell will er gar nicht, dass ich mein Zeug mitnehme, weil er "mich nicht verlieren will".
Aber ein Entgegenkommen oder Eingehen auf eines meiner Kompromissangebote gibt es auch nicht.
Wenn ich mich vorher schon gefühlt habe, als sollte ich ihm alles recht machen, und sein Leben nach seinen Vorstellungen führen....jetzt fühle ich mich regelrecht dazu gezwungen.
So was einfaches wie "ein paar Kleidungsstücke holen" und wieder hat er es geschafft, mir SEINEN Willen aufzuzwingen.
Also fahr ich wieder mal ihm hinterher, um dieselbe Diskussion der letzten Wochen schon wieder zu führen
 
  • #44
Er will aber nicht, dass ich alleine im Haus bin.
Das ist für mich kein Kompliment, sondern Kontrolle. Aber okay, Du willst Dich trennen und er heiles Geschirr, seine Wertgegenstände und keine zerschnittenen Klamotten.

Prinzipiell will er gar nicht, dass ich mein Zeug mitnehme, weil er "mich nicht verlieren will".
Dein Freund ist resistent gegen alles und nur das, was er will, scheint zu zählen. Außerdem - wenn Du die Wandfarbe mitbestimmen kannst, ist das ein großzügiges Angebot für jemanden, der da wohnen soll? Ernsthaft?

Der Mann tut nichts dafür, dass er Dich nicht verliert. Blabla reicht. Und wenn Du nun sagst "na gut", dann führst Du Deinen eigenen Willen und Deine Trennungsaktion ad absurdum und zeigst ihm, dass Du nur ein bisschen Stress machen wolltest, dass er sagt "ich will dich nicht verlieren". Bist Du ernstzunehmen oder nicht? Wenn nicht, hat er ja recht damit, nicht nachzugeben, wenn Du Deine Vorschläge und Kompromisse einbringst.

Also fahr ich wieder mal ihm hinterher, um dieselbe Diskussion der letzten Wochen schon wieder zu führen
Ich würde mich ein letztes Mal seinen Wünschen anpassen, damit ich mein Zeug kriege. Nicht, um wieder überredet zu werden.
Mach, wie es sich richtig anfühlt. Ich kann das ja nur von ganz weit außen sagen, was ich richtig finde. Wenn er die Liebe Deines Lebens ist, dann bleibe da. Aber Du weißt, dass Du dann anders leben lernen musst als bisher. Denn ansonsten schiebst Du es nur eine Runde Zeit auf, bis dieses Problem wieder Thema wird, dass Du ganz anders leben willst.
 
  • #45
Ich würde mich ein letztes Mal seinen Wünschen anpassen, damit ich mein Zeug kriege. Nicht, um wieder überredet zu werden.
Mach, wie es sich richtig anfühlt. Ich kann das ja nur von ganz weit außen sagen, was ich richtig finde.
Ein letztes Mal, das ist der Plan. Nocheinmal erklären, warum ich glaube, dass es keine gemeinsame Zukunft gibt, weil wir uns darunter zu verschiedene Dinge vorstellen.
Im Moment werden halt meine Klamotten als Geiseln gehalten.

Und nein, ich denke nicht mehr, dass er "die Liebe meines Lebens ist". In der anfänglichen Verliebtheitsphase, vielleicht. Auch einfach nur, weil ich wieder mal eine funktionierende Beziehung wollte. Mit seinem anfänglichen Gerede von "Heiraten und Kinder kriegen" hat er mich um den Finger gewickelt.

Aber echte Liebe ist nicht darauf aus, dem anderen die eigenen Vorstellungen aufzuzwingen.
 
