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Gast

  • #1

Feste Beziehung, wie geht es weiter mit den Freundschaften?

Hallo an alle Forumsleser,

ich bin jetzt seit 15 Jahren geschieden, habe vier erwachsene Töchter und hatte in den letzten Jahren ab und an eine Beziehung. Nichts wirklich festes, da ich mich auf meinen Beruf und meine Kinder konzentriert habe.
In den letzten 4 Jahren hatte ich ein sehr freies Leben, quasi nur noch die Verpflichtung mit meinem Job, da meine Töchter sehr eigentständig sind, zwar z.T. noch bei mir leben, wir aber eher eine Wohngemeinschaft sind. Ich habe viel unternommen, Verabredungen mit Freunden, Sport, Reisen etc.
Nun, worauf ich hinaus will ist folgendes. Ich bin nun seit ca einem halben Jahr in einer neuen Beziehung. Ich fühle mich als wäre es die erste richtige Beziehung seit der Trennung von meinem Mann. Wir sehen uns fast täglich, leben mal bei ihm, mal bei mir, teilen unsere Freizeit, sind auch bereits gemeinsam verreist. Es ist wunderschön. Nur fällt mir auf, dass alles andere einfach zu kurz kommt. Ich telefoniere natürlich noch mit meinen Freunden, aber nicht mehr in der Häufigkeit. Unternehmungen fallen viel seltener aus und ich habe das Gefühl, dass meine Freunde, wenn wir etwas zusammen unternehmen, mit meinem neuen Partner nicht so gut klar kommen. Alles wirkt etwas verkrampft. Sowohl von ihm, als auch von ihnen. Meine Töchter mögen ihn sehr und finden, dass er wunderbar zu mir passt.
Ich frage mich und euch: Ist das normal? Braucht es noch mehr Zeit um alles miteinander zu koordinieren? Meine Bedürnisse, seine Bedürfnisse und auch die der anderen Menschen in meinem Leben miteinander zu verbinden?

w50
 
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Gast

  • #2
Hallo FS, das ist völlig normal. Im ersten Jahr treten die Freunde in der Rangfolge der Wichtigkeit schon mal einen Schritt zurück. Meiner Meinung nach hält eine wirkliche Freundschaft das auch aus. Sobald aus einer Freundschaft Ansprüche auf ein Treffen entstehen, die der Zweisamkeit einer neuen Beziehung entgegenstehen, wird es meist problematisch. Du solltest meiner Meinung nach, beginnen darüber nachzudenken, wenn du auch nach dem Jahr oder danach deine bisherigen Freundschaften nicht wirklich pflegen kannst oder willst.
Ich hatte auch nach längerer Singlephase wieder eine feste Beziehung und auch bei mir standen die Freunde hintenan. Wir mussten damals ja auch seine und meine Freunde "sortieren", "uns jeweils kennenlernen", usw.. Das braucht einfach seine Zeit. Heute, nach 5 Jahren habe ich alte und neue Freundschaften, manches hat die Zeit nicht überstanden, aber ich trauere da komischerweise auch nicht sehr. Vielleicht war es von Anfang an, da eher lockerer. Würde mir da noch keine Sorgen machen und gerade die Anfangszeit und Entdeckungen einer neuen Beziehung voll geniessen.
w45
 
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Gast

  • #3
Nun, es ist ja wohl wirklich mehr als normal, dass Freundschaftspflege weniger wird, wenn man einen neuen Partner hat. Warum auch nicht? Wenn mir die Freunde wichtiger sind als der Partner, kann ich ja wohl nicht von einer echten Partnerschaft reden.
Das, was du als "verkrampfst" empfindest, ist schlicht und ergreifend "fremdeln". Auch das ist völlig normal. Überlege doch mal wie du dich verhältst, wenn du jemand neuen kennen lernst. Oder wie war es, als andere "Neue" in deinen Freundeskreis gekommen sind? Warst du mit diesen gleich total vertraut oder doch eher zurückhaltend?
Denke dir mal, dass alles seine Zeit hat. Es wird sicher vorkommen, dass die ein oder andere Freundschaft auseinander geht, aber du hast doch auch die Chance, neue Freundschaften über deinen Partner zu schließen.
Und pflege zusammen mit deinem Partner deine Freundschaften - gerade wenn es sich um eine "Clique" handelt. Sicher sind auch reine "Mädelsabende" drin.
Freu dich vor allem, dass du so einen tollen Mann hast, der vor allem von deinen Kindern super angenommen wird.
w/46 in einer Fernbeziehung und auch schon Freundschaften deshalb verloren hat, aber dafür neue gefunden.
 
