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Gast

  • #1

Exmann will mit Sohn weit weg ziehen

Mein Exmann und ich sind seit 5 Jahren geschieden. Vor einem Jahr zog unser Sohn ( 13) zum Vater.

Wir wohnen nun 20 km auseinander. Ich arbeite Vollzeit. Mein Exmann will nun aus beruflichen Gründen mit unserem Sohn 700 km weit weg ziehen. Er hat im übrigen auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Unser Sohn will gern mitziehen, aber ich glaube nicht, dass er weiß, was das bedeutet. Ich habe dann keine Möglichkeiten mehr, unseren Sohn, so wie jetzt zwischendurch zu sehen. Wie soll ich damit umgehen ?

Mein Anwalt sagte nur, dass mein Exmann umziehen darf. Aber so weit weg ! Ich leide jetzt schon innerlich darunter. Ich weiß mir keinen Rat mehr!
W, 42
 
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Gast

  • #2
Jetzt erlebst du das, was tausende Männer erleiden müssen. KM zieht weg, entzieht dem Vater das Kind und der Vater muss zahlen.

Allerdings ist dein Sohn in einem Alter, da kann er alleine mit dem Zug an langen WEs oder in den Ferien zu dir kommen. Also regelt so. Auch solltest du bedenken, er würde, selbst wenn es nur besagte 20 km bleiben, ab einem gewissen Alter (14/15) sowieso nicht mehr ständig Zeit mit dir verbringen wollen, da sind Freunde wichtiger.

Lass ihn nicht spüren, dass du klammerst, sondern findet einen Weg für Qualitätszeit. Verhindern kannst du es eh nicht. w/45
 
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Gast

  • #3
Nun ja, die erste Antwort bringt einen sicherlich kaum weiter. Was hilft es, wenn man nun das Negative fühlen darf, was auch kein geschiedener Vater möchte?

Es entspricht zwar sicherlich der Realität - wenn die Beziehung zu Ende ist, ändert sich leider Vieles. Wie ist eure Beziehung aber tatsächlich - nicht auf dem Papier? Welche Nähe hattest Du zu eurem Kind, welche hast Du wirklich? Zwischen den Zeilen wirkt das alles sehr unrund und mit Altlasten.

Dein Bedürfnis ist zwar verständlich, welches Bedürfnis in Bezug auf Kontakt zu Dir hat aber euer Sohn? - Es erscheint so, als ob eure Interessen in diesem Punkt voneinander abweichen.

Im Grunde ist eine solche arbeitsorientierte nicht ungewöhnlich, sofern es der Kernmotivation entspricht. Bei einer intakten Beziehung wird das besprochen, entschieden und die ganze Familie zieht um, nach Trennungen ist es eben so, dass im Regelfall dann eine(r) entscheidet.

Ihr als Eltern scheint überwiegend auf der rechtlichen Ebene zu stehen, das ist immer schlecht. Mein Rat ist, zunächst auf eine direkte Kommunikation zu setzen und dabei zu versuchen, eure Gefühle und Interessen ausschließlich auf eure Elternrolle zu legen - keinesfalls auf frühere, partnerschaftliche Konflikte oder Verletzungen bzw. gar Vorwürfe zu wechseln. Sprich offen mit Deinem Ex-Mann darüber, wie sehr es Dich belastet, was Du Dir in diesem Zusammenhang wünschst - Ihr seid Menschen, keine Mauern.

Bekommt ihr das nicht hin, werden nur Zeit, Geduld und Bemühungen überhaupt eine Änderung herbeiführen können.
 
  • #4
Wenn du teilweise das Sorgerecht hast, mußt du deine Sorge doch auch wahrnehmen können?

Ich bin kein Rechtsexperte, aber einfach so ans andere Ende des Landes ziehen, ist eigentlich
nicht drin, da das dann nicht mehr geht.

