G

Gast

  • #1

Erster Sex mit neuem Partner unschön, was tun?

ich habe einen sehr interessanten mann via single börse kennen gelernt. feinfühlig, anständig, zuvorkommen, intelligent, humorvoll ect pp.. wärend ein paar wochen haben sich sehr gute gespräche, gemeinsame interessen und wellenlänge entwickelt. einfach schön.

es hat sich ein zauber entwickelt. nach einigen treffen dann händchen halten, tägliche abendliche telefonate zum gute nacht sagen.. es hat sich wohlig angefühlt. ich habe mich sehr gefreut.

und dann unsere erste gemeinsame nacht... ich bin erschrocken..
es war überhaupt nicht so, wie ich ihn kennen gelernt hatte. und es war auch nicht so, wie ich es mag. er war sehr grob, hat mir mitunter weh getan (z.b. brust-kneifen) sowas gefällt mir aber GARNICHT. es hatte wahrlich weder etwas von behutsamkeit (sich im bett kennenlernen) noch irgendeine romantik.. es kam mir pornomässig vor. :-(

es war, mit einem wort schrecklich...

was mache ich nun?
war er nur unter druck "jetzt den hecht zu zeigen" beim ersten mal?
wer hat auch erfahrung mit sowas gemacht?
ob es was bringt ihn darum zu bitten vorsichtiger zu sein und dass wir uns erst kennenlernen müssen im bett (vorlieben und abneigungen)? oder ist das die art von sex, die er mag und es somit einfach keinen sinn macht, hier weiter hoffnungen zu entwickeln? es macht ja keinen sinn, wenn einer von beiden sich verstellt.. er ist 52.

besten dank für eure feinfühligen antworten bereits im voraus.

w45
 
G

Gast

  • #2
Also ich hätte dem Mann gleich mit Nachdruck gesagt, dass er mit der Grobheit aufhören soll. Total respektloses billiges Verhalten seinerseits. Ich hätte den Sex sofort abgebrochen und ihn rausgeschmissen. Mit dem letzten Mann mit dem ich im Bett war war das anders. Er bat mich ihm zu sagen was ich gerne mag und hat eindringlichst darum gebeten ihm zu sagen wenn er mir weh tut. Eine Beziehung hat mit ihm zwar letztendlich nicht geklappt aber dieses Verhalten im Bett seinerseits nenne ich respektvoll und so soll es sein. Alles andere ist daneben und hat in meinem Bett nichts zu suchen. Sag ihm, dass Du so beim Verkehr nicht behandelt werden möchtest und wenn er nicht drauf eingeht dann weiss Du ja wie er tickt und beende die Angelegenheit.
 
  • #3
sag ihm doch was gut war und was nicht ... so verstellst du dich nicht und er kann sich anpassen. oder es gibt noch andere möglichkeiten ... mails vor allem aber auch mal chats bei denen man beschreibt was man mit dem andern tut (da kannst gut nein sagen und beschreiben wie du es gern selber hättest).
 
L

Löwin

  • #4
Das hört sich nach einem Mann an, der weiß "was Frauen wollen" - Ironie off.
Selbst ein Mann, der 50 oder mehr Frauen hatte, kann nicht wissen, wie die nächste sein wird und was sie wollen wird - denn jede ist anders und einzigartig.
Mein Exfreund war auch so - allerdings mochte ich das. Wir haben nicht darüber gesprochen, weil wir es mochten.
Du musst in jedem Fall mit ihm sprechen. Ohne Vorwürfe. Sprich von Deiner Angst und Deinen Gefühlen, die Du hast und denen die sich daraus entwickeln könnten.
"Einfach weiter so" hat sich in solchen Unstimmigkeiten nie bewährt. Auch die Hoffnung, dass er es Dir von der Stirn ablesen kann, muss ich Dir nehmen.
Zeig ihm, dass Du ihn nicht ablehnst, sondern die Beziehung auch für Dich einen hohen Stellenwert hat und das Dir Deine Sexualität wichtig ist.
Wenn er Dich liebt, wird er zumindest auf das Gespäch eingehen. Ob ihm sein (grobe) Sexualität so wichtig ist, wird sich dann herausstellen.
Mein Exfreund sagte, er würde niemals mit einer Frau zusammen sein wollen, die das und das und das...... nicht mag.
 
  • #5
Liebe Fragestellerin, hm, das scheint ein ernstes Problem zu sein. Ich denke ja eigentlich immer, dass Menschen, die auf vielen anderen Gebieten kompatibel sind, auch im Bett ausreichend zusammen passen. Zumindest habe ich es noch nie anders erlebt. Mich würde daher wirklich sehr interessieren, wieviel Ihr schon zusammen unternommen habt. Wieviele Tagesausflüge? Wieviele andere Unternehmungen? Wie sehr harmoniert Ihr in bezug auf Ansichten und Wertvorstellung und anderen Vorlieben? Magst Du das detaillierter schildern?

