• #1

Es ist eine unperfekte Liebe, aber sie tut so gut

Guten Morgen!

Vor zirka einem Jahr habe ich jemanden getroffen, von dem ich seit dem ersten Treffen wusste, dass er für mich jemand ganz besonderes ist. Er war/ist einer von diesen Menschen, welche dir sofort ein Gefühl der Vertrautheit übermitteln. Einer von der Sorte, bei denen du dich sofort wohl und geborgen fühlst. Und ja, es geht hier um eine gleichgeschlechtliche Liebe zwischen zwei Männern.

Nachdem wir uns kennengelernt haben und wirklich einen schönen Sommer hatten, habe ich ihn gefragt, ob er mein Freund sein möchte. Perfekt war es allerdings nie. Er war sich nie sicher, ob das mit uns beiden funktionieren könnte. Es war ein ständiges Hin und Her. Es gab Tage, an denen absolutes Chaos herrschte - und dennoch, wir konnten nicht ohne uns zu haben.

Nachdem sich herrausgestellt hatte, dass ich einige dumme Fehler gemacht habe, hat er sich nun vor zwei Tagen von mir getrennt. Was ich getan habe, möchte ich nicht erwähnen. Nein, ich habe ihn nicht betrogen - das könnte ich niemals tun. Es waren eher kleine Fehler. Fehler, die ich gemacht habe, um perfekt zu wirken. Um so zu wirken, als hätte ich nichts auf dem Kerbholz. (Ich habe in meiner Vergangenheit ein paar wirklich dumme Sachen gemacht) Ich weiß selbst, dass ich Fehler gemacht habe und ich möchte mich auf keinen Fall heraus reden.

Ich habe mich bei ihm entschuldigt, habe ihm gesagt, dass es mir Leid tut. Ich habe ihm einen Liebesbrief geschrieben. Ich bin bei ihm zu Hause mit Radio und Schilder auf denen stand, wie sehr ich ihn liebe, aufgetaucht.

Er hat zu mir gesagt, dass er mir beinahe eine zweite Chance gegeben hat, aber sich dann doch umtentschieden hat. Danach haben wir sehr, sehr heftig gestritten und er hat zu mir gesagt, dass es vorbei ist, endgültig.

Ein paar Stunden nach dem Streit kam von ihm eine Nachricht, dass er sich sehr schlecht fühle und sich treffen möchte. Er hat zu mir gesagt, dass er nicht damit leben könne, ohne mich zu sein und dass er gerne ein Wochenende hätte, an dem es nur uns zwei gibt, ohne jegliche Verantwortungen. Er hat aber auch gesagt, dass er sich so schwer tut, mir zu vergeben, weil er Angst hat, dass eben die gleichen Fehler nocheinmal passieren würden. Außerdem meinte er, dass er sehr mit seiner Eifersucht zu kämpfen habe.

Wie gesagt, es war nie perfekt. Es gab immer wieder ein Hin und Her - ein Zusammenkommen und ein Auseinander gehen. Wir beide haben sehr viel für diese Beziehung getan. Ich weiß, dass wir es beide wollen und ich weiß, dass er mich liebt. Oder zumindest fühlt es sich so an.

Jetzt habe ich zu mir selbst gesagt, dass ich ihm erstmal zwei Wochen Zeit geben möchte. Zwei Wochen, an denen wir keinen Kontakt haben.

Was denkt ihr? Im Moment weiß ich nicht, was ich machen soll. Ich habe so sehr den Drang ihm zu schreiben.
 
  • #2
Hallo MrLarssen. Könnte das vielleicht eine Dramabeziehung sein? Dann lass Dir sagen, dass diese Beziehungskonstellation genauso abwechslungsreich wie wenig stabil ist, die instabilste überhaupt.

Ich glaube auch nicht, dass die Beziehung das Problem ist, mir scheinen eher die Hauptdarsteller sehr schwierig.

Ich glaube auch, dass Ihr Euer Drama schon noch eine Weile weitertreiben könnt. Aber eine gute und stabile Beziehung sieht anders aus und fängt auch anders an. Viel Glück.

