• #1

Fällt eine Trennung leichter, wenn es einen potentiellen neuen Partner gibt?

Mal ganz allgemein, was haltet ihr von der These, dass Trennungen erst dann stattfinden, wenn es potentielle neue Partner gibt? Wenn man glaubt, dass sie besser zu einen passen und auch Interesse bekundet haben. Oder finden Trennungen unabhängig davon statt, weil einfach die Beziehung schlecht läuft und sich nicht wohl fühlt? Ich bin bei dieser Frage unentschieden. Aber ich höre oft man einigen, die in einer schlechten Beziehung sind, dass sie in ihrem Alter nicht mehr die Trennung wagen, weil sie befürchten lange alleine zu bleiben (oder es beim nächsten Mal noch schlimmer kommt).
 
  • #2
Kommt glaub ich ganz auf den Charakter an. Für mich würde sich eine Beziehung ausschließen, wo ich den Mann nicht mehr Liebe aber aus Angst vor dem Alleinsein mit Ihm zusammen bleibe.
Dafür bin ich zu gerne auch allein. War zu lange allein und bin zu eigenständig.
Bei meinen Freundinnen kenne ich auch nur die gleiche Einstellung, wie die meine.
Mein Ex hat mich für eine andere verlassen, ich würde vermuten, sonst hätte ich noch eine Weile länger ihn an meiner Seite. Genauso kenne ich das von einer anderen Freundin. Aus meiner Erfahrung gibt es beide Formen genüge und kommt wirklich darauf an, ob der Mensch konflikscheu ist, eher bequem, nicht mit sich allein klarkommt oder das Gegenteil davon ist.
 
  • #3
Mal ganz allgemein, was haltet ihr von der These, dass Trennungen erst dann stattfinden, wenn es potentielle neue Partner gibt?
Wird oft so gemacht, aber nicht von jedem. Ist auch meist genau das Falsche, wenn man eine schöne Beziehung haben will. In der alten bleibt man aus Angst, allein sein zu müssen und weil man nicht weiß, ob das alles noch zu ertragen sein soll oder nicht. Kommt die neue Person, unterliegt man entweder dem Irrtum, dass das die große Liebe sei, dabei flieht man nur in neue Probleme, oder man hält die neue Liebe auf Abstand, weil man endlich in die Eigenständigkeit will und dazu nur ein "Kissen" braucht, damit es nicht zu knallhart von "Beziehung" auf "keine Beziehung" geht. Und falls die neue Beziehung wirklich gut werden könnte, schleppt man aber seine Aufarbeitung der alten Beziehung mit hinein und macht sie damit kaputt.

Deinem weiteren Post stimme ich zu. Wenn man einen passenden Partner finden will, muss man sich selbst in Beziehungen kennen. In schlechten Beziehungen redet man sich das aber gerade immer aus, dass man diese oder jene Bedürfnisse hat, die nicht in diese Beziehung passen. Diese Unsicherheit oder eben auch die Angst, Single zu sein, lassen verweilen und bringen aber nur Zeitvergeudung. Wobei man das so auch nicht sagen kann, weil die Zeit ja nicht ohne Grund "vergeudet" wird. Wer unsicher ist und Angst hat, HAT ja einen Grund zu verweilen, und alles dauert eben so lange, wie es dauert.
Nur - wenn einer in einer Beziehung aus irgendwelchen Abhängigkeiten verweilt, die ihm nicht guttut, wird sie das nie. Dh. er wird noch als uralter Mensch nicht seinen Frieden damit finden können, egal, wie sehr er sich bemüht, irgendwas "anders" zu sehen. Der kleinste gemeinsame Nenner wird gelebt, und wenn er zu klein ist, fragt man sich, wenn man alt ist und keine Kraft für Neuanfänge mehr hat, wie man eigentlich sein Leben verbracht hat.
 
  • #4
Ganz allgemein beobachte ich, dass sich Männer erst trennen, wenn schon eine Neue da ist. Frauen trennen sich auch ohne neuen Mann in Aussicht.

Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.
 
