• #1

Festgefahren im Desaster.....

Jeder Mensch hat seine Überzeugungen. Diese sind teilweise sehr tief verwurzelt. Basieren teilweise auf einigen Jahrzehnten Lebenserfahrung.
So weit - so gut. Jeder lebt ja sein Leben.
Das Desaster, das ich hier seit geraumer Zeit beobachte - und ja, teilweise auch mitmache - ist allerdings:
Gerade bei Themen wie "Seitensprung" werden immer häufiger persönliche Glaubenssätze zur "gesellschaftlichen Norm" umformuliert.
Monogamie - das grosse Reizthema im zwischenmenschlichen Bereich. Die Fakten sind - Monogamie hat eine grosse Zahl Befürworter. Aus unterschiedlichen Gründen. Gelebt wird sie aber eher seltener - denn auch deren Befürworter geben oftmals nur ein Lippenbekenntnis ab. Monogamie würde immer als vereinbart gelten, auch dann, wenn Sex nicht mehr oder quasi nicht mehr passiert. Der Seitenspringer hat immer schuld - gerne so dargestellt, dass nur die Männer seitenspringen würden. Wie das ohne Frauen gehen soll ?? Nun ja .... Den ehelichen Sex einstellen darf man - macht man ja mit niemand anderem. Muss man auch nicht absprechen - wenn es dem anderen Part nicht passt - Monogamie - du darfst auch nicht einfach raus.
Andere Vereinbarungen - also im Grunde das, was die Monogamietaliban fordern , werden ganz selbstverständlich zerpflückt. Am schlimmsten von denen, die so gut wie keinen Sex mehr haben. Da ist dann von Bigotterie die Rede ..... Verlogenheit, falschen Wegen, "unechter Liebe" (inspiriert und macht Spass, solltet ihr mal testen) und vielem mehr. Negiert wird, dass der Seitensprung inzwischen quasi immer und überall ist - meist heimlich. Also wegen genau dieser Sprüche ....
Sex muss auch immer mit "wahrer Liebe" zu tun haben, einfach zum Spass geht ja gar nicht.
Die Liberalen - die sagen, dass sie Monogamie wollen, aber doch bitte jeder treiben soll was er mag - oder auch- deine Vereinbarung wäre nichts für mich - die werden übelst angegangen. Weil sie ehrlicher sind ? Der Untergang der "Gesellschaft" - der Vorwurf der Förderung der Prostitution wurde wohl weg moderiert. Da werden Frauen übelst beleidigt - ihr "Verbrechen" - sie haben die Argumente der anderen gelesen und können teilweise nachvollziehen, was da steht.
Muss das wirklich sein ? Will wirklich jemand die ganze "Gesellschaft" im Bett haben ? Darf irgend jemand sich anmassen, für alle zu wissen, was "Liebe" ist ? Treue definiert nicht mehr der Duden und eine freundlich und höflich - zurückhaltende Frau darf quasi auf den Strassenstrich geschickt werden, weil sie eine Ansicht eines selbsternannten Predigers nicht teilt ?

Wollen wir so leben ?? So miteinander schreiben??

Ich bin gespannt auf eure Gedanken

Tom
 
  • #2
Gerade bei Themen wie "Seitensprung" werden immer häufiger persönliche Glaubenssätze zur "gesellschaftlichen Norm" umformuliert.
Das macht es einfacher, »man« schwimmt ja quasi in der Masse mit. Und natürlich muss dann jegliches Handeln, das dem eigenen nicht entspricht, verdammt werden.

Ich glaube, lieber Tom, es sind die eigenen Ängste, die so schnell zur Verurteilung anders Handelnder führt. Fälschlicherweise wird die kürzere, manchmal auch längere Zuneigung (ich mag weder die Begriffe Fremdgehen noch Seitensprung) zu einem nicht in den engeren Partnerkreis gehörenden Person meist moralisch verurteilt. Das ist am einfachsten, wurde vielen von uns im Elternhaus oder der Kirche (oh je, gerade dort: wir sehen ja, wo das hinführt) so vermittelt.

Wie oft habe ich von Freundinnen (sogar von meiner Mutter) gehört »ich würde ja gerne, aber leider ....«. Schade, denn hier wird einfach unterdrückt, was vielleicht befreien könnte. Vom Spaß ganz abgesehen.
Klar gibt es (auch für mich) Zeiten, in denen ich »Ausschließlichkeit« gelebt habe, doch dies deshalb, weil mir nichts fehlte. Das ist momentan der Fall, aber keine »Absprache«, kein »wenn, dann ...«. Würde mein LAT-Mann das von mir verlangen (bzw. umgekehrt ich von ihm), hätte unsere Beziehung wohl keine wirkliche Chance.

Schon lange denke ich, dass diejenigen, die am lautesten schreien und verurteilen, einfach nie »ein Angebot hatten«, eines, das sie alles vergessen ließ und das sie genießen konnten, weil sie sich keine Sperrzone eingerichtet haben. Schade eigentlich. Besonders dann, wenn dieses Nachgeben so erfolgt, dass niemand verletzt wird. Also Schweigen statt dem hier so oft missbrauchten »lügen und betrügen«. Ich lüge, wenn ich jemandem etwas verspreche, von dem ich schon im Vorfeld weiß, dass ich es nicht einhalte. Und ich betrüge, wenn ich jemandem etwas wegnehme, was ich ihm geschenkt habe; das ist hier nicht der Fall.

Die sog. Offenheit ist für mich erst dann fällig, wenn ich mich von der bis dahin geliebten Person abwende. Das geschieht aber nur, wenn ich weiß, dass diese Liebe erloschen ist.
Ansonsten kann ich nur sagen, dass all meine (und die meines Partners) kurzlebigen Erfahrungen außerhalb der eigenen vier Wände uns immer gut getan haben. Ohne Verletzungen, weil ich Besitzansprüche in der Liebe als Gefängnis begreife und niemanden einsperren würde, der mir etwas bedeutet.
 
