• #91
Mir gefällt gerade die Richtung gar nicht.
Hier tun manche so, als ob Handwerk etwas wäre, was man nicht lernen muss. Handwerker sind Hungerleider ? Haha, kann ich da nur sagen. Wie ist vielen von uns ist gallengrün der Neid aus den Ohren gekommen, als Neverever sein Haus beschrieben hat ? Neverever ist Handwerksmeister. Und stolz darauf. Auf seinen Erfolg, seinen Meisterbrief und seine persönliche Entwicklung. Ja, ein Handwerker ......
Ja, ich weiss, momentan sollen viele Handwerksbetriebe in die nächste Generation übergehen. Und viel zu wenige haben die Nachfolge geklärt. Vielleicht denken so manche Akademiker bei 2000 netto im Monat irgendwann mal wieder ..... Ja, der Handwerkeropa hatte recht. Geschissen und gestorben wird immer.
Bei Miss Cosmo muss ich unbekannterweise Abbitte leisten - ich habe sie für eine verwöhnte Barbie gehalten. Und mich getäuscht. So, wie sie sich hier nicht wegduckt, ihre Eltern und deren Betrieb verteidigt .... alle Achtung. Und Godot sollte hier auch nachlesen .... er hätte mir wahrscheinlich nicht geglaubt, wie wenig sich Arbeitnehmer doch an einem Unternehmen beteiligen wollen.
 
  • #92
Du bist in einer gesicherten Position und verdienst gut Geld, Deine Eltern ebenso gut versorgt.
Was passiert, wenn sich niemand weiter für den Betrieb interessiert. Dann liegt er brach und verfällt. Ich weiß nicht ob du mal darauf geachtet hast aus welchen Gebäuden, wirklich tolle Wohnanlagen gebaut werden. Kirchen werden umgebaut, alte Fabriken werden in große Wohnungen ( Loft ) umgebaut. Wie sieht es denn damit aus. Du sagst ja das alles bezahlt ist. Ich würde Wohnraum schaffen und vermieten. Denk mal darüber nach und lass dich kompetent beraten. Kredit wird auch kein Problem sein bei bezahlter Immob. und vielleicht findet ihr noch zusätzlich einen Investor...
 
  • #93
Hier tun manche so, als ob Handwerk etwas wäre, was man nicht lernen muss
Ich wär eigentlich gern handwerklich interessiert gewesen und hätte dafür Talent gehabt :D Leider zwei linke Hände, die noch dazukommen... ich find es toll, wenn man etwas wirklich erschaffen kann und daran Freude hat; ich stelle mir das sehr sinnstiftend vor. Eine Freundin ist Goldschmiedin, auch das finde ich spannend.
Dass viele nicht Chef sein wollen, müsste ja eigentlich jedem klar sein, der sich bisschen umhört. Das muss man eben wollen, die Verantwortung tragen und dann auch mit wenig Freizeit und Sorgen klarkommen. Auch davor hab ich Achtung, ich finde, das ist aber eben eine sehr persönliche Entscheidung und wenn jeder Arbeitgeber sein würde wollen, gäbe es keinen, der die Jobs am unteren Ende der Rangfolge macht. Ich finde es nicht gut, wenn dann so getan wird, als wäre Arbeitsgeber sein ja was viel besseres oder ehrenwerter als Arbeitnehmer. Es braucht eben beide in allen Branchen. Ich möchte ja auch kein Chef sein, weil ich schon die Personalführung nicht gut könnte, denke ich. Ich fühl mich deswegen aber auch nicht schlecht, ich nehme die Vor- und auch die Nachteile in Kauf. Nur ständig über die Arbeitgeber meckern darf man dann nicht; denn dann könnte man es ja selbst besser machen. Wie Leute, die kein Fußball spielen, nur schauen, und sich dann aufregen, was sie alles anders machen würden...
 
  • #94
Aber in der Tat: Ich möchte die alleinige Gesamtverantwortung für diesen Betrieb nicht tragen. Sowas muss man können, gelernt haben, Interesse haben, den Meister haben,wirklich wollen.
Finde ich in Ordnung, würde ich auch nicht machen. Ich finde auch ok, wenn jemand in seinem 3000-Menschen-Betrieb keine Gesamtverantwortung tragen möchte. In dem Fall würde ich mich dann halt entweder komplett raushalten oder den Laden gleich verkaufen.

Ich kenne weniger Frauen, die diese Positionen wollen, viel mehr Männer, denen das wichtig ist, und unsere Firma sucht händeringend Frauen! Wenn aber keine will, soll man dann eine schlechtere nehmen?
Das ist für mich der Kern des Themas.

Ja, man muss dann eine schlechte nehmen. Wegen der Quote, wenn es nach manchen Forderungen geht. Aber natürlich stehen dann alle Frauen, die den Job bekommen, weil sie gut sind, erstmal unter "Quotenverdacht".

Ich habe erst diese Woche wieder so einen tollen Gleichstellungsplan gelesen, der sowieso nicht erfüllt werden kann. Da tun dann alle betroffen und es wird der nächste Plan geschrieben. Eigentlich müsste man Gleichstellungsbeauftrage entlassen, wenn sie ihre Ziele nicht erreichen.

