• #1

Existieren bedeutunglose Ausrutscher?

Ich, m 30, habe seit 7 Jahren eine Freundin. Ich bin sehr glücklich. Die Kommunikation ist sehr respektvoll, meine Freundin ist unglaublich liebevoll und wir schätzen uns sehr. Sexuell passt es auch: Mit ihre habe ich meinen ersten Analsex ausprobiert, Yoni-Massagen gelernt und leichte Varianten des BDSM kennengelernt. Zudem gibt es Rollenspiele und viele Variation, sprich: Ich bin rundum glücklich.

Meine Freundin liest viel, wie ich finde auch unnötiges Zeug. Letztes Wochenende hat sie mir erzählt, dass sie gelesen hat, dass Paartherapeuten Pärchen generell empfehlen, sich darüber zu unterhalten, wie sie mit allfälliger Untreue umgehen würden.

Dabei möchte ich erwähnen, dass ich vor ihr 3 Beziehungen hatte und leider die Erfahrung machen musste, 2x betrogen zu werden von einer Frau. Mir tat dies unglaublich weh und ich habe die damaligen Beziehungen beendet. Insgesamt bin ich sehr kommunikativ, noch Student, aber auch schüchtern. Obwohl ich gut ankomme bei Frauen und sehr gross gewachsen bin, bin ich scheu, tolle Frauen anzusprechen. Natürlich kann niemand 100% nie sagen, trotzdem schätze ich mich als sehr treues Exemplar ein und weiss gar nicht, ob ich einen Seitensprung verheimlich könnte.

Nun zurück zum Thema. Meine Freundin sprach dies also an und meinte, die gängige Meinung unter vielen Menschen sei, dass man einen einmaligen Seitensprung verschweigt. Sie würde dies auch so handhaben. Dies machte mich sehr stutzig. Ich glaube ihr, dass sie dies nicht aus aktuellem Anlass ansprach. Trotzdem macht es mich traurig. Ich habe ihr dies so mitgeteilt und sie meinte, sie versteht mich. Sie meinte, das sei eine Art Sicherheit, um eine tolle Beziehung nicht zu gefährden. Wenn es mit Schutz war und einmalig und nichts bedeutet hat…die typischen Argumente halt.

Ich sehe dies anders. Ich verstehe ihre Argumente, finde es aber sehr komisch, ein allfälligen Schweigen im Vornherein zu vereinbaren. Es kommt doch auf so viele Umstände darauf an. Wie, warum, ob Schutz oder nicht etc. etc. ich empfinde es, trotz Rat der Experten, als sehr komisch. Als ob man sich einen Freibrief gibt oder eine Option freihält. Nun hält mich dies wach und ich studiere leider daran rum, fast so, als ob ich für den Fall der Fälle ja auch eine Sicherheit will. Dabei gibt es doch nie eine Garantie im Leben.

Wie steht ihr dazu? Besprecht ihr sowas mit euren Partnern?
 
  • #2
Wie steht ihr dazu? Besprecht ihr sowas mit euren Partnern?
Ich bespreche es insofern, als wir beide zu einem recht frühen Zeitpunkt klar gemacht haben, dass uns Treue wichtig ist, und dass wir treu sind.

Dass ist etwas anderes, als gemeinsam zu überlegen, wie man mit einem Seitensprung umgehen würde… als ob es zwangsläufig dazu kommen würde. Du siehst ja, dass es nichts bringt, so ein Negativszenario an die Wand zu malen (entweder gefällt einem die Antwort nicht, oder man glaubt sie nicht).

Ich wollte jetzt „allfällig“ nicht googeln - so was wie „aufgetreten“?
 
  • #3
Am besten ist, man behält seine Hose oben, und man redet weniger.
 
  • #4
Am besten ist, man behält seine Hose oben, und man redet weniger.
Das hatte ich auch gedacht.
Die Freundin liest definitiv zuviel und nicht das richtige.
Ich persönlich glaube nicht an harmlose Ausrutscher, weil davor erstmal Schritte zum Kontakt aufnehmen und etwas näher Kennenlernen erfolgen, wo man, wenn man in einer monogamen Beziehung ist, dies bereits abbremsen und ausschließen kann. Meist reicht schon recht früh der Hinweis, dass man einen Freund hat und der Mann, geht aus dem Flirt. Fällt der Hinweis nicht oder wird relativiert, mit Beziehung ist totgelaufen, man hätte längst mit der Beziehung schon abgeschlossen, etc. lässt man sich bewusst auf den Flirt und das Baggern des Mannes ein und spielt mit dem Feuer, auch mit dem Wissen, dass der man, der einen anbaggert, meist baggert um Sex zu haben, flach ausgedrückt, eine Frau für eine Nacht aufzureißen oder er wünscht sich eine Beziehung. Sofern der Mann an einem Kennenlernen interessiert wäre, erzählt man ja so manches von sich, tauscht Nummern, beginnt meist schriftlich Kontakt aufzubauen, etc. Das hat dann gar nichts mehr mit Ausrutscher zu tun.
Wenn der Mann nur an der Frau sexuell für eine Nacht interessiert ist und die Frau lässt sich darauf ein, flirtet, lässt sich berühren und küssen, lässt es auf Sex ankommen, dann ist es kein Ausrutscher, sondern sie spielt mit.
In meiner Jugend- und Discozeit, kam man schon recht schnell mit, in welche Richtung ein Gespräch gelenkt wird und wo die Absichten liegen. Einige Discobekanntschaften wollten mit mir auf die Discotoilette oder den Parkplatz. Bin ich nie mitgegangen. Ich weiß es von anderem negativen Verhalten von mir, wenn man nicht erwischt wird und einem keinerlei Konsequenzen drohen bzw. diese nicht eintreten, sinkt die Hemmschwelle, es erstmal dann wiederholt und im Weiteren öfters zu tun.
Ich weiß gar nicht, was das bringen sollte, sich über ungelegte Eier den Kopf zu zerbrechen und mit einem Partner darüber zu sprechen, was wäre wenn? Es können nur situative Gedankenspiele sein, aus der Sicherheit einer noch liebevollen, funktionalen Beziehung, da die Situation nicht aktuell eingetreten ist, also abstrakt; denn erst wenn die Situation da ist, zeigt sich erst, wie jemand handelt und reagiert. Oder will man, sollte dies einem Mal zufällig um die Ohren fliegen, seinem Partner dann sagen, ich habe dir doch gesagt, dass ich dir den Fremdsex verheimlichen werde oder solange es für mich selbst nur sexuelle Entgleisungen waren, sind es auch für Dich Ausrutscher, dem du keine Bedeutung bemessen darfst/sollst?
 
