• #361
Wieso sollte ein solch rarer Mitbewerber nun also einen Kundenstamm für teuer Geld abkaufen, wenn doch die Kunden sich nach elterlicher Betriebsschließung sowieso schon von ganz alleine an die Mitbewerber wenden müssen?
Ich hab wirklich keine Ahnung von der Materie, aber das ist mir unklar.
Kunden kann man sowieso nicht kaufen. Bestenfalls Adressen. Man kann Kunden kennen lernen und die einen schätzen. Das erfordert aber dann jahrelange Mitarbeit in einem Unternehmen.

Welche seltenen Handwerke mit großen Maschinen braucht man denn dauernd? Und heute ist doch mit dem Internet blitzschnell eine Alternative gefunden...
Ich denke, das Problem ist die "Lebensleistung" und ihre Würdigung.
 
  • #362
Kunden kann man sowieso nicht kaufen. Bestenfalls Adressen. Man kann Kunden kennen lernen und die einen schätzen. Das erfordert aber dann jahrelange Mitarbeit in einem Unternehmen.

Welche seltenen Handwerke mit großen Maschinen braucht man denn dauernd? Und heute ist doch mit dem Internet blitzschnell eine Alternative gefunden...
Ich denke, das Problem ist die "Lebensleistung" und ihre Würdigung.
Ich denke, ganz so einfach geht es auch nicht. Offenbar ist der Vater sehr spezialisiert, das geht man nicht einfaufen wie einen Liter Milch. Natürlich ist die Lebensleistung das, was der Vater nun als nicht angemessen anerkannt ansieht. So einfach den Laden zu machen ist schwer. Leider will ihn keiner haben. Wir wissen aber viel zu wenig um darüber wirklich hilfreich sein zu können, weder wo noch was noch welche Maschinen. Es gibt durchaus Bereiche, von denen hier noch niemand was gehört hat und die sich durchaus prima tragen, aber keiner will sie. Allein bei mir im Gelände gibt es einen solchen Fall, Verkauf nicht möglich wegen kein Interesse. Alleinstellungsmerkmal, Umsatz, Warenwert, Geschäftsräume, Maschinen, alles pico bello und steht super da. Kein Nachfolger in Sicht. Das ist unheimlich schade. Ich hoffe, er findet bald jemanden.
 
  • #363
Kunden kann man sowieso nicht kaufen. Bestenfalls Adressen.
Jaja, schon klar, aber das ist doch meistens nur dann relevant, wenn ich als Mitarbeiter in einem hart umkämpften Markt zur Konkurrenz wechsle, und die Kundenstammdaten heimlich auf die Seite schiebe um sie mitzunehmen.
Beim Handwerksbetrieb, den es eventuell nicht so oft gibt, gehen doch die Kunden von allein hin.


Welche seltenen Handwerke mit großen Maschinen braucht man denn dauernd?
Na mir fielen da auf Anhieb ein: der Schuster, der Uhrmacher, der Musikinstrumentenbauer. Sowas halt.
Da kann man doch keinen Kundenstamm verkaufen, oder? Wenn in meiner Stadt der gute Musikinstrumentenbauer schließt, dann geh ich doch als Kunde automatisch zum nächsten. Wieso sollte der denn meine Stammdaten kaufen? Der muss doch nur warten, bis ich komme🤔.
War nur so ein Gedanke.
 
  • #364
Da kann man doch keinen Kundenstamm verkaufen
Den Stamm nicht - aber Informationen.
Ratz Rübesam hat vor 4 Jahren eine neue Geige gekauft. Alle 5 Jahre möchte er eine neue haben. Gibt es nun 3 Geigenbauer in der Region - ist diese Information wertvoll.
Susi Sorgenreich hat eine herrliche alte Standuhr geerbt. Diese lässt sie alle 3 Jahre inspizieren - diese 3 Jahre sind fast um.

So es zumindest etwas Konkurrenz gibt können solche Infos durchaus ihren Wert haben.
 
  • #365
Offenbar ist der Vater sehr spezialisiert, das geht man nicht einfaufen wie einen Liter Milch.
Das ist schon richtig. Und natürlich gönne ich den Beraterkollegen ihr Honorar...
Es gibt durchaus Bereiche, von denen hier noch niemand was gehört hat und die sich durchaus prima tragen, aber keiner will sie.
Nützt halt nichts.

@MissCosmo lässt das hier im Ungewissen und damit ist es frei zur Spekulation. Ist ja auch in Ordnung. Fest steht: eine "Goldgrube" übernimmt gerne jemand, andererseits sollte man sich nicht erst mit 65 Gedanken machen, was man will.
 