P.S. Und diese Beziehung tut Dir gut? Bist Du sicher?
 
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  • #3
Wenn du nichts Konkretes zu den "Fehlern" schreibst, ist es schwer einzuschätzen, ob er überreagiert, nur einen Vorwand sucht oder sein Verhalten aufgrund zu Recht fehlenden Vertrauens schlüssig ist.

Vom Bauchgefühl habe ich jedoch den Eindruck -egal ob homo oder hetero- du veranstaltest zuviel Auf und Ab, kommst nicht ohne Drama aus und hast tiefersitzende Ängste. Wenn er ebenfalls nicht der sichere Bindungstyp ist, manövriert ihr euch ins aus. Statt schönen Briefen, Worten, Liedern solltest du mit Souveränität und Verlässlichkeit überzeugen.
Jetzt habe ich zu mir selbst gesagt, dass ich ihm erstmal zwei Wochen Zeit geben möchte. Zwei Wochen, an denen wir keinen Kontakt haben.

Klingt unlogisch, da es sein Part wäre, bei ernsten Problemen auf Abstand zu gehen und zu reflektieren. Vor allem klingt es destruktiv. Solltest du eigenmächtig, grundlos, ohne Berücksichtigung der Wünsche des Anderen eine Kontaktsperre angeleiert haben, nimmst du die Verunsicherung des Partners in Kauf. Das hat mit Liebe nichts zu tun. Wenn du trotz selbst verursachter, unerbetener Kontaktsperre nun doch wieder "angesch..." kommst, weil du es wieder "bitter bereust", würde mein Vertrauen noch weiter schwinden und ich dich als Dramaqueen empfinden. Eine tragfähige Partnerschaft könnte ich mir dann nicht vorstellen.
 
  • #4
Na das hört sich ja nach Drama, Drama, Drama an :)
Ich muss sagen, dass ich auch eine Beziehung beendet habe zu einem Mann, der "perfekt" wirken wollte und mir beruflichen Erfolg und Ähnliches vorgegaukelt hat, dazu noch ein Auslandsstudium, was er nie gemacht hatte. Ich fand das total abturnend und erbärmlich, deswegen war der mann danach nicht mehr attraktiv für mich, auch wenn er nett war.
Ich würde an Deiner Stelle ehrlich gesagt sagen, dass ich entweder etwas Richtiges oder gar nichts will.
Und ihn danach erst mal 3-4 Wochen in Ruhe lassen. So wie ihr Euch anhört, kommt er sowieso wieder an, also bleib cool und starte im Neuen Jahr erneut und lass ihn bis dann in Ruhe.
Du hast ihm gesagt, dass du ihn liebst, also kann er nun damit machen, was er will - aber so ne halbe Sache mit ab und an am WE ein paar schöne Stunden verbringen wäre für mich nichts, wenn ich verliebt wäre.
Augen zu und hart bleiben.
Er weiß ja, wo er dich finden kann, wenn er dich ganz will.
Das macht dich nur attraktiver, wenn du dich nicht drauf einlässt und nicht wie ein Hündchen um jede Stunde der Zuwendung betteln musst- Das wird ein unwürdiges Dasein und macht dich bedürftig und damit unattraktiv. Dass Du ihm gesagt hast, dass du ihn liebst, war aber richtig.
Viel Glück.
 
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  • #5
Hallo MrLarssen. Könnte das vielleicht eine Dramabeziehung sein? Dann lass Dir sagen, dass diese Beziehungskonstellation genauso abwechslungsreich wie wenig stabil ist, die instabilste überhaupt.

Ich glaube auch nicht, dass die Beziehung das Problem ist, mir scheinen eher die Hauptdarsteller sehr schwierig.

Ich glaube auch, dass Ihr Euer Drama schon noch eine Weile weitertreiben könnt. Aber eine gute und stabile Beziehung sieht anders aus und fängt auch anders an. Viel Glück.

