• #1

Erhöht weibliche Bisexualität den Jagdtrieb bei Männern ?

Hallo,

ich habe eine Freundin, die ist bi. Als sie mehr den Männern zugewandt war, klappte es nie, sie wurde immer nur enttäuscht und meinte nun, es lieber mit Frauen zu versuchen.

Seit einiger Zeit hat sie sich wieder mehr den Frauen zugewandt und plötzlich laufen ihr die tollsten Männer hinterher, gerade wenn sie erfahren, dass sie eigentlich grundsätzlich gar kein Interesse mehr hat.

Was meint ihr: liegt es daran, dass sie jetzt Männern gegenüber entspannter ist oder eher daran, dass es für die Männer einen besonderen Reiz für das männliche Ego darstellt, sie wieder "umzudrehen" ? Und natürlich, dass damit der Männertraum eine Dreiers mit zwei Frauen scheinbar in greifbarere Nähe rückt, als mit einer Heterofrau ?
 
A

apus apus

Gast
  • #2
Es ist wie mit jeder Frau die schwer zu haben ist. Ja, es ist Jagdtrieb. Aber man begibt sich nur auf die Jagd, wenn es sich wegen der Frau auch lohnt. Sprich sie auch etwas besonderes an sich hat. Also eine Bi-Frau dürfte bei vielen Männern ein ganz besonderes Kopfkino auslösen. Ob es nun unbedingt der Dreier ist wage ich zu bezweifeln. Hat man die Bi-Frau herumkriegt verliert das ganze an Zauber. Für eine langfristige Beziehung ist aber eine Bi-Frau nicht geeignet.


m
 
W

wahlmünchner

Gast
  • #3
Ganz bestimmt nicht.
Männer reagieren auf Bisexualität entweder mit sexuellen Träumen oder mit absoluter Flucht.
Den wenigsten gelingt es soverän damit umzugehen .
Vermutlich ist es ihre Unerreichbarkeit
 
G

Gast

Gast
  • #4
Ich glaube, es ist alles, was Du als Gründe aufgeführt hast. Eventuell hat Deine Freundin eine romatisch-verklärte Sicht auf Männer und Beziehungen mit ihnen gehabt und ist aufgrund der Projektion eines Ideals auf die Männer immer enttäuscht worden. Mit anderen Worten: Sie steht auf die falschen Typen und verhält sich verstellt einem potentiellen Partner gegenüber, ohne dass sie es will (ich erinnere mich mit Gruseln an eine Frau, die jedem über den Mund fuhr, hochintelligent war und eine richtige Giftspritze sein konnte. In Gegenwart des Typen, den sie toll fand, verhielt sie sich wie ein kleines Mädchen, das er beschützen sollte). Nun, da Deine Freundin das nicht mehr tut, ist sie lockerer und sowas ist sehr anziehend. Nichts wirkt, glaube ich, abstoßender, als diese Bedürftigkeit und Anhänglichkeit dem Auserwählten gegenüber.
Viele Männer träumen davon, Frauen beim Liebesspiel zuzusehen :D Und das schmeißt natürlich unglaublich das Kopfkino an, wenn Deine Freundin sagt, sie sei mit ner Frau zusammen und bi. Da will so mancher sofort in die Mitte.
 
  • #5
Als sie mehr den Männern zugewandt war, klappte es nie, sie wurde immer nur enttäuscht ...
Enttäuschung bedeutet doch nur, dass die eigene Erwartungshaltung nicht erfüllt wurde. Nachdem du nicht gesagt hast was deine Freundin von Männern erwartet, kann man auch nichts dazu sagen, warum sie enttäuscht ist.
Was meint ihr: liegt es daran, dass sie jetzt Männern gegenüber entspannter ist ...
Das kann gut sein, denn "unentspannt zu sein" ist generell nicht besonders attraktiv.
... oder eher daran, dass es für die Männer einen besonderen Reiz für das männliche Ego darstellt, ...
Gibt's ein pauschales "männliches Ego"? Ich denke nicht.
... und meinte nun, es lieber mit Frauen zu versuchen.
Und, ist deine Freundin jetzt glücklicher? Und kommen Lesben mit "unentspannten und von Männern enttäuschten Bi-Frauen" besser zurecht? Oder wird deine Freundin nun von Frauen enttäuscht?
 
