• #1

Erwartung zu hoch? Neue Frauen und die Art der Gespräche

Vor zwei Jahren hat meine Frau die Trennung ausgesprochen, ich wollte nur eine auf Zeit. Viele von Euch haben meinen Prozess begleitet. Ich habe mich stark zum Positiven verändert. Was aber nicht wirklich „besser“ wird ist mein Verhältnis zu Frauen im Allgemeinen bzw. zu meiner. Seit der Trennung habe ich für meine Verhältnisse rel. viele Frauen einfach so im Verein o.ä. kennengelernt (teilweise bewusst gedatet). Schnell stelle ich dann fest, dass es auf der geistigen Ebene nicht passt. Das hat nichts mit Intelligenz zu tun (die sicherlich vorhanden war). Die Art der Unterhaltung und der Humor sind nicht das, was ich suche, was ich will. Es waren ohne Frage tolle Frauen dabei, auch welche mit meinem bösartigen Humor. Mit den meisten würde es vermutlich beim Sport, bei den Hobbys etc. besser klappen. Und vor allen Dingen stelle ich auch fest, dass mir unterm Strich die Art der Gespräche, wie ich sie mit meiner Frau grundsätzlich geführt habe, mit keinem anderen Menschen im Freundeskreis möglich ist.

Nun kam es neulich auf Bitten von mir dazu, dass meine Frau und ich endlich ein Trennungsgespräch geführt haben. Dabei stellten wir beide fest, dass wir eigentlich eine extrem gute Basis hatten. Die Unterschiede beim Sport etc. waren nicht erheblich.

Wir mögen uns beide nach wie vor sehr und unternehmen noch immer viel, sind beide der Überzeugung, dass es sehr schwer sein wird einen neuen Partner zu finden. Ihr geht es nämlich genauso. Auf meine Frage, ob ein Neuanfang für sie möglich wäre verneinte sie. Sie hätte lange gerungen, sich zu trennen. Jetzt sei es rum. Eine für mich nachvollziehbare Begründung gab es nicht. Lediglich, dass sie lange gebraucht hätte und sie es sich sehr gut überlegt habe. Ich habe sie verletzt, ganz massiv sogar – aufgrund meines Narzissmus (hier bereits mehrfach geschildert). Sie merkt meine Veränderung und stellt fest, dass diese bei einem Neuanfang sehr hilfreich wäre. Sie will sich bewusst nicht zu häufig mit mir treffen, da sie mich sonst mehr sehen würde, als jeden anderen Menschen. Wir vertrauen uns helfen uns in allen Lebenslagen, fast so wie in der Beziehung, sind für uns nach wie vor der wichtigste Mensch im Leben.


Wichtig ist, ich verkläre die Beziehung nicht. Eine Trennung war unvermeidlich und es lief nicht alles perfekt, wie viele oft meinen und sich dennoch trennen.

Nun komme ich an zwei Punkten nicht weiter.

1. Könnt ihr Euch vorstellen, dass die Verletzungen so tief sitzen, dass es kein Neuanfang, einen neuen Versuch geb,en kann. Ich komme bei ihr nicht weiter. Mein Narzissmus habe ich weitestgehend bekämpft

2. Wenn ich eine andere Frau treffe, stelle ich schnell fest, dass sehr vieles gut laufen könnte, aber es immer an den Gesprächen hakt. Ich glaube nicht, an die perfekte Beziehung. Irgendwas wird wohl bei den meisten sein. Ist mein Anspruch zu hoch? Also nach dem Motto 9,9 von 10 Punkten passen, aber an den 0,1 scheitert es.

Ich hoffe Ihr versteht, wie ich es meine.

M 47
 
  • #2
Ich habe ein paar deiner Beiträge gelesen und finde erstmal, dass du auf jeden Fall stolz auf dich sein kannst. Ich wünschte mir wirklich dass mehr Menschen so selbstkritisch durchs Leben gehen und bereit sind an sich zu arbeiten, wie du.

Zu deiner Frau: Die Frage ist, liebst du sie noch? Denn irgendwie wird es mir nicht ganz klar, ob du nun deine Frau zurück möchtest oder überhaupt eine Partnerin, egal welche. Wenn ich dich richtig verstehe, dann weißt du mittlerweile, was du an deiner Frau hast, was schön ist, dich aber vor Probleme stellt.

Zur Frage ob Verletzungen so tief gehen können, dass ein Neuanfang nicht möglich ist: Wenn man ein starkes Mind-set hat, dann lassen Verletzungen irgendwann nach, der Knoten löst sich auf. Ich denke auch nicht dass deine Frau immer noch verletzt ist. Das Problem wird eher sein, dass sie durch dich durch ein tiefes Tal gehen musste, der Sturm ist nun vorbei, sie hat sich wieder, ihre Seele ist beruhigt und sie fühlt sich stabil. Du warst für sie der Auslöser einer schweren Lebenskrise. Sie will da nicht nochmal durch müssen.

Auch wenn der Vergleich hinkt, aber vielleicht hilft er dir zu verstehen was ich meine:
Du überquerst eine Straße und wirst von einem Auto erfasst. Du hast darauf vertraut, dass dir beim überqueren nichts passieren wird, nun ist es doch geschehen. Dein Körper ist schwer verletzt (in Analogie: deine Seele), du liegst monatelang im Krankenhaus, hast Schmerzen und Angst. Du überlebst und heilst nach langer Zeit vollständig aus, Narben bleiben übrig, aber mit denen kannst du leben.

Jetzt meine Frage: Würdest du dieselbe Straße nun noch einmal so ohne weiteres überqueren?

Die meisten Menschen würden nach so einer Erfahrung wohl einen Bogen darum machen...
Vielleicht ist das der Grund, warum deine Frau einfach nicht mehr kann.

w(29)
 
  • #3
Lieber Cho Oyu,
Ich habe deine Geschichte leider nicht vom Beginn an miterlebt, aber ich möchte dir ein paar Gedanken mitteilen, aus meiner eigenen Erfahrung heraus.

