• #31
Laleila,
das alltägliche, kleine Glück ist m.E. das Beste. Irgendeine Blüte am Morgen, Kaffeeduft, ein Lächeln etc.
Ich meinte es so, dass jemand, der sich im langweiligen Alltag wähnt und das kleine Glück als nicht ausreichend ansieht, der empfindet sich als unglücklich und ist umso anfälliger für die neue Verliebtheit.
Mein Ex war latent unzufrieden.
Ein Beispiel: Wenn er mal früh aufstehen musste (was selten notwendig war), war seine Laune lange schlecht. Genervt von den Umständen war dann jede alltägliche Unbill zuviel.
Ich stehe auch nicht sooooo gern früh auf. Aber spätestens kurz vor dem Büro freue ich mich auf den frischen Kaffee, den mein Kollege schon kocht.
Die Ansprüche vieler an das Glücklichsein sind vielleicht zu hoch?
 
  • #32
Wer sein Glück nur in der Verliebtheit findet, macht etwas grundlegend falsch. Wie soll er jemals ein stabil glückliches Leben führen können. Egal mit wem.
Das denke ich auch. Die Flausen, die einer über eine Beziehung hat, werden viel kaputtmachen. Aber ich denke auch, dass es oft wirkliche Inkompatibilitäten, wenig bis keine Bereitschaft, in die Beziehung richtig Energie zu stecken, und dazu noch das Maß Frustrationsfähigkeit sind, die die Beziehung kaputtgehen lassen. Wenn man meint, alles liefe von selbst, wenn man sich nie mal fragt, wie schrecklich man als Partner ist und ob man sich ändern sollte, dann kann der andere ja an einem nur verzweifeln. Ich denke, es zeigt sich sehr, sehr schnell, ob man mit einem Menschen glücklich werden könnte. Wenn der immer Gründe findet, warum Beziehungsstress überhaupt nicht an ihm liegen kann, baut er ne Mauer in der Beziehung. Ich denke, der andere braucht sich das gar nicht mehr lange anzutun und zu hoffen, er könnte mit dieser Sache leben oder sein Partner würde sich irgendwann endlich mal ändern. Aber er bleibt vielleicht und das wird ne Zeitbombe, bis ein anderer kommt, in den er sich verliebt. Wenn natürlich nur Menschen um ihn rum sind, die auch von sich eingenommene Ignoranten sind, wird er meinen, dass er doch nur wieder dasselbe bekommt und dann gleich bei seinem Partner bleiben kann.

Also ich seh verschiedene Gründe, nicht nur die böse Illusion des ewigen Flatterns von Schmetterlingen, obwohl ich das in meiner jahrelangen Beziehung tatsächlich hin und wieder hatte, wenn wir uns mal länger nicht gesehen hatten.
 
  • #33
Jetzt gebe ich auch noch etwas mit - glücklich werde ich nur mit zufriedenen Menschen, oder alleine.
Mit Menschen, die sich über Kleinigkeiten freuen können, die besonderen Momente überhaupt wahrnehmen.

Denn das Ätzendste ist doch, wenn ich mich gerade so richtig über etwas freue, und mein Partner fragt, ob ich irre o.ä. bin?
Oder ich genieße gerade eine tolle Tour, und der Andere jammert über - Durst, Hunger, zuviel, zuwenig Sonne...Zu langsam, zu schnell,...
Dann lieber alleine freuen, lachen.

Glück - geteilte Freude ist doppelte Freude, die hängenden Mundwinkel nebendran vertreiben auch die hartnäckigste Freude.

Dies heute an einem wunderbar sonnigen Tag mit ganz, ganz vielen Glücksmomenten.
 
  • #34
Ganz allgemein beobachte ich, dass sich Männer erst trennen, wenn schon eine Neue da ist. Frauen trennen sich auch ohne neuen Mann in Aussicht.

Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Absolut richtig, ich kenne bisher keinen einzigen Mann der sich einfach so getrennt hat, weil er seine Freiheit wollte. Nein, alle haben sich erst getrennt, wenn eine Neue am Start war.

Ich möchte fast behaupten, daß sich 99% NUR wegen einer anderen trennen!
 
  • #35
Früher oder später kommen die unverarbeiteten Gefühle wieder hoch, man wird von seiner Vergangenheit geradezu wieder eingeholt. Das belastet die neue Partnerschaft, nimmt Einfluss und verursacht somit direkt oder indirekt Probleme in der neuen Beziehung. Alles in Allem ist ein "warmer Wechsel" keine gute Basis für eine ernsthafte, dauerhafte Beziehung.
Ich fürchte, das ist Wunschdenken der Verlassenen.
Die Warmwechsler ab Mitte 40, die ich kenne, sind größtenteils noch mit dem/der Neuen zusammen und wirken durchaus nicht unglücklich.
Bei den meisten sind die jeweiligen Kinder schon groß, die Thematik "was fangen wir miteinander an, wenn die Kinder flügge werden" stellt sich also nicht.
Die Warmwechselpaare fingen neu an, mindestens einer im Job gut gefestigt und eben Zeit für sich als Paar.
Neuanfang unter anderen Bedingungen, oft ohne die alten (ursprünglich freiwillig gewählten) äußeren Zwänge.
 
  • #36
Ja - es fällt leichter, wenn die Trennung wirklich eine Trennung war/ist. Neue Perspektiven, neues Land, neue Liebeserfahrungen, neues Lernen, eventuell neue Enttäuschungen (im Sinne des Wortes und damit der persönlichen Entwicklung dienlich) - im Idealfall gemeisam zu meisternde Erfahrungen. Das Alte bleibt insofern präsent, weil es Teil der eigenen Erfahrungen ist.
W 51
 
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