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  • #1

Essstörungs-Vergangenheit als Ausschlusskriterium?

Ich hatte einige Zeit mit einer Essstörung zu kämpfen. Konnte diese allerdings mittlerweile mithilfe längerer Therapie gut in den Griff bekommen, allerdings begleitet dieses Thema einen wohl doch ein Leben lang.
Ist das ein Ausschlusskriterium bei der Partnerwahl für bindungswillige Männer? Sollte man dies (vor allem in der Kennenlern- bzw der Anfangsphase einer Beziehung) verschweigen soweit möglich?

W (27)
 
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  • #2
Kommt drauf an wie stark es ausgeprägt ist. Sieht man es dir noch an? Grundsätzlich sollte das kein Problem sein. Wenn man dir dies allerdings ansieht, könnte es problematisch werden. Ich war ebenfalls mit einer zusammen, die leider viel zu wenig gegessen hat. Irgendwann war die körperliche Anziehung weg - ich habe mich leider Gottes sogar geekelt. Klingt schlimm, war es auch. Sie wollte sich auch nicht helfen lassen... Irgendwann konnte ich es nicht mehr ertragen und dann war Schluss. Schade!

Zu deiner eigentlichen Frage: Vielleicht nicht direkt beim ersten Date damit rausrücken, aber dennoch zeitig. Ist für beide Seiten einfach leichter.

Grüße
M27
 
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  • #3
Nein meine Liebe,

sei offen zu dir und such den Grund deine Essst.
Ich bin etwas älter als du, litt über 16 Jahre darunter, dachte immer ich hätte ein Problem.
Ab meiner Trennung von meinem Ex Mann war die Störung verschwunden.
Anschl. weil ich mich wunderte bin ich zum Psych.
Es war der Druck in dem er mir gegenüber aufgebaut hat, mein Wunsch allem gercht zu werden.
Als ich so alt wie du war, warnte mich eine Freundin und meinte er wäre der Grund, damals war ich sauer auf sie.
In neuer Partnerschaft war ich sofort offen, wurde nie zu einem Problem.
Klar hat er angst wenn ich mal krank bin und erbreche, fragt auch immer ob es ein Probl. gibt.
LG
w42
 
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  • #4
Für mich wäre es kein No-Go, vor allem dann nicht, wenn sonst alles passt. Allerdings würde ich das Thema auch nicht sofort neuen Bekanntschaften unter die Nase reiben sondern warten, bis man sich besser kennt.
 
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  • #5
Für mich wäre das kein Problem. Fast jeder hatte mal Probleme in seinem Leben. Entscheidend ist, wie man damit umgegangen ist/ umgeht. Krankheiten und so würde ich aber beim Date trotzdem nicht erwähnen.

M,29
 
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  • #6
Die Krankheit ist ja ein nicht ganz unwesentlicher Teil von dir und hat Auswirkungen auf den Alltag, insofern finde ich, Verscheigen nützt dir recht wenig, denn wenn einer beim Kennenlernen nicht damit klar kommt, dann doch während einer Beziehung erst recht nicht. Aus meiner Sicht ist so eine Krankheit natürlich kein Thema für die ersten paar Dates, aber der Moment, wo es um mehr als nur Smalltalk geht und die Themen ernster werden, wäre der richtige Augenblick. Vertrau deinem Gefühl, wann es passt und wann DU meinst, es ist ok - das kann ja bei Kandidat A viel früher sein als bei B, weil ihr schneller vorankommt.
Sieh es einfach als Test - du hast nichts verloren, wenn sich jemand aus diesem Grund tatsächlich distanziert (was ich nicht glaube).
w, 40
 
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  • #7
Nach meiner Erfahrung sehen Männer das nicht so kritisch.
w44
 
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  • #8
allerdings begleitet dieses Thema einen wohl doch ein Leben lang.

Wieso denn?

Ich hatte beides Magersucht und Bulimie, das ist aber schon lange her, spielt in meinem Leben keine Rolle mehr. Ich sehe keinen Grund mit potentiellen Partnern darüber zu reden. Ich meine, es wäre für mich kein Problem, das einem geliebten Mann zu sagen wenn er z.B. fragt. Aber sonst warum soll ich das machen? Das ist nicht mehr wichtig für mich, ich denke darüber nicht mehr nach. Das ist auch keine Geschlechtskrankheit. Ist meine persönliche Geschichte, ich sehe keinen Grund sie einer Person anzuvertrauen, die ich nicht so gut kenne. Ich sage z.B. auch nicht der Arzt meint ich habe ADHS. Man sieht ja wie ich bin, ich mich verhalte. Ob das ein ADHS-Effekt ist oder meine "wirkliche" Persönlichkeit spielt gar keine Rolle.

Wenn Du Essstörungen hast, suche Dir zur Zeit keinen Partner, sondern konzentriere dich darauf, sie loszuwerden. Aber bygones are bygones, wir sind was wir im Laufe unseres Lebens geworden sind.
w29
 
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  • #9
Ich hatte auch jahrelang eine Essstörung und habe festgestellt, dass es sinnlos ist, das gleich am Anfang einer Beziehung zu erzählen, weil kaum ein Mann damit etwas anfangen kann.