Könnt ihr Euch vorstellen, dass die Verletzungen so tief sitzen, dass es kein Neuanfang, einen neuen Versuch geb,en kann.
Ja! Das kann ich mir nicht nur vorstellen, sondern habe ich selbst so erlebt. Ich habe auch sehr lange mit meiner Trennung gerungen, habe mir die Trennung nicht leicht gemacht und Jahre gebraucht, zu akzeptieren dass die Verletzung durch meinen damaligen Mann so groß waren, dass es niemals mehr gut werden konnte in unserer Ehe und dass es auch niemals mehr einen Neuanfang geben kann! Manchmal sitzen Verletzungen so tief, dass man zwar verzeihen, aber nicht vergessen kann und das scheint bei deiner Frau so zu sein. Sie hat dir verziehen, ihr habt heute noch eine gute, vertraute Beziehung zueinander (das ist nicht selbstverständlich), aber vergessen kann sie nicht und deshalb schließt sie einen Neuanfang aus. Bitte begrabe diesbezüglich deine Hoffnung, nehme sie beim Wort, denn sie hat sich ihre Entscheidung nicht leicht gemacht und heute gibt es daran nichts mehr zu rütteln!
Wenn ich eine andere Frau treffe, stelle ich schnell fest, dass sehr vieles gut laufen könnte, aber
... Aber? Du vergleichst alle Frauen unbewusst mit deiner Ex Frau! Wenn du das nicht aufhörst, wirst du niemals mehr einen Menschen für dich finden, denn es gibt kein Abbild deiner Frau und welche neue Frau möchte als solche wahrgenommen werden? Wohl keine. Natürlich gibt es Dinge die einem für eine Beziehung mit einem Menschen wichtig sind und das ist auch wichtig und gut so. Daran solltest du auch fest halten! Wenn es aber..
Ist mein Anspruch zu hoch? Also nach dem Motto 9,9 von 10 Punkten passen, aber an den 0,1 scheitert es.
wirklich an 0,1 % oder Punkte scheitert, dann ist dein Anspruch zu hoch. Denn gute Gespräche wirst du ja trotzdem mit einer Frau führen können, nur eben nicht genau so wie mit deiner Ex. Andere Frau, anderer Mensch, anderes Gefühl, andere Gespräche! Anders, aber nicht schlechter?!

Durch dein ewiges vergleichen, empfindest du dieses ANDERS aber als SCHLECHTER und gibst somit keiner Frau eine richtige Chance.

Ich glaube du brauchst noch Zeit dich von deiner Ex Frau zu lösen und so enger Kontakt ist da nicht förderlich.
Eine neue Beziehung macht erst Sinn, wenn du frei bist im Geist und im Herzen und das bist du meines Erachtens nach nicht. Noch nicht!
 
  • #4
Aud meiner Sicht: ja zu beidem.

Ja, du erwartest zu viel von einer neuen Frau und den Gesprächen, weil du sie mit jahrzehntelanger Intimität und gemeinsamem Wachsen vergleichst. Außerdem: welche Frau soll bitte Gefallen daran finden, sich mit dem Phantom einer Ex zu messen, die du eigentlich noch zurück willst? Jede neue solls ich erst mal hochdienen und beweisen, dass sie so toll ist wie die Ex? Bist du so toll, dass Frauen sich das antun sollten? Glaubst du wirklich, dass dein Narzissmus überwunden ist, wenn du Frauen als Bittstellerinnen siehst, die sich im imaginören Wettbeweb gegen eine andere, die du noch liebst, Runde um Runde durchkämpfen sollen?

Ja, Verletzungen können sehr tief sein und nicht mehr wieder gut zumachen. Deine Ex sagt ganz deutlich, dass sie nicht mehr will und es für sie kein zurück gibt: du willst das nicht akzeptieren. Du bist sicher auf dem richtigen Weg und hast dich schon positiv verändert - aber von Narzissmus "geheilt" ist man sicher nach 45 Jahren nicht in 2 Jahren... Du willst deiner Ex auch jetzt deinen Willen aufdrängen und erklären, dass deine Vorstellungen doch die richtigen sind. Ich erinnere mich auch, dass da eine andere Frau im Spiel war...
Warum sollte deinen Ex dir einen Neuanfang geben? Die hat sich entschieden - wenn die Verletzungen für sie (!) so schlimm waren, dass sie nicht mehr will: wer soll ihr das verübeln? wer kann von außen reinsehen? sie hat jahrelnag täglich mit dir gelebt, sie kennt dich. Veränderungen dauern lange. Sehr lange.
 
  • #5
Lieber FS,

du befindest dich auf der Überholspur und ich spüre, da muss was passieren. Eine Frau muss her, vielleicht auch die alte......
Es wäre besser, wenn du erst einmal durchatmest, du hast gerade deinen Narzissmus bekämpft. Aber alles, was bekämpft wurde, kann jederzeit auch wieder ausbrechen. Deine Trennung ist gerade erst zwei Jahre her, keine lange Zeit, die dir auch bestimmt noch nicht ausreichend aufzeigen konnte, dass du als Sieger diesen Kampf bestanden hast, denn ich spüre Krampf. Jetzt willst du bei deiner ehemaligen Partnerin weiterkommen und in ihre Untiefen steigen, erfassen können, ob die seelischen Verletzungen noch zum tragen kommen, oder ob man nicht gegen an kämpfen und einen Neuanfang starten kann, die Startlöcher hast du ja schon gegraben.

Lieber FS, lass los, unbedingt und gehe entspannter an Begegnungen mit Frauen ran. Beobachte dich, mit welchen Verhaltensmustern du anderen Frauen gegenüber trittst und das Gespräch führst, was dir scheinbar nie genügt. Zu einem guten Gespräch gehören nun einmal leider auch zwei.
Und ganz wichtig, hast du überhaupt schon ein freies Herz und die Trennung von deiner Liebsten verarbeitet? Nein, denn sonst würde dir sicher kein Neuanfang mit ihr im Kopf spuken.
 
  • #6
Du bist weiterhin ein Narzisst. Deine Exfrau nimmst Du nicht ernst. Sie hat Dir deutlich gesagt, dass es keinen Neuanfang gibt. Du schreibst selbst, eine Trennung war nicht zu vermeiden. Die nachvollziehbare Begründung siehst Du nicht?? Sie liebt Dich nicht mehr. An neue Partnerinnen stellst Du den Anspruch von 10,00 Punkten. Ohne Abstriche. Da musste ich schon schmunzeln. Was hast Du denn zu bieten, um so hohe Ansprüche stellen zu können?
 
  • #7
1. Könnt ihr Euch vorstellen, dass die Verletzungen so tief sitzen, dass es kein Neuanfang, einen neuen Versuch geb,en kann. Ich komme bei ihr nicht weiter.