Konkret zu Deiner Frage: Also ich befürchte, dass der Mann einfach so ist und er den Sex so vollzogen hat, wie er es gewohnt ist und mag. Einerseits müssen sich die meisten neuen Pärchen erst einmal aufeinander einstellen und ihre gegenseitigen Vorlieben erkunden. Andererseits sollten die Basiswerte wie Zärtlichkeit, Einvernehmen, Beobachtungsgabe, Einfühlungsvermögen schon von Beginn an stimmen und nur die Details angepasst werden. Dass es da wirklich "Dressurmöglichkeiten" gibt, wage ich zu bezweifeln, weil schon ziemlich grundsätzliche Disharmonien und Inkompatibilitäten aufgetreten sind.

Es ist nicht so tragisch, dass er einmal die Brust kneift -- aber er müsste sofort merken, dass es nicht gefällt und damit aufhören. Er mag mal mit Dominanz oder animalischer Note spielen, aber eben einfühlsam merken, ob Du darauf abfährst oder nicht und so weiter. Ich denke, hier fehlt es entweder sehr grundsätzlich an Einfühlungsvermögen und Zärtlichkeit oder er ist ganz miesen Sex gewohnt -- oder beides.

Wenn Du wirklich in ihn verliebt bist und ansonsten sehr viel passt, solltest Du ihm eine zweite Chance geben, dann aber auch wirklich darauf bestehen, dass er zärtlich und romantisch ist. Hast Du ihm denn signalisiert, dass Du darauf nicht stehst?

Hast Du deutlich sofortiges, situatives, negatives Feedback auf Grobheiten und Kneifen gegeben?

Das muss man schon deutlich machen! Bist Du denn zum Höhepunkt gekommen? Wie sehr hat ihn Deine Befriedigung interessiert? War er irgendwann im Laufe des Aktes mal zärtlich? Wie hat er sich nach dem Sex verhalten?
 
  • #6
Liebe FS,

ist er denn in irgendeiner Weise auf Dich und Deine Reaktionen eingegangen? Wenn Du z.B. zurückgezuckt bist, hat er Dich dann gestreichelt? Oder gefragt, was Dich stört? Wie hast Du reagiert auf die Schmerzen? Hast Du ihn darauf angesprochen? Hätte er es unbedingt bemerken und darauf reagieren müssen?

Leider fürchte ich nach Deiner Schilderung, dass er a) extrem unsensibel ist oder b) in Richtung SadoMaso unterwegs ist. Ich weiss nicht, ob ich mir einen weiteren Versuch antun würde. Kannst Du denn gut reden mit ihm? Könntest Du in einer ruhigen Minute ein offenes Gespräch führen? Das wäre vielleicht die einzige Rettung...
 
G

Gast

  • #7
Deine Geschichte erinnert mich an meine eigene, nur daß ich in der Position des Mannes war. Und daß es natürlich nicht zu so unsensiblen Handlungen kam, im Gegenteil.

Die Frau war von meiner behutsamen Art bitter enttäuscht, sie fand sie abtörnend und langweilig. Sollte ich jemals wieder mit ihr in eine vergleichbare Situation kommen, werde ich grob zu ihr sein, ihr weh tun ... ganz so wie sie es sich offenbar gewünscht hat.

Nein, im Ernst. Männer wie Frauen glauben oft, daß es beim ersten Sex wild zugehen muß, daß der Partner genau das von ihnen erwartet. Möglicherweise hast Du auf die ersten sanften Ansätze nicht deutlich genug reagiert und auf diese Weise dem Mißverständnis, Du würdest es Dir härter und direkter wünschen, unwissentlich Vorschub geleistet.

Gib ihm eine zweite Chance. Sag ihm vorher „aber du darfst mir nicht wieder weh tun”.
 
  • #8
Das, was man immer machen sollte, wenn in einer Beziehung derartige Probleme auftauchen: Darüber reden, das Problem verbalisieren und gemeinsam versuchen herauszufinden, wie es zu dieser zumindest aus Deiner sicht missglückten ersten gemeinsamen Nacht gekommen ist.

Falls die "pornomässige" Sexualität dieser Nacht die einzige für ihn erfüllende Form von Sexualität ist habt ihr im Zweifel ein ernstes Problem. Möglicherweise, und die Attribute, die Du ihm ansonsten zuschreibst deuten für mich durchaus in diese Richtung, ist es aber auch nur bestenfalls eine von vielen für ihn denkbaren Spielarten von Sexualität, und vielleicht nichtmals eine, die im besonders zusagt.