Irgendwann, als das Thema wirklich mal relevant war, habe ich es kurz erwähnt. Da war die Partnerschaft schon stabiler und hat so eine Botschaft ausgehalten. Meine ehemaligen Essstörungen haben sich nie auf meine Beziehungen ausgewirkt, weil ich sie mithilfe einer Selbsthilfegruppe und einer Therapie überwunden hatte. Von daher war es nicht nötig, lang und breit darüber zu sprechen.
 
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  • #10
Bei einer Affaire wäre es mir egal. Eine Beziehung mit einer Frau, die psychische Probleme hat oder hatte, möchte ich aber lieber nicht, weil ich noch eine Familie gründen will. Solche Frauen sind maximal vorübergehend symptomfrei, aber nie wirklich geheilt. Wenn die Belastung nach der Geburt zunimmt, brechen diese Probleme bei den meisten wieder auf. Ich möchte dann nicht als quasi Alleinerziehender dastehen, weil Sie dann mit sich selbst überfordert ist. Das wäre bei meinem Beruf auch gar nicht möglich. Meine Schwester (Psychologin) sagt immer "halt dich fern von Frauen mit gestörtem Selbstbild, gerade wenn du Kinder willst". Sie wird schon wissen warum.
 
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  • #11
Hallo, auch ich war jahrelang magersüchtig.. na und?

Ich habe meine Krankheit aufgrund einer Therapie gut in den Griff bekommen und meinen Partnern nicht gleich am Anfang davon erzählt.
In meinen Beziehungen war es also nie ein Thema oder gar ein Problem.

Ich weiß allerdings nicht, wie tief Du noch drin steckst. Das kannst Du Dir nur ehrlich selber beantworten. Ein Partner kann Dir sicher helfen, mit Deiner Vergangenheit besser umzugehen oder sogar abzuschließen. Es sollte sich aber auch in der Partnerschaft nicht dauernd um Deine Krankheit drehen, da würdest Du einem Partner sicherlich viel bzw. zuviel zumuten.

Es gibt auch ein Leben nach der Krankheit. In meinem Leben spielt sie zum Glück seit langem überhaupt keine Rolle mehr...

W(44)
 
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  • #12
bin auch Psychologin...

liebe FS... vergiss das, was der Vorredner mit seiner Schwester/Psychologin geschrieben hat bitte gleich wieder.

Solche Frauen sind maximal vorübergehend symptomfrei, aber nie wirklich geheilt.

also im Studium lernt man das nicht, das kann maximal des Vorredners Schwester persönliche Meinung sein... falls sie als Therapeutin mit Personen mit schweren Erkrankungen arbeitet, dann hat sie durch ihren Berufsalltag evtl. ein stark verzerrtes Bild - das kommt unter PsychologInnen (wie in anderen Berufen auch) vor und ist normal, sollte dich aber nicht verunsichern.

klar gibt es psychische (sowie auch physische) Erkrankungen, die einen wirklich ein Leben lang begleiten, Essstörung muss nicht dazu gehören... das kann man gut bewältigen, wenn man an sich arbeitet.

Eine Frau mit schwerer Vergangenheit kann mitunter evtl. eine sehr reife und stabile Persönlichkeit werden, wenn sie durch die Krisen bewusst durchgegangen ist. Natürlich gibt es auch andere. Aber auch ein gesunder Mensch kann schon in verheiratetem Alter mit Kindern plötzlich erkranken - ob physisch oder psychisch....

Liebe FS, du machst das schon und die meisten Vorredner haben dir m.E. gut geantwortet... nicht gleich sagen, sondern später im richtigen Moment...



lg
 
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  • #13
Das gestörte Essverhalten ist sicher nicht das Problem. Die psychischen Probleme, die die Essstörung auslösen, sind das Problem. Aber wenn du eine erfolgreiche Therapie gemacht hast, bist du jetzt stabil und dann besteht auch kein Grund, dem Mann gleich beim Kennenlernen davon zu erzählen. Es ist dein Problem, was du selbst überwinden musst, dann würde ich das einem neuen Partner nicht gleich verklickern, sonst belastet es ihn unnötig. Und du drängst ihn damit gleich in die Helferrolle, was du ja gar nicht gebrauchen kannst, wenn er der Helfer würde, ginge die Beziehung schief.
 
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  • #14
In jungen Jahren habe ich auch mehrere Jahre an Essstörungen gelitten. Ursache war damals ein Einfluss aus meinem Umfeld, was ich lange nicht realisiert hatte. Als dieser "Umstand" verschwand kriegte ich auch meine Magersucht in denn Griff. Das ist nun fast 20 Jahre her...

Zu meinen Erfahrungen damals mit der Männerwelt:
Männer, die sich für mich interressierten, taten dies oft gerade deshalb, weil sie sich besonders von sehr dünnen Frauen angezogen fühlten. Dabei habe ich (leider kann ich heute nur sagen) die Erfahrung gemacht, dass es diesen Männern egal ist, dass man als Frau so dünn ist, weil man an einer Essstörung leidet/litt - hauptsache die Frau IST dünn.

