E

endrana

  • #1

Erfahrungen mit neuer Beziehung nach langjähriger Beziehung bzw. Ehe

Wie fühlt das sich an, wenn man jemanden so sehr liebt, dass man das ganze Leben mit demjenigen verbringen will und deshalb heiratet... kann man dann so einfach jemand neuen in sein Leben lassen und genauso oder sogar noch mehr lieben? Habt ihr sowas schonmal erlebt, dass ihr euch mit jemandem wirklich vorstellen konntet, das restliche Leben zusammen zu sein, dann geheiratet habt und nach der Trennung eventuell jemand anderen kennengelernt habt, mit dem ihr merktet: "es geht ja wirklich noch besser... diese Person passt noch mehr zu mir.. ich hätte mir nie vorstellen können, jemanden noch intensiver zu lieben als den Heiratspartner...etc. "?

Mich würden Erfahrungen derart mit neuen Beziehungen nach dem Scheitern einer Ehe bzw. längeren Beziehung interessieren, da ich gerade in der Rolle des neuen Partners nach Scheidung bin und selbst noch keine längere Beziehung hatte, mich deshalb nicht so ganz hineinversetzen kann.

Ich freue mich auf eure Erfahrungen!
 
  • #2
Wenn man sich auf jemanden wirklich einläßt, geht man doch immer davon aus, den Rest des Lebens zusammenzubleiben.
 
  • #3
Mich würden Erfahrungen derart mit neuen Beziehungen nach dem Scheitern einer Ehe bzw. längeren Beziehung interessieren, da ich gerade in der Rolle des neuen Partners nach Scheidung bin
Grundsätzlich ist ALLES möglich, wenn es passt ist gut, wenn es besser passt noch besser, ich mache mir darüber keine Gedanken, da ich in der Gegenwart lebe, die Zeit ist so schnelllebig und Beziehungen halten eh nur noch eine gewisse Zeit! Bei jeder Beziehung glauben die meisten Menschen, dass sie besser ist als die Vorige! Dann später ist dieselbe wieder ausgebrannt wie die Vergangene usw. usf. jedoch solche Spuren können nicht so einfach verwischt werden.
 
G

Ga_ui

  • #4
Ja, es wird sogar immer besser, weil man Fauxpas vermeiden lernt, die man in seinen vorherigen Beziehungen alle falsch gemacht hat. Demzufolge kann man auch intensiver und unbefangener lieben.

Als Frau heißt das z.B., man lernt, geduldiger und verständnisvoller mit Männern umzugehen, klammert weniger, bekommt ein ausgewogeneres Nähe-Distanzverhältnis, man wird selbstsicherer, man lernt einen neuen Smalltalk dazu, man weiß, was man alles beim Kennenlernen und Streiten vermeiden muss, usw.

Ich habe auch zwei lange Beziehung mit a 10 Jahren hinter mir und das Ende war immer sehr dramatisch und ich dachte auch, ich werde nie jemand finden, mit dem ich wieder Sex haben kann oder der zu mir passt.
Aber es geht alles! Sogar viel besser.

I
 
  • #5
Hallo Endrana
Meiner Erfahrung nach - und was ich im Freundeskreis beobachte: die Beziehung danach hat überhaupt nur eine Chance wenn du mit dem Teil der ehemaligen Ehe zusammen bist, der die Ende der Ehe eingeläutet hat.
Bei dem Partner, der verlassen wurde ( und womöglich noch unerwartet) waren die nächsten Beziehung(en) nur Trostpflaster da sie immer noch auf die Rückkehr hofften - keine einzige hat gehalten, mal ein Jahr, mal 2 Jahre aber das war es dann auch.
Oft war der neue Partner optisch völlig anders aber nach dem Partner und etwas austoben war der 2. richtige Partner dem ehemaligen, angeheirateten Partner sehr ähnlich - darin hat man sich ja auch „für Leben lang“ verliebt.
Es kommt also darauf an - aber so war es tatsächlich immer. Ich habe bewusst geschlechtsneutral geschrieben!
w
 