Herausfinden werdet ihr es nur, wenn ihr offen und ehrlich darüber sprecht, Vorlieben und Abneigungen thematisiert und, sofern eine ausreichende Schnittmenge vorhanden ist, aus dieser heraus diejneige Spielart von Sexualität entwickelt, in der ihr Euch beide wiederfindet.
 
  • #9
Ja das ist vor dem ich immer warne, es ist mir ähnliches passiert. Bei einer Frau, die harte SM-Techniken bevorzugte, und es gibt gar nicht so wenige, wenn man in Foren liest. Für mich kam das damals völlig unvermittelt.
Im Bett kann die gewünschte Sexualität sehr unterschiedlich sein. Da können beide sehr verliebt sein, einen starken Einklang haben und es kann schlicht daran scheitern. Damals eskalierte das bei uns furchtbar, beide wortgewaltig, beide stark verwundet.

Sprechen müsst ihr miteinander, aber -und das ist ganz wichtig und meine Lehre- sich über die gewünschte Sexualität des anderen , nur weil man sie nicht kennt, nicht verächtlich äußern. Es kann aber sehr gut sein, dass es genau die Art von Sex ist, die er braucht. Wir Männer können eben schlecht spielen, ob uns der Sex gefällt. Überlege, was Du brauchst, woran du dich der Liebe wegen anpassen könntest und woran nicht.
m44
 
  • #10
Ja das ist vor dem ich immer warne, es ist mir ähnliches passiert. Bei einer Frau, die harte SM-Techniken bevorzugte, und es gibt gar nicht so wenige, wenn man in Foren liest. Für mich kam das damals völlig unvermittelt.
Doch, das ist selten, maximal wenige Prozent der Bevölkerung. Es wird nur so viel darüber in den Medien geredet, weil es Leser findet, die sich am Perversen insgeheim aufgeilen.

<MOD: Nebenthema SM hiermit beendet! Eröffnen Sie ggf. einen neuen Thread zu dem Thema.>

Sprechen müsst ihr miteinander, aber -und das ist ganz wichtig und meine Lehre- sich über die gewünschte Sexualität des anderen , nur weil man sie nicht kennt, nicht verächtlich äußern.
Ich halte Problematisieren und Verbalisieren bei Sexthemen für falsch, ganz besonders in der Anfangsphase.

Richtiger ist, während des Aktes sehr deutliches Feedback zu geben. Niemand sollte Dinge hinnehmen oder erdulden, die er nicht mag, sondern ganz klar signalisieren, wenn etwas nicht passt. Genauso sollte man auch klar positives Feedback geben, wenn etwas schön ist. Dazu genügt wohliges Stöhnen oder kurze, einzelne ermunternde Worte oder eben Wegzucken, schmerzhaft laut geben. Das sollte jeder Begreifen und ist viel harmloser als Problemgespräche, die letztlich jede Beziehung ruinieren.
 
  • #11
Das, was man immer machen sollte, wenn in einer Beziehung derartige Probleme auftauchen: Darüber reden, das Problem verbalisieren und gemeinsam versuchen herauszufinden, wie es zu dieser zumindest aus Deiner sicht missglückten ersten gemeinsamen Nacht gekommen ist.
Das halte ich für den größten möglichen Fehler, den man machen kann. Alles andere dazu steht im vorigen Beitrag von mir.
 
  • #12
Wenn du weiterhin Interesse hast hilft nur reden. Die Frage die sich mir stellt, ist er in anderen Bereichen auch dominant? Hast du ihm direkt Rückmeldung gegeben? Und wie hat er darauf reagiert? Dr erste Sex ist ja oft nicht der Beste, da man sich nicht kennt und die Vorlieben erst rausfinden muss. wichtig ist doch nur, dass man mit seinem Partner darüber reden kann und er reagiert, wenn nicht hat das alles nicht viel Sinn
 
G

Gast

  • #13
Liebe FS,

oh, das tut mir leid für Dich, was für eine Enttäuschung.

Wenn der Mann so ran geht, glaubt er wohl, das muss so sein, oder er braucht das so, in jedem Fall scheint er es so gewohnt zu sein. Manchen Frauen gefällt das ja auch, aber das kann er vorher nicht wissen. Ich befürchte, dass er kein anderes Repertoire hat, sonst hätte er sich erst mal rangetastet, so wie er es beim vorangegangenen Kennenlernen gemacht hat. Insbesondere muss er, wenn er so vor geht im Auge behalten, wie das bei Dir ankommt und ggf. modulieren. Das hat er nicht, das spricht dafür, dass er das nicht kann. Ich fürchte es steht nicht so gut, sein Alter spricht auch dagegen, sein Sexualverhalten hat ja schon eine gewisse Routine.