Definitiv - JA.
Und die Tatsache, dass du das nicht verstehst, zeigt nur, dass du deinen Narzissmus eben nicht abgelegt hast. Nur weil du etwas nicht nachvollziehen kannst existiert es trotzdem und deine Frau fühlt was sie fühlt bzw. eben nicht fühlt. Sie zu respektieren und die Tatsache, dass sie das Recht hat auf ein Leben, das sie wirklich glücklich macht und nicht nur aufgrund vieler äußerlicher Faktoren ganz genehm ist, würde bedeuten, dass du nicht mehr in deiner Narzissten-Welt unterwegs bist. Aber du bist es und möchtest deine Frau manipulieren weil es gerade nix Besseres gibt. Man kann aber lieber alleine sein statt in einer nach Außen ganz stimmigen Beziehung, die einen im tiefsten Herzen unglücklich macht. Da gibt es auch nichts mit "bei ihr weiter kommen". Wo bleibt dein Respekt Für deine Frau? Du musst nicht alles verstehen, sondern einfach nur annehmen und respektieren auch wenn es dir nicht passt.
Ich trauere heute noch um meine Beziehung, die 5 Jahre zurück liegt und die an sich - genau wie eure - eigentlich toll war. Aber ich trauere tatsächlich mehr darum, was sie trotz aller positiven Aspekte dann letztendlich doch NICHT war. Die Liebe spürt man, die kann man sich nicht zurecht denken. Und jeden Tag mit einem Menschen verbringen, bei dem Man keine Liebe spürt und bei dem man weiß, dass es ihm eigentlich nur um die Funktion geht, die man erfüllt, zerstört einen auf Dauer und nur Menschen ohne Selbstwertgefühl machen das auf Dauer mit. Lieber alleine (auch wenn es nicht dem entspricht, was man sich wünscht) als jeden Tag mit dem konfrontiert zu werden, was einen verletzt. Wer keine Liebe spürt der kann sich nicht vorstellen, wie sich das anfühlt. Das ist wie eibem Blinden von Farben zu erzählen. Jemand, der in der Lage ist, Liebe zu fühlen, der fühlt auch wenn er nicht wiedergeliebt wird. Du kannst vielleicht deine narzisstische Verhaltensweisen ablegen aber du kannst nicht fühlen was du nicht fühlst. Und deshalb kommst du bei deiner Frau nicht weiter weil ihr auf verschiedenen Ebenen unterwegs seid. Sei fair und lass sie in Ruhe wenn sie dir auch nur ein bisschen etwas bedeutet.
 
  • #8
Liebe FS,
mir ist zu abstrakt, was Du mit "die Art von Gespräche" meinst. Daher kann ich Dir dazu keinen konkreten Tipp, nur einen allgemeinen Hinweis geben:
Du solltest bedenken, dass sich zwischen Dir und Deiner Ex die Gespraechskultur über Eure lange Beziehungsdauer entwickelt hat. In der Zeit seid ihr als Persönlichkeiten gemeinsam gereift, hat euch darin zusammen erlebt. Dass Du davon ausgehst, eine neue Frau mit der Du am Anfang des Kennenlernprozesses steht, könne nahtlos dort anknüpfen/Deine Gesprächsbeduerfnisse bedienen ist komplett absurd. Vielleicht solltest Du mit der neuen Frau in der Gesprächsführung dort anfangen, wo Du vor 20+ Jahren mit Deiner Ex gestartet bist.

Genauso absurd ist, dass Du meinst, den Narzissmus, den Du in Eurer Ehe jahrzehntelang ausgelebt zu haben, nun mal eben in ganz kurzer Zeit wie eine alte Schlangenhaut abgelegt zu haben. Das geht nur, wenn Du kein echter Narzisst bist, sondern als Partner ein Charaktersch****, das nur durch Trennung was "dazulernt". Auf den Lernerfolg verlässt sich aber keine lebenserfahrene, intelligente Frau.
Narzissmus ist eine tiefe Personlichkeitsstoerung, die kann man nicht per Beschluss ablegen, sondern in langen Therapien auf ein für andere sozialvertraegliches Maß runtersteuern lernen.

Und ja, Verletzungen können so tief sein, dass sie nie wieder heilen. Gerade bei langjährigen Beziehungen ist das der Fall.
Nazissten haben ja einen hohen Unterhaltungswert und schaffen sich/ziehen über diesen ihren co-narzisstischen Beziehungspartner an. Wenn die Tennung von dem narzisstisvhen Partner einmal vollzogen ist, dann bleibt man auch dabei, weil die Erleichterung, die man im Leben ohne ihn hat, zu groß ist.
Im Konflikt dazu steht die Anziehung die der Narzisst zweifelsohne hat. Daher will Deine Ex auch wenig Kontakt zu Dir haben und mehr Kontakt zu normalen Menschen, die ihr besser tun als Du. Dein Wirkstoff muss immer neutralisiert werden, um Dich nach allem was war, ertragen zu können.
Das habe ich bei mehreren Freundinnen erlebt, die narzisstische Partner hatten - tolle, intelligente Männer, als Partner für den Alltag leider unerträglich. Alle Frauen haben sich getrennt und sind niemals mehr zu den Männern (ins "Toll"haus) zurück, weil sie aus den Partnerschaften zu viele zu tiefe Verletzungen hatten und Null Vertrauen in die Wandlung vom Saulus zum Paulus.
Als Aussenstehende kann ich auch sagen" zu Recht", denn alle Männer waren echte Narzissten, dementsprechend beruflich erfolgreich, d.h. können sich zusammenreissen bis sie ihr Ziel (Frau zurück) erreicht haben - dann geht das Spiel von vorn los.
Eine intelligente Frau kennt ihren narzisstischen Mann gut genug, um das zu wissen und nicht in die Wiederholungsfalle zu stolpern.
Ein Singleleben, selbst wenn man ein Partnertyp ist, ist erfreulicher als ein Neustart mit einem Narzissten.
 
  • #9
Du hast ja in vielen Beiträgen anklingen lassen, dass du deine Frau zurückwillst. Sie sagt nein, ihr führt eine platonische Freundschaft weiter.
Jetzt fragst du hier, ob sie sich trotz Verletzungen nochmal auf dich einlassen würde. Sie hat nein gesagt. Letzendlich solltest du den Schritt durchführen, den alle Menschen dich sich trennen, machen müssen.
Trenn dich mal von ihr! Und zwar richtig. Keinen Kontakt mehr für eine bestimmte Zeit. Du bist emotional völlig an sie gebunden. Das ist auch nicht fair den Frauen gegenüber, mit den du dich triffst und du komnmst nicht auf deinen eigene Füße.
 
  • #10
Also erstmal: Du kannst nach einer langen Beziehung nicht von jetzt auf hopp etwas Neues anfangen. Ja, man kann das theoretisch, aber die Perspektiven sind besser, wenn man etwas Zeit ins Land gehen lässt. Vielleicht gefallen Dir die anderen Frauen dann auch besser. Vielleicht siehst Du im Moment viele positive Dinge an ihnen nicht. Und die Qualität der Gespräche hängt auch mit der Dauer des Zusammenseins zusammen.

Deine Frau kommt nicht zurück. Du musst sie loslassen. Ich hatte kürzlich eine ähnliche Erfahrung mit einem Exfreund, der mir unglaublich wehgetan hat durch sein verrücktes herabsetzendes Verhalten (Narzissmus) und seine unklare Beziehungssituation. Nun hat sich seine Beziehungssituation aufgelöst und der fragte mehrfach, ob wir nicht wieder zusammenkommen können. Meine anfängliche einfache Ausrede war: "nein, ich bin gebunden." Als die neue Beziehung zu kriseln begann, was er merkte, insistierte er weiter. Ich musste ihm dann erklären, dass es nie mehr etwas wird, unter keinen Umständen. Das hat natürlich auch mit den Verletzungen zu tun (für die er sich übrigens auch nie entschuldigt hat, er hat die Dinge eher versucht zu banalisieren), aber auch damit, dass ich nicht darauf vertraue, dass es besser wird. Ich denke mir wir hätten vielleicht ein, zwei schöne Dates, und dann ginge der Stress wieder von vorne los. Und es gibt ein drittes Element. Um sich von jemandem zu lösen, muss man sich "entlieben". Wenn man sich entliebt hat, ist der Weg in die Liebe meines Erachtens sehr, sehr schwer. Du selbst hast Dich offenbar noch nicht entliebt und kannst Dir deshalb einen Neuanfang vorstellen. Aber Deine Exfrau hat sich mutmaßlich entliebt.