  • #3
Ich feiere dich gerade hart 😘
Endlich mal ein diskussionswürdiger No-Troll-Thread, danke dafür! Alleine schon die "Monogamietaliban" you made my day! Ich persönlich würde sehr gerne eine offene Beziehung führen, leider ist das mit meinem Mann nicht möglich. Da wir aber seit Jahrzehnten ein gut funktionierendes Team mit (nicht nur immer noch, sondern generell geilem) Sex sind, vermisse ich nichts wirklich Wichtiges. Anerkennung von außen bekomme ich trotz meines stolzen Alters immer noch mehr als reichlich. Das Wissen begehrt zu sein beflügelt, keine Frage... Ob ich meinem Mann einen Seitensprung verzeihen würde? Das kommt sehr auf die Umstände an. Er würde meinen niemals verzeihen. Ich bin aber generell wesentlich entspannter und unkonventioneller als mein Mann. Ein wirklich interessanter Thread, ich bin gespannt was daraus wird!
 

Laleila

Cilia
  • #4
Naja, Du weißt ja, dass ich nicht monogam lebe.
Dennoch gehe auch ich, wenn ich eine Beziehung beginne, von gegenseitiger Monogamie aus.
Der abweichende Fall muss abgesprochen werden selbst wenn Person1/ P1 den Sex einstellt, hat Person2 / P2 ja Fakten.
Heisst, P2 kann sagen, wenn wir in der Beziehung keinen Sex mehr haben, hole ich ihn mir außerhalb.
Gleichstand, jetzt haben beide Fakten und können entscheiden wie es weiter geht, mit oder ohne den anderen. P2 kann sich, wegen der ungewollten Sexlosigkeit auch trennen, dann haben wieder beide Fakten.

Anders sieht es aus, wenn P2 fremdgeht, P1 aber in dem Glauben lässt, er lebe weiter mit P1 in einer Monogamie Beziehung.
Dann wird P1 um einen wichtigen Fakt und somit um die Freiheit einer Entscheidung betrogen.
Und belogen.

Ich könnte mit vielem umgehen, nicht aber mit Lügen und ich glaube, dass ist auch der Punkt, über den sich viele echauffieren. Du belügst Deine V. nicht, ich meinen Mann nicht.
Beide können so frei entscheiden, ob sie unter diesen Umständen mit uns zusammen sein können.
Diese Freiheit nehmen Fremdgänger (sind in meinen Augen nur heimlich Seitenspringende) ihren Partnern.
Und ja, das finde ich mies.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #5
Ich bin überrascht, dass ich den Meinungsaustausch anders verstanden habe wie du.

Es hat bedingt durch die Kommunikationsart etwas länger gedauert, bis die meisten Missverständnisse ausgeräumt wurden. Aber vielleicht habe ich manches falsch verstanden? Bitte korrigiert mich.

Gerade bei Themen wie "Seitensprung" werden immer häufiger persönliche Glaubenssätze zur "gesellschaftlichen Norm" umformuliert.
Es ging doch um eine monogame Beziehung, bei der ein Seitensprung Betrug bedeutet. Ist Betrug eine gesellschaftliche Norm? Es ging mMn nicht um Partnerschaften, bei denen Dritte mitspielen dürfen.

Monogamie würde immer als vereinbart gelten,
Da war man unterschiedlicher Meinung.

Monogamie würde immer als vereinbart gelten, auch dann, wenn Sex nicht mehr oder quasi nicht mehr passiert.
Bei meiner Beantwortung setze ich voraus, dass Monogamie zu Beginn der Beziehung vereinbart wurde. In dem Fall antworte ich mit ja, weil wenn kein Sex mehr stattfindet nach meinem Verständnis ein Problem existiert. Das sollte angesprochen und (vor dem Seitensprung) geklärt werden. Dann kann man wieder zueinander finden, eine offene Beziehung o.ä. vereinbaren oder sich trennen. Ein Seitensprung/Betrug findet daher idealerweise nicht statt.

Nicht zwangsweise Schuld am Scheitern der Beziehung, aber am Betrug (Begründung s.o.)

gerne so dargestellt, dass nur die Männer seitenspringen würden.
Konnte ich aus der Diskussion nicht herauslesen. Auch Frauen hatten das zugegeben. Lt. Statistik sind die Geschlechter wohl gleichauf.

Negiert wird, dass der Seitensprung inzwischen quasi immer und überall ist - meist heimlich.
Ich weiß nicht, wie du "immer und überall" definierst, aber eine kurze Internetrecherche ergab ca. 30 %.

Sex muss auch immer mit "wahrer Liebe" zu tun haben, einfach zum Spass geht ja gar nicht.
Natürlich geht das, wenn eine offene Partnerschaft besprochen wurde oder man Single ist.
Ich verstehe dich so, dass du in dem Abschnitt den Sex bei einem Seitensprungs als Spass ansiehst. Das sollte bei einer monogamen Partnerschaft "ja gar nicht gehen", da in dem Fall der Partner betrogen wird. Davon ausgehend, dass derjenige verletzt wird, stellt man dann seinen Spass über das Wohl des Partners. Daher meinte man, dass "wahre Liebe" hier nicht vorhanden ist. Zumindest hatte ich das so verstanden.

Ingesamt hast du das wohl bewusst provokativ formuliert. Ich gehe daher davon aus, dass du selbst noch Graubereiche bei dir hast, mit denen du dich jetzt auseinandersetzen möchtest?
 
  • #6
Alleine schon die "Monogamietaliban" you made my day!
Ja, findest du das so lustig?
Mich erinnert es eher an einen gewissen Hutbürger-Humor, bei dem sämtliche Sachverhalte irgendwie extremisiert werden müssen und das als witzig angesehen wird. Da wird sich dann nicht davor gescheut einen Vergleich mit einer terroristischen Mörderbande heranzuziehen. Gleichzeitig wird diese völlige begriffliche Themaverfehlung als ach so "incorrect" gefeiert.
Das entspricht einem Humor der "zweideutig ist eindeutig geiler"-Flachwitze mit ellenlangem Bart. Nichts gegen Flachwitze. Ich selbst habe einen äußerst bäuerlichen Humor. Jedoch hat zum Beispiel der ach so witzige "Bettsport" als Sportart einfach schon einen viel zu langen Bart, als dass das noch als kreativ gelten könnte. Dementsprechend ist der "Monogamietaliban" eben auch einfach nicht mehr witzig, sondern nur billig, inklusive des platten Versuchs andere Meinungen zu verhöhnen.
Von daher kommt dann auch die Frage am Ende.....
Wollen wir so leben ?? So miteinander schreiben??
....etwas unpassend.