  • #5
Ich halte es da gleich wie deine Freundin: Einen einmaligen Ausrutscher würde ich für mich behalten und auch umgekehrt nichts davon wissen wollen. Ich sehe absolut keinen Vorteil darin, wenn der Partner davon weiss. Würde ich von einem Seitensprung meines Partners erfahren, würde ich deswegen keine über 10jährige Beziehung wegwerfen. Allerdings wäre die Beziehung für mich dann geöffnet, d.h. ich würde dann wohl auch ab und zu mit anderen Sex haben.
 
  • #6
. Ich weiß es von anderem negativen Verhalten von mir, wenn man nicht erwischt wird und einem keinerlei Konsequenzen drohen bzw. diese nicht eintreten, sinkt die Hemmschwelle, es erstmal dann wiederholt und im Weiteren öfters zu tun.
Ich weiß gar nicht, was das bringen sollte, sich über ungelegte Eier den Kopf zu zerbrechen und mit einem Partner darüber zu sprechen, was wäre wenn? Es können nur situative Gedankenspiele sein, aus der Sicherheit einer noch liebevollen, funktionalen Beziehung, da die Situation nicht aktuell eingetreten ist, also abstrakt; denn erst wenn die Situation da ist, zeigt sich erst, wie jemand handelt und reagiert. Oder will man, sollte dies einem Mal zufällig um die Ohren fliegen, seinem Partner dann sagen, ich habe dir doch gesagt, dass ich dir den Fremdsex verheimlichen werde oder solange es für mich selbst nur sexuelle Entgleisungen waren, sind es auch für Dich Ausrutscher, dem du keine Bedeutung bemessen darfst/sollst?
Ich sehe das eben gleich. Viele Leute sagen: „Ja einmalige Ausrutscher können passieren aber davon will ich dann nichts wissen. Sie sagen, das Vertrauen wäre dann kaputt und sie wären zu verletzt etc. Rational könnten sie verzeihen, aber emotional ja nicht. Ich verstehe diese Gründe. Jedoch gibt es doch immer 2 Personen die von einem Fehltritt wissen. Evtl. dann noch weitere Mitwisser und jederzeit kann jemand kommen und dies einem mitteilen. Und das finde ich noch viel schlimmer.

Ich finde diese ganzen hypothetischen Überlegungen also total blöd. Alles hat Vor-und Nachteile. Ich finde nämlich man kann weder planen noch wünschen, ob man es wissen will oder nicht. Ich weiss es auch nicht. Daher stresst mich, wie die Freundin alles planen will, zur „Sicherheit“.
 
  • #7
Ich halte es da gleich wie deine Freundin: Einen einmaligen Ausrutscher würde ich für mich behalten und auch umgekehrt nichts davon wissen wollen. Ich sehe absolut keinen Vorteil darin, wenn der Partner davon weiss. Würde ich von einem Seitensprung meines Partners erfahren, würde ich deswegen keine über 10jährige Beziehung wegwerfen. Allerdings wäre die Beziehung für mich dann geöffnet, d.h. ich würde dann wohl auch ab und zu mit anderen Sex haben.
Ich kenne 3 Leute, die explizit haben, sie wollen es nicht wissen. 1 Person hatte einen starken Verdacht und ist fast durchgedreht am „Nicht-Wissen“. 1 Person hat es über Dritte erfahren und fühlte sich erst recht verarscht und die 3. Person hatte Beziehungsprobleme und die wurden unter den Tisch untergekehrt.

Dann ist gleich beichten besser, nicht? Andererseits kann Beichten auch mehr kaputt machen als nützen…schwierig…

PS: Eine 10-jährige Beziehung oder mehr würde ich, falls bereut, auch nicht wegwerfen. Kommt es allerdings ein zweites Mal vor, dann bin ich weg.
 
  • #8
Aber ich finde halt total doof von ihr, dass sie das so planen will. Sie kann das doch gar nicht wissen wie sie reagieren würde und was sie sagen würde / für sich behalten könnte.

Ich kann auch nicht sagen, ob ich beichten würde oder nicht.

Ich finde die Diskussion mit ihr blöd, da sie eine Antwort will. Ich weiss aber nicht, ob icj es wissen will oder nicht. Es kommt auf 1000 Umstände an..

Wie kann ich ihr diese Diskussion ausreden? Es bringt einfach nichts.
 
  • #9
Hi, wie "ernst" und wichtig ist denn dieses Gespräch, hast du das Gefühl, sie fragt das aus aktuellem Anlass? Forciert sie das sehr? Oder war das nur mal so aus Interesse, Neugierde und Spaß gefragt? Ich frage auch sehr gerne aus Spaß hypothetische Dinge, weil ich gerne diskutiere, aber wenn der andere das Thema blöd findet oder keine Ahnung hat, akzeptiere ich das und würde nicht unbedingt auf eine Antwort bestehen.