  • #5
Naja, feige Menschen, die nicht mit sich alleine sein können und angst davor haben, alleine zu sein, die warten, bis sie einen neuen Partner haben bevor sie sich trennen.
die messen ihren Selbstwert in der Regel auch am Partner an ihrer Seite.
Ich trenne mich, wenn ich den Mann nicht mehr schätze, wenn ich mich langweile, wenn ich nicht mehr lieben kann, wenn er mir auf die Nerven geht. Ich bin gerne alleine und brauche einen starken Mann, den ich bewundern kann für seine Leistungen im Leben, da ich auch viel leiste.
Ich habe mich aber auch noch nie in einen Mann verliebt, während ich noch in einer Partnerschaft war.
Ich mag keine schwachen Menschen und für mich ist es ein Zeichen von schwäche, wenn man erst den Absprung schafft, wenn ein neuer Partner wartet.
Aber: ja, viele trennen sich erst, wenn was Neues in Aussicht ist, vor allem Männer.
Meines Erachtens sollte man erst die alte Beziehung verarbeitet haben, bevor man etwas neues startet. Auch tut es Männern wie Frauen gut, wenn sie ab und zu im Leben alleine sind. Man reflektiert sich selbst und kann an sich arbeiten. Auch reift man in dieser Zeit und ruht dann mehr in sich. Warmwechsler sind oft eher getriebene Menschen, die sich selbst schlecht aushalten.
 
  • #6
Ich denke, dass viele Menschen erst durch den neuen Menschen in ihrem Leben erkennen, dass sie bereit sind, ihre bisherige Beziehung zu beenden.
Von daher teile ich den Feigheit-Gedanken nicht.
Zudem, ja klar ist es angenehmer weich zu fallen als Prellungen, Wunden und Brüche zu riskieren. Die auslösenden Personen werden auch selten zu Langzeitpartnern und sind oft 'Übergangsmenschen".
Erst recht wenn sie eigentlich nur als Affaire angelegt waren.

Mir wäre es wohl lieber, ein Mann verlässt mich wegen einer anderen Frau, dann könnte ich besser mit ihm abschließen. Ich könnte alle Schuld auf sie und ihn schieben und ihn mächtig hassen, zumindest bis der erste Schorf gebildet ist dann würde ich ihm verzeihen (ohne es ihn wissen zu lassen).
1. Weil ich gut verzeihen kann.
2. Weil es meine Seele von negativen Energien reinigt.
3. Weil es es nicht mehr weh tut und der Hass nun überflüssig wurde

Emotional kann ich Warmwechsler schon verstehen. Ich war mit 16 (oder so) zum letzten mal richtig Single und da ich auch in Beziehungen immer alle Freiheiten hatte, zzgl. der emotionalen Geborgenheit durch den Partner, ist ein Singledasein für mich kein erstrebenswerter Zustand.
Aber in einer toten, kranken oder kaputten Beziehung bleiben, käme für mich noch weniger in Frage.
 
  • #7
Ich hatte zwei Beziehungen in meinem Leben. Die erste (Ehe) endete nach 17 Jahren, als ich auf meinen jetzigen Mann traf. Auch er war da noch verheiratet. Der Warmwechsel fand innerhalb einer Woche statt (verlieben und zusammenziehen). Das ist jetzt über zehn Jahre her. Wir reden immer noch gern über die turbulente Anfangszeit und sind stolz auf das, was wir gemeinsam erreicht haben und verliebt wie am ersten Tag.
Wenn man den richtigen Menschen trifft, dann ist es nunmal so. Ob ich meinen ersten Mann auch ohne neuen Mann verlassen hätte? Ich denke schon, aber sicher erst viel später.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #8
Ich bin 2 x geschieden, beide Ehen/Beziehungen hielten zwischen 10 und 15 Jahren. Als die Ehen schlechter wurden, habe ich alles versucht, um noch etwas zu retten, Eheberatung usw.
Erst als das nichts genutzt hat, habe ich die Trennung eingeleitet, bei der 2. Ehe mit 2 kleinen Kindern und einem mickrigen Teilzeitgehalt, da hätte ich bei Hartz 4 mehr bekommen. Ich hätte mir nie vorstellen können, warm zu wechseln, hatte auch kein Interesse an einer neuen Beziehung.
Schon gar nicht nach der 2. Ehe, ich habe mich dann voll auf die „Aufzucht“ meiner Kinder konzentriert.
Ich habe allerdings auch einen Beruf, bei dem ich den ganzen Tag von Menschen umgeben bin und rede, zu Hause dann noch die mittlerweile Teenager, ich genieße jede Minute alleine!
Für mich käme es nie in Frage in einer kaputten Ehe zu bleiben.
W/54
 