Man wirft den Männern laut Seilschaften vor, aber wenn es dann darum geht, selbst aktiv zu werden, wird es leise. Z. B. an Grundschulen unterrichten fast nur Frauen. Wenn es um die Leitung geht, kneifen sie und die Stellen lassen sich kaum besetzen. Eigentlich müsste man die Frauen dann konsequent auch in die gesellschaftliche Verantwortung nehmen oder die Schulen schließen (geht natürlich nicht). Im Einzelhandel arbeiten 2/3 Frauen, aber nur 20% in Führungspositionen. Wegen Männerseilschaften? Lächerlich.

Gesellschaftlich betrachtet wird aus der emanzipierten Ecke laut nach Quoten gerufen, damit Frauen in Führungspositionen kommen können. Aber - viele Frauen das gar nicht . Ist doch auch in Ordnung, gesundheitlich und für die Work-Life-Balance betrachtet auch viel cleverer. Aber dafür können dann wir Männer nichts.
Ich denke, da wird der Anteil an "Chef-sein" oft verwechselt damit, was das dann tatsächlich bedeutet. "Chef kann jeder" ist die Sichtweise, die dahinter steht. Führungsromantik.

Nein, kann längst nicht jeder, denke ich. "Chef sein" ist nicht, drei kompetente Geschäftsführer suchen (schon das ist eine Kunst) und dann die Chefin raushängen lassen. Chefin sein ist Verantwortung tragen, sich um ein Unternehmen kümmern, Entscheidungen treffen, sich einsetzen, für die Mitarbeiterinnen da sein.

Die FS hat völlig Recht, wenn sie das für ein Unternehmen in einem Bereich, in dem sie keine Ahnung hat, nicht macht. Und ihr Vater ist ein schlechter Chef mit fehlendem Verantwortungsgefühl für seine Mitarbeiter, wenn er auf solche Ideen kommt. Eigentlich ist er schon ein schlechter Chef, wenn er plötzlich 65 wird und merkt, dass die Rente ansteht.
 
  • #95
Wenn sich ein gutes Nachfolgekonzept findet, dann würden die mit dem Preis sehr sehr weit runtergehen. Einfach damit es weitergeht! Es geht hier nicht vorrangig nur uns Geld.
Bis hier also #58 habe ich gelesen. Ich habe eine Idee und bin nun zu ungeduldigt die weiteren Antworten zu lesen. Sollte mein Vorschlag zwischenzeitlich von einem anderen Foristen gekommen sein so bitte im um Entschuldigung.

Setzt den übrigen Mitarbeitern die Pistole auf die Brust. Entweder sie alle gemeinsam übernehmen den Betrieb oder deine Eltern schliessen den Laden. Dann überlegen sie sicher ob sie lieber arbeitslos werden wollen oder gemeinsam weiterarbeiten möchten.
Deine Eltern können den Mitarbeitern den Betrieb einfach schenken. Dein Vater kann dann als Meister pro forma im Betrieb bleiben.
Klingt ungewöhnlich! Ich weiss, aber in der Situation sollte man mal ungewöhnlich denken.
 
  • #96
Setzt den übrigen Mitarbeitern die Pistole auf die Brust. Entweder sie alle gemeinsam übernehmen den Betrieb oder deine Eltern schliessen den Laden.
Leider haben die kein Interesse daran. Ein Geselle ist Ende 50, in dem Alter möchte er sich nicht mehr selbstständig machen. Ein anderer Mitarbeiter ist privat verschuldet und dürfte gar nicht in die Selbstständigkeit. Alle anderen kommen auch nicht infrage bzw wollen nicht, leider.
 
  • #97
Alle anderen kommen auch nicht infrage bzw wollen nicht, leider.
Dann werden sie halt arbeitslos!
Auch der Geselle Ende 50 darf sich einen neuen Job suchen.
Ich finde, das sollte dein Vater ruhig noch mal versuchen.
Er soll verschenken und nicht verkaufen bzw. nur für einen symbolischen Preis - 1 € an ALLE und nicht an EINEN der dann die Gesamtverantwortung übernimmt.
Wie sagte mal Herbert Achternbusch:
Du hast keine Chance, aber nutze sie.
 
  • #98
Unsere direkten Nachbarn (landwirtschaftlicher Betrieb) haben vier Töchter. Alle arbeiten jetzt in sozialen oder kaufmännischen Berufen, obwohl sie früh an die Arbeit herangeführt worden sind und der Betrieb gut läuft. Es interessiert sie schlichtweg einfach nicht!

Ganz einfach, weil sie sehen welcher Arbeitsaufwand dahinter steckt, solche Leute arbeiten meist Tag und halb Nacht, haben ausschließlich Arbeit im Kopf, keine Freizeit, kein Urlaub, kein Wellness, keine Auszeit, keine anderen Gedanken, nur arbeiten!
Ihr habt beide recht. Für mich wäre das auch nichts. Trotzdem bin ich natürlich froh, dass es welche gibt die den Job machen. Wenn keiner mehr das machem würde dann hätte man nicht mehr seine Brötchen auf dem Tisch und im Supermarkt leere Regale.
 