  • #46
Ein letztes Mal, das ist der Plan. Nocheinmal erklären, warum ich glaube, dass es keine gemeinsame Zukunft gibt, weil wir uns darunter zu verschiedene Dinge vorstellen.
Im Moment werden halt meine Klamotten als Geiseln gehalten.
Wieso willst du das nochmal besprechen? Hast du dich entschieden, ja oder nein? Kommuniziert hast du ihm die Punkte doch zur Genüge schon. Also was soll dieses Gespräch? Hast du gewissensbisse? Erhoffst du dir doch noch ein Wunder? Wenn ja, hast du dich noch nicht entschieden!
Ich habe den Eindruck, du fühlst da irgendeine Verpflichtung deinerseits, die real überhaupt nicht besteht! Das einzige, was dabei passieren kann ist, dass er dich irgendwie rumkriegt oder dich noch weiter verletzt. Und deine Klamotten tatsächlich als Geiseln nimmt. Wart mal ab, auf was der noch alles an Vorwänden und theaterspielerei kommen wird, um dich am Abholen der Sachen zu hindern, wenn ihm bewusst wird, dass du tatsächlich Ernst machen könntest!
Organisiere dir eine Transportmöglichkeit (z.B. Mietkleintransporter und 'nen guten Freund/Freundin zum helfen) falls erforderlich und zwar OHNE ihm das vorab anzukündigen! Für einen Zeitpunkt, wo du sicher weiß, dass er da sein wird. Und dann eröffnest du ihm das erst kurz bevor du die Sachen dann auch tatsächlich verlädst.
So würde ich das machen. Alles gute dir! m/43
 
  • #47
Heimliche Aktionen sind nicht mein Stil. Schon gar nicht, jetzt wo ich weiß, wie wenig willkommen ich wirklich in seinem Haus bin ("Ich will nicht, dass du alleine dort bist.")
Zum Glück brauche ich für die paar Dinge keinen Kleintransporter, und so ist das ganze am Fr Abend dann doch endlich über die Bühne gegangen.
Rückblickend ärgert mich an diesem Gespräch auch seine mangelnde Selbstreflexion. Auf ausnahmslos alles was ich sage kommt ein "Aber du hast auch..." Ich weiß schon, dass ich nicht perfekt bin, und sicher habe ich auch Fehler gemacht in dieser Beziehung. Nur, wie soll man vernünftig mit jemandem reden, der das Scheitern jeglicher Beziehung immer dem Partner in die Schuhe schiebt? Jemand, der nicht fähig ist, sich anzuhören, wie gewisse Aussagen und Aktionen angekommen sind, sondern sofort zu einem verbalen Gegenschlag ausholt?
Das ist seine 2. Beziehung die an sehr ähnlichen Dingen scheitert. Wetten, wenn wir ihn fragen würden, würde er sagen "Die bösen Weiber sind schuld, weil sie nicht zufrieden sind in meinem Haus. Die suchen nur das Schlechte hier im Ort und sind einfach zu anspruchsvoll. Außerdem geht es ihnen um mein Geld und sie nehmen mir meine Kinder weg. Gut, dass ichs bei der Zweiten gar nicht soweit kommen ließ"? Nur, wenn einem zweimal dasselbe passiert, könnte man doch denken, dass es langsam dämmert, was die einzige Gemeinsamkeit zwischen diesen 2 Frauen war...nämlich er.
 
  • #49
Hi Becky,

Glückwunsch, dass du das jetzt durchgezogen hast. Ich war mir nicht bewusst, dass die Menge deiner Sachen dort derart überschaubar ist.
Er hat etliche Themen - und ändern wird er erstwas, wenn ihm selber das Bedürfnis dazu kommt. insofern hast du ihm vielleicht indirekt auch ein Stückchen geholfen. Auch er ist sicher nicht bewusst und freiwillig so georden, wie er ist. Was nicht bedeutet, dass er die Konsequenzen nicht weiter tragen muss, solange er nichts verändert.
Genieß jetzt den Frühling und die Befreiung und alles gute für deinen Neuanfang!
 
  • #50
Liebe Becky,

chapeau!

Es ist kein Fehler, Ansprüche zu haben.

Ich an deiner Stelle würde mir jetzt einen Herzenswunsch erfüllen.

Alles Liebe
 
  • #51
Diese Antwort bekommt man nur auf eine Beschuldigung, nicht auf eine neutrale ICH-Aussage. In der Kommunikationskultur dürft ihr euch also sehr ähnlich sein.
Arbeiten kannst du aber nur an dir. Suche deine Anteile am Scheitern!
O-Text aus dem Gespräch:
Ich: "Ich habe das Gefühl, du hast keinen Respekt davor, dass mir mein Leben mit meinem Job wichtig sind."
Er: "Tut mir leid. Aber du tust mir auch immer weh mit allem was du sagst. Nichts hier ist dir gut genug...." usw.