  • #9
Es ist sicherlich bequemer sich erst zu trennen, wenn man einen neuen Partner schon sicher hat aber für mich ist das nichts. Vielleicht sehe ich das in 20 Jahren anders.
Aber irgendwie ist das für mich schon mit lügen und benutzen verbunden. Ich liege noch mit dem alten Partner im selben Bett und schmiede Urlaubspläne obwohl ich genau weiß, dass ich für den neuen sofort springen würde. Im Normalfall würde ich eine saubere Trennung bevorzugen und auch keinen Mann daten, der noch in einer Beziehung ist. Aber wo die Liebe halt hinfällt. Wenn der Funke zufällig bei der Arbeit überspringt ist es auch nochmal etwas anderes, als wenn jemand in der Beziehung schon ein Profil bei Elitepartner anlegt. Nach der gescheiterten Beziehung erstmal ein Zeit alleine sein und sein Leben ordnen bringt für mich auch die Sicherheit, dass die Gefühle für eine neuen Partner aufrichtig sind und er mir nicht als Trostpflaster dient.
 
  • #10
Mal ganz allgemein, was haltet ihr von der These, dass Trennungen erst dann stattfinden, wenn es potentielle neue Partner gibt?
Ich für mich bin überzeugt, dass die meisten Trennungen erst dann stattfinden, wenn ein anderer Partner da ist, so genannt warm wechseln, was ich persönlich nicht gut finde, da alte Geschichten unbewusst das Neue negativ berühren. Eine Trennung sollte dann stattfinden, wenn es nicht mehr geht und dann sollte man eine Pause machen von Minimum 1 Jahr. Da viele Menschen nicht alleine sein können, stürtzen Sie von einer Problem Beziehung in eine neue Problem Beziehung!
 
  • #11
Bei bequemen Menschen, die ständig Egopush brauchen kannst du das standardmäßig beobachten, dass sie einen Warmwechsel nach dem anderen vollziehen. Solche Menschen sind pure Egoisten, denn es geht ihnen nicht um die Beziehung und den Partner als solches (sonst würden sie reflektieren und sich zeit nehmen aus Fehlern zu lernen), sondern darum, bei sich Defizite zu kompensieren. Der Partner ist da also nur Mittel zum Zweck.
Nö, halt ich nix von, es sei denn, man möchte sowieso keine Beziehung führen, die auf Liebe, Vertrauen und Respekt aufbaut.
 
  • #12
Es ist ja nicht alles schwarz und weiß. Auch Beziehungen, die für neue Partner beendet werden, sind sicher nicht allesamt schrecklich. Vielleicht sind einige sogar ganz schön - aber mit dem neuen Partner könnte eine Beziehung eben noch schöner werden. Die "alte" Beziehung war nie so schlecht, dass man sie ohne Aussicht auf was "Besseres" aufgegeben hätte.
Optimierung - nichts anderes.
Sicher gibt es auch Beziehungen, die beendet werden, weil eben alles besser ist, als so zu leben, aber eben auch genügend Beziehungen, die erst im Vergleich mit anderen Optionen nicht bestehen können.

Es ist wie immer, die Welt ist bunt und es gibt nichts, was es nicht gibt. Allgemeingültige Muster gibt es nicht. Lasst' das Schubladendenken!
 
  • #13
Kommt wohl auf den einzelnen Menschen an ...
Sicher gibt es welche, die alles ertragen, um nicht alleine sein zu müssen.
Sicher gibts auch Menschen, die gerne Single sind und von denen eine Last abfällt, wenn sie wieder frei sind.
Und alles dazwischen und noch viel mehr....

Allerdings habe ich leicht reden, potentielle Kandidatinnen gabs immer. Und mir reicht auch eine Phase mit ab und zu mal ONS....

