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  • #1

Ex und hopp - was mögen die Kinder dabei verinnerlichen?

Daran, dass hier alle paar Threads ganz selbstverständlich von DEN Ex-PartnerInnen zu lesen ist, beginne ich mich langsam zu gewöhnen. Die gerade laufenden Fragen bzgl. eigener und fremder Kinder etc. veranlasst mich, micheinmal in die Position der Heranwachsenden zu begeben: Was mögen diese verinnerlichen, wenn erst der leibliche Vater und dann der eine oder andere nachfolgende Lebensgefährte eine Weile im gemeinsamen Haushalt lebt und diesen dann wieder verlässt?
 
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  • #2
Diese Frage beschäftigt mich auch sehr. Selbst wenn der neue Partner nicht mit in der Wohnung lebt, so bauen die Kids doch ein Verhältnis zu ihm auf. Geht die Beziehung kaputt trauere nicht nur ich sondern auch die Kids.

Das ist ganz schwierig. Es macht mir Angst eine neue Beziehung einzugehen, denn man weiß ja nicht ob es gut geht.

Ich möchte meine Kinder vor dieser Traurigkeit schützen und sie sollen nicht lernen, das Beziehung auch nur eine Konsum-Geschichte ist. Denn das ist es in meinen Augen nicht.

Es ist aber die Frage da wie ich meine Bedürfnisse nach Partnerschaft leben kann wenn ich es nicht ausprobiere. Auch auf die Gefahr das es vielleicht nicht klappt.

Dieses Thema finde ich ganz schwer, schließe mich dem/der FS an und bitte um viele Zuschriften wie ihr das seht.
 
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  • #3
Die Kinder empfinden mit Sicherheit eine brennende Eifersucht auf ihre gleichaltrigen Spielkameraden die einen Vater haben, der für sie da ist. Kinder sind auch eifersüchtig auf jeden neuen der da ganz unvermittelt Zeit und Aufmerksamkeit von der Mutter einfordert (und auch bekommt). Es dauert für Kinder eine ganze Weile bis sie Vertrauen zum neuen Lebensgefährten gefasst haben und die Nähe suchen. Bei einer Trennung empfinden Kinder, dass sie alleine gelassen werden, sie erfahren sehr früh, dass sie von Menschen einfach so fallen gelassen werden, aus Gründen die sie nicht verstehen. Jede Trennung ist auch immer ein Trauma für Kinder.

Kinder sind ausserdem auch sehr empfindsam für Zwischentöne. Kinder kriegen es recht früh mit wenn sie in einer Beziehung als störend empfunden werden. Störend für die Mutter, weil die Mutter nicht immer so ausgehen kann und mit ihrem Partner sich wie ein kinderloses Paar verhalten kann. Kinder kriegen es aber auch mit wenn sie störend für den neuen Partner sind, wenn plötzlich normale Gewohnheiten auf Ablehnung stoßen, weil der Neue an der Seite der Mutter so ganz andere Vorstellungen von Erziehung hat.

Kinder von AE-Müttern erleben also einen ganzen Cocktail von verwirrenden Gefühlen und Traumata, und meistens eine viel zu enge Bindung an die Mutter, weil die Mutter in ihrer Zeit ohne Partner das Kind viel zu sehr für sich vereinnahmt.
 
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  • #4
Ich war fast zwölf Jahre alleine, weil ich den Kindern dieses Wechselbad nicht zumuten wollte- und wohl auch selbst zuviel Angst vor neuer Verletzung hatte.

Ob das der richtige Weg ist, weiß ich auch nicht- die Kinder sind extrem fixiert auf mich, vor Allem auch weil der Vater in inzwischen vierzehn Jahren nicht ein einziges WE mit ihnen verbracht hat, ein Nachmittag mit Kino war das Äußerste- dabei lebt er in der gleichen Stadt. Inzwischen sind die fast erwachsenen "Kinder" nur noch höflich und distanziert ihm gegenüber, und meine Tochter hat eine schwere Essstörung entwickelt. Den einen festen Partner, den ich inzwischen hatte, haben sie abgelehnt bzw ignoriert und ich habe das Gefühl, Alles falsch gemacht zu haben.
 