Oder:
Ich: "ich habe mir gewünscht, dass wir gemeinsame Lösungen finden"
Er: "Ich mir auch. Aber du willst doch nicht zu mir ziehen. Immer sagst du, dass..."

Unglaublich mühsame Kommunikation.

Mein Anteil am Scheitern: dass ich es überhaupt so weit habe kommen lassen. Wie konnte ich mich nur so weit verbiegen, nur für die Gunst von einem egoistischen Typen?
Was ich daraus lerne: kritischer werden beim nächsten Mal. Von Anfang an genau hinhören und Erwartungen nicht ignorieren. Und niemals sich zu etwas machen lassen, das man nicht ist!
 
  • #52
Ich: "Ich habe das Gefühl, du hast keinen Respekt davor, dass mir mein Leben mit meinem Job wichtig sind."
Ok. Also, nur wenn man "ich habe das Gefühl" vor eine Beschuldigung stellt, ist es noch keine ICH-Aussage.
Aber, wie auch immer, das Ding ist ja gegessen. Natürlich werden die letzten Gespräche nicht in Harmonie und letztendlicher Klärung aller Verletzungen, Kränkungen und gegenseitigen Anschuldigungen enden.
 
  • #53
Ok. Also, nur wenn man "ich habe das Gefühl" vor eine Beschuldigung stellt, ist es noch keine ICH-Aussage.
Das sehe ich anders.

Wenn ich sage, "ich habe das Gefühl, dass..." beschreibe ich ein Gefühl. Eine Beschuldigung wäre es zu sagen "du verursachst mir das Gefühl, dass..."

Ich bin selbst immer wieder Opfer der Tatsache, dass viele Leute nicht richtig zuhören und so mancher schlicht überfordert ist, wenn sich an einen Hauptsatz ein Nebensatz schließt.

So war es wohl auch im Fall der FS, wobei wahrscheinlich die Emotionalität ihr Übriges getan hat.

Wenn ich meinem Partner in einem problemorientierten Gespräch mitteile, wie ich mich fühle, dann möchte ich nicht gefragt werden, ob ich das beweisen könne (original so erlebt), weil man Gefühle nicht beweisen kann.

Ich möchte vielmehr, dass er mir dieses Gefühl nimmt.

Wenn das bei meinem Partner nicht ankommt, er nicht zuhört (gleich auf seins springt), er Gefühlen keine Bedeutung beimisst, sondern sich nur an harte Fakten und rationale Argumente hält - gewinnen möchte - dann verstumme auch ich.

Und mein Schweigen ist dann keine Machtdemonstration, sondern besteht aus dem tiefen Gefühl der Verzweifelung heraus, dass ich Null verstanden werde und es absolut sinnlos ist, Gespräche zu führen.
 
  • #54
"du hast...", "du tust-... ", " du machst nicht..." sind immer du-Botschaften, auch wenn man ein "ich denke, dass", "ich empfinde es so, dass..." etc. davor setzt.

"ich fühle keinen Respekt von dir vor meinem Leben und meinem Job" ist eine andere Aussage als "Ich habe das Gefühl, du hast keinen Respekt davor, dass mir mein Leben mit meinem Job wichtig sind."

Im ersten Fall sagt man , dass man keinen Respekt des anderen wahrnimmt. Das kann an der eigenen Wahrnehmung liegen oder unterschiedlichen Massstäben oder daran, dass der andere tatsächlich nicht respektiert. Darüber kann man dann reden und es rausfinden, was davon stimmt.