Grundsätzlich ist es so, dass hier jeder aus seinem persönlichen Erfahrungshorizont heraus schreibt.
Eine offenere Beziehung zu führen und ein freiheitliches Sexleben zu haben, setzen einen gewissen Erfahrungshorizont und eine gewisse persönliche Entwicklung voraus. Dieser Erfahrungshorizont kann nicht "gleich sein", erstens aufgrund unterschiedlicher Startbedingungen, zweitens aufgrund unterschiedlicher Lebensalter und Lebensläufe.

Nicht jeder hat die Erfahrung einer langjährigen Beziehung, sagen wir mal Ü6- Ü10 Jahre, mit zum Beispiel Sexlosigkeit innerhalb der Beziehung. Von daher musste sich auch nicht jeder mit einer derartigen Problematik auseinandersetzen.
Es ist ja nicht nur Sexlosigkeit in einer Beziehung die zu Seitensprüngen führt. Im Gegensatz zu der Annahme, dass bei einem Seitensprung innerhalb der Beziehung irgendwas nicht mehr in Ordnung sein müsse, gibt es durchaus auch Gelegenheitsseitensprünge die völlig unabhängig von Wohl und Wehe einer Beziehung durchgeführt werden. Einfach weil die Gelegenheit da war und sich der Seitenspringer diese Gelegenheit eben nichts verkneifen wollte.

Völlig unberücksichtigt bleibt der Fakt, dass viele Fremdgeher nicht einfach nur Fremdgeher sind, sondern den Hauptteil ihrer Beziehungen durchaus monogamistisch leben.
Dieser Umstand wird in solchen Diskussionen rundweg vernachlässigt.
Da gibt es eben ganz schwarz-weiss, entweder den Fremdgeher (das miese Schwein), da auch noch wie man las charakterlich festgelegt wäre, oder eben die ultratreue Person, die von sich selbst ausgeht, dass sie lebenslang niemals "betrügen" würden. Meist ist das jedoch auch nur eine Momentaufnahme im eigenen Glaubenskonstrukt.
 
  • #7
Ingesamt hast du das wohl bewusst provokativ formuliert.
Ja. So sehe ich es auch.
Taliban gegen Liberale. Noch drastischere Bezeichnungen sind dir grad nicht untergekommen?

...Wie gut, dass du gar nicht Meinungen lenkst mit deiner Wortwahl.... ..Ironie off.

Meine Meinung dazu: Mir ist es egal, ob Leute monogam leben, oder nicht.

Für mich ist Sex ohne Gefühl nichts gewesen und will ich folglich auch gerne nicht mehr.
Wenn der Sex gut war, wollte ich mehr usw..und hatte dann Herzschmerz.
In der Nutzen -Kosten Rechnung ist für mich persönlich eine offene Beziehung nichts.
Wäre der Fremdsex super, wäre ich wohl aus der Beziehung zu lösen, wäre er mittelmäßig, könnte ich drauf verzichten usw.
Warum sollte ich diese Beziehungsart dann wählen?
Flirten ist mir kein Lebenselixier. Es ist mir schlicht weg egal, ob mich ein Mann, oder hundert Männer begehren.
Ich will einen Partner, der da ähnlich ist .. und den hab ich auch.

Und Fremdgehen...naja es ist ein Betrug der oft mit vielen Lügen einhergeht.
Wäre ich sauer, wenn mein Partner mich anlügt, ohne mich zu betrügen... Ja!


Ich gehe daher davon aus, dass du selbst noch Graubereiche bei dir hast, mit denen du dich jetzt auseinandersetzen möchtest?
Ist das so? Warum dieses Thema jetzt?
und warum so emotional?
 
  • #8
Aus unterschiedlichen Gründen. Gelebt wird sie aber eher seltener
Kannst du das mit entsprechenden Quellen belegen? Meine, nicht dass Glaubenssätze zur gesellschaftlichen Norm erklärt werden.^^
Monogamie - das grosse Reizthema im zwischenmenschlichen Bereich.
Überhaupt kein Reizthema - es existieren in meinem sozialen Umfeld keine Diskussionen darüber. Jeder lebt, wie er leben will. Manche haben regelmäßig Dreier, manche gehen in den Swingerclub, andere haben eine offene Beziehung und die meisten leben in einer monogamen Beziehung, in der sie auch sexuell treu sind, weil sehr happy mit ihrem Sexleben.
Der Seitenspringer hat immer schuld - gerne so dargestellt, dass nur die Männer seitenspringen würden.
Nö, gehen genauso viele Frauen fremd. Denke da nehmen sich die Geschlechter nichts.
Den ehelichen Sex einstellen darf man - macht man ja mit niemand anderem.
Wer sagt das, dass Menschen dauerhaft in sexlosen Beziehungen verweilen müssen?
Darf irgend jemand sich anmassen, für alle zu wissen, was "Liebe" ist ?
Frag dich mal, warum dich das überhaupt tangiert - und das nicht zum ersten Mal.
 
  • #9
Andere Vereinbarungen - also im Grunde das, was die Monogamietaliban fordern
Hm, Tom, du bist echt goldig 😀.Monogamietaliban? Echt jetzt? Sind Taliban nicht für Polygamie 🧐? Und ist Monogamie nicht die Grundform der Ehe in DE? Ich muss gestehen, ich verstehe nicht so ganz, was du meinst.

Mein Verständnis für Partnerschaft:
Wenn zwei Vertragspartner sich auf etwas einigen, dann sollten sie sich daran halten. Es sei denn eine Seite möchte es nicht mehr. Dann muss man über eine Vertragsauflösung sprechen. Oder sich wie bei dir von Anfang sagen, sexuelle Treue habe ich in meinem Portfolio nicht. Es ist somit eine Frage der Kommunikation.
 
  • #10
Die Taliban sind ein wenig ein regionales Ding .... insofern: Nein, ich bin zu jung, auf meinem Mist ist das nicht gewachsen.
Der erste Taliban, den ich bewusst erlebt habe, war der Vater von Boris Palmer - der "Remstaltaliban" . Er konnte herrlich abledern - war alleine vom Auftreten ein Erlebnis. Ein echtes Original.

Ab und zu sehe ich durchaus ähnliche Züge - und habe den Ausdruck daher und bewusst so gewählt.

