• #31
Es ging nicht um Ewigkeiten, es waren wenige Jahre. Wir hatten ab und an Kontakt, aber durch Umzug und Telefonnummer Wechsel haben wir und aus den Augen verloren. Das ist einfach so passiert. Sie konnte mich nicht kontaktieren und ich sie nicht. Ich ging immer davon aus, von gemeinsamen Bekannten mal ihre Nummer zu bekommen. Sie wohl auch. Der Tod war schneller. Hätten wir uns in der Stadt getroffen, wir hätten einen Kaffee getrunken und uns unterhalten. Da gab es keinen Krieg.
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Naja aber wie einige hier sagten: Hätte hätte Fahrradkette. Wenn jemand wichtig ist, investiert man Energie in die Kontaktaufnahme. Hast du nicht gemacht, also ist es auch ok. Dir gönnt ja jeder deine Zeit zum Trauern, aber andere machen es anders.
Ach von mir auch noch einen Spruch, wo Blumen stellvertretend stehen für andere Dinge:

Schenk viele Blumen während des Lebens, denn auf den Gräbern sind sie vergebens.
 
  • #32
Ich kann das gut nachvollziehen. Menschen, die mir mal sehr nah standen, haben mich nachhaltig geprägt und bleiben daher irgendwie immer ein Teil von mir selbst.

mein Beileid ….
 
  • #33
Wir sollten das Band zu Menschen, die einmal wertvoll für uns waren, nie abschneiden. Es trifft mich sehr, weil ich mich nicht verabschieden konnte. Denkt darüber nach und macht es besser.
Deine Gefühle, sind deine Gefühle. Die kannst und sollst du haben und die gar auch niemand zu beurteilen.

Aber als allgemeine Blaupause kann man das nicht heranziehen.

Jeder hat ein ganz individuelles Verhältnis zu verflossenen oder alten Freunden.
Ich für mich kann sagen wenn ich hören würde das meine Ex gestorben ist oder im sterben liegt, wäre das kein Drama für mich. Wir hätten keinen Streit oder so, aber es bestand keinerlei Verbindung mehr. Warum auch? Es war vorbei und das hatte auch seinen Grund.
Die war Teil meines Lebens, ist es aber schon lange nicht mehr.
Ich würde kurz denken, das es zu früh war und schlimm für die Angehörigen ... und 2 Minuten später würde ich meine Frau Fragen was wir essen wollen und es wäre raus aus meinem Gedanken. Jedenfalls würde ich in der Theorie denken dass es so wäre.
Aber Theorie und wenn man wirklich vor der Situation steht, sind manchmal auch 2 Paar Schuhe.
 
  • #34
Das sind einige, die mich durch viele Lebensphasen begleitet haben und wer dabei verloren ging, den lasse ich verloren, weil er jetzt für mich nicht mehr wichtig ist und ich auch nicht
Da hast du natürlich recht. Bei mir ist das auch so. Oft ist es aber auch so, dass man sich einfach so aus den Augen verloren hat. Das ist beispielsweise bei einem Umzug der Fall. Ich habe mit den meisten Trotzdem noch Kontakt. Wenn ich gar keinen mehr hätte dann will ich auch gar keinen mehr haben.
 
