G

Gast

  • #1

Exklusivität und Treue - Ansprüche erheben erlaubt?

Fremdgehen ist ein großes Thema und wird hier viel diskutiert. Selten ist es erträglich, wenn man erfährt, dass der/die Partner/in fremdgegangen ist und die Beziehung scheitert oftmals daran.

Ich möchte deshalb gern umgekehrt fragen:
DÜRFEN wir überhaupt Exklusivität und Treue verlangen? Ist es unser gutes Recht, den Partner in seinen körperlichen Erlebnissen einzuschränken?
Welche Denkansätze haben Personen, die offene Beziehungen leben und damit zufrieden sind?
Geht das und wie?

Nur am Rande: auch ich bin "für" Treue. Als mein Ex-Partner fremdging habe ich mich getrennt. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb denke ich jetzt über das Thema nach.

Ich freue mich auf spannende Beiträge!
 
G

Gast

  • #2
Treue und Exklusivität verlangen können wir meiner Meinung nach nicht. Aber jede/r von uns kann verlangen, dass der Partner/die Partnerin sich an Vereinbarungen/Absprachen hält. Und wenn zwischen zwei Menschen eine monogame Beziehung vereinbart wurde, kann meiner Meinung nach jede/r durchaus darauf bestehen, dass sich beide an diese Vereinbarung halten.

Wer das nicht möchte, kann die Verbindung auflösen und sich dann einen Partner/eine Partnerin suchen, die ebenso für eine offene Beziehung plädiert.

w/50
 
G

Gast

  • #3
Wir haben keinen automatischen Anspruch, aber es ist Verhandlungssache. In unserer Gesellschaft ist die Monogamie eben mal Standard. In anderen Kulturen ist es anders und dort kommen die Menschen damit auch klar.
Aber nachdem wir eben hier leben, sollten wir Treue als Norm akzeptieren.
Wer eine offene Beziehung führen möchte, muss dies eben mit seinem Partner abklären. Ich kenne eine Beziehung, da scheint das zu klappen. Ich möchte es nicht und daher erhebe ich einen Anspruch auf Exklusivität und Treue und biete das meinem Partner auch.

So einfach ist das.
 
G

Gast

  • #4
Ich würde nie den Anspruch erheben, dass meine Frau / Freundin treu sein muss.
Nur wenn sie es nicht ist, muss sie halt mit meiner Reaktion leben können.
 
G

Gast

  • #5
Sofern man sich nicht auf eine offene Beziehung einigt, ist Exclusivität das Rückgrat jeder gesunden Beziehung. Bei einem Betrug geht es viel weniger um den sexuellen Kontakt zu anderen Menschen, als vielmehr darum, dass der eigene Partner hintergangen, belogen und gedemütigt wurde. Ein widerlicher Verrat an demjenigen Menschen also, den man vorgibt zu lieben.

Die Diskussion um das "körperliche Selbstbestimmungsrecht" der Fremdgänger habe ich müde lächelnd verfolgt. Das scheint mir ein kläglicher Versuch, den Vorwurf der Charakterschwäche abwehren zu wollen. Plötzlich sind nicht mehr die Hintergangenen die tragischen Figuren, sondern der arme Fremdgänger, der unter dem Joch der Fremdbestimmung leiden muss.

Darin offenbart sich tatsächliche Charakterschwäche. Einen Fehler zu machen gehört zum Menschsein dazu, nicht dazu stehen zu können und fadenscheinige Begründungen zu bemühen ist einfach nur noch peinlich.
 
G

Gast

  • #6
Niemals würde ich von meinem Partner Treue "verlangen" , ich "erwarte" sie noch nicht einmal.

Der Mensch mit dem ich eine Partnerschaft eingehe, sollte Treue als Selbstverständlichkeit wie das Atmen betrachten - nicht als Beschneidung durch "meine Rechte" oder "Ansprüche". Ansonsten passt sie einfach nicht zu mir.

Genauso wie für mich undenkbar ist, meine Partnerin mit Fremdgehen zu verletzten.

M
 
G

Gast

  • #7
Meine Partnerin ist nicht mein Besitz, sie hat ihren eigenen Willen und kann selbst entscheiden, ob sie treu sein will oder nicht und das habe ich ihr von Anfang an auch gesagt. Ich habe ihr nur gesagt, dass Treue für mich wichtig ist und ich nicht mit einer Frau zusammenbleiben würde, die das anders sieht bzw. praktiziert.