Sei geduldig. Das Leben wird Dir neue Chancen und auch eine neue Partnerin schenken.
 
  • #11
Bis jetzt kann ich nur den Beitrag von Blair lesen. Darauf möchte ich kurz eingehen. Ja ich liebe sie noch. Ich denke Dein Erklärungsversuch trifft es.
Und weil die Zeichenbegrenzung doch recht schnell greift: Wir haben auch die gleiche Werte, die gleichen bzw. ähnlichen Ziele im Leben, es gibt viel mehr was uns verbindet, als und trennt.
 
  • #12
Also, ich kenne mich mit Narzissmus nun genügend aus, da ich selbst ein verwöhntes Einzelkind bin.........außerdem scheint heutzutage das Zeitalter des Narzissmus ausgebrochen zu sein.

Ich habe gelesen und kann das auch bestätigen, daß es Narzissten ganz schwerfällt loszulassen. Sie nehmen jede Trennung als einen ganz tiefen persönlichen Schlag gegen ihr Ego nach dem Motto "wie bitte, wie konnte die/ der den SonnenkönigIn verlassen?" (Wutphase) bis zu "dieser unwürdige Wurm hat tatsächlich MICH den SonnenkönigIn verlassen"? (Ungläubigkeitsphase) bis hin zur "bitte, bitte verlasse mich nicht denn ich brauche jemand über den ich herrschen kann (die Bettlerphase).

ABER: Die Bettlerphase kommt eher durch die eigene Hilfslosigkeit zustande und nicht durch LIEBE zum Anderen.

Egal warum: manchmal die Einsamkeit, manchmal das Fehlen einen neuen "Dummen" zu finden, manchmal aus finanzieller Abhängigkeit, aus Unselbständigkeit (oft bei Narzissten egal wie erfolgreich sie nach außen sind).

Wenn ich die Frau eines Narzissten wäre, dann würde ich weggehen ohne mich umzudrehen und absolut keinen Kontakt mehr pflegen, einfach weil solche Leute unglaublich Energie raubend sind.

Wenn jemand wirklich persönlichkeitsgestört (im medizinischen Sinne) ist, dann ist das eher schwierig zu beheben.
 
  • #13
Lieber @Cho uyo, das Einzige Problem was Du hast ist, dass du spekulierst, was sich eine Frau wünscht. Vielleicht nimmst Du einfach mal einen perspektivischen Wechsel vor. Frau doch Dein Partnerin bzw. zukünftigen Partnerinnen einfach mal nach Ihren Bedürfnissen. Du wirst feststellen, dass Du manchmal mit einer einzigen Frage mehr über eine Frau erfährst, als anderern Kandidaten. Nur wenn Du herausgefunden hast, wie man die richtigen Fragen stellt, wirst Du glücklich und erfolgreich sein. Ich gebe Dir einen Tipp: höre Dir mal das Lied von der Sesamstraße an ;-)
Viele liebe Grüße
Blueeyes, m,49
 
  • #14
Du klingst für mich ganz eindeutig nach jemandem, der seine Exbeziehung weder verarbeitet noch losgelassen hat. Du vergleichst neue Frauen mit der Ex, mit der Du nie wieder zusammen sein wirst. Sie kann sich anscheinend auch schlecht lösen von Dir und will deshalb Abstand.

Wenn Du eine neue Partnerschaft eingehst, kommt ein anderer Mensch mit anderen Eigenschaften, auf Du bereit sein musst, Dich einzulassen, neugierig drauf zu sein, statt immer nur zu denken "nicht wie bei Ex, nicht wie bei Ex".

Jetzt ist die Frage: Ist Dir das Reden wirklich das Wichtigste in einer Beziehung oder nicht? Wenn nicht, hängst Du nur noch an der Ex und kannst nicht sehen, dass das einer neuen Beziehung im Weg steht. Wenn doch, musst Du wirklich weitersuchen, bis Du jemanden findest, mit dem das Reden so harmoniert.

Die Frage ist für mich auch, ob Du wirklich Reden und Kommunikation meinst oder ob es dieses Insiderding ist, weil Du ja nunmal so lange mit der Ex zusammen warst und klar ist, dass die Deinen Humor gleich versteht und weiß, wie Du was meinst. Das kann eine neue Frau ja gar nicht, weil Du mit ihr noch keine Insider und keine vertraute Kommunikationsebene haben kannst.

Das musst Du meines Erachtens nach auseinanderklamüsern. Wenn ich in Sachen Gentleman Männer mit meinem Ex vergleichen würde, würde alle, die ich bislang getroffen habe, verlieren und zwar haushoch. Die Frage ist aber, ob ich das wirklich brauche von einem Mann, dass er solche Dinge sagt und tut. Eigentlich geht auch weniger, wenn die Liebe spürbar ist. Auch der Humor und die Bildung harmonierte total zwischen uns, also wenn ich Witze machte, wo man um die Ecke denken muss, hat er mich nicht verständnislos angesehen - sowas habe ich nur einmal noch bei einem Mann vermutet und der hatte ausgesprochen schlechte Manieren und Frauen gegenüber eine blöde Überlegenheitshaltung. Egal, jedenfalls wirst Du Dich nicht neu verlieben, wenn Du die Kommunikationsebene mit Deiner Ex nicht abhaken und neugierig auf eine neue werden kannst. Oder Kommunikation ist Dir so wichtig, dass Du lieber allein bist, als Dich mit "weniger" zufrieden zu geben.

Ich würde auch nicht vergessen, weshalb ihr euch getrennt habt. Anscheinend hat sie es ja getan, was jetzt eine Bestätigung dafür wäre, dass wenn die Männer sich nicht hatten trennen wollen, sie auch nicht loslassen können von der Exbeziehung und die Gründe für die Trennung emotional nicht sehen. Denn nur, wenn man es emotional auch sieht, dass Trennung richtig war, ist man bereit dafür, Neuem, das ANDERS ist als das Ex, aufgeschlossen zu begegnen.

Nichts, was ich geschrieben habe, ist böse gemeint. Ich lese das nur so raus und es könnte ein Gedankenanstoß sein. Wenn nicht, kannst Du es ja abhaken als nicht-zutreffend.
 