  • #99
Dass sie ihr Auskommen hatten, ihren Töchtern die Ausbildung sicherten, sich einen Standard erarbeiteten, ein Zuhause haben UND ihr Alter gesichert ist, werden sie als Lebensleistung nicht sehen.
Vielleicht könnten ihnen das MissCosmo und ihre Schwester mal sagen - mit einem Danke an die Eltern, und etwas Verständnis.
Finde ich eine sehr gute Idee.
Danke an Lionne für den ausführlichen Text oben.
Das waren auch meine Gedanken zu dem Thema.

Gerade im medizinischen Bereich fällt der geringe Anteil von Frauen in leitenden Positionen auf, obwohl es da mittlerweile mehr Frauen als Männer gibt. Liegt das nur an Männerseilschaften?
Nein.
Es liegt am Kinderwunsch, bzw den realen Kindern.
Kenne viele Frauen, die jetzt spätgebährend zwar in ihren Job zurück können,
aber dort nur noch auf der Stelle treten.
Und Chefarzt im KHK bedeutet:
Sehr sehr viele Überstunden. Welche Mutter macht das freiwillig?

Und was Mint-studienfacher und Handwerk angeht:
Mädchen trauen sich das oft nicht zu.
Und/oder werden zu spät mit den Themen konfrontiert.
Bin auch unglücklich darüber, dass schon im Kiga die Mädchen fast den halben Tag in der Puppenecke rumhängen.🙄
Was lernt man da schon
 
  • #100
Dass viele nicht Chef sein wollen, müsste ja eigentlich jedem klar sein, der sich bisschen umhört. Das muss man eben wollen, die Verantwortung tragen und dann auch mit wenig Freizeit und Sorgen klarkommen.
Das, was dabei nervt ist, dass Handwerk dann abgewertet wird. Und da braucht es eben die Menschen, die sich selbstständig machen und Arbeitsplätze schaffen.
Und, dass denen, die Unternehmer sind, dann das Geld geneidet wird, weil "das ja jeder kann".
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #101
Das sollte natürlich nicht so sein.
Und Chefarzt im KHK bedeutet:
Sehr sehr viele Überstunden. Welche Mutter macht das freiwillig?
Bedeutet aber andererseits, dass man diese Jobs dann nicht machen möchte oder kann. Wir müssen alle im Leben entscheiden, womit wir es verbringen möchten. Wenn eine Mutter die Dienstzeiten eines Chefarztes nicht leisten kann, dann wäre sie da im falschen Job. Dass die Chirurgin die Blinddarm-OP unterbricht, weil sie die Kinder aus dem Kindergarten holen muss, passt ja irgendwie auch nicht.
Und was Mint-studienfacher und Handwerk angeht:
Mädchen trauen sich das oft nicht zu.
Ja, leider, denn sie sind oft besser als die Jungs. Ich denke aber, es ist nicht nur das Zutrauen, sondern eher das Interesse.
Und/oder werden zu spät mit den Themen konfrontiert.
Bin auch unglücklich darüber, dass schon im Kiga die Mädchen fast den halben Tag in der Puppenecke rumhängen.🙄
Was lernt man da schon
Da lernt man, dass Arzthelferinnen ganz wichtig sind :)
 
  • #102
Liebes Forum, seit Jahren belastet es mich (w31), dass meine Eltern mir immer mal wieder vorwerfen, dass sie wegen mir nicht in Rente gehen können.
Zu dem was einen belastet sollte man Abstand herstellen.
Es war seit Generationen immer so, dass der älteste Sohn den Betrieb übernommen hat.

Nun haben meine Eltern aber keinen Sohn, sondern lediglich zwei Töchter. Für uns beide war aber nach dem Abi klar, dass wir lieber studieren wollen, anstatt eine Handwerkslehre zu machen.
Das deine Eltern lediglich zwei Töchter haben hat mit diesem Problem schon deswegen nichts zu tun weil Söhne ggf. ebenfalls lieber etwas anderes gemacht hätten.

Das Problem von Kindern im elterlichen Betrieb ist gelegentlich, dass die Alten keinen einzigen Faden aus der Hand geben wollen. In der Regel wird dies mit den begrenzten Fähigkeiten der Kinder begründet. Dies wird denen dann auch regelmäßig vermittelt.

In Wirklichkeit geht es um Angst vor den Kontrollverlust und persönliche Selbsterhöhung.

So ein Spielchen treiben solche Menschen aber nicht nur mit den eigenen Kindern sondern auch mit potentiellen fremden Nachfolgern oder Kandidaten aus dem eigenen Betrieb. Das tut sich kein intelligenter Mensch an. Schon überhaupt nicht wenn er noch eine fette Ablöse zahlen soll.

Dich mit Schuldvorwürfen zu traktieren, weil du dein eigenes Ding machst statt ihre Erwartungen zu bedienen passt genau in diese Richtung.

An deiner Stelle, ist natürlich leichter gesagt als getan, würde ich mich vom Problem deiner Eltern und wenn diese das nicht zulassen wollen mich auch von ihnen distanzieren. Daher z.B. jedes Telefonat mit entsprechenden Vorwürfen sofort durch Auflegen beenden.

Wenn sie wie du schreibst gut vorgesorgt haben sollten sie mit einer Liquidation ihres Betriebs keine materielles Probleme haben. Es geht also nicht um eine materielle Bedrohung sondern um Emotionen und Macht.

Wie sind deine Eltern eigentlich in anderen Bereichen mit dir und deiner Schwester zufrieden?