Da braucht die Partnerin sich auch nicht entschuldigen, wenn sie fremdgeht, denn sie hat keine Schuld auf sich geladen, sondern lebt ein Bedürfnis aus. Ich sage immer, es gibt nichts wofür man sich da entschuldigen müsste. Wenn ich verletzt bin, dann doch nur, weil ich mir unbedingt gewünscht habe, dass sie dieselben Bedürfnisse hat bzw. mit der Beziehung genauso zufrieden ist, wie ich. Wenn das jedoch nicht so ist, dann brauche ich ihr das nicht zum Vorwurf zu machen, denn passen wir schlicht nicht zusammen.

Das ist meine Einstellung und deswegen verneine ich die Frage.

Im Übrigen ist mir bisher keine Partnerin fremdgegangen (zumindest weiß ich nichts davon, wenn es doch eine getan haben sollte).

Gruß
m
 
G

Gast

  • #8
Ich sehe zwei Komponenten von Treue: Verbindlichkeit und Exklusivität.
In der Verbindlichkeit mache ich keine Abstriche. Da will ich immer ganz klar an erster Stelle stehen. Meine Belange müssen immer wichtiger sein als die einer Geliebten.
Allerdings weiß ich nicht, wie es ist 20 Jahre verheiratet zu sein. Da kann einen doch schon mal nach Abwechslung gelüsten?! Jedenfalls würde ich nicht eine gewachsene Beziehung wegen ein bisschen Fleischeslust aufgeben. Die kann evtl. auch belebend für die graue Routine sein. Ich sehe darin durchaus eine mögliche Bereicherung für alle.
Gleichzeitig ist mir bewusst, dass eine Affäre immer Stress bedeuten wird und auch nicht ganz ohne Leid stattfinden kann. Ich würde jedenfalls genau wissen wollen, wann mein Mann für mich verfügbar ist und wann ich meine Zeit besser anders verplane. Denn ich möchte nie in die Situation kommen, mit meiner ganzen Lust und Leidenschaft auf ihn zu warten und versetzt zu werden, weil er seine gerade an einer anderen Frau stillt. Das finde ich demütigend. Aber angekündigt wäre es okay. Sich als Paar jeden Tag zu "lieben" ist eher unrealistisch. Also hätte mein Partner dann einen freien Tag à la Sartre & Beauvoir.
Natürlich gilt wie immer: gleiche Pflichten bei gleichen Rechten!
Völlig inakzeptabel sind für mich Männer, die eine treue Frau fordern und sich selbst heimlich fremd vergnügen.
Das Geheimnis meiner Idee von Treue ist: Jeder soll sich frei fühlen. D.h. nicht, dass ich um jeden Preis von meiner Freiheit Gebrauch machen werde.
Mit einem Partner, dem diese Formulierung zu frei ist, werde ich vermutlich auf Dauer nicht glücklich. w
 
G

Gast

  • #9
Keiner der bisher Antwortenden "verlangt" Exklusivität und Treue vom Partner.
Aber jeder "erwartet", dass der Partner/die Partnerin aus eigenem Antrieb treu ist und würde Fremdgehen als groben Verstoß gegen (unausgesprochene, weil hierorts kulturell verankerte?) partnerschaftliche Vereinbarungen sehen.
Das klingt ein bisschen seltsam und so, als würde man den Partner wortlos zur Ausübung der Treue zwingen wollen und ist somit sehr wohl ein Anspruch, zumal bei Vergehen das Damoklesschwert droht. Ganz a'la "Du darfst das essen, aber wenn du das tust, hab ich dich nicht mehr lieb".
Wollen wir nicht lieber ehrlich zu uns selber sein und einfach zugeben, dass wir Treue verlangen?
 
G

Gast

  • #10
Ich erwarte in einer Beziehung mit MIR Treue !
Nur so kann ich einem Mann vertrauen und ihn auch lieben.
hab oft überlegt, ob ich damit leben könnte ( mit ihm), wenn ich wüsste, er möchte untreu werden, oder er ist es geworden. Nein, das könnte ich nicht. Die Vorstellung, er hat eine andere Frau liebkost, an intimen Stellen berührt, geküsst, sie penetriert und dann sich irgendwann auch wieder in mein Bett gelegt..., erzeugt ein Ekelgefühl in mir...und ein Gefühl des Verrats seinerseits.
Ich würde ihm wahrscheinlich verzeihen , aber nie wieder mit ihm intim werden können.
Dasselbe erwarte ich auch von mir! Treue , die in einer tiefen, verbindlichen Liebe begründet ist. Wenn ich merken würde, meine Liebe wird weniger, wir haben Probleme, würde ich niemals aus Frust untreu werden, sondern um UNS kämpfen , mich bemühen, alles tun, um die Liebe zu retten. Erst nach einer Trennung würde ich mit einem anderen schlafen können und wollen. Diese Prinzipien bin ich vor allem mir schuldig. Ich gebe Treue , solange wir zusammen sind und das Erwarte ich auch von meinem Partner. Das weißt er .
 