  • #15
Frage 1:ja und Frage 2:ja.Als ich mich endlich von meinem langjährigen narzisstischen Partner getrennt hatte, vermisste ich das gemeinsame Leben; ihn selbst aber nie.Das, was ich vermisste, war was ich Gutes in ihm gesehen hatte.Ich denke, so geht es Deiner Expartnerin.In Deinem Beitrag ist ja auch klar eine geradezu irreale Arroganz erkennbar, die tiefe innere Leere maskieren soll.Deine Expartnerin hat Dich erkannt und damit fehlt jede Basis für Liebe.Denn sie weiß jetzt, dass ein Narzisst nie wirklich lieben kann, da er andere nur als Spiegel braucht (wie Dein Text klar verrät) und diese innere Leere des Nazissten die seelische Energie anderer abzieht.Natürlich ist es die schlimmste Kränkung für Dich, dass sie Dir diese Energie entzieht.Aber nun ist sie auf der gesunden Seite und sieht Dich mit guter Distanz als wenn auch spannendes Kuriosum.C'est ca
 
  • #16
Vor zwei Jahren hat meine Frau die Trennung ausgesprochen, ich wollte nur eine auf Zeit.
Nun kam es neulich auf Bitten von mir dazu, dass meine Frau und ich endlich ein Trennungsgespräch geführt haben. Dabei stellten wir beide fest, dass wir eigentlich eine extrem gute Basis hatten.
Wir mögen uns beide nach wie vor sehr und unternehmen noch immer viel, sind beide der Überzeugung, dass es sehr schwer sein wird einen neuen Partner zu finden.

Die Trennung ist zwei Jahre her. Jetzt folgt nochmal ein Gespräch auf Dein Bitten. Verarbeitet und begriffen hast Du offenbar wenig, Du unternimmst viel mit Deiner Frau und lässt einer "neuen" Frau kaum eine Chance, da Du immer mit Deiner Ex vergleichst. Die steht auf dem Sockel und ist nicht erreichbar.

Es gibt keine Chance für einen Neubeginn mit ihr. Es gibt aus meiner Sicht auch keine Chance auf einen Neubeginn mit einer anderen Frau. Deine Chance ist im Grunde nur, die Trennung vollständig zu verarbeiten und zu akzeptieren. Das kannst Du nicht, wenn Du wie beschrieben fast noch mit ihr zusammenlebst.
Wenn Du eine Chance auf eine neue Partnerschaft haben möchtest, dann nur ohne Deine Frau. Sonst wird sich "die Neue" völlig zu Recht über dieses zu innige Verhältnis beklagen und die Beziehung wieder beenden (kannst Du hier oft genug nachlesen).

Deine vielgerühmten "Änderungen" und gelobten "Besserungen" zum Positiven beziehen sich nur darauf, dass Du mit Deiner Frau einen Neuanfang möchtest. Was Du brauchst, ist Freiheit von Deiner Frau, die im Grunde nicht mal Deine "Ex-Frau" ist.
 
  • #17
Erstens glaube ich, dass wir alle einen Teil von Narzissmus in uns tragen. Der eine mehr als der andere. Ja es kann sein dass der Schmerz bei deiner ex irreparabel ist. Sie klingt wild entschlossen das auch so zu leben. Zweitens hat keine Frau einen Hauch einer Chance, solange du emotional so an deiner ex klebst. Ganz falscher Ansatz. Du musst erst einmal Abstand gewinnen und eine Zeit lang ohne Frau sein. Du musst erst einmal dein Hirn reinigen. Finde dich erst einmal selbst und lerne dich und dein Wesen kennen. Narzissmus bekämpft man nicht mal eben so. Du versteckst diesen nur unter dem Deckmantel des Verlustes. Du belügst dich selbst. So lange du nicht offen zu dir selbst bist, wird dich das immer wieder einholen. Ich weiß sehr genau wovon ich spreche.
M46
 
  • #18
Cho Oyu,

Dass sich viele Veränderungen bei Dir ergeben haben, das spürt man an Deinen Beiträgen.
Dazu auch meinen Glückwunsch, zu Veränderung gehört viel Mut und Durchhaltevermögen.
(Ich hoffe, dass es Dir nach Deiner Pause nun auch wieder spürbar besser geht).

Nun zu Deinen Fragen.
Verletzungen, vor allem tiefe, hinterlassen Narben.
Bei Euch reicht es für eine Freundschaft, aber für sie nicht mehr für mehr, da ist wohl einfach zu viel passiert.
Das wirst Du akzeptieren müssen.

Aber doch einige Fragen, für Dich, nicht unbedingt für hier zum beantworten.

Was empfindest Du wirklich für sie?
Wieviel Anteil an Deinen Gefühlen besteht aus dem Wunsch (Sehnsucht) heraus, nach Beziehung, Partnerschaft, Liebe?
Es schwingt in einigen Beiträgen viel Einsamkeit mit.
Langjährige Beziehungen beinhalten Verhaltensmuster, auch wenn Du Dich verändert hast, wie schnell würdest Du wieder in die alte Rolle geraten? Ganz unbewusst? Ich bemerke das immer im Umgang mit meinem älteren Sohn, wir haben uns beide verändert, da ist viel Liebe, Bindung, aber wir beide unter einem Dach - 5 Minuten, ein falscher Satz, und die alten Muster sind voll aktiv. Wir können nur partiell miteinander, das akzeptieren wir auch beide.
Dir ist sicher bewusst, dass eine Persönlichkeitsstörung (sorry für den Begriff) nicht heilbar ist? Nur der achtsame Umgang damit, die bewusste Steuerung, das Erlernen von Gegenstrukturen bewirkt den Ausgleich, aber das Grundthema bleibt einem erhalten? Und wenn man an den empfindlichen Stellen getriggert wird, wird es schwierig mit der Gegensteuerung.

Deinen Anspruch, auch wenn Du ihn sehr überspitzt ausgedrückt hast, es werden nicht 0,1Punkte sein, an sich finde ich nicht zu hoch, es muss ja für Dich stimmig sein.
Problematisch ist der Vergleich mit Deiner Expartnerin, diese steht auf einem unerreichbaren Sockel, da hat keine andere Frau eine Chance, solange Du nicht wirklich abgeschlossen hast.

Diesen Weg des Loslassen und Verabschiedens hast Du noch vor Dir, einen gemeinsamen Weg als Paar wird es sicher nicht mehr geben.
Vielleicht als Freunde, aber da würde ich an Deiner Stelle auch mal eine Pause machen, bis Du für Dich die notwendige Distanz gefunden hast.

Dir viel Kraft dabei und auch auf Deinem weiteren Weg.
Das sind schon die großen Bergtouren mit Anspruch, die Du Dir auswählst - aber nach jedem Gipfel wird es zwar nicht unbedingt einfacher, aber sicherer.

W47,
Auch eine Tourengeherin.
 
  • #19
hier der FS

Zunächst Danke für die zahlreichen Antworten. Auf die von Blair, Stern12345, Blackbetty, Pia62, Kaktus, EarlyWinter, Vikky, Pfauenauge und Kathyberlin gehe ich hiermit ein. Weiter warten noch nicht zu lesen.