Hast du ihnen mal einen deiner Kandidaten vorgestellt? Fanden sie einen davon gut? Bedenkst du bei deiner Suche nach Partnerschaft auch potentielle Wünsche deiner Eltern? Wenn ja, dann solltest du dies schnellstens sein lassen.
 
  • #103
Das tut sich kein intelligenter Mensch an. Schon überhaupt nicht wenn er noch eine fette Ablöse zahlen soll.
Eben im Vergleich zu einer Anstellung in einer guten Firma ist es einfach unattraktiv. Viele wollen das nicht, daher findet sich auch niemand.
Wie sind deine Eltern eigentlich in anderen Bereichen mit dir und deiner Schwester zufrieden?
Egal was ich mache: Es ist schlecht, schon immer.
 
  • #104
Egal was ich mache: Es ist schlecht, schon immer.
Na dann stell dir mal vor, du hättest doch eine Lehre in diesem Bereich gemacht, würdest jetzt demnächst den Betrieb übernehmen und deine Eltern, dynamische, sich langweilende Jungrentner, die im gleichen Dorf wohnen, würden täglich kommen, um zu gucken, wie's so läuft.
Ächz !
Nix wie weg, würde ich sagen.

w 53
 
  • #105
Egal was ich mache: Es ist schlecht, schon immer.
Ja. Bei deiner Partnersuche bist du ja auch sehr kritisch, evtl. so wie deine Eltern mit dir?
Den inneren Kritiker schleppt man dann ja mit sich herum.
Vielleicht ist es an der Zeit, sich abzunabeln. Deine Eltern haben ihr Leben, du deines. Dann klappt es vielleicht auch mit der Partnersuche besser. So wirkt es, als ob du nicht frei bis, sondern unsichtbaren Ballast aus Schuldgefühlen mit dir rumschleppst.
Der Anerkennung der Eltern hinterherzurennen, kann ein lebenslanges Unterfangen sein, siehe Michael Jackson z. B. Gib sie dir selbst.
 
  • #106
Hey, erstmal möchte ich anmerken, dass ich die Frage sehr interessant finde, „unsere“ neue Moderation sehr begrüße, habe ich aber an anderer Stelle schon erwähnt, es macht viel mehr Freude, zu schreiben ... Ein Danke dafür!

Ich kenne beide Seiten, Selbständigkeit und Arbeitnehmer sein. Meine Eltern haben eine alteingesessene Bäckerei/Konditorei geführt, ich die einzige Tochter. Ich war nach dem Studium im Angestelltenverhältnis und komplett fachfremd. Meine Eltern haben nie erwartet, dass ich den Betrieb übernehmen würde, da es gerade in dem Bereich und der Größe schwierig ist, nur auf Fremdpersonal angewiesen zu sein. Mit Vollendung des 60. Lebensjahres haben sie die Räumlichkeiten vermietet, die GmbH aufgelöst und fertig.
Ich selbst habe mit 39 nochmals eine ganz andere Ausbildung begonnen und mich selbständig gemacht. Im Rückblick fand ich das Angestelltenverhältnis sehr unschön. Das muss eben jeder für sich entscheiden, welche Art der „Abhängigkeit“ er besser ertragen kann, vom „Kunden“ oder vom Chef😉
Sehr ärgerlich finde ich die Diskussion bezüglich der Versicherungen ... nahezu jeder Selbständige muss doch einen Pflichtanteil in die Rentenversicherung zahlen, oder? Ich als Logopädin (noch) nicht, habe aber eben private Vorsorge betrieben. Zu dem Thema KV kann ich nur sagen, dass es eine Unverschämtheit ist, was gesetzliche KK da machen. Ich war 40 Jahre bei der DAK versichert. Im Zuge meiner Selbständigkeit bekam ich dann den Bescheid, dass sich die zukünftigen Beiträge an meinem UMSATZ orientieren würden, was für eine Existenzgründung natürlich suboptimal ist. Wie bitte soll man so etwas bezahlen, man hat doch so hohe Kosten, nahezu keinen Gewinn am Anfang?
Ich bin dann im fortgeschrittenen Alter eben in eine Private gegangen.
Zum Thema Quote kann ich nur sagen, dass die hier angeführten Vergleiche hinken. So lange es für Frauen nicht akzeptable Möglichkeiten gibt, gewünschte Kinder gut zu betreuen, müssen wir gar nicht weiter diskutieren. Ich kann gar nicht aufzählen, wie oft ich gehört habe, warum ich ein Kind bekommen habe, um es dann mit zwei stundenweise in die Kita zu geben ...
Es ist halt nicht jede Frau bei Mercedes beschäftigt mit betriebsinternem Kindergarten! Und so lange das nicht besser läuft, bin ich absolut für die Quote. Dass Frauen oft keine berufliche Verantwortung mehr übernehmen können/wollen, liegt dann an den Rahmenbedingungen. Und nicht an der Unlust/dem Unvermögen.
 