Ich selbst bin in einer Beziehung, wo wir uns beide treu sind und sein wollen, wir sind vom Typ her Beziehungsmenschen und nicht so umtriebig bzw. finden Sex beide nicht so wichtig. Deswegen macht sich keiner von uns Sorgen wegen Untreue. Aber falls es mal irgendwann passieren sollte, würde ich einen einmaligen bedeutungslosen Seitensprung auch verschweigen und fände es in Ordnung, wenn der andere das auch so handhabt, das würde ich meinem Partner, wenn er allgemein fragt, auch so sagen. Was man nicht weiß, macht einen nicht heiß ... Andererseits könnte mein Partner mir so etwas auch beichten und wenn er die Geschichte und Gründe erklärt und mich weiterhin liebt und die Beziehung auch weiterhin möchte, würde ich ihm gewiss verzeihen. Mich würden halt die Gründe interessieren, also ob ihm irgendwas fehlt oder er gerade unzufrieden ist etc., denn ich gehe davon aus, dass er glücklich sein und so leben möchte, wie es gut für ihn ist, und ich will ja auch, dass er glücklich ist, also finde ich es an sich in Ordnung, wenn er Dinge tut, die ihm wichtig sind und die ihn glücklich machen. Nur wenn wir halt dauerhaft sich widersprechende Interessen haben, sollten wir das ausdiskutieren und eine für beide gute Lösung finden, damit wir beide glücklich und zufrieden sind. Daran ist ja nichts verwerflich oder schlimm, jeder will halt, dass es ihm gut geht, und handelt daher, wie es ihm gerade möglich ist.

Bei einer Beichte ist die Frage immer, was du oder derjenige damit bezwecken will, was soll dadurch konkret erreicht werden und ist es etwas Gutes? Für wen ist es gut? Ich stelle mir öfters ehrlich die "Cui bono?"-Frage -- wem gereicht es inwiefern zum Nutzen?
w27
 
  • #10
Ich finde die Diskussion mit ihr blöd, da sie eine Antwort will. Ich weiss aber nicht, ob icj es wissen will oder nicht. Es kommt auf 1000 Umstände an..
Das verstehen die Leute immer nicht, wenn sie darüber nachdenken, ob sie es wissen wollen:

Wenn du es weißt, willst du es natürlich wissen.
Wenn du es nicht weißt, willst du es auch nicht wissen.

Denke mal darüber nach. Jetzt, wo du überlegst, ob du es wissen willst, versetzt du dich in eine Situation, wo sie fremdgeht, und überlegst, ob du es dann, wenn es so ist, wissen willst. Du bist sozusagen bereits voreingenommen, weil du in deinem Gedankenspiel als Prämisse davon ausgehst, dass etwas vorliegt, was du wissen wollen könntest, es ist sozusagen die auktoriale allwissende Gott-Ebene. Aber der Witz beim Verschweigen ist ja, wenn derjenige es richtig macht(!), dass du es nicht weißt und auch keinen Verdacht hast. Und in diesem Moment kommst du gar nicht auf die Idee, es wissen zu wollen, du stellst dir diese Frage gar nicht. Es ist dann so, als wäre nichts, du würdest es nicht merken, alles wäre normal.
w27
 
  • #11
Wenn schon Dritte davon wissen bzw. wenn der Partner bereits einen Verdacht hat, muss man wohl tatsächlich reinen Tisch machen. Dann wird es für "nichts wissen wollen" zu spät sein.
Ich glaube, hier geht es auch um ganz grundsätzliche Wertvorstellungen:
• Wie wichtig ist sexuelle Treue?
• Was ist wichtiger, Ehrlichkeit oder die Beziehung nicht gefährden?
• Kann man ein allenfalls schlechtes Gewissen mit sich selbst ausmachen oder möchte man darüber sprechen?
• Etc.
Im Idealfall stimmen diese Wertvorstellungen einigermassen überein.
 
  • #12
Nachtrag: Wenn mein Partner fremd gegangen wäre und dann quasi beichten würde, damit ich sein schlechtes Gewissen beruhigen muss, wäre ich so richtig sauer. Genauso wenn Dritte, die wir beide kennen, vor mir davon wüssten. Denn dann werde ich quasi öffentlich zum Horst gemacht.
 
  • #13
Letztes Wochenende hat sie mir erzählt, dass sie gelesen hat, dass Paartherapeuten Pärchen generell empfehlen, sich darüber zu unterhalten, wie sie mit allfälliger Untreue umgehen würden.
Das Ganze geht natürlich auch in Richtung „Test“. Wie reagierst du?
Trotzdem macht es mich traurig. Ich habe ihr dies so mitgeteilt
Das war zwar ehrlich, aber nicht souverän.
Ich finde die Diskussion mit ihr blöd, da sie eine Antwort will.
Ich würde was in der Richtung sagen wie „Schatzi, du kannst das ganz genau machen, wie du möchtest. Und du weißt ja auch, wo deine Koffer stehen - also gar kein Problem“.
Sie kennt deine Ansichten in der Sache sowieso, und so eine Diskussion brauchst du dir nicht aufzwingen lassen.

