• #1

Fernbeziehung - das Beziehungsmodell der Gegenwart?

Wer einen guten Job möchte sollte bezüglich seines Wohnortes flexibel bleiben. Doch was passiert dann mit der Beziehung? Wie schafft man es bei über 800 Kilometer Entfernung noch Nähe herzustellen? Wie lassen sich Freunde am neuen Wohnort und Zeit mit dem Partner am Wochenende vereinbaren?
 
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Gast

  • #2
Es hat seine Grenzen mit der Flexibilität und u.U. kann man dann einen Job nur annehmen, wenn es auch für den Partner Möglichkeiten gibt.

Bei einer Fernbeziehung mit ausgefülltem Arbeitstag und dem Wunsch, die Beziehung lebendig zu halten, würde es ohnehin schwierig, auch am neuen Wohnort einen Freundeskreis aufzubauen .....

Alles haben wollen und auf nichts zu verzichten - geht nicht, das zu denken ist aber scheinbar bei vielen Menschen eine 'Krankheit' dieser Zeit.
 
  • #3
Eine Fernbeziehung hatte ich schon einmal. Es ist nicht gut gegangen.
Das ständige Reisen kostet nicht nur Geld, sondern verdammt viel Zeit und Kraft. Mich hat das wirklich sehr stark belastet. Die wenige Zeit, die wir gemeinsam hatten, wollten wir dann auch genießen und möglichst entspannt bzw. schön gestalten. Dadurch haben wir Konfliktpunkte immer weiter aufgeschoben, statt sie (streitig) zu besprechen und zu lösen. Letzten Endes hat es nicht funktioniert.


Wie lassen sich Freunde am neuen Wohnort und Zeit mit dem Partner am Wochenende vereinbaren?
Das war sehr unproblematisch. Mit den Freunden kann man wochentags den einen oder anderen Abend verbringen, das Wochenende gehört dem Partner.
 
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Gast

  • #4
Fester Wohnsitz kann schon klappen. Dazu muss man allerdings dort wohnen, wo eine gewisse Auswahl an Arbeitgebern ist, falls man es nötig hat, sein Gehalt durch Arbeitgeberwechsel zu verbessern.
Arbeitet man bei Spezialfabrikant XY im Kuhdorf, muss man sicherlich flexibel sein was den Wohnort und damit auch die Beziehung angeht.
Ist das gesund? Eher nicht. Ich habe einen Kollegen, der wohnt in A, arbeitet in B und muss eine weite Strecke zur Wochenend- und Ferienbeziehung von A durch B nach C fahren. Natürlich nur immer er, denn die Partnerin hat ja gar kein Auto (ist ja "out") und obendrein noch ein Kind. Der Kollege ist häufig gestresst und es gibt Reibereien mit den Brückentagen beim Urlaubsantrag (will er natürlich alle haben).
Von daher: Fernbeziehung - nie für mich. Das Modell mag in sein, weil besonders Frauen ihre Ansprüche so sehr in Stein meißeln, dass man lieber jemanden aus der Ferne nimmt als mit geringen Abstrichen jemand aus der Umgebung. Da mache ich aber nicht mit. Der Trend geht wirklich zur Fernbeziehung, aber diesem Trend widersetze ich mich gerne, selbst wenn es dann keine Beziehung gibt. Stress ist auch gesundheitsschädigend.
 
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Gast

  • #5
Mit den Freunden kann man wochentags den einen oder anderen Abend verbringen, das Wochenende gehört dem Partner.
Einspruch. Die Freunde vor Ort machen keinen Unterschied zwischen wochentags und Wochenende. Man kann auch von seinem Freundeskreis nicht erwarten, daß Aktivitäten und Feiern auf "unter der Woche" (oder nur auf bestimmte Wochenenden) gelegt werden. Man fehlt dann halt einfach, gerät Zug um Zug in eine Außenseiterrolle, und irgendwann gehört man nicht mehr dazu, wird erst gar nicht mehr eingeladen ("der kommt doch sowieso nicht, der hat eine Freundin in XY").

Dazu kommt die unterschiedliche Belastung durch das Pendeln. Am Wochenende einen Ausflug unternehmen? Nein danke, ich sitze doch eh schon stundenlang im Zug/Auto, da will ich ganz einfach zuhause bleiben mit Dir. Und so schwindet auch diese Option dahin.

Nein, es geht nicht lange gut. Dann lieber gleich trennen.
 
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  • #6
es kann klappen, WENN beide sich wirklich wollen und bereit sind. WENN allerdings einer nicht 100% den Anderen will, dann wird es nichts. WENN aber von beiden Seiten alles klar ist, dass man einander richtig will, dann muss und kann man die gemeinsame (Fern)Zeit überstehen und irgendwann an die Zukunft denken, das heisst irgendwann zusammen ziehen. Letztendlich entscheidet sich das dadurch. Eines Tages muss einer zum Anderen ziehen. Üebr Jahre so zu leben, wird nicht auf Dauer klappen. Man muss sich klar sein und das wollen und zulassen, dass man in der Zukunft auch bereit ist für mehr. Das heisst, man muss diese Zeit überstehen und wenn man 1 Jahr (oder auch vielleicht sogar 2) zusammen ist, irgendwann Nägel mit Köpfen machen. Das kann auch eher oder später sein - aber man muss irgendwann eine Entscheidung treffen und wollen. Das Ziel einer Fernbeziehung muss sein und klappt nur, wenn man bereit ist, sich irgendwann zu verändern. Das heisst das Ziel muss immer sein, IRENDWANN zusammen zu ziehen - nur dann geht es auch. Das muss man nicht sofort am Anfang entscheiden - erst einmal muss man einige Zeit so überstehen. Aber irgendwann muss das Ziel sein, dass man zusammenzieht. DANN klappt eine Fernbeziehung auch und macht auch Sinn. Ist dies von vorneherein KLAR, dass keiner von beiden jemals und auf keinen Fall dies tun würde, dann sollte man es lassen. Wenn aber die Option besteht (unterschwellig), dann ist eine Fernbeziehung möglich und auch für 1, 2 Jahre tragbar. Man muss nicht sofort so planen oder drüber reden, aber sich das im Kopf klar machen. Und man muss wissen, wer von beiden derjenige sein wird, der umziehen kann und soll. Ich glaube, dass es schon gehen kann - aber es müssen beide bereit sein, auch genügend zu geben. Ich denke nicht, dass 800 km alles alleine entscheiden. Wenn man wirklich den Anderen mag und richtig will, dann geht sowas! Es ist aber wichtig, zu schauen, dass man sich mind. 2x im Monat sehen kann am WE. Wenn das alles möglich ist, dann kann man auch diese Zeit der Ferne überstehen und irgendwann konkrete Pläne schmieden.
Wagen würde ich sowas schon, natürlich. Man findet nicht an jeder Ecke einen PASSENDEN Partner und wenn er dann weiter weg wohnt (und mich wirklich will), dann würde ich das auch in Kauf nehmen und mich einlassen. SELBSTVERSTÄNDLICH! Es ist nicht leicht, aber es ist machbar und man muss einfach nur durchhalten und nicht sofort das Handtuch werfen bei der ersten Krise, die jede Beziehung hat! ES GEHT, das weiss ich! AUF JEDEN FALL geht Fernbeziehung! Man muss es wirklich nur durchhalten und irgendwann auch für Veränderung (Umzug) bereit sein, egal wer von beiden. Einer wird immer umziehen können, WENN er wirklich will! Man muss es wirklich wollen bzw. den Anderen wirklich wollen, dann hat sowas auch Zukunft!
 
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  • #7
Für mich kommt eine Fernbeziehung definitiv nicht mehr in Frage.
Hatte ich schon, über 5 Jahre, und hat am Ende nicht funktioniert.
Ich habe sie beendet und nach einiger Zeit einen Mann, mit dem ich inzwischen verheiratet bin,
in meiner Großstadt kennengelernt

Der Beitrag von Mieze hat meine volle Zustimmung.

Das Privatleben geht vor, es ist mir unendlich viel wichtiger als der Beruf - den ich gern mache und in dem ich erfolgreich bin.
 
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  • #8
Hinter einer Fernbeziehung "verstecken" sich manchmal auch romantiksüchtige, konfliktscheue und bindungsängstliche Menschen. Sie sind gar nicht am banalen Alltag interessiert.
 
  • #9
Wer einen guten Job möchte sollte bezüglich seines Wohnortes flexibel bleiben
Wie bitte kommt EP auf dieses Brett? Wer eine gute Ausbildung hat braucht sich Heute wirklich nicht mehr unbegranzt in alle Herren Länder verschicken lassen und muss es üblicherweise auch nicht. Das ist selbst in grossen Konzernen nur in den ersten, jungen Jahren der Karriere so, aber auch die werden gefragt!

Klar, mit der Globalisierung gibt es immer mehr temporäre Fernbeziehungen. Dauerhafte sind so gut wie nie auf Dauer durchzuhalten. Aber ein Auslandsjob auf Zeit wird häufiger und wers macht hat einen Turbo für die Karriere- und nebenbei sein leben um viele Erfahrungen bereichert.

Und das lässt sich wunderbar handeln. Einer meiner Freunde ist zur Zeit in China für zwei Jahre, eineinhalb davon sind bereits rum und der freundeskreis wird nicht weg sein wenn er wiederkommt. Heute gibts Skype, Internet, Flugzeuge. Wenn man will geht das auch.

Ach ja, und kluge AG`s bieten auch immer einen Job für die Gefährden an damit es eben nicht zur FB wird.
 
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Gast

  • #10
Ich habe seit zwei Jahren eine Fernbeziehung. Es wird sich in naher Zukunft auch nichts daran ändern, weil wir beide einen Beruf haben, den wir sehr mögen. Manchmal vermisse ich ihn so sehr, dass es weh tut. Aber ich Liebe ihn. Nach zwei Jahren kann ich das endlich sagen (schreiben). Ich habe zum Anfang gedacht, dass es nicht mehr schöner werden kann. Ich hatte keine Ahnung was alles geht. Er ist ein toller Mann. :)
 
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Gast

  • #11
Wie stabil eine Fernbeziehung ist, hängt wohl sehr stark auch von den Gründen ab, sie zu führen. Und von der Einstellung des Partners zu diesen Gründen. Ich z.B. mal eine FB akzeptiert wegen der "einmaligen Karrierechance" für die Frau. Doch dann wurde aus der karriereträchtigen Stelle plötzlich ein schlecht bezahlter Halbtagsjob, der nicht einmal die Fahrtkosten deckte, geschweige denn die doppelte Miete. Sie wollte ihn trotzdem behalten, wegen Aussicht auf Aufstockung, die aber nie kam. Und für ihre Halbtagsstelle meine Vollzeitstelle aufgeben wollte ich dann auch nicht. Also Trennung.
 
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Gast

  • #12
Die Fernbeziehung kann für eine kurze Zeit funktionieren. Irgendwann fange die Probleme aber an. Am Anfang ist es einfach sich nur von der schöne Seite zu zeigen. Mit der Zeit entwickeln wir uns dann weiter, man entfernt sich. Ich hatte über 7 Jahre eine Fernbeziehung und musste sie beenden, da ich das Gefühl hatte, dass ich immer auf etwas warte, dass ich nicht zur Ruhe komme, dass ich nirgendwo Zuhause bin. W51
 
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Gast

  • #13
Das Ziel der Fernbeziehung sollte sein sie so schnell wie möglich zu beenden, enwteder die Ferne oder die Beziehung.

Im übrigens erkennen zunehmend junge Menschen mit guter Ausbildung, dass es *wesentlich* schwieriger ist, den "richtigen" Partner als den "guten" Job zu finden. Oder anders herum, einen "guten" Job kann ich mit guter Ausbildung Online innerhalb von max. 3 Monate mir ergattern, den "Traumlebenspartner" bei EP innerhalb von 3 Monate wohl nicht unbedingt ...Mit dem Job ist mann ja auch nicht für ewig verheiratet, die Erwartungshaltung an den Traumlebenspartner sind halt viel höher ...

Diese junge Menschen priorisieren also den Partner und vermeiden potentielle Probleme wenn es nicht unbedingt sein muss. Wer eine 800 km Entfernung als potentielles Problem in einer Partnerschaft für einen guten Job in Kauf nimmt, hat m.E., wenn die Beziehung daran scheitert, eine Fehlentscheidung getroffen. Gilt nicht nur für die "Entfernung" sondern für alle "Partner vs Beruf" Themen. M45