Und auch heute kann ich sagen - es würde mich treffen, wenn meine Freundin weg wäre. Aber nicht vernichten.
 
  • #14
ich halte nichts von Warmwechseln und finde es ziemlich schwach. Es gibt ja Menschen, die ihre Beziehung furchtbar finden und denken, dass es bei der nächsten besser läuft. Dem ist nicht so, denn nach ca. 2-3 Jahren stellen sie auch hier fest "der/die ist es nicht"!.

Das sind für mich die unreflektieren Leute, die ziemlich schwach sind. Sie können nicht alleine sein und versuchen erst gar nicht die Beziehung zu verarbeiten. Wenn eine Beziehung nicht gut läuft, dann trennt man sich und beschäftigt sich eine Weile mit sich selbst. Dann kann man sich überlegen, was man sich in der nächste Beziehung wünscht und auf die Suche gehen.

So viele Warmwechsler kenne ich jetzt allerdings nicht!
 
  • #15
Da viele Menschen nicht alleine sein können, stürtzen Sie von einer Problem Beziehung in eine neue Problem Beziehung!
Bei mir war es ganz sicher so, das ich durchaus auch alleine sein kann.
Ich bin auch nicht derart warm gewechselt, dass ich eine Andere direkt in Aussicht hatte.

Aber ich muss schon sagen dass ich schon geschaut habe, ob ich grundsätzlich beim anderen Geschlecht überhaupt Chancen auf eine neue Beziehung habe, sonst wäre ich auch heute noch in der alten. Ich hatte damals in dieser Hinsicht nicht viel Vertrauen in mich selbst, da vorher massenhaft Mißerfolge und einfach überhaupt keine Ahnung von Frauen.
Daran war ich aber auch nicht nur selbst schuld.Was man mir nicht mitteilt, kann ich auch nicht wissen.

Diese Wahl wäre wahrscheinlich auch nicht nur schlecht gewesen. Aber mir hätte eine wesentliche Erfahrung im Leben gefehlt.

Meiner Ex habe ich aber 1-2 Jahre ihres Lebens geklaut, das werfe ich mir bis heute vor.
 
  • #16
Natürlich sind Trennungen vermeintlich bequemer, wenn MENSCH warm wechselt. Ich denke, die Gründe für diese warmen Trennungen können sehr unterschiedlicher Natur sein. Die einen können und wollen nicht alleine sein, die anderen hoffen auf eine bessere Zukunft, mit einem geeigneten Partner. Wieder andere verlieben sich einfach tierisch in einen neuen Menschen und vergessen darüber die Verbindung zu ihrem bisherigen Partner. Plötzlich hängt der Himmel voller Geigen und Mensch fasst keinen klaren Gedanken mehr. Hormone machen eine Menge möglich ;-). Vielleicht hat er aber auch wirklich seinen Seelenpartner gefunden. Wird hier ja öfter Beschrieben. Ob diese Beziehung dann Glücklicher wird, zeigt die Zeit. Ich persönlich schließe einen warmen Wechsel für mich bisher aus. Allerdings aus dem Grund, das ich mittlerweile glaube, das mir schwierige und unglückliche Beziehungen etwas über mich selber sagen wollen. Ich möchte diese Gründe finden und aufarbeiten. Vor allem muss ich mich als Individuum erst einmal wieder finden. Ich möchte heraus finden, was die Partnerschaft mit mir gemacht hat und was ich jetzt für mich selber brauche um glücklich zu sein. Dafür braucht es ausreichend emotionalen Abstand und noch mehr Zeit zum reflektieren. Dieses "abschließen" mit einer Partnerschaft, kann durch aus auch während der Beziehung erfolgen. Das vollständige aufarbeiten, vor allem das ehrliche (an)erkennen der eigenen Anteile, kann erst sein, wenn die Trennung vollzogen ist. Ansonsten bedient man einfach weiter seine Muster und lebt halt, was man kennt. Wenn der warm wechselnde Pech hat, entpuppt sich der neue Partner als ein Mensch, der einen mit genau den selben Dingen triggert, wie sein Vorgänger. Viele merken das nicht mal, weil sie bei ihrem vorherigen Partner schon nicht hingesehen haben. Der neue Partner wird völlig anders wahrgenommen, nur weil er in einer anderen "Gewandung" daher kommt. Später stellt man fest, dass man doch wieder die selben Punkte zu bemängeln hat und genau so leer und unzufrieden lebt wie mit dem vorherigen. Mein Fazit, nur weil ich mir die Trennung leichter mache, bedeutet es nicht, dass danach eine leichtere Beziehung auf mich wartet. Das selbe gilt übrigens für die verlassenen Partner....verweilen sie in der Opferrolle? Negieren sie ihre Anteile am scheitern der Beziehung? Hören sie auf an die Liebe zu glauben? Oder finden sie durch diese schmerzhafte Erfahrung zu sich selber, kommen endlich in ihre Kraft und erkennen die Trennung als Chance auf etwas neues?!
 