Liest man hier ja auch sehr oft, "sie sollte einen BMI unter 18 haben, ansonsten ist sie für mich unattraktiv". So ein Mann will gar nicht wissen, dass es Folge einer Magersucht ist, dass sie so dünn ist. Denn hätte sie diese Krankheit nicht würde sie körperlich ja nicht sein Ideal erfüllen. Somit wird diese Krankheit für einen Mann mit dem Wunsch nach einer sehr dünnen Frau niemals ein Hindernis sein.

Bist du also wegen der Esstörungen immer noch extrem dünn, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass es den Mann, der sich für dich interressiert gerade weil du so dünn bist, überhaupt nicht stört, dass du Magersüchtig warst. Er ist nur froh, dass du sein Ideal einer besonders dünnen Frau erfüllst. Traurig aber leider oft Tatsache.

w (44)
 
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  • #15
Wenn du mit dir im Reinen bist, aus der Sache gelernt hast und locker darüber sprechen kannst, dann ist das kein Problem. Ist immer eine Frage, WIE man darüber redet und wie man wirkt. Ich gehe sogar davon aus, dass jede Frau mindestens einmal in ihrem Leben eine Ess-, Brech- oder Fressstörung hatte und es gibt sowieso keine Frau, die mit ihrem Gewicht zufrieden ist. Sind sowieso fast alle auf Diät.
 
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  • #16
Das interessiert viele Männer nicht-Hauptsache, die Frau ist dünn.
Aber ich würde es nicht gleich erwähnen-sonst könntest Du in der Ecke "gestörtes Selbstbild=mangelndes Selbstwertgefühl=gut für unverbindlichen Sex, dann verletzen und wegwerfen" landen.
Erst mal abwarten, wie sich alles entwickelt. Ein reifer, liebevoller Mann sieht es dann als das, was es ist: ein Teil Deiner Geschichte. Und zeige mir mal eine Frau, die seit dem jahrzehntelangen Magewahn noch nie gehungert hat, um attraktiv zu erscheinen!
(w)
 
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  • #17
Liebe FS,

ich finde, dass es totaler Quatsch ist, dass das ggf. ein "NoGo" ist. Ich habe das selbst in der Familie gehabt - jeder trägt sein Päckchen mit sich rum. Sowas hinterlässt klar seine Narben, aber Narben sind verheilt :) Mach dir darüber keinen Kopf - mir wäre sowas egal.

m26
 
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  • #18
Und zeige mir mal eine Frau, die seit dem jahrzehntelangen Magewahn noch nie gehungert hat, um attraktiv zu erscheinen!
(w)

Also, wenn eine Frau nur hungert, um attraktiv zu erscheinen, und nicht aus gesundheitlichen Gründen, wäre alleine das für mich ein Ausschlusskriterium. Denn es würde die leichte Beeinflussbarkeit der Frau zeigen. Eine Frau, die sich von den Medien ein Bild vorgeben lässt, wie sie zu sein hat, ist nicht interessant.
 
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  • #19
Nein, sage es frei heraus, es bringt dir nur Vorteile. Bulimie ist DER Garantieschein für Männer und ihrem wichtigsten Auswahlkriterium bei der Partnersuche: Eine lebenslang schlanke Frau, denn ins Adipositas wirst du wohl niemals rutschen, auch nicht nach 3 Schwangerschaften.
 
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  • #20
Also, wenn eine Frau nur hungert, um attraktiv zu erscheinen, und nicht aus gesundheitlichen Gründen, wäre alleine das für mich ein Ausschlusskriterium. Denn es würde die leichte Beeinflussbarkeit der Frau zeigen. Eine Frau, die sich von den Medien ein Bild vorgeben lässt, wie sie zu sein hat, ist nicht interessant.

Diese Botschaft, die darin steckt gefällt mir und wahrscheinlich auch manchen Frauen, die stärker aber selbstbewusst sind, ich glaube aber das hat die Vorrednerin anders gemeint!? Ich habe auch schon gehungert um attraktiv zu erscheinen, wohlgemerkt FÜR MICH attraktiv zu erscheinen. Jedoch würde ich nie hungern, um einem Mann zu gefallen oder einem Ideal. Wenn ich mich wohl fühle, er mich aber schlanker haben will, hungere ich nicht deswegen.

Und dieses Selbstbild ist bei der FS in der Vergangenheit wohl aus irgendwelchen Gründen aus dem Gleichgewicht geraten, was solls - das ist die Vergangenheit, wir sind alle nicht perfekt und in der Tat neigen viele Frauen dazu, sich nicht so ganz zu gefallen.

aber was stimmt: du sollst dich weitestgehend mit dir wohl fühlen und das nicht vom Mann abhängig machen oder sonst einem Umfeld, aber das hast du wahrscheinlich bereits gelernt und es geht nur mehr darum, wann du es am besten sagst und diesen Zeitpunkt wirst du ganz von selbst merken. Nicht verkrampft darüber nachdenken....
 
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