  • #6
Und natürlich, dass damit der Männertraum eine Dreiers mit zwei Frauen scheinbar in greifbarere Nähe rückt, ...
Das scheint ein unausrottbares Gerücht der 68er-Generation zu sein.
Soweit ich das beurteilen kann, ist der Dreier ein Experimentierfeld für Teenager. Später dann, verbrennt sich kein vernünftiger Mann mehr die Finger damit in einer Beziehung.
Falls es wirklich "der Traum eines erwachsenen Mannes" sein sollte, kann er sich den für wenig Geld in jedem Laufhaus verwirklichen, und für noch weniger Geld in jedem Swingerclub.
 
G

Gast

Gast
  • #7
Ein scheinbar stärkeres Interesse muss nicht mit der momentan weiblich orientierten Sexualität deiner Freundin korrelieren. Das ist unwahrscheinlich und eine derartige Momentaufnahme ist kaum aussagekräftig. Es gibt unberechenbare Variabeln, die hier eine Rolle spielen.

Genauso könnte ich sagen 'Vor 16 Monaten, wurde ich alle vier Tage von Frauen angefliret. Seit sechs Monaten, werde ich höchstens kurz angeguckt. Liegt das daran, dass ich seit sechs Monaten weniger Fleisch esse?'

Vielleicht hehe. Vielleicht aber auch daran, dass ich vor 16 Monaten erneut eine Weile bei Freunden in der Karibik wohnte und seit sechs Monaten wieder in Deutschland lebe. Sind es also karibische Frauen vs. deutsche Frauen? Oder war ich anders drauf als ich in Jamaika war bzw. liegt es daran, dass ich ein Exot war und alleine deswegen besser ankam?

Das ist nur ein kleines Beispiel. Es ist unmöglich zu sagen, was hier eine wesentliche Rolle spielte.

Ziehe ich voreilige Schlüsse, werde ich falsch liegen, bzw. den ganzen relevanten Rest komplett übersehen.

All das klingt ein wenig nach in diesen Kontexten häufig genannten Erklärungen, wie etwa 'Männer wollen jagen,' oder aber 'wer nicht sucht ist automatisch attraktiver,' oder 'Frauen sollten grundsätzlich passiv sein, um so das männliche Interesse überhaupt erst zu provozieren/zu verstärken.'

Man sollte sich immer überlegen, was man letztendlich beweisen will, welche grundsätzlichen Annahmen eine ergebnisorientierte Beobachtung bereits im Vorfeld beeinflussen und sogar leiten. Man neigt häufig dazu, genau das zu sehen, was man sehen will. Selbst bei gänzlich unschlüssigen und zweifelhaften Ergebnissen.

Wenn ich drei attraktive Frauen sehe und dann erfahre, dass eine von ihnen bisexuell ist, würde ich eher an dieser Frau interessiert sein. Unabhängig davon, ob sie mich direkt anflirtet oder nichtssagend freundlich bei einem ersten flüchtigen Kontakt reagiert. Ich wäre interessiert, weil ich noch nie mit einer bisexuellen Frau zusammen war und sie als sexuell experimentierfreudiger und offener einschätze (meine Vorurteile).

Du hast viel zu wenig Informationen, um eine zumindest halbwegs plausible Antwort zu finden. Letztendlich gibt es noch 10.000 weitere Faktoren, die eine Rolle spielten. Du hast dir einen rausgepickt und versuchst jetzt einen Grundsatz zu formulieren. Das ist zum Scheitern verurteilt.
 
G

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Gast
  • #8
Meine Erfahrung ist, dass Männer völlig verunsichert sind, wenn sie erfahren, dass ich bi bin, und mir im Vornherein Untreue unterstellen, obwohl das in keinster Weise gerechtfertigt ist. Ich hab nie jemanden betrogen, kein einziges Mal. Aber genau ich muss mit diesem blöden Klischee leben. Lesbische Frauen sind in dem Punkt übrigens kein bisschen besser.
 