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  • #5
Ganz entscheidend ist, dass die Kinder einen intensiven, engen und liebevollen Kontakt zum leiblichen Vater behalten. Da kann man als Mutter sehr viel dazu beitragen, indem man konsequent eventuelle Streitigkeiten mit dem Ex von den Kindern fernhält und bei Meinungsverschiedenheiten und vermeintlichen Ungerechtigkeiten auch mal über den eigenen Schatten springt und gegenüber dem Ex nachgibt (hab es auch nicht immer geschafft, aber man kann sich zumindest bemühen).

Wenn die Kinder sicher sein können und fühlen, dass sie trotz der Trennung weder vom Vater noch von der Mutter verlassen worden sind, dann bleibt der Vater die entscheidende männliche Bezugsperson, und dann sehen sie den neuen Partner der Mutter nicht als Ersatzpapa, sondern als Kumpel, väterlichen Freund, Onkel, und dann überstehen sie die Trennung auch ohne seelische Schäden.

Im übrigen bedeutet einen neuen Partner zu haben ja nicht, dass man mit diesem Partner einen gemeinsamen Haushalt führt. Und so lang der Neue nicht im Haus lebt, empfinden die Kinder ihn auch nicht so sehr als Bedrohung oder Konkurrenz. Die Treffen oder Besuche finden sowieso überwiegend abends statt, wenn die Kinder schon schlafen, oder an den Wochenenden, wenn die Kinder beim Vater sind.

w53
 
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  • #6
Also, seitdem ich getrennt lebend bin (5 Jahre), hatte ich erst eine Fernbeziehung und die haben meine Kinder nur einmal gesehen, weil wir uns immer an den kinderfreien Tagen getroffen haben. Einen Beziehungsversuch hatte ich noch kürzlich, das ist aber gescheitert und ich bin froh, dass meine Kinder ihn noch nicht kannten. Das heißt, hier war keine Gewöhnung, deshalb kann ich von meiner Seite aus nicht aus der Erfahrung sprechen. Aber.. mein Ex-Mann hat am Anfang als wir getrennt waren, den Kindern immer SOFORT seine neuen Freundinnen vorgestellt. Das war so alle paar Wochen. Und die Kids sind immer offen auf die Frauen zugegangen. Ich habe immer gestaunt, dass das immer so leicht geklappt hat. Ich habe meinen Ex-Mann allerdings öfter gefragt, ob das nötig ist?! Ich habe zwar kein Problem, wenn eine feste Partnerin dann auch Kontakt zu den Kindern hat, aber am Anfang muss man doch erstmal wissen, ob man überhaupt als Partner wirklich zusammenpasst. Und er ist da ganz anderer Meinung als ich, denn seine Antwort: ja, die Frauen sollen die Kinder sofort kennenlernen, denn eine Frau, die nicht mit den Kindern klar kommt wäre nichts für ihn. So, dann ist es aber jetzt soweit gekommen, dass er endlich mal eine Freundin hat, die es länger aushält, die die Kinder mag und die Kinder auch sie, aber meine Tochter macht jetzt einen Rückzieher und zwar mit dem Kommentar. Ach, die wird sicher auch irgendwann wieder weg sein, wie all die anderen.... Meine Tochter ist 11. Puh! Darauf weiß ich dann manchmal nichts zu sagen, zumal ich weiß, dass er seiner neuen Freundin auch fremdgeht und es durchaus möglich ist, dass seine neue Freundin das mal spitz kriegt.... Ich finde es sehr schwierig hier zu vermitteln und das hätte alles nicht sein müssen, wenn er einfach erstmal ein viertel Jahr oder halbes Jahr seine Freundin nur getroffen hätte, wo die Kinder nicht dabei waren, denn dann wären die Beziehungen schon wieder vorbei gewesen, bevor die Kinder mit einbezogen worden wären. Ich bin der Meinung, mein (neuer) Partner und ich müssen uns verstehen, wir müssen wissen, dass wir zueinander halten und die Kinder müssen sich dann auch an die neuen Lebensumstände gewöhnen. Kinder sind toll, aber sie gehen irgendwann ihren eigenen Weg und ich kann meinen Partner nicht nach den Kindern aussuchen. Klar geht ein Mann, der meine Kinder schlagen würde gar nicht, aber von sowas gehe ich erstmal ja auch nicht aus! Und Differenzen gibt es immer, auch zwischen dem Kindern und dem leiblichen Vater, damit muss man lernen umzugehen.
 