  • #107
Mein Sohn lernt gerade einen Handwerksberuf, er würde gerne übernehmen - sehr kleiner Betrieb, aber sehr fein. Hier hört der Chef auf, die Gebäude sind toll, er wird das ganze Anwesen verkaufen.
Das kann sich mein Sohn nicht leisten.
Ich finde @godot s Idee mit der Übergabe des Betriebs für einen symbolischen €, so wie man es mit Schlössern und säkularisierten Kirchen macht, nicht schlecht.
Du sagst, deine Eltern wollen vor allem, dass der Betrieb weiter geführt wird und würden sehr weit im Preis runtergehen.
An solche 1-€-Verkäufe sind ja immer Bedingungen geknüpft, das könnten deine Eltern ja auch, damit sie weiter einen Handwerksbetrieb sehen können.
Ok, im vorliegenden Gewerk findet sich keiner und es reicht auch nicht, um gut davon zu leben, aber vielleicht könnten sie ihre Bedingungen ja etwas weiter spannen.
Also nicht, es müssen fünf Leute in Lohn und Brot stehen und zwar im Gewerkt HLS oder Schlosser ( so was wird's sein, richtig ? ), vielleicht fänden sie es auch gut, wenn ein einziger Kunsttischler, der nicht davon leben muss, z.B. weil seine Frau viel verdient und froh ist, wenn er glücklich ist, dort, ohne sich krumzubuckeln, wunderbare Möbel aus massivem Kirschbaum herstellt, alles Unikate und nur auf Vorbestellung.

Der freut sich vielleicht sogar, wenn deine Eltern ab und zu vorbeikommen, dann sitzen sie im Hof, trinken Kaffee und erzählen von früher und heute.
Das, was dieser fiktive Schreiner so macht, kritisieren sie vielleicht weniger als dich, denn er ist ja ein Fremder.

w 53
 
  • #108
Und, liebe FS, ich denke, Du hast die richtige Entscheidung getroffen. Deine Eltern sind für ihre Entscheidungen verantwortlich, nicht Du oder Deine Schwester. Zumal Deine Eltern Dir doch diese Verantwortung gar nicht „aufhalsen“, oder?
Ich weiß, was sog. moralische Verantwortungen auslösen können. Fühlst Du Dich vielleicht schuldig, weil Dir Deine Eltern eine gute Ausbildung zukommen ließen? Ganz klar: das ist deren Aufgabe!
Das war mal eine Antwort meiner Therapeutin, als ich genau das in Frage stellte.
Du klingst sehr reflektiert, sehr bewusst, aber ich kann Die wirklich nur sagen, lass Deine Eltern ihre Entscheidung treffen und halte Dich da raus, wenn möglich.
 
  • #110
Egal was ich mache: Es ist schlecht, schon immer.
Ein Großteil der Diskussion ging hier bisher darum wie das Bedürfnis deine Eltern ihr Unternehmen fortleben zu lassen befriedigt werden kann und ob bzw. was du dazu beitragen könntest. Z.B. strategisch heiraten so wie im 19. Jahrhundert oder so.

Ein paar User haben bereits angedeutet, dass das nicht die eigentliche Fragestellung ist. Die eigentliche Fragestellung ist, dass deine Bedürfnisse für dich selbstverständlich Vorrang vor denen deiner Eltern haben. Kinder stehen ggü. ihren Eltern in keinem Schuldverhältnis was sie abarbeiten müssen.

Mir kommt es so vor als würden deine Eltern versuchen diesen Betrieb benutzen um dich festzuhalten, zu kontrollieren, an sich zu binden.

Wenn du es für dich schaffst unterdrücke jede Kommunikation über die Nachfolge in diesem Betrieb und machen deinen Eltern klar, dass du Respekt erwartest.

Im Zweifel lässt sich dies nur durch eine deutliche Kontaktreduktion erreichen. Jeder Schuldvorwurf und jede Abwertung muss Konsequenzen haben. Dann kann sich dein Verhältnis zu deinen Eltern mit der Zeit deutlich verbessern.

Und ihr Unternehmensproblem bekommen sie schon allein ohne ihre Tochter geregelt.
 
  • #111
Liebe @MissCosmo, ich habe es mir von Anfang an gedacht😢
Dein „Problem“ ist nicht der elterliche Betrieb, sondern die Wertschätzung Deiner Person. Schön wäre es doch, dass Deine Eltern Deinen tollen Lebensweg wertschätzen würden, oder?
Deine Leistung, Dein Engagement zu würdigen wissen ... Tun Sie aber nicht. Weißt Du auch warum? Mindestens ein Elternteil projiziert eine nicht erfüllte Erwartungshaltung auf Dich und macht Dich zur Schuldigen.
„Wärst du nicht entstanden, wäre ich niemals mit Deinem Vater zusammengekommen“
Originalaussage meiner Mutter, Schuldumkehrung, ich bitte Dich wirklich, löse Dich!
Mir hat es sehr geholfen, 450 km zwischen mich und meine Eltern zu bekommen.
Sei stolz auf Dich und beende sofort dieses Hinterfragen🙏
 
  • #112
ob du mal darauf geachtet hast aus welchen Gebäuden, wirklich tolle Wohnanlagen gebaut werden. Kirchen werden umgebaut, alte Fabriken werden in große Wohnungen ( Loft ) umgebaut. Wie sieht es denn damit aus.
Sie sagt, das liegt am A**** der Welt. Da kommt noch níchtmal der dringend benötigte eine Mister hin, geschweige denn diverse Leute, die für Lofts dort Geld ausgeben wollen - nicht das passende Umfeld, kaum Tourismus.
Es geht den Eltern darum, Geld einzunehmen aus der Betriebsübergabe, nicht darum noch Geld auszugeben.