..... ist in meinen Augen ab da keine "sexuelle Exclusivität" mehr gegeben - die Vereinbarung daher einseitig bereits aufgekündigt. Und allgemein - muss wirklich von Betrug geredet werden ?

Naja, Du weißt ja, dass ich nicht monogam lebe.
Dein Leben würde ich als Sonderform der Monogamie bezeichnen - denn wirklich offen ist deine / eure Vereinbarung ja auch nicht.

Ansonsten kann ich nur sagen, dass all meine (und die meines Partners) kurzlebigen Erfahrungen außerhalb der eigenen vier Wände uns immer gut getan haben. Ohne Verletzungen, weil ich Besitzansprüche in der Liebe als Gefängnis begreife und niemanden einsperren würde, der mir etwas bedeutet.
Das hier ist bspw eine sehr offene Einstellung. Viel schöner formuliert als ich es konnte. Danke dafür .
 
  • #11
Gelegenheitsseitensprünge die völlig unabhängig von Wohl und Wehe einer Beziehung durchgeführt werden.
Stimmt - und genau dafür ist doch Diskretion die beste Vereinbarung ? Oder ?
Kann Ehrlichkeit nicht auch zu Verletzungen führen ?
Oder Schusseligkeit, eine Beichte o.ä. ?

Meine Meinung dazu: Mir ist es egal, ob Leute monogam leben, oder nicht.

Für mich ist Sex ohne Gefühl nichts gewesen und will ich folglich auch gerne nicht mehr.
Absolut legitim. Auch hier - die Passung machts.
Was bei deinem Beitrag sehr interessant ist - du erwähnst flirten. Fängt bei dir da schon der Seitensprung an ?

Auch verständlich - niemand wird gerne angelogen. Nur - wo fängt die wirklich verwerfliche Lüge an ?
Wir haben noch ein Bier getrunken - naja, es waren 3.
Ich habe meine Mutter besucht - und war in dem kleinen Juwelierladen, um dein Geburtstagsgeschenk zu kaufen. Aber das sag ich dir nicht.
Wir haben an den Autos gebastelt - und dann noch gegrillt.

Ich weiss - fragt Tom nach wird es schwierig ....
 
  • #12
Mein Verständnis für Partnerschaft:
Wenn zwei Vertragspartner sich auf etwas einigen, dann sollten sie sich daran halten.
Sehe ich auch so. Treue und Sexualität in einer Beziehung. Übrigens sogar bei kirchlich geschlossenen Ehen.
Es sei denn eine Seite möchte es nicht mehr.
Richtig. Gilt aber für beide Seiten.
Dann muss man über eine Vertragsauflösung sprechen.
Macht die Seite, die keinen Sex mehr will, eher selten. Warum sollte es dann unbedingt die tun, die keine Treue mehr will. Vielleicht sogar, wenn die andere Seite keinen Sex mehr will.
Oder sich wie bei dir von Anfang sagen, sexuelle Treue habe ich in meinem Portfolio nicht.
Es gibt ja Frauen, die stellen mit erfülltem Kinderwunsch jeden Sex ein und haben den vorher genau nur deswegen. Welches Vorgehen erwartest Du da? Auflösung der Ehe und Schadenersatz wegen Vortäuschen falscher Tatsachen?
 
  • #13
Stimmt - und genau dafür ist doch Diskretion die beste Vereinbarung ? Oder ?
Ich würde eine solche Vereinbarung der offenen Beziehung ohne dass der jeweils Andere etwas davon merkt, zu Beginn einer Beziehung nicht aussprechen, da es mir wie ein direkter "Freifahrtschein" vorkäme.
In einer Beziehung muss sich erstmal Vertrauen in die gegenseitige Liebe selbst herausbilden. Da ist Fremdsex kontraproduktiv für beide Partner.
Würde wie im Nachbarthread ein Partner schon in den ersten Tagen der Beziehungsanbahnung oder direkt am Anfang (ka. in den ersten Monaten und Jahren) durch "fremde Betten" springen, würde ich auf eine solche Person emotional nicht bauen wollen. Das wäre mir zu beliebig.
Der Wert einer Verbindung muss sich erst herausentwickeln.
Käme mir also ein Mann direkt am Anfang mit "offener Beziehung" oder dergleichen, hätte ich kein Interesse mehr.
Ich finde, da sollte auch bezüglich der sexuellen Bedürfnisse keine "Not" bestehen. Auch würde ich das als Mangel an Interesse an meiner Person deuten.

Ich stelle es mir insgesamt schwierig vor, wenn man gemeinsam auf engem Raum lebt im tagtäglichen miteinander, wenn dann ein Partner wie selbstverständlich (vereinbart), beispielsweise die Kollegin/den Kollegen im Büro bürstet und dann mit "Hallo Schatz" nach Hause kommt".
Ich schätze, das ist eine Form des Zusammenlebens, die so nicht für mich funktionieren kann. Schwierig wird es auch, wenn der eine Partner ganz locker an Fremdpartner kommt, während der andere das Nachsehen hat, da eventuell nicht so "erfolgreich" diesbezüglich. Ganz schwierig also, sowas zu "vereinbaren" und zu gestalten. Da müssen viele Parameter passen, um sich auf ein solches Level zu begeben.

Unter Diskretion verstehe ich etwas anderes. Nämlich jene, dass man Stillschweigen über das gemeinsame Ereignis bewahrt, um den entsprechenden Sexualpartner zu schützen. Man tönt also nicht in der Nachbarschaft herum, dass man mit XY im Bett war.
Das hat den Hintergrund, dass es mal Gang und Gäbe war, dass sich Männer mit ihren Sexgeschichten brüsteten, obwohl das ein höchst privater Vorgang ist, der niemanden etwas angeht.

Wenn man die Beziehung geöffnet hat, sehe ich allerdings keinen Wert darin, nach einer Sexgeschichte Rapport abzuliefern.
Gibt es keine "Vereinbarung" und ein Partner lässt sich eine einmalige Gelegenheit nicht entgehen, würde damit zeitgleich ein komplettes Lebensmodell zerbrechen, ist wohl zu überlegen, ob nun eine "Beichte" sinnvoll ist. Wem sollte das nützen. Meist wollen hier ja Menschen ihre Seitensprünge beichten, weil sie selbst das schlechte Gewissen so quält. Wer so drauf ist und im Anschluss derartige Gewissensbisse hat, sollte doch auch einfach nicht fremdgehen.
Der Partner ist kein Priester, bei dem man seine Sünden abladen kann und sich dann Absolution holen kann. Sowas wirkt eher wie ein Sabotageakt des eigenen Lebens.
 