Ich denke einen Hinweis, dass er bitte vorsichtiger sein soll, reicht nicht. Er wird nicht wissen, was Du meinst. (Sonst wäre das ja gar nicht passiert, wenn er Dein Befinden auf dem Plan gehabt hätte.) Er wird vermutlich nur hören, dass er nicht "gut" war. Auch nützt es nichts, wenn er das Kneifen lässt=vorsichter, an sonsten ist es wie gehabt. Eine zweite solche Nacht, sehenden Auges kann Dir wirklich niemand empfehlen. Ich fürchte, Du hast keine andere Wahl, als ihm in aller Deutlichkeit zu sagen, dass diese Nacht für Dich schlimm war und Du Dich auf diese Art nicht einlassen wirst. Du wirst sofort merken, ob es ihn interessiert, was Du Dir wünschst und ob er bereit und in der Lage ist, es noch einmal völlig behutsam anzugehen. Ich halte es auch nicht für ausgeschlossen, dass er Erektionsprobleme hat, wenn er nicht heftig agiert und er so gar keine Wahl hat. Ich denke, den größten Fehler, den Du jetzt machen kannst, ist es nicht völlig offen und klar zu sein, sondern nur irgendetwas anzudeuten und zu hoffen.

Ich würde ihm schreiben. Dann muss er nicht sofort reagieren, er ist ja vielleicht beschämt, aufgebracht, irritiert oder was immer, sondern er hat Zeit darüber nachzudenken und dann überlegt zu reagieren. An seiner Antwort merkst Du dann sehr schnell, ob ein zweiter Versuch unter anderem Vorzeichen Sinn macht.

Dir alles Liebe

w
 
G

Gast

  • #14
Ich halte Problematisieren und Verbalisieren bei Sexthemen für falsch, ganz besonders in der Anfangsphase.

Richtiger ist, während des Aktes sehr deutliches Feedback zu geben. Niemand sollte Dinge hinnehmen oder erdulden, die er nicht mag, sondern ganz klar signalisieren, wenn etwas nicht passt. Genauso sollte man auch klar positives Feedback geben, wenn etwas schön ist. Dazu genügt wohliges Stöhnen oder kurze, einzelne ermunternde Worte oder eben Wegzucken, schmerzhaft laut geben. Das sollte jeder Begreifen und ist viel harmloser als Problemgespräche, die letztlich jede Beziehung ruinieren.
nun, mein zeigen von missfallen hat er offenbar nicht richtig verstanden oder gedeutet. wie auch immer. ich möchte wärend des sex nicht permanent "nein" rufen (müssen), das ist ja klar, wer will das schon.

noch einmal eine solche nacht möchte ich auch nicht riskieren. also bleibt nur das gespräch..
in die richtung: können wir mall über unsere sexuellen vorlieben reden? ich würde mir wünschen, wir würden uns auch im bett kennen lernen. ich brauche es feinfühlig und sanfter, damit es dann auch mal leidenschaftlich werden kann. schmerz ist für mich nur lust-tötend.

frederika warum häst du ein gespräch für so falsch? das habe ich nicht verstanden - würde ich aber gerne verstehen...
 
G

Gast

  • #15
@ gast 12

vielen dank für deine antwort. ich denke du triffst den nagel auf den kopf. das wird ein unangenehmes gespräch werden, vielleicht ein schreckliches, wenn er beleidigt ist - was ich befürchte..

die FS
 
  • #16
Richtiger ist, während des Aktes sehr deutliches Feedback zu geben.
Natürlich ist ein direktes non-verbales Feedback immer der beste Weg den anderen wissen zu lassen, was wie ankommt.

Und angesichts des Alters der FS und der Art ihrer Schilderung ist eigentlich fast davon auszugehen, dass sie ihrem Partner zumindest ein begrenztes Feedback gegeben hat. Ob das hätte deutlicher und klarer ausfallen können brauchen wir im Grunde gar nicht zu thematisieren, das liegt eh bereits in der Vergangenheit. Auch über die Gründe aus denen heraus der Partner der FS ihr Feedback fehlgedeutet und/oder ignoriert hat brauchen wir nicht groß zu spekulieren, die Situation ist jetzt, wie sie ist.
Für die FS war die Nacht "schrecklich", und eine Wiederholung in der blosen Hoffnung, er werde bei deutlicherem Feedback schon die richtigen Schlüsse ziehen wird sie sich wohl --- richtigerweise --- kaum antun wollen. Da bleibt dann fast zwangsläufig nur der Weg über ein offenes Gespräch außerhalb des Bettes.
 