Der Hauptwohnelternteil muss Umstände ermöglichen, wie z.B. räumliche Nähe, die
mit der regelmäßigen Sorge des anderen Elternteils vereinbar sind.
 
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  • #5
Tagtäglich gelebte Realität für zig Tausende von Männern...
Klingt hart?
Ja, es ist auch hart. Aber für dich ist es nun leider so.
Bleibt dir nix übrig, zu hoffen, dass du deinen Sohn so oft wie möglich siehst.
 
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  • #6
@2 - wer genau lesen kann erkennt, dass ich mehr Tipps gegeben habe, als du.

Es geht um Qualitätszeit - Zeit, die Mutter und Sohn gemeinsam verbringen - egal wo, egal wann. Es gibt Ferienzeiten, lange Wochenenden, da kann die Mutter als auch der Sohn diese 700 km problemlos durch die Republik fahren, damit sie sich sehen können. Gemeinsame Urlaube stärken zudem das Gemeinschaftsgefühl - manchmal mehr als tagtäglicher Alltag und Routine. Man muss es nur wollen und machen.

Und verhindern kann und sollte die KM diesen Umzug nicht. Denn sonst wird der Vater aktiv Fakten schaffen, wie es viele Frauen einfach tun, verhängt zusätzlich eine Kontaktsperre, um den Kind die Eingewöhnung in die neue Umgebung zu erleichtern (ohne den Druck und das Klammern der Mutter - so wird es auch immer argumentiert, wenn KMs wegziehen und der Vater weiter Kontakt möchte).

Daher mein Tipp: Lieber akzeptieren und den Sohn in seiner Selbständigkeit unterstützen. Damit kann die FS mehr gewinnen, als jetzt irgendjemandem die Schuld zu geben.

Gruß 1
 
  • #7
Hallo FS,
Wenn du teilweise das Sorgerecht hast, mußt du deine Sorge doch auch wahrnehmen können?
ich bin ebenfalls ein großer Laie in der von dir angesprochenen Materie und habe deshalb kurz die Begriffe "gemeinsames Sorgerecht" und "Übertragung des ABR (Aufenthaltsbestimmungsrechts)" gegoogelt: Natürlich sind solche Artikel und ihre Aussagen mit Vorsicht zu genießen, aber auf Wikimannia/Aufenthaltsbestimmungsrecht findet sich Ausführungen, dass "die Übertragung des ABR einem Teilentzug der elterlichen Sorge" gleichzusetzen und aufgrund der tiefgreifenden Konsequenzen theoretisch nur bei Versagen eines Erziehungsberechtigten statthaft ist. Auf keinen Fall will ich damit andeuten, das dieses Problem bei dir vorliegt, als Laie frage ich mich jedoch, warum du der Übertragung des ABR zugestimmt und damit wesentliche Einflussmöglichkeiten aus der Hand gegeben hast.

Wikimannia ist eigentlich für Väter konzipiert, die von Umzugsentscheidungen der Mütter betroffen sind und sich dagegen wehren wollen - du bist nun auch in dieser Position, vielleicht nützen dir die Informationen dort etwas. Lässt sich die Übertragung des ABR rückgängig machen?

Hast du deinen Mann gefragt, warum ein Umzug mit dieser Distanz zwingend notwendig ist?
Ich finde die Entscheidung deines Ex-Mannes eine Zumutung allerersten Grades und würde das auch im umgekehrten Falle verurteilen.

Anstatt innerlich zu leiden würde ich einen weiteren Anwalt hinzuziehen, mich an den Verband alleinerziehender Mütter/Väter wenden (denen nachgesagt wird, im Interesse der Mütter beratend tätig zu sein), mit dem Vater deines Sohnes den Dialog suchen (weiß ER, was seine Entscheidung für dich bedeutet?), die rechtliche Materie und deine Spielräume in- und auswendig kennen...kurz: Kämpfen.
Sein Kind nur noch in den Ferien sehen zu können - und/oder ihm an langen Wochenenden Zugreisen über eine Distanz von 700 km zuzumuten - ist einer Bindung zum Kind nicht förderlich und sollte vom umziehenden Elternteil verdammt gut begründet werden können (drohende Arbeitslosigkeit bei Nichtannahme der neuen Stelle?).