Handwerker sind Hungerleider ? Haha, kann ich da nur sagen. Wie ist vielen von uns ist gallengrün der Neid aus den Ohren gekommen, als Neverever sein Haus beschrieben hat ?
Tu doch nicht so, als wäre das die Normalkarriere für einen Handwerker - ist es weder für den angestellten noch für den selbstständigen Handwerker.
Wäre das der Normalzustand, gäbe es keinen Personalmangel unter Handwerkern, sondern Arbeits- und Ausbildungsplätze wären heiß begehrt.

Diese und ganz viele andere Betriebsübernahmen bieten eben nicht die Chancen, aber schlechte Arbeitsbedingungen für zu wenig Geld und darum will auch keiner nicht nur diesen Betrieb nicht übernehmen.
Mir ist das Thema aus der wirtschaftspolitischen Lektüre seit mehr als 15 Jahren bekannt, mit steigender Tendenz. Es ist so, weil die Chancen nicht so gut sind und weil die jungen bis mittelalten Menschen anders leben und arbeiten wollen.

Das Nachfolgeproblem im Handwerk ist wie bei vielen anderen Berufsfeldern zum großen Teil herbeigeführt durch das permanente Schlechtreden der Arbeitsbedingungen, Löhne etc durch die eigenen Verbände, Fachgewerksschaften etc. und durch schlechte Erfahrungen der Berufstätigen, die sie dann in große Unternehmen oder in die Industrie wechseln lassen.

Warum ein wenig Chancen bietendes Unternehmen übernehmen, sich dafür verschulden, um dann viel zu arbeiten und doch nicht wirklich gutes Geld zu haben?
Da starten die jungen Leute lieber ohne einen Berg Schulden im Großunternehmen, verdienen gut, haben Betriebsrenten, Arbeitsschutz, Weiterbildungen und gute Tarifverträge.

Dass ein 50-jähriger Geselle keinen Meister mehr macht und sich verschuldet, um sich dann immer noch verschuldet 10 Jahre später in einer noch schlechteren Übergabesituation wie die jetzigen Firmeninhaber wiederzufinden, sollte selbst einem Milchmädchen klar sein.

Egal was ich mache: Es ist schlecht, schon immer.
Dann sollte es für Dich kein Problem sein, einmal mehr was Schlechtes zu machen und Dich dem Thema komplett zu verweigern, bis Deine Eltern es selber gelöst haben.
Bleib halt Ostern bei Dir zuhause, ist eh Corona und Du musst Dir nicht das Gleiche anhören wie schon Weihnachten.
 
  • #113
Bin auch unglücklich darüber, dass schon im Kiga die Mädchen fast den halben Tag in der Puppenecke rumhängen.🙄
Was lernt man da schon
Ganz provokant: Gesellschaftlichen Zusammenhalt!
In meinem Umfeld sind es viel häufiger die Frauen als Männer, die sich abkoppeln vom Hinterherrennen nach Status und Geld, die auf ihre Life-Work-Balance achten und sich um ihre Gesundheit kümmern. Ok hat mit Puppen erstmal recht wenig zu tun, aber dadurch sprechen sie über ihre Gefühle und können mehr Empathie aufbringen. Finde ich wichtig für unsere Gesellschaft.
Mein Sohn war heute traurig, dass seine Freunde wieder nicht mit ihm in der Puppenecke spielen wollten 🥰

Danke an die spannende Diskussion um Quotenregelung von @mokuyobi und @Lebens_Lust 🙂
W37
 
  • #114
Das ist der Betrieb deiner Eltern, selbst wenn ein Kind ein Junge geworden wäre, wär das niemals ein Garant dafür, dass er den Betrieb übernehmen würde/weiterführen würde.

Hab eine Freundin, ihr Opa hat die Firma (Elektriker) gegründet, übernommen hat es die Tochter. Nun hat auch meine Freundin eine Niederlassung übernommen, die andere nach wie vor ihre Mutter. Einer ihrer Brüder ist quasi der Chef in Sachen (Elektrozeugs) denn sie hat nicht so den Plan davon, wenn ich mal ne frage hatte „oh warte, ich muss meinen Bruder fragen, F. ruft dich gleich an“ 🤣. Der andere Bruder macht etwas völlig anderes. Ich find es gut gelöst. Sie wollte es von Beginn an, hat nach der Realschule eine Ausbildung im Betrieb der Mutter gemacht.
Trotzdem hätte sie sich wie ihr anderer Bruder auch dagegen entscheiden können.
Meine Freundin hat auch eine kleine Tochter hat bis zum Schluss (1. Tag vor Geburt) gearbeitet und arbeitet auch schon wieder, ist was anderes wenn man selbstständig ist, hat aber auch Vorteile ihre Arbeitszeit frei einteilen, abgesehen von den Ladensöffnungszeiten wobei da dann auch Angestellten einspringen.

Fühl dich nicht verantwortlich dafür. Man kann seine Kinder nicht zwingen den Betrieb fortzuführen.