Auf einige möchte ich hier allgemein eingehen. Zunächst ganz allgemein: Die Zeichenbegrenzung zwingt zum Kürzen des Textes. Das mit 9,9 zu 0,1 war nur sinnbildlich – ich hätte auch gut 6 zu 4 schreiben können. Ich habe es bewusst überspitzt formuliert, um das Problem prominent darzustellen. Ich bin auch nicht so toll, was ich hier auch nicht rüberbringen wollte. Es geht meiner Ansicht auch nie darum, wer was zu bieten hat. Das klingt für mich so materiell, so nutzorientiert. Es geht nicht darum, dass die Frau drei Dr. Titel hat 7 Häuser etc. Mein Anspruch bezieht sich auf die Passung. Und die hat nicht mit Status, wie z.B. schnelles Auto oder Haus zu tun. Ich bin weit davon entfernt auf einen oder mehrere bestimmte Status Wert zu legen.

Ich versuche nicht meine Frau zu manipulieren, ich versuche sie zu verstehen. Mit dem schlecht formulierten: „ich komme bei ihr nicht weiter“ meine ich, dass ich sie gerne besser verstehen würde. Ich versuche nicht sie in Richtung Neuanfang zu drängen.

Und um es eindeutig zu sagen, ich komme mit mir alleine gut klar, bin deshalb auch nicht aktiv auf der Suche nach einer neuen Partnerin. Es gab fast nur zufällige Begegnungen, die meist schon gar nicht in Richtung Date gingen. Also war ich diesen Frauen gegenüber auch nichts unfair, weil es bei den zufälligen Begegnungen blieb. Meine Frau und haben uns beiden bestätigt, dass wir wollen, dass es dem anderen gut geht. Und deshalb werde ich sie respektieren und sie mich. Wir werden gemeinsam versuchen einen Weg zu finden, wie ich mit der für mich schwierigeren Phase umgehen möchte. Deshalb haben wir auch besprochen, ob es nicht evtl. besser ist, wenn wir uns mal wieder lange nicht sehen. Das wäre dann gut für mich, aber nicht für sie. Ein Widerspruch zum Thema gegenseitigem Gutgehen.

Natürlich habe ich immer noch narzisstische Züge (die im Übrigen sehr viele haben), aber lange nicht mehr in der damaligen Ausprägung, sondern eher auf sozialverträglichem Niveau. Für meine Verletzungen habe ich mich mehrfach bei Ihr entschuldigt. Diese hat sie auch angenommen.

Meine Ex will nicht wenig Kontakt sondern weniger. D.h. wir sehen uns in der Regel mehrmals im Monat und zwar freiwillig von beiden Seiten ausgehend. Mehr wäre ihr zu viel. D.h sie vermeidet bewusst zu viel Nähe.
 
  • #20
Lieber FS
Zu Frage 1 schliesse ich mich den vorherigen Beiträgen an. Ja natürlich kann das sein.
Zu Punkt 2: Für deine Frau ist seit 2 Jahren definitiv Schluss. Du wolltest Trennung auf Zeit, sie nicht. Es hapert nicht an deinen hohen Ansprüchen, sondern dass du noch nicht akzeptiert hast, dass du nie wieder mit deiner Frau zusammen kommen wirst und es sich mit niemandem mehr so anfühlen wird, wie mit ihr. Durch platonischen Kontakt und Hoffnungen hast du die Verarbeitung des Trennungsschmerzes hinausgezögert und warst nicht bereit für einen Neubeginn. Wolltest irgendwo das akte zurück, was aber verloren ist. So jedenfalls meine Vermutung. Es tut mir sehr leid, doch ich denke, es ist zu spät. Du darfst darum trauern, doch irgendwie um die Beziehung zu kämpfen bringt es nicht mehr.
 
T

Toi et moi

Gast
  • #21
Zu Punkt 1:
Natürlich braucht Ihr beide noch Zeit um die Trennung zu verarbeiten aber glaube mir, es gibt keinen Weg zurück zu ihr und wenn überhaupt, dann muss dieser Wunsch von ihrer Seite kommen. Denn die Trennung ging auch von ihr aus und deshalb müsste sie sich wieder in deine Richtung bewegen.
Ich habe in meinem Leben die Erfahrung gemacht, dass eine wirkliche Trennung etwas endgültiges ist. Ich kenne aber selbst viele Frauen, die sich von ihren Männern getrennt haben aber 2 Jahre später wieder zurückgekommen sind. Die Gründe waren aber eher finanzielle Natur. Wenn dieser Aspekt ausfällt, gibt es auch sehr oft kein zurück mehr. Das ist wenigstens meine Erfahrung.
Zu Punkt 2:
Ich denke, dass die andere Frauen dich nicht erreichen, weil du mit deiner Ehe und mit der Trennung nicht abgeschlossen hast und diese nicht akzeptierst. Ich habe gelernt, dass es für die Partnersuche giftig ist, Menschen miteinander zu vergleichen. Also versuche die neue Frau nicht mit deiner Ehefrau zu vergleichen. Versuche keinen Ersatz für die alte Beziehung zu finden und befrei dich von der alten Beziehung.
Ich habe mich auch mit meinem Ex-Mann sehr gut verstanden. Das tue ich immer noch. Wenn er uns besucht, ist er da als Teil unserer Familie. Er ist der Mensch, der mir für eine sehr lange Zeit am nahsten stand und die Vertrautheit und Verbundenheit ist noch da. Ich denke wir wollen es zwar beide nicht, wir lieben uns nicht und er hat bereits auch seit Jahren eine neue (glückliche?) Partnerschaft aber man kann die 21 Jahre, die hinter uns liegen auch nicht auslöschen.
Ich habe es für mich so erklärt, dass meine Ehe beendet ist und ich keinen Ersatz dafür suchen darf sondern eine neue Partnerschaft mit einem Mann, den ich nach meinem heutigen Maßstäben und Wünsche gut finde. Er muss kein Kopie von meinem Ex sein. Denn mit ihm hat es letztendlich nicht geklappt, sonst würde ich heute nicht alleine da stehen!
 
  • #22
Ich denke, ich verstehe was du meinst. Ihr versteht euch in vielen Bereichen. Trotzdem, deine Frau hat gesagt, es gibt kein zurück mehr und selbst wenn du dich zu Jesus wandelst.
Und was diese zufälligen Dates angeht: mit einer Frau wolltest du hier wissen, ob mehr draus werden könnte, ihr wart zum Skifahren verabredet.
Ich würde dass jetzt auch alles nicht auf dieser Narzissmusschiene festmachen. Nchdem du hier so "technisch" antwortest, frage ich mich, ob das nicht eher "autistisch" ist- keine Diagnose, ein Schlagwort, dass die Richtung andeuten soll. Dass du evtl. Schwierigkeiten hast, deine Gefühle und die anderer Menschen zu deuten und zu fühlen und dass man dir das erst "erklären" muss. Das ist nur ein Gedanke, ich weiss es nicht. Solange du und deine Frau so eng seid, wird es keine Beziehung geben mit anderen. Aber vielleicht wollt ihr das auch so. Nur zahlt ihr eben auch beide einen Preis dafür. Ihr seid nicht richtig getrennt, aber auch nicht zusammen. Und wenn du deine Frau so liebst, wird dieser Zustand noch andauern, es sei denn, einer von euch macht einen Cut.
 