  • #17
Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Und ich gehe davon aus, dass die Trennungsabläufe auch keine Altersklasse haben, also wer sich wann wie trennt. Ist es nicht manchmal so, dass das unzufrieden sein ein schleichender Prozess ist? Dann lernt man einen neuen Menschen kennen, denn es so noch nicht gab und stellt fest das da was ist. Ab dem Moment ist der "potentielle" Partner ja schon da.

Wenn dann eine Trennung stattfindet oder eingeleitet wird, ist das immer noch sauberer als erst eine Affäre zu beginnen und dann die Trennung einzuleiten. Aber man hat sich nicht getrennt ohne das Neue schon zu kennen. Aus meiner Sicht ist eine Beziehung die nicht mehr optimal läuft, nicht gleich so schlecht das man selbstständig die Trennung herbei führt.
 
  • #18
Es ist wie immer, die Welt ist bunt und es gibt nichts, was es nicht gibt. Allgemeingültige Muster gibt es nicht. Lasst' das Schubladendenken!

Exakt.
Vor allem habe ich manchmal das Gefühl, dass hinter der Aussage - "alle" tun dies die Rechtfertigung für das eigene Verhalten ist.
Das Verhalten ist zwar fragwürdig, aber wenn es doch alle tun?

Ich denke, es kommt auf die Umstände an - es ist sicherlich etwas anderes, wie hier schon jemand schrieb, wenn mir jemand um Realen Leben begegnet, oder ob ich mich aktiv auf Partnersuche begebe - wie es sich oft auf PBs findet.

Ansonsten ist es meine individuell Entscheidung, wie ich mich verhalte.

Ich für mich kann sagen, dass ich meine Beziehungen immer sauber beendete, erst vorher noch die Rettung versuchte, und dass ich auch keinen Warmwechsler als Partner wollte.
Das widerspricht meiner persönlichen Einstellung.
Ich verharre aber auch nicht in Partnerschaften, die länger unstimmig sind - was dann andere evtl. auch abwerten, als oberflächlich, etc.

Auch wenn es andere Meinungen gibt, s. Parallelthread, man weiß und sieht nicht alles von Anfang an, man entwickelt sich selbst weiter (hoffentlich), und man macht auch Fehler, deswegen werden Partnerschaften unstimmig oder enden.

Man muss seinen eigenen Weg finden, in allem - mein Maßstab ist der, ob ich mir am nächsten Morgen in die Augen sehen kann.

Deswegen einen Menschen anzulügen, der mir vertraut, das geht für mich nicht.
Warmwechsel hat für mich immer etwas mit Täuschung / Lügen zu tun.

Andere sehen es anders, leben anders, ihr Weg.

Nur eben bitte keine Verallgemeinerungen.
 
  • #19
Aber ich höre oft man einigen, die in einer schlechten Beziehung sind, dass sie in ihrem Alter nicht mehr die Trennung wagen, weil sie befürchten lange alleine zu bleiben (oder es beim nächsten Mal noch schlimmer kommt).

Du bist unentschieden?
Bist Du etwa unfähig, auch alleine ein schönes Leben zu leben?
Fehlt Dir das Rückrat, eine unglückliche Beziehung zu beenden und somit Dir und Deinem offiziellen Partner gegenüber ehrlich zu sein?
"beim nächsten Mal noch schlimmer": Fehlt Dir die Fähigkeit der Selbstrefkexion bzw. persönlichen Weiterentwicklung, um alte Fehler bei der Partnerwahl oder Beziehungsführung nicht erneut zu wiederholen?