  • #35
Es trifft mich sehr, weil ich mich nicht verabschieden konnte. Denkt darüber nach und macht es besser.
Kochkunst, auch mein Mitgefühl.
Es ist normal, dass man Menschen aus dem Auge verliert, Menschen, die einem wichtig waren, aber an Bedeutung für einen verloren.
Der Kontakt schläft ein, weil beide kein ausreichendes Interesse hatten, ihn aufrecht zu erhalten.
Es war die Begleitung in einem Lebensabschnitt, der Mensch hat seinen Beitrag getan zur Entwicklung, wie man heute ist.
Es gibt schöne Erinnerungen.
Nimm diese schönen Erinnerungen, setze Dich an einen ruhigen, stillen Ort, zünde evtl. eine Kerze an und lass diese Erinnerungen kommen.
Du kannst Danke sagen, Dich innerlich mit einem guten, warmen Gefühl verabschieden.
Meistens ist es nicht nur der Tod dieses Menschen, was berührt, sondern unterbewusst die Erinnerung daran, dass man selbst endlich ist, ein Mensch im gleichen Alter stirbt.
Du kannst Dich verabschieden, dafür ist es nicht zu spät.
Du kannst den Anstoß annehmen, Leben ist jetzt, Carpe Diem,.
Nicht warten, dass man irgendwann etwas tut, Träume, Ziele umsetzt, die Gelegenheit, sondern machen.
In jedem Tag das Besondere suchen, die vielen kleinen und großen Freuden.
 
  • #36
Darum geht es nicht. Wenn man befreundet und im Konatkt bleibt, dann ist verabschieden normal. Es gab aber keinen Kontakt mehr.
Das sehe ich ein, deshalb hatte ich auch geschrieben, vor allem wenn man sich nicht im Mega Streit getrennt hat.
Für mich ist der Punkt, dass jemand der eine solche Frage einstellt, nicht direkt wieder zerrissen wird, nur weil „Er „ so empfindet.
M51
 
  • #37
Selbst wenn ich deine neue Partnerin wäre hätte ich sehr viel Verständnis für deine Trauer . Hast du es ihr eigentlich erzählt ? Ich denke es geht hier nicht primär um Ex Partner sondern um Menschen , die wir geliebt haben . Mit denen bleiben wir ewig verbunden auch über den Tod hinaus . Nimm dir Zeit zum Trauern. Wir leben in einer Kultur die über den Tod nichts hören möchte und auch wenig Verständnis für Trauernde aufbringt . Alles Liebe dir !
Je schöner und voller die Erinnerung
desto schwerer die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude .
Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel sondern wie ein kostbares Geschenk in sich .
( Dietrich Bonhoeffer)
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #38
Herzliches Beileid, nehme dir die Zeit die du brauchst für die Trauer. Komisch vor C hat es so einen Thread nicht gegeben. Es ist wirklich traurig was da gerade passiert mit uns Menschen.
 
  • #39
Wir sollten das Band zu Menschen, die einmal wertvoll für uns waren, nie abschneiden.
Richtig. Aber man kann es beidseitig lösen und ich finde das am Ende von Beziehungen auch richtig. Und auch wichtig, weil dann nicht passiert:
Es trifft mich sehr, weil ich mich nicht verabschieden konnte. Denkt darüber nach und macht es besser.
Aus meiner Sicht ist es wichtig, zu klären, was zu klären ist, was man regeln möchte, ohne das zu lange vor sich her zu schieben.

Ein Mensch, der mir etwas bedeutet hat, mit dem ich vielleicht mal eine längere Zeit eng verbracht und viele Erlebnisse geteilt habe, lässt mich immer traurig zurück, aber es ist eben nichts mehr offen, was für mich geklärt werden sollte.
Mein Erzeuger lebt noch aber das war auf Messersschneide und ich wurde deshalb nach 35 Jahren keinen Kontakt, angerufen ob ich mich verabschieden möchte.

In mir war nichts mehr..Ich hatte lange daran gearbeitet ihn zu verarbeiten und dann war eben gar nichts mehr da.
Ich hatte auch lange keinen Kontakt zu meinem Vater. Ich war letztlich froh, dass sich das dann nochmal geändert hat, aber natürlich muss man auch bei solchen Trennungen mit sich im Reinen sein, denn man weiss ja vorher nie, wie es ausgeht.
Auf dem Sterbebett kann man nur noch sehr eingeschränkt etwas wirklich klären.
 
  • #40
Das Schlimme ist dass Verstorbene immer verklärt werden. Man sieht nur noch die schönen positiven Seiten.