  • #23
Verletzungen, die eine Beziehung ruinieren gibt es meiner Meinung nach und die heilen auch nicht mehr. Ich habe von meinem Ex neben einigen Sticheleien, die noch als Taktlosigkeiten durchgehen könnten, ein paar dermaßen verletzende verbale Tiefschläge kassiert, dass ich mich nie mehr davon erholt habe. Diese haben alles beeinflusst. Intim werden konnte und wollte ich nach dem letzten nicht mehr.

Ob sie mit Absicht gesagt werden um zu verunsichern und zu verletzen, oder ob er es ungeschickt ausgedrückt hat ist da echt egal. Die Frage, ob er das wirklich so empfindet und die Unsicherheit lassen nie mehr los. Mit normaler und sinnvoller Kritik hatte es mal nichts zu tun. Und zum Glück habe ich etwas derartiges von niemandem sonst mehr gehört. Es hat trotzdem viel bei mir zerstört - welches Recht hat ein Mensch das zu tun? Es heisst dann, ich sage ja nur die Wahrheit. Vielmehr ist es aber doch nur seine Meinung, und allgemeingültig ist diese nicht.

Gute Gespräche kann man auf Anhieb nicht mit vielen Menschen führen, finde ich. Oft muss sich das entwickeln, man muss sich besser kennenlernen.
 
  • #24
Hallo Cho Oyu,
erst einmal möchte ich sagen, dass ich dich hier im Forum als ruhigen, reflektierten Schreiber erlebe. Ich weiß nicht, wie du früher warst, aber hier empfinde ich dich als angenehm.

Ich glaube, du steckst in einem paradoxen Dilemma fest. Deine Frau will keinen Neustart mit dir, und bei den anderen Damen fehlt dir etwas. Damit bist du derzeit alternativlos, und das wiederum fixt dich noch mehr auf deine Ex-Frau an.

Zu Frage 1: Offenbar hast du sie sehr verletzt und ihr Vertrauen in dich zertrümmert. Sie war es, die verletzt wurde, daher hat sie auch eine ganz andere Perspektive auf einen möglichen Neuanfang als du sie als Verletzender hast.
Sie würde in ständiger Angst leben, dass es wieder passiert, wäre hypersensibel und immer auf der Hut. Kleinigkeiten, die sie jedem neuen Mann durchgehen lassen würde, würden mit dir alte Wunden aufreißen und sie doppelt und dreifach treffen. Deine Ex-Frau lässt dich nicht wieder nah genug an sich heran, um sie zu treffen.
Warum nicht? Ich denke, sie sieht dein Bemühen schon. Aber sie kennt dich lange genug, um auch zu sehen, dass noch derselbe Mann dahinter steckt. Ich glaube, mit klitzekleinen Kleinigkeiten wirst du ihr ständig demonstrieren, dass du keine 180°-Wendung durchgemacht hast. Selbst wenn du heute einen gesunden Narzissmus an den Tag legst, ist dies für deine hypersensibilisierte Ex-Frau noch immer zu viel Narzissmus.
Ich selbst kenne das Gefühl von meinem Ex. Bei jedem anderen Mann würde ich die Sprüche weglächeln - bei ihm geht bei mir sofort die innere Klappe zu, wenn ich Narzissmus nur im winzigsten Ansatz wittere. Bin immer auf dem Sprung, fühle mich nie entspannt, sondern immer latent aggro und auf dem Selbstschutz-Trip. Und das nach 20 Jahren. Dieser Mann hat mich nie wieder angreifbar erlebt und wird es nicht.

Zu Frage 2: Auch ohne Vergleiche können die Ansprüche an ein gutes Gespräch hoch sein, das kenne ich von mir selbst, und je mehr gute Gespräche man in seinem Leben erlebt hat, desto weniger mag man darauf verzichten oder seine Ansprüche herunterschrauben.
Du solltest dir selbst die Frage stellen, was in den Momenten des Kontakts in dir vorging. Warst du einfach nur wenig begeistert oder gar gelangweilt, oder gingen dir tatsächlich Bilder oder Worte deiner Ex-Frau durch den Kopf und du hast sie an die Stelle der anderen Frau gewünscht?
Zweiter Ansatzpunkt: hast du denn überhaupt versucht, eine interessante Konversation aus den Frauen herauszukitzeln, oder dich zurück gelehnt und dich berieseln lassen?
 
  • #25
Hallo FS,

Deine Beiträge und deren Entwicklungen klingen recht sympathisch, ob Du das selber bist, vermag ich nicht zu beurteilen. Zumindest machen mich diesbezüglich kritische Beiträge nachdenklich.

Zugegebenermaßen habe ich keine Erfahrungen mit Narzissten, weil für mich auch diese Menschen in die Kategorie “Superlative/Extreme“ gehören und ich es eher mit Vilfredo Pareto halte. Es gibt einfach keine Berührungspunkte und -ambitionen.

Ob nun Dein Wesen und Verhalten ursächlich für Deine Frau ist die Trennung nicht rückgängig zu machen und aufrechtzuerhalten kann ich nicht beurteilen. Zumindest kann ich mir vorstellen, dass da keine Gefühle mehr sind, um mit Dir eine Partnerschaft zu führen. Ich bin dieses Wochenende einer Frau wieder begegnet, die mich von Sekunde eins an umgehauen hat und von der ich mich zum Schluss schwer verletzt fühlte. Heute fällt es mir schwer nachzuvollziehen was mich an ihr so tief berührt hat. Jetzt ist sie wieder eine Frau ausserhalb meines inneren Seins.

Dass Du neue Frauen für Dich nicht so (an)nehmen und gewinnen kannst, wie diese sind und mit Deiner Frau vergleichst empfinde ich als Dein persönlichen Schwachpunkt, vielleicht Ausdruck Deiner überwunden geglaubten Persönlichkeitsstruktur, und bedauernswertes Unvermögen, weil Dir dadurch einiges an menschlichen Reichtums entgehen könnte.

Ich finde Du solltest Deinen eingeschlagenen Weg weitergehen und mit der Vergangenheit abschließen, um neu, vielleicht auch mit Vergangenem, anfangen zu können.
 