Es geht ihr sicher NICHT um „Erzählen oder nicht“, sondern um dein Standing. Ihr habt euch jung kennengelernt, seid schon lange zusammen. So langsam wird sie über die Zukunft, vielleicht über Kinder nachdenken wollen. Da will sie wissen, wie es um deine Qualitäten steht. Und da sind nicht große Traurigkeit und unklare Prinzipien gefragt.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #14
Eigentlich ein interessantes Thema mit verschiedenen Teilaspekten, das man aus verschiedenen Perspektiven beleuchten kann, daher hier noch ein paar Gedanken dazu zum weiteren Nachdenken:

Wenn ich dieses Gespräch führen würde, würde ich, wie gesagt, sagen, dass wenn es wirklich nur ein einmaliger bedeutungsloser Ausrutscher ohne weitere Auswirkungen auf die Beziehung wäre, ich es nicht sagen und nicht wissen wollen würde, allerdings ist die Bedingung dafür, dass das gut klappt, dass man es richtig macht und es nicht auffliegt und es wirklich keine blöden Folgen hat, man muss dieses Verschweigen halt auch richtig beherrschen, sonst funktioniert es nicht, das sollte einem bewusst sein.
Ich kenne 3 Leute, die explizit haben, sie wollen es nicht wissen. 1 Person hatte einen starken Verdacht und ist fast durchgedreht am „Nicht-Wissen“. 1 Person hat es über Dritte erfahren und fühlte sich erst recht verarscht und die 3. Person hatte Beziehungsprobleme und die wurden unter den Tisch untergekehrt.
So zum Beispiel nicht. Das kannst du in dem Gespräch als Negativbeispiele anführen, wie man es nicht richtig macht. Wenn man es nicht kann, sollte man es besser lassen.

Dann die Frage: Wenn dieses eine Mal wirklich so bedeutungslos ist und keine Auswirkungen auf die Beziehung hat -- kann man es dann nicht einfach lassen? Warum dann überhaupt machen, warum der Aufwand? Man muss der Typ dafür sein, dass man so was interessant, aber trotzdem ehrlich bedeutungslos finden kann und dann auch keine Schuldgefühle hat, also kein extremes Unrechtsbewusstsein dabei und Schuldgefühle. Ich zum Beispiel empfinde das Anschauen von Pornos oder nackten Menschen und das Verabreden und Reden mit anderen Männern, auch mal über sexuelle Themen, in keiner Weise als Fremdgehen, weil es für mich nur interessant und unterhaltsam ist und mich bestimmte technisch-ästhetische Aspekte daran faszinieren, es aber keine tiefere Bedeutung hat, also käme ich gar nicht auf die Idee, es als etwas Schlimmes oder Verbotenes zu empfinden, das man beichten müsste. So in der Art müsste wahrscheinlich die Einstellung bei diesem einmaligen bedeutungslosen Sex sein.

Oder die fremdgehende Person möchte etwas ausprobieren, was sie in der Beziehung aus irgendwelchen Gründen nicht erleben kann, aber gerne einmal im Leben erleben möchte. Das wäre für mich etwas, das mir mein Partner ruhig sagen könnte, dann würde ich es ihm, wenn ich selbst es ihm nicht erfüllen kann, erlauben, denn soll er meinetwegen für immer auf eine Erfahrung verzichten? Für mich sehe ich das umgekehrt auch so, aber wenn ich wüsste, dass mein Partner bestimmte Sachen falsch versteht oder damit nicht umgehen kann, wäre das für mich ein Grund, sie ihm ggf. zu verschweigen, das sehe ich als meine Verantwortung in der Beziehung, denn für mich gehört dazu, dass man sich und den anderen kennt und einschätzen kann und entsprechend verantwortungsvoll handelt.
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  • #15
...
Was einmal gesagt oder gedacht wurde, kann nämlich nicht mehr zurückgenommen werden, und wenn einer etwas als leicht empfindet und tragen kann, dann soll er es tragen und dies nicht jemandem aufbürden, der es als Last empfindet und daran zerbrechen kann. Auch dieses Mitdenken kann ein Zeichen von Verantwortung, Liebe und Fürsorge sein.

Beichten? Wenn es wirklich bedeutungslos war und die Person, die fremdgegangen ist, dank ihrer Menschenkenntnis meint, dass Verschweigen besser ist, warum beichten? Wenn hingegen das Fremdgehen Ausdruck von Beziehungsproblemen ist, solltet ihr vielleicht besser darüber reden. Diese Entscheidung und dieses Einschätzen der Situation solltest du deiner Partnerin zugestehen, wenn du sie für vernünftig hältst und respektierst, jeder kann und darf selbst Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen.

Ist absolute Ehrlichkeit immer gut? Dafür muss man definieren, was "gut" bedeutet, und für wen. Hat Ehrlichkeit einen Wert an sich und um jeden Preis oder bestimmt das Ergebnis und der Nutzen, ob und wann sie gut ist? Geht es ums Prinzip oder um den situativen Nutzen? Nun, Prinzipien sind in der Regel für Philosophen oder Theologen, ansonsten bewährt sich oft ein gewisser Alltagspragmatismus. Es gibt viele reale und fiktive Beispiele dafür, dass absolute Ehrlichkeit nicht immer gut ist, daher besser sorgfältig abwägen.

Warum will sie das überhaupt mit dir diskutieren? Denkbar wäre, dass sie fremdgehen und dafür einen Freifahrtschein möchte. Wenn sie aber wirklich fremdgehen und es dir verschweigen möchte, dann hat sie jetzt schon den ersten Fehler gemacht und gezeigt, dass sie es nicht richtig kann, denn mit dieser Diskussion hat sie den Keim des Verdachts gesät, die Kunst ist aber ja, dass der andere noch nicht mal einen Verdacht hegt.

Oder sie möchte wirklich für immer und ewig mit dir zusammen sein, das ist wunderschön, kann aber, gerade wenn man schon in jungen Jahren zusammen kommt und DIE Beziehung gefunden hat, auch einschüchternd sein, weil so absolut und endgültig. Da kann es Sicherheit geben zu wissen, dass die Beziehung auch kleine Fehler verkraften wird bzw. dass sie, falls sie irgendwann noch einmal eine andere sexuelle Erfahrung machen will, dies auch kann, ohne dass gleich alles zerbricht. Mich würde das beruhigen und ich gestehe es mir und meinem Partner zu. Denn wer weiß, was wir in den nächsten Jahrzehnten(!) noch erleben und ausprobieren wollen? Zumindest theoretisch kann man sich das doch zugestehen, der Rest wird sich zeigen.