  • #4
Liebe FS,

ich kenne das und kann dir nur sagen: Wahre Freundschaften halten das aus. Deine wahren Freunde werden bleiben, werden weiterhin wissen, was sie an dir schätzen und verstehen, warum du gerade keine Zeit hast - und "gerade" kann eben auch dauern, besonders in Fällen wie deinen. Hallo?! Du bist endlich glücklich, hast einen wunderbaren Menschen gefunden, der dich glücklich macht! Wer das nicht versteht, wer da plötzlich ankommt und meine Zeitansprüche stellen zu müssen oder dir vielleicht sogar noch ein schlechtes Gewissen machen zu müssen, der ist kein wahrer Freund.
Und was das fremdeln angeht: Frag' doch deinen Partner einmal, welche deiner Freunde er sympathisch findet und mit wem er sich vorstellen könnte, manchmal etwas zu unternehmen oder mit er warm werden könnte. Wenn da jemand dabei ist, dann könnt ihr ja mit diesen gemeinsam etwas unternehmen. Dann wird auch das Fremdeln verschwinden. Und bei denen, wo das Fremdeln weiterhin bestehen bleibt oder der Kontakt weniger wird, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie eh nicht zu den "wahren" Freunden gehören. Das macht doch aber auch gar nichts. Du wirst über ihn sicherlich auch neue Leute kennen lernen und da ist vielleicht auch die ein oder andere dabei, mit der du dich verstehst, woraus eine bessere Bekanntschaft werden könnte. Auch in diesem Fall kannst du deinem Partner ja offen sagen, wen du von seiner Seite aus so nett findest, dass du dir vorstellen kannst, mit diesen etwas zu unternehmen.

Ich finde, es kann dich keiner direkt oder indirekt dazu zwingen, dass du deinen Partner jetzt stehen lassen musst, weil ein Freund oder eine Freundin jetzt mit dir etwas allein machen will. Wenn du das nicht möchtest, dann musst es auch nicht, denn solche "Gefallen" sind keine echte Freundschaft. Anders ist es natürlich, wenn du das möchtest, dann wird aber auch dein Partner Verständnis dafür haben und nach der großen Verliebtheitssphase ;) wirst du und er bestimmt auch wieder einmal allein ausgehen.
Bis dahin ist es ganz normal, finde ich, dass einige "Freundschaften" zu Bruch gehen werden. Dafür lernst du aber auch neue Leute kennen - und den einen, mit dem du so viel unternehmen kannst, hast du ja scheinbar gefunden und das ist toll! Wenn ihr beide so tickt, dass ihr eben viel gemeinsam unternehmt und ihr damit zufrieden seid, dann ist das vollkommen in Ordnung. Lass dir jedenfalls kein schlechtes Gewissen einreden! Denn gerade, weil auch deine Kinder super mit ihm klar kommen, würde mich das Fremdeln nicht zu sehr sorgen, sondern mich höchstens darüber nachdenken lassen, was das für "Freunde" sind und ob auch du wirklich noch so viel mit ihnen unternehmen möchtest bzw. wie gut du dich überhaupt mit ihnen verstanden hast.
 
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Gast

  • #5
hier die FS

Danke für eure Rückmeldungen.

Bisher hat nur eine meiner Freundinnen eine negative Äußerung gemacht, dass der Mann nicht zu mir passen würde. Es ist wohl eher mein Gefühl bzw ihr nennt es fremdeln, dass aus meinem Umfeld alle Freunde etwas verkrampft wirken.

Ich denke, dass ich selbst mir auch Zeit geben muss mich wieder in eine "richtige" Beziehung hinein zu finden und alles in meinem Leben auch auf meinen Partner abzustimmen und mir selbst auch den Freiraum zu gönnen, den ich als Individuum benötige.

Herzliche Grüße