  • #17
frederika warum häst du ein gespräch für so falsch? das habe ich nicht verstanden - würde ich aber gerne verstehen...
Liebe FS, der erotische Austausch sollte optimaler Weise nonverbal erfolgen- einfach indem Signale gegeben und verstanden werden. Das ist am Einfachsten und sorgt für ein wohliges, harmonisches Gefühl. Gerade die oftmals etwas fragile Libido der Herren leidet unter dieser Art der Kommunikation am Wenigsten...

Insofern würde ich Frederika absolut Recht geben.

In Deinem Fall fürchte ich, dass der Mann so unsensibel ist, dass diese behutsamen "Deuter" einfach nicht ausreichen. Wenn Du schon ein unbehagliches Gefühl hast, wenn Du an eine Wiederholung denkst, fürchte ich, dass an einem Gespräch kein Weg vorbei führt- wenn Du nicht einfach die Reissleine ziehen willst.
 
  • #18
nun, mein zeigen von missfallen hat er offenbar nicht richtig verstanden oder gedeutet. wie auch immer. ich möchte wärend des sex nicht permanent "nein" rufen (müssen)
Ich will Dir wirklich keinen Vorwurf machen, aber faktisch ist es gewiss so, dass Du im Moment des ersten Aktes hättest deutlicher werden müssen. Das hat nichts, aber auch gar nichts, mit "permanent nein rufen" zu tun, sondern mit zwischenmenschlichen Basiswerten und ganz natürlichem Feedback.

Wenn ein Mann in die Brust kneift und man das nicht mag, dann muss man sofort und unmissverständlich klarstellen, dass das nicht akzeptabel ist: "Aua!" -- Fertig! Da muss niemand nein rufen und da muss auch niemand die Zähne zusammenbeißen und irgendwas über sich ergehen lassen. Wenn's weh tut, tut's weh. Ganz einfach. Wenn er dann verdutzt guckt, kann man noch mit lieber Stimme sagen: "Zärtlich bitte!" -- Genau so muss man bei jeder unpassenden Grobheit verfahren, immer unverzüglich situativ, immer mit Aua oder Wegzucken, niemals mit Erdulden oder Hinnehmen.

Wenn er das dann nicht sofort einfühlsam umsetzt, dann weiß man immerhin, dass es so nicht weitergeht. Im Zweifelsfall kann man dann schon während des Aktes Schluss machen. Mehrfach sich weh tun lassen, muss man wahrlich nicht.

noch einmal eine solche nacht möchte ich auch nicht riskieren. also bleibt nur das gespräch..
Ja, wenn es so schlimm war, dann ist das wohl so. In so einem Fall würde ich dann wohl auch das Gespräch suchen und will Dir Das nicht kategorisch ausreden. Besser wäre nur gewesen, es wäre nicht nötig geworden.

in die richtung: können wir mall über unsere sexuellen vorlieben reden? ich würde mir wünschen, wir würden uns auch im bett kennen lernen. ich brauche es feinfühlig und sanfter, damit es dann auch mal leidenschaftlich werden kann. schmerz ist für mich nur lust-tötend.
Ja, das wäre wohl der richtige Ansatz, wenn Du keinen zweiten Versuch wagen willst, was ich unter den gegebenen Umständen schon nachvollziehen kann.

frederika warum häst du ein gespräch für so falsch? das habe ich nicht verstanden - würde ich aber gerne verstehen...
OK, ich habe etwas übertrieben und leider zu allgemein auf die leider ebenfalls allgemeinen Vorredner geantwortet. Ich hätte näher bei Deinem Fall bleiben sollen.

In Deinem Fall, also beim ersten Akt nicht durchgegriffen und einen zweiten Akt nicht wagend, kommt nur noch ein Gespräch in Frage. Du hast die Gesprächsrichtung schon passend beschrieben.
 
G

Gast

  • #19
Ein fast klassisches Beispiel dafür, dass mit Sexualität sehr oft emotionales Empfinden und Erleben angesprochen wird, das sich NICHT 1:1 aus dem übrigen Alltagsverhalten ableiten lässt. Man muss dazu keinesfalls Extreme wie SM-Praktiken bemühen, da kann es (wie ja das Beispiel zeigt) schon weit niedrigschwelliger zu Inkompatibilitäten kommen. Und das wird dann eben beim ersten Sexualkontakt deutlich: Je höher die Erwartungen, desto größer der Frust.

