• #151
Nein, ein Umzug geht nicht. Das Gebäude lässt sich nicht einfach umsetzen, große Maschinen auch nicht und der Kundenstamm zieht auch nicht mit.
Mir gehen die Ideen aus, wie man den Betrieb weiterführen kann.
Allerdings ist dies auch nicht das wichtige Thema.
Viel wichtiger ist, wie du mit den Vorhaltungen deiner Eltern umgehen kannst. Dazu hast du hier schon einige gute Beiträge bekommen.
@MissCosmo mache deinen Frieden mit der Situation. Du kannst das Problem deiner Eltern nicht lösen.
 
  • #152
Allerdings rede auch ich vor einer strukturstarken Gegend, dem Rhein-Main-Gebiet.
Ich aus dem mittleren Neckarraum ... und kann bestätigen, dass es für viele Handwerker momentan extrem gut läuft.
Persönliche und berufliche Kontakte liegen dem zugrunde. Allerdings - nicht alle sind ausgebucht.

Und wie Vikky schon bestätigte, sind manche Zünfte fast ausgestorben. Der Schuhmachermeister heisst heute Mister Minit - und kann 0815. Ein wirklicher Meister ist ausgebucht. Handgefertigte Schuhe in Stuttgart - warte 2 Jahre.
Ja, so mancher , der es abgelehnt hat, im Handwerksbetrieb seiner Väter zu arbeiten, beisst sich heute in den Arsch. Daher auch mein Rat an die Eltern Cosmo ..... weitersuchen und abwarten, nicht aufgeben. Es schreien doch so einige nach "Nachhaltigkeit" - die werden irgendwann auch wieder aufs Handwerk kommen.
 
  • #153
Der Zeitgeist kommt auch daher, dass lebenslange Anstellungen von beiden Seiten nicht mehr gewünscht bzw. garantiert werden
Eben. Befristete Verträge, Zeitarbeit, hohe Flexibilität ist gefordert und erwünscht. Die Dörfer und Städte innerhalb eines " Speckgürtels" stehen anders da, als in einer strukturschwachen Region. Da wollen die jüngeren Leute nicht versauern, sondern mehr Lebensqualität, kulturelle Angebote etc.
 
  • #154
Was mich schon ziemlich erschüttert ist, dass auf einem angeblichen Elite-Portal die Posts unisono dahingehen, als Angestellte das Leben gechillt zu verdandeln anstatt etwas Eigenes zu erschaffen. Das kann ich jetzt persönlich nicht nachvollziehen. Daran ist nun so gar nichts Elite, das ist trauriger mittelmäßiger Mainstream, Studium hin oder her.
 
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  • #155
Was mich schon ziemlich erschüttert ist, dass auf einem angeblichen Elite-Portal die Posts unisono dahingehen, als Angestellte das Leben gechillt zu verdandeln anstatt etwas Eigenes zu erschaffen. Das kann ich jetzt persönlich nicht nachvollziehen. Daran ist nun so gar nichts Elite, das ist trauriger mittelmäßiger Mainstream, Studium hin oder her.
Es gibt noch irgendwas zwischen "Leben verdaddeln" und einen Handwerksbetrieb auf dem Land übernehmen, bei dem man erstmal Gebäude und Inventar für viel Geld übernehmen muss...
 
  • #156
Also - Dorf und abhängig vom Dorfklüngel. Sehr attraktiv....
Das ist sicher ein wichtiger Aspekt, warum es so wenige externe Bewerber gibt. Ich möchte zb auch nicht mehr in dem Dorf leben, sondern lieber in der Umgebung einer größeren Stadt. Eine gleichwertige Firma in zb München bekommt ja auch viel mehr Bewerbungen als zb eine gleichwertige Firma in MeckPom.
Die Dörfer und Städte innerhalb eines " Speckgürtels" stehen anders da, als in einer strukturschwachen Region. Da wollen die jüngeren Leute nicht versauern, sondern mehr Lebensqualität, kulturelle Angebote etc.
Ich denke, im Speckgürtel von zb München für einen günstigen Preis würde sich jemand finden, so denken auch die Unternehmensberater. Dann würde man den Preis anpassen und gut ist. Dem ist halt nicht so.
mache deinen Frieden mit der Situation. Du kannst das Problem deiner Eltern nicht lösen.
Natürlich kann ich das nicht. Denn wenn es so einfach wäre, dann hätten die Berater, HWK oder andere das ja längst gelöst. Es ging mir hier eher darum, wie andere unabhängige Menschen das sehen.

Fakt ist: Es ist für mich nicht das Attraktivste, für meine Schwester mit kleinen Kindern auch nicht und für alle anderen auch nicht.
 
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  • #157
Was mich schon ziemlich erschüttert ist, dass auf einem angeblichen Elite-Portal die Posts unisono dahingehen, als Angestellte das Leben gechillt zu verdandeln anstatt etwas Eigenes zu erschaffen. Das kann ich jetzt persönlich nicht nachvollziehen. Daran ist nun so gar nichts Elite, das ist trauriger mittelmäßiger Mainstream, Studium hin oder her.
Bloß, weil man die Vorzüge eines Angestelltenverhältnisses schätzt, die absolut nicht zu unterschätzen sind, ist man doch noch lange nicht "unelitär" (was auch immer das bei dir auch heißen mag). Ich finde es wesentlich gesünder und intelligenter, eine gute Work-Life-Balance zu haben als sich tot oder krank zu schuften. Das hat man bei einer Selbständigkeit so gut wie nie. Erst recht nicht in Handwerksbetrieben. 50% meiner Burnoutpatienten kommen übrigens aus dem selbest. Handwerk. ;) Der Rest sind Kraftfahrer, Polizisten und Leute aus dem ungesunden Gesundheitwesen.
Viele übergehen sich, die Anerkennung aus dem AUSSEN benötigen und haben am Ende rein gar nichts davon (meistens nicht mal eine respektable Rente). Wieder ein Zeichen von schwachem Selbstwert. Zudem war meine Familie selbständig und ich weiß noch sehr gut, wie einige bis spät in die Nacht im Büro verbracht haben. Da war nix mit Work-Life-Balance. Der Laden hat genug zum Leben und für einen Urlaub abgeworfen. Aber bei der hohen Belastung von 80 Stunden in der Woche ist das nur ein kleiner Trost gewesen. Zumal wir Kinder damals nichts von den Erwachenen hatten (nie Zeit). Nun sind die Bedingungen für Selbständige nicht besser, sondern noch schlechter geworden. Also völlig verständlich, dass die Mehrheit es nicht mehr möchte. Was mit den Mittel- und Kleinunternehmen passiert, kann man gerade jetzt sehr schön erkennen.

Warum soll die FS sich denn überhaupt in diese Belange einmischen? Es INTERESSIERT SIE NICHT. Vielleicht hat sie noch nicht mal Talent dafür. ES IST DIE SACHE DER ELTERN. Punkt (ja, da hat der Inspi Recht).
 
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  • #158
Ich finde es wesentlich gesünder und intelligenter, eine gute Work-Life-Balance zu haben als sich tot oder krank zu schuften. Das hat man bei einer Selbständigkeit so gut wie nie. Erst recht nicht in Handwerksbetrieben. 50% meiner Burnoutpatienten kommen übrigens aus dem selbest. Handwerk.
Eben. Es muss auch noch Platz sein, das Leben zu geniessen.
Hier wird die Moralkeule geschwungen, Tradition, Familienerbe, Handwerk, goldener Boden, nein MissCosmo, es geht um dein Leben. Aufopfern war in den 50ern in. Dir dankt am Schluss keiner, wenn deine Eltern tot sind und du auf dem Dorf versauerst. It's your life.
 
  • #159
Das ist sicher ein wichtiger Aspekt, warum es so wenige externe Bewerber gibt. Ich möchte zb auch nicht mehr in dem Dorf leben, sondern lieber in der Umgebung einer größeren Stadt.
Ich meine etwas anderes. Die Vergabe von Aufträgen ist auf dem Land eher daran geknüpft, dass man "sich kennt".
Ich denke, im Speckgürtel von zb München für einen günstigen Preis würde sich jemand finden, so denken auch die Unternehmensberater. Dann würde man den Preis anpassen und gut ist. Dem ist halt nicht so.
Weil das eben eine grundsätzliche Frage ist. Auch 50.000 Euro, die fehlinvestiert sind, sind eben weg. Und mit Gebäuden und großen Maschinen wird es hier um ganz andere Summen gehen.
 
  • #160
Bloß, weil man die Vorzüge eines Angestelltenverhältnisses schätzt, die absolut nicht zu unterschätzen sind, ist man doch noch lange nicht "unelitär" (was auch immer das bei dir auch heißen mag). Ich finde es wesentlich gesünder und intelligenter, eine gute Work-Life-Balance zu haben als sich tot oder krank zu schuften. Das hat man bei einer Selbständigkeit so gut wie nie. Erst recht nicht in Handwerksbetrieben. 50% meiner Burnoutpatienten kommen übrigens aus dem selbest. Handwerk. ;) Der Rest sind Kraftfahrer, Polizisten und Leute aus dem ungesunden Gesundheitwesen.
Viele übergehen sich, die Anerkennung aus dem AUSSEN benötigen und haben am Ende rein gar nichts davon (meistens nicht mal eine respektable Rente). Wieder ein Zeichen von schwachem Selbstwert. Zudem war meine Familie selbständig und ich weiß noch sehr gut, wie einige bis spät in die Nacht im Büro verbracht haben. Da war nix mit Work-Life-Balance. Der Laden hat genug zum Leben und für einen Urlaub abgeworfen. Aber bei der hohen Belastung von 80 Stunden in der Woche ist das nur ein kleiner Trost gewesen. Zumal wir Kinder damals nichts von den Erwachenen hatten (nie Zeit). Nun sind die Bedingungen für Selbständige nicht besser, sondern noch schlechter geworden. Also völlig verständlich, dass die Mehrheit es nicht mehr möchte. Was mit den Mittel- und Kleinunternehmen passiert, kann man gerade jetzt sehr schön erkennen.

Warum soll die FS sich denn überhaupt in diese Belange einmischen? Es INTERESSIERT SIE NICHT. Vielleicht hat sie noch nicht mal Talent dafür. ES IST DIE SACHE DER ELTERN. Punkt (ja, da hat der Inspi Recht).
Ich meine definiv nicht die FS, deren Anliegen ich sehr gut nachvollziehen kann. Ich meine den Tenor, der immer wieder zu lesen ist. Und wenn du als Therapeutin nur Menschen aus spezifischen Berufsgruppen als Patienten hast, heißt es nicht, dass alle Menschen aus diesem Berufsgruppen behandlungsbedürftig sind. Das ist ja als würde der Notfallmediziner sagen, alle Menschen kommen am Samstag nach die Notaufnahme. Das ist völliger Unsinn. Ich sehe hier in diesen Antworten immer nur das Bedürfnis ein leichtes Leben haben zu wollen und keine Verantwortung zu tragen und, was erschwerend hinzukommt Nichts erschaffen zu wollen. Also quasi Menschen, die in ihrem Leben nichts vor haben außer Freizeit und chillen. Kann ich nicht nachvollziehen, da fehlen mir die Gene für. Das große N ist Absicht.
 
  • #161
Zudem war meine Familie selbständig und ich weiß noch sehr gut, wie einige bis spät in die Nacht im Büro verbracht haben. Da war nix mit Work-Life-Balance. Der Laden hat genug zum Leben und für einen Urlaub abgeworfen. Aber bei der hohen Belastung von 80 Stunden in der Woche ist das nur ein kleiner Trost gewesen. Zumal wir Kinder damals nichts von den Erwachenen hatten (nie Zeit).
Genauso lief das bei meiner Familie auch. Ich weiß, was das heißt. Daher verdiene ich lieber ein bisschen weniger, habe dafür aber auch noch Zeit für andere Dinge.
Aufopfern war in den 50ern in. Dir dankt am Schluss keiner, wenn deine Eltern tot sind und du auf dem Dorf versauerst.
Ja das ist so. Und Dorf ist nichts mehr für mich, wenn ein Dorf, dann in der Umgebung einer Großstadt.
ES IST DIE SACHE DER ELTERN. Punkt (ja, da hat der Inspi Recht).
Das habe ich begriffen. Es ging mir hier nur darum, zu sehen, wie unabhängige Leute das sehen.
 
  • #162
Ich sehe hier in diesen Antworten immer nur das Bedürfnis ein leichtes Leben haben zu wollen und keine Verantwortung zu tragen und, was erschwerend hinzukommt Nichts erschaffen zu wollen. Also quasi Menschen, die in ihrem Leben nichts vor haben außer Freizeit und chillen.
Du liest aber schon ab und an mal zwischen den Zeilen, was die Foristinnen so treiben? Ich denke, die wenigsten hier haben nur Freizeit und chillen. @neverever nehme ich seit kurzem mal aus, aber der hat es sich verdient😎😉
 
  • #163
Was mich schon ziemlich erschüttert ist, dass auf einem angeblichen Elite-Portal die Posts unisono dahingehen, als Angestellte das Leben gechillt zu verdandeln anstatt etwas Eigenes zu erschaffen.
Bei den Angestellten gibt es auch Unterschiede.
Je nach Beruf ist es sogar sinnvoll, die Ressourcen eines Grossunternehmens zu nutzen. Wer kann schon in der Garage einen Airbus konstruieren ?

Mich erschreckt hier vor allem, dass so viele Jobs haben. Nur sehr wenige sprechen von Beruf. Aber da bin ich halt altmodisch.
 
  • #164
Wer kann schon in der Garage einen Airbus konstruieren ?
Den Airbus Mitarbeitern geht es zur Zeit nicht gut. Hier vor Ort befindet sich ein (kleines) Airbuswerk. Da sind viele in Kurzarbeit. Da Airbus eine große Firma ist, legen die noch etwas auf das Kurzarbeiter Geld drauf. Das kann mein Friseur nicht.

Mich erschreckt hier vor allem, dass so viele Jobs haben. Nur sehr wenige sprechen von Beruf. Aber da bin ich halt altmodisch.
Ich bin dann mal pingelig.
Beruf ist das was ich gelernt oder studiert habe. Zur Not auch das worin ich angelernt wurde.
Arbeit / Arbeitsstelle ist das wo ich gerade arbeite. Viele Menschen arbeiten nicht in ihrem gelernten Beruf.
Job - Jobvermittlung - da bin ich in meiner Studentenzeit hingegangen um mit irgendwas Geld zuverdienen.
Heute ist alles ein Job mit dem man Geld verdient.
Die ALG2-Behörde auch Hartz4 genannt heisst nun auch Job-Center. Als ich da mal einer Mitarbeiterin sagte, ich will keinen Job, ich will Arbeit, wurde ich verständnislos angeschaut.
 
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  • #165
ch begleite derzeit vier große Baumaßnahmen und bestätige @Lionne69 s Eindruck.
Ein kleiner Handwerksbetrieb mit 5 Leuten in strukturschwacher Region um den es hier geht, der beteiligt sich nicht an Ausschreibungen für Großprojekte, weil er garnicht weiß wie das geht. Und Du nimmst ihn auch nicht, weil Du genau weißt, dass das Gesamtprojekt kippt, wenn der Kleinbetrieb mit einem Mal nicht liefern kann, weil Personal ausfällt und er keine Chance auf Ersatz hat - Sicherung von benötigter Leistung.

Was mich schon ziemlich erschüttert ist...., als Angestellte das Leben gechillt zu verdandeln ..... Daran ist nun so gar nichts Elite,
Was ist an Selbstausbeutung Elite? Und warum muss man Eigenes erschaffen. Mich interessiert das überhaupt nicht. Ich habe als Angestellte tolle Lösungen für Probleme geschaffen, waren alles eigene Ideen, die ich umsetzen konnte - muss ich nicht in einer eigenen Firma unter viel schlechteren Bedingungen machen.

Ich habe mein Berufsleben nicht gechillt verdaddelt., sondern fast nur anspruchsvollte New Technology-Projekte gemacht an die ich als Soloselbstständige nie herangekommen wäre. Ich hätte mich dann über eine Beraterfirma verdingen müssen, die das große Geld gescheffelt hätten.

So war es immer meine Wahl, wie sehr ich mich übe meine arbeitsvertraglichen Leistungen hinaus reinhänge (immer wenn es mich interessiert und meine Chefs nett zu mir waren) und wann nicht.

Auch 50.000 Euro, die fehlinvestiert sind, sind eben weg. Und mit Gebäuden und großen Maschinen wird es hier um ganz andere Summen gehen.
Genau das sehe ich auch. Es geht hier nicht um Trivialbeträge von Leuten, die es liegen haben, sich eine Liebhaberei leisten und es achselzuckend abschreiben, wenn es nicht läuft oder die Familie doch feststellt, dass sie da nicht leben wollen.

"Chef sein" gibt es eben in den meisten Familien nicht mehr. Da geht es partnerschaftlich zwischen allen Beteiligten zu.

....immer nur das Bedürfnis ein leichtes Leben haben zu wollen und keine Verantwortung zu tragen.... Nichts erschaffen zu wollen.
Jeder Entwicklungsingenieur schafft Neues ohne Ende - mehr als er allein könnte.
Er fokussiert auf das, warum er seinen Beruf gelernt hat.

Was ist daran falsch, wenn man ein leichtes Leben haben möchte. Ich hatte keines und das war nicht schön. Es gibt schlichtweg keine Grund, sich ein schweres Leben zu machen.

@neverever nehme ich seit kurzem mal aus, aber der hat es sich verdient
Und Ich?????
 
  • #166
Was mich schon ziemlich erschüttert ist, dass auf einem angeblichen Elite-Portal die Posts unisono dahingehen, als Angestellte das Leben gechillt zu verdandeln anstatt etwas Eigenes zu erschaffen. Das kann ich jetzt persönlich nicht nachvollziehen.

Keine Sorge. Ich vermute, die wenigsten hier "verdaddeln" ihr Leben als Angestellter. Je nach Position, geht viel Verantwortung und viel Arbeitseinsatz mit dem Angestelltendasein her. Das Gehalt ist als Selbständiger auch nicht automatisch hoch. Der Inhaber eines kleinen Handwerksbetriebes hat zwar das Glück, keinen Chef zu haben, dem er sich unterordnen muss, dafür erkauft er sich diese Freiheit mit vielen anderen Nachteilen - wie die anderen schon schreiben, sehr viel Arbeit und wenig Freizeit und ggf. einem gar nicht mal so hohen "Gehalt".

Ich überlege selbst hin und wieder, mich selbständig zu machen, weil ich große Hierarchien und starre Vorgaben nicht mag. Es ist jedoch sehr viel Aufwand damit verbunden. Die Mandanten kommen nicht mal eben so auf einen zu. Man muss sehr viel Akquise und sehr viel Networking betreiben, immer nach außen präsent sein. Nicht nur während der normalen Arbeitszeit, sondern weit darüber hinaus, viele Abende im Büro und auf Veranstaltungen. Das ganze bis zur Rente, denn das Geld muss stetig reinkommen und mindestens so hoch sein, wie ich "umgerechnet" als Angestellter verdiene (auch Rente und andere soziale Absicherung). Ja, da ist es tatsächlich einfacher, wenn mir in meinem Angestelltendasein die Arbeit von alleine zuflattert (zugeteilt wird sie mir selten, ich kann relativ frei walten und schalten wie ich will).
Ich sehe und sah es in meinem Umfeld, dass es nicht immer einfach ist. Viele Kleinselbständige erleben gute Zeiten, aber auch wie aktuell schlechte Zeiten. Ich bin aktuell sowieso in Elternzeit, aber auch ohne ist es beruhigend, derzeit angestellt, nicht von Kurzarbeit betroffen zu sein und auch sonst sicher durch diese Krise zu schiffen. Viele andere, insbesondere die Selbständigen, haben derzeit große Existenzängste.
Unseren Hausbaukredit hätten wir vermutlich auch nicht so einfach zu so guten Konditionen bekommen, wenn einer von uns mit schwankendem Einkommen selbständig wäre. Mit unseren sicheren Jobs, dem relativ hohen Gehalt und anderen Faktoren war es hingegen kein Problem.
 
  • #167
Ich denke, im Speckgürtel von zb München für einen günstigen Preis würde sich jemand finden, so denken auch die Unternehmensberater.
München hat wirklich gerade ein Problem: es gibt zu wenig Wohnraum und kaum noch freie Bauplätze. Deshalb wird im Moment verdichtet, wo es vor ein paar Jahren noch fast undenkbar erschien. Auch das Umland ist sehr teuer (wenn man S-Bahnanschluss hat).
Günstige Preise? Gibt´s hier einfach nicht.

(Baustellen ohne Ende im Moment)

München ist jetzt wirklich nicht das beste Beispiel für euren Betrieb. Was hier im Moment passiert, ist fern jeder Realität. Selbst für viel (!) Geld, bekommst du im Moment keine Wohnung oder nur mit Glück.
 
  • #168
Okay, ich präzisiere das noch einmal. Das Bedürfnis, etwas zu erschaffen, was einen selbst überdauert. Bzw. sich nicht unterordnen zu müssen. Das wird in einem Angestelltenverhältnis unmöglich sein.
 
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  • #169
Das Bedürfnis, etwas zu erschaffen, was einen selbst überdauert. Bzw. sich nicht unterordnen zu müssen.
Das diese Bedürfnis auch als Selbständiger nicht so ohne weiteres befriedigt werden kann zeigt sich doch bei den Eltern der FS und den anderen Betrieben die keine Nachfolger finden. Fast alle Dinge die heute geschaffen werden und ein Menschenleben überdauern sind das Werk der Zusammenarbeit viele verschiedener Menschen, die Zeiten der Universalgenies sind längst vorbei.
Dann stellt sich noch die Frage was man davon hat, wenn etwas das eigene Leben überdauert. Wenn man Tod ist hat man davon gar nichts mehr. Das klingt alles sehr nach dem Streben nach extremer externer Anerkennung und nicht nach einem selbstbestimmten Leben.
Das man sich als Selbständiger nicht unterordnen muss ist auch nur richtig wenn sich die Unterordnung auf eine Firmenhierarchie mit einem Chef bezieht. Aber der Selbständige muss sich den 'Wünschen' der Kunden oft unterordnen und denen der Bank erst recht sonst versiegt die Kreditlinie ganz schnell.
Ich kenne beide Seiten und sie haben beide Vor- und Nachteile und es gibt nicht das objektiv bessere sondern nur das halt zu einem Menschen besser passt und das kann sich beim gleichen Menschen auch noch mit der Lebensphase oder dem Lebensalter ändern.
 
  • #170
Okay, ich präzisiere das noch einmal. Das Bedürfnis, etwas zu erschaffen, was einen selbst überdauert. Bzw. sich nicht unterordnen zu müssen. Das wird in einem Angestelltenverhältnis unmöglich sein.

Liebe HollyGolightly,

Der Grund für meine Berufswahl - als Planerin, Ingenieurin für Architektur.

Aber auch wenn ich freiberuflich arbeite, achte ich (inzwischen) auf die Balance.
Nutze die Flexibilität, teile es mir ein, und inzwischen kann ich es mir leisten, zu reduzieren auf eine bequeme 30h/Woche im Schnitt und nicht jeden Auftrag anzunehmen.
Ich mag selbstständig, angestellt ist nicht meins...

Wenn ich manche*n Angestellte*n sehe, möchte ich mit diesen nicht tauschen, nicht mit diesen Arbeitsbedingungen. Das betrifft nicht nur den Pflegebereich.
Die vermeintliche Sicherheit kann schnell verschwinden.

Selbstständigkeit hat eigene Herausforderungen und Chancen. Es bedeutet Eigenverantwortung, man kann viel gestalten. Effizienz ist ein Stichwort, ein weiteres gute Organisation, und natürlich eine Leistung, die am Markt auch nachgefragt wird.

Ob es mehr/weniger Arbeit ist, mehr/weniger anstrengend hängt immer vom Job an sich ab, und von der Person.

W, 51
 
  • #171
Okay, ich präzisiere das noch einmal. Das Bedürfnis, etwas zu erschaffen, was einen selbst überdauert. Bzw. sich nicht unterordnen zu müssen. Das wird in einem Angestelltenverhältnis unmöglich sein.
Die meisten Selbstständigen leben davon, dass andere mindestens bei der Umsetzung unterstützen. Das hätte nach Deiner Definition keinen Wert.
Was schafft ein Bäcker dauerhaftes? Ist das deswegen wertlos?
 
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  • #172
Ich bin aktuell sowieso in Elternzeit, aber auch ohne ist es beruhigend, derzeit angestellt
Bei der Selbstständigkeit ist auch noch zu sagen, dass es Elternzeit an sich nicht gibt. Es ist dann dein eigenes Problem, von wegen 1,2 oder sogar 3 Jahre aussetzen. Das war für meine Schwester mit 2 kleinen Kindern auch mit ein Grund, warum sie keine Firma alleine übernehmen wollte.
Unseren Hausbaukredit hätten wir vermutlich auch nicht so einfach zu so guten Konditionen bekommen, wenn einer von uns mit schwankendem Einkommen selbständig wäre. Mit unseren sicheren Jobs, dem relativ hohen Gehalt und anderen Faktoren war es hingegen kein Problem
Eben und das Private zählt bei der Generation Y ja schon viel, da vermeiden viele eine unsichere Selbstständigkeit oder der Partner zieht nicht mit.
 
  • #173
Was mich schon ziemlich erschüttert ist, dass auf einem angeblichen Elite-Portal die Posts unisono dahingehen, als Angestellte das Leben gechillt zu verdandeln anstatt etwas Eigenes zu erschaffen. Das kann ich jetzt persönlich nicht nachvollziehen. Daran ist nun so gar nichts Elite, das ist trauriger mittelmäßiger Mainstream, Studium hin oder her.
Der Begriff Elite hat in erster Linie absolut gar nichts damit zu tun, dass sich Leute selbstständig machen müssen, und daraus ihr Selbstwertgefühl schöpfen. Elite ist soviel mehr als nur das.
Es gibt keine Pflicht, etwas „Eigenes“ zu schaffen, bzw. steht auch nirgendwo geschrieben, dass dies nur geht, wenn man selbstständiger Unternehmer ist.
Arbeit im Team kann genauso Neues und Großartiges hervorbringen, als abhängig Beschäftigter identifiziert man sich im Besten Falle mit seiner Firma und ist schon auch dadurch intrinsisch motiviert, tolles zu schaffen und zu leisten. Es gibt so viele junge Leute, die hochgradig engagiert sind und Wahnsinns -Fähigkeiten und -ideen haben. Dass die natürlich nicht in Hinterpusemuckel auf einer Dorfklitsche einen alten Handwerksbetrieb übernehmen wollen, ist doch verständlich. Was daran „Leben verdaddeln“ sein soll, erschließt sich mir nicht.
 
  • #174
Mal kurz reingeworfen. Was mich als abhängig Beschäftigter am Meisten stört sind nervige Kollegen. Ich meine jetzt nicht den Chef, sondern die Gleichgestellten, die sich aufspielen.
Als Selbstständiger könnte ich mir meine Mitarbeiter selbst aussuchen.
 
  • #175
Okay, ich präzisiere das noch einmal. Das Bedürfnis, etwas zu erschaffen, was einen selbst überdauert. Bzw. sich nicht unterordnen zu müssen. Das wird in einem Angestelltenverhältnis unmöglich sein.
Also; erstmal bin ich ja hier nicht, weil ich mich für Elite halte, und habe hier nie einen Partner gesucht. Sondern fand das Forum sehr interessant und die Leute haben alle kluge Antworten gegeben. Daher bin ich hier angemeldet. Ich habe eine „normale“ Arbeit mit Verantwortung, „erschaffe“ auch Sachen, die wichtig sind und noch nach meinem Tod verfügbar. Allein könnte das niemand, dazu ist eine Firma notwendig. Und die braucht Angestellte. Oder soll jeder allein selbstständig vor sich hinwerkeln? Ich habe Selbstständigkeit bei meinen Eltern gesehen; das waren aber andere Zeiten für Künstler damals, heute hat jeder eine Kamera und wenn man selbstständig ist, muss man heute in der Lage sein, für sich zu werben. Liegt meinem Charakter nicht.
Jeder Arzt, jede Pflegekraft, Ingenieure machen einen extrem wichtigen Job! Ein Konditor erschafft tolle Dinge, die aber nicht mal den Tag überleben. Ich finde es total vermessen, solche Maßstäbe anzulegen wie du es tust. Aber klar, ich will auch nicht Elite sein oder definieren. Ich möchte etwas arbeiten, was mir sinnvoll erscheint und Freude macht, wo ich mit spannenden Themen und Menschen in Kontakt komme. Das reicht mir völlig aus: ich muss nichts machen, was mich irgendwie berühmt macht. Mein Ex hat so gedacht wie du und auf alle anderen runtergeschaut, auch auf mich, total überheblich. War ein Grund, dass ich ihn im Nachhinein noch richtig blöd finde.
 
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  • #176
- Auch davon sollte sich MissCosmo nicht unter Druck setzen lassen, es ist immer noch dein Leben.
Dann kommt es darauf an, welche Unternehmenskultur in dem Unternehmen herrscht, in dem du angestellt bist, und ob wertschätzend mit den Mitarbeitern umgegangen wird.
Ob du Beruf und Familie vereinbaren kannst usw.
 
  • #177
Ich habe eine „normale“ Arbeit mit Verantwortung, „erschaffe“ auch Sachen, die wichtig sind und noch nach meinem Tod verfügbar. Allein könnte das niemand, dazu ist eine Firma notwendig.
Sorry, ich denke, du hast mich und eine weitere Verfechterin der selbständigen / freiberuflichen Arbeit etwas missverstanden.

Nicht die Tatsache, dass sich manche Menschen im Angestelltenverhältnis wohler fühlen, durchaus auch gute Arbeit leisten wurde kritisiert. Sondern dieser allgemeine Tenor "besser nichts wagen, sollen andere doch ..." . der eben nicht zur Elite passt. Auch diese Überbetonung von Freizeit, Kinderzeiten und was weiss ich .....
Viele schreiben hier nur noch von Jobs, die man auch schnell wechseln könne, ohne Verantwortung - aber mit Megagehalt. Die Vorstellungen von "Chef spielen" sind teilweise abstrus. Du haast mal geschrieben, dass du keine Führungsverantwortung möchtest, weil Menschenführung für dich nicht das Richtige wäre. Das ist ok. Aber schau dir mal, wie viele Teilzeit und Führung verbinden wollen ? Das sind dann genau die "Führungskräfte", die sich beschweren, dass kein Mensch auf sie hört. Wie auch, wenn sie mehr daheim als am Arbeitsplatz hocken und dazu nicht telefonisch erreichbar sind, weil Feierabend ...... Ja, mit solchen Leuten springt nicht jeder so loyal um wie du.
TEAM heisst eben meistens Toll Ein Anderer Macht's.
 
  • #178
Es gibt so viele junge Leute, die hochgradig engagiert sind und Wahnsinns -Fähigkeiten und -ideen haben. Dass die natürlich nicht in Hinterpusemuckel auf einer Dorfklitsche einen alten Handwerksbetrieb übernehmen wollen, ist doch verständlich.
Leider ja. Und die Leute, die sich dann doch bewerben, sind oft nicht für die Position geeignet. Die ganz engagierten studieren und arbeiten als Angestellte in großen attraktiven Firmen.
Als Selbstständiger könnte ich mir meine Mitarbeiter selbst aussuchen.
Das stimmt schon, aber je nach Branche und Standort kannst du das nicht immer. Es gibt in der Branche meiner Eltern nicht so viele Gesellen und Meister (wie zb als Elektriker oder so), da muss man oft mit Personal klarkommen, was nicht so ganz seinen Vorstellungen entspricht. Und das bringt Ärger.
Ob du Beruf und Familie vereinbaren kannst usw.
Im 5 Mann Handwerksbetrieb ist das undenkbar! Keine geregelte Elternzeit, da selbstständig. Für Ersatz muss man selbst sorgen und diesen auch selbst bezahlen. Ohne Chef funktioniert das nicht. Man kann da nicht einfach mal 1 Jahr pausieren. Meine Eltern zb hatten beide kaum Zeit für mich in der Kindheit, das ist nicht schön.
 
  • #179
Ich habe etwas geschaffen, das mich (hoffentlich) überlebt und überdauert:

Meine drei tollen Kinder!

Ich habe sie selbstständig gemacht und bekommen 😉.

Muss man hier zur Elite gehören um mitschreiben zu dürfen?
Ich denke dieses Forum ist für alle da, die einigermaßen gut schreiben können.

Als Teilzeit-Fremdsprachenkorrespondentin, die nebenher auch kleine Kinder betreut, gehöre ich wohl nicht zur Elite, schreibe aber sehr gerne ab und zu hier im Forum, da es ein höheres Niveau hat.

Was ist übrigens die Elite?
Menschen die sich aufgrund ihres Berufes für etwas Besseres halten und sehr viel Geld verdienen?

Für mich sind elitäre Menschen:
Menschen mit Herzensbildung, Menschen die Wärme und Güte ausstrahlen, die nicht auf andere Menschen herabsehen die Regale einräumen, die Büroräume putzen, alten und kranken Menschen den Po abwischen oder unseren Müll wegfahren.

Denn jeder Beruf wird gebraucht in unserer Gesellschaft. Was täten wir ohne diese Menschen?
Wir hätten leere Supermärkte und verdreckte Büroräume, Obdachlose müssten ohne Hilfe von ehrenamtlichen Menschen in der Eiseskälte erfrieren.

Menschen, die ehrenamtlich am Seelsorgetelefon sitzen und sich die Sorgen von Jugendlichen anhören, und damit vielleicht einen Selbstmord verhindern können - das ist menschliche Elite.

Und nur das zählt in dieser kalten Welt.
 
  • #180
5 Mann Handwerksbetrieb ist das undenkbar! Keine geregelte Elternzeit, da selbstständig. Für Ersatz muss man selbst sorgen und diesen auch selbst bezahlen. Ohne Chef funktioniert das nicht. Man kann da nicht einfach mal 1 Jahr pausieren. Meine Eltern zb hatten beide kaum Zeit für mich in der Kindheit, das ist nicht schön.
Richtig. Im modernen Großunternehmen ist das möglich, auch in Führungspositionen.
Und diese Unternehmen werben auch in der Personalbeschaffung damit, um fähige, hochqualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen. Von daher würde ich mich nicht von externen Erwartungshaltungen unter Druck setzen lassen.
 
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