Ich hatte mal eine Nachbarin, die einen richtig cholerischen Mann hatte.
Man hörte sie ständig bis ins oberste Stockwerk streiten und rumschreien, er regte sich furchtbar über meinen Kinderwagen im Hausflur auf und fluchte schon wenn er zur Tür reinkam.
Er starb von einem Tag zum anderen am Herzinfarkt.
Da war meine Nachbarin untröstlich. Er war doch der beste und liebste Ehemann unter der Sonne, sie haben immer sooo gut harmoniert und jetzt muss sie ja alleine leben.. die Harmonie des miteinander Zoffens kann man scheinbar auch vermissen....

Oder unser lieber @Valmont, der seine jung verstorbene Frau vergöttert und keine Frau mehr findet, die ihr das Wasser reichen kann.

Ich finde man sollte versuchen zu Lebzeiten Blumen zu schenken. Auf dem Grab brauchen es die Verstorbenen auch nicht mehr.
 
  • #41
@Lebens_Lust eine Klärung hätte ich gerne noch mit meinem Stiefvater gehabt. Und so nett wie er über mich in Erzählungen gesprochen hat...wäre er über seinen sturen Schatten in Altersmilde wahrscheinlich auch noch gesprungen. Dafür war der Streit zu klein, spätestens als mein Bruder = sein Sohn starb...auch ohne Kontakt...
Ich bin den Schritt gegangen, nur wurde er plötzlich und noch relativ jung dement, da war nicht mehr viel zu klären und seine Partnerin schottet ihn seit Jahren ab.
Mein Erzeuger heißt nicht umsonst so und ich hatte ihn 2 Jahre und wenn er mal alle 10 Jahre nen Auftritt brauchte. Zwei andere Halbgeschwister hat er nicht mal kennenlernen wollen und das ist bei dem auch gut so.
Ne da brauchte ich nur die Versöhnung mit mir und der lösung des kindlichen Gedankens "Schuld" zu sein.

Das hat auch viel mit der Reaktion auf den Tod zu tun...traurig sein ist eine Sache...Schuldgefühle können aber auch schwer wiegen.
 
  • #42
Mein Erzeuger heißt nicht umsonst so und ich hatte ihn 2 Jahre und wenn er mal alle 10 Jahre nen Auftritt brauchte. Zwei andere Halbgeschwister hat er nicht mal kennenlernen wollen und das ist bei dem auch gut so.
Ne da brauchte ich nur die Versöhnung mit mir und der lösung des kindlichen Gedankens "Schuld" zu sein.

Das hat auch viel mit der Reaktion auf den Tod zu tun...traurig sein ist eine Sache...Schuldgefühle können aber auch schwer wiegen.
Eine klare Bezeichnung und ich denke, dann braucht man auch keine Klärung mehr und das ist völlig in Ordnung so.
 
  • #43
Ein Mensch, der mir etwas bedeutet hat, mit dem ich vielleicht mal eine längere Zeit eng verbracht und viele Erlebnisse geteilt habe, lässt mich immer traurig zurück, aber es ist eben nichts mehr offen, was für mich geklärt werden sollte.
On Point.
Ich finde man sollte versuchen zu Lebzeiten Blumen zu schenken. Auf dem Grab brauchen es die Verstorbenen auch nicht mehr.
Noch wichtiger ist zu Lebzeiten das zu tun was mich selbst glücklich macht. Nur wenn ich glücklich bin kann ich andere glücklich machen.
 
  • #44
Es gibt Menschen, die positive Spuren in den Leben anderer Menschen hinterlassen. Manchmal sind sie gar nicht lange bei einem und behalten dennoch immer unsere Sympathie.

Die wahre Liebe, die richtige Trauer .... gibt es nicht. Jeder Mensch erfüllt diese Begriffe mit einem eigenen Leben.

Ich persönlich habe vielleicht das Glück, dass ich weniger traurig als viel mehr dankbar bin. Dankbar für die gemeinsamen Erlebnisse .....
 
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