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Gast

  • #1

Fernbeziehung und kein Sex

Wir haben seit vier Jahren eine Fernbeziehung und sind sechs Jahre zusammen. Wir haben beide stressige Jobs und mittlerweile leben wir Bruder und Schwester zusammen. Sex wurde zu einer Pflichtübung, da immer müde und erschöpft. Seit einiger Zeit läuft gar nichts mehr, weil wir es nicht aus Zwang machen wollten. Lust fehlt völlig. Komischerweise habe ich aber, wenn ich alleine bin schon Lust, aber an den Wochenenden kaum noch (müde, kaputt, Zeit lieber zum Reden nutzen, Freunde sehen, bin wenig entspannt .... bei ihm dasselbe ... etc). Was können wir denn tun? Wird ein Zusammenziehen das Problem wieder lösen? Man hat sich schon so an das Bruder Schwester Dasein gewöhnt befürchte ich.
 
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Gast

  • #2
Ihr müsst miteinander darüber reden, wie sich das für euch beide anfühlt. Vielleicht für dich ganz anders als für ihn? Oder ob es vielleicht doch eine Möglichkeit gibt, den Stress durch die Fernbeziehung zu vermeiden? Wie ist es denn im Urlaub, schlaft ihr da miteinander? Oder schläft er an seinem Arbeitsort mit jd. anders?
Ich habe meine 20-jährige Ehe wegen des Brüderlein-und-Schwesterlein-Syndroms beendet, ich hab das untätige Nebeneinanderliegen und seine Lustlosigkeit nicht mehr ausgehalten.

Viel Glück euch! (w)
 
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Gast

  • #3
Ne, er hat keine andere. Das spüre ich und ich kenne sein Umfeld. Würde das dann merken. Er hat auch keine Lust und das sieht man, weil "ER" nur schlaff ist oder nur kurz seine Erregung halten kann. Ich weiß nicht, auf Dauer ist so eine Fernbeziehung einfach schlecht. Unter der Woche viel Arbeit, Haushalt und dann Freitags dann mal 250 km Wegstrecke hinter sich lassen. Pausieren an den Wochenenden kommt nicht für uns in Frage, Irgendwie ist man dann auch nicht entspannt,w eil man den anderen ja auch sehen will, mit ihm was unternehmen will. Einfach eine verzwickte Lage. Da bleibt dann die Lust auf der Strecke, weil man abgehetzt ist.

Ja, im Urlaub geht das schon, aber wir brauchen erst mal 3-4 Tage zum "Entschleunigen".

Ja, um ehrlich zus ein, habe ich auch überlegt Schluss zu machen wegen dem Stress. Ja, ich liebe ihn, aber mir fehlt die Leidenschaft und Nähe. Ich komme schon gut alleine klar, aber Partnerschaft ist für mich öfters als 1,5 Tage sehen. Ich kann nicht umziehen, weil ich gerade meine Dissertation angefangen habe.

Vielleicht ist das der Preis der heutigen Zeit.
 
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Gast

  • #4
Also, wir führen eine Fernbeziehung über 262 km - und sorgen vor allem dafür, dass wir unter der Woche die vermeintlichen Alltäglichkeiten am Telefon besprechen. Sprich, wir versuchen so viel wie möglich Alltag unter der Woche zu leben. Das sieht dann beispielsweise auch so aus, dass ich Telefon auf Laut habe, mit ihm rede und dabei spüle, bügle etc. Bei ihm sieht das ähnlich aus. Wir fühlen uns dann so, als ob wir das gerade zusammen machen würden - eben wie beim Zusammenleben. Dadurch haben wir dann eben am Wochenende den Kopf freier für uns, unsere ganz persönlichen Dinge - wie eben auch Sex.
Die sozialen Kontakte müssen tatsächlich besser geplant werden. Aber das geht. Und echte Freunde haben dafür durchaus Verständnis. Und wir sind neugierig auf einander, freuen uns auf unser Beisammensein.
Und was unter der Woche auch geht: Erotik am Telefon. Nicht gleich den Kopf schütteln, das funktioniert wirklich ganz gut und kann vor allem auch ins Wochenende mitgenommen werden.
Was mich interessiert: warum bist du so angespannt??? Freust du dich überhaupt noch auf euer Zusammensein? Bist du noch neugierig auf ihn? Oder so ausgelaugt, dass auch er dich gar nicht mehr so interessiert, weil du derzeit ziemlich mit dir beschäftigt bist?
w/46
 
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Gast

  • #5
Ich (W46) führe eine Fernbeziehung mit einem Mann auf einem anderen Kontinent. Wir haben monatelang gar keine Möglichkeit, Nähe und Sexualität zu leben und kommen bisweilen an unsere Grenzen.
Manchmal war ich schon an dem Punkt, alles zu beenden, aber wir leben beide noch in der Hoffnung, eines Tages zusammen leben zu können.
Zusammenziehen würde Euch auf jeden Fall helfen, aber ihr solltet - wenn Euch Eure Liebe etwas bedeutet - auch versuchen, arbeitstechnisch kürzer zu treten. Mein Freund sagt immer: "Man arbeitet, um zu leben, aber man lebt nicht, um zu arbeiten." Recht hat er. Leider sehen das heutzutage viele anders. Die Liebe bleibt auf der Strecke, obwohl ein Zurückstecken eines Partners in unserem Land doch nicht zwangsläufig eine Einbuße an Lebensqualität bedeutet.
 
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Gast

  • #6
Sorry, ich verstehe nicht ganz. Wenn ihr euch "mal" (wann?) seht, dann wollt ihr nicht Sex sondern "WAS UNTERNEHMEN"?... Also wenn ich meinen Partner nach einer Durststrecke nicht sehe, dann möchte ich über ihn herfallen, egal wie müde und kaputt ich bin... Die Zeit nehme ich mir einfach.

Sexualität ist kein Druckabbaumittel und Zangsübung, sondern das Elixier des Lebens, womit man seine Energie wieder auftankt.
Mag sein, dass du einen frommen Man hast, aber auch er wird irgendwo seine Triebe lassen, notfalls hinterm Pc, wenn du nicht da bist. Und kein Mann bindet dir fröhlich auf die Nase, dass er fremdgeht oder sich nicht auch mal nach anderen Frauen umsieht.

Und 250km ist ja wohl keine Strecke, erst recht nicht für einen Mann. Dann organisiert man sich eben um, so dass man am nächsten Tag nicht sofort nach Hause fahren muss.

Und was heißt hier 1,5 Tage? Die meisten sehen ihren Partner nunmal nur am Wochenende, unter der Woche muss jeder normale Mensch 10 Stunden arbeiten, da hab ich auch nicht jeden Abend lust wohin zu fahren.