Und zuletzt schau dich selbst an: Denkbar ist, dass du aufgrund deiner Erfahrungen mit Fremdgehen und dadurch verbesserten Menschenkenntnis gut einschätzen kannst, wenn wieder Gefahr in Verzug ist, dass deine diesbezüglichen Sorgen also berechtigt sind. Denkbar ist aber auch, dass du eben aufgrund dieser Erfahrungen bei dem Thema besonders empfindlich reagierst, dass du übertreibst und Dinge überinterpretierst. Was, meinst du, ist der Fall?
w27
 
  • #16
Meine Freundin sprach dies also an und meinte, die gängige Meinung unter vielen Menschen sei, dass man einen einmaligen Seitensprung verschweigt. Sie würde dies auch so handhaben. Dies machte mich sehr stutzig. Ich glaube ihr, dass sie dies nicht aus aktuellem Anlass ansprach. Trotzdem macht es mich traurig. Ich habe ihr dies so mitgeteilt und sie meinte, sie versteht mich. Sie meinte, das sei eine Art Sicherheit, um eine tolle Beziehung nicht zu gefährden. Wenn es mit Schutz war und einmalig und nichts bedeutet hat…die typischen Argumente halt.
Was für einen Widerspruch, wie für dumm hält sie dich? Wer so redet, macht sich schon Gedanken, fremd zu gehen, und es wird geheim halten, tolle Beziehung! Deine Freundin verrät hiermit, zu dir nicht ehrlich, nicht aufrichtig und nicht authentisch zu sein! Dieser Beziehung fehlt das wichtigste Kapital nämlich Vertrauen, ohne Vertrauen keine Liebe! Würde ich an deiner Stelle sein, so würde ich die Beziehung konsequent beenden!
Ich sehe dies anders. Ich verstehe ihre Argumente, finde es aber sehr komisch, ein allfälligen Schweigen im Vornherein zu vereinbaren. Es kommt doch auf so viele Umstände darauf an. Wie, warum, ob Schutz oder nicht etc. etc. ich empfinde es, trotz Rat der Experten, als sehr komisch. Als ob man sich einen Freibrief gibt oder eine Option freihält.
Ich brauch keinen Expertenrat, für mich bin ich der Experte! Punkt!
Nun hält mich dies wach und ich studiere leider daran rum, fast so, als ob ich für den Fall der Fälle ja auch eine Sicherheit will. Dabei gibt es doch nie eine Garantie im Leben.
Wie steht ihr dazu? Besprecht ihr sowas mit euren Partnern?
Ich lebe in einer Liebesbeziehung, wir sprechen über alle Themen, solche Themen gibt es nicht, weil es eben eine Liebesbeziehung ist, da kommen solche Gedanken nicht, du bist in keiner Liebesbeziehung, deine Freundin liebt dich nicht, würde sie es tun, so würde sie dir das nicht, um die Ohren hauen!
 
  • #17
Wie kann ich ihr diese Diskussion ausreden? Es bringt einfach nichts.
Die Diskussion fand statt, und Du setzt einen Punkt darunter, es war eine blöde Diskussion und manchmal führt man sowas, auch zu anderen Themen.
Hier gibt es diese Diskussion auch immer wieder, und ich denke mir, einmalig wollte ich nicht wissen, da ginge zuviel kaputt, aber andererseits würde ich doch wissen wollen, weil es ein Alarmzeichen für unsere Partnerschaft wäre, und, und, und. Ich glaube, vertraue, und hoffe, dass solche Gedanken reine Theorie sind, Haken dahinter, nutzlos.
 
  • #18
Schatzi, du kannst das ganz genau machen, wie du möchtest. Und du weißt ja auch, wo deine Koffer stehen - also gar kein Problem
Ha, der ist gut.

Die Intention, warum sie das mit Dir nach sieben Jahren überhaupt diskutieren will, würde ich schon mal an Deiner Stelle hinterfragen.

An den ach so bedeutungslosen Ausrutscher, glaube ich nicht. Wäre er so bedeutungslos, würde es ihn gar nicht geben.

W,57
 
  • #19
@Inanna* dein weiterer Beitrag…sehr durchdacht und dem kann ich nur zustimmen. Ja, absolute Ehrlichkeit kann auch mehr Schaden anbringen. Ich denke gleich wie du: Wenn ich zig Jahre mit einer Frau zusammen bin und sie aus einer Situation heraus 1x fremdgeht und es total bereut, da bringt es nichts mir das noch auf die Nase zu binden. Es würde wahrscheinlich mehr Schaden als Gutes bringen. Natürlich sollte es dann am besten nie herauskommen, speziell nicht durch Dritte!

Falls aber Beziehungsprobleme oder Gefühle dahinter stecken, so möchte ich es ganz gewiss Wissen. Ganz besonders bei mehr als „einmal“.

Somit sehe ich es sehr ähnlich wie du. Ich denke auch, dass man da ein bestimmter Typ dafür sein muss. Allerdings, wenn man 20,30 Jahre zusammen ist: Menschen machen leider Fehler und können diese im Nachhinein sehr bereuen. Wer dies leugnet, lebt m.E. auch in einer Art „Traumwelt“. Klar ist diese Erkenntnis nicht schön, aber realitätsnah.

Inanna ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht aus aktuellem Anlass ist. Sie will eine Art Sicherheit für den Fall der Fälle, dass die Beziehung weitergeht. Ich verstehe sie, aber wie du siehst, ist das Thema zu komplex. Sie hat ein bisschen wie eine Anleitung erwartet, das geht so aber nicht. Das Leben ist zu bunt und zu viele Faktoren spielen eine Rolle…ich werde ihr daher meine Antwort so geben und hoffentlich meine Ruhe haben.