Alles Gute, w
 
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  • #8
Zieh mit in die gleiche Stadt - such Dir einen Job vor Ort, ich würde lieber versuchen, den Job zu wechseln, als mein Kind nur noch alle Jubeljahre sehen zu können.

Man braucht eben mal ein bisschen Mut, aber wer nie was wagt, wird auch nie gewinnen.

Wäre das eine Option?
 
  • #9
Skypet, chattet, telefoniert oft (täglich?) und schmiedet zusammen Pläne für die Ferien.

Ich glaube nicht, dass es für Deinen Sohn so wichtig ist, Dich physisch um sich herum zu haben, und an seinem Leben Anteil nehmen kannst Du auch über moderne Kommunikationsmittel.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass pubertierende Jungs beim Vater sein wollen, und ich stelle es mir auch teilweise bereichernd für ihn vor, ein neues Umfeld (im Ausland?) zu erleben. Wenn es ihm nicht gefallen sollte, kann er ja zu Dir zurückkommen, aber beeinflusse ihn nicht diesbezüglich.

Nach der Trennung von meinem Exmann habe ich selbst meinen ältesten Sohn mit damals knapp 16 Jahren zu seinem Vater geschickt, wo er dann das dortige Deutsche Gymnasium besuchte, und habe diesen Schritt nicht bereut. Aus seinem Alltag erfuhr ich danach teilweise sogar mehr als während der Zeit, in der ich alle vier Kinder allein betreut hatte- und er hatte endlich Gelegenheit, seinen Vater im Alltag zu erleben. Das kann auch sehr aufschlussreich sein, und diese Erkenntnis war mir für ihn wichtig, die finde ich für alle Söhne essentiell.

Sei nicht verzagt, wenn Euer Verhältnis gut war, dann bleibt es das auch mit dieser räumlichen Trennung.
 
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  • #10
Ich kenne mich da juristisch nicht aus, aber ich bin mir nicht sicher, ob der Vater einfach mal "so" 700 km wegziehen kann. Ich befürchte fast, ja - ausser, der Vater zieht mit dem Kind ins Ausland, was wohl hier nicht der Fall ist. Wenn Du es sicher wissen willst, musst Du Deinen Anwalt fragen.

Es ist natürlich sehr schade, dass Dein erst 13-jähriger Sohn so weit fort zieht, ich kann Deine Sorge auf jeden Fall verstehen.

w
 
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Gast

  • #11
Zieh mit in die gleiche Stadt - such Dir einen Job vor Ort, ich würde lieber versuchen, den Job zu wechseln, als mein Kind nur noch alle Jubeljahre sehen zu können.

Man braucht eben mal ein bisschen Mut, aber wer nie was wagt, wird auch nie gewinnen.

Wäre das eine Option?

Das wäre natürlich auch eine Option, um Deinen Sohn öfter zu sehen, 700 km Distanz sind kein Pappenspiel und das Risiko der Entfremdung ist natürlich sehr hoch. Ist es denn wirklich so notwendig, dass Dein Exmann mit dem Kind so weit weg ziehen muss?

w
 
  • #12
"Opfer dich für deinen Job auf". Ok, du siehst deinen Jungen nur noch alle paar Wochen, aber hey,
es ist Qualitätszeit.

Als Psychiater sagen ich ihnen eins: Kinder brauchen Quantitätszeit.

Dieses "Qualitätszeit" ist der neuste Bullshit des Kapitalismus. Kaum noch Zeit für die Familie, aber
neuerdings nennt man den verbliebenden Rest "Qualitätszeit".

Nur weil es jetzt mal eine Frau das trifft, was tausende Männer erleben, macht es die Sache nicht besser.