Das kann sowohl das sexuelle Empfinden von Frauen (z.B. Vaginal- vs. Klitorial-Orgasmus, unterschiedliche Empfindlichkeit der erogenen Zonen) als auch das der Männer betreffen (z.B. mag es durchaus nicht jeder, wenn Frau beim Orgasmus nachdrückliche Kratzspuren hinterlässt ...). Darüber lässt sich allerdings NIE vorab reden, denn selbst unter sehr aufgeklärten Menschen ist das nun mal nicht üblich (die SM-Szene mag eine Ausnahme sein, aber um solche Praktiken geht es hier nicht). Es hilft also nur ausprobieren und dann zu sehen, ob und wie weit Übereinstimmung besteht oder sich herstellen lässt. Das geht aber eben nur innerhalb bestimmter Grenzen, wenn z.B. Frau sehr empfindlich im Brustbereich ist, kann dies für einen Mann, der hier „handfeste“ Vorstellungen und Wünsche hat (wie im Fall der FS) und die vielleicht in der Vergangenheit auch zum Vergnügen der seinerzeitigen Partnerin praktiziert hat, sehr frustrierend sein. Oder wenn Frau vor allem auf passive orale Stimulation abfährt und Mann dem gar nichts abgewinnen kann, usw. - Beispiele lassen sich da jede Menge finden.

Deshalb plädiere ich auch immer dafür, mit den gemeinsamen sexuellen Erfahrungen nicht allzu lange zu warten. Denn wenn es dann gar nicht stimmt, hält sich der Frust zumindest in Grenzen. Das bedeutet allerdings von Anfang an, Sexualität als zentralen Faktor bei der Entwicklung einer Beziehung zu akzeptieren. Und zwar gleichrangig (!) mit anderen Ebenen und nicht nachgeordnet (à la wird dann schon irgendwie klappen).
 
  • #20
Dennoch die Begründung zu meiner eher allgemeinen Aussage, dass man Sexualprobleme in der Anfangsphase nicht problematisieren und verbalisieren sollte.

+ Sex ist etwas, das sehr tief gefühlt wird und niemand möchte sich sagen lassen, dass er ein schlechter Liebhaber oder eine schlechte Liebhaberin ist, und egal, wie man es formuliert, letztlich hört das jeder heraus: Es gab ein Problem, dem anderen hat es keinen Spaß gemacht, er ist besseres gewohnt, ich war scheiße im Bett. So kommt es leider oftmals an.

+ Noch wichtiger ist, dass Sexprobleme dann fast immer beim nächsten Akt im Wege stehen. Man wird unsicher: "Mache ich es jetzt richtig? Erfülle ich jetzt die Erwartungen?" Das führt quasi zu einer Prüfungssituation, zu Verkrampfung, bei Männern oft zu Erektionsproblemen, bei Frauen zu Erregungsproblemen. Man will es dem anderen recht machen, man fühlt sich beobachtet, man muss Erfolg haben, man muss es besser machen. Das ist alles schrecklich unlocker und unromantisch. Ein Fallenlassen ist unter solchen Bedingungen dann kaum noch möglich.

Sprechen über Sexprobleme verstärkt sie, statt sie zu mildern!

Man kann über Sex sprechen, zum Beispiel über Dinge, die man gerne mal ausprobieren würde. Aber auch das außerhalb des Bettes und niemals die Bettatmosphäre damit belasten. Über Sex kann man aber vorallem dann gut sprechen, wenn alle Barrieren schon längst gefallen sind, man sich vertraut, man auch über solche Dinge zusammen lachen kann. Aber gerade zu Beginn einer Beziehung sollte Sex einfach schön sein und zusammenschweißen und nicht Probleme hineinbringen.

Daher unbedingt auf situatives Feedback setzen und gleich weitermachen. Das entkrampft und lässt die gegenseitigen Anpassungen ganz natürlich werden.
 
G

Gast

  • #21
Sprechen über Sexprobleme verstärkt sie, statt sie zu mildern!
jetzt verstehe ich was du meinst, danke. aber in meinem fall ist es doch etwas gravierender, sage ich mal als eine kleinigkeit, die man gerne abschaffen möchte. es geht für mich somit nicht um ein zu lösendes problem, sondern um verschiedene, offenbarnicht kompatible sexgeschmäcker..

ich habe auch darüber nachgedacht, was du frederika schriebst, von wegen sofort wärend des aktes sagen/ zeigen was man mag und was nicht.. das nachdenken darüber hat mir gezeigt, dass es wirklich ganz und garnicht passt, denn ich hätte die ganze zeit nein hier und nein da rufen müssen, soooo schei*e war es...
 
