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Gast

  • #1

Frage an die sog. Warmwechsler

Ich wende mich mit meiner Frage direkt an diejenigen, die sich in dieser Situation befunden haben:
Was hat Euch bewogen fließend von einer Beziehung in die nächste zu gehen - ohne eine Übergangszeit, in der man sich sammelt, abschließt, verarbeitet, nachdenkt, um sich erst danach frei und gefästigt in eine neue Beziehung zu begeben.
Welche Erfahrungen habt Ihr in diesem Zusammenhang gemacht, was waren die Beweggründe, wie hat Eurer Ex-Partner auf diese neue Situation reagiert, wie lange hat die neue Beziehung gedauert bzw. besteht sie noch?
Danke vorab für Eure Beiträge.
Ganz wichtig: Mir geht es bei diesem Thema NICHT um (moralische) Bewertung, Kritik, Ratschläge etc.pp., sondern ausschließlich um Erfahrungsberichte von Frauen und Männern, die diesen partnerschaftlichen Übergang für sich gewählt haben.
 
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Gast

  • #2
Ich hatte mit meiner Ehe prinzipiell längst abgeschlossen,mir hatte aber einfach die Kraft/der letzte Anstoß gefehlt,die Sache konsequent zu beenden.

Mein Ex-Mann fiel trotz jahrelanger ständiger Konflikte und endloser Diskussionen aus allen Wolken.In seiner (eigenen) Welt war wohl alles in Ordnung. - Also großes,teilweise theaterreifes Drama...

Das ist jetzt über 15Jahre her,mit dem neuen Partner von damals lebe ich bis heute zusammen.

w,48
 
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Gast

  • #3
Nun ja, das ist doch ganz einfach: man hat das Gefühl, daß man nicht wirklich zu diesem Menschen paßt, mit dem man zusammen ist, daß es immer wieder zu Reibungspunkten kommt, die für sich allein aber nicht gravierend genug sind, um eine Trennung zu rechtfertigen.

Und dann kommt es zu einer Begegnung, bei der diese Reibungspunkte nicht auftreten, weil man auf derselben Seite steht. Von da weg ist es nur noch ein kleiner Schritt zu sagen: hier fühle ich mich besser aufgehoben, hier will ich hin.

Ein Beispiel: ich liiebe es, morgens barfuß durch taufeuchtes Gras zu laufen. Die Frau an meiner Seite meint dazu nur: du spinnst doch. Läßt sich nicht dazu bewegen, es mir nachzutun, überzieht mich stattdessen mit Vorwürfen, ich würde damit meine Gesundheit gefährden, wegen Zecken. Ja, und dann begegnet mir eine sympathische Frau, die mir lachend erzählt, wie sehr sie es liebt, morgens barfuß durch taufeuchtes Gras zu laufen.

In diesem Moment ist die Gefahr sehr groß, daß mich der Gedanke an das vertraute "du spinnst doch" direkt in ihre Arme treibt.
 
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  • #4
Ein Beispiel: ich liiebe es, morgens barfuß durch taufeuchtes Gras zu laufen. Die Frau an meiner Seite meint dazu nur: du spinnst doch. Läßt sich nicht dazu bewegen, es mir nachzutun, überzieht mich stattdessen mit Vorwürfen, ich würde damit meine Gesundheit gefährden, wegen Zecken. Ja, und dann begegnet mir eine sympathische Frau, die mir lachend erzählt, wie sehr sie es liebt, morgens barfuß durch taufeuchtes Gras zu laufen.
In diesem Moment ist die Gefahr sehr groß, daß mich der Gedanke an das vertraute "du spinnst doch" direkt in ihre Arme treibt.
Was wenn du als nächstes denkst: ich liiiebe es mittags fettige Pommes zu essen, und die NEUE im Gras laufende Frau meint dazu nur: du spinnst doch, das würde die Gesundheit gefährden, wegen dem Fett... Ja, und dann begegnet dir wieder eine andere sympathische Frau, die lachend erzählt, wie sehr sie es liebt, mittags fettige Pommes zu essen. In diesem Moment ist die Gefahr sehr groß, .... usw. ??

Was ich sagen will: es gibt keinen 1000%% Zwilling.
 
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  • #5
Was wenn du als nächstes denkst: ich liiiebe es mittags fettige Pommes zu essen, und die NEUE im Gras laufende Frau meint dazu nur: du spinnst doch, das würde die Gesundheit gefährden, wegen dem Fett... Ja, und dann begegnet dir wieder eine andere sympathische Frau, die lachend erzählt, wie sehr sie es liebt, mittags fettige Pommes zu essen. In diesem Moment ist die Gefahr sehr groß, .... usw. ?
Finde ich auch total zimperlich. Natürlich findet der Partner mal etwas nicht schön oder meckert. Sonst wäre es auch langweilig. Und solche konkreten Dinge, ob man nun gerne durchs Gras rennt, sind so was von unwichtig.

Ich hatte noch keinen warmen Wechsel, auch wenn ich es mir schon vorgenommen habe. Die Vorteile liegen doch auf der Hand: Man geht kein Risiko ein, ist nicht alleine zwischendurch, kann sich steigern bzgl. der Partnerwahl? Ich bin aber zu temperamentvoll und emotional, um neben einem Partner her zu leben, der mir nicht richtig passt, und nebenbei nach anderen zu schauen. Wenn es sich ergibt, würde ich erst mal darüber nachdenken, ob ich mich vielleicht nur nach Sex mit jemand anderem sehne, anstatt mir etwas vorzulügen.
 
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  • #6
War einmal Warmwechsler

Warum sollte ich warten oder mich "sammeln", ich wusste in meiner vorigen Beziehung schon sehr lange, was ich wirklich wollte...eine neue Beziehung mit einer Frau die Spaß an Sex hat.

Nie bereut. Hält bis heute. Ganz einfach.
 
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  • #7
Gast #2 das hast du mit deinem Beispiel sehr schön beschrieben. Genau so fühlt es sich an.

Und wenn man zwanzig Jahre diese Sehnsucht hat, es immer wieder mitteilt, und um bei diesem Beispiel zu bleiben, der Partner zu bequem ist sich die Schuhe auszuziehen um mir diese Freude zu machen und mit mir dieses kleine Glücksgefühl zu teilen...er soll es ja nur mal versuchen...
Dann wird man still und geht zehn Jahre allein durch morgenfrisches Tau.
Nach dreißig Jahren begegnet sie ihm auf der Wiese.Sie trennt sich, räumt auf, schafft Klarheit.
Der Partner ist entsetzt, ab sofort laufe ich mit dir, warum hast du denn nichts gesagt...

Leider läuft der neue Mann heimlich zwischen zwei Wiesen hin und her, kann sich nicht entscheiden.

Also läuft sie jetzt allein, aber das hat sie ja eigentlich schon immer getan.
Und ist ganz bei sich...
 
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  • #8
Man/n /Frau, denkt immer, das Gras auf der anderen Seite ist grüner.
Nein, es ist nur am Anfang grüner, bis die erste Verliebtheitsphase vorbei ist.
Diese "warmen Wechsel", werden immer mit Lügen und Heimlichkeiten begleitet.Sei es der "alten" Partnerin gegenüber oder der neuen Partnerin.
Ich bin immer schon dafür, das man das "alte" erst einmal beendet, und sich dann auf etwas Neues einlässt.
 
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  • #9
Ich hab zwar nicht direkt warm gewechselt, bin aber mit Anfang 20 mal zweigleisig gefahren (eigentlich noch schlimmer) und hab dann irgendwann mit dem einen Mann (nach viel hin und her) Schluss gemacht. Es ist eine der wenigen Sachen in meinem Leben die mir unheimlich leid tun. Nicht nur aus moralischen Aspekten, sondern einfach weil ich mit dem Abservierten damals eine echte Chance auf einen schöne Beziehung gehabt hätte. Der andere mit dem ich danach zusammen war hat mich nie wirklich geschätzt und irgendwann einfach links liegen lassen. Der Grund für mein Verhalten war damals wahrscheinlich, dass ich mich selbst nicht mochte und mit mir überhaupt nicht im Reinen war. Aber wie gesagt, ich habe sehr, sehr viele Jahre bereut dass ich diesen Mann habe gehen lassen und ich denke noch heute, dass mein Leben und meine Gefühlswelt heute anders aussehen würden wenn ich mich damals für den "Richtigen" entschieden hätte.
 
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  • #10
dann begegnet dir wieder eine andere sympathische Frau, die lachend erzählt, wie sehr sie es liebt, mittags fettige Pommes zu essen. In diesem Moment ist die Gefahr sehr groß, .... usw.
Hm, hier wurde das Beispiel wohl gründlich mißverstanden. Ganz abgesehen davon, daß eine Liebhaberin fettiger Pommes wohl kaum mit einem reizvollen Äußeren aufwarten könnte.

Es geht hier um Menschen, die ihren Partner - und zwar gerade den loyalen - zunehmend in ihr eigenes restriktives Wertesystem einsperren, so daß im Verlauf der Partnerschaft immer mehr Zweifel aufkommen, ob man wirklich "spinnt", wenn man gewisse Dinge anders sieht.

Erst die Begegnung mit einer dritten Person führt einem dann vor Augen, daß es noch eine Welt außerhalb der Gitterstäbe gibt, daß man mit seinem Denken nicht allein ist und auch nicht "spinnt".
 