  • #6
Ich habe nach 15 Jahren Beziehung mit meinem Exmann eine weitere richtige Beziehung gehabt, bin diesem Mann für eine vermeintlich große Liebe durchgebrannt, habe einen neuen Freund, mit dem es nicht wirklich verbindlich ist, und stehe da mit lauter Fragezeichen. Mein Exmann hat das vierte Mal geheiratet. Ich selbst kann mir vorstellen, maximal ein zweites Mal zu heiraten, vielleicht sogar nie mehr. Ich glaube, dass nach einer sehr langen Beziehung sehr viel kaputt ist. Man versucht danach, den alten Zustand wiederherzustellen, aber das ist, wie einen Oldtimer wieder auf Vordermann zu bringen. Er wird immer wieder in die Werkstatt müssen. Es gibt Leute, bei denen klappt es gut. Die Selbstheilungskräfte der Seele sollte man nicht unterschätzen. Aber viele Menschen schaffen es nie wieder, diesen Zustand des Vertrauens und des Sicheinstellens auf einen anderen Menschen herzustellen. ABER: Es gibt andere Dinge als Beziehung, und man lernt sich nach einer solchen Trennung selbst erstmal besser kennen. Ich weiß nicht, ob es das ist, was Du hören willst, aber vielleicht solltest Du anderenfalls Deine Frage etwas präziser und auf das Problem bezogen formulieren.
 
  • #7
Ich habe meinen früheren Partner intensiv geliebt, eine lange Ehe lang... aber meinen heutigen Partner liebe ich viel intensiver und auch endlich so, wie ich es mir immer gewünscht habe.

Der Hintergrund ist, dass ich früher andere Wertmaßstäbe in punkto Partnerwahl hatte und in weiten Teilen meiner Ehe mehr von der Illusion, wie es sein könnte, gelebt habe, anstatt auf das zu schauen, was tatsächlich vorhanden ist. Ich könnte auch schreiben: ich habe mich damals in den falschen Partner verknallt, bin trotz widriger Umstände dran geblieben und habe versucht, das Beste daraus zu machen. Denn rückblickend sieht es leider schon danach aus... ehrlich gesagt, war der Anfang schon nicht leicht und alles was danach kam, war zwar nicht komplett schlecht, aber auch nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte. Dabei hatte ich, so lange ich denken kann, eine sehr klare Vorstellung von Liebe, Ehe und Partnerschaft. Wenn man mich aber mittendrin gefragt hätte, ob ich unglücklich sei, hätte ich es damals wahrscheinlich verneint. Für diese Erkenntnis habe ich viel Zeit gebraucht.

Mit meinem heutigen Partner war es von Anfang an wunderschön leicht, intensiv, ehrlich, unkompliziert, es passt einfach alles... wir sind die richtigen Partner füreinander. Dieses Gefühl und diese Gewissheit ist für mich völlig neu. Und natürlich kann ich diese Liebe heute auch umso mehr schätzen und sehr viel intensiver leben, vielleicht gerade deshalb, weil ich es schon mal anders erlebt habe.

Abgesehen davon, bin ich der Ansicht, dass man in der Hinsicht nicht zu intensiv Vergleiche anstellen sollte. Das Leben ändert sich, man verändert sich selbst und die Vergangenheit kann man sowieso nicht ändern. Es ist gut so, wie es war und ist. Und zum Glück bieten sich immer wieder neue Chancen...

Eine schwierige, aber zur Abwechslung hier mal sehr interessante und wichtige Frage. Daher bin ich gespannt, wie andere das sehen. Dem FS wünsche ich viel Glück!
 
  • #8
Ich denke, ich habe mir andere Männertypen gewählt. Das hatte mit dem eigenen Reifeprozess und auch der jeweiligen Lebenssituation zu tun. Mit 20 war die beste Freundin und Party wichtig. Jungs waren eher Beiwerk. Lustig, hübsch und nett waren die Kriterien. Und die sollten mich nicht einschränken und zu mir passen. Um die 30 ging es eher um Vaterqualitäten zwecks Familiengründung. Leider vernachlässigte ich da das 'Gemeinsamkeiten-Kriterium'. Um die 40 geht es für mich nun um den richtigen Patchwork-Vater, zusammen passen und auch aufschauen bzw auf Augenhöhe sein und jemanden, der auch zu geben bereit ist. Und: die tiefe Liebe kann einen immer wieder treffen... in jedem Alter... viel Glück!
 
  • #9
Manche lernen erst durch Erfahrungen, wie es besser sein könnte.

Viele glauben, dass durch eine Heirat die Liebe noch besser würde.
Bis sie dann merken, dass es mit diesem Ehepartner keine Steigerungen gibt. Aber mit einem anderen Partner erleben sie die Steigerung, auch bereits vor der Hochzeit.