  • #366
Das ist schon richtig. Und natürlich gönne ich den Beraterkollegen ihr Honorar...

Nützt halt nichts.

@MissCosmo lässt das hier im Ungewissen und damit ist es frei zur Spekulation. Ist ja auch in Ordnung. Fest steht: eine "Goldgrube" übernimmt gerne jemand, andererseits sollte man sich nicht erst mit 65 Gedanken machen, was man will.
Leider falsch, besagter Kollege versucht seit Jahren seinen Betrieb zu verkaufen. Eher bekommst du Hosenträger im Kloster los. Er versteht es nicht, ich auch nicht. Man hat nichtmal direkte Kunden, was die Arbeit extrem erleichtert, es klappt einfach nicht. Jetzt ist er Ende 60 und hofft weiter.
 
  • #367
Eine Freundin macht mir Vorwürfe, dass ich ihr bei einem Proble nicht helfe, indem ich mich fachlich gar nicht auskenne. Wie oft lässt DU dir solche Vorwürfe gefallen? Wechselst du dann auch ständig das Thema?
Nein ,natürlich nicht. Es ging darum, dass ich keine Lust hätte, mir beispielsweise jedes Mittagessen bei den Eltern durch Vorhaltungen verderben zu lassen sondern das zum Beispiel beim Spazierengehen zu besprechen.
Den Kontakt würde ich nicht abbrechen, auch wegen der Mutter nicht aber ich würde schon Grenzen setzen.
 
  • #368
Fest steht: eine "Goldgrube" übernimmt gerne jemand, andererseits sollte man sich nicht erst mit 65 Gedanken machen, was man will.
Ja das stimmt. Allerdings suchen meine Eltern nicht erst seit 65, sondern schon seit mindestens 4 Jahren mit professioneller Hilfe.

Ich möchte die Branche nicht nennen, allerdings geht es um wesentliches größeres Geschütz (Anlagen, Maschinen) als bei einem Geigenbauer oder so.
 
  • #369
Ja das stimmt. Allerdings suchen meine Eltern nicht erst seit 65, sondern schon seit mindestens 4 Jahren mit professioneller Hilfe.

Ich möchte die Branche nicht nennen, allerdings geht es um wesentliches größeres Geschütz (Anlagen, Maschinen) als bei einem Geigenbauer oder so.
Fest steht: Deine Eltern schätzen den Laden als wertvoll ein, Du wohl auch. Potentielle Käufer nicht.

Berater würde ich in dem Zusammenhang nur mit Erfolgsprovision beschäftigen.
 
  • #370
Ich sehe an der Fragestellung schon das Grundproblem.

Übrigens: Du bist als über 30-jährige Dame nirgendwo durchsetzungsfähig, also in der Besetzung einer beruflichen Führungsposition völlig Fehl am Platz. Macht aber nix, dafür gibt es andere Spezialisten.

Niemand will den Betrieb, schon gar nicht in Corona-Zeiten.
Und ich gebe meinem Vorschreiber recht, keinen Menschen interessiert die Thematik des Betriebes, wenn man sowas abkauft. Die Frage ist, ob die Mitarbeiter genug Geld heranscheffeln, dass es sich lohnt, dass ich daheim sitzen bleiben kann. Es geht nur um den Umsatz, den eine Firma ohne mich erwirtschaften kann, nicht um das "Baby" deines Vaters. Vermutlich ist der Familienbetrieb mit den Maschinen schlichtweg zu unattraktiv und erhält sich nur durch die viele Liebe und Präsenz deiner Eltern. Eine persönliche Spielerei zum Überleben.

Zudem sind deine Eltern mit 60 ziemlich jung für Rente. Unternehmer arbeiten auch bis mindestens 70 oder 75. Rente bekommen sie eh nicht, wenn sie selbstständig sind, sondern sie müssen dann von ihren Ersparnissen leben. In Anbetracht von Corona könnten diese Ersparnisse bald aufgebraucht sein, dann lieber vorher schließen. Ich denke nicht, dass es für dich machbar ist, mehrere Tausend Euro im Monat zu erwirtschaften für Miete (und Mitarbeiter), wenn du von nichts Ahnung hast und keine Lust.

Als was arbeitest du selbst?

PS: Ich finde die Konstellation schlichtweg seltsam. Wenn die FS jetzt verheiratet wäre und der Ehemann würde das haben und führen wollen, wäre es was anders, aber einer unsicheren, jungen Tochter (alleine!) sowas zu geben, die eine solche massive Ablehnung dagegen hegt, halte ich für keine gute Taktik, um sich und andere glücklich zu machen. Gelinde gesagt: Katastrophe!
 