  • #7
@#4: Wie kann ein 2-WE-Vater "intensiven und engen Kontakt" halten? Das ist doch alles nur gut klingende Theorie, in der Praxis aber schöngeredet. Alle zwei Wochen... was ist das schon noch für eine Nähe?
 
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  • #8
Was Kinder dabei verinnerlichen, ist eine sog. "Normalisierung der Brüchigkeit", und - damit einhergehend - eine Erschütterung des Urvertrauens, eine elementare Verunsicherung. Sie lernen, dass die Ehe bzw. die sog. "Probeehe", also das Zusammenleben ohne Trauschein, nicht gilt, bis dass der Tod uns scheidet, sondern solange es gut geht - also, dass die „moderne“ Familie auf v.a. Zuneigung aufbaut, und nicht auf moralische und sonstige Verpflichtung. Sie lernen, dass die Familie zunehmend aus Wahlverwandtschaften besteht - deshalb ist heute Familie nicht mehr unbedingt die biologische Familie, sondern die soziale Familie. Das Leben der getrennten Partner entwickelt sich in unterschiedliche Richtungen - oft auf im geographischen Sinn. Die Kinder müssen lernen, mit gespaltenen Loyalitäten zu leben, im Extremfall müssen sie vor Gericht aussagen, bei welchen der Elternteile sie leben wollen, d.h. für bzw. gegen Vater und Mutter. Manchmal werden Geschwister auseinandergerissen, weil das Sorgerecht unterschiedlich aufgeteilt wird. Oft bricht der Kontakt zu einem Großelternpaar ab; das gilt auch für Stiefgroßeltern.
Die Kinder und Jugendlichen wollen keinen der Elternteile verletzen, und deshalb stehen sie zwischen den Stühlen, sind bisweilen Manipulationsversuchen ausgesetzt, und können aufgrund der gespaltenen Loyalitäten über das, was sie oft am meisten bewegt, nicht mit den Eltern sprechen. In Stieffamilien entstehen komplexe Beziehungsnetze, jedes Familienmitglied hat ein anderes Bild von der eigenen Familie, d.h. vermutlich jeder würde unterschiedliche Namenskonstellationen nennen, wenn er aufgefordert wäre, seine Familienmitglieder aufzuzählen. Man spricht von einer Vergrößerung der Beweglichkeit des Verwandtschaftssystems, in dem die individuelle Entscheidungsfreiheit stärker betont wird als gegenseitige Verpflichtungen. Was wird den Kindern und Jugendlichen dadurch vermittelt? Eine individualistische Botschaft!
Übrigens ist es wissenschaftlich erwiesen, dass das Scheidungsrisiko „vererbt“ wird von Generation zu Generation: Männer und Frauen, die in ihrer Herkunftsfamilie eine Scheidung - oder gar mehrere - erlebt haben, lassen sich deutlich häufiger scheiden als Männer und Frauen, deren Eltern zusammenblieben (doppeltes Risiko, wenn einer der Partner, dreifaches Risiko, wenn beide Partner als Kind oder Jugendlicher die Scheidung der Eltern miterlebt haben).
Den Kindern und Jugendlichen wird eine Botschaft vermittelt, dass aufgrund gestiegener Ansprüche an die Qualität einer Partnerschaft diese eine enorme psychische Bedeutung für den Einzelnen hat, und sie deshalb nur solange aufrechterhalten wird, wie sie die Erwartungen erfüllen kann.
w, 25
 
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  • #9
@5 Frederika

Es ist nicht zwingend vorgeschrieben, dass die Kinder den Vater nur alle zwei Wochen sehen! Die Eltern können das individuell vereinbaren.

Meine Kinder beispielsweise haben den Vater fast an jedem Wochenende und sehr häufig spontan auch während der Woche besucht. Wir haben deshalb bewusst nach der Trennung den gleichen Wohnort behalten, nur drei Kilometer voneinander enrtfernt.

Er hatte zudem das Glück, dass er eine wunderbare neue Partnerin gefunden hat, die unsere Kinder sehr liebevoll und herzlich behandelt.