Hier wird die Mutter vom Kind getrennt. Und nein, Skype ist kein adäquater Ersatz.

Da würde ich mit meinem Exmann ins Gebet gehen und notfalls per Anwalt vorgehen.
 
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  • #13
Hier die FS:
Selbst umzuziehen, darüber habe ich mir bisher keine Gedanken gemacht. Ich bin in einer guten Position. Ich werde zunächst noch einmal das Gespräch mit meinen Exmann suchen. Evtl findet sich ja eine Option, mit der wir alle drei einverstanden sind. Vielen Dank.
 
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Gast

  • #14
Hi bigger, lieber Qualitätszeit als garkeine Zeit mit dem Kind.

Viele Männer haben keine Chancen mehr, ihre Kinder zu sehen, weil die KM es so will.

Ich suche Lösungen, die diese KMs nie gesucht haben. Zudem ist der Junge ein Teenager und kann selbst entscheiden, wohin er geht.
 
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Gast

  • #15
Liebe FS,
es hat einen Grund, warum Dein Kind zum Vater wollte und er sowohl das Aufenthaltstimmungsrecht bekommen hat, als auch wegziehen kann. Das ist eher eine ungewöhnliche Konstellation und so solltest Du Dich mit der Ursache befassen.

Dein Kind ist kein Kleinkind mehr und kann die Strecke zu Dir mit der Bahn eigenständig bewältigen, sofern es das will.

Weil die Konstellation ungewöhnlich ist, möchte ich Dir nicht pauschal raten, hinterher zuziehen um den räumlichen Abstand zu verringern. Mögliciherweise würdest Du erleben, dass es für dei Katz ist, weil dein Kind garkeinen Kontakt zu Dir will. Es ist alt genug, das selber zu entscheiden.

Wenn Du Dein Kind öfter sehen willst, wird Dir kaum was anderes übrig bleiben, als ebenfalls umzuziehen udn Dir in der Region einen neuen Job zu suchen.
 
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Gast

  • #16
Hallo bigger, Du sagst es - ich stimme Dir zu!
"Qualitätszeit" scheint mir eine neumodische Erfindung zu sein, mit welcher man den Zustand beschreibt, nur noch wenig Zeit für die Familie zu haben - aber gerade die von Dir besagte "Quantitätszeit" ist so wichtig. Man muss doch nicht immer geplante Aktivitäten haben, einfach mal nur zusammen sitzen und im gleichen Zimmer sein, sich austauschen und evtl. auch nur mal auf dem Sofa sitzen zusammen, ohne irgendwelche geldkostenden Aktivitäten - ich denke, dass es nur noch darum geht - die Familie auf Arbeitsleben zu trimmen - und aufs Geldausgeben.

Man kann gemeinsam Essen zubereiten, Brettspiele spielen oder auch an der Wii, Spazierengehen - und einfach füreinander da sein. Meine Kinder haben das immer genossen, unsere Freizeitaktivitäten bezogen sich auf Zoo, Museen, Spaziergänge und gemeinsames Entdecken der Natur mit Mikroskop, u.ä. "Shoppen gehen" gab es nicht, keiner von uns hatte Lust auf den Streß in Konsumtempeln, wir haben lieber gezeltet, zusammen gebacken und zusammen Hausaufgaben gemacht mit den Kindern.

Jeden Tag, viele andere werden vielleicht diese Zeit als "langweilig" ächten, die Schulkameraden meiner Kinder aber waren sehr sehr gerne bei uns und oft bekamen wir zu hören: Ihr habt wenigstens Zeit für uns.