Wie fallen Deine Antworten auf die obigen Fragen aus?

m, 39
 
  • #20
Auf mich trifft Deine Vermutung nicht zu - eher genau das Gegenteil.

Bis auf eine, habe ich alle meine Partnerschaften und die Ehe selber beendet. Bei keiner Trennung gab es einen potenziellen anderen Partner. Ich hatte, wenn ich in einer Beziehung war keinen Blick für andere Männer - habe sie schlichtweg als Männer nicht wahrgenommen. Ich war aber in jungen Jahren nie lange solo - wie das so ist zwischen 18 und Ende 20.
In keinem Fall hatte ich eine Beziehung von der Art "vom Regen in die Traufe". Ich hatte immer gelernt, was inkompatibel ist.

Nach der Scheidung war ich lange solo. Ich hatte Null Interesse an anderen Männern, wollte erstmal die Scheidung hinter mich bringen, mich von allem erholen, im neuen Leben ankommen und auf garkeinen Fall nochmal das erleben, was zur Scheidung geführt hatte. Weil ich dazugelernt hatte, war ich extrem selektiv - zu Recht wie sich an der neuen Beziehung zeigt.
 
  • #21
Du bist unentschieden?
Bist Du etwa unfähig, auch alleine ein schönes Leben zu leben?
Fehlt Dir das Rückrat, eine unglückliche Beziehung zu beenden und somit Dir und Deinem offiziellen Partner gegenüber ehrlich zu sein?
"beim nächsten Mal noch schlimmer": Fehlt Dir die Fähigkeit der Selbstrefkexion bzw. persönlichen Weiterentwicklung, um alte Fehler bei der Partnerwahl oder Beziehungsführung nicht erneut zu wiederholen?

Ich selbst bin gerade Single. ^^ Und unglückliche Beziehungen habe ich immer noch selbst (mit-)beendet. Ich bin auch kein Warmwechseler. Allerdings hat mir das Wissen, dass es da draußen Frauen gibt, die besser zu mir passen und die Konflikte auf eine konstruktive Weise versuchen zu lösen, diese Entscheidung irgendwie erleichtert. Ich bin nicht in diese "ich-sollte-nicht-so-unzufrieden"- und "ich-muss-mich-abfinden"-Haltung gerutscht, die einen in eine ungute Situation verharren lässt. Und letztlich ist mein Motto, love it, change it or leave it. :) Ein guter Lebensratgeber, wie ich finde.
 
  • #22
Ich für mich bin überzeugt, dass die meisten Trennungen erst dann stattfinden, wenn ein anderer Partner da ist, so genannt warm wechseln, was ich persönlich nicht gut finde, da alte Geschichten unbewusst das Neue negativ berühren. Eine Trennung sollte dann stattfinden, wenn es nicht mehr geht und dann sollte man eine Pause machen von Minimum 1 Jahr. Da viele Menschen nicht alleine sein können, stürtzen Sie von einer Problem Beziehung in eine neue Problem Beziehung!

Ja sehe ich ebenso. Aber dieser Partner ist dann oft nur ein Übergangspartner. Oft sind viele nach einer Trennung länger alleine und finden erst dann den wirklich passenden Menschen, weil sie mit sich selbst ins Reine gekommen sind.
 
  • #23
Die Welt ist bunt und die der Trennungen auch. Einige gehehen, weil nichts mehr geht und das alleine. Andere bemerken erst, wie sehr sie weggeguckt haben, wenn ein neuer Hingucker kommt und noch andere schauen sich bewusst etwas Neues, während sie beim Gewohnten tatenlos verharren.

Ich persönlich habe noch nie warmgewechselt, schon alleine weil ich nie cool genug war und eher sehr emotional verlassen habe, traurig das es nicht weiter funktioniert.