  • #9
oder eher daran, dass es für die Männer einen besonderen Reiz für das männliche Ego darstellt, sie wieder "umzudrehen" ?
Das vermute ich am ehesten.
Männer fühlen sich in ihrer "Männlichkeit" gekränkt und verletzt, wenn eine Frau lieber Frauen bevorzugt. Und dann packt sie der Ehrgeiz, zu zeigen "was ein richtiger Mann ist"
Wenn die Frau Gefallen an weiblicher Liebe gefunden hat - halte ich Männer bei ihr für chancenlos. Denn diese zwei Arten schätze ich als extrem unterschiedlich.
Aber es gibt auch Frauen, die beide Arten praktizieren, und auf Keine verzichten wollen = bi. Jedoch ist damit nicht unbedingt ein "gemischter Dreier" möglich, wie sich so manche Männer naiv vorstellen.
Grundsätzlich würde ich jeder Frau gratulieren, die weibliche Liebe schätzt. Weil ich sie, besonders emotional, für besser halte, als mit den meisten Männern. Das meine ich sogar als Hetero-Mann.
 
G

Gast

Gast
  • #10
Das ist ein Gerücht. Richtige Männer stehen auf richtige Frauen, nicht auf "umgedrehte Frauen". Als Bi-Frau kann man ja davon ausgehen, dass eine Frau eher ein Mannsweib ist und viele Bi-Frauen hassen schlichtweg männliche Genitalien. Eine richtige Frau dagegen liebt männliche Genitalien über alles und könnte sich nichts anderes vorstellen.
 
G

Gast

Gast
  • #11
Lieber Bernd50,

Dass bi-Menschen auf keine der beiden Arten von Liebe verzichten wollen oder können, ist nicht in jedem Fall korrekt. Ich und die Bi-Frauen in meinem Freundeskreis haben sich irgendwann auf ihre/n Partner/in oder ein Geschlecht festgelegt, mit dem/der sie eine Beziehung haben möchten. Bisexuelle Menschen trennen oft zwischen "emotionaler" und "sexueller" Anziehung, und haben monogame Beziehungen mit dem Geschlecht, mit dem sie sich emotional wohler fühlen. Obwohl sie sexuell weiterhin von beiden Geschlechtern angezogen sind. Nicht nur Heteromenschen, auch Bi-Menschen können sich auf monogame Beziehungen einlassen und sind auch bereit, dafür auf manches zu verzichten.
Bisexualität ist nicht dasselbe wie Promiskuität oder Polyamorie. Ich glaube, promiskuös oder untreu sind meiner Meinung nach vor allem bi-neugierige Frauen, die sich noch nicht "gefunden" haben und denken, vielleicht ist das Gras grüner auf der anderen Seite. Ausserdem ist es leichter, dem Partner zu sagen "du, lass uns Schluss machen, ich glaube, ich bin bi", als zuzugeben "du, lass uns Schluss machen, mir ist einfach so langweilig mit dir im Bett".
 
  • #12
Männer fühlen sich in ihrer "Männlichkeit" gekränkt und verletzt, wenn eine Frau lieber Frauen bevorzugt. Und dann packt sie der Ehrgeiz, zu zeigen "was ein richtiger Mann ist"
Solche pauschale Aussagen zu verbreiten, halte ich nicht für sehr durchdacht.
Ich denke, diejenigen Männer die gekränkt und verletzt reagieren, weil eine Frau homosexuell ist, haben ein Problem mit sich selbst. Ich jedenfalls habe noch keinen einzigen so kranken Mann kennengelernt, der persönlichen Ehrgeiz entwickelt hätte eine lesbische Frau "zum wahren Glauben" zu bekehren.
 
G

Gast

Gast
  • #13
.. und gleich nochmal an den anderen Gast (Antwort 9):
Du hast offensichtlich von Bisexualität etwa so viel Ahnung, wie ich von der isländischen Fischereigesetzgebung. Daher eine kurze "Aufklärung" von einer "Umgedrehten";)

1. Bi-Frauen hassen männliche Genitalien für gewöhnlich nicht, weil "bi" ist die Kurzform von: bisexuell = sexuell angezogen von Männern und Frauen.
Es gibt zwar Frauen, die männliche Genitalien eklig finden, inklusive heterosexuelle Frauen. Das dürfte aber eher mit negativen Erfahrungen, als mit der sexuellen Orientierung zusammenhängen. Und die meisten von dir als "umgedreht" (ich nehme an lesbisch) bezeichneten Frauen hassen Männer nicht, sondern haben männliche Freunde, Arbeitskollegen und Familienmitglieder, mit denen sie bestens klarkommen. Sie wollen mit ihnen einfach keinen Sex haben.

