• #1

Frage an Väter/Männer

Hallo,

ich bin etwas verzweifelt und muss mich dringend mal jemandem anvertrauen, der evtl in einer ähnlichen Situation ist/war oder mich etwas aufbauen kann.

Ich habe ein paar Monate altes Kind, das ich über alles liebe, obwohl es kein Wunschkind war, und ihr Vater, mein Exfreund, es von Anfang an nicht bekommen wollte. Wir waren da schon am Ende unserer Beziehung (und es entstand trotz Verhütung).

Dementsprechend schwierig war es bereits in der Schwangerschaft, aber wir haben uns trotz vieler endloser steitereien irgendwie immer wieder zusammen gerauft, Baby Einkäufe zusammen erledigt, Vaterschaft anerkannt, er wollte sogar mit zur Geburt, was ich dann nicht mehr zulassen konnte nach einigen Vorfällen und auch jetzt, will er sein Kind sehen und hilft mir auch. Mal mehr, mal weniger, je nach Freizeit -Gestaltung (und zeigt Interesse.) Seiner Familie, die nicht hier lebt, hat er es erst vor kurzem erzählt, dass er ein Kind hat (ist das erste Enkelkind, alle vier Kinder bisher ohne Partner und Kinder). Von der Geburt hat er auch erstmal niemandem in seinem Umfeld erzählt.

Das Problem ist, dass ich einfach nicht damit klar komme, dass er immernoch immer mal wieder betont, dass er nicht das fühlt, was man für ein Kind fühlen sollte, weil er mich nicht mehr liebt und wir kein Paar sind und dass er aus diesem Grund keine Bindung und keinen Bezug zum Kind hat und auch nicht aufbauen kann. Er würde ja immer nur "wie ein fremder" für es bleiben, weil er es so wenig sieht und er nicht mit ihm zusammen wohnt. Wenn ich dann sage: ja aber du kannst es doch so oft und lange sehen wie du willst, zuckt er nur mit den Schultern und entgegnet dass er ja auch gar nicht so oft kommen will weil sein Leben weitergeht. ???!!!!!! Ich komme da einfach nicht mehr mit und es verletzt mich, mich selbst und auch für mein Kind einfach. Er nimmt es auf den Arm und füttert es, bringt es ins Bett und erzählt mir im Anschluss dass er es immernoch als Fehler bzw Unfall ansieht und dass auch angeblich seine Eltern das Kind nicht kennenlernen wollen, weil wir kein Paar sind und deshalb das Interesse nicht da sei und das Gefühl. Ich kapiere es einfach nicht.

Daher würde ich gerne mal eure Meinungen dazu hören, vor allem von Vätern / Männern? Wie soll ich mit diesem Verhalten bzw den Worten künftig umgehen und was glaubt ihr was dahinter steckt?

Ich danke euch

w, 29
 
  • #2
Ganz faule Nummer. Der Typ ist überfordert und hat keine Lust, wegen dem Kind jetzt auf Parties und Freizeit zu verzichten. Du hast jetzt schnell gelernt, daß du Dich auf ihn nicht verlassen kannst - also nimm ihn aus all Deinen künftigen Hoffnungen und Wünschen raus und organisiere Dir Dein Leben ohne ihn. Vereinbare feste Besuchszeiten, regele den Unterhalt - und erwarte nicht mehr.

Kennst Du seine Familie? Wenn sie normal nett sind, mache Fotos von Dir und dem Baby und schicke es ihnen mit einem netten Brief. Ich kann mir nicht vorstellen, daß sie sich nicht trotzdem freuen - zumal sie Dich doch kennen und es das erste Enkelkind ist! Vielleicht kommt Deine Schwiegermutter ja mal, um das Kind zu sehen. Würde ich auch noch normal finden.

Mein Kind ist im Kennlernprozeß entstanden aufgrund einer Verhütungspanne und der Vater liebt seinen Sohn heiß und innig und solche Sätze wie bei Dir habe ich von ihm noch nicht gehört.
 
  • #3
Was dahinter steckt ist ganz einfach. Er wollte das Kind nicht, und jetzt, wo es auf der Welt ist, will er es immer noch nicht.
Manche Männer sind zu diesem Zeitpunkt schon weg und warden nie wieder gesehen.
Er tut noch ein bißchen mit, formhalber. Wollen tut er nicht. Bis jetzt hat er keine Bindung entwickelt.
Wahrscheinlich wäre es besser für dich, wenn du deine Erwartungen an