Laleila

Cilia
  • #14
Dein Leben würde ich als Sonderform der Monogamie bezeichnen - denn wirklich offen ist deine / eure Vereinbarung ja auch nicht.
Ich schrieb ja bewusst, dass ich nicht monogam lebe. Mein Mann tut das. Er lebt pure Monogamie.

Die Beziehung zu meinem Partner war offen und ist es theoretisch noch. Die Bedingung ist auch hier die verbale Offenheit.
Vorher, wenn das Bedürfnis entsteht, war es spontan, direkt danach, ehe ich wieder mit ihm Sex habe.

Er lebte das ja auch 3 Jahre, in der Zeit wusste ich von den Frauen, auch wer sie waren, aber wir sprachen nicht über Details, interessierten mich auch nicht. Dass ich in der Zeit keinen Sex mit ihm hatte war keine "Strafe", sondern Eigenschutz und, ja auch, Ekel.
Er kann dies auch jederzeit wieder haben, so er will.
Er mag aber die Konsequenzen nicht, die heißen, kein Sex, keine intensiven Küsse mit mir, während dieser Zeit.

Für mich bedeutet Freiheit vor allem, immer und jederzeit, unter Berücksichtigung aller verfügbaren Aspekte, frei entscheiden zu können.
Enthält mir mein Partner, für mich wesentliche, Aspekte bewusst vor, nimmt er mir meine Freiheit.

Fremdfänger, welche heimlich seitenspringen tun dies vor allem, weil sie nicht bereit sind, die potentiell daraus resultierenden Konsequenzen zu tragen. Das ist armseelig, es ist feige und es ist Betrug.

Freiheit heißt alles tun zu können, aber Freiheit bedeutet auch Verantwortung und die Bereitschaft die Konsequenzung aus seinen Freiheiten zu ziehen.

Von daher, Nein, ich selbst lebe keine Sonderform der Monogamie.
 
  • #15
Nur - wo fängt die wirklich verwerfliche Lüge an ?
Die verwerfliche Lüge fängt da an, wo es für den anderen ein Problem geben würde, wusste er die Wahrheit.
Wenn deine Partnerin sagt, sie hat bei einer Freundin geschlafen, anstatt zuzugebrn, das es ein Kumpel war...
...Wenn dein Kumpel sagt:. Sorry ich war ewig nicht in deiner Stadt...und gerade gestern dort gewesen ist usw.

Ich denke du weißt genau, wann eine Lüge ein Problem wird, in einer bestimmten Beziehung.
So kompliziert ist es nun auch nicht.

Wir haben noch ein Bier getrunken - naja, es waren 3.

Wir haben an den Autos gebastelt - und dann noch gegrillt.
Bei den Beispielen sehe ich kein Problem...aber auch keinen Grund nicht die Wahrheit zu sagen.

Was bei deinem Beitrag sehr interessant ist - du erwähnst flirten.
Weil der Flirt, der Grundstein jeden Seitensprungs usw ist....und manche Menschen ihn schier brauchen um sich gut zu fühlen.
Menschen, die ständig flirten, sind oft auch untreu..oder neigen eher dazu.

Meine Beobachtung seit über 20 Jahren....

Warum nur? Weil sie Bestätigung brauchen und Sex auch eine Form davon ist.

Fängt bei dir da schon der Seitensprung an ?
Umgekehrt wird ein Schuh draus. Der Seitensprung beginnt mit dem Flirt, nicht jeder Flirt wird ein Seitensprung.

Dieses : Schatz, ich wollte es nicht, es ist einfach passiert...
Ist nunmal eine große Lüge.
Ein Seitensprung, eine Bettgeschichte usw passiert nicht ...sie wird angebahnt und bei Gelegenheit durchgeführt.
 
  • #16
Ich hätte Dich für gebildeter gehalten. Also die Taliban sind ja nun schonmal garnicht für Monogamie - zumindest nicht für die des Mannes. Das kommt Dir doch eher entgegen.

Wollen wir so leben ?? So miteinander schreiben??
Zum Thema wie man leben will: es einfach jedem selbst überlassen.
Zum Thema, wie wir hier schreiben wollen: fass Dich an die eigene Nase in Sachen Meinungstaliban sein.

Betrug ist immer wenn man lügt, egal worum es geht.

Kann Ehrlichkeit nicht auch zu Verletzungen führen ?
Oder Schusseligkeit, eine Beichte o.ä. ?
Überlass das doch jedem selber zu entscheiden, was ihn mehr verletzt: von Dritten vom Fremdgehen zu erfahren, vom Partner belogen zu werden oder....., statt anderen manipulativ vorgeben zu wollen was sie zu meinen haben.

Mir ist vollkommen egal was wer mit wem treibt, solange ich (und somit auch mein Partner) mit dem Intimleben anderer Leute nichts zu tun haben.
Und ich bin alt genug, um für mich entscheiden zu können, ob ich mich durch Ehrlichkeit verletzt fühle, ob ich eine Beziehung beende wenn Intimität keine mehr ist etc. Dafür brauche ich keinen Berater, der mir seine Meinung aufzwingen will.

Auch verständlich - niemand wird gerne angelogen. Nur - wo fängt die wirklich verwerfliche Lüge an ?
Wir haben noch ein Bier getrunken - naja, es waren 3.....
Deine Beispiele sind banal und somit manipulierend. Schauen wir sie uns genauer an:
Eine Lüge fängt da an, wo nicht die Wahrheit gesagt wird aus Feigheit.

- Warum kann ein erwachsener Mann nicht sagen, dass er 3 Bier getrunken hat und besoffen Auto gefahren ist? Warum muss er lügen statt dazu zu stehen, dass verantwortliches Handeln nicht seins ist, er sich für den strammen Max hält für den eh keine Regeln gelten?
- Warum musst Du lügen als wärst Du 5, hättest von Nutella genascht und stündest nun vor Mutti, Dir halb in die Hosen machend vor der übermächtigen Gefahr? Was für eine Partnerschaft soll das sein?