Ist ein kleiner Betrieb oder?
Klar ist es schade, wenn der Betrieb komplett geschlossen wird, ist dann aber so.
Betrieb aufgeben und gut, das ist doch keine Katastrophe, Mensch. Sie haben gut vorgesorgt und sollten froh sein, dass der Betrieb soviel abgeworfen hat!
Denke ich auch. Wer weiß was ein Nachfolger daraus machen würde.

W 26
 
  • #115
Mir gefällt gerade die Richtung gar nicht.
Hier tun manche so, als ob Handwerk etwas wäre, was man nicht lernen muss. Handwerker sind Hungerleider ?
Haha, ist so. Wer arbeitet denn weiter in Corona Zeiten? Sind auch die Handwerker.
Der Freund meiner Mutter leitet eine Filiale (kennt man, auch geöffnet in Corona Zeiten für die gewerblichen Kunden - Handwerker, die da kräftig einkaufen)
Die Handwerker haben viele Aufträge, es ist manchmal nicht einfach einen zu finden. Wir sind froh alles zentral über die Baufirma in Anspruch genommen zu haben (außer Erdarbeiten) weil es da nie Probleme gab, uns wurde eine Firma zugewiesen, die hat sich mit uns in Verbindung gesetzt, gesagt was vorher erledigt sein muss und ist dann gekommen und hat die arbeiten ausgeführt.
Klar war das teurer aber auch unkomplizierter.
Unser Nachbar hatte da irgendwelche komischen die ständig was verbockt haben, manchmal zu uns kamen und geschaut haben wie unsere Handwerker das gemacht haben 🤦‍♀️dann ist sein „Handwerker“ oder eher Pfuscher? noch insolvent gegangen, zum Glück erst recht spät, es war nicht mehr so viel zu tun.
Gute Handwerker sind Gold wert☝️
Mein Schwiegervater und Vater beides Handwerker, haben immer was zutun, können sich vor Aufträgen nicht retten, teilweise werden Aufträge an Subs vergeben da sie nicht hinterher kommen.

Vielleicht denken so manche Akademiker bei 2000 netto im Monat irgendwann mal wieder ..... Ja, der Handwerkeropa hatte recht. Geschissen und gestorben wird immer.
Ja, so viele studieren und sowas wie Bäcker, die Handwerksberufe etc. bleiben auf der Strecke.
So als zarte Frau, da bin ich ehrlich, würde ich mir auch keinen Handwerksberuf aussuchen, wobei ich es schon cool finde was zu erschaffen, was man sieht und anfassen kann. 🙂
 
  • #116
Nun hat auch meine Freundin eine Niederlassung übernommen, die andere nach wie vor ihre Mutter. Einer ihrer Brüder ist quasi der Chef in Sachen (Elektrozeugs) denn sie hat nicht so den Plan davon, wenn ich mal ne frage hatte „oh warte, ich muss meinen Bruder fragen, F. ruft dich gleich an“ 🤣
Hey, die sind zu zweit und haben das gut gelöst. Aber ich wäre ja ganz alleine. Also wenn ich jetzt einen Bruder hätte, der die Technik leitet (denn ich habe ja keine Ahnung davon), dann könnte ich wie deine Freundin ins Büro und man könnte sich das aufteilen. Bei einem größeren Betrieb auch viel einfacher.

Aber ganz alleine finde ich das schwierig. Ich finde, wenn man alleine einen Kleinbetrieb leitet, dann sollte man auch Ahnung vom Inhalt haben. Ich habe aber was ganz anderes studiert. Ich könnte mir vorstellen, dass das deine Freundin ohne den Bruder (also alleine) auch nicht gemacht hätte. Ich finde halt, der Chef in einem 5 Mann Betrieb sollte das Fachliche beherrschen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #117
Ich finde halt, der Chef in einem 5 Mann Betrieb sollte das Fachliche beherrschen.
Das siehst Du richtig, auch in größeren Betrieben.
Sogar in manchen Großbetrieben steckt man Auszubildende, Dual Studierende in die Produktionsabteilungen, damit zumindest mal etwas Gespür entwickelt wird.

Aber MissCosmo, das ist letztendlich doch nicht Dein eigentliches Thema.

Das hier ist es -
"Egal was ich mache: Es ist schlecht, schon immer"

Und da hilft nur, akzeptieren, dass Eltern so sein können, für sich lernen, das man gut IST, und Grenzen gegenüber den Eltern setzen.

Denn, Du wirst, egal was Du machst, NIE gut genug für sie sein.

Du könntest es ihnen mal ganz hart sagen.. Vielleicht wachen sie dann auch auf, es gibt diese Eltern, denen es nicht bewusst ist, WAS ankommt.

"Nix geschimpft ist gelobt genug..." - Du kommst ja aus dieser Ecke.
Und das Kind denkt, es wird immer nur gemeckert.

W, 51
 
  • #118
Warum ein wenig Chancen bietendes Unternehmen übernehmen, sich dafür verschulden, um dann viel zu arbeiten und doch nicht wirklich gutes Geld zu haben?
Da starten die jungen Leute lieber ohne einen Berg Schulden im Großunternehmen, verdienen gut, haben Betriebsrenten, Arbeitsschutz, Weiterbildungen und gute Tarifverträge.
Das bringt es finde ich gut auf den Punkt.

Ich sehe es ja an mir und anderen: Mit einer guten Ausbildung bzw Studium bieten sich genügend gute Chancen in einem sicheren Angestelltenverhältnis, noch dazu gut bezahlt. Warum dann verschulden?
 