G

Gast

  • #11
G

Gast

  • #12
"Wollen wir nicht lieber ehrlich zu uns selber sein und einfach zugeben, dass wir Treue verlangen?"

Zwischen Treue verlangen und die Konsequenzen ziehen, wenn jemand nicht treu ist, liegt für mich ein Unterschied. Niemand hat von den Antwortenden von seinem Partner verlangt treu zu sein, sondern gesagt, der Partner soll machen was er will.

Wenn mein Partner mein Konsequenz ziehen als Druck versteht, hat er grundsätzlich etwas nicht verstanden und zwar, dass ich das nicht mache, um ihn damit zu erpressen, sondern weil ich nicht unzufrieden/unglücklich sein will.

Die Konsequenz zu ziehen, wenn mir etwas nicht gefällt, sehe ich nicht als Ausübung eines Zwanges oder Druckes auf andere Menschen an, sondern als die Möglichkeit Entscheidungen für mich als Individuum zu treffen.
 
G

Gast

  • #13
Das Problem ist, dass Untreue oft mit Unehrlichkeit - also Lügen und Betrug - einhergeht. Dieser Vertrauensbruch ist in meinen Augen viel verletzender als der eigentliche sexuelle Betrug. Die wenigsten Menschen leben eine "offene Beziehung", sie haben Affairen und Ons.

Der Mensch ist kein Einzelgänger, der völlig frei und autark von anderen Menschen leben kann. Er ist ein soziales Wesen. Verbindlichkeiten in vielerlei Hinsicht waren über Jahrhunderte normal. Die Sehnsucht nach Verbindlichkeit ist für mich der Normalfall. Eine Beziehung, eine Freundschaft oder eine Familie brauchen Verbindlichkeiten. Wieso wollen sich heute alle vor Verbindlichkeit und Exklusivität schützen, als wäre es ein schlimmer Virus?

Liebe ist, wenn Treue Spaß macht! (Das schließt Freiräume nicht aus!)
 
G

Gast

  • #14
Wenn ich dem Partner sage, er dürfe machen was er will, ich ihm aber gleichzeitig mit den Konsequenzen drohe ist das meiner Ansicht nach kindisch und egoistisch.

Entweder ich gestehe Freiheit rundum zu - ohne Konsequenz.

Oder ich vereinbare und erwarte gegenseitige Treue - mit Konsequenz.

Alles andere ist unklares Wischiwaschi.
 
G

Gast

  • #15
So lange es sich nicht um eine im beiderseitigen Einvernehmen ausdrücklich vereinbarte "offene" Beziehung handelt, setze ich gegenseitige Treue voraus.
Wird diese genseitige Treue und damit das Vertrauen verletzt, geschieht dies in vielen Fällen in Verbindung mit Lügen. Und somit ist das Vertrauen in allen Bereichen der Beziehung zerstört.
Ende, Aus. M 55J
 
G

Gast

  • #16
Partnerschaft bedeutet für mich nicht nur Exklusivität und Treue, sondern auch Loyalität und Verbindlichkeit.

Wenn die Frau sich trennen möchte, dann kann sie das auch im Guten, ohne Fremdgehen. Das Fremdgehen selbst ist für mich verleichbar einer fristlosen Kündigung. Für den Vertrauensbruch stehen die Konsequenzen von vorne herein fest. Sie darf gehen. Sofort. Ohne Diskussion.

m
 
G

Gast

  • #17
Ja, ich erwarte Treue von meinem Partner, weil ich sie ihm auch bedinngungslos gebe!
w, 34
 
  • #18
Wahrscheinlich hätte ich mit 20 oder 25 Jahren die Frage ähnlich formuliert.
Seit sehr langer Zeit ist das aber kein Verhandlungsbereich mehr, wie auch ein paar andere Dinge: für mich bedeutet eine ernstzunehmende Beziehung (auf die ich mich dann auch einlasse)
Treue und Exklusivität
Zusammen Wohnen
Bekenntnis zu gemeinsamer Zukunft.
Das biete ich und das verlange ich. Nicht mehr und nicht weniger.
Alle anderen Jeins oder Vielleichts oder Malsehen leben von meinem Wohlwollen und meiner Lebensenergie. Da würde mir einer (mental gesehen) den Kühlschrank leerfressen. Dafür stehe ich nicht zur Verfügung.
 