  • #26
Mehr wäre ihr zu viel. D.h sie vermeidet bewusst zu viel Nähe.
Kann sein. Kann aber auch sein, dass sie ganz bewußt nicht mehr Nähe möchte. Sondern vielleicht - jetzt- einfach die Chance hat, viele Dinge zu verstehen. Jetzt, nachdem Du ein wenig verändert hast in Deinem Leben. Vorher ging es vielleicht nicht, Du warst nicht zugänglich für eine Aussprache.
Ich habe eine "wahnsinnige" Beziehung mit einem Narzissten gelebt, 5 Jahre lang.
Ich hätte alles dafür gegeben, mit ihm ein nahes, klärendes Gespräch zu führen. Das ging aber nicht. Weil er es nicht wollte und keinerlei Veranlassung sah, sich selber in Frage zu stellen.
Seine Verletzung , die er mir -verbal- zugefügt hat, waren so groß, dass es mir schwer gefallen ist, ins normale Leben zurückzukehren. Andere Frauen, Abwertungen, Nähe, Distanz, volles Programm. Ich nenne das mittlerweile Gehirnwäsche.
Ich bin wortlos gegangen. Lange habe ich das hier geglaubt:
Erstens glaube ich, dass wir alle einen Teil von Narzissmus in uns tragen. Der eine mehr als der andere.
Bis ich den Unterschied krank/gestört zu spüren bekommen habe, der Unterschied ist fließend.
Man kann einem Narzissten nichts glauben. Nicht weil sie nicht wollen. Sondern weil sie nicht anders können. Selbst das habe ich irgendwann begriffen. Und es nicht mehr auf mich bezogen.
Und ich würde heute auch einen Kontaktversuch nicht abschmettern, aber ganz bestimmt nicht, um wieder eine Beziehung zu beginnen. Nein, nur um noch besser zu verstehen.
Ich würde diesen Mann auf Distanz halten.
Ehrlich gesagt würde es mich diebisch freuen, wenn er wieder angekrabbelt kommen würde und ich ihn auf Distanz halten könnte.
So auch Deine Frau vielleicht?
Frag sie.
W
P.S.: bei uns war es dann tatsächlich so, er ist zwei Jahre lang immer wieder um die Ecke gekommen. Ich wollte ihn nicht mehr, habe das sehr direkt gesagt, er konnte es nicht glauben. Ich hätte Kontakt mit ihm, wenn sich wirklich etwas getan hätte bei ihm, aber er hat mir nicht zugehört und ich sah uns wieder da beginnen, wo es aufgehört hat. Die Manipulationen haben einfach nicht aufgehört.
Okay, man wird aber auch hellhörig.
 
  • #27
Hier der FS,

Danke für die konstruktiven Beiträge - insbesondere von Toi et moi, QFrederick, void, Jana 09/19, Lionne69 (gehen wir mal eine Tour - so weite wohnst du ja nicht weg :)) und an die anderen. Die eher abwertenden Kommentare nutze ich auch zum nachdenken.

Vllt mal zu meiner Frau. Sie wollte das Gespräch nicht, sie wollte nicht reflektieren (sie arbeitet im Übrigen im psychologischen Bereich). Sie will mir auch nichts böses. Und nein ich bin kein extremer Narzisst, wie hier manche rauslesen wollen. Auch bin ich kein Autist, weil ich mal technisch antworte. Auf dem Gebiet ist meine Frau nun wirklich gut...
Ich denke einige die meinen Prozess hier verfolgt haben, wissen am besten wie es mir geht. Glaubt mir einfach, dass ich das wirklich bin. Mit professioneller Hilfe bin ich es angegangen, habe mein Selbstbewusstsein aufpoliert etc. pp. Es ist keine Fassade, ich muss es mir nicht einreden. Ich bin das nicht für ein paar Stunden in denen ich mich konzentriere. Ich glaube zu dem geworden, der ich schon immer sein wollte - ich denke Lionne69 kann es sehr gut nachvollziehen.
Die schützende Mauer ist weg. Ich bin durchaus empathisch und nicht technisch. Es hilft mir aber nicht, um meine Frau zu verstehen. Sie ist nicht gerade die Person die mit Ihren Gefühlen hausieren geht...
Viele von Euch haben mich auf meinem Weg begleitet, dafür ganz großen Dank.

Und vlll. für Euch zur Erklärung, warum das bei mir stockt, warum da unterschwellig Hoffnung keimt. Wir haben uns im Lauf der letzen 12 Monate immer öfter gesehen und wir begegnen einander auch nicht wie wir anderen Freunden begegnen, sondern viel Vertrauter, viel näher - mit längeren Umarmungen, und dann der Satz von ihr - ich sei nach wie vor der wichtigste Mensch im Leben. Sie hat, obwohl ich öfter um ein Gespräch gebeten, es ständig ablehnt. Das Wort "Scheidung" nicht in den Mund genommen, wollte nichts forcieren. Es ging auch von Ihr in die gegenteilige Richtung. Da wurde meine Gefühle für sie wieder mehr. Ich denke viele können es nachvollziehen (unser komplettes Umfeld nimmt uns so wahr und wundert sich, warum wir keinen Versuch mehr starten, manche sagen auch, dass sie es schön finden, dass wir wieder zusammen sind). Und vor dem Hintergrund bin ich gelähmt. Aber vermutlich hilft nur eines - extreme Reduzierung des Kontaktes.

Danke
 
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  • #28
Deine Kommunikation ist ja aber auch nicht die Beste. Ich verstehe gar nichts aus deinem Text? Was sind denn jetzt die erheblichen Kommunikations-Unterschiede? Beispiele bitte!

Eine Partnerschaft bedeutet vor allem die Bereitschaft auf Herausforderung. Eine gemeinsame Kommunikation kann man finden, mit Feingefühl und Akzeptanz. Den anderen verstehen wollen, eben auch mal den "bösartigen" Witz ertragen lernen. Schadet nicht.

Nein, ein Neuanfang ist schwach! Es strahlt Bequemlichkeit aus.
 
  • #29
...ich finde deine Gedankengänge ziemlich befremdlich und an deine Liebe zu deiner Frau, vermag ich nicht zu glauben.
Du hast dich offensichtlich sehr schnell darum bemüht, eine neue Frau kennenzulernen und nichts Besseres gefunden und versuchst nun wieder einen Neuanfang zu starten.
 
P

Papillon

Gast
  • #30
Und vor allen Dingen stelle ich auch fest, dass mir unterm Strich die Art der Gespräche, wie ich sie mit meiner Frau grundsätzlich geführt habe, mit keinem anderen Menschen im Freundeskreis möglich ist.
Das braucht einfach Zeit! Man muss sich richtig kennenlernen, lernen wie der andere denkt und Vertrauen aufbauen. Das ist nicht Schlag auf Schlag so.
Mit deiner Frau war es auch nicht so in der ersten Minute so, ihr habt euch erstmal in den Gesprächen kennengelernt.
Ich persönlich finde, deine Gedanken kreisen zu sehr in der Vergangenheit, ziehen viel zu viel Vergleiche, als dass ein Neuanfang mit einer neuen und anderen Frau möglich wäre. Du selber hoffst auf einem Neuanfang mit dem Alten (siehe dein zweiter Post). Genau das steht Dir im Weg. Solange du an deiner Frau mental klebst, brauchst du dich nicht mit anderen Frauen treffen. Du würdest Ihnen gar keine faire Chancce lassen. Das Einzigste was Dir helfen könnte, mal einen richtigen Cut zu wagen.
 
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