Mich wollten bereits drei Frauen heiraten. Aber mir war bewusst, dass es mit diesen Frauen nicht lange halten würde. Also besser nicht. Der Typ von Frau, mit dem ich mein ganzes Leben verbringen wolle, ist anders. Also bin ich vorher klüger - anstatt hinterher.
(m,53)
 
  • #10
Ja, es wird sogar immer besser, weil man Fauxpas vermeiden lernt, die man in seinen vorherigen Beziehungen alle falsch gemacht hat. Demzufolge kann man auch intensiver und unbefangener lieben.
Das ist nicht immer so! Manche Menschen Frauen wie Männer sind durch vorherigen Beziehungen so verschlossen und mit sehr großen Altlasten behaftet, dass gar nichts mehr geht! Habe mit solchen Frauen einige wenige guten Erfahrungen gemacht, es kam zu keiner richtigen Beziehung, solche Frauen waren und sind beziehungsunfähig!
 
P

Provence

  • #11
In der Regel geht man eine Beziehung/Ehe nur mit dem Wunsch ein, »sie möge für die Ewigkeit sein«. Dieser Wunsch geht leider nicht immer in Erfüllung. Die Liebe verblasst ...

… und macht einer neuen Liebe Platz, falls einem diese begegnet. Ist die erste Beziehung wirklich verarbeitet, ist es durchaus möglich, wieder genauso tief zu lieben; oft genug hat man die Chance, durch die Erkenntnis, warum es in der Anfangsbeziehung nicht funktioniert hat, es beim zweiten Anlauf mit einem neuen Partner besser zu machen.

Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass ich - nach der Beendigung einer wirklich langen Liebesbeziehung - eine neue Bindung mit noch mehr Tiefe eingehen konnte: hier sind wir (beide) reifer, überlegter, wir nehmen uns, wie wir sind, vermeiden viele Fehler, die wir in unseren abgeschlossenen früheren Ehen gemacht haben.

Ich hätte mich, übrigens, nie auf einen neuen Partner eingelassen, der diese erste Liebeserfahrung in einer langen Beziehung nicht auch gemacht hätte. Wichtig ist dabei für mich auch: wie er von seiner »Verflossenen« spricht. Abfällige Bemerkungen über sie hätten das sofortige Aus nach sich gezogen.
 
  • #12
Naja, wenn man sich trennt, ist man ja in der Regel nicht mehr so verliebt wie am Anfang. Die Beziehung ist zerbrochen, es gibt auf beiden Seiten viele Enttäuschungen, evtl. Lügen und das Sexleben ist ja auch oft schon jahrelang nicht mehr intakt oder gar vorhanden.
Komische Frage!?
Jede Affäre danach ist besser als die Ehe die man hatte.
Und wie auch schon gesagt wurde, ändert man sich und manchmal sind einem 10 Jahre später ganz andere Dinge wichtig. Außerdem sucht man sich meist einen ganz anderen Typus von Mann beim nächsten Mal aus.
Bei mir war es ähnlich in meiner Ehe.
Ich habe auch einen eher schwierigen Mann geheiratet und dachte immer, ich könnte ihn noch ändern (Fehler, ich weiß). Ich dachte, dass er irgendwann so denkt wie ich und wir dann wirklich glücklich werden. Ich habe Wünsche und Vorstellungen in ihn hineinprojeziert, die er gar nicht erfüllen wollte. Er war auch kein Beziehungsmensch. Ich denke, dass viele diesen Fehler machen, wenn sie das erste Mal heiraten. Zumindest sehe ich das bei meinen Freundinnen, die jünger sind.
Irgendwie ist man beim Heiraten etwas naiv und irgendwie glaubt man, dass, wenn man erst mal heiratet alles gut wird, dabei ist das Gegenteil der Fall, wenn es nicht der Richtige ist.
 
G

Ga_ui

  • #13
früher andere Wertmaßstäbe ... mehr von der Illusion, wie es sein könnte, gelebt habe, anstatt auf das zu schauen, was tatsächlich vorhanden ist.
Ja, das scheint mir eine wichtige Aussage! So ist es bei mir auch gewesen. Früher habe ich mehr in der Phantasie gelebt, heute setze ich Dinge in einer Partnerschaft besser um. Mit dem Alter bekommt man andere Wertmaßstäbe und Bedürfnisse, dazu passen neue Menschen. Ich halte auch nichts davon, ständig der Vergangenheit nachzutrauern. Menschen ändern sich, neue Menschen kommen in sein Leben, man erlebt immer neue Dinge. Ich würde die Vergangenheit als Teil des Lebens betrachten, aber man muss echt nicht an allem festhalten. Warum sollte es schlecht sein, wieder neu und besser zu lieben? Ich verstehe wirklich nicht, warum das für manche so ein derartiges, unlösbares Problem darstellt. Ich meine, ich bin auch schon stehengelassen worden, aber so schlimm ist das doch wirklich nicht!
 