G

Gast

  • #19
#1 @8: Ich erwarte und verlange keine Treue, wie ich bereits geschrieben habe. Ich erwarte und verlange, dass sich mein Partner an Absprachen/Vereinbarungen hält. Es steht ihm ja jederzeit frei eine Verbindung mit jemandem einzugehen, der in der Hinsicht eher auf seiner "Wellenlänge" liegt. Würde ich mir von meinem Partner "Untreue" diktieren lassen, wäre ich ja fast so etwas wie seine "Leibeigene".

w/50
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
G

Gast

  • #20
Wenn meine Frau das als Junktim von mir verlangen würde, wäre ich weg, Man geht ohnehin schon soviele Kompromisse in einer Partnerschaft ein, da brauche ich nicht auch noch Vorschriften, mit wem ich meinen Körper teile. Wenn der Verzicht völlig freiwillig geschieht, ist das was anderes!
 
G

Gast

  • #21
Treue und Exklusivität verlangen können wir meiner Meinung nach nicht. Aber jede/r von uns kann verlangen, dass der Partner/die Partnerin sich an Vereinbarungen/Absprachen hält.
Doch, können wir. Treu ist man nämlich nicht, weil der Partner es fordert oder weil es so vereinbart ist. Treu ist man, weil Untreue den anderen verletzt. Und es hilft auch nicht, wenn man sich einredet, daß dazu kein Grund besteht. Er oder sie ist es eben, und fertig.

Partnerschaft heißt nämlich, den anderen so in das eigene Leben zu integrieren, daß er sich angenommen und geborgen fühlt darin. Und nicht etwa betrogen und hintergangen.
 
  • #22
Also erst einmal finde ich es völlig normal Ansprüche an einen Partner zu haben. Die Meinigen sind völlig übel und extrem hoch und dazu stehe ich.

In Bezug auf Körperlichkeit wäre das Resultat einer wie denn auch immer gearteten unverbindlichen/ offenen Beziehung doch völliges Gefühlschaos.

Mein Partner kommt fröhlich und gut durchblutet von einem WE mit einer Zweitfrau nach Hause, macht Pläne für einen Urlaub mit der Drittfrau, aber bei einer Grippe pflegen darf ich ihn?

Oder ich fahre mit einem Intim-Kumpel zum Motorrad-Rennen und er renoviert während dessen die Wohnung alleine?

Oder wie? Nein, Leute, das funktioniert doch nicht! Ich müsste k..., wenn er mich umarmen würde und noch nach einer Anderen riecht- er würde Amok laufen, wenn er wüsste, dass ich jetzt in diesem Moment im Hotel...

Wie gefühlskalt kann man sein, um einem geliebten Menschen so etwas anzutun? Deshalb gehört Treue einfach dazu - und geht es nicht mehr, kämpft man um die Beziehung, trennt sich und hat dann einen neuen Partner. Für mein Gefühl geht das nicht anders.
 
  • #23
Exklusivität und Treue verlange ich weder, geschweige denn erwarte ich. Ich mache aber zu Beginn einer Beziehung klar, dass meine Reaktion auf ein Nichteinhalten von Exklusivität und Treue eine Beendigung der Beziehung ist. Wie die Frau dann damit umgeht, bleibt ihrem freien Willen überlassen.
 
G

Gast

  • #24
Ich habe diesbzgl. Erfahrungen und meine das wenn es bei einem der Partner einfach mal der Wunsch nach "neuem" ist, man es auch erlauben sollte. Wenn sich der andere auch daran hält -keine Beziehung aufzubauen und es für die Affäre auch von Anfang an klar ist, das es nur körperlich ist und bleibt.
Das kann die Beziehung aufleben lassen und stärken- oder aber das Gegenteil. Es ist den Versuch wert.
 
G

Gast

  • #25
Nein, ich erhebe keinen Anspruch auf Treue. Entweder der Partner ist treu, weil er es von sich aus sein will, oder er ist es eben nicht. In diesem Fall erhebe ich erst recht keinen Anspruch mehr, weil er dann nicht mehr mein Partner ist.
 
G

Gast

  • #26
@Moderation: Ich bitte um Entschuldigung, das war nicht beabsichtigt.

w/50
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
G

Gast

  • #27
Wenn meine Frau das als Junktim von mir verlangen würde, wäre ich weg, Man geht ohnehin schon soviele Kompromisse in einer Partnerschaft ein, da brauche ich nicht auch noch Vorschriften, mit wem ich meinen Körper teile. Wenn der Verzicht völlig freiwillig geschieht, ist das was anderes!
Obiges bedeutet, dass die Partnerin jederzeit mit Fremdgehen zu rechen hat. Sie wird sich fragen, ok... jetzt, heute verzichtet er freiwillig und ist treu. Aber morgen?

