• #121
Und da hilft nur, akzeptieren, dass Eltern so sein können, für sich lernen, das man gut IST, und Grenzen gegenüber den Eltern setzen.

Denn, Du wirst, egal was Du machst, NIE gut genug für sie sein.
So ist es. Ich habe das gleiche Thema. Da hilft nur abgrenzen und sich nicht abhängig machen von Lob oder Tadel der Eltern. Das ist die Karotte, der man ein Leben lang erfolglos hinterherläuft.

@MissCosmo, Dein Problem ist nicht, ob Du fachlich geeignet wärst, den Betrieb zu führen. Du hast Deinen eigenen Lebensweg gewählt und das ist richtig so. Der Betrieb Deiner Eltern ist nicht Deine Baustelle. Wenn sie ihn nicht so aufgebaut haben, dass er sich jetzt weiterführen oder verkaufen lässt, ist das nicht Dein Problem. Lass es Dir nicht zuschieben.
 
  • #122
Das bringt es finde ich gut auf den Punkt.

Ich sehe es ja an mir und anderen: Mit einer guten Ausbildung bzw Studium bieten sich genügend gute Chancen in einem sicheren Angestelltenverhältnis, noch dazu gut bezahlt. Warum dann verschulden?
Weil es manche Menschen nicht ertragen könne, als Angestellte zu arbeiten. Deshalb. Ist ein Gen, du hast es nicht. Das ist auch nicht schlimm, das hat nicht jeder, momentan leider viel zu wenige. Deshalb gehen die, die es haben, ja auch in andere Länder, hier geht das eigentlich kaum noch. Zuviel Sicherheitsdenken, zu viel Chillen, zu viel Life-Work Balance. War mal anders, ist aber jetzt so. Beispielsweise hat meine Tochter nach dem Abi auch visioniert, dass sie niemals im Leben selbständig sein wolle. Es stellte sich nun ganz schnell heraus, dass sie als Angestellte nicht kann. Leider ist sie Ende 20 schwer erkrankt und wird nie wieder arbeiten, aber sie hat schon gemeint, eigentlich wolle sie meine Firma übernehmen wenn sie wieder fit ist. Du siehst: Gene. Meine Mutter, mein Vater, mein Großvater, mein Urgroßvater, meine Schwester und ich: alle selbständig. Du nicht, du musst nicht, die Kinder meiner Schwester haben die Vatergene. Pech.
 
  • #123
Rein rational betrachtet hast du Recht.
Aber: Bei Familienunternehmen gibt es auch einen großen emotionalen Aspekt.

Es geht hier um ein Lebenswerk, etwas das Ururopa Uropa und Opa geschaffen haben und das weitergehen soll. Meine Eltern haben ihre gesamte Lebensenergie da rein gesteckt und den Betrieb weiterentwickelt. Sie haben auf Zeit und Urlaube verzichtet, nur damit alles läuft. Sie hatten kaum für mich Zeit. Soll das alles für die Katz gewesen sein (aus ihrer Sicht)?

Wenn sich ein gutes Nachfolgekonzept findet, dann würden die mit dem Preis sehr sehr weit runtergehen. Einfach damit es weitergeht! Es geht hier nicht vorrangig nur uns Geld.
Mensch Mädel, distanzier dich mal von deinen Eltern! Sie versuchen völlig egoistisch ihren Wunsch durchzudrücken und jammern rum weil sie die Zeit verpennt haben! Ihr Problem! Lass dich doch nicht emotional erpressen!
Unternehmen weg | Unternehmen wird verkauft
Mehr Möglichkeiten gibt es nicht und es ist auch sinnlos darüber zu diskutieren. Das ist alles Entscheidung deiner Eltern, NICHT deine! Seid alle froh, dass ihr euch in das unlukrativen Karren nicht habt einspannen. Traditionen, wenn ich das schon höre.... Leider auf dem Dorf noch sehr verbreitet. Deine Eltern sollten mal in der Gegewart aufwachen. Tradition hat nichts mit Wirtschaft zu tun!
 
  • #124
Ja, das ist das Problem .... der Forderungskatalog wird immer umfangreicher.
@Vikky - du bist durch. Hast dich im Konzern wohl gefühlt. Hast deine akadem. Ausbildung gemacht, als dieser Weg noch nicht 0815 war. Heute ist nicht mehr garantiert, dass du mit irgendeinem akadem. Abschluss auch Karriere machst. Die normale Vita eines Juristen geht nicht zu Weltruhm a la von Schirach. Eine BWL erin endet nicht zwangsläufig als Vorstand eines DAX notierten Unternehmens. Und der Handwerker nicht zwangsläufig als Millionär.
Und heute ? Finde mal einen wirklich guten Sattler für die Lederausstattung deines Oldtimers ? Findest du zu Mondpreisen ... oder in Tschechien. Ein altes, wertvolles Instrument oder Möbelstück restaurieren lassen ? Warte warte ... nicht nur ein Weilchen. Eine alte, wertvolle Uhr reparieren lassen ? Was träumst du nachts ...... (und ja @Blume94 - hier hast du ein Handwerk für kleine, zierliche Personen)
Karrieren wie die von Neverever sind Ansporn für die Menschen, die etwas erreichen wollen. Und die Betriebsrenten ? Schau mal, was früher bei der IBM ausgelobt wurde .... und heute ? Tarifverträge - wertlos, wenn viele Menschen arbeitslos sind . Lebenslust hat ja schon die Karrieren beschrieben, die heute im Konzern so üblich sind.
Und an all die Quotenfrauen - macht euch selbständig im Handwerk. Da habt ihr alles, was ihr wollt. Ihr seid gleichberechtigt, könnt alles erreichen, werdet geachtet und gute Arbeit zahlt sich immer aus. Allerdings - wundliegen werdet ihr euch nicht.
Wer mir im Bewerbungsgespräch etwas von Work Life Balance, Quoten oder Elternzeiten erzählt .... darf wieder gehen. Solche Leute kann ich nicht gebrauchen. Wer geldgeil ist, dazu lernen möchte, bereit ist, zu tun, was eben anliegt .... Willkommen.
Anm. der Mod: Bitte alle wieder zur Frage zurück. Vielen Dank.
 
  • #125
Also wenn man sich hier umschaut - die Gewinner der Coronakrise waren bei uns die Handwerksfirmen. Weit weg von Kurzarbeit, und gute Firmen finden Nachwuchs.
Natürlich die, die mit der Zeit gehen, regelmäßig investieren... Vernünftig bezahlen.
Ja, es ist Arbeit, aber jede Leitungsarbeit ist Arbeit.

Eine erfolgreiche Akademikerkarriere wird sich nie mit Teilzeit bzw 9-5 realisieren. Ebenso wenig wie andere Positionen/ Karrieren - mit einer gewissen Verantwortung.

Dass es Betriebe gibt, die nicht sonderlich aufgestellt sind, ist klar.
Eine Anwaltskanzlei ist auch nicht automatisch eine Gelddruckmaschine.

Erfolg hat immer etwas mit Engagement, Fleiß zu tun, Durchhaltevermögen und dazu das fachliche Können.
Ohne die ersten Punkte wird es immer nur für ein mittleres Angestelltendasein reichen, ohne Wertung.

Aber außer der Feststellung, dass es sicher gute, wirtschaftlich bedingte Gründe gibt - die in der Verantwortung der Eltern liegen, und nicht im Tenor, es will ja niemand mehr.. - warum es keine Nachfolge gibt, geht es am Ende nicht darum bei der Frage.

Es geht um eine problematische Eltern-Tochter Beziehung.

Und mal ganz kurz und nebenbei überlegen, ich brauche meinen Bäcker, ich freue mich über den Elektriker, den Heizungsbauer. Vor allem, wenn im Haus was nicht funktioniert. Ob es den einen oder anderen BWL, Steuerberater gibt? Nicht wirklich relevant.

W, 51
 
  • #126
Und heute ? Finde mal einen wirklich guten Sattler .... Was träumst du nachts
Das brauchst Du mir nicht erzählen, weiß ich schon lange. Ich suche grad einen fähigen Schuster.
Handwerk hat dann eben seine Preis, oder auch "die kaputte alte Uhr wird dann weggeworfen" und stattdessen ein elektronisches Gimmick gekauft.

Ich habe in meinem sehr lange Berufsleben so viele Kollegen auf allen Hierarchien getroffen, die für den Bürojob den sie innehatten nicht ansatzweise geeignet waren. Sie quälen sich lieber da durch mit gesundheitlichem Schaden, obwohl sie glückliche Handwerker, Erzieher oder sonstwas sein könnten, viele mit kaum geringerem Einkommen.

Und die Betriebsrenten ? Schau mal, was früher bei der IBM ausgelobt wurde .... und heute
Weiß ich, aber weniger von sehr viel ist immer noch besser als nichts im Kleinbetrieb.

Tarifverträge - wertlos, wenn viele Menschen arbeitslos sind
Aber nicht für die, die dort arbeiten. Tu doch nicht so, als könntest Du im Konzern eine qualifizierte, berufserfahrene Mannschaft einfach so durch beliebige Arbeitslose ersetzen.

Und an all die Quotenfrauen - macht euch selbständig im Handwerk. Da habt ihr alles, was ihr wollt. Ihr seid gleichberechtigt, könnt alles erreichen, werdet geachtet ....
Dummgeschwafel und das wissen die Frauen. Auch in Konzernen wird gearbeitet.
Die Frauen wollen unter sexistischen Kommentaren von Männern nicht arbeiten.
- Geh an einer Baustelle vorbei - danach will keine Frau mehr Bauhandwerkerin werden, denn das Erlebnis steht vor der Berufswahl (ab 12 Jahre erleben Mädchen sowas). Selbst Architektinnen und Bauingenieurinnen kriegen das würgen, wenn sie von Praktika am Bau erzählen.
- Und das gilt nicht nur für diese, sondern frag mal Frauen in Führungspositionen quer über alle Beriebsarten. Langt es bei dem Mann nicht für qualifizierte fachliche Kritik wird er sexistisch abwertend.

Vor dem selbstständig werden im Handwerk steht der unerfreuliche mehrjährige Weg dahin. Warum den wählen, wenn es attraktive Alternativen gibt.

Es geht hier nicht um Traumkonstellationen, mit wunderbaren Möglichkeiten, sondern um das was die FS als Bedingung beschreibt. Sie will das nicht, weil sie anders leben will und ihr Geld auch auf andere Art verdienen kann.
Verschwindet diese Firma vom Markt, wird für die Bewohner in der Region das Leben problematischer (noch mehr Abwanderung aus der Region) - andere interessiert das nicht.
 
  • #127
Geh an einer Baustelle vorbei - danach will keine Frau mehr Bauhandwerkerin werden, denn das Erlebnis steht vor der Berufswahl (ab 12 Jahre erleben Mädchen sowas). Selbst Architektinnen und Bauingenieurinnen kriegen das würgen, wenn sie von Praktika am Bau erzählen.
- Und das gilt nicht nur für diese, sondern frag mal Frauen in Führungspositionen quer über alle Beriebsarten. Langt es bei dem Mann nicht für qualifizierte fachliche Kritik wird er sexistisch abwertend.

Liebe Vikky,

Natürlich bin ich nicht exemplarisch.
Aber ich habe Praktika auf dem Bau gemacht, ich habe in der Industrie gejobt - und ich habe nicht das Würgen bekommen.
Als Architektin gar nicht.

Ja, es kam früher mal gelegentlich ein dummer Spruch, nicht jeder Spruch war sexistisch, manchmal nur dumm - ich habe gelernt, auf egal was für dumme Sprüche zu kontern. Oder sie zu ignorieren.

Es gibt überall, in jedem Bereich Menschen, die sich sexistisch verhalten - überall, und auch hier im Forum, Männer und Frauen.
 
  • #128
Es gibt überall, in jedem Bereich Menschen, die sich sexistisch verhalten - überall, und auch hier im Forum, Männer und Frauen.
Das ist aber jetzt stark vereinfacht dargestellt @Lionne69 .

Endlich mal. Die Quote gilt seit 2016 für Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen und mitbestimmungspflichtiger Unternehmen. Wieviele sind das ? Ca. 110 von wievielen? Der Gesetzentwurf zur Quotenregelung für Vorstände börsennotierter und mitbestimmungspflichtiger Unternehmen wurde vor einem Monat beschlossen. Ansonsten gilt die Quote Nirgendwo. Es gilt teilweise, dass bei der Besetzung von Positionen bei gleicher Qualifikation Frauen bevorzugt eingestellt werden, aber keine Quote.
Solange Frauen Kinder bekommen - was sich vermutlich auch in den nächsten Jahren nicht ändern wird- ist es logisch, dass Frauen Mutterschutz, Elternzeit, Teilzeit und Betreuungsmöglichkeiten beanspruchen. Und selbstverständlich können Führungspositionen in Teilzeit besetzt werden. Erfordert halt mehr Organisation, Delegation und good will.
Manchmal habe ich das Gefühl, wenn hier jemand einen thread mit " Hilfe, wir haben keinen Sex mehr, weil das Baby 10 mal in der Nacht schreit", @Tom26 und @Lebens_Lust wieder bei der Quote enden würden.

Wer mir im Bewerbungsgespräch etwas von Work Life Balance, Quoten oder Elternzeiten erzählt .... darf wieder gehen
Ist doch super, wenn Deine Kanzlei trotzdem keine Nachwuchssorgen hat. Musst ja auch keine Frauen einstellen, wird Deiner Kanzlei nicht vom Gesetzesgeber vorgeschrieben. Ich wunder mich dann nur, wieso Du Dich so darüber aufregst.
W,56
 
  • #129
Das Problem: Die Firma ist ein typisches Beispiel für ein Firma, die nur so viel wet ist, wie die Inhaber an Wertschöpfung on the fly zustande bringen! Die Inhaber haben ihr gutes Auskommen und ernähren noch ein paar Angestellte, die natülcih wesentlich weniger verdienen!

So eine Firma übernimmt evtl. jemand, der DAS SELBE Auskommen damit haben kann, wie die derzeitigen Inhaber!

Mit welchem Modus wäre das der Fall?

Nur vererbt wäre das der Fall! Nur die Erben hätten keine zusätzliche finazielle Belastung, da sie den Betrieb nicht "kaufen" müssen!

Jeder Aussenstehende, der für so einen Betrieb Geld auf den Tisch legen soll (und sein es noch so wenig), sagt "no way"!

Ich kenne nur ein Prositivbeispiel einer solchen Nachfolge und da haben die Eltern/Inhaber den Betrieb an einen leistungsfähigen Meister, den sie sich ausgeguckt haben VERSCHENKT! So richtig mit allen Gebäuden, Maschinen und Fahrzeugen. Die Kinder, die den Betrieb nicht haben wollten, wurden vorsorglich auf ihren Erb-Pflichteil gesetzt, da die Schenkung (und Vererbung, wenn Schenkungsplan noch nicht vollständig umgesetzt) nur in Etappen geht und bei frühem Versterben auch angefochten werden könnte. Die einzige Bedingung war der Erhalt des Firmennamens auf 10 Jahre hinaus.

Der Betrieb läuft seit 5 Jahren so gut wie vorher und die ehemaligen Inhaber freuen sich darüber! Sie freuen sich mehr darüber, als sie sich darüber ärgern, dass ihre Kinder leicht "gnaddelig" darüber sind. Hmmmm, warum sind die Kinder eigentlich "gnaddelig"?

V.m50
 
  • #130
Also wenn man sich hier umschaut - die Gewinner der Coronakrise waren bei uns die Handwerksfirmen.
Mich wundert Deine Realität des öfteren etwas. Ich habe von Handwerkern die für Privathaushalte arbeiten gehört, dass sie ganz erhebliche Auftragseinbrüche haben,
- weil diese nicht notwendige Arbeiten verschieben, z.B. die komplette Badrenovierung, weil die Leute keine fremden Menschen in ihrem Haushalt haben wollen. Nur kaputte Heizung soll natürlich im Winter sofort gemacht werden.
- weil viele Heimwerkerkönige in Kurzarbeit sind und für weniger Geld Schwarzarbeit machen können.
- viele Leute im Homeoffice oder Kurzarbeit sind, und das, wofür man keinen Experten braucht selber machen. Sie haben jetzt die Zeit, kommt nicht drauf an, wenn es dreimal so lange dauert. Wären sie im Büro, sähe das anders aus. Keiern will dann lange auf einer Baustelle wohnen.

Und die Handwerker die Großbaustellen haben leiden
- unter Personalausfall weg Quarantäne und dementsprechend können sie ihre aufträge niciht erfüllen,
- darunter, dass ausländische Handwerker mangels Systemrelevanz nach dem Weihnachtsurlaub nicht mehr einreisen können etc

In meinem Umfeld waren die wahren Gewinner der Coronakrise Officeberufe in Industrie oder Verwaltung. Die bekommen ihr Gehalt ohne Einschränkungen weiter und Homeoffice als Geschenk obendrauf - wunderbar vereinbar mit geschlossenen Kitas und Schulen, keine langen Fahrten zur Arbeit mehr etc.

Ob es den einen oder anderen BWL, Steuerberater gibt? Nicht wirklich relevant.
Vor allen Dingen nicht für die ganzen Selbstständigen, die ihre Anträge auf Coronahilfen nicht ausfüllen können. Sorry, aber selten so gefeixt.

Eine erfolgreiche Akademikerkarriere wird sich nie mit Teilzeit bzw 9-5 realisieren.
Ein erfolgreicher Unternehmer mit wenigen Angestellten, wie es hier gegeben ist auch nicht, schreibt die FS ja auch über ihre Kindheit - beide Elternteile als solche nicht da. Darum wollte sie das Ganze auch nicht.

warum es keine Nachfolge gibt, geht es am Ende nicht darum bei der Frage.
Es ist kein Einzelproblem für diesen kleinen besonderen Handwerksbetrieb, sondern ein bis in den Mittelstand und dort durchaus erfolgreiche Unternehmen ausuferndes zunehmendes Thema, weil sich die Gesellschaft verändert hat. Wenn Frauen auch arbeiten wollen und müssen und Männer im Leben ihrer Kinder eine aktive Vaterrolle spielen wollen, dann muss die Arbeit dazu passen und das tun 60-80 Stundenwochen nicht.

Sehe ich genauso und trotzdem: was Du brauchst interessiert niemanden bei seiner Berufswahl und bei der Frage, ob er sich für eine Betriebsübernahme lange hoch verschuldet.
Derjenige guckt zu Recht auf seine Bedürfnisse.
 
  • #131
Es ist kein Einzelproblem für diesen kleinen besonderen Handwerksbetrieb, sondern ein bis in den Mittelstand und dort durchaus erfolgreiche Unternehmen ausuferndes zunehmendes Thema,
Das stimmt.
Und für die einzelnen Betriebe / Unternehmen verschärft das die Lage zusätzlich, da hohes Angebot auf wenig Nachfrage trifft. Typisch auch - den jungen Menschen der eigenen Familie wird der Handwerksberuf nicht mehr als erstrebenswert dargestellt - nein, die Kinder und Neffen / Nichten sollen studieren.
Klar, gerade in meiner Region hat "der Daimler" und ein paar andere Grosse gerne die Besten aus dem Handwerk zur Industrie gelotst.
Und Miss Cosmo ? Nein, du bist nicht schuld daran, wenn euer Familienbetrieb evtl. nicht weiter existiert. Im Grunde hast du ja gemacht, was deine Eltern dir geraten haben. Studium (mit finanzieller Hilfe der Eltern) und dir dann den entsprechenden Arbeitsplatz gesucht. Nicht du hast den Ansprüchen nicht genügt - dein Vater hat im Betrieb Fehler gemacht.
Und jetzt ? Vielleicht wäre ein Modell der sukzessiven Übernahme noch etwas, was ihr noch nicht versucht habt. Vom Verschenken der Immobilien halte ich nichts, eher von einem Pachtmodell, das sehr günstige Zahlungen für die ersten Jahre vorsieht. Vielleicht kannst du mit einem Konzept, das individueller auf eure Situation zugeschnitten ist als die bisherigen Anstrengungen der Berater doch noch den Respekt und die Dankbarkeit deiner Eltern verdienen ......
Ja, auch ich bin jemand, der den Bruch mit der Familie verhindern wollte .
 
  • #132
Im Grunde hast du ja gemacht, was deine Eltern dir geraten haben. Studium (mit finanzieller Hilfe der Eltern)
Ich meine mich zu erinnern, dass du in einem anderen Thread geschrieben hast, dass deine Eltern dich während des Studiums nicht unterstützt haben, du arbeiten musstest. Warum eigentlich? Fanden sie damals deine Entscheidung zu studieren schon nicht gut oder lief der Betrieb nicht?
 
  • #133
Mich wundert Deine Realität des öfteren etwas. Ich habe von Handwerkern die für Privathaushalte arbeiten gehört, dass sie ganz erhebliche Auftragseinbrüche haben,

Ich muss beruflich Ausschreibungen machen, Firmen finden.
Für dieses Jahr sind bei den meisten Firmen die Bücher voll, Bad /Elektro bitte 2022 wieder melden.
Bei uns wird gebaut wie blöde.
Ich reiche den Bauantrag ein, und mache parallel zumindest die Voranfrage, dann klappt es zeitlich einigermaßen.
Wenn ich kurzfristig eine Firma brauche, dann kann man den Zuschlag mit einkalkulieren.

Das sind die Realitäten bei uns und es wird immer schwieriger.

W, 51
 
  • #134
den Respekt und die Dankbarkeit deiner Eltern verdienen ......
Auf keinen Fall kann sie das auf diesem Weg erreichen und für sie ist es besser so etwas überhaupt nicht mehr zu versuchen. Die Eltern manipulieren sie genau in diese Richtung. Wir haben dich nur lieb wenn du unsere Bedürfnisse erfüllst. Da du dies aber nie machst, denn wir passen unsere Bedürfnisse immer so an, dass es nie reicht, können wir dir keine Liebe geben.

Außerdem muss sie sich überhaupt keinen Respekt verdienen. Denn die Erwartungen und Schuldvorwürfe der Eltern sind verletzender Unsinn.

Wenn Sie sich auf deinen Vorschlag einlässt bleibt alles beim Alten. Schön für die Eltern. Schlecht für sie. Das dürfte dir eigentlich völlig klar sein.
Ja, auch ich bin jemand, der den Bruch mit der Familie verhindern wollte .
Es gibt keinen Bruch zu verhindern. Dieser besteht schon lange. Die FS wird nicht akzeptiert sondern nur abgewertet. Distanz schützt sie. Deine Erwartung finde ich besonders seltsam. Du hast dich doch selbst bis V vor jeder Beziehung distanziert.

Aber egal erst wenn die Eltern ihre Fehler erkennen und ihr Verhalten ändern kann diese Beziehung positiver werden. Dafür muss da aber erst einmal Abstand hinein.

Abstand muss die FS auch beim Denken über den elterlichen Betrieb halten. Denn dreht sich ihr Denken um die Lösung des elterlichen Problems hält sie sich selbst in der Falle die sie klein macht gefangen.
 
  • #135
Mich wundert Deine Realität des öfteren etwas.

Mich wundert @Lionne69 s Wahrnehmung auch. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis befinden sich wirklich unzählige Handwerker - Meister, Techniker wie normale Gesellen. Maurer, Fliesenleger, Gas-Wasser, Tischler etc.. Sie klagen wirklich ALLE über die Flaute. Nicht zueltzt, weil eben sämtliche Veranstaltungen abgesagt wurden und die Handwerksbranche darunter eben auch sekundär leidet. Zudem sind die Kündigungsbedingungen wie es in kleineren Handwerkbetrieben mit unter 10 Leuten üblich ist, deutlich anders als in Großbetrieben. Die kleinen Läden kämpfen jetzt schon ums überleben und bekommen vom Staat wenig bis gar keine Hilfe. Und dann soll da jemand sich auch noch genauso ein Unternehmen an die Hacken binden? Strange.
Selbständig heißt eben heutzutage erst recht selbst und ständig. Wer möchte denn sowas noch, bei gleichem oder sogar schlechterem Verdienst? Ich nicht. Auch ich könnte mich problemlos selbständig machen. Die Bedingungen sind aber absolut null reizvoll. Und alles nur, damit ich mein eigener Chef bin? Nein, ist mir zu wenig und dafür kann ich auch gut genug eben auch Order annehmen. Für jemand, der absolut unfähig ist sich anzupassen ist das sicherlich die einzige Lösung. So wirkt aber @MissCosmo nicht auf mich. Eher sehr reflektiert und realistisch, wenn auch sehr manipulierbar durch ihre Eltern.
Ihre Eltern sind im übrigen auch keine Heiligen, wenn sie ihre Kinder emotional erpressen wollen. Ich finde, sie sollen die Suppe allein auslöffeln, sie haben sie sich eingebrockt und ÜBER JAHRE HINWEG ZUGESEHEN, anstatt mal zu handeln. Da endet auch mein Verständnis für verschrobene Traditionen, sorry. Die haben da nichts verloren, da es dabei um Existenz geht. Ach nein, den Eltern geht es im Grunde nur ums eigene Ego, das offenbar an etwas hängt, was schon lange keine Bedeutung mehr hat. Das finde ich fast noch schlimmer, weil sie ausgesorgt haben und das einfach nur für ihr Ego haben wollen. Wer so egoistisch handelt und dafür seine EIGENEN KINDER instrumentalisiert, sollte sich selbst dringend überprüfen. Anpassung wäre da das Stichwort gewesen. Das haben die Eltern der FS versäumt und nun ist es IHRE VERANTWORTUNG zu handeln. Und das heißt nicht, ihre Kinder dafür verantwortlich zu machen. Ich kann über solche Erwachsene nur den Kopf schütteln. Sollen sie doch froh sein, dass ihre Kinder eine ordentliche Ausbildung gemacht haben und nun einen (halbwegs) sicheren Job haben! Sie jammern auf hohem Niveau. Nicht nur über sich selbst, auch über die Entscheidungen ihrer Kinder.
 
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  • #136
FS, tu dich mit deinen Geschwistern zusammen. Ihr alle - solltet euren lieben Eltern klipp und klar machen, dass ihr damit NICHTS aber auch GAR NICHTS zu tun habt und auch nicht haben werdet. An eurer Stelle würde ich mir auch die Vorwürfe verbitten lassen, infolgedessen ihr eure Besucht bei ihnen einstellen solltet. Leider brauchen manche Menschen solch drastische Konsequenzen, bevor sie begreifen, was sie anrichten und endlich damit anfangen DANKBAR für das zu sein was sie haben und hatten, anstatt sich nur zu BESCHWEREN.
Ich wünsche dir bzw. euch viel Kraft!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #137
Mich wundert @Lionne69 s Wahrnehmung auch. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis befinden sich wirklich unzählige Handwerker - Meister, Techniker wie normale Gesellen. Maurer, Fliesenleger, Gas-Wasser, Tischler e
Ist vielleicht auch regional unterschiedlich. Wenn im Speckgürtel Münchens während der Pandemie wie wild gebaut wird, ist offensichtlich genug Geld für Aufträge da- was möglicherweise in einem der ansässigen Konzerne als Angestellter erarbeitet wurde und bevor die Inflation kommt, in Immobilien umgewandelt werden soll.

MissCosmo hat sich wohl aus eigenem Wunsch für ein Studium entschieden, so stehts im Eingangstext, und nicht auf Anraten ihrer Eltern.


Die kleinen Läden kämpfen jetzt schon ums überleben und bekommen vom Staat wenig bis gar keine Hilfe. Und dann soll da jemand sich auch noch genauso ein Unternehmen an die Hacken binden? Strange.
Ja. Das sehe ich genauso.
 
  • #138
Wissen wir nicht. Die FS sagt, der Betrieb ist wegen Lage im Abseits nicht ausbaubar - keine Fachkräfte und vermutlich keine weiteren Aufträge. Ich glaube schon, dass sie das beurteilen kann.

Vielleicht kannst du mit einem Konzept..... den Respekt und die Dankbarkeit deiner Eltern verdienen ......
Ist der falsche Ansatz, dann kommt sie von Thema garnicht mehr los und nicht wirklich Dein Ernst, dass die FS, die klar sagt "Kein Interesse, keine Ahnung" nun kurzfristig das bessere Konzept aus dem Hut zaubern soll, als die erfahrenen Berater.

Auf dem Weg zu meinem Hund in spe komme ich an mehreren Großbaustellen vorbei - alles ARGEs von allseits bekannnten Baukonzernen.
Die Bauhandwerker selber kommen aus dem Ausland - hört man an den gesprochenen Fremdsprachen. Da wird 6 Tage in der Woche mit Überstunden gearbeitet und alle paar Wochen machen 2 Wochen Ferien in der Heimat gemacht.
So arbeitet kein Wohlstandsdeutscher mit Familie und berufstätiger Frau und das zu Recht.

In meiner Familie und bei allen Freunden (alle meiner Generation sind totale Arbeitsroboter) zeigt sich in der Folgegeneration folgendes Bild:
- alle sind sehr qualifiziert (studiert, kein Larafari-Studium, Auslandsaaufenthalte, Topnoten), weder dumm noch faul, also besser als die Vorgeneration, weil ihnen das alles leicht gemacht wurde.
- keiner will mit dem Arbeitseinsatz arbeiten wie die Eltern und das müssen sie auch nicht. Sie starten nach dem Masterstudium mit spätestens 24 Jahren mit Einkommen 25-30% über dem Durchschnitteinkommen und dann wird es fix jedes Jahr mehr und zwar mal 2, weil sie Partner haben, die genauso aufgestellt sind.
- sie kriegen nach Studienende Wertpapierdepots überschrieben, und wissen, dass sie irgendwann mal jeder mehrere Immobilien erben werden. Die haben keinerlei Anreiz sich übermäßig reinhängen und aufs Privatleben verzichten zu müssen.
- die halten auch keine saueren Gurkenzeiten beim AG aus, sondern wechseln sehr klug und strategisch immer mit Zugewinn, wenn nur das Geringste nicht passt.
- strikt sind sie in einer Sache: bloss nichts riskieren und hinterher mit vielen Schulden dastehen. Da kommmen Sprüche wie "wozu? In mehr als einem Haus kann ich nicht wohnen".
- die sind total fokussiert auf Worklife-Balance, gute Partnerschaft, eigene Familie

Jetzt gibt es 2 Firmenübergaben, allerdings andere Kaliber als bei der FS. Ich bin gespannt, wie das mit der Einstellung funktioniert.
 
  • #139
Ich habe von Handwerkern die für Privathaushalte arbeiten gehört, dass sie ganz erhebliche Auftragseinbrüche haben,
- weil diese nicht notwendige Arbeiten verschieben, z.B. die komplette Badrenovierung, weil die Leute keine fremden Menschen in ihrem Haushalt haben wollen.
Hier bei mir ist es genau andersherum. Meine Mutter hat monatelang einen Handwerker für den Badumbau gesucht. Das Problem war gar nicht mal der Preis, sondern überhaupt jemanden zu finden, der es machen will.

Ihr wurde direkt gesagt, dass sich das für manche nicht lohnt, weil sie größere Aufträge haben und dafür ihre Kapazitäten einsetzen wollen.

Beim Elektriker sah es im Sommer ähnlich aus, er hatte doch erhebliche Wartezeiten. Auch alle anderen Handwerker die ich kenne haben gut zu tun und volle Auftragsbücher.

Ich bin hier aber auch im Speckgürtel einer Großstadt, wo viel gebaut wird.

Im Homeoffice bin ich nicht, das gibt mein Job nicht her, auch wenn ich es nicht schlecht fände - für mich.

Aber wer mehrere kleinere Kinder zu Hause zu betreuen hat und nebenbei noch arbeiten muss, den beneide ich nicht.
 
  • #140
Dass keiner Lust hat, einen so la la laufenden Betrieb irgendwo auf dem Dorf zu übernehmen, ist nachvollziehbar.
Der Betrieb an sich läuft gut. Die Nachfrage ist da und die Zahlen sind gut! Das mit dem Dorf ist ein großer Punkt. Scheinbar gäbe es zb in der Agglomeration von Großstädten wie München durchaus einzelne geeignete Kandidaten, aber die wollen nicht in eine ländliche Region ganz woanders hinziehen!
Du hast Deinen eigenen Lebensweg gewählt und das ist richtig so. Der Betrieb Deiner Eltern ist nicht Deine Baustelle. Wenn sie ihn nicht so aufgebaut haben, dass er sich jetzt weiterführen oder verkaufen lässt, ist das nicht Dein Problem.
Ja so ist es! Trotzdem macht man sich Gedanken, weil es halt die Eltern und nicht irgendwelche Fremden sind.
In meinem Umfeld waren die wahren Gewinner der Coronakrise Officeberufe in Industrie oder Verwaltung. Die bekommen ihr Gehalt ohne Einschränkungen weiter und Homeoffice als Geschenk obendrauf
In meinem Umfeld ist das ganz genauso. Und das Home office wird verstärkt bestehen bleiben! Im Handwerk undenkbar.
eher von einem Pachtmodell, das sehr günstige Zahlungen für die ersten Jahre vorsieht.
Das würden meine Eltern auch anbieten, aber auch da findet sich niemand. Es will einfach niemand die alleinige Gesamtverantwortung tragen.
dass deine Eltern dich während des Studiums nicht unterstützt haben, du arbeiten musstest.
Nein, sie haben mir das Studium komplett finanziert. Der Betrieb hat genügend Gewinn gebracht. Ich wollte nur ab und zu just for fun kleine Jobs annehmen.
Es gibt keinen Bruch zu verhindern. Dieser besteht schon lange. Die FS wird nicht akzeptiert sondern nur abgewertet. Distanz schützt sie.
Eben, wenn es mir zu viel wird, dann gibt es einfach keine Besuche/Treffen mehr. Sie sprechen es ja auch nicht immer an, nur ab und zu.
Selbständig heißt eben heutzutage erst recht selbst und ständig. Wer möchte denn sowas noch, bei gleichem oder sogar schlechterem Verdienst?
Das ist das Problem. Die Mehrheit der jungen Leute möchte das eben nicht, sich lebenslang an ein Unternehmen binden. Die wollen flexibel sein, in großen Städten leben, Aufstiegschancen, mal die Firma wechseln usw. Nur wenige wollen sich bis zur Rente so enorm festlegen,die Zeiten haben sich geändert.
solltet euren lieben Eltern klipp und klar machen, dass ihr damit NICHTS aber auch GAR NICHTS zu tun habt und auch nicht haben werdet.
Sie wissen das, aber es hängt eben immer noch in einer dunklen Wolke über uns!
 
  • #141
zeigt sich in der Folgegeneration folgendes Bild:
- alle sind sehr qualifiziert (studiert, kein Larafari-Studium, Auslandsaaufenthalte, Topnoten), weder dumm noch faul, also besser als die Vorgeneration, weil ihnen das alles leicht gemacht wurde.
- keiner will mit dem Arbeitseinsatz arbeiten wie die Eltern und das müssen sie auch nicht. Sie starten nach dem Masterstudium mit spätestens 24 Jahren mit Einkommen 25-30% über dem Durchschnitteinkommen und dann wird es fix jedes Jahr mehr und zwar mal 2, weil sie Partner haben, die genauso aufgestellt sind.
- sie kriegen nach Studienende Wertpapierdepots überschrieben, und wissen, dass sie irgendwann mal jeder mehrere Immobilien erben werden. Die haben keinerlei Anreiz sich übermäßig reinhängen und aufs Privatleben verzichten zu müssen.
- die halten auch keine saueren Gurkenzeiten beim AG aus, sondern wechseln sehr klug und strategisch immer mit Zugewinn, wenn nur das Geringste nicht passt.
- strikt sind sie in einer Sache: bloss nichts riskieren und hinterher mit vielen Schulden dastehen. Da kommmen Sprüche wie "wozu? In mehr
Genauso tickt die Generation Y. Auch in meinem Bekanntenkreis ist das so. Die meisten stehen so gut da, dass sie es einfach "nicht nötig" haben, eine Selbstständigkeit zu riskieren.
 
  • #142
Nein, sie haben mir das Studium komplett finanziert. Der Betrieb hat genügend Gewinn gebracht. Ich wollte nur ab und zu just for fun kleine Jobs annehmen.
Hmm vor einiger Zeit schriebst du folgendes: „Alles, was ich erreicht habe, war knallharte Arbeit. Während andere im Studium von Mama und Papa gelebt haben, habe ich schon für mich selber gesorgt“

Was denn nun ?
 
  • #143
Wenn im Speckgürtel Münchens während der Pandemie wie wild gebaut wird,

Ist es offensichtlich. Gut, es mag die Ausnahme sein, es macht mir meine Arbeit nicht einfach.
Man ist auf die Firmen angewiesen, das geht bis zu Erpressung, wenn man Mängel reklamiert, oder Abschläge nicht freigibt...
Ich habe noch nie in meiner Praxis so etwas erlebt, wie letztes Jahr - die Bauherren sind darauf angewiesen.
Und bei uns vor Ort schießt jede öffentliche Ausschreibung durch die Decke, manchmal kommt nicht mal 1(!) Angebot - oder eines, das dann doppelt so teuer ist wie die Schätzung.

Ich bin davon ausgegangen, dass dieses Phänomen nicht nur auf unsere Region bezogen ist, sondern durchaus auch in so manchen Regionen BaWüs, oder um andere Metropolen.

Auf dem Land sieht es sicher anders aus.
MissCosmo hatte mal Freiburg(?) erwähnt?

W, 51
 
  • #144
Ich bin davon ausgegangen, dass dieses Phänomen nicht nur auf unsere Region bezogen ist, sondern durchaus auch in so manchen Regionen BaWüs, oder um andere Metropolen.
Bei uns sind die Handwerker auch komplett ausgebucht. Vielleicht gibt es regionale Unterschiede.
Das ist das Problem. Die Mehrheit der jungen Leute möchte das eben nicht, sich lebenslang an ein Unternehmen binden. Die wollen flexibel sein, in großen Städten leben, Aufstiegschancen, mal die Firma wechseln usw. Nur wenige wollen sich bis zur Rente so enorm festlegen,die Zeiten haben sich geändert.
Immer eine Frage der Zeit. Mein Eindruck ist, dass im Moment mindestens in den Autokonzernen ein Umbruch stattfindet. Beamtentum, egal ob öffentliches oder industrielles, ist natürlich immer attraktiv.
Den eigenen Betrieb glorifiziert man sicher auch, da suchen sich diejenigen, die es wollen, eben dann die Perlen raus...
 
  • #146
Dass die jüngeren Menschen sich nicht mehr engagieren, sehe ich nicht.
Vielleicht anders.

Ich sehe die, die sich in ein Studium stürzen und dort auch Hochleistung bringen.
Die neben Studium im Ehrenamt aktiv sind.
Ich sehe die, die sich noch finden, ausprobieren.
Ich sehe manche, die sich treiben lassen.
Ich sehe junge Menschen, die neue Ausbildungswege probieren - es gibt heute viel zwischen reiner Lehre und Universitätsstudium.
In meiner Familie ist die Bandbreite da, vom Handwerksberuf, zur Tochter, die im väterlichen Handwerksbetrieb einsteigt, zu staatlichen Laufbahnen, oder im Tourismus/Gastrobereich ganz flexibel.. Bis zur akademischen Ausbildung im MINT Bereich - Frau.

Handwerk ist für junge Leute tatsächlich weniger attraktiv, ich denke aber, es wird sich auch da ändern.
Erstaunlicherweise hatte mein Sohn 8 Mitbewerber*innen um seine Lehrstelle, in einem eher sehr anstrengendem Randhandwerk, mitten in der hiesigen Pampa... Aber der Meister hat einen Ruf.
Bei manchen Handwerksbetrieben hier gibt es viele Bewerber*innen, die Maurerfirma, mit der ich bevorzugt arbeite, zahlt übertariflich, fördert, hat ein bekannt gutes Betriebsklima, und keinerlei Nachwuchsprobleme, überwiegend hiesige Mitarbeiter*innen. Der Chef dort arbeitet gerade seine Tochter ein, sie studiert Bauingenieurwesen.
Andere suchen händeringend.