  • #119
Tu doch nicht so, als wäre das die Normalkarriere für einen Handwerker - ist es weder für den angestellten noch für den selbstständigen Handwerker.
Was ist die "Normalkarriere" im Konzern? Letztlich ist das ja auch immer eine Frage, welche Eingangsvoraussetzungen man mitbringt und wie man sich reinhängt. Mittlerweile geht eben studieren, wer irgendwie kann. Aber Du hast schon recht, dann ist es im Konzern gemütlicher. Im Moment. Ob das auf Dauer überall so bleibt?
Übrig bleiben aber auch die, die nicht studieren können, weil sie in der Schule nicht klarkommen. Da kann man sicher nicht pauschalisieren, aber das sind dann schon eher auch die, die im Konzern auch keinen sicheren Arbeitsplatz bekommen. Für die kann Handwerk schon eine Chance sein, aber natürlich ist das Arbeit und geht nicht von selbst.
Je mehr studieren gehen, desto schwieriger wird es in allen Bereichen. Die Sekretärin mit Masterabschluss ist ja nun auch kein Traumjob.
Mir ist das Thema aus der wirtschaftspolitischen Lektüre seit mehr als 15 Jahren bekannt, mit steigender Tendenz. Es ist so, weil die Chancen nicht so gut sind und weil die jungen bis mittelalten Menschen anders leben und arbeiten wollen.
Ja, möglichst risikofrei viel Geld verdienen. Im Extrem am liebsten als Inhaber, für den die Geschäftsführer die Arbeit machen.
Wenn ich mir so manche Handwerksunternehmen in der Umgebung ansehe, dann geht es denen finanziell ziemlich gut, aber sie arbeiten auch ordentlich dafür. Wer fachlich und betriebswirtschaftlich gut ist, bei dem läuft der Laden.
Gerade weil die meisten anders leben wollen, dürfte in Zukunft solides Handwerk an vielen Stellen gefragt sein. Egal, ob Häuser angestrichen werden oder Kabel verlegt, das wird immer notwendig sein. Will es niemand machen, steigt der Preis.
Das Nachfolgeproblem im Handwerk ist wie bei vielen anderen Berufsfeldern zum großen Teil herbeigeführt durch das permanente Schlechtreden der Arbeitsbedingungen, Löhne etc ...
Wer selbstständig ist, legt seine Arbeitsbedingungen weitgehend selbst fest. Auch für Personal. Es gibt da schon clevere Konzepte, aber, wie oben geschrieben, oft sind das eben Menschen, die zwar hart arbeiten können, aber keinen Betrieb führen...
Warum ein wenig Chancen bietendes Unternehmen übernehmen, sich dafür verschulden, um dann viel zu arbeiten und doch nicht wirklich gutes Geld zu haben?
Hier hat gerade einer die örtliche KFZ-Werkstatt übernommen. Er ist ein exzellenter Fachmann und die Werkstatt war exzellent geführt. Ich bin sicher, ein Erfolgsmodell. Aber nicht 9 to 5.

Dass keiner Lust hat, einen so la la laufenden Betrieb irgendwo auf dem Dorf zu übernehmen, ist nachvollziehbar.
 
  • #120
Ganz provokant: Gesellschaftlichen Zusammenhalt!
In meinem Umfeld sind es viel häufiger die Frauen als Männer, die sich abkoppeln vom Hinterherrennen nach Status und Geld, die auf ihre Life-Work-Balance achten und sich um ihre Gesundheit kümmern.
Das ist schon richtig. Wir haben aber immer mehr Menschen, die meinen, die Lebensleistung ist mit dem Bachelorabschluss vollbracht und sie müssen nur noch kontrollieren, ob am Monatsende das Geld auf dem Konto ist. Und wenn Work-Life-Balance auf dem Halbtagsjob und entsprechend reduzierten Ansprüchen beruht, ist das ja auch in Ordnung. Wenig arbeiten oder andere arbeiten lassen und viel Geld dafür kassieren?

"Gesellschaftlicher Zusammenhalt" im Sinne von "Sollen doch die anderen arbeiten, wenn sie Spaß daran haben, das Ergebnis sollte man dann aber schon umverteilen"? Funktioniert nicht. Frag doch mal @neverever nach seinen Arbeitszeiten und seinen Sorgen und Nöten, bis dann mal ein tolles Haus und ein paar florierende Unternehmen aufgebaut sind.

Bei manchen Frauen ist auch die Vorstellung, dass sie ein Anrecht auf einen Halbtagsjob im Vorstand haben, natürlich mit ausreichender Flexibilität für die Kinderbetreuung. Wir leben in einer satten Wohlstandsgesellschaft und ich will mich (und die anderen Männer) da gar nicht ausnehmen.
Ich habe auch so das eine oder andere Projekt mit lukrativen Stundenlöhnen, aber das ist schon das gehobene Segment der Nahrungskette, kommt bei mir on top und wenn ich davon leben müsste, würde es schwierig.

Die Generationen am Ende des Alphabets sind alle auf Mamas Rücksitz aufgewachsen und haben es sich dort bequem gemacht. In einer globalen Wirtschaft funktioniert das immer weniger.
 
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