Du willst hoffentlich niemandem suggerieren, dass jemand, der schon bei solchen Banalitäten lügt, bei relevanteren Dingen die Wahrheit sagt.
Das tut er nicht und kann Dich je nach Art der Beziehung, gemeinsamen Verpflichtungen u.ä. ganz schön in die Sch**** reiten, weil Du Dich gegen seine Untaten und deren Auswirkungen nicht beizeiten schützen kannst.

Ich weiss - fragt Tom nach wird es schwierig ....
Überhaupt nicht. Ich finde die Nachfragen lächerlich-manipulativ.
 
  • #17
Ich grüble ernsthaft über die Motivation dieses Beitrags.
Ärger über moralisierende Äußerungen? Klar, Moralisieren ist doof, braucht das eine Diskussion?
Aber es scheint, dass hier jeder Stellungnahme für sexuelle Treue der Vorwurf gemacht wird, es handle sich um bloßes Moralisieren.
(Eine ganz ähnliche Diskussion gab es mit dir zB zum Klimawandel, zum Gendern, zum Machotum in Firmen, zur Bedeutung der Wissenschaft, sogar zum Vegetarismus: alles nur moralisierende, scheinheilige Haltungen, die mit der Realität nichts zu tun haben).

Ich verweise hier gerne auf die Bedeutung der Ambiguitätstoleranz: die Dinge sind komplex, schwierig, herausfordernd. Es gibt keine einfache Lösung. Was man selbst unternimmt, ist nicht das Gelbe vom Ei. Aber man kann sich hinterfragen, ohne dass man deswegen an Stärke verliert.
 
  • #18
Stimmt - und genau dafür ist doch Diskretion die beste Vereinbarung ? Oder ?
Kann Ehrlichkeit nicht auch zu Verletzungen führen ?
Oder Schusseligkeit, eine Beichte o.ä. ?


Absolut legitim. Auch hier - die Passung machts.
Was bei deinem Beitrag sehr interessant ist - du erwähnst flirten. Fängt bei dir da schon der Seitensprung an ?

Auch verständlich - niemand wird gerne angelogen. Nur - wo fängt die wirklich verwerfliche Lüge an ?
Wir haben noch ein Bier getrunken - naja, es waren 3.
Ich habe meine Mutter besucht - und war in dem kleinen Juwelierladen, um dein Geburtstagsgeschenk zu kaufen. Aber das sag ich dir nicht.
Wir haben an den Autos gebastelt - und dann noch gegrillt.

Ich weiss - fragt Tom nach wird es schwierig ....
Wenn man zu sich steht dann kann man auch die Wahrheit sagen. Ehrlichkeit kann verletzen, aber nur wenn man sich nicht an Vereinbarungen hält wie monogam zu leben.

Gibt es einen aktuellen Anlass für deine Gedanken?
 
  • #19
Also wegen genau dieser Sprüche ....
Sex muss auch immer mit "wahrer Liebe" zu tun haben, einfach zum Spass geht ja gar nicht.
Kann dem gesamten Beitrag nicht zustimmen, einfach deshalb nicht, weil das individuelle Gefühl bei der ganzen Sache nicht berücksichtigt wird, nicht bekannt ist, deshalb nicht, weil viele Menschen das eigene Gefühl im Verborgenen nicht kennen, nicht fühlen, sich diesbezüglich kaum kennen und deshalb sich selber nicht treu sein können. Echte Liebe beginnt ausschließlich bei einem selbst. Wer keine Selbstliebe lebt, kann andere nicht adäquat, echt lieben. Dasselbe mit Treue, sie beginnt ebenso ausschließlich bei einem selbst, fehlt die Selbsttreue, wie bei vielen, so kann es keine Treue gehen, alles beginnt ausschließlich bei einem selbst, nicht im Duden, nicht in der Gesellschaft, nicht bei anderen!
Darf irgend jemand sich anmassen, für alle zu wissen, was "Liebe" ist ? Treue definiert nicht mehr der Duden und eine freundlich und höflich - zurückhaltende Frau darf quasi auf den Strassenstrich geschickt werden, weil sie eine Ansicht eines elbsternannten Predigers nicht teilt ?
Wollen wir so leben ?? So miteinander schreiben??
Niemand maßt sich hier an, niemand macht Vorschriften für andere, es geht um Meinungsaustausch, jeder kann seine Meinung mitteilen und abwägen, wie andere Meinungen auf ihn wirken, das WIR zählt nicht, für das Individium,
das gibt es nicht, jeder ist für sich selbst verantworlich, vor allem seinen eigenen Gefühlen gegenüber! Sehr viele Menschen erkennen nicht, können nicht nachvollziehen, was ihre Gefühle ständig mit ihnen machen, daher die vielen Fragen hier, verursacht über unverstandene Gefühle!
 
  • #20
Mich tät mal interessieren, was an oben genannter Fragestellung ein „Destaster“ ist, und wer sich darin „festgefahren“ haben soll?
Für mich sind diese Fragen ziemlich irrelevant, da jede/r machen kann was er / sie will und was ich ich dazu für eine Meinung habe, sollte andere nicht interessieren. Andersrum ist es ebenso.

Jeder Mensch hat irgendwelche moralischen Prinzipien, auch ein @Tom26 . Der/ die Eine ist darin sehr gefestigt, andere widerum suchen ihr ganzes Leben lang nach Orientierung oder nach einer passenden Rechtfertigung für ihr Leben nach Lustprinzip - wie auch @Tom26 . Kann man so machen - man begeht ja keine Strafttat damit - es gibt aber auch Menschen, die eben geordnetere Verhältnisse wünschen.

Wir sind alle zum ersten Mal auf der Welt und wissen alle nicht, wie es nun richtig ist. Und wie immer - wir laufen nicht in den Stiefeln der anderen.

Insofern ist diese Diskussion eigentlich redundant.
 
  • #21
die keinen Sex mehr will, eher selten. Warum sollte es dann unbedingt die tun, die keine Treue mehr will. Vielleicht sogar, wenn die andere Seite keinen Sex mehr will.
Du gehst immer davon aus, dass diejenigen die fremd gehen zuhause keinen Sex mehr bekommen. Wenn man oder Frau in der Beziehung keinen Sex mehr hat, dann kommt entweder die Öffnung der Beziehung in Frage oder die Trennung. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Die Frage ist also nur, ob derjenige die Öffnung kommunizieren soll.
Es gibt aber nicht nur solche Fälle. Ich habe selber im Bekanntenkreis mehrere Fälle gesehen, wo eine Seite trotz einer guten Beziehung, in drei Fällen sogar frisch verheiratet feststellen müssten, dass der Mann fremdgegangen ist und mehrere! Nebenbeziehungen hatte.
Würdest du in solchen Konstellation leben wollen?
In der Wirtschaft wäre so etwas ein Straftat.
 