@INSPIRATIONMASTER Nein das denke ich nicht. Als Aussenstehender kann man nie beurteilen wie es um die Gefühle von Menschen zueinander steht. Wichtig ist, dass ich von ihren Gefühlen für mich überzeugt bin. Inanna versteht die Gedankengänge meiner Freundin und ich sehe es sehr ähnlich wie Inanna.
 
  • #20
Ha, der ist gut.

Die Intention, warum sie das mit Dir nach sieben Jahren überhaupt diskutieren will, würde ich schon mal an Deiner Stelle hinterfragen.

An den ach so bedeutungslosen Ausrutscher, glaube ich nicht. Wäre er so bedeutungslos, würde es ihn gar nicht geben.

W,57
Ja das ist bei vielen Menschen so. Leider kann es sein… du gehst ins Ausland in die Ferien oder alleine noch aus… dabei trinkst du ein wenig Alkohol, hast eine lockere Stimmung und da ist eine Frau/ ein Mann, mit dem du flirtest. Du denkst 0.0 nach, der Alkohol enthemmt dich auch ein wenig. Du tanzt, lachst… und flirtest.. Plötzlich küsst sie/er dich und es geht weiter… ihr landet im Bett. Eine tolle, ausgelassene Nacht. Am nächsten Tag bereust du zutiefst was du getan hast. Wochenlang plagt dich das schlechte Gewissen. Entweder zeitnah gestehen oder schweigen und beten, dass es nie rauskommt. Was ist besser, wenn es gebeichtet wird? Und die Beziehung an sich intakt ist? Man einfach das Ego vor das Wir-Gefühl für 1 feuchtfröhliche Nacht gestellt hat?

Klar..als Argument wird gerne gebracht, das dies nicht so existiert. Jedoch kann viel passieren wenn man Jahrzehntelang zusammen ist. Auch mal ein sehr sehr dummer Fehler. Und das Wissen, betrogen geworden zu sein, kann einen kaputt machen. Egal wie sehr man es sich sagt, nur 1 Nacht. Emotional macht es was mit einem..

Allerdings ist es auch fragwürdig, Schweigen zu vereinbaren…siehe Inannas Kommentar.

Zu meiner Freundin: Sie liest manchmal so dummes Zeug. Sie macht sich viel zu viele Gedanken um Alles. Es ist halt nicht „planbar“.

Ich werde meiner Freundin das in solchen „Ausführungen“ beantworten. Ich fordere weder absolute Ehrlichkeit noch gezieltes Verschweigen. Sie muss selber nach gutem Gewissen entscheiden.
 
  • #21
Die Diskussion ist für ein jüngeres Paar gar nicht schlecht, um sich bewusst zu machen, wenn einem Treue wirklich wichtig ist, dass es bedeutungslos nicht gibt, dass ein Ausrutscher alles gefährden kann, Konsequenzen entwickeln kann, die man nicht möchte.
 
  • #22
Und zuletzt schau dich selbst an: Denkbar ist, dass du aufgrund deiner Erfahrungen mit Fremdgehen und dadurch verbesserten Menschenkenntnis gut einschätzen kannst, wenn wieder Gefahr in Verzug ist, dass deine diesbezüglichen Sorgen also berechtigt sind. Denkbar ist aber auch, dass du eben aufgrund dieser Erfahrungen bei dem Thema besonders empfindlich reagierst, dass du übertreibst und Dinge überinterpretierst. Was, meinst du, ist der Fall?
w27
Ich denke, ich würde eine Riese geschichte daraus mache und wahnsinnig enttäuscht sein. Eben weil es dann nicht mehr „perfekt“ ist. Rational gesehen weiss ich schon lange, dass es weder den perfekten Job noch perfekte Eltern oder die perfekte Beziehung gibt. Trotzdem hat es einen sehr schalen Beigeschmack wenn man weiss, dass man betrogen wurde. Rational kann man es vielleicht verstehen aber in den meisten von und stecken viele Ängste, Wunden, Mikroverletzungen, Erwartungen ans Leben und die Mitmenschen und vor allem an uns selber.

Ich bin 2x betrogen wurden. Ich denke, ich hätte auch verziehen, allerdings war die Bereitschaft es zu bereuen und dazu zu stehen gar nicht vorhanden. Da kann man es auch gleich sein lassen oder nur auf den nächsten Seitensprung warten. Es war sogar das Gegenteil der Fall: Es wurde mir fruchtfröhlich und respektlos unter die Nase gehalten.

Ich denke, oftmals komme ich zu lieb rüber und bin fast ein wenig „aufopfernd“. Es klingt blöd, aber manche Frauen stehen auf „Arschlöcher“ die sie schlecht behandeln. Meine Freundin hatte vor mir einen dieser Männer und hat dann bewusst nur noch einen sehr liebevollen Mann an ihrer Seite haben wollen. Mich hat sie nun gefunden und ich denke da ist eine Angst dahinter: Mich zu verlieren. Deshalb all die Fragen, hypothetischen Gedanken.
 
  • #23
Entschuldigung übrigens für die vielen Schreibfehler..ich schreibe am Mobiltelefon recht schnell und sehe jetzt gerade all die Fehler…tut mir leid!

Weiss nicht wie ich die Beiträge bearbeiten kann.
 
  • #24
Ja auch als Studenten kann man was Dummes sagen....und ich hab das auch getan.
Man ist dann so diskussionsfreudig über die Welt;-)
Dumm sind nicht die Gedanken aber das seinem Partner, so mitzuteilen...
Das gibt das Gefühl, dass man selbst etwas "plant" oder es locker sieht.