Es ist sicherlich eine große Herausforderung für beide Elternteile, gerade wenn man sich direkt nach der Trennung manchmal am liebsten gegenseitig die Augen auskratzen würde :), trotzdem die Rolle "Ex-Partner" von der Rolle "Elternteil" zu trennen. Es ist mühevoll, aber es funktioniert!

w53
 
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  • #10
#7 spricht wohl aus eigener Erfahrung und intensivem Studium. Ich stimme ihr voll zu.
Fühle mich selbst "ausgelaugt" nach dem Beziehungschaos meiner eigenen Eltern, deren Defizite ich bis ins hohe Alter mittragen und kompensieren darf (es gibt Verantwortung, der man sich nicht entziehen kann - trotz Co-Abhängigkeit -, wenn noch schwächere Geschwister im Spiel sind).

Für Kinder ist es m.E. am einfachsten, wenn man sie nicht zwingt (auch nicht unbewusst), zwischen den eigenen Eltern wählen und Partei ergreifen zu müssen. Ist diese Voraussetzung erfüllt, können sie auch lernen, dass das Elternteil, bei dem sie leben, emotionale Bedürfnisse nach einer Partnerschaft hat und dessen neuen Partner im Alltag zu akzeptieren.

Aber der Kontakt zu beiden Eltern sollte möglichst bestehen bleiben, und neue Partnerschaftn klug geplant werden. Mit klug meine ich: nicht nur nach ONS oder "Spaß" ausgerichtet, sondern nach Familientauglichkeit und Bindungswilligkeit, Bereitschaft, Verantwortung für ein "wir" zu übernehmen. Kinder brauchen verlässliche Bezugspersonen.
 
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  • #11
@9 von 7: Zum Glück spreche ich nicht aus eigener Erfahrung, aber ich habe bald mein Examen und da gehört dieses Feld zum Themenbereich. Zudem interessiert mich das. Also ja: intensives Studium wissenschaftlicher Aufsätze!

MOD [Die Antworten sollen bitte konkret auf die Fragestellung eingehen, bloße Plauderein sind wenig hilfreich.]
 
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  • #12
Ich war 5 Jahre alt, als ich mit einem Wagen vom Kindergarten abgeholt wurde. Am Steuer saß ein fremder, aber sehr sehr freundlicher Mann - etwas zu freundlich. Meine Mutter saß daneben - die Stimmung im Wagen war ungewohnt entspannt und nicht unangenehm, aber meine Mutter war irgendwie anders. Ich kann mich daran erinnern, dass ich ein Geschenk von ihm erwartete, sozusagen eine Art Ablöse. Ich bekam von ihm ein Geldstück und durfte für die kurze Strecke neben ihm sitzen. Dass sich beide beim Abschied küssten, machte mir nichts aus. Ich war zufrieden und ihm gegenüber neutral eingestellt - offen für neues.

Mein Vater fuhr damals zur See und war entspechend wenig zuhause. Als die beiden sich trennten und es zur Scheidung kam, wuchs ich eine Zeit lang bei meiner Großmutter auf.

Fazit: als Kind konnte ich die Zusammenhänge zwischen den Erwachsenen nicht einschätzen. Das wichtigste für mich war ... ich!

Da die Erwachsenen von mir verlangten, dass ich gehorche, war es für mich selbstverständlich, dass sie für mich sorgen würden. Und genau lag die Enttäuschung, die bis heute anhält: sie haben die Abmachung gebrochen, sie haben mich links liegen lassen - sie haben versucht, mich zu täuschen, mich zu beschwichtigen.

Unterschätzt den kindlichen Instinkt nicht! Behandelt Kinder nicht ungerecht. Verlangt von Kindern keine Konstanz, die Ihr selbst nicht liefern könnt. Seid ehrlich und offen zu ihnen - achtet auf Eure Loyalität - das ist die Säule. Und das alles sind Sollbruchstellen, die es zu vermeiden gilt.

Ihr setzt Kinder in die Welt, macht ihnen täglich klar, dass sie total abhängig von Euch sind und jeder Widerstand zwecklos ist. Dann müßt Ihr aber Eure Versprechen auch einhalten - ein Kind braucht eine loyale Mutter und einen loyalen Mann als Vater.

Solange die Rahmenbedingungen möglichst konstant gehalten werden, ist es fast egal, wer die Eltern sind. Liebe, Vertrauen, Rückhalt, Aufmerksamkeit, Respekt, Geduld und viel geistigen Input braucht das Kind.