  • #22
Ich schrieb ja bewusst, dass ich nicht monogam lebe. Mein Mann tut das. Er lebt pure Monogamie.

Die Beziehung zu meinem Partner war offen und ist es theoretisch noch. Die Bedingung ist auch hier die verbale Offenheit.
Vorher, wenn das Bedürfnis entsteht, war es spontan, direkt danach, ehe ich wieder mit ihm Sex habe.

Er lebte das ja auch 3 Jahre, in der Zeit wusste ich von den Frauen, auch wer sie waren, aber wir sprachen nicht über Details, interessierten mich auch nicht. Dass ich in der Zeit keinen Sex mit ihm hatte war keine "Strafe", sondern Eigenschutz und, ja auch, Ekel.
Er kann dies auch jederzeit wieder haben, so er will.
Er mag aber die Konsequenzen nicht, die heißen, kein Sex, keine intensiven Küsse mit mir, während dieser Zeit.

Für mich bedeutet Freiheit vor allem, immer und jederzeit, unter Berücksichtigung aller verfügbaren Aspekte, frei entscheiden zu können.
Enthält mir mein Partner, für mich wesentliche, Aspekte bewusst vor, nimmt er mir meine Freiheit.

Fremdfänger, welche heimlich seitenspringen tun dies vor allem, weil sie nicht bereit sind, die potentiell daraus resultierenden Konsequenzen zu tragen. Das ist armseelig, es ist feige und es ist Betrug.

Freiheit heißt alles tun zu können, aber Freiheit bedeutet auch Verantwortung und die Bereitschaft die Konsequenzung aus seinen Freiheiten zu ziehen.

Von daher, Nein, ich selbst lebe keine Sonderform der Monogamie.
Das ist inkonsequent und unfair.

Wenn dein Freund Sex mit einer anderen Frau hat, darf er nicht auch mit dir schlafen. Weil du dich ekelst.

Du selber darfst aber jederzeit mit deinem Mann UND deinem Freund schlafen. Warum ekelt sich dein Mann und dein Freund nicht?

Du selber nimmst Dir heraus was du deinem Freund verweigerst - Sex mit noch einer anderen Person.

Du hattest früher sogar noch weitere Sexaffären. Du hättest dir da genauso Geschlechtskrankheiten holen können und auf deinen Mann übertragen können.
 
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Laleila

Cilia
  • #24
Das ist nicht unfair, Mein Partner hätte die Beziehung zu mir jederzeit beenden können.
Fairness bedeutet mit offenen Karten zu spielen.
Zudem hatte ich ausschlich geschützen Sex mit anderen Männern, das ist keine 100prozentige Sicherheit, ist mir klar. Zusätzlich war ich damals noch Blutspenderin, eine zusätzliche Sicherheitsprüfung.
Tatsache ist aber, ich infizierte mich und auch meine Partner nie.

Wenn ich mich nicht irre, ging es in diesem Thread aber gar nicht um dieses Thema.
Hattest Du wieder mal einen Anfall von Schreibtourette, als Du meinen Beitrag laßest liebe Süße? 😊
Darfst Du, ich gebe Dir gern immer wieder diese Tanzfläche.
Noch eine Pirouette um mein unerträglich unmoralisches Leben, liebe Süße?
Darf ich bitten? 😉
 

Laleila

Cilia
  • #25
Richtig. Gilt aber für beide Seiten.

Macht die Seite, die keinen Sex mehr will, eher selten. Warum sollte es dann unbedingt die tun, die keine Treue mehr will. Vielleicht sogar, wenn die andere Seite keinen Sex mehr will.
Doch macht diese Seite. Er oder sie sagt: "Ich habe keine Lust." Und dies sogar immer wieder.
Keinen Sex mehr zu haben, kann man nicht heimlich tun. Der Vergleich hinkt mehr als ein einbeiniges Huhn.
Die Heimlichkeit, die Lüge ist der Punkt der Punkt des Betruges.

Zudem viele Menschen fremdgehen obwohl sie in ihrer Beziehung noch Sex haben.
 
  • #26
Du gehst immer davon aus, dass diejenigen die fremd gehen zuhause keinen Sex mehr bekommen. Wenn man oder Frau in der Beziehung keinen Sex mehr hat, dann kommt entweder die Öffnung der Beziehung in Frage oder die Trennung. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Die Frage ist also nur, ob derjenige die Öffnung kommunizieren soll.
Es gibt aber nicht nur solche Fälle. Ich habe selber im Bekanntenkreis mehrere Fälle gesehen, wo eine Seite trotz einer guten Beziehung, in drei Fällen sogar frisch verheiratet feststellen müssten, dass der Mann fremdgegangen ist und mehrere! Nebenbeziehungen hatte.
Würdest du in solchen Konstellation leben wollen?
In der Wirtschaft wäre so etwas ein Straftat.
Sehe ich auch so . In meinem Bekanntenkreis gab es einige Männer, die frisch verheiratet waren und nebenbei noch auf Affären aus waren und fremd gegangen sind. Die waren nicht sexlos in ihrer Ehe. Manche können einfach nicht genug bekommen und nehmen mit, was die kriegen können.

Betreffs Monogamie:
Es ist eine Frage des eigenen Gefühls in mir selbst. Wie fühle ich mich dabei , wenn ich einen EhePartner und noch einen anderen nebenbei habe? Wie betrügerisch fühlt es sich in mir selbst an? Wie ehrlich bin ich in mir selbst?
Wenn man jemanden wirklich liebt und sich selbst liebt , kann man doch gar nicht noch jemand anderes an sich ran lassen , also eine Dreierbeziehung führen heimlich oder offen.
Da ist man doch treu zu sich selbst und zum anderen aufgrund des eigenen ehrlichen tiefen stimmigen Gefühls .
 
  • #27

..... ist in meinen Augen ab da keine "sexuelle Exclusivität" mehr gegeben - die Vereinbarung daher einseitig bereits aufgekündigt. Und allgemein - muss wirklich von Betrug geredet werden ?
Wenn ihr vereinbart habt, dass bei ausbleibendem Sex keine Exklusivität mehr eingefordert werden darf, ist deine Sichtweise für mich stimmig und natürlich auch kein Betrug mehr. Die Partnerin kennt die Folgen der "einseitigen Vertragsaufkündigung". Ein Problem ist es nur, wenn ihr deine Sichtweise nicht bekannt ist.

Für mich wäre schon bei abnehmender Frequenz ein Problem erkennbar und ich würde meine Partnerin darauf ansprechen und versuchen die Ursache zu ermitteln. Vielleicht ist sie physischer Art, vielleicht mein Aussehen? Daran könnte man vielleicht etwas ändern. Und falls nicht bespricht man das weitere Vorgehen.

Vielleicht gibt es andere, die bei Gewichtszunahme des Partners von 10 kg die Monogamie beenden? Oder wenn nicht mindestens 4 Handtaschen und 20 Paar Schuhe im Jahr bezahlt werden? Aus meiner Sicht alles kein Problem, wenn es dem anderen bekannt ist und die Partnerschaft daraufhin eingegangen wurde.

Menschen verändern sich im Laufe des Lebens. In einer Beziehung kann das zur weiteren Annäherung oder zu einer Entfremdung führen. Das muss nicht zwingend der Sex sein. Es können auch Verhaltensweisen wie "sich nicht mehr am Haushalt beteiligen" oder "das Aussehen vernachlässigen" sein. Das können alles einseitige Aufkündigungen von Vereinbarungen sein. Wenn das schleichend passiert, nimmt man das selbst mitunter nicht wahr. Daher halte ich ein Gespräch für zielführend, wenn mir etwas an der Beziehung liegt.
 
  • #28
Ich hab ja eher das Gefühl, man muss sich rechtfertigen, wenn man monogam ist und seinem Partner keine Seitensprünge "gönnt", die er dringend benötigt. Dann ist man nicht so entwickelt und gereift, dass man ihn einfach glücklich sehen will, heutzutage eine Ausnahme und lebt hinter dem Mond.

Manche Menschen sind sicher glücklich wenn sie keine Monogamie leben müssen, weil das zu ihnen nicht passt, aber das trifft doch nicht auf alle zu.

Ich rede nicht von offenen Beziehungen, mit denen ich kein Problem habe, wenn das zwischen zwei Menschen so vereinbart ist, obwohl ich bis jetzt(!!!) kein Bedürfnis danach hatte. Aber andere Menschen haben andere Bedürfnisse, das geht mich doch nichts an.

Kein Mann, mit dem ich bis jetzt zusammen war, hatte den Wunsch mich zu teilen oder hätte großzügig darüber hinweggesehen, wenn ich noch mit anderen ins Bett gehe.

Ich weiß auch gar nicht, wie das in einer Ehe z. B. mit kleinen Kindern funktionieren soll. Oft genug kriegt man nichtmal die Pflichten fair geregelt, und dann sollen noch beide gleichermaßen Gelegenheit zum Sex mit anderen haben? Die Realität sieht doch eher so aus, dass einer das einfach macht, weil er will und kann. Egal, wie die Sexfrequenz ist, egal wie es sonst läuft.

Man sucht sich den passenden Partner, der es auch so sieht, und dann verfährt man einfach fair und ehrlich miteinander. Ich versteh das Problem nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #29
Du gehst immer davon aus, dass diejenigen die fremd gehen zuhause keinen Sex mehr bekommen.
Nein, das sicher nicht. Aber für mich steht das Thema "aktiv ansprechen" bei beiden Themen auf dem Programm und um das geht es hier. Und wenn es um einen "Vertrag" in einer Beziehung geht, dann steht eben beides darin.
Ich habe selber im Bekanntenkreis mehrere Fälle gesehen, wo eine Seite trotz einer guten Beziehung, in drei Fällen sogar frisch verheiratet feststellen müssten, dass der Mann fremdgegangen ist und mehrere! Nebenbeziehungen hatte.
Würdest du in solchen Konstellation leben wollen?
Selbstverständlich nicht.
In der Wirtschaft wäre so etwas ein Straftat.
Ja, aber eben nicht die einzige und das ist für mich der Punkt, wenn man anfängt, Beziehungen unter "Vertragsgesichtspunkten" zu betrachten.
 

Laleila

Cilia
  • #30
Sehe ich auch so . In meinem Bekanntenkreis gab es einige Männer, die frisch verheiratet waren und nebenbei noch auf Affären aus waren und fremd gegangen sind. Die waren nicht sexlos in ihrer Ehe. Manche können einfach nicht genug bekommen und nehmen mit, was die kriegen können.

Betreffs Monogamie:
Es ist eine Frage des eigenen Gefühls in mir selbst. Wie fühle ich mich dabei , wenn ich einen EhePartner und noch einen anderen nebenbei habe? Wie betrügerisch fühlt es sich in mir selbst an? Wie ehrlich bin ich in mir selbst?
Wenn man jemanden wirklich liebt und sich selbst liebt , kann man doch gar nicht noch jemand anderes an sich ran lassen , also eine Dreierbeziehung führen heimlich oder offen.
Da ist man doch treu zu sich selbst und zum anderen aufgrund des eigenen ehrlichen tiefen stimmigen Gefühls .
Das geht wieder davon aus, dass Liebe generell keine anderweitigen Bedürfnisse und Gefühle, als jene zur geliebten Person, zulässt.
Liebe ist aber nicht fix und umfassend zu definieren, da Liebe ein Gefühl ist und sehr individuell wahrgenommen wird.
Man kann sogar mehrere Menschen gleichzeitig, partnerschaftlich lieben.
D.h., es gibt Menschen die so empfinden und andere, welche sich das nichteinmal vorstellen können.
Dabei liebt keiner der Beiden mehr oder weniger.
Ich bin treu gegen mich selbst, wenn ich meine Bedürfnisse und Gefühle ernst- und annehme.
Treu gegen meinen Partner bin ich, wenn ich seine Gefühle ernstnehmen und ihn nicht willentlich verletze.

All dies kann aber auch in 3er-Beziehungen der Fall sein, wenn alle Beteiligten einverstanden sind, ohne eigene Gefühle dabei zu übergehen.
 
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