  • #14
Ich habe nach 23jähriger Beziehung (davon 15 in einer Ehe) einen Mann kennengelernt, der mein Herz so sehr berührte, wie es mein langjähriger Partner nicht im Ansatz vermochte, obwohl ich die ganzen Jahre dachte, wir seien ein gutes und glückliches Paar. Doch ich musste feststellen, dass ich die wahre Liebe nicht kannte, dass ich nicht wusste, wie intensiv und tiefgehend sie sein kann, wie sie sich wirklich anfühlt. Ich konnte nicht anders als meine Ehe zu beenden, alles andere wäre ein lebenslanger Kompromiss gewesen, zu dem ich nicht bereit war, zu dem ich mich zu jung fühlte. Ich wusste, dass ich nicht bei meinem Mann bleiben kann, selbst wenn meine neue große Liebe nur ein Strohfeuer gewesen wäre.

Um deine Frage zu beantworten: Ja, ich habe festgestellt, dass es noch viel besser und passender sein kann. Und ja, ich hätte nicht gedacht, dass mir das passiert, dass ich so viel intensiver lieben kann. Ich war nicht auf der Suche, es hat mich wie der Blitz getroffen. Das ganze ist jetzt ein Jahr her, ich habe es keinen Tag bereut und bin glücklicher als je zuvor.
 
A

Ares

  • #15
Nach meiner Erfahrung kann es mehrere Lieben im Leben geben. Für mich ist auch ein Eheversprechen, dass "lebenslänglich" verpflichtet, Unsinn.
Es gibt einen Idealfall, den wir uns alle erträumen, der besteht dann in einer lebenslangen und funktionierenden Liebe. In der Realität werden viele Ehen geschieden und selbstverständlich kann man auch nach einer Trennung wieder eine neue Liebe finden.
 
  • #16
Hier bestätigt sich meine Aussage: Die neue Liebe kann klappen - aber nur mit dem Partner, der sich getrennt hat!
Der, der getrennt wurde, verzweifelt, sucht Notlösungen, überbrückt, lebt sich aus und würde jede Sekunde wieder in sein altes Leben zurück wollen!
 
  • #17
das Sexleben ist ja auch oft schon jahrelang nicht mehr intakt oder gar vorhanden.
Komische Frage!?
Jede Affäre danach ist besser als die Ehe die man hatte.
Hm das ist komisch. Ließt man hier sehr häufig. Das kenne ich z.b. überhaupt nicht. In meiner letzten Ehe/Beziehung, über 25 Jahre war der Sex bis zum Schluß Klasse. Wirklich seltsam. Meine Exfrau und ich unterhielten uns einige Zeit später darüber und stellten fest. Überall wo man hin hörte, wo Trennungen vollzogen wurden, war dies auch so, dass der Sex völlig eingeschlafen war. Bei uns war bis zum Schluß sogar Leidenschaft dabei und wir wunderten uns beide, dass das bei uns anscheinend anders war als bei anderen Paaren. Dies hat bei uns Beiden wohl ein Fragezeichen fürs Leben gesetzt.
Schon seltsam. Und ich weigere mich zu glauben das jede Affaire danach besser ist. Das muss dann aber schon eine Ehe der übelsten Sorte gewesen sein. Tut mir sehr Leid für dich.
m44
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #18
Hier bestätigt sich meine Aussage: Die neue Liebe kann klappen - aber nur mit dem Partner, der sich getrennt hat!
Der, der getrennt wurde, verzweifelt, sucht Notlösungen, überbrückt, lebt sich aus und würde jede Sekunde wieder in sein altes Leben zurück wollen!
Also das mag bei Dir so sein, aber bei anderen Paaren nicht!
Das würde ich nicht so allgemein-pauschal sagen. Mein Mann hatte eine andere Frau - ich habe mich gezwungenermaßen getrennt, obwohl ich es nicht wollte. Wer war nun bei uns derjenige/diejenige, die die Trennung vollzogen hat?
Ich würde nie wieder meinen Mann zurückwollen, er hat da auch kein wirkliches Interesse.
Manchmal realisiert man nach einer Trennung auch einfach, dass es nicht (mehr) gepasst hat. Und dann will keiner zurück und man versteht sich trotzdem.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: