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  • #1

Flirt mit dem Kollegen

ich habe mal eine Frage. Ich habe einen Kollegen auf der Arbeit, mit dem ich mich total gut verstehe. wir telefonieren mehrmals täglich und lachen viel zusammen. irgendwann haben wir dann die handynummern ausgetauscht (eigentlich unter einem vorwand, dass er mir eine internetseite geben wollte). Danach schrieb er mir dann immer abends, ob ich zeit hätte zum telefonieren. Leider ging das bei mir nicht, da ich gerade frisch getrennt bin und meine ex noch zu hause wohnt (war meine erste (und letzte) beziehung mit einer frau). letzten Samstag haben wir es dann endlich hinbekommen und haben fast 6 Stunden miteinander über gott und die welt gesprochen und uns super verstanden. Irgendwann kam das thema dann auch darauf, warum ich nie telefonieren konnte und ich habs ihm dann erklärt. Und seid dem ist er irgendwie komisch...! zieht sich zurück, ist abweisend. Vorher hat er mich manchmal sonnenschein genannt und den Kontakt gesucht..! Und jetzt?? Ich versteh das alles nicht mehr...
 
  • #2
Hm, ich frage mal ganz vorsichtig nach, ob ich das überhaupt richtig verstanden habe, denn Du hast es ja ziemlich verwinkelt erzählt:

+ Du bist eine Frau.
+ Deine letzte Beziehung war eine lesbische Partnerschaft.
+ Du hast einen Mann, der Dich für heterosexuell hielt, erzählt, dass Du gerade eine lesbische Partnerschaft hattest.
+ Jetzt wunderst Du Dich, warum sein Interesse abgekühlt ist?

Habe ich das so richtig mitbekommen?

Falls ja, ist die Lage doch sicherlich auch Dir klar. Wer will eine lesbische oder bisexuelle Freundin? Wohl kaum ein normaler Mann! Was wundert Dich daran? Kannst Du das nicht nachvollziehen?

Für mich ist sonnenklar, dass Du unter diesen Bedingungen mit der Anbahnung zukünftiger heterosexueller Partnerschaften Probleme haben wirst.
 
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  • #3
aber geht es denn nicht auch um den Menschen? Wenn ich an jemandem interesse habe, dann lasse ich mich doch nicht von seiner vergangenheit abschrecken...oder?
 
  • #4
Ich hätte nun vermutet, Du bist ein Mann. Aber eigentlich ist Dein Geschlecht egal. Wenn der Kollege wirklich privates Interesse an Dir hat, könnte er die Tatsache, daß du wider seine offensichtliche Erwartung eine Beziehung mit einer Frau hattest, falsch verstanden haben. Wie soll er denn auch darauf kommen, daß für Dich eine Beziehung mit einer Frau nicht mehr in Frage kommt?
Eigentlich bin ich nicht für private Beziehungen, die über eine normale lockere Freundschaft hinausgehen, wenn man in derselben Firma arbeitet. Aber wenn es Dich belastet, daß er seltsam ist (was ich nur allzu gut verstehen kann: http://www.elitepartner.de/forum/arbeitskollege-aendert-schlagartig-verhalten-warum-wie-damit-umgehen.html) dann nutze die Chancen, die Du noch hast im Ggs. zu mir. Ihr scheint Euch immer noch öfter über den Weg zu laufen. Schlag eine Kaffee- oder Mittagspause vor. Baue auf Eurer letztes langes Gespräch auf und erzähl' ihm, wie froh Du bist, endlich wieder mit ihm quatschen zu können nach all dem Streß der letzten Zeit, Euer langes Gespräch hätte Dir gut getan, Du bist jetzt sehr froh, daß Deine letzte Beziehung zu Ende ist, Du endlich alleine wohnst, daß Du endgültig weißt, daß eine Frau der falsche Partner für Dich ist. Frage ihn vielleicht das ein oder andere wie er etwas sieht oder was er Dir raten würde. Frag' ihn, wie er Euer Gespräch fand und ob ihr es abends fortsetzen wollt. So ähnlich jedenfalls.
Wenn Ihr Euch wirklich näher kommen wollt, würde ich allerdings versuchen, beruflich getrennte Wege zu gehen und so lange die Beziehung auf einer freundschaftlichen aber nicht intimen Ebene zu führen! Wenn es wirklich Ernst werden soll stehen momentan für berufliche Wechsel die Zeiten gar nicht mal so schlecht.
Von Liebeleien in derselben Firma rate ich wirklich vehement ab!!! !!! (Du siehst ja momentan schon, daß es sich negativ auswirken kann!) Ich bin neugierig, wie die Sache sich entwickelt!
 
  • #5
@#2: Nein, das sehe ich anders. Ein Mensch IST seine Vergangenheit. Das, was man schätzt an Menschen ist doch das, was man über sie weiß: Wie sie gehandelt haben, wie zuverlässig sie waren, wie lieb sie zu einem waren und so weiter. Man kennt überhaupt NUR die Vergangenheit.

Natürlich extrapolieren wir aus der Vergangenheit auf die Zukunft. Jemand, der immer pünktlich und zuverlässig war, wird es wohl bleiben. Jemand, der immer zu uns gestanden hat, wird es wohl auch weiter tun. Jemand, der bestimmte Ansichten und Wertvorstellungen hat, wird wohl auch weiter so ticken.

Aber da merkt man es schon: "er wird wohl" -- es ist letztlich ungewiss. Wir schätzen an Menschen das, was sie getan haben, weil wir daraus auf die Zukunft extrapolieren.

Selbst wenn es um Werte wie Flexibilität, Kompromissbereitschaft oder Offenheit für Neues geht, dann geht es um die Vergangenheit, selbst wenn es die jüngste Vergangenheit ist: WAR er imBett offen für meine Vorstellungen? WAR er bereit, mal ein neues Hobby auszuprobieren? SAGTE er, dass er mir zuliebe jenes machen würde?

Egal ob Worte oder Taten -- es ist stets das, was schon zurückliegt, das uns zu dem macht, was wir sind. Und zwar deswegen, weil die anderen daraus schließen, wie wir wohl sein werden. Anders geht es ja auch gar nicht.

Wer will eine lesbische Freundin? Da weiß der Mann doch vorher schon, dass er ihr niemals alles geben können wird. Irgendwann wird doch wieder ein Bedürfnis entstehen, dass Du noch einmal eine Frau küssen, spüren, vernaschen möchtest. Dass Dir eben "auf immer nur Mann" nicht genug sein könnte. Gerade ein anständiger, netter Mann, der wirklich eine Partnerschaft sucht für immer, zum gemeinsamen Altwerden, zur Familiengründung, wird durch Bisexualität sicherlich abgeschreckt. -- Außerdem ist es sicherlich auch eine sehr eigenartige Vorstellung, der eigene Partner würde homosexuelle Spielchen getrieben haben. Damit kann eben nicht jeder umgehen.

Toleranz bedeutet, Dich Deine Sexualität leben zu lassen. Sie bedeutet aber nicht, so eine Partnerin selbst auszuwählen und selbst mittelbar damit in Kontakt zu kommen. Du musst es jedem freistellen, ob ihn Bisexualität stört oder nicht. Ihn stört es, er ist ernüchtert. Ich kann das verstehen. Sexualität ist eben eine außerordentlich wichtige Facette eines Menschen und ich glaube, ganz viele Menschen könnten damit nicht umgehen. Dafür solltest Du Verständnis aufbringen, zugleich aber dennoch ehrlich bleiben und es bei ernsten Anfragen auch kommunizieren. Steh zu Dir und Deiner Sexualität. Ohne Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit wird sich keine stabile Partnerschaft führen lassen.

Im übrigen glaube ich, dass der Anteil der Männer, die mit bisexuellen Ftauen eine Beziehung eingehen würden, beträchtlich höher ist als umgekehrt. Du kannst also durchaus damit rechnen, dass das nicht jeden Mann stören wird, sondern Du Männer finden kannst, die auch weibliche Bisexualität akzeptieren. Versuche so einen zu finden, damit Du eine ehrliche Partnerschaft führen kannst.

Umgekehrt kann man nur jeder Frau abraten, einen bisexuellen Mann zu akzeptieren, denn "Männer, die Sex mit Männern haben" sind laut Robert-Koch-Institut die mit Abstand größte Ursache für HIV bei Frauen, insbesondere bei normalen, sozial-integrierten Frauen (anderen Ursachen: Drogenkonsum und Sex mit Männern aus Hochprävalenzgebieten).
 
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  • #6
@ #3 Frederika: ich möchte Deiner Aussage "Ein Mensch IST seine Vergangenheit" zum Teil widersprechen.
Wenn ich einen Menschen in seinem "Jetzt" oder "Ist" betrachte, dann stimme ich Deiner Aussage zu. Denn seine gesamte Vergangenheit hat ihn zu dem werden lassen, was und wie er jetzt ist. Bei der Betrachtung seines aktuellen Wesens spielt es zunächst mal keine Rolle, ob er durch äußere Einflüsse oder durch eigenen Willen so ist.

Wenn ich aber versuche, jemanden aus seiner Vergangenheit heraus für die Zukunft einzuschätzen, also quasi zu 100% aus der Vergangenheit heraus zu extrapolieren, liege ich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht falsch. ABER: dabei würde ich ganz bewußt dem anderen in und durch meine Betrachtung die Möglichkeit verwehren, sich zu verändern, aus welchen Gründen auch immer. Ich laufe also dabei Gefahr, unter Umständen zu gewaltigen Fehleinschätzungen zu kommen. Bei der offenen Betrachtungsweise habe ich allerdings auch das Risiko der Fehleinschätzung.

Anders ausgedrückt, versuche ich mir entweder ein Bild von jemandem zu machen, welches die Realität eben nur als Abbild ausdrückt oder ich versuche ihn wirklich zu erkennen, was dann aber auch Entwicklungsmöglichkeiten zuläßt.

Und ich denke, daß man gerade beim Kennenlernen bzw. zu Beginn einer möglichen Partnerschaft die Chance hat, jemanden unvoreingenommen, also eben nicht aus seiner Vergangenheit heraus, einzuschätzen.

Als Beispiel: jemand hatte bisher bestimmte Hobbys und hat bisher davon nur gesprochen, er würde gern ein anderes Hobby ausprobieren. Dann wird der voreingenomme Betrachter sagen: "davon redet er schon seit x Jahren, das wird eh nix". In der Realität kann es morgen aber schon anders sein.
m
 
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  • #7
Ich musste den Thread auch 2 x lesen, weil ich zunächst davon ausgegangen bin, dass Du eine Frau bist. Dann scheibst Du aber von "Deiner Ex", also ebenfalls einer Frau. Daraufhin hatte ich zunächst angenommen, Du seiest ein Mann (obwohl Deine Art zu scheiben, eher weiblich ist). Das kam mir aber merkwürdig vor, dass Dich dann ein Mann "Sonnenschein nennt. Dann bin ich zum gleichen Ergebnis gekommen wie Frederika: Du bist lesbisch und Dein Kollege möchte auf keinen Fall etwas mit einer Frau anfangen, die "bi" veranlagt ist. Was ist denn daran nicht zu verstehen?

Ich hätte auch nie mit einem Mann eine Beziehung anfangen wollen, der möglicherweise vor mir mit einem anderen Mann eine sexuelle Beziehung gehabt hat. Ich hätte dann immer Sorge gehabt, ich könne ihm nicht das bieten, was er an dem vorherigen (männlichen) Liebhaber so geschätzt hat......

Von daher kann ich die Reaktion Deines Kollegen sehr wohl nachvollziehen. Grundsätzlich stehe ich gleichgeschlechtlichen Partnerschaften offen gegenüber -wenn ich nicht direkt betroffen bin!

Dennoch kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Dein Kollege Sorge hat, dass andere Kollegen/ Freunde, wenn sie von Deinem Vorleben wissen/ erfahren, abfällig sagen könnten: "Der hat was mit 'ner Lesbe", denn so tolerant, wie die meisten Menschen es nach außen kundtun, sind sie dann doch nicht. Das gilt auch für mich (s. meine Einschränkung).

Ich weiß aber auch, dass gerade junge Leute sich sehr oft "ausprobieren" wollen, von daher denke ich, dass Du schon noch einen Partner finden wirst, der Deine Vergangenheit als Jugendsünde abtut und dieses akzeptiert!

P.S: Es wäre hilfreich gewesen, wenn Du Dein Geschlecht und Dein Alter unter den Thread gesetzt hättest.

w/ 61
 
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  • #8
Das sagt doch nicht unbedingt was, wenn ein Kollege mit Dir viel redet und Dich anruft und Dir SMS schreibt? Ich sitze seit 5 Jahren mit meinem Kollege in einem Zimmer, wir sind beide Singles, verstehen uns super gut, schreiben uns SMS, im Facebook, telefonieren auch mal Abends, aber das läuft alles auf freundschaftlicher Basis, er kennt jede Männergeschichte von mir und ich seine Frauengeschichten, wir sind wie Bruder und Schwester. Ich glaube, wenn ich ihm erzählen würde, ich sei lesbisch, würde er sich auch komisch verhalten. Dein Kontakt muss ja nicht unbedingt heißen, dass er von Dir was will....
 
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  • #9
Okay..., ich bin weiblich und 26 Jahre jung! Ich hatte vorher immernur was mit Männern und da ich dann eine Zeit lang mächtig verarscht worden bin, hatte ich die Schnauze voll von den Männern und war deshalb wohl offen für eine Frau! Das hat mir auch gut getan, nur weiß ich halt jetzt, dass das für mich nicht mehr in Frage kommt und ich habe mich des längeren schon nicht mehr körperlich von ihr angezogen gefühlt und wünsche mir einfach wieder einen Mann! Deshalb würde ich auch nicht sagen dass ich lesbisch bin! Halt vielleicht bi, weil ich es ausprobiert habe! Das habe ich ihm auch alles so gesagt! Eben damit er weiß, dass dieses Thema für mich kein Thema mehr ist! Es weiß auch sonst niemand, da es mir selbst oft unangenehm war! Was also kann ihn so abgeschreckt haben??? Ich verstehe die Welt nicht mehr...
 
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  • #10
Am wahrscheinlichsten ist einfach, wie schon gesagt wurde, das ihn deine lesbische Beziehung in deiner Vergangenheit abgeschreckt hat denn das kann viele Männer abschrecken. Dass das bei fast allen der Fall wäre dem kann ich nicht unbedingt zustimmen, es dürfte auch einige Männer geben denen das wirklich egal wäre. Das hilft dir in dem besagten Fall aber nicht viel, wenn es für ihn der Grund war das er sich jetzt so distanziert.
Wenn es ihn nicht abgeschreckt hat dann war es vll. auch etwas anderes woran du aber ebenfalls kaum etwas ändern kannst. Vll. gab es bei dem langen Gespräch etwas anderes was ihm nicht gepasst hat, vll. hat er gemerkt das du was von ihm willst aber er will letztlich doch nichts von dir, vll. liegt der Grund auch ganz woanders. Egal was der Grund ist du kannst da ohnehin nicht viel machen, also vergiss ihn ganz einfach.
 
  • #11
@#8: Na ja, genau das, was Du da erzählst, würde die überwältigende Mehrheit der Männer abschrecken und umgekehrt wahrscheinlich sogar nahezu alle Frauen. Ich könnte niemals auch nur einen Kuss geschweige denn eine Partnerschaft denken mit einem Mann, der schon mal eine homosexuelle Beziehung hatte.

Liebe Fragestellerin, verstehe einfach, dass Du es bist, die "anders" denkt und der Kollege einfach ein Empfinden hat, wie es viele hätten -- das soll ausdrücklich keine Wertung sein, aber Klartext.

Du bist offensichtlich bisexuell und in bezug auf die sexuelle Orientierung darüber hinaus labil. Du hattest die Schnauze voll von Männern. Damit stehst Du nicht alleine. Aber nur eine Minderheit der enttäuschten Frauen würde auch nur ansatzweise deswegen an eine lesbische Beziehung denken. Nun hast Du derzeit wieder genug von Frau-Frau und willst wieder einen Mann. Sorry, aber das klingt nicht stabil und nicht endgültig, insbesondere nicht in Deinem Alter.

Im übrigen finde ich, dass eine richtige Partnerschaft mit Zusammenwohnen schon eine ziemlich weitreichende Form ist, eine Variante der sexuellen Orientierung zu erproben. Das war ja kein kurzes lesbisches Abenteuer, sondern eine richtige Beziehung. Das solltest Du nicht nach unten spielen.

Mein allgemeiner Rat wäre ohnehin: Nicht einen Expartner (hier: Expartnerin) ausziehen lassen und kurz darauf schon wieder anbandeln. Sondern erst einmal die Altlasten verarbeiten. Wut, Hass, Enttäuschung und was für Gefühle auch immer abklingen lassen und dann zufrieden mit Dir selbst sein und DANN erst einen neuen Partner suchen -- egal ob Frau oder Mann. Was sich eben dann richtig anfühlt.
 
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  • #12
@#2: Antwort: Natürlich ist es wichtig für mich, wie jemand seine Vergangenheit gelebt hat! Ich würde auch sofort mich zurückziehen in deinem Fall...und wenn du es mir nicht gesagt hättest, so wüsste ich das über dein Verhalten auch sehr schnell und breche dann ab! m
 
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  • #13
aber er hat mir versichert, dass er damit persönlich überhaupt kein problem hat..! nur selbstschutz damit es keine diskussionen gibt und er lässt es jetzt einfach auslaufen...?? oder ist er verwirrt und muss sich erstmal ordnen...??
 
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