Unterm Strich, seh ich es noch heute so ähnlich...
Allerdings nur bei einer Situation in einer langjährigen Partnerschaft.
Wer schon in einer jungen Beziehung, zur Seite springt, ist eine untreue Seele.
Wer nach Jahren, bedütelt etc bereut was er letzte Nacht getan hat, sollte es zum Anlass nehmen, an der Beziehung zu arbeiten und nicht sich erleichtern und mich belasten.
Ganz anders bei: fremdverliebt und die Planung, sich eine zweite Frau zu wählen.

Vielleicht beruhigt es Dich, dass ich in jung diese Diskussion geführt habe aber nie einen Seitensprung hatte.
 
  • #25
Die Diskussion ist für ein jüngeres Paar gar nicht schlecht, um sich bewusst zu machen, wenn einem Treue wirklich wichtig ist, dass es bedeutungslos nicht gibt, dass ein Ausrutscher alles gefährden kann, Konsequenzen entwickeln kann, die man nicht möchte.
Volle Zustimmung - Leon, das solltest du dir gut anschauen.
Ich glaube, wie schon geschrieben, NICHT, dass so ein rationales, konfliktscheues Relativieren sinnvoll ist, wie du es hier versuchst:
Es ist halt nicht „planbar“.

Ich werde meiner Freundin das in solchen „Ausführungen“ beantworten. Ich fordere weder absolute Ehrlichkeit noch gezieltes Verschweigen. Sie muss selber nach gutem Gewissen entscheiden.
Und DAS ist auch ein gedanklicher Holzweg:
Ich denke, oftmals komme ich zu lieb rüber und bin fast ein wenig „aufopfernd“. Es klingt blöd, aber manche Frauen stehen auf „Arschlöcher“ die sie schlecht behandeln. Meine Freundin hatte vor mir einen dieser Männer und hat dann bewusst nur noch einen sehr liebevollen Mann an ihrer Seite haben wollen. Mich hat sie nun gefunden und ich denke da ist eine Angst dahinter: Mich zu verlieren.
Du bist nicht „zu lieb“, sondern zu ängstlich. Und Frauen stehen nicht auf „Arschlöcher“, sondern auf Männer, die selbstsicher ihre Position und ihre Prinzipien vertreten.
Und mit so einer „aufopfernden“ Haltung begeisterst du eine Frau nicht. Da schrillen bei mir die Alarmglocken.

Eigentlich solltest du aus deinen früheren Erfahrungen gelernt haben.
 
  • #26
So wie ich das verstanden habe, war das doch eine rein hypotethische Diskussion. Sie war dabei eben anderer Meinung als der FS, hat die Einstellung des FS aber verstehen können. So what? Wie kann man denn solche theoretischen Diskussionen immer so auf sich selbst beziehen und dann so ein riesen emotionales Fass aufmachen, so als würde die Freundin des FS sofort morgen alles in die Tat umsetzen wollen? Sie hat doch verstanden, dass der FS das nicht toll findet, und dies akzeptiert.
Nun muss aber auch mal gut sein. Der Fs muss sich jetzt nicht in ein Gedankenkarussel hineinsteigern, wo gar nichts ist. Und das Forum muss ihn darin nicht noch bestärken. Das war ne Diskussion über Einstellungen, morgen gehts wieder auf Arbeit, der Alltag zieht wieder ein und weiter gehts. 🤷‍♀️
 
  • #27
Ich, m 30, habe seit 7 Jahren eine Freundin. Ich bin sehr
Dabei möchte ich erwähnen, dass ich vor ihr 3 Beziehungen hatte und leider die Erfahrung machen musste, 2x betrogen zu werden von einer Frau.

Ich kämpfe diesbezüglich an ähnlichen Fronten dahingehend, dass ich auch früher Erfahrungen machen musste, betrogen zu werden.

Allerdings sage ich immer, dass jede neue Beziehung "eine gelöschte Festplatte" verdient hat - schlechte Erfahrungen aus vergangenen Situationen und Beziehungen sollte man ja nicht in neue Beziehungen mit rein nehmen...

Mir tat dies unglaublich weh und ich habe die damaligen Beziehungen beendet.
Jeder geht anders damit um, jedoch finde ich es auch sehr schwer, nach so einem Vertrauensbruch eine Beziehung weiterzuführen. Daher kann ich verstehen, dass du sie beendet hast.

Sie meinte, das sei eine Art Sicherheit, um eine tolle Beziehung nicht zu gefährden.
Bullshit .... wenn ich sowas schon höre...

Wenn ich eine so tolle Beziehung hab, "gefährdet" diese auch nichts von außen.

Das kommt einfach so drauf an, wie jemand tickt...

Wenn etwas in der Beziehung fehlen würde, kann man es ansprechen um etwas zu ändern / dem Partner die Chance geben etwas zu ändern.
Beziehung ist halt Arbeit...

Oder aber man lässt sich verleiten die Fühler auszustrecken und sich nach etwas Neuem umzusehen. Klar ist was Neues, Unbekanntes immer auf den ersten Blick reizvoller.

Aber wenn ich nach gewissen Werten in einer Beziehung lebe, so wie Treue, Vertrauen, Respekt, lass ich es so weit doch gar nicht erst kommen zu betrügen, sondern kommuniziere offen und arbeite entweder an Problemen in der Beziehung die mir wichtig ist, oder hab den Arsch in der Hose und beende sie........

Wie steht ihr dazu? Besprecht ihr sowas mit euren Partnern?
Ein Hauptthema ist es nicht bzw. mache ich es nicht zum Diskussionsthema.

In der Anfangsphase ja, wo man ja allgemein bespricht, wie man sich eine Beziehung vorstellt und was einem wichtig ist.