Im zweiten Fall werden hingegen der eigene Wahrnehmungsirrtum oder unterschiedliche Massstäbe für Respekt als Möglichkeit bereits ausgeschlossen und es wird nur noch über den angeblich nicht vorhandenen Respekt des anderen gesprochen. Da müsste der andere entsprechend achtsam intervenieren, um diese beiden Möglichkeiten wieder ins Spiel zu bringen.
Das sind nur Nuancen, gewiß und beide Aussagen können durchaus zur selben Diskussion und zum selben Ergebnis führen. Nur macht oft genug der andere innerlich schon zu, wenn er nur oft genug das "du hast, du machst, du ..." hört - egal, was davor kommt.
"Ich denke, du bist ein Ar***loch" würde ja wohl auch keiner als Ich-Botschaft empfinden... ;-)
 
  • #55
Ich: "Ich habe das Gefühl, du hast keinen Respekt davor, dass mir mein Leben mit meinem Job wichtig sind."
Mein Anteil am Scheitern:
Verständnis ja, aber Respekt ist hier völlig fehl am Platze. Und eine "Ich-Botschaft" ist das auch nicht.

Ich: "ich habe mir gewünscht, dass wir gemeinsame Lösungen finden"
ist aus seiner Sicht schlicht der Vorwurf, dass er keine gemeinsamen Lösungen will.
Von außen betrachtet: da stimmt die Kommunikation auf beiden Seiten nicht und "mühsam" ist für Dich nur, dass er nicht Deiner Meinung ist. Und es ist an seiner Reaktion ja auch zu erkennen, dass er nicht das Gefühl hat, dass Du gemeinsame Lösungen suchst. Er fühlt sich und seinen Beitrag nicht respektiert.
Das Grundproblem ist nicht dire Kommunikation. Das Grundproblem ist, dass er so weiterleben möchte wie bisher und Du weitgehend auch. Das passt dann nicht.
 
  • #56
Danke für eure Inputs zur Kommunikation. Ich möchte mich weiterentwickeln, und werde das mitnehmen.
Ihr habt Recht. Ich habe ihn, speziell zum Schluss, schon angegriffen. Das war bestimmt nicht schön.
Aber es stimmt auch, dass das Grundproblem verschiedene Lebenseinstellungen und Zukunftsvorstellungen waren.

Ich kann jetzt nicht mehr sagen, ob ich mit einer anderen Kommunikation das Ruder noch herumreißen hätte können, und ihn wirklich erreichen können.

Ich bin im Moment ein bisschen in einer Wutphase, und behaupte jetzt einfach einmal folgendes: Wenn ich gesagt hätte "ich fühle von dir keinen Respekt..." wäre zurückgekommen: "da kann ich doch nichts dafür, dass du das nicht spürst. Ich mach doch so viel für dich...durftest ja meine Wände streichen, mein Kind treffen usw."
 
  • #57
Ich: "ich habe mir gewünscht, dass wir gemeinsame Lösungen finden
Was für eine blödes Geschwafel.
"Gemeinsame Lösung..." Meinn Gott! Du brauchtest dort einfach eine Lebensperspektive in Deinem Job .Sonst nichts.
Was spielt da die Farbe der Tapete für eine Rolle?

Die Perspektive bekamst Du dort nicht. Vielleicht hast Du Dich auch nicht gut genug gekümmert (pauschal mal eben sagen, dass es keine geeigente Industrie gibt, macht mich stutzig) und Dein Ex einfach auch nichts genützt und selber nur geschwafelt.Insofern passte Ihr gut zusammen.
Wieso kann von Euch keiner richtig für Fakten sprechen? Statt dessen wird irgendwie drumherumgeredet . "Gemeinsame Lösung" ... wenn ich sowas schon höre....
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #58
Rückblickend ärgert mich an diesem Gespräch auch seine mangelnde Selbstreflexion. Auf ausnahmslos alles was ich sage kommt ein "Aber du hast auch..." Ich weiß schon, dass ich nicht perfekt bin, und sicher habe ich auch Fehler gemacht in dieser Beziehung. Nur, wie soll man vernünftig mit jemandem reden, der das Scheitern jeglicher Beziehung immer dem Partner in die Schuhe schiebt? Jemand, der nicht fähig ist, sich anzuhören, wie gewisse Aussagen und Aktionen angekommen sind, sondern sofort zu einem verbalen Gegenschlag ausholt?
Das ist seine 2. Beziehung die an sehr ähnlichen Dingen scheitert. Wetten, wenn wir ihn fragen würden, würde er sagen "Die bösen Weiber sind schuld, weil sie nicht zufrieden sind in meinem Haus. Die suchen nur das Schlechte hier im Ort und sind einfach zu anspruchsvoll. Außerdem geht es ihnen um mein Geld und sie nehmen mir meine Kinder weg. Gut, dass ichs bei der Zweiten gar nicht soweit kommen ließ"? Nur, wenn einem zweimal dasselbe passiert, könnte man doch denken, dass es langsam dämmert, was die einzige Gemeinsamkeit zwischen diesen 2 Frauen war...nämlich er.
Liebe Becky, die meisten Männer geben immer den Frauen die Schuld am Scheitern der Beziehung das ist nichts neues! Ein Mann macht doch nie Fehler, wusstest du das noch nicht? (Achtung: Ironie).