Bevor ein Elternteil also einen neuen Partner vorstellt, muss dieser Partner zuerst auf sein korrektes Verhalten eingenordet werden, um Verhaltensschäden beim Kind zu vermeiden. Jeder, der sich in einen Partner mit Kind verliebt, sollte sich deshalb zuerst mit dem Kind arrangieren.

Wenn die Beziehung nicht lange hält und der Partner taucht nicht mehr auf, fragt das Kind meistens nur einmal nach. Wenn die Antwort ehrlich und einfach ist, gibt es keine weiteren Probleme. Kinder sind da sehr flexibel - solange es um sie geht. ;-)
 
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  • #13
Positive Auswirkungen hat das sicher nicht auf die Kinder, aber es ist sicher auch nicht gut wenn sie sehen das ihre Eltern in einer unglücklichen Beziehung zusammen leben.
Insofern ist diese Fragestellung letztlich vollkommen irrelevant, es muss halt jeder für sich entscheiden ob er den Kindern lieber eine Trennung zumutet oder ihnen das Leben in einer unglücklichen Beziehung zeigt.
 
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  • #14
Meinen Kindern war wichtig, dass ich ausgeglichen war und dass es mir gut ging, dann war auch das Familienleben ausgeglichen. Ein neuer Partner ist kein Problem, solange die Kinder immer das Gefühl haben, für die Mutter wichtig zu sein.

Ich schreibe bewusst Mutter, denn meine Kinder haben einen 2-Treffen-pro-Jahr-Vater, den sie auf seinen Wunsch nur zum Geburtstag und zu Weihnachten sehen.

w;51
 
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  • #15
Diese Frage bedrückt und beschäftigt mich auch. Mein kleiner Sohn (4) hat bis heute nicht einen Tag "heile Familienwelt" erleben können. Er versteht inzwischen : Wenn ich mit Mama alleine bin, ist alles in Ordnung, kommt Papa dazu, ist alles schlecht.
Mittlerweile verhält er sich auch so. Wenn er mit mir alleine ist, ist er ein lieber, fröhlicher, sehr verständnisvoller kleiner Junge. Kommt sein Papa zu besuch, dreht er vollkommen durch. Er schreit, tobt, zeigt schlechte Manieren, die ich sonst von ihm nicht kenne usw. Geht sein Vater auch nur für einige Stunden wieder weg, ist er wieder der liebe Junge, wie ich ihn immer kenne.
(Ich will nicht meinem Ex-Mann allein die Schuld an unserer gescheiterten Beziehung und Kommunikation geben. Auch ich bin sehr "temperamentvoll" und kann verletzende Sprüche einfach nicht ignorieren. Wir tragen beide die Schuld an der Situation, aber das ist hier nicht das Thema.)
Ich würde unserem Sohn gerne wenigstens einmal zeigen, dass es auch anders sein kann. Dass zwei Erwachsene Menschen auch friedlich miteinander leben können. (deshalb suche ich ja auch hier)
Ich bin mir sicher, dass unser Sohn sehr unter dieser Situation leidet, und bestimmt wird er später nicht wissen, wie er eine gute Beziehung führen kann, da er dies an unserem Beispiel nicht lernt.
Aber allein kann ich nichts ändern. Denn sonst würde ich ihm nur vorleben, dass man eine Beziehung nur dann führen kann, wenn man sich selbst aufgibt und alles hinunterschluckt. Dass er das lernt, möchte ich auch nicht.
Vielleicht kann ich ihm wenigstens zeigen, dass es beim zweiten Versuch klappen kann.
 
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  • #16
@5 bitte 2. Absatz von #4 nochmal lesen.... (Konstanz und Verlässlichkeit),
Ich habe meine Kinder alle 4-5 Wochen für ein verlängerten WE in der mütterlichen Wohnung und zum jährlichen 2-3 Wo Urlaub "gehabt" (bei Trennung waren sie 3 und 5). Als der Umgang mit den dann Teenies schwieriger wurde (was soll ich hier eigentlich noch...jedesmal 840 km) gedachte ich den Abstand auf 6-8 Wochen zu erhöhen; ich glaube 2x, dann kamen Mahnungen, daß ich mich ja nur noch so selten blicken lasse und ich könnte ruhig wieder öfter "antreten" ...
Aber auch ganz klar, meine Ehemalige (mit "interssantem" Leben) hat meine Rolle als Vater nicht in Frage gestellt. Heute sind sie über zwanzig, studieren und wir sehen uns immer noch alle 6-8 Wo. (47)
 
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  • #17
Mein Mann ist nach 20 Jahren von einem Tag auf den anderen abgehauen. Gleich zu einer anderen mit 3 Kindern. Er kannte sie wohl erst 2 Wochen per Chat, hatte sie das WE zum ersten Mal gesehen, ist 4 Tage später eingezogen.