2. Was ist ein "Mannsweib"? Falls du damit eine burschikos angezogene Frau meinst, die "typisch männliche" Sachen macht.. nun ja, was dem am ähnlichsten käme, wenn wir schon nach dem Klischee vorgehen wollen, wäre eine lesbische Frau, die sich als "butch" definiert (kannste googeln). Bisexuelle Frauen sind oft nicht vollständig in die lesbischwule Szene eingeschlossen und haben auch keinen besonderen Kleidungsstil oder Verhalten. Daher erkennt man sie oft nicht, ausser sie "outen" sich.

In der Hoffnung, dass dieser Beitrag die Ignoranz in diesem Thread etwas verringert, wünsche ich euch allen einen schönen Abend.
 
  • #14
# Gast 12

vielen Dank für diesen Beitrag, dann muss ich ihn nicht schreiben, da kann ich nur voll zustimmen.

Wenn die Frau Gefallen an weiblicher Liebe gefunden hat - halte ich Männer bei ihr für chancenlos. Denn diese zwei Arten schätze ich als extrem unterschiedlich.

dem muss ich selbst widersprechen. ich habe auch gewisse bisexuelle Neigungen, jedoch nicht annähernd so stark wie bei meiner Freundin.

Ich habe mich noch nie in eine Frau verliebt und hätte mit keiner eine Beziehung haben wollen. Sex mit Frauen gefällt mir hingegen gut, aber ich brauche ihn real nicht ständig und kann gut darauf verzichten, wenn ich mit einem Mann in einer Beziehung bin. Da kann ich bei Bedarf auch auf mein Kopfkino zurückgreifen oder andere visuelle Quellen. Ich bin trotzdem ein treuer Mensch.

Und rein sexuell finde ich den Unterschied gar nicht so anders... es fühlt sich rein physisch nicht wirklich anders an, ob man von einem Mann oder einer Frau stimuliert wird. Ich finde, es ist mehr Kopfsache.

Ich persönlich habe jedoch bislang nur einem Mann von dieser Neigung erzählt, er hat jedoch wie ich ähnlich stark bzw. schwach ausgeprägte Bi-Neigungen, so dass es kein Problem war.
 
  • #15
Und natürlich, dass damit der Männertraum eine Dreiers mit zwei Frauen scheinbar in greifbarere Nähe rückt, als mit einer Heterofrau?

Das spielt sicher eine Rolle. Sexuell aufgeschlossen, mit Option auf den Traum jedes (richtigen) Mannes. Nicht umsonst haben schon die Teenager-Mädels in der Disco gelernt, dass die Jungs darauf abfahren, wenn sie sich gegenseitig abknutschen.
 
  • #16
Bisexuelle Menschen trennen oft zwischen "emotionaler" und "sexueller" Anziehung, und haben monogame Beziehungen mit dem Geschlecht, mit dem sie sich emotional wohler fühlen. Obwohl sie sexuell weiterhin von beiden Geschlechtern angezogen sind.
Ok - kann ich verstehen und als Partner zugestehen. Als Partner einer bi-Frau hätte ich trotzdem die Angst, die Partnerin an eine Frau zu verlieren. Aber erst mal real in diese Situation kommen, dann kann man es = sich selber beurteilen.
Als Hetero-Mann kann ich auch unterscheiden, zwischen nur-sexuell anziehende Frauen, und emotional anziehend. Aber nur-sexuelle Beziehung wäre mir zuwenig.
 
  • #17
Vielleicht konnte die besagte Frau erst in einer Beziehung mit einer anderen Frau ihre Sexualität erforschen und ausleben, sich öffnen oder "fallen lassen". Mit den Männern war es ihr offenbar nicht möglich.

Vielleicht wurde sie dadurch offener und bewusster und dieses neue Bewusstsein finden die Männer anziehend. Ob das etwas mit der sexueller Orientierung zu tun hat?
 
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