  • #22
Ich halte Problematisieren und Verbalisieren bei Sexthemen für falsch, ganz besonders in der Anfangsphase.
Also so schlechte Erfahrungen habe ich mit dem Besprechen nicht. Sonst macht man das, was man meint, was der andere will. Und wir Menschenkinder liegen oft daneben, egal ob man ein Lächeln als Flirt deutet oder nicht, oder ob eine Frau nicht als prüde erscheinen möchte, um ihm zu gefallen.

In England soll ein Ehemann seiner Ehefrau immer die Oberseite des Brötchens gegeben haben, weil er die Seite für die bessere hielt. Sie nahm die Oberseite, aus Liebe, hätte aber eigentlich gerne die Unterseite, weil sie die Körner nicht mochte. Kurz nach ihrer Goldenen Hochzeit kam der Irrtum heraus. Ich möchte so etwas nicht für mein Leben und spreche Unsicherheiten weiter an. Damals war für mich das Problem, dass ich mich in meiner Männlichkeit angegriffen fühlte, die Angst dahinter.
m44
 
  • #23
jetzt verstehe ich was du meinst, danke. aber in meinem fall ist es doch etwas gravierender, sage ich mal als eine kleinigkeit, die man gerne abschaffen möchte. es geht für mich somit nicht um ein zu lösendes problem, sondern um verschiedene, offenbarnicht kompatible sexgeschmäcker..

ich habe auch darüber nachgedacht, was du frederika schriebst, von wegen sofort wärend des aktes sagen/ zeigen was man mag und was nicht.. das nachdenken darüber hat mir gezeigt, dass es wirklich ganz und garnicht passt, denn ich hätte die ganze zeit nein hier und nein da rufen müssen, soooo schei*e war es...
Ja, ich befürchte, dass Du recht hast.

Die Probleme sind dramatischer als einfach nur eine kleine Inkompatbilität. Gerade wenn Du schon regelrecht Angst hast, so etwas noch einmal erleben zu müssen und deswegen keinen zweiten Akt wagst. Das muss schon schlimm gewesen sein.

Aber nochmal: So etwas kann ich mir für mich absolut nicht vorstellen. Ich würde niemals Schmerzen oder Grobheiten erdulden, sondern absolut klarstellen, dass das nicht geht. Ich erwarte eigentlich, dass ein "aua" oder ein "nur zärtlich bitte" reicht, aber wenn es das nicht täte, wären mir alle anderen Mittel auch recht.

Wenn man es genau betrachtet, möchtest Du jetzt eigentlich einfach Schluss machen, oder? Glaubst Du wirklich, dass sich da durch ein Gespräch etwas ändern lässt?
 
  • #24
Also so schlechte Erfahrungen habe ich mit dem Besprechen nicht. Sonst macht man das, was man meint, was der andere will. Und wir Menschenkinder liegen oft daneben, egal ob man ein Lächeln als Flirt deutet oder nicht, oder ob eine Frau nicht als prüde erscheinen möchte, um ihm zu gefallen.
Das ist prinzipiell richtig, aber Sexualität und Körperlichkeiten sind eine andere Sache, siehe oben die wirklich triftigen Argumente von mir!

In England soll ein Ehemann seiner Ehefrau immer die Oberseite des Brötchens gegeben haben, weil er die Seite für die bessere hielt. Sie nahm die Oberseite, aus Liebe, hätte aber eigentlich gerne die Unterseite, weil sie die Körner nicht mochte. Kurz nach ihrer Goldenen Hochzeit kam der Irrtum heraus. Ich möchte so etwas nicht für mein Leben und spreche Unsicherheiten weiter an. Damals war für mich das Problem, dass ich mich in meiner Männlichkeit angegriffen fühlte, die Angst dahinter.
Natürlich plädiere auch ich dafür, viel miteinander zu plaudern, nicht nur zu vermuten, sondern klar zu sagen und solche Missverständnisse zu vermeiden. Hier geht es aber erstens nicht um 25 Jahre, sondern um den ersten Akt, und zweitens nicht um vergleichsweise unemotionale Brötchenhälften, sondern um die Qualitäten als Liebhaber. Zwei doch eher drastische Unterschiede, die den Vergleich absurd erscheinen lassen.
 
G

Gast

  • #25
Meine Empfehlung: "Sprich" nicht hier darüber, sondern mit ihm. Was Du hier lesen wirst sind nur Vermutungen, gut gemeinte (als Gegenteil von gut gemacht) Ratschläge und mitunter Agitation, die man in keiner Situation braucht. In diesem Sinne beende ich auch den Post.
 