Mein Partner weiß, dass Treue bei mir großgeschrieben steht und ich bei einem "Fehltritt" einerseits verzeihen könnte, es für mich aber dennoch das AUS für die Beziehung bedeuten würde.

Wie soll eine auf Lügen basierende Beziehung gut laufen?

So nach dem Motto "was du nicht weißt, macht dich nicht heiß" - ich hab dich betrogen, aber du musst es ja nicht wissen, damit will ich unsere tolle Beziehung schützen.

Come on....

Irgendetwas passt ihr vielleicht nicht, sie plant eventuell schon fremd zu gehen, möchte aber gleichzeitig die Sicherheit haben, dass sie das gewohnte Sicherheitsgefühl und das warme vertraute Nest nicht verlassen muss!
 
  • #28
Tja Leon, man kann alles von mehreren Seiten betrachten .....

Du reitest auf den Aspekten "Verletzung, Traurigkeit, Perfektionismus und Emotionen" herum.

Und ich sehe es ganz anders - ich sehe das Vertrauen deiner Freundin, auch ein solches Thema anzusprechen.
Ich sehe, dass sie etwas lockerer als du ist - und du ihr so wichtig bist, dass sie mit dir über dieses Thema reden möchte
Ich sehe, dass sie sich eben nicht in der Rolle der perfekten Frau wiederfinden will und menschliche Schwächen als normal ansieht

Nicht sie liest zuviel - du liest zuwenig . Du bist ein Angsthase, machst die Augen zu und hoffst, dass das Böse dich nicht findet. Anstatt deine Emotionen in den Griff zu bekommen jammerst du schon mal prophylaktisch - sie könnte ja evtl mal .......
Ich bin auch mein eigener Experte - und als solcher weiss ich, dass dein Mädel viel mehr ist als sexuelle Exclusivität.
Ich weiss auch, dass Konzepte wie Reue und Beichte nur dann funktionieren können, wenn der Beichtvater nicht beteiligt ist.

Sie kann nichts dafür, dass dir alle deine Exen fremd gegangen sind. Du aber schon. Überleg dir, welchen Druck du mit deinen Ansprüchen aufbaust. Bekomme deine Emotionen in den Griff - sonst wirst du nie ein zufriedenes Leben führen können. Und immer von Selbstzweifeln zerfressen werden .....
 
  • #29
Danke für alle Antworten.

Also ich sehr das anders als sie: Das Vereinbaren wollen was denn besser ist. Das Beharren auf eine Antwort. Schweigen oder Beichten.

Ich habe ausgeführt, dass ich beide nachvollziehen kann, allerdings erst bei einer langen Beziehung. So wie @Inanna* oder @pixi67. Ich sehr es genau wie die Beiden. Daher werde ich meiner Freundin schon eine Antwort geben, da ich auch ehrlich sein will. Aber die Antwort ist halt nicht eine klare Angabe, was zu tun wäre, sondern situationsbedingt sehr unterschiedlich. Pixi hat mich auch verstanden. Ich finde ihr solltet genauer lesen.

Im Übrigen finde ich es auch sehr mutig von ihr dies anzusprechen. Für mich zeugt das auch davon, dass sie weiss, dass dumme Fehler passieren können und sie nicht davor scheut, sowas zu diskutieren. Ich schätze dies sogar @Tom26. Wirklich. Was mich genervt hat war, dass sie wie eine Anleitung wollte.

Und ja…den Grund mit darüber Diskutieren sehe ich auch ein… es wäre wie ein Freibrief oder sich Selbst-Prophezeien. Trotz alldem finde ich es gut, wie die Experten meinten, sich darüber zu unterhalten.

@Tom26 Ich kenne viele Frauen und Männer, die mehrmals betrogen wurden. Nicht immer waren die Partner unglücklich oder unzufrieden. Klar, man hat sie sich als Partner ausgesucht, jedoch gibt es auch genug Leute, die vorher sauber Schluss machen.
 
  • #30
Ein Hauptthema ist es nicht bzw. mache ich es nicht zum Diskussionsthema.

In der Anfangsphase ja, wo man ja allgemein bespricht, wie man sich eine Beziehung vorstellt und was einem wichtig ist.

Mein Partner weiß, dass Treue bei mir großgeschrieben steht und ich bei einem "Fehltritt" einerseits verzeihen könnte, es für mich aber dennoch das AUS für die Beziehung bedeuten würde.

Wie soll eine auf Lügen basierende Beziehung gut laufen?

So nach dem Motto "was du nicht weißt, macht dich nicht heiß" - ich hab dich betrogen, aber du musst es ja nicht wissen, damit will ich unsere tolle Beziehung schützen.

Come on....

Menschen sind schlicht nicht fehlerfrei. Hast du den Beitrag von @pixi67 durchgelesen? Wer in den ersten paar Jahren schon fremdgeht, der nimmt es wahrscheinlich mit der Treue eh nicht so genau. Wer nach 10 Jahren oder was weiss ich 1x angetrunken oder situationsbedingt auf einer Reise oder Feier fremdgeht und es total bereut…das bedeutet nicht immer, dass in der Hauptbeziehung etwas fehlt. Menschen machen dumme, sehr dumme Fehler. Was bringt dir da die Ehrlichkeit? Wenn du damit besser umgehen kannst, okay. Aber was wenn du dann eine viel grössere Geschichte als 1 feuchtfröhliche Nacht daraus machst? Ich würde eine grössere Geschichte sehr wahrscheinlich machen, darum bevorzuge ich „Schweigen“. Aber wie du siehst, es kommt auf vieles darauf an.

Eine Frage noch: Ich wurde auch betrogen. Jedoch war die Bereitschaft, es ehrlich zu bereuen, von vornherein weg und wir waren damals nicht lange zusammen. Würdest du wirklich 10+ Jahre wegwerfen wegen eines ONS?
 
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