Mit den grossen Worten von Heirat und Kinder wollte er dich nur in eine Beziehung ködern, eine Beziehung, die nur zu seinen Bedingungen bestehen sollte und du darin nichts zu sagen hättest.
Ein Mann, welche seine Freundin wirklich auch liebt und empathisch ist, der möchte mit ihr das Leben teilen, wenn nötig sogar am anderen Ende der Welt. Dann hätte er auch Käufer für sein Haus gesucht oder sein Haus gemietet.

Es bewährt sich wieder der Spruch: "wer will findet Wege, wer nicht will findet Ausreden". Er suchte und fand immer nur Ausreden warum es nicht geht und warum nur du zu ihm ziehen solltest. Er ist dir wirklich keinen Millimeter entgegengekommen und keinen einzigen deiner Kompromisse angenommen!

Was glaubst du, wie es wäre in Zukunft, wenn du dich doch entschieden hättest, zu ihm zu ziehen? Sei jetzt erleichtert, dass du nicht noch viel mehr Zeit mit diesem Dickschädel verloren hast! Denn du hast nur ein Leben und die verlorene Zeit kann dir niemand zurückgeben.

Wenn er weiter so macht wird er nie eine Frau finden, die bei ihm bleibt - die Chancen stehen für ihn gut, dass er alleine alt wird.
 
  • #60
Ok. Also, nur wenn man "ich habe das Gefühl" vor eine Beschuldigung stellt, ist es noch keine ICH-Aussage.
Aber, wie auch immer, das Ding ist ja gegessen. Natürlich werden die letzten Gespräche nicht in Harmonie und letztendlicher Klärung aller Verletzungen, Kränkungen und gegenseitigen Anschuldigungen enden.
Also bitte, werden wir jetzt nicht hier haarspalterisch! Ob Becky sagt: a) du wolltest nie nach einer gemeinsame Lösung suchen oder b) ich habe das Gefühl, du wolltest nie eine gemeinsame Lösung suchen - ist doch dasselbe!
Man beschuldigt nicht jemanden zu Unrecht, sondern meistens (nicht immer) zurecht, weil er auch ein Unrecht getan hat oder eine Ungerechtigkeit. Hätte er sich korrekt, kompromissbereit und partnerschaftlich verhalten, so hätte sie ihm auch nichts vorzuwerfen gehabt und schon gar nicht die Beziehung beendet.

Es ist eine Tatsache, er wollte keine Kompromisse finden, sie sollte sich ihm gänzlich unterordnen: ihren Wohnort verlassen, ihren Job kündigen, ihre Freunde und Bekannte hinter sich lassen. Ihr ganzes soziales Netzwerk. Und worauf wäre er bereit, zu verzichten ihretwegen?

Ob sie das in DU oder ICH-Botschaft sagt ist am Schluss völlig Schnuppe! Er war zu nichts bereit.

À propos DU oder ICH Botschaften. Der amerikanische Psychotherapeut David Schnarch hat eine klare Meinung dazu:

"Auch von den vielbeschworenen Ich-Botschaften hält er nicht viel : Was zum Kuckuck, schnaubt Schnarch, sei denn an dem Satz "Ich denke, du spinnst!" besser als an dem Satz "Du spinnst!" Verletzt fühle man sich nach beiden."

Sehr guter Artikel über Sexualität, Frust und Streiten in "Zeit online"