  • #26
+ Sex ist etwas, das sehr tief gefühlt wird und niemand möchte sich sagen lassen, dass er ein schlechter Liebhaber oder eine schlechte Liebhaberin ist, und egal, wie man es formuliert, letztlich hört das jeder heraus: Es gab ein Problem, dem anderen hat es keinen Spaß gemacht, er ist besseres gewohnt, ich war scheiße im Bett. So kommt es leider oftmals an.
Den Schuh, ein schlechte Liebhaber/in zu sein, sollte sich aber niemand anziehen. Manche halten sich für das Maß aller Dinge, das sind sie aber nicht. Wenn man eine guten Liebhaberin / guten Liebhaber so definiert, dass er/sie die gesamte Bandbreite der Liebe extatisch erleben kann, dann ist mit Aussprache der Langeweile ein gleichzeitiges Eingeständnis gefallen, dass er/sie kein gute(r) Liebhaber(in) ist. Ich bin insofern sicher keiner.

Wenn Du nonverbal ihn zurückweist, wenn er gerade empfindet Spaß zu haben, ist das Problem das gleiche. Er spürt das doch, er soll es doch spüren, nur dass er alleine mit seinen Gedanken in seinem Kopf ist. Du glaubst ja nicht wie verrückt es einen Mann machen kann, wenn die Frau keinerlei Rückmeldung gibt. Umgekehrt ist diese Rückmeldung geben ja gerade ein Herausreißen aus dem sich fallen lassen. Wie soll man so ein verzwickte Situation angehen wenn nicht mit Humor? Ich habe den ersten Sex als Nervösität pur empfunden, bei aller Erregung.
m44
 
  • #27
Sprechen über Sexprobleme verstärkt sie, statt sie zu mildern!
Sprechen über "Problemchen" und Details der Sexualität führt, insbesondere in der Anfangsphase, sicher oftmals dazu, Kleinigkeiten in den Fokus zu rücken und aus Mücken, sie sich mittels situativem Feedback leicht verscheuchen liessen Problem-Elefanten zu machen. Insofern hast Du teilweise sicher recht.

Wenn aber, wie im konkreten Fall, ein wirkliches Problem vorliegt und ein wenig Feedback hier und da eben nicht weiterhilft, dann hilft nur, darüber zu reden. Wenn die erste gemeinsame Nacht als "schrecklich" empfunden wird, dann wird das Problem selbst im ungünstigsten Fall durch ein Gespräch nicht verstärkt werden können, denn eine Steigerung ist da im Grunde ja kaum mehr möglich.
 
G

Gast

  • #28
du verstehst dich gut mit ihm, dann gib ihm noch eine 2. chance. vielleicht wird es ja noch besser.
falls nicht, dann wird das paartechnisch wohl nichts werden. guter sex ist ein wichtiges element in einer guten (jungen) partnerschaft.
 
G

Gast

  • #29
Sonst macht man das, was man meint, was der andere will
Sexualität und Körperlichkeiten sind eine andere Sache
Richtig, bei sexuellen Mißverständnissen wiegen die Folgen 100mal schwerer, gehen die Verletzungen 100mal tiefer. Der eine springt dem anderen zuliebe über seinen Schatten und wird dafür vom anderen verurteilt, erfährt vielleicht viel zu spät den Grund und kann dann nur noch feststellen "ja warum hast du denn nichts gesagt, ich habe das doch nur dir zuliebe gemacht."

Man wird das nie wieder los, jedes Mal wenn man mit jemandem im Bett liegt, ist die Erinnerung an diese Nacht wieder da, in der man dem anderen zuliebe etwas getan hat, das sich im nachhinein als das vorschnelle Ende erwies - und das nicht geschehen wäre, hätte man die eigenen Interessen und Vorlieben über die des Partners gestellt, sprich: wäre man egoistisch gewesen, obwohl Liebe doch eigentlich das genaue Gegenteil von Egoismus ist.
 
  • #30
Ganz ehrlich, je mehr ich hier von dir lese, liebe FS, desto mehr tendiere ich dahin, dass du wohl besser Schluss machen solltest mit dem Mann. Wenn der Sex wirklich so besch... war, wie du sagst, macht es wohl keinen Sinn mehr für dich. Du scheinst fast ein wenig traumatisiert zu sein, bei der Angst, die vor einem nächsten Mal hast und das ist doch ein deutliches Signal.
Einzige Chance: Du berichtest ihm genau das, was du empfindest und empfunden hast und sagst ihm auch, dass du dich von gegebenenfalls von ihm trennen wirst. Dann wirst ja merken, wie er darauf reagiert. Ist er wirklich so einfühlsam, wie du Anfangs dachtest, wird er vielleicht positiv darauf reagieren und es wird ein zweites und besseres mal geben. Reagiert negativ, ist er auch nicht der Richtige für dich.