• #211
Es nervt sehr, zumal dadurch der Familiensegen schief hängt. Meine Schwester geht schon kaum mehr zu meinen Eltern deshalb. Ja, bei schlechter Stimmung sind Vorwürfe im Raum, aber nur dann. Und das, obwohl ich Abitur, Bachelor, Master und einen sicheren, gut bezahlten Job habe :(
Was ich hier lese, ist, dass eure Eltern es versäumt haben, euch den Herkunft eurer Freiheit zu zeigen, was nämlich in der Firma liegt. Ohne diese Firma hättet ihr nicht studieren können , bzw. hättet es wesentlich schwerer gehabt. Ich glaube, eure Eltern warten auf etwas altmodisches wie Dankbarkeit. Und auf Verständnis für ihre Situation, die sie sich ganz anders erträumt haben, vermutlich, was natürlich deren Problem ist, aber man will sich ja gerne haben und nicht nur vertragen. Ich erinnere mich daran, dass mich das als Kind auch genervt hat, allerdings auch angezogen und ich habe sehr viel nur durchs hinschauen gelernt. Meine Tochter hat es genauso genervt, aber wenn Freunde kamen hat sie unheimlich mit der Firma angegeben. Trotzdem kann ich mir das Hemd auch anziehen, die Herkunft des Geldes war bei ihr als Teenager eher der Apfelbaum als meine Arbeit. Vielleicht versuchst du es aus dieser Richtung, ich denke, dann ergibt sich eine ganz andere Wahrnehmung. Wäre es wert.
 
  • #212
Du weißt aber schon das das Unsinn ist, oder?
Niemand meiner Angestellten, hat sein Leben verdaddelt , viele haben Eigentum, haben gesparte Reserven, dazu eine Arbeit die die erfüllt und ihnen Spaß macht.
Sie haben Zeit für Familie und Hobbys, Zeit zu leben.
Verdaddeln vor allem Zeit, ja wertvolle Lebenszeit, die habe ich regelrecht verbrannt.
Wer ist unglücklicher oder unzufriedener?
Es gibt bei beiden Wählern, Gewinner und Verlierer.

Har, Har, der ist bis heute nicht fertig 😂
Aber du triffst es in deinem ganzen Beitrag punktgenau.
Manche haben völlig verdrehte Vorstellungen von Unternehmern.
Andere lieben Lebensmittel, ich liebte meine Angestellten ☺️

Du auch. Wie alle meine Mitarbeiter.
Ohne Mitarbeiter keine Unternehmen, so einfach ist die Wirtschaft.
Wer das nicht verinnerlicht, wird immer scheitern.
Wir brauchen uns wie dusche und Wasser .
So muss jetzt Heia machen 💤

M50
Falls dieser Post an mich gerichtet war: ich habe, so du eventuell meine Einlassungen gelesen hast, durchaus Ahnung. Ich bin seit über 30 Jahren selbständig und sehr erfolgreich, das nur nebenbei. Meine Kritik des verdandeln ging an die Angestellten, deren Work-Life Balance massiv im Vordergrund steht und die sich nie selbständig machen würden, da sie das für irrsinnig halten. Ich habe eventuell nicht den BER betreut, aber möglicherweise bin ich in meinem Job weltklasse. Das kann ja sein. Wer weiß.
 
  • #213
Hättet ihr jetzt den Klassiker, also Elektro, SHK, Fließen und Innenausbau, die Firmen würden allein schon wegen der Mitarbeiter kaufen.
Nein, es geht nicht ums Baugewerbe, schön wärs. Aus Anonymitätsgründen möchte ich die Branche hier nicht nennen.
Ich würde es in der nächst größeren Stadt versuchen die nicht wirklich allzu weit weg ist, dort einen Betrieb mit selben Gewerk suchen und ein Angebot machen.
Das haben wir, in der nächstgrößeren Stadt gibt es einen größeren Betrieb der Branche mit ca 150 Mitarbeitern. Die wollen nicht kaufen, die Maschinen passen nicht usw. Höchstens kleinere Sachen wie Gabelstapler oder LKW würden sie kaufen.
Aber ich denke, deine Eltern sollten sich mit dem Loslassen beschäftigen.
Seid nachsichtigt mit ihren blutenden Herzen, aber lasst Euch nicht in etwas hineindrängen, was nicht in Euren Lebensplan passt. Denn es ist EUER LEBEN.
Eben. Einerseits tut es mir so leid für meine Eltern, andererseits möchte ich mir mein Leben nicht versauen. So denkt meine Schwester auch. Auch externe Leute würden sich wünschen, dass es weitergeht. Aber es mag einfach niemand die Gesamtverantwortung übernehmen.
 
  • #214
So weit ich weiss, gibt es bei dir einen osteuropäischen Hintergrund.Da ist sicher der Familienzusammenhalt noch mal ein anderer, aber auch der Druck entsprechend. Andererseits, das Ding besteht seit mehreren Generationen.
Also schon länger in Deutschland.
Das kommt nur von meiner Mutter. Die Familie meines Vaters lebt seit Generationen schon immer in dem Dorf und führt den Betrieb. Er ist da sowas wie ein Dorfsheriff! Meine Mutter hat eingeheiratet. Und nur so als Hinweis: meine Mutter sagt heute, sie hätte ein einfacheres Leben gehabt, wenn sie einen normalen Angestellten als Mann gehabt hätte! Weniger Arbeit, weniger Druck, weniger Ärger, mehr Zeit für die Kinder.
Vielleicht wäre hier eher ein Mediator angesagt, jemand der zwischen Euch und den Eltern vermitteln kann. Dafür wären deine Eltern vermutlich nicht offen.
Richtig, dafür wären sie nicht offen. Und selbst wenn, ein Mediator könnte das Problem auch nicht lösen, wenn es sonst auch niemand kann. Und solange das Firmenproblem nicht gelöst ist, ändert sich auch nichts an der Stimmung.
 
  • #215
Das könnten wir machen, evtl mit neuer Unternehmensberatungsfirma. Bisher war die Betreuung gut, das Resultat aber mangels Bewerber enttäuschend.
Es nervt sehr, zumal dadurch der Familiensegen schief hängt.
Die Überlegung ist ganz einfach:
Preise ich ein Objekt wie Sauerbier an - ist es irgendwann Sauerbier. Momentan passiert nichts wegen Corona. Also raus aus der Werbung - und im Herbst oder nächstes Jahr nochmals ran mit neuem Layout. Ob die Kollegen schlecht gearbeitet haben - kann ich so nicht beurteilen. Manchmal hilft ein frischer Blick - und manchmal kommen dann Anfragen, wenn das Objekt aus der Börse raus ist. Versprechen kann das keiner - passiert ist es schon.

Zum Haussegen - ja, für deine Eltern ist das eine Belastung. Und ja, auch sie haben Verständnis verdient. Sie haben dir deine Ausbildung ermöglicht. Deine Sorgen angehört. Nun bist du dran. Du kannst deinen Vater doch auch mal darauf ansprechen, ob das Grundstück als solches nicht zu verkaufen wäre ? Deine Schwester hat sich zurück gezogen. Du bist die Tochter, die noch da ist. Vielleicht haben deine Eltern auch Angst, dass du auch noch weg bist ..... und reagieren darauf genau falsch. Vielleicht solltest du dich öfter bei deinen Eltern melden und auch ab und zu vorbei fahren. Lass sie jetzt nicht alleine. Auch wenn es mal nervt .....
Vielleicht schätzen sie ihr chices, studiertes Töchterchen viel mehr, wenn sie merken: Die lässt uns nicht im Stich.
 
  • #216
Rund um das Firmengebäude ist gar kein Platz mehr. Man müsste also an einem komplett neuen Standort alles neu aufbauen, was finanziell keinen Sinn macht. Da hast du Recht.
Ist dann das Wohnhaus, wie bei vielen Handwerkern, auch noch integriert? Das würde es nochmals teurer und komplizierter machen...
Es nervt sehr, zumal dadurch der Familiensegen schief hängt. Meine Schwester geht schon kaum mehr zu meinen Eltern deshalb. Ja, bei schlechter Stimmung sind Vorwürfe im Raum, aber nur dann. Und das, obwohl ich Abitur, Bachelor, Master und einen sicheren, gut bezahlten Job habe :(
Eigentlich schade, wenn dann der Familienzusammenhalt baden geht...
Was ich hier lese, ist, dass eure Eltern es versäumt haben, euch den Herkunft eurer Freiheit zu zeigen, was nämlich in der Firma liegt. Ohne diese Firma hättet ihr nicht studieren können , bzw. hättet es wesentlich schwerer gehabt.
Was soll da das Argument sein? Ich habe Dir nicht ermöglicht, Medizin zu studieren, zu promovieren und drei Jahre Facharzt im Ausland zu machen, damit Du Dich dann anschließend weigerst, die Bäckerei zu übernehmen? Das ist doch lächerlich.
Und solange das Firmenproblem nicht gelöst ist, ändert sich auch nichts an der Stimmung.
Die Stimmung kann sich auch drehen, @Tom26 hat das auch schon geschrieben, indem Du beim Verkauf der Firma unterstützt oder einfach eine "moralische Stütze" bist. Wenn ich Gabelstapler, LKW und schweres Gerät lese, ist eigentlich klar, dass eine Frau nicht gerade Lust hat, da auch noch fachfremd einzusteigen.
 
  • #217
Momentan passiert nichts wegen Corona. Also raus aus der Werbung - und im Herbst oder nächstes Jahr nochmals ran mit neuem Layout.
Das wäre kein Problem, aber meine Eltern sind dann ca 67 und werden auch nicht jünger. Es läuft ja alles schon seit bestimmt 4 Jahren. Meine Schwester ist mit 2 kleinen Kindern und Job keine Unterstützung und ich wohne weiter weg und habe auch noch einen eigenen Vollzeitjob. Aber ich rufe regelmäßig an, gehe vorbei. Zudem ist ein Verwandter selbstständiger Jurist, der auch seit Jahren fachlich unterstützt. Auch Steuerbaratungskanzlei, Berater usw unterstützen.
Du kannst deinen Vater doch auch mal darauf ansprechen, ob das Grundstück als solches nicht zu verkaufen wäre ?
Das wäre bestimmt zu verkaufen. Zb an Baufirmen, die Einfamilienhäuser hinbauen oder ein großes Altenheim usw. Grundstückegehen bei gutem Preis im Ort immer weg. Die würden aber logischerweise auch die renovierten Teile der Firma komplett abreißen.
Vielleicht solltest du dich öfter bei deinen Eltern melden und auch ab und zu vorbei fahren. Lass sie jetzt nicht alleine.
Das mache ich schon immer.
Ist dann das Wohnhaus, wie bei vielen Handwerkern, auch noch integriert? Das würde es nochmals teurer und komplizierter machen...
Nein, das Wohnhaus ist komplett separat eine Straße weiter. Das möchten Sie auf jeden Fall behalten.
Wenn ich Gabelstapler, LKW und schweres Gerät lese, ist eigentlich klar, dass eine Frau nicht gerade Lust hat, da auch noch fachfremd einzusteigen.
Eben es ist einfach nicht meine Welt. Da habe ich es in meinem jetzigen Job besser und bin viel besser dafür qualifiziert. Ich habe auch mal meine Freundinnen im Bekanntenkreis gefragt: Keine würde das machen wollen, die waren sich da schnell einig dass das für sie gar nichts wäre.
 
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  • #218
Hallo FS

Deine Eltern wissen ja nicht erst seit gestern das sie Töchter haben die nicht an der Firma interessiert sind, das haben sie wohl schon vor zig Jahren festgestellt.
Dann hat keiner der Angestellten die Firma übernehmen wollen da zu klein, zu weit weg und einfach nicht rentabel da sie vermutlich an deinen Eltern gesehen haben dass es nie Freizeit oder sonst was Positives gibt. Wäre der Betrieb so gut aufgestellt wie du beschreibst, würde es am Nachfolger nicht mangeln.
Nicht einmal Profis können Euren Betrieb unter die Haube bringen und das heißt einiges.
Deine Eltern müssen in diesem Fall wohl Abschied nehmen und das sollten sie auch machen.
Selbst wenn ein Sohn da wäre, würde es ja noch lange noch nicht heißen dass er den Laden wollte - was wäre dann?
Ich finde das alles getan wurde und bereits genug gutes Geld dem schlechten hinterher geworfen wurde und das es Zeit wird, das Geschäft abzuwickeln.
Wenn deinen Eltern der Laden mehr wert ist als eine gute Beziehung zu den Töchtern, dann ist dein Auftrag hier auch erledigt.

zu @Tom26 : Nicht jedes Töchterchen was studiert hat, hat dies auf Kosten der Eltern getan! Ich kennen genug (mich eingeschlossen) die mit 14 bereits Geld dazu verdient haben und das Studium komplett selbst finanzierten.

zu@HollyGolightly: Das jeder, der lieber angestellt bleibt und auf seine Work-Life Balance achtet, sein Leben verdaddelt, ist ja wohl eine Frechheit an sich!
Du bist als Selbstständige besser aufgehoben, andere in einem Team.
Hier waren die Eltern selbstständig und haben wohl die letzten 10 Jahre verdaddelt da selbst die Mutter sagt das sie als Angestellte ein besseres Leben gehabt hätte.
Der Vater klingt aber einfach so als ob er immer der Chef war, sich nie was sagen lassen musste, nie nach Vorgaben von anderen gearbeitet hat, sich nie anpassen musste und genau dieses Verhalten macht ihm jetzt Schwierigkeiten.
Er hat Null Empathie mit seinen Töchtern, nur Vorwürfe, und bleibt stur - und genau dieses Verhalten hat er vermutlich im Betrieb gezeigt und deshalb bleibt keiner, nicht mal seine Töchter. Boshaft gesagt weiß vermutlich jeder dass er jeden Tag vorbei kommen würde und sagen würde wo es lang geht - wer macht so etwas mit?
Ich habe dies leider oft gesehen und kenne mehrere Kinder die den Betrieb am Schluss verkauft haben weil sich die Eltern nicht rausgehalten haben, selbst für jeden noch so maroden Betrieb ewig dankbar sein sollten usw.
Wer hat nun gedaddelt???

Die FS hat alles richtig gemacht und sollte hier vielleicht noch einmal den Eltern klar sagen dass es nicht weiter geht und sich dann etwas zurück ziehen.
Irgendwann ist das Pferd einfach tot geritten!
 
  • #219
Was soll da das Argument sein? Ich habe Dir nicht ermöglicht, Medizin zu studieren, zu promovieren und drei Jahre Facharzt im Ausland zu machen, damit Du Dich dann anschließend weigerst, die Bäckerei zu übernehmen? Das ist doch lächerlich.

Die Stimmung kann sich auch drehen, @Tom26 hat das auch schon geschrieben, indem Du beim Verkauf der Firma unterstützt oder einfach eine "moralische Stütze" bist. Wenn ich Gabelstapler, LKW und schweres Gerät lese, ist eigentlich klar, dass eine Frau nicht gerade Lust hat, da auch noch fachfremd einzusteigen.
Du solltest, bevor du mich zitierst, meine gesamte Antwort lesen. Dann hättest du es nicht falsch verstanden. Lies es bitte vollständig.
 
  • #220
Das wäre kein Problem, aber meine Eltern sind dann ca 67 und werden auch nicht jünger.
Weil sich hier letztendlich alles im ausweglosen Kreis dreht: Ich würde euch besonders in deinem Sinne empfehlen, euch zeitnah um eine praktikable Lösung zu bemühen und alles zu klären, also ggf. tatsächlich den Betrieb aufzulösen, darauf scheint es hinauszulaufen. Man kann die Sache jetzt natürlich auch noch jahrelang verschleppen, nichts verändern und alles weiterlaufen lassen. Aber wenn ihr es jetzt nicht bewusst löst, löst sich irgendwann alles unkontrolliert von alleine. Spätestens dann, wenn z.B. dein Vater plötzlich stirbt oder erkrankt, denn das kann in dem Alter durchaus vorkommen. Wenn ihr das jetzt nicht bald regelt, wirst du als Tocher früher oder später sowieso alles regeln und notfalls eben dann auflösen müssen, wenn es zusammenbricht. Ich würde die Sache lieber jetzt geordnet beenden bzw. von deinen Eltern beenden lassen, solange noch alle leben und in Ruhe planen und alles vernünftig in der Familie besprechen können, solange ihr eine gute Ausgangsbasis habt. Oder was passiert, wenn dein Vater morgen plötzlich stirbt, deine Mutter verzweifelt und die Rechnungen und Aufträge weiter einflattern? Wer kümmert sich dann? Deine Mutter trauert, deine Schwester hält sich raus, weil mit ihrer Familie beschäftigt -- dann hängt alles an DIR bzw. DU wirst dich sicher verantwortlich fühlen, oder?

Ich wünsche euch das natürlich nicht, aber an deiner Stelle würde ich die Eltern nachdrücklich darum bitten, Ordnung in ihre Verhältnisse zu bringen. Sonst fliegt euch und auch dir das alles noch um die Ohren. Mich würde das als Tochter sehr beunruhigen und belasten ...
w26
 
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  • #221
Ich habe eventuell nicht den BER betreut, aber möglicherweise bin ich in meinem Job weltklasse.
Nun, dass wären auch krasse Gegensätze. Der BER wurde alles andere als Weltklasse gebaut, was? :)

Meine Kritik des verdandeln ging an die Angestellten, deren Work-Life Balance massiv im Vordergrund steht und die sich nie selbständig machen würden, da sie das für irrsinnig halten.
Ja! Aber was sagt das aus?
Ich verstehe es so.
Jeder der sich nicht selbstständig macht, verschwendet seine Zeit mit niedrigeren Dingen.

Ich als Unternehmer sehe das ganz und gar nicht so.
Als Unternehmer hast du seltenst die Chance, dich auf deine Work-Life Balance zu fokusieren.
Wenn es so von Dir gemeint war, bitte korregiere mich gern, dann finde ich diese Sichtweise sehr arrogant und darüberhinaus auch falsch.
Auch verstehe ich den Zusammenhang von Irrsinn dabei nicht.
Ich, Du, viele andere gehen den einen Weg aus freien Stücken.
Sehr viele andere gehen den anderen Weg.
Freie Entscheidung meistens. Alle finden mehr oder weniger ihr Glück und/oder Bestimmung.

Das sind so meine Gedanken zu dem Thema.

m50
 
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  • #222
Du solltest dich nicht emotional-moralisch erpressen lassen, nach dem Motto, schau was wir für dich getan haben,und du bist so undankbar.
Deine Mutter empfand ja dieses Leben als hart, wäre auch mit einem Angestellen zufrieden gewesen, statt mit dem "Dorfsheriff". Ja, der Name ist regional bekannt, willst du das, gehst du zu xy. Ok. Wer macht eigentlich den Druck, beide gleichviel oder dein Vater mehr?
Ich erzähl dir mal eine Geschichte vom letzten Jahr: ich hab mir in einem etwas heruntergekommenen Stadtteil etwas zu essen besorgt an einem Imbiss.
Hab mich ein bisschen mit dem Imbissmann unterhalten auf Englisch, seine Frau hatte ihn aus der Wohnung gerufen. Die lag im Kellergeschoss.Er erzählte von den Hausaufgaben seines Sohnes, der Abitur machen wird. Er selber war in seinem Heimatland Lehrer. Nun stand er an dieser Imbissbude ( ja ich weiss kein Handwerksbetrieb). Er unterstützte seinen Sohn darin, dass er es einmal besser hat.
Manche Eltern möchten auch, dass es ihren Kindern mal besser geht.
Auch Kinder von Angestellten können studieren. Wenn nicht viel Geld da ist, gibt es Bafög. Dein Vater kann nicht über sein Dorf hinausdenken, hat dort einen Namen. Der Name soll weitergeführt werden. Für ihn ist ein Angestellter in irgendeinem Konzern quasi nichts.
Aber, wie schon gesagt, es ist dein Leben. Besuchen die dich auch mal an deinem Ort, nimmst du sie mit und zeigst Ihnen dein Leben?
 
  • #223
Und in romantischen Komödien löst sich das alles immer so wunderbar:
Enkelin erbt die Dorfbäckerei. Alles auf Nachkriegsstand. Enkelin ist hin und hergerissen zwischen dem oberflächlichen Leben in der Stadt, wo der Freund mit dem neuen Cafe wartet und dem Dorfleben. Da er ergibt sich dann über einen Jugendfreund der Kontakt nach Dubai und plötzlich flattert der Grossauftrag aus Dubai für die Christstollen rein, samt attraktiven Scheich, das halbe Dorf hilft mit, schön und gut..
Frag sie doch mal, haben sie dich studieren lassen, damit du den Handwerksbetrieb übernimmst oder damit du dein Leben leben kannst?
Und wenns um Geld geht, zahl ihnen die Studiengebühren zurück. Die wollen sie nicht, denn es geht um was anderes,nicht wahr. Selbst wenn du ihnen eine Million hinlegst...also lass dich nicht über das Studium erpressen.
Eltern sollten ihre Kinder in die Freiheit entlassen und keine Knebelverträge machen- entscheiden musst letztlich du. Du bist dir verantwortlich, nicht was ich oder andere hier schreiben, was jemand anders sagt.
 
  • #224
zu @Tom26 : Nicht jedes Töchterchen was studiert hat, hat dies auf Kosten der Eltern getan! Ich kennen genug (mich eingeschlossen) die mit 14 bereits Geld dazu verdient haben und das Studium komplett selbst finanzierten.
Hatten wir schon - Miss Cosmo wurde von ihren Eltern unterstützt. Ihre Aussage und sie muss es wissen.

Familienzusammenhalt ist keine Einbahnstrasse und Miss Cosmo kümmert sich um ihre Eltern. Ich möchte hier ein wenig Mut machen, neue Lösungen zu denken. Auch um Verständnis für die Eltern werben. Und ich denke, Miss Cosmo weiss das auch einzuordnen.
 
  • #225
Familienzusammenhalt ist keine Einbahnstrasse und Miss Cosmo kümmert sich um ihre Eltern. Ich möchte hier ein wenig Mut machen, neue Lösungen zu denken. Auch um Verständnis für die Eltern werben. Und ich denke, Miss Cosmo weiss das auch einzuordnen.
Was einige nicht verstehen ist, dass Eltern die Vergangenheit und Kinder die Zukunft einer Familie sind. Eltern die zu ihren Gunsten die Selbstaufgabe ihrer Kinder einfordern verraten die eigene Familie, geben die Zukunft ihrer Familie aus egoistischen Gründen auf.

Die Zukunft dieser Familie ist, dass die Töchter einen eigenen Weg gehen der sie glücklich macht, dazu gehört bei einigen Menschen dazu auch eine eigene Familie gründen oder auch nicht.

Menschen für ein Leben am Firmenstandort zu gewinnen scheint fast unmöglich zu sein. Wie sollte @MissCosmo dort hin einen Partner gewinnen, wenn dann auch noch ihre Eltern ihr wesentlicher Lebensinhalt werden? Wem soll dann @MissCosmo den Betrieb übergeben wenn sie alt ist?

@Tom26 du hast in anderen Threads davon geschrieben, dass eine Familiengründung für dich nichts war weil du darin ein spaßfreies Leben voller Pflichten siehst. Warum willst du jetzt @MissCosmo überreden, dass sie sich für ihre Eltern aufgeben soll?
 
  • #226
du hast in anderen Threads davon geschrieben, dass eine Familiengründung für dich nichts war weil du darin ein spaßfreies Leben voller Pflichten siehst. Warum willst du jetzt @MissCosmo überreden, dass sie sich für ihre Eltern aufgeben soll?
Nein, sie soll nicht sich und ihren Weg aufgeben ...... aber auch ihre Eltern nicht. Ein Anruf am Abend, ein Besuch am Sonntag, mit den Eltern überlegen, welche Lösung man treffen kann ....
das ist etwas Anderes als sich aufgeben.

Ja, Loyalität ist für mich ein Thema. Ich bin ein schwieriger Charakter - und V hat den ultimativen Scheissjob gefunden, indem sie mit mir zusammen sein will. Das weiss ich. Aber ich lasse niemand im Stich, der gut zu mir war. Und dazu rate ich Miss Cosmo. Denn ich habe noch eine Eigenschaft - rate niemals zu etwas, zu dem du selbst nicht bereit bist.
 
  • #227
Weil die Familie die Burg ist. Die Loyalität gehört der Familie, nicht ďie Neugründung der eigenen Familie.
Wer die Burg verlässt, begeht Hochverrat, ist illoyal, undankbar und vieles mehr. Ist draussen. Muss selber sehen.Wie Familienclan, Mafia und ähnliches. Töchter haben sich zu opfern. Sind auch mit 30 und eigener Karriere Töchterchen. Müssen sich dem Familienrat beugen, auch wenn sonst keiner auf dem Dorf weitab von Vernissagen, Konzerten u.ä leben möchte. Das war das, was ich mit la sagrada familia meinte.. meiner Ansicht nach der Hintergrund in vielen Beiträgen. Auch wenn sonst scheinbar Indiviualität grossgeschrieben wird. Das geht nur bis zu einer gewissen unsichtbaren Grenze. Wie ein Geheimbund, Freimaurer oder so.
Externe kommen nur mit Aufnahmeprüfung rein.
 
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  • #228
Ich denke, hier will wirklich niemand die FS dazu überreden, ihr Leben für den Handwerksbetrieb aufzugeben. Darum geht es doch gar nicht. Ich denke, ich wiederhole mich, die Eltern erwarten Verständnis. Mehr nicht, aber auch nicht weniger. Und Dankbarkeit, so sind Eltern nunmal. Und nein, das ist nicht selbstverständlich. Deshalb soll sie doch nicht den Betrieb übernehmen, keiner hat das je gesagt. Die Eltern nerven mit dem ewig gleichen Problem, verstehe ich. Wie wäre es mit echtem Verständnis und Bedauern? Ich bin mir sicher, daß würde sehr helfen, das innerfamiliäre Problem zu glätten.
 
  • #229
Aber wenn ihr es jetzt nicht bewusst löst, löst sich irgendwann alles unkontrolliert von alleine. Spätestens dann, wenn z.B. dein Vater plötzlich stirbt oder erkrankt, denn das kann in dem Alter durchaus vorkommen. Wenn ihr das jetzt nicht bald regelt, wirst du als Tocher früher oder später sowieso alles regeln und notfalls eben dann auflösen müssen, wenn es zusammenbricht.
Ich sehe das genauso wie du. Nur bin ich nicht die Inhaberin. Ich denke, spätestens in den nächsten 1-3 Jahren muss definitiv eine Lösung gefunden werden.
Ich wünsche euch das natürlich nicht, aber an deiner Stelle würde ich die Eltern nachdrücklich darum bitten, Ordnung in ihre Verhältnisse zu bringen. Sonst fliegt euch und auch dir das alles noch um die Ohren. Mich würde das als Tochter sehr beunruhigen und belasten ...
Sehe ich auch so, daher beschäftigt es mich auch. Das wäre eine absolute Vollkatastrophe, da es zb keine stellvertretende Geschäftsleitung gibt bei so einem Kleinbetrieb. Das ist sicher ein wichtiger Punkt, dass ab 65 jederzeit was passieren kann.

Aber wie die Älteren eben so sind: Sie machen es wie sie meinen. Ich kann zwar Anregungen und Hinweise geben, aber machen kann ich es nicht. Das kann nur mein Vater und ich frage mich, wie lange noch.
 
  • #230
Aber wie die Älteren eben so sind: Sie machen es wie sie meinen. Ich kann zwar Anregungen und Hinweise geben, aber machen kann ich es nicht. Das kann nur mein Vater und ich frage mich, wie lange noch.
Ich frage mich auch, was zumindest dein Vater ohne den Betrieb macht, also wirklich in Rente geht. Hobbys? Fehlanzeige, denke ich. Wüsste er mit der freien Zeit was anzufangen?
Was macht er dann dem ganzen Tag.
Auch das ist für manche ein Grund, nicht aufzuhören. Weil sie ohne Arbeit nichts anfangen können.
 
  • #231
Weil die Familie die Burg ist. Die Loyalität gehört der Familie, nicht ďie Neugründung der eigenen Familie.
Wer die Burg verlässt, begeht Hochverrat, ist illoyal, undankbar und vieles mehr. Ist draussen. Muss selber sehen.Wie Familienclan, Mafia und ähnliches. Töchter haben sich zu opfern. Sind auch mit 30 und eigener Karriere Töchterchen. Müssen sich dem Familienrat beugen, auch wenn sonst keiner auf dem Dorf weitab von Vernissagen, Konzerten u.ä leben möchte. Das war das, was ich mit la sagrada familia meinte.. meiner Ansicht nach der Hintergrund in vielen Beiträgen. Auch wenn sonst scheinbar Indiviualität grossgeschrieben wird. Das geht nur bis zu einer gewissen unsichtbaren Grenze. Wie ein Geheimbund, Freimaurer oder so.
Externe kommen nur mit Aufnahmeprüfung rein.
Mmh. Das ist eine eher negative Sicht auf die Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Familie als patriarchales Konzept. Im Mafia Umfeld sicher noch üblich.

Für einige ist diese Familienidee vielleicht auch der Grund die Gründung einer eigenen Familie zu vermeiden, denn sie denken Familie muss so sein. Ein Trauma.

Meine Idee von Familie ist anders und sie ist auch anders in meinem Umfeld.

Ich gebe meiner Tochter weil ich das will und nicht um sie verpflichten. Ich gebe ihr Rat wenn sie mich fragt und erwarte, dass sie so entscheidet wie sie es will. Sie hat das Recht ihre eigenen Fehler zu machen, sich auszuprobieren wie sie es will. Sie ist nicht meine Magd. Sie ist meine liebe Tochter.

Ich erwarte nichts und freue mich darüber was ich bekomme. Wir sind Familie.
Ich frage mich auch, was zumindest dein Vater ohne den Betrieb macht, also wirklich in Rente geht. Hobbys? Fehlanzeige, denke ich. Wüsste er mit der freien Zeit was anzufangen?
Was macht er dann dem ganzen Tag.
Auch das ist für manche ein Grund, nicht aufzuhören. Weil sie ohne Arbeit nichts anfangen können.
Er ist sein Unternehmen, er lebt es. Sollte es sterben stirbt er in gewisserweise auch.

Er kann dann aber auferstehen wenn er erkennt, dass seine Töchter den für sie richtigen Weg gewählt haben und er dies respektiert.

Diese Chance kommt dann wenn er los gelassen hat und sein Unternehmen liquidiert. Dann kann er für seine Töchter da sein. Sein Unternehmen verhindert dies dann nicht mehr.
 
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  • #233
Ich frage mich auch, was zumindest dein Vater ohne den Betrieb macht, also wirklich in Rente geht. Hobbys? Fehlanzeige, denke ich. Wüsste er mit der freien Zeit was anzufangen?
Was macht er dann dem ganzen Tag.
Auch das ist für manche ein Grund, nicht aufzuhören. Weil sie ohne Arbeit nichts anfangen können.
Die Frage ist: Lebt man, um zu arbeiten, oder arbeitet man, um zu leben? Es wäre den Eltern doch wirklich zu gönnen, noch ein paar Jahre entspannt mit sich und ihrer Familie zu verbringen und ihre wohlverdiente Rente zu genießen, denn gemeinsame Zeit ist letztendlich so wertvoll. Aber das begreifen viele erst spät ... oder nie. Leider beuten sich viele Selbständige permanent selbst aus. Ich habe das auch erlebt bei meiner Mutter und sehe es täglich in der Academia-Gemeinde, in der ich mich bewege: permanente Selbstausbeutung. Das ist viel perfider, als wenn ein Chef einem was sagen würde, nein, die Menschen klagen und arbeiten trotzdem unermüdlich weiter, weil sie es zu müssen meinen, weil sie es wollen, ja, weil sie es wollen. Es ist diese Peitsche, mit der man sich selbst vorantreibt, man selbst ist sich der unbarmherzigste Sklaventreiber. Man könnte jederzeit aufhören und tut es doch nicht, ist so ungnädig zu sich selbst. Eigentlich faszinierend, welche Macht Leidenschaft und Pflichtgefühl haben.

Und dann die riesigen Konstrukte, die wir während unseres Lebens erschaffen und mit viel Mühe aufbauen und erhalten, die Fesseln und Verpflichtungen, die wir uns selbst an- und auferlegen. Ich finde es wichtig, manchmal innezuhalten and sich zu fragen: "Will ich das alles so überhaupt (noch)? Will ich so leben?" @MissCosmo Ich frage mich, ob deine Eltern das, was sie tun, eigentlich wirklich (noch) wollen. Würden sie es nicht auch genießen, nach all den Jahren endlich einmal den ganzen Stress los zu sein und einfach in der Sonne im Garten zu sitzen und mit euch Kindern Kuchen zu essen? Ohne dass da immer dieses Unternehmen alles dominiert und zwischen euch steht? Meine Mutter ist nach Feststellung ihrer Berufsunfähigkeit richtig aufgeblüht, hatte endlich wieder Zeit für sich. Sie wollte nicht im Laden stehen, bis sie tot umfällt, sondern gerne noch Zeit mit ihrer Familie und ihrer eigenen Mutter verbringen, bevor es zu spät ist, und das hat sie. Ehrgeiz und Fleiß sind gut, aber man muss auch loslassen können. Warum bis zum Tod arbeiten, wenn man nicht muss? Warum nicht lieber die Zeit mit Frau, Kindern, Enkelkindern und Freunden verbringen? Und wenn plötzlich der tägliche Druck und Zwang weg ist, ist da auch wieder Platz für ganz viel Neues, neue Interessen, Kreativität, ja, oder einfach mal Nichtstun. Ich würde es deinen Eltern wünschen, dass sie noch in diesen Genuss kommen, dass sie das noch erleben nach all den Jahren.
w26
 
  • #234
FS,

Dein Beitrag enthält wunderbar viele Aspekte von ich, du, wir. So viele, dass sich die Moderation schon 2x genötigt sah, die Frage selbst in Erinnerung zu rufen und mich bis hierher durchzulesen.

Fest zu stehen scheint, dass die Firma Deiner Eltern nicht oder sehr schwer weiterzuführen wäre. Hier sehe ich Deine Eltern in der Verantwortung entsprechende Alternativen ins Auge zu fassen und in Angriff zu nehmen.

Du hast Dich entschieden, Deinen eigenen Weg, einen anderen, zu gehen. Das ist in Ordnung und bedarf keiner Rechtfertigung weder bei Deinen Eltern noch hier.

Dass Du es dennoch tust, wirft Fragen auf, nicht nur Deine.

Ich war 10 Jahre selbständig, habe (Handwerks)Betriebe von 1 bis 100 Mitarbeiter vom Kaffee kochen, über Einkauf, Verkauf, Personal bis zum Jahresabschluss betreut, selbst den Blaumann habe ich mir übergestreift, und zwar so, dass kein Externer gemerkt hat, dass ich selbst einer war, und kann daher Deine und viele "Ausreden" und Einwürfe nicht nachvollziehen.

Selbstverständlich gibt es Unterschiede zwischen Selbstständigkeit und Angestelltsein, Klein(st)- und Großbetrieb, Land und (Groß)Stadt. Wichtig ist das Richtige für sich zu finden und nicht pauschalisieren zu wollen. Vieles ist hausgemacht, im Guten wie im Schlechten und nicht immer im eigenen Ermessen, aber sehr oft.

(Weltweiter) Großkonzern hat z. B. mir gar nicht gefallen und noch weniger gut getan. Großstadt erst Recht nicht.

Jetzt Mittelstand mit autaker Abteilung - total genial.

Auch Selbstständigkeit könnte ich mir gut vorstellen, wenn man mich ließe.

Was Du tun kannst?

Deine Eltern aktiv bei Alternativen zur Unternehmensfortführung unterstützen, der Wahrheit ins Auge zu sehen und sich gegenseitig zu respektieren.

M52
 
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  • #235
Deine Eltern aktiv bei Alternativen zur Unternehmensfortführung unterstützen, der Wahrheit ins Auge zu sehen und sich gegenseitig zu respektieren.
Sämtliche Lösungsvarianten für das Problem des Vaters, weniger der Mutter und schon überhaupt nicht der Tochter wurden hier schon durchgespielt und als bereits geprüft und erfolglos abgehakt befunden.

Immer wieder findet sich hier jemand und wiederholt das gleiche "es gibt kein genug ist genug sondern streng dich immer wieder neu an denn es kommt nicht auf die Lösung sondern nur deine Anstrengung an"

Das löst aber überhaupt keines der Probleme. Das Problem der FS ist nicht das Problem ihres Vaters sondern, dass dieser sein Problem zu ihrem machen will weil ihm klar geworden ist, dass er es nicht gelöst bekommt.

Ihm nachhaltig zu helfen bedeutet ihm zu helfen, dass er von der Idee, dass sein Unternehmen fortbesteht los läßt und er selbst sein Unternehmen liquidiert und soweit möglich den Hof bestellt also was von seinem liquidierten Unternehmen verwertbar ist sinnvoll verwertet.

Die einzige Variante ihm dabei zu helfen ist ihm genau das mitzuteilen und wenn er damit unzufrieden ist auf Distanz zu bleiben. Sich auf keinen Fall diesen Unsinn von Schuld überstülpen zu lassen, denn das würde psychisch krank machen.

Vielleicht auch nicht. Vielleicht lebt es sich innerhalb der Burgmauern ganz gut, wenn man den Preis bezahlt. Treue, Ehre...Nur eine Vermutung.
Ehre und Treue ist oft für Menschen ein großes Thema die aus gesellschaftlicher Sicht eher ehrlos und untreu sind. Siehe Mafia. Sie erheben sich bewusst über die Gesellschaft, erheben sich stolz über deren Regeln weil sie im Grunde aus unlauteren Motive ehrlos und untreu sind.

Sie wissen das genau und um es selbst ertragen zu können erheben sie sich selbst zu Helden. Menschen die dies anders sehen, zeigen ihnen, dass sie falsch liegen und müssen deswegen auf den gleichen Weg gezwungen werden oder eben weg.

Ungefähres Zitat aus einem Western im italo Style "Ich kämpfe für die Ehre, du für Geld" Antwort "Jeder kämpft für das was er nicht hat"

Ehre könnte man im Kontext dieses Threads auch durch Liebe ersetzen.
 
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  • #236
Die Frage ist: Lebt man, um zu arbeiten, oder arbeitet man, um zu leben? Es wäre den Eltern doch wirklich zu gönnen, noch ein paar Jahre entspannt mit sich und ihrer Familie zu verbringen und ihre wohlverdiente Rente zu genießen, denn gemeinsame Zeit ist letztendlich so wertvoll. Aber das begreifen viele erst spät ... oder nie. Leider beuten sich viele Selbständige permanent selbst aus. Ich habe das auch erlebt bei meiner Mutter und sehe es täglich in der Academia-Gemeinde, in der ich mich bewege: permanente Selbstausbeutung.
@MissCosmo Ich frage mich, ob deine Eltern das, was sie tun, eigentlich wirklich (noch) wollen. Würden sie es nicht auch genießen, nach all den Jahren endlich einmal den ganzen Stress los zu sein und einfach in der Sonne im Garten zu sitzen und mit euch Kindern Kuchen zu essen? Ohne dass da immer dieses Unternehmen alles dominiert und zwischen euch steht? Meine Mutter ist nach Feststellung ihrer Berufsunfähigkeit richtig aufgeblüht, hatte endlich wieder Zeit für sich. Sie wollte nicht im Laden stehen, bis sie tot umfällt, sondern gerne noch Zeit mit ihrer Familie und ihrer eigenen Mutter verbringen, bevor es zu spät ist, und das hat sie. Ehrgeiz und Fleiß sind gut, aber man muss auch loslassen können. Warum bis zum Tod arbeiten, wenn man nicht muss? Warum nicht lieber die Zeit mit Frau, Kindern, Enkelkindern und Freunden verbringen?
erstmal möchte ganz sicher nicht jede/r seine Zeit mit Kindern und Enkelkindern verbringen, und das quasi auf Oma-Abruf, ich jedenfalls nicht. Horror. Und zweitens haben manche das Gen für eigenständige selbständige Arbeit. Und manche nicht. Wenn ich merke, mein Konstrukt geht nicht auf, mache ich was anderes. Du zitierst hier gerade exakt das, was ich bemängelt habe, was vielleicht auch durch dein junges Alter geschuldet ist, vermutlich aber hast du dafür gar kein Empfinden. Bevor mich irgendein Vorgesetzter scheucht um etwas zu tun , scheuche ich mich selber, oder meinetwegen meine Kunden. Einen Laden hätte ich jedoch niemals aufgemacht, da muss man mit Privatkunden umgehen können, das will ich nicht, ich mag die nicht (ok, nicht alle, aber leider einige). Wenn jemand das, was er liebt, kann, wo er einzigartig ist, was ihn erfüllt und sozusagen das Hobby (wie ich dieses Wort hasse, ich weiß nichtmal was das ist) zum Beruf macht, und durch meine Geschichte kenne ich da einige, da ziehe ich wirklich den Hut vor, beutet er sich nicht aus, er ist erfüllt, auch in schweren Zeiten. Leider gibt es Mitmenschen, die das nicht verstehen und mit ihrem Verständnis da an Grenzen stoßen, was ja eigentlich ok ist, ich verstehe ja auch nicht wie man das NICHT machen kann. Und wenn das jetzt arrogant rüber kommt, so ist das in Ordnung. Absolut in Ordnung.
 
  • #237
Ich frage mich auch, was zumindest dein Vater ohne den Betrieb macht, also wirklich in Rente geht. Hobbys? Fehlanzeige, denke ich. Wüsste er mit der freien Zeit was anzufangen?
Nein, da er nur arbeitet, hat er keine Hobbys. Aber das ist nicht das Kernproblem, denn ewig kann er nicht arbeiten. Meine Mutter hat Hobbys und Reiseträume, und die wird ihn dann bestimmt einbinden.
Würden sie es nicht auch genießen, nach all den Jahren endlich einmal den ganzen Stress los zu sein und einfach in der Sonne im Garten zu sitzen
Doch, sonst würden sie sich ja auch nicht beschweren, dass sie nicht in Rente können. Andere in ihrem Alter reisen usw, während sie noch arbeiten "müssen".
Ich würde es deinen Eltern wünschen, dass sie noch in diesen Genuss kommen, dass sie das noch erleben nach all den Jahren.
Das wünsche ich mir auch sehr. Aber mehr als reden und Anreize zu geben kann ich in meiner Situation nicht. Und wenn sie nicht darauf eingehen, bin ich machtlos. Ich bin nicht der Inhaber.
Das Problem der FS ist nicht das Problem ihres Vaters sondern, dass dieser sein Problem zu ihrem machen will weil ihm klar geworden ist, dass er es nicht gelöst bekommt.
Eben. Und in so einem Fall kann man nur noch ca 1 Jahr abwarten und wenn sich dann nichts ergibt, muss man schließen. Mir ist das klar, aber ich frage mich, warum mein Vater das nicht einsehen will.
Ihm nachhaltig zu helfen bedeutet ihm zu helfen, dass er von der Idee, dass sein Unternehmen fortbesteht los läßt und er selbst sein Unternehmen liquidiert
Das tut zwar weh, aber es ist die Realität. Und die kann halt leider oft schmerzhaft sein. Für mich und meine Schwester wäre es aber auch schmerzhaft, unsere guten Jobs zu kündigen, alleine zurück ins Dorf zu ziehen und uns bis an unser Lebensende tot zu schuften, damit wir dann mal dasselbe Problem haben, wie mein Vater es heute hat.
 
  • #238
Sämtliche Lösungsvarianten für das Problem des Vaters, weniger der Mutter und schon überhaupt nicht der Tochter wurden hier schon durchgespielt und als bereits geprüft und erfolglos abgehakt befunden.
Wer mir dabei auch leid tut, ist meine Mutter. Sie ist eingeheiratet, hat die Ausbildung nicht und muss seit Jahren mitleiden. Sie kann doch gar nichts dafür! Mein Vater macht das wie er will. Sie würde aufhören wollen, aber er sieht das nicht ein.
 
  • #239
Nicht für jeden Menschen ist die Beschäftigung mit seinen Kindern und Enkelkindern der blanke Horror @HollyGolightly - es gibt hier sogar Menschen, für die sind ihre Familie und Kinder der Lebenssinn...😉

Warum du hier auf deiner tollen Selbstständigkeit so pochst und alle anderen Lebenskonzepte hier so abwertest - das klingt schon sehr arrogant und überheblich.

Jeder Mensch hat andere Fähigkeiten, Wünsche und Ziele im Leben.
Der eine schuftet sich selbstständig zu Tode und schöpft daraus seinen Lebenssinn, der andere ist kreativ und malt Bilder in der Natur, wieder ein anderer kümmert sich ehrenamtlich um benachteiligte Jugendliche, der Nächste geht vollkommen im Familienleben auf und begnügt sich bescheiden zu leben.

Jeder Lebensentwurf hat seine Berechtigung.
Warum man dafür auf andere Menschen herabsieht und sich als was Besseres fühlt ist mir echt ein Rätsel.
 
  • #240
erstmal möchte ganz sicher nicht jede/r seine Zeit mit Kindern und Enkelkindern verbringen, und das quasi auf Oma-Abruf, ich jedenfalls nicht. Horror.
Du zitierst hier gerade exakt das, was ich bemängelt habe, was vielleicht auch durch dein junges Alter geschuldet ist, vermutlich aber hast du dafür gar kein Empfinden.
Also ich gehöre auch zu den Menschen, die sich selbst motivieren und scheuchen, freiwillig viel (zu viel) machen und ihrer Leidenschaft nachgehen, und ich kenne, wie gesagt, auch viele, denen es ebenso geht. Aber ich überprüfe regelmäßig, ob ich damit (noch) zufrieden bin, und bin bereit, ggf. auch was zu verändern. Ich mache meine Arbeit nur, solange ich mich damit wohlfühle. Auch am Wochenende und um 2 Uhr morgens, aber nur, solange es für mich insgesamt stimmig ist und die Freude überwiegt. Leider erlebe ich oft (z.B. bei einem Wissenschaftler-Freund), wie manche es verpassen, das sinkende Schiff rechtzeitig zu verlassen. Sie sind dann unzufrieden, aber trotzdem nicht bereit, etwas grundlegend an ihrem Leben zu verändern. Besagtem Freund habe ich schon oft Lösungsvorschläge gemacht und Alternativen aufgezeigt, aber er verharrt lieber im Selbstmitleid und in der Opferrolle, gibt lieber anderen die Schuld an seinem Elend. Und er bildet sich etwas auf seine Tätigkeit ein, auch wenn sie nicht wirklich zum Erfolg führt. Eben auch, weil der Weg so lang war und das Konstrukt so groß ist. Man kennt dann nichts anderes und hat Angst, was zu verändern. Dabei kann das auch eine große Erleichterung bringen.
meine Mutter [...] muss seit Jahren mitleiden.
Sie würde aufhören wollen, aber er sieht das nicht ein.
Ich habe meinen Beitrag auch so geschrieben, weil ich bei @MissCosmo meinte herauszulesen, dass ihre Eltern -- vor allem die Mutter -- eigentlich nicht (mehr) so zufrieden sind, nicht wirklich das Leben leben, was sie gerne würden -- ja, vielleicht nie getan haben, weil da immer die Verpflichtungen und Zwänge waren. Und diese gefühlten, selbstauferlegten Zwänge werden jetzt sogar an die Folgegeneration weitergegeben. Vielleicht auch, weil die Eltern sich nicht eingestehen wollen oder können, dass sie ein Leben gelebt haben, das sie nicht unbedingt so wollten. Ich will gar nicht abstreiten, dass die Arbeit auch erfüllend war und ist, aber in diesem Konstrukt hier ist es doch irgendwie auch ein fremdbestimmtes Leben, man hatte und hat scheinbar keine Wahl. Aber das ist alles im eigenen Kopf, die eigene Peitsche. Außerdem sorgt das leidige Unternehmen für Familienkonflikte. Vielleicht könnten Eltern und Töchter einen ganz anderen Zugang zueinander finden, wenn die Sache aus der Welt wäre. Dann könnte man endlich wieder über was anderes reden.
w26
 
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