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  • #11
Und solche konkreten Dinge, ob man nun gerne durchs Gras rennt, sind so was von unwichtig ... würde ich erst mal darüber nachdenken, ob ich mich vielleicht nur nach Sex mit jemand anderem sehne
Da haben wir es wieder: die Sehnsucht nach Freiheit - die in diesem Fall nur die Freiheit ist, barfuß durchs taufeuchte Gras zu laufen, ohne Gezeter, ohne Vorwürfe, ohne "spinnst doch" - wird von jenen, die dem Partner ihr allzu enges Korsett aufoktroyieren wollen, als Wunsch nach sexuellem Kontakt mit jemand anderem interpretiert. Als ob Freiheit gleichbedeutend wäre mit Promiskuität! Diejenigen, die solches unterstellen, wissen anscheinend gar nicht, was Freiheit wirklich ist, nämlich: sich der Fremdbestimmung entziehen. Übrigens: wenn ich wirklich treu bin, dann bin ich auch in Freiheit treu.
 
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  • #12
Also läuft sie jetzt allein, aber das hat sie ja eigentlich schon immer getan.
Ja, es gibt wohl leider zu viele Wiesen auf der Welt, als daß man eine reelle Chance hätte, einander auf einer solchen zu begegnen. Zumal man selbst im unwahrscheinlichen Fall des Zusammentreffens nie sicher sein kann, daß derjenige dann auch so gewisse selbstverständliche Werte wie Treue mit einem teilt. Ich wünschte, ICH wäre dieser Mann gewesen, ich bin nämlich sozusagen monopratal veranlagt (Pratum est ager herbis florens).
 
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  • #13
Da haben wir es wieder: die Sehnsucht nach Freiheit - die in diesem Fall nur die Freiheit ist, barfuß durchs taufeuchte Gras zu laufen, ohne Gezeter, ohne Vorwürfe, ohne "spinnst doch" - wird von jenen, die dem Partner ihr allzu enges Korsett aufoktroyieren wollen
Ja, das mag ja alles sein. Aber verstehe bitte auch, dass das für manche Frauen nunmal zu zimperlich und jammernd rüberkommt. Ein Kerl, der sich nach Freiheit sehnt, der lacht, wenn ich mich über sein Grasgelaufe lustig mache, und trägt mich zur Not ins Gras (blödes Beispiel, aber man kann sich schon vorstellen, wie es gemeint ist). Oder sagt mit schelmischem Grinsen, "Doch, das mache ich jetzt". Aber fügsam an meiner Seite leben, und sich schon mal heimlich nach einer lieberen Frau umsehen, die nicht so gemein zu ihm ist und ihn unterdrückt, brrr. Man möge bitte auch akzeptieren, wie das bei manchen Frauen ankommt. Nämlich schlecht. Genauso wie die ewige Rechtfertigerei, die in diesem Forum manche an den Tag legen. Leute, in einer Beziehung müssen einfach auch die Gefühle stimmen. Da kann sich ein sensibler Grasläufer noch so im Recht fühlen, ich laufe weg, zur Not barfuß durchs Gras!
 
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  • #14
Ein Kerl, der sich nach Freiheit sehnt, der lacht, wenn ich mich über sein Grasgelaufe lustig mache, und trägt mich zur Not ins Gras
In diesem Fall wäre die Freiheit ja auch nicht eingeschränkt, denn Du würdest Dich zwar lustig machen, aber das wäre eine durchaus ertragbare Konsequenz, zumal bei Leuten, die über sich selber lachen können. Nein, hier geht es schon um Menschen, die dieses "du spinnst doch" durchaus ernst meinen, und die auch auf das Alleingelassenwerden ziemlich übel reagieren, so daß einem wirklich keine andere Wahl bleibt als zu verzichten.
 
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  • #15
Man begegnet so selten einem Menschen, mit dem man glücklich werden kann. Wenn man ihn findet, sollte man nicht zögern, auch wenn man noch in einer unglücklichen Beziehung ist. Ich habe sofort aus meiner ersten Ehe zu meiner Frau gewechselt, ich glaube auch nicht, dass sie noch länger auf mich gewartet hätte. Es war gut so. Seit dem Wechsel bin ich glücklich, schon lange. Für den, der warm wechselt, ist die Umstellung des Lebens leichter als ohne neuen Partner. Ich kenne auch keine einzige Beziehung, die unter diesen Vorzeichen begonnen, nicht schon lange halten würde. Zuzugeben ist, dass es für den Anderen ziemlich schwer ist, weil er nicht nur die Trennung vom Partner - den er natürlich meistens auch nicht mehr liebt, der aber für Bequemlichkeit gesorgt hat - verarbeiten muss, sondern auch die Eifersucht und Einsamkeit. Es ist deshalb nicht "fein" dem bisherigen Partner gegenüber, für einen selbst aber gut.
 
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  • #16
Ich selbst habe auch warmgewechselt und es hält schon 3 jahre..

Ich glaube ob es hält oder nicht hängt nicht vom kalten oder warmen wechsel ab,.,,

Ich glaube nur das manche Menschen länger brauchen um mit etwas abzuschliessen oder zu sich selber finden etc...... bei anderen geht es eben schneller...

Es erinnert mich so ein bischen an das Thema "schnell mit jemand Sex haben oder warten.".

Auch hier gibt es keine Nachweise das Beziehungen länger halten wenn man nicht schnell miteinander ins Bett gegangen ist..