Die vermeintlich sicheren und bequemen Jobs im Verwaltungsbereich können schnell obsolet sein - wir haben hier vor Ort zum Beispiel die Banken, die abbauen. Service vor Ort, geschlossen, Filialnetze ausgedünnt.
Manche Sachbearbeitung, die outgescourced wird.
Und so hoch sind die Vergütungen im mittleren Bereich auch nicht.

Es liegt immer auch an den Firmen selbst, ob eine attraktiv ist.

Ich glaube einfach, dass sehr viel im Umbruch ist, im Grundsätzlichen.
Und dass junge Menschen Wert darauf legen, dass ihnen ihr Beruf Spaß macht UND man davon leben kann, ist sinnvoll.

Es wird spannend.

Nun, und in solchen Prozessen werden manche Firmen nicht Bestand haben. Dafür entsteht anderweitig Neues.

Übrigens, auf manches haben wir als Konsument*innen auch einen Einfluss.
Kaufe ich nur Billigprodukte und werfe weg, dann darf ich mich über das Aussterben mancher Sparten nicht beschweren.

W, 51
 
  • #147
Dass die jüngeren Menschen sich nicht mehr engagieren, sehe ich nicht.
Vielleicht anders.
Sie sind insgesamt nicht besser oder schlechter als frühere Generationen. Jeder sucht sich im Bereich der Möglichkeiten das, was ihm am besten gefällt. Mache ich auch.

Ich erlebe sehr unterschiedliche Handwerksbetriebe, manche frisch und attraktiv, manche sind so „Buden“, die seit Jahrzehnten vor sich hin laufen und ihre Inhaber ordentlich ernähren. Das ist in der Industrie nicht anders. Wer die Wahl hat, geht zu dem modernen Handwerksbetrieb genauso wie andere studieren und im modernen Konzern landen. Auch da steigen die motivierten auf und die anderen bleiben sitzen.

Letztlich machen wir es uns alle in einem seit Jahrzehnten dauernden Wirtschaftsboom fast ohne Arbeitslosigkeit bequem und suchen uns ein nettes Plätzchen.

Wer hier würde einen Handwerksbetrieb auf dem Dorf kaufen, in dem der Vorbesitzer dann womöglich noch mitschwätzen will und ein paar alte Gesellen maulen, weil früher alles besser war? Und dafür dann noch reichlich Geld ausgeben und ewig dankbar sein müssen? Abhängig von Aufträgen in einer fremden Umgebung, in der man das dörfliche Netzwerk nur mitnimmt, wenn man in den Kirchenchor eintritt?


Mit dem Geld fängt der engagierte Handwerker dann in der Stadt oder deren Umgebung mal alleine selbstständig an, vielleicht nebenbei, und schaut, wie es sich entwickelt. Wenn der Laden eine Goldgrube wäre, wäre er längst weg...
 
  • #148
Es schiesst mir gerade durch den Kopf: Kann denn der Betrieb umziehen?
Das geht natürlich nur wenn die Kunden mitspielen.
Nein, ein Umzug geht nicht. Das Gebäude lässt sich nicht einfach umsetzen, große Maschinen auch nicht und der Kundenstamm zieht auch nicht mit.
Wer hier würde einen Handwerksbetrieb auf dem Dorf kaufen, in dem der Vorbesitzer dann womöglich noch mitschwätzen will und ein paar alte Gesellen maulen, weil früher alles besser war? Und dafür dann noch reichlich Geld ausgeben und ewig dankbar sein müssen? Abhängig von Aufträgen in einer fremden Umgebung, in der man das dörfliche Netzwerk nur
Kann gut sein, dass viele junge Leute das so sehen. Es wiederspricht eben dem heutigen work life Zeitgeist. Trendy sind zb start ups oder Konzerne in Metropolen wie Berlin oder München. Das macht man dann ein paar Jahre und danach zieht man weiter. Sich auf ein Dorf mit eingesessenen Strukturen festzulegen, entspricht nicht diesem Zeitgeist.
 
  • #149
Und bei uns vor Ort schießt jede öffentliche Ausschreibung durch die Decke, manchmal kommt nicht mal 1(!) Angebot - oder eines, das dann doppelt so teuer ist wie die Schätzung.
Ich beteilige mich auch an der Umfrage:
auch ich erlebe, dass es seit einiger Zeit sehr schwer ist, Angebote zum bekommen. Dass die Firmen gut ausgelastet sind und erst gar nicht mitbieten oder unfaßbar viel verlangen.
Auch ich habe kürzlich ein Angebot ( das einzige ) erhalten, dass um 100% über meiner Schätzung lag.

Ich begleite derzeit vier große Baumaßnahmen und bestätige @Lionne69 s Eindruck.
Allerdings rede auch ich vor einer strukturstarken Gegend, dem Rhein-Main-Gebiet.

w 53
 
  • #150
Nein, ein Umzug geht nicht. Das Gebäude lässt sich nicht einfach umsetzen, große Maschinen auch nicht und der Kundenstamm zieht auch nicht mit.
Also - Dorf und abhängig vom Dorfklüngel. Sehr attraktiv....
Darf ich fragen, in welcher Größenordnung der Preis für Gebäude und große Maschinen liegt? Vermutlich dann locker eine halbe Million.,,,?
Kann gut sein, dass viele junge Leute das so sehen. Es wiederspricht eben dem heutigen work life Zeitgeist. Trendy sind zb start ups oder Konzerne in Metropolen wie Berlin oder München.
Eben, Du machst das so, ich auch. Deine Eltern sollen ihr Problem selbst lösen und sich nicht über andere beklagen.
Der Zeitgeist kommt auch daher, dass lebenslange Anstellungen von beiden Seiten nicht mehr gewünscht bzw. garantiert werden.
 
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