Man kann Kinder nicht wegschieben, und dann einmal im Monat die große "Qualitätszeit" spielen, so funktioniert Familie nämlich nicht. Familie ist normalesweise und im Idealfall ein Band, da muß jeder ab- und zugeben können, man ist füreinander da - auch physisch und psychisch. Kinder brauchen meist einen Ansprechpartner, wenn sie aus der Schule kommen - ansonsten suchen sie sich schnell ihren Anspruch woanders. Ich selbst habe beobachten können, dass nicht wenige Kinder bereits sehr früh sexuelle Erfahrungen machen und selbst Kinder bekommen (oder abtreiben), wenn der Anspruch von Bezugspersonen fehlt. Das können Eltern oder auch Großeltern sein, oder sonstige Verwandte. Wenn Kinder gern zuhause sind und sich angenommen fühlen, man ihnen Zeit widmet, entwickeln sie sich besser - wenn Kinder sich geliebt fühlen, holen sie sich nicht "Liebe" und Bestätigung außerhalb, sondern können beschützt aufwachsen. Falls ich wieder angegriffen werde: Das heißt nicht, dass man pausenlos zusammen gluckt, auch Kinder und Jugendliche brauchen ihre gleichaltrigen Freunde. Es geht darum, dass jemand DA ist, es geht um das Gefühl der Geborgenheit.

Diese fehlt oft bei der "Qualitätszeit", man macht zwar tolle Dinge, meist Besuche in teuren Freizeiteinrichtungen - aber die Geborgenheit fehlt. Danke bigger, für ihren guten Beitrag. Persönlich würde ich für meine Kinder auch bis ans Ende der Welt umziehen, keine noch so tolle Position in einem Job könnte mir die Zeit mit meinen Kindern ersetzen.

Fragt man Menschen am Ende ihres Lebens, was sie ändern würden, wenn sie es könnten, so gehört fast immer dazu: "Mehr Zeit mit meinen Kindern"... Das sollte nachdenklich machen.
 
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Gast

  • #17
@15 - die Mutter darf aber keinen geringer bezahlten Job annehmen, denn dann kann sie den Kindsunterhalt nicht mehr leisten! War für Männer und Väter gilt, gilt doch hoffentlich auch für Frauen und Mütter!

Wenn ich so einen Schmarrn lese! Und selbst Kinder bestens behütet und stets mit Mamaliebe überschüttet, kommen auf falsche Wege oder fühlen sich einsam. Das hat mit Qualitätszeit oder Quantitätszeit nichts zu tun, sondern damit ob man grundsätzlich für das Kind da ist oder eben nicht. Nur Zeit zu verbringen, reicht da bei weitem nicht aus. w/45
 
  • #18
Familie ist normalesweise und im Idealfall ein Band, da muß jeder ab- und zugeben können, man ist füreinander da - auch physisch und psychisch.
Zweifelsohne, beides. Aber wenn die Eltern getrennt sind und man nur die Wahl hat, als Mutter ODER als Vater physisch und psychisch für den Jugendlichen da zu sein- dann ist es doch nicht per se schlechter, sich in der Betreuungszeit abzuwechseln?

Klar, ein wenig spricht da bei mir auch das schlechte Gewissen. Es ist unschön, vom eigenen Kind getrennt zu sein, sich nicht kümmern zu können. Bei einem 13jährigen noch mehr als bei einem 16jährigen, obwohl ich da auch noch genügend Anlass gesehen hätte, mich einzubringen, ein bisschen mehr seinen schulischen Werdegang zu überwachen, seine (feste) Freundin früher kennenzulernen etc.

Aber man kann sich nicht immer alle Umstände aussuchen.
Wenn es z.B. beim Exmann der FS um die Frage gehen sollte, zusammen mit seinem Sohn arbeitslos in Sachsen-Anhalt zu sitzen oder in Baden-Baden einem guten Job nachzugehen, würde ich letzteres als hilfreicher für die Entwicklung des Kindes ansehen und ihn (teilweise) schweren Herzens dabei unterstützen.

Im Falle meines Sohnes war es für ihn die einzige Chance, seinen Vater im Alltag zu erleben, nachdem dieser mir mitgeteilt hatte, niemals mehr nach Deutschland umsiedeln zu wollen, und ein abwesender aber angehimmelter Expartner, der in vielen Punkten die Erziehung und Entwicklungsschritte des gemeinsamen Kindes ganz anders beurteilt als man selbst, erschwert den pädagogischen Auftrag, untergräbt die eigene Autorität. Da ist es wirklich besser, der Partner macht es dann gleich selbst, ganz, als gegen die eigene Überzeugung an Regeln des Exmannes gebunden zu sein.

Es gibt einfach Situationen, die nicht ideal sind, in denen man aber das Schlimmste verhindern kann, indem man gleichzeitig loslässt und dranbleibt. Auch wenn es dann vorübergehend von einem selbst nur mehr wenig physische Nähe gibt.
 
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  • #19
Da würde ich mit meinem Exmann ins Gebet gehen und notfalls per Anwalt vorgehen.
Sehe ich auch so, denn ich kenne einige Mütter, die nicht wegziehen dürfen, obwohl sie dadurch von H4 wegkämen, aber das Recht des Vaters als höher angesehen wird, als das Recht der Mutter, ihrem Kind bessere Bedinungen zu schaffen.

Da streiten sich teilweise die Behörden und der Richter, wusste nicht, wie er wirklich entscheiden sollte. Letztendlich hat er es beim alten gelassen, Frau und Kinder leben von H4 und der Vater sieht die Kinder regelmässig. Übrigens hat die Frau sich vom Kindesvater getrennt, es sieht sehr nach Rache der Männer aus, die Frau nun dafür büssen zu lassen, indem halt die Behörden, vertreten durch Männer logisch, ihr so viel Stress machen.
w
 
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Gast

  • #20
Das es für Dich hart ist, wenn Du Deinen Sohn nicht mehr alle 14 Tage siehst, kann ich gut verstehen. Aber es wird auch seinen Grund haben, warum der Sohn nicht bei Dir lebt und Dein Ex-Mann das ABR zugesprochen bekam bzw. Du diesem zugestimmt hast. Du wirst also vor Gericht kaum Chancen haben dieses zurück zu erlangen.

Du hast also die Möglichkeit, Deinen Sohn in allen Ferienzeiten zu haben (er kann mit der Bahn fahren oder auch fliegen) oder - wie schon andere geschrieben haben - Dir einen neuen Job in der neuen Heimat suchen.

So hast Du auch genügend Qualitätszeit für Deinen Sohn. Ich bin der Meinung das Qualität immer vor Quantität gehen sollte. Vor allem in der Kindererziehung (aber auch in einer Beziehung). Leider sieht man immer häufiger, das viele Kinder kaum kommunizieren können und auch ein sehr schlechtes soziales Verhalten aufweisen, weil die Eltern sich nicht mit ihnen befassen - obwohl sie sehr viel Zeit miteinander verbringen.

Manchmal ist Geiz doch geil - nämlich wenn man sich intensiv mit seinem Nachwuchs befasst.

w
 
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  • #21
ich würde dagegen notfalls gerichtlich vorgehen.
De facto ist das Kindesentzug, da der Mutter das Umgangsrecht nahezu unmöglich gemacht wird und der Kindsvater muss schon massive Gründe anführen, um das durchzusetzen.
Es gibt keine gesetzliche Regelung, aber meist sind 80 km das Maximum.

Deshalb: zunächst Jugendamt einschalten und dann ab zum Anwalt.
 
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  • #22
Ist der Job für deinen Ex denn so wichtig und muss der Umzug sofort sein? Gönnt er dir nicht noch ein paar Jahre mit deinem Sohn und kannst du ihm nicht ins Gewissen reden?

Ich habe mich von meinem Mann getrennt, als unsere Tochter 12 Jahre alt war und sie ist bei mir geblieben, wir haben aber in derselben Stadt gelebt. 2 Jahre später habe ich meinen neuen Partner kennengelernt, der 450 km weit entfernt gelebt hat. Er hat zu meiner Tochter ein tolles Verhältnis und hat uns oft gebeten, zu ihm zu ziehen, er hat ein großes Haus, außerdem gibt in seiner Region viel bessere Jobmöglichkeiten. Trotzdem habe ich jahrelang eine Fernbeziehung geführt und bin nicht umgezogen, weil ich meine Tochter nicht von ihrem Vater wegreißen wollte, auch wenn es Züge gibt und auch wenn meine Tochter schon in einem Alter war, wo Freunde wichtig sind und sie begonnen hat eigenständig zu werden. Mit 19 hat sie dann ihr Studium in einer anderen Stadt begonnen und ich bin zu meinem Partner gezogen, das ist jetzt ein Jahr her.

Die Trennung von meinem Ex-Mann verlief sogar ziemlich schmutzig. Trotzdem muss man die Dinge trennen und ich finde es ideal, wenn ein Kind bis zur Volljährigkeit beide Eltern in der Nähe hat.
 
  • #23
Da Sie das gemeinsame Sorgerecht haben, müssen Sie z. B. auch gemeinsam darüber befinden, wo die Kinder zur Schule gehen. Würde Ihr Ehemann mit dem Kinde wegziehen ohne sich vorher mit Ihnen darüber abzustimmen, bliebe Ihnen kein anderer Weg, als bei Gericht den Antrag zu stellen, Ihnen das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu übertragen.
Sie haben das gemeinsame Sorgerecht. Bestandteil des Sorgerechts ist das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Gem. § 1687 Abs. 1 Satz 1 BGB bedarf es in Angelegenheiten, deren Regelung für die Kinder von erheblicher Bedeutung sind (und hierzu zählt das Aufenthaltsbestimmungsrecht), des gegenseitigen Einvernehmens der Eltern.

In Ihrem Fall besteht bezüglich des Aufenthalts der Kinder kein Einvernehmen (mehr). Grundsätzlich kann ein Teil der elterlichen Sorge, also z. B. das Aufenthaltsbestimmungsrecht, auf einen Elternteil übertragen werden; vgl. § 1671 Abs. 1 BGB
 
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  • #24
Da muss ich doch lilli2000 widersprechen. Der Vater das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Und somit kann somit auch alleine den Wohnort für das Kind bestimmen.

Da es seine Gründe haben wird, warum der Vater das ABR für das gemeinsame Kind hat, ob sie nun auch das gemeinsame Sorgerecht haben, steht nicht im post. Das wäre aber auch unerheblich, denn das ABR kann auch mit gemeinsamen Sorgerecht auf einen übertragen werden.

Zurück zur FS:

Wäre es möglich, sich einen Job im neuen Wohnort des Kindes zu suchen? Aber vielleicht kannst Du ja auch alle Ferienzeiten und lange WE mit eurem Sohn verbringen. In seinem Alter kann er auch schon alleine mit der Bahn fahren oder auch fliegen. Du könntest ja auch mal Urlaub in seinem neuen Wohnort machen.

Allerdings könntest Du auch versuchen, das alleinige ABR zu erlangen. Könnte vielleicht schwierig sein, weil euer Sohn zu seinem Vater wollte. Außerdem möchte euer Sohn auch gerne mit seinem Vater mitziehen. Das sollte man nicht unterschätzen.

w
 
  • #25
ABR hin oder her.

Das Kind wird aus allem entwurzelt. Freunde, Schule, Sportverein, Familie.

Vielleicht kann man so vor Gericht argumentieren?

Warum man das einem Kind antun muss, zumal der Wechsel des Wohnortes nicht aus Arbeitslosigkeit
heraus entsteht, ist mir schleierhaft.
 
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Gast

  • #26
Ich kenne mich da juristisch nicht aus, aber ich bin mir nicht sicher, ob der Vater einfach mal "so" 700 km wegziehen kann. Ich befürchte fast, ja - ausser, der Vater zieht mit dem Kind ins Ausland, was wohl hier nicht der Fall ist. Wenn Du es sicher wissen willst, musst Du Deinen Anwalt fragen.
Auch das Ausland ist kein Problem. Damals wurde Rechte für unverheiratete Väter (gemeinsames Sorgerecht) zwar eingerichtet, aber mit der gleichzeitigen Einführung des Aufenthaltbestimmungsrecht de facto und de jure entwertet. Denn es hilft einem leider nichts, wenn man zwar ein Sorgerecht hat, aber der andere aufgrund des alleinigen ABR mit dem Kind ziehen kann, wohin er mag. Leider ist dies aber so. Wenn hier aus Urteilen gesprochen wird, die dies anders sehen, sollte man unbedingt schauen, ob wirklich ein alleiniges ABR vorlag.

(Ein Freund von mir fährt jedes zweite Wochenende nach Belgien ins Hotel, weil seine Ex-Frau mit dem Kind dorthin gezogen ist. Und er wohnt nicht in der Nähe der Grenze.)

Es gibt ein sehr gutes Forum, in dem man sich hier informieren kann (ich hoffe, der Link geht durch): www.recht.de/phpbb

Dort gibt es eine Sektion "Familien- und Scheidungsrecht". Dann hat man zumindest ein Einblick in die rechtliche Seite.

Die andere Seite ist eben die moralische Seite. Und da hilft kein Anwalt. Du kannst versuchen, ihn irgendwie zu überzeugen, nicht so weit weg zu ziehen. Hilft das nicht, bleibt dir eigentlich nur, dass du dir überlegst, wie du und dein Sohn Zeit miteinander verbringen könnt und ihr die Strecke überwindet.
 
  • #27
Er darf nicht so einfach umziehen. Im Vordergrund steht immer das Wohl des Kindes Ein Kind, das durch die Trennung schon genug mitgemacht hat, aus seinem gewohnten sozialen Umfeld rauszunahmen, es in eine andere Schule einzuschulen muß nicht zum Wohle des Kindes sein, es kann dem widersprechen.
Zwar sind im Falle eines Umzugs eines Elternteils die Motivefür den Umzug grundsätzlich nicht zu überprüfen, verfolgt der Elternteil mitdem Umzug jedoch auch den Zweck, den Kontakt zwischen dem Kind und dem anderenElternteil zu vereiteln, steht die Bindungstoleranz des betreuenden Elternteilsund somit seine Erziehungseignung in Frage. Gleiches gilt für den Fall, dassmit dem Umzug schädliche Folgen für das Kind verbunden sind
FS, ich würde das nicht so einfach hinnehmen
 
G

Gast

  • #28
Alles hängt davon ab, wer das Sorgerecht hat. Wenn es geteilt wurde, mußt Du es auch wahrnehmen können. Ich kenne einen Fall, bei dem der Vater verhindert hat, daß die Mutter mit dem Kind wegzieht.
 
G

Gast

  • #29
Ähm - die FS schreibt, das der Sohn GERNE mitziehen will. Der Vater hat das ABR, was soll dann die Klage beim Familiengericht? Das ABR wird vom Familiengericht in besonderen Fällen nur einem Elternteil zugesprochen - trotz gemeinsamen Sorgerecht. Ob die FS so ohne weiteres Erfolg auf alleiniges ABR hätte wage ich zu bezweifeln. Einen Versuch wäre es vielleicht Wert.

Ich sehe allerdings das Problem, dass sich der Sohn im Falle eines Erfolgs von der Mutter distanzieren würde. Denn er wollte beim Vater leben und auch mit ihm wegziehen.

Ohne die wahren Hintergründe des alleinigen ABR zu kennen, ist es schwierig gute Ratschläge zu geben. Eine gute Möglichkeit wäre, sich in absehbarer Zeit einen Job im neuen Wohnort zu suchen. Oder Ferienpendeln.

w