Und ich habe bisher nie mein Herz für einen potentiellen Warmwechsler entdeckt.
Erstmal müsste ich dafür Geliebte sein
- ich möchte keiner Frau bewusst Selbsterlebtes antun
- ich hätte Misstrauen, dass er es bei mir auch tut
- die Warmwechsler die ich kenne, haben einfach weitergemacht wie früher, nicht reflektiert etc. Selten wird so die nächste Beziehung besser
Und ich möchte niemanden direkt am Anfang durch einen Rosenkrieg begleiten.

Machst Du bisher schon richtig und irgendwann willst Du nicht mehr leaven;-)
 
  • #24
Ich glaube auch das ein Warmwechseln lediglich die Chance auf verarbeitung einer Trennung blockiert. Es erleichtert in dem Moment vielleicht die Situation positiv, jedoch kann das Warmwechseln nicht die Vergangenheit auslöschen. Es wird dich einholen und dann ist die Milch meist ziemlich Sauer die du trinken musst.
Also ich denke man ist gut damit beraten, sich einer Trennung zu stellen und sich damit auseinander zu setzen. Dann sind die Chancen um einiges höher zuküftig offen und Ehrlich neuen pot. Partnern entgegen zu treten. Das ist gut für dich und fair für einen mögl. neuen Partner.
m47
 
  • #25
Ich beobachte in den letzten Jahren, dass 90% der Trennungen mit einem Warmwechsel einhergehen. Vielleicht gibt es erst durch die bessere Option die Energie, Vertrautes (manchmal Bequemes) zu verlassen.
Extrembeziehungen, die wegen Gewalt, Betrug, Psychoterror etc. beendet werden kenne ich aus meinem Umfeld nicht.

In den gemäßigten, unspektakulären Beziehungen also vorwiegend die Aussicht auf etwas Besseres als Haupt-Trennungsgrund. Und wohl auch der Grund, sich lieber dem Neuen zuzuwenden als das "Alte" wieder zu verbessern. Das ist die Kehrseite der Unabhängigkeit (weniger finanzielle Abhängigkeit, mehr gesellschaftliche Akzeptanz).

Und auch wenn die Verlassenen es nicht gern hören:
Im mittleren Alter - so ab 40 - gelingen die Warmwechselbeziehungen häufig dauerhaft und sind nicht nur Übergangslösung. Das mag daran liegen, dass die Familienplanung und das berufliche Ankommen weitestgehend abgeschlossen sind.
Von den 7 Warmwechslern/Warmwechslerinnen, die ich kenne, sind 6 in langjährigen Partnerschaften/Ehen mit dem Trennungsgrund gelandet.

Ich fürchte, die Verlassenen versuchen sich zu trösten, indem sie der neuen Beziehung des Ex die Qualität oder Dauerhaftigkeit absprechen, weil die Verarbeitung und das mit-sich-allein-zurechtkommen fehlen.
Auch frisch Fremdverliebte können sehr glücklich sein. Mag sein, dass sie den Trennungsschmerz verdrängen - das heißt aber nicht, dass die neue Beziehung schiefgeht.
Und es holt die Warmwechsler meist auch nicht auf eine zerstörerische Weise ein. Sie sind aus ihrer Sicht mit dem neuen Partner dauerhaft besser dran und bereuen den Schritt selten.
 
  • #26
Auf alle Fälle... das ist doch der Klassiker
Willlommen in der Gesellschaft der Warmwechsler und Beziehungshopper. Mein Chef sagte nach meiner Trennung zu mir “ jetzt bin ich schon 25 Jahre mit meiner Frau zusammen. Soviel haben wir durch, da muss erst mal was besseres kommen. Das sind dann die klassischen Warmwechsler - wenn dann das rettende Sprungbrett da ist, dann wird zugegriffen. So erlebt bei meiner Ex Frau. Sowohl sie (mit mir) als auch ihr Kollege (mit seiner Frau) waren in Beziehungen. So fällt es für den der geht doch viel leichter. Deshalb haben solche Menschen es ja leichter. Sie sind mit der alten Beziehung schon fertig und der neue Part steht bereit. Ob das gut oder schlecht ist steht in einem anderen Kapitel. Oder wie mein Kumpel immer sagt “ was Du hast kein Eisen im Feuer? Dann kannst auch nicht Schluss machen.
Ist nicht meine Meinung, wird aber oft so praktiziert.
 