Neben dem, was WIR durchgemacht haben, habe ich auch immer an die anderen Kinder gedacht.
Bekommen von einem Tag auf den anderen einen fremden Typen "vor die Nase" gesetzt und nun kommt mal klar. Mein Mann ist eh nicht der Kindertyp. Bei fremden Kindern. Ich mag es mir gar nicht vorstellen.
Meine Kinder (13 u16) haben sofort mit ihm gebrochen. Meine Tochter (13) hat jetzt nach einem Jahr wieder Kontakt aufgenommen, aber mässig. Weil von ihm auch nicht viel kommt. Aber man spührt, sie sehnt sich nach einem Vater.
Mein Sohn (16) hätte auch gerne wieder einen Mann im Haus. Aber nicht so einen "durchgeknallten Psychophaten" wie seinen Vater (seine Worte).
Beide Kinder haben mir zu verstehen gegeben, dass sie einen fremden Mann nicht so einfach akzepiteren würden. Es müßte auch für sie passen. Da sind sie sehr deutlich und da sie ja schon recht groß sind, reden wir offen. Und ganz ehrlich, ich verstehe sie auch. Ich würde auch nicht gerne jemanden plötzlich im Haus haben, der mir total unsyphatisch ist.
Ich habe noch keinen Partner. Habe seit ca. 2 Monaten immer mal wieder Dates, kleine Affären. Mehr will ich auch nicht. Ich kann mir im Moment zumindest auch nicht vorstellen, einen anderen Mann hier wohnen zu haben.
Ich denke, wenn es mal soweit sein sollte, kann man ja gut über längere Zeit getrennte Wohnungen haben und dann sehen. Ich würde das alles gaaaanz langsam angehen und meine Kinder mit einbeziehen. Sie wissen heute auch, ich habe ein Date. Das war nett. Sie wissen auch, wenn ich die Männer noch mal sehe, aber ich erzähle ihnen auch (altersgerecht) was ich empfinde für den Mann. Bisher noch nicht wirklich viel. Würde ich merken, es entwickelt sich was Ernsteres, würde ich sie auch teilhaben lassen (im Gespräch), damit sie dann nciht irgendwann wie vor den Kopf gestoßen wären.
Ich habe immer versucht, meine Kinder ehrlich und offen zu behandeln. Mein Mann war eh fast nie da, beruflich ständig weg, ich war sowieso so gut wie alleinerziehend. Ich habe bei beiden ein gutes Gefühl. Trotz der grausamen Trennung und dem Verhalten meines Mannes, geht es ihnen im Moment recht gut. Wir reden viel, auch über ihre Gefühle. Ich glaube das hilft.
Sie vertrauen mir. Das ich sowas nicht machen werde. Das ich sie einbeziehe und sie ernst nehme und ich glaube, das gibt ihnen Sicherheit.
Aber sie sind auch in einem Alter, wo sie das ja verstehen. Mit kleineren Kindern ist das alles schwieriger. (w41)
 
  • #18
@14: ist es möglich, dass Dein Kind die Aufmerksamkeit auf sich ziehen will, um die Eltern voneinander abzulenken, weil es angenehmer ist?

Wieso tefft Ihr Euch regelmäßig? Zur Kindsübergabe?
 
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  • #19
Aus persönlicher Erfahrung habe ich folgendes zu berichten: Kinder können so etwas nicht leiden.
Papa ist Papa, Mama ist Mama und so soll es auch bleiben. Kinder lassen sich ungern Dinge von fremden Personen sagen. Und wenn dieser neue Partner dann auch noch die Mutter oder den Vater küsst, drehen sie durch. Selbst wenn sie älter sind ist das ein Ding der unmöglichkeit. Als Kind kommt man sich hilflos und übergangen vor. Es bleibt dir nicht anderes übrig als dein Ding durchzuziehen. Irgendwann müssen sich die Kleinen daran gewöhnen.