Wie soll und kann man mit so einer Unsicherheit in einer Beziehung leben!? Es geht hier auch um die Formulierung. Für mich ist das unvorstellbar. Unter solchen Umständen kann ich mir weder Vertrauen noch den Aufbau einer gemeinsamen Zukunft vorstellen.

"Nichts" zu erwarten halte ich für Selbstbetrug. Ich bin sehr erstaunt über die Beiträge.
Natürlich erwartet jeder Treue. Und je strenger die Konsequenz, desto mehr wird Anspruch darauf erhoben.
 
G

Gast

  • #28
Also wenn Konsequenzen ziehen mit Drohung und Erpressung gleichgesetzt wird, ist jeder Mensch, der eine Konsequenz für sich zieht ein Tyrann. Diese Sichtweise erschließt sich mir nicht. Jedes Individuum hat die Möglichkeit für sich zu entscheiden wie es sein Leben gestaltet ohne dabei einem anderen Individuum unbedingt etwas aufzwingen zu wollen.

Wenn ich meinem Partner sage, du kannst nach deinem eigenen freien Willen handeln, aber ich bin nicht bereit mit einem untreuen Menschen in einer Beziehung zu verbleiben, dann verlange ich von ihm nichts! Ich mache ihm nur klar, wie ich mein Leben zu gestalten pflege. Da ist Null Erpressung hinter und schon gar keine Drohung. Erst wenn mein Partner die Freiheit haben will fremdzugehen und gleichzeitig in einer Beziehung mit mir zu stehen, sieht er darin eine Drohung oder Erpressung. Er will Beides haben und mir aufzwingen seine Untreue zu akzeptieren, obwohl das gar nicht in mein Lebenskonzept passt, wer ist da der Tyrann von beiden?

Konsequenz ziehen ist nicht gleich Treue verlangen. Ich verlange nichts, ich erkläre nur, wie ich mein Leben zu führen pflege. Wer mich will, akzeptiert diesen Umstand und wer das nicht will, ist frei zu tun wonach ihm beliebt, aber dann ohne mich. Ich bin nicht verpflichtet mein Leben gänzlich dem Befinden meines Partners anzupassen, noch ist mein Partner dazu verpflichtet. Es sei denn er will das so.

Gruß
m
 
G

Gast

  • #29
Ich habe diesbzgl. Erfahrungen und meine das wenn es bei einem der Partner einfach mal der Wunsch nach "neuem" ist, man es auch erlauben sollte. Wenn sich der andere auch daran hält -keine Beziehung aufzubauen und es für die Affäre auch von Anfang an klar ist, das es nur körperlich ist und bleibt.
Das kann die Beziehung aufleben lassen und stärken- oder aber das Gegenteil. Es ist den Versuch wert.
Wie sieht denn so etwas in der Realität aus?

"Schatz, ich bin heute abend mit dem neuen Arbeitskollegen weg, mal schaun ob ich ihn ins Bett kriege, dann bin ich erst morgen früh wieder zu Hause"

"Ist gut, viel Vergnügen und ich hoffe er hat eine gute Performance, damit Du Deinen Spass hast"

Ironie off.

Sorry, könnte ich nicht mit leben!
 
  • #30
Verlangen? Anspruch?

Tut mir leid Leute- Treue ist einfach Selbstverständlich. Will einer das nicht Leben- bitte, aber dann eben auch von Anfang an klar kommunizieren. Alles andere ist Betrug, nix weiter. Egal welche Ausreden man findet.

Ist es unser gutes Recht, den Partner in seinen körperlichen Erlebnissen einzuschränken?
Was ist denn das für ein Schwachsinn? Sie kann diese Körperlichen Erlebnisse alle mit mir haben- und hat Sie auch. Leute, das Kamasutra wird echt überschätzt- zumindest als Sinneserlebnis. Turnerisch schon anspruchsvoll.
Wie gefühlskalt kann man sein, um einem geliebten Menschen so etwas anzutun? Deshalb gehört Treue einfach dazu - und geht es nicht mehr, kämpft man um die Beziehung, trennt sich und hat dann einen neuen Partner. Für mein Gefühl geht das nicht anders.
Schreibt Euch das mal hinter die Ohren liebe "ich-gehe-fremd-aber-liebe-meine-Partnerin Fraktion. So sind wir nicjht gebaut. Und zwar in keiner Kultur dieser Welt. treue hat seinen evolutionären Sinn und hat uns als Menschen so erfolgreich werden lassen.