P.S. Und diese Beziehung tut Dir gut? Bist Du sicher?

Ja, diese Beziehung tut mir verdammt gut. Ich weiß auch, dass ich mir da nichts vor mache.

Ich meine, klar tut es weh, dauernd mit ihm so viel Drama zu haben, trotzdem lohnt es sich einfach.

Wenn du nichts Konkretes zu den "Fehlern" schreibst, ist es schwer einzuschätzen, ob er überreagiert, nur einen Vorwand sucht oder sein Verhalten aufgrund zu Recht fehlenden Vertrauens schlüssig ist.

Vom Bauchgefühl habe ich jedoch den Eindruck -egal ob homo oder hetero- du veranstaltest zuviel Auf und Ab, kommst nicht ohne Drama aus und hast tiefersitzende Ängste. Wenn er ebenfalls nicht der sichere Bindungstyp ist, manövriert ihr euch ins aus. Statt schönen Briefen, Worten, Liedern solltest du mit Souveränität und Verlässlichkeit überzeugen.


Klingt unlogisch, da es sein Part wäre, bei ernsten Problemen auf Abstand zu gehen und zu reflektieren. Vor allem klingt es destruktiv. Solltest du eigenmächtig, grundlos, ohne Berücksichtigung der Wünsche des Anderen eine Kontaktsperre angeleiert haben, nimmst du die Verunsicherung des Partners in Kauf. Das hat mit Liebe nichts zu tun. Wenn du trotz selbst verursachter, unerbetener Kontaktsperre nun doch wieder "angesch..." kommst, weil du es wieder "bitter bereust", würde mein Vertrauen noch weiter schwinden und ich dich als Dramaqueen empfinden. Eine tragfähige Partnerschaft könnte ich mir dann nicht vorstellen.

Ich habe keine tiefsitzenden Ängste. Bei mit geht es wohl eher darum, dass es meine erste ernste Beziehung ist.

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  • #6
Was ich getan habe, möchte ich nicht erwähnen. Nein, ich habe ihn nicht betrogen - das könnte ich niemals tun. Es waren eher kleine Fehler.
Nun ja, wenn die Fehler so klein gewesen wären, hätte sich dein Freund wohl kaum getrennt? Es klingt, als hättest du ihn angelogen und das wäre nun herausgekommen. Ich rate, es geht um frühere Sex-Erfahrungen, oder Online Kontakte oder so was.
Jetzt habe ich zu mir selbst gesagt, dass ich ihm erstmal zwei Wochen Zeit geben möchte. Zwei Wochen, an denen wir keinen Kontakt haben.
Da komme ich auch nicht draus jetzt. Erst ist Schluss, dann wollt ihr stattdessen ein gemeinsames Wochenende verbringen und dann kommt es zur zweiwöchigen Pause?
Er hat aber auch gesagt, dass er sich so schwer tut, mir zu vergeben, weil er Angst hat, dass eben die gleichen Fehler nocheinmal passieren würden. Außerdem meinte er, dass er sehr mit seiner Eifersucht zu kämpfen habe.
Na gut, dann ist doch klar, was zu tun ist: Ihr rauft euch jetzt für einen letzten Beziehungsversuch zusammen - keine Nähe-Distanz-Spielchen bitte - und schaut, wie ihr das Drama zukünftig unterbinden könnt. Was brauchst du, um diese "Fehler" nicht mehr zu machen? Was braucht er, um weniger eifersüchtig zu sein?
 
  • #7
Hallo MrLarssen,
bin zwar ein Hetero, aber was soll´s.
Was ist schon perfekt. Perfektionismus ist der Anfang vom Ende.
Mein Wahlspruch ist:
Ich bin nicht perfekt und arbeite auch nicht dran.
Die Erwartungshaltung an dich selbst sind sicherlich sehr hoch.
Liebe muss meiner Meinung nach flexibel sein.
Und was du früher gemacht hast, man wir haben alle unsere Vergangenheit. Echte Liebe läßt sich dadurch nicht nieder machen.
 
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