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  • #371
Übrigens: Du bist als über 30-jährige Dame nirgendwo durchsetzungsfähig
In meinem studierten Job bin ich durchaus durchsetzungsfähig! Das ist aber eine ganz andere Branche. Ich verdiene gutes Geld auch ohne Führungsposition!
Zudem sind deine Eltern mit 60 ziemlich jung für Rente.
Wie beschrieben: Meine Eltern sind fast Mitte 60 und hätten bereits Rentenansprüche.
Rente bekommen sie eh nicht, wenn sie selbstständig sind, sondern sie müssen dann von ihren Ersparnissen leben.
Totaler Quatsch! Meine Mutter war als Angestellte eingestellt und hat ihr ganzes Leben in die Rentenkasse eingezahlt und auch privat vorgesorgt.
Mein Vater hat als Selbstständiger ebenso das ganze Leben privat vorgesorgt. Sie hätten beide eine gut ausreichende Rente. Woher kommt ständig das Vorurteil, dass Selbstständige keine Rente bekommen? Vielleicht ein paar Vollidioten, die von der Hand in den Mund leben, aber die meisten Unternehmer die ich kenne, sorgen sehr gut privat vor!
Ich denke nicht, dass es für dich machbar ist, mehrere Tausend Euro im Monat zu erwirtschaften
Ich erwirtschaftete in meinem studierten Beruf mehrere Tausend Euro im Monat. Daher möchte ich den Betrieb auch nicht übernehmen, da ich beruflich gut versorgt bin und ich mich mit der Branche meiner Eltern nicht auskenne.
Wenn die FS jetzt verheiratet wäre und der Ehemann würde das haben und führen wollen, wäre es was anders,
Das wurde im Thread mehrfach diskutiert: Sämtliche Partner von meiner Schwester und mir haben immer gesagt: Sie haben ihren gelernten/studierten Beruf und das mit der Firma ist unsere Sache.

Es wurde auch aufgeführt, dass wir das gar nicht wollen würden, dass ein Ehemann das führt. Jeder hat seinen eigenen gelernten Beruf unabhängig vom Partner. Das ist doch heutzutage normal in Deutschland. Viele lernen sich erst kennen, wenn das Studium vorbei ist und die längst in Job sind.

Bei einer Bekannten hat der Ehemann vor Jahren ihren Familienbetrieb übernommen. Er ging fremd und die Ehe scheiterte. Er lebt längst in einer anderen Stadt und die Firma ging den Bach runter. Das wäre für uns keine Option.
Das spielt keine Rolle. Meine Schwester ist promovierte Wissenschaftlerin in einem großen Konzern und ich habe einen Master mit Festvertrag. Wir haben beide gute Konditionen und möchten das nicht aufgeben.
 
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  • #372
aber einer unsicheren, jungen Tochter (alleine!) sowas zu geben, die eine solche massive Ablehnung dagegen hegt, halte ich für keine gute Taktik, um sich und andere glücklich zu machen. Gelinde gesagt: Katastrophe!
Das ist schon klar. Es ging hier aber auch darum, was man sonst noch machen könnte, wenn sich weder in der Familie noch extern ein Nachfolger findet.

Die meisten Foristen tendierten hier ja zur geplanten Schließung mit dem Verkauf der Maschinen usw.

Ps: Ich bin nicht generell unsicher. Ich bin nur in der Branche meiner Eltern unsicher, da ich es nicht gelernt habe. Jeder, der das nicht gelernt hat, wäre hier unsicher!
 
  • #373
PS: Ich finde die Konstellation schlichtweg seltsam
Was ist bitte an einer Familie mit 2 Töchtern (und keinem Sohn) seltsam? Das ist doch heutzutage eine normale Familie. Oder sind Töchter weniger wert als Söhne?

Wenn eben kein Sohn da ist, dann müssen die Töchter gefragt werden. Und die wollen es nicht machen, da sie in ihren studierten Berufen besser aufgehoben sind. Ist doch klar, dass man zunächst die Kinder fragt.

Zum Thema Ehemann: Meine große Schwester ist verheiratet. Ihr Ehemann möchte den Betrieb aber auch nicht übernehmen. Er hat etwas anderes studiert und einen guten Job, den er nicht aufgeben will. Das war bisher bei allen Partnern so. Woher kommt das veraltete Bild, dass der eingeheiratete Ehemann das führen soll? Die jungen Männer in Deutschland wollen das nicht, die haben ihre eigenen Jobs! Ich halte diese Sichtweise für nicht mehr zeitgemäß, vor allem bei den heutigen Scheidungsquoten. Wir sind in Deutschland und nicht in Saudi Arabien!
 
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