  • #27
Guten Morgen FS
Also ich finde das unterste Schublade. Wenn eine Beziehung nicht mehr läuft sollte man sich trennen und in Ruhe den eigenen Anteil am Scheitern analysieren und die Beziehung verarbeiten.
Ich als Mann würde das so praktizieren und wenn ich eine Frau kennenlerne die einen Warmwechsel anstrebt würde ich mich doch als Trostpflster fühlen und schnell reisaus nehmen. Andere Mütter haben auch schöne Töchter und nicht jede Frau steht auf Warmwechsel. Wobei von einem warmen Nest unter die nächste angewärmte Decke auch nur im Promillebereich die Erfüllung bringen werden.
 
  • #28
Natürlich sind Trennungen vermeintlich bequemer, wenn MENSCH warm wechselt.

Und wahrscheinlich auch kostengünstiger ;-)

Manch einer wird sich sagen, warum soll ich noch eine neue Wohnung für mich alleine nehmen und einrichten, wenn ich aktiv nach dem nächsten Partner suche und dann schon wieder die gemeinsame Wohnungssuche und entsprechende Kosten anstehen.

Menschen, die genau wissen, dass sie nicht alleine leben wollen oder können, wechseln in der Regel warm.

Menschen, die planen im weiteren Leben erstmal alleine und unabhängig zu sein, trennen sich, ohne dass ein anderer Partner in Sicht ist.
 
  • #29
Ich glaube, dieses Warmwechseln hat noch eine Ursache.
Viele glauben: Nicht glücklich = unglücklich
Menschen, auch in Beziehungen, sind nicht dauerhaft glücklich, rund um die Uhr, an jedem Tag. Glück sind einzelne Momente.
Der Alltag, Job, pflegebedürftige Mitmenschen, Sorgen, Ärger mit dem Partner etc. sind Faktoren, die eben nicht immer glücklich machen.

Der Warmwechsler erfährt nun auf einmal Glück. Verliebtheit, Bauchkribbeln, die Aussicht auf ein ganz neues Leben.
Das ist definitiv die bessere Wahl zum alltäglichen Leben, in dem man eben nicht immer glücklich ist. Es ist zumindest die Option, immer glücklich zu sein. So fühlt sich Verliebtheit an!
 
  • #30
Menschen, auch in Beziehungen, sind nicht dauerhaft glücklich, rund um die Uhr, an jedem Tag. Glück sind einzelne Momente.
Der Alltag, Job, pflegebedürftige Mitmenschen, Sorgen, Ärger mit dem Partner etc. sind Faktoren, die eben nicht immer glücklich machen.
Hmmm...
Bei solchen Aussagen horche ich immer auf. Natürlich bin ich im Alltag glücklich, immer wieder. Es sei denn ein konkreter Anlass macht mich akut unglücklich.
Und dann gibt es noch die Momente die mich überglücklich machen, wo ich jauchzen möchte oder es tue.
Ärger mit dem Partner muss nie sein, wenn man den richtigen Partner wählte und sich entsprechend verhält. Alltag ist kein Grund nicht glücklich zu sein, denn es gibt täglich unzählbar viele Augenblicke, welche Glück schenken.
Zudem ist Glück eine Einstellung. Ich bin z.B. ein zutiefst glücklicher Mensch, obwohl ich eine kleine bösartige Sicherung im Kopf hatte, obwohl ich in meiner Kindheit und Jugend Gewalt erlebte, obwohl ... obwohl... obwohl
Einmal dachte ich, das innere Glück verloren zu haben, ich bräuchte ein Jahr bis ich es wieder fühlen konnte. Davor hatte ich beide Eltern verloren, lag lange im Koma, hatte furchtbare wochenlange Delirerlebnisse u.v.m.
Wer sein Glück nur in der Verliebtheit findet, macht etwas grundlegend falsch. Wie soll er jemals ein stabil glückliches Leben führen können. Egal mit wem.

Dennoch, eine neue Verliebtheit mildert den Trennungsschmerz erheblich und wenn das kein Benefit ist, weiss ich auch nicht. Von daher verstehe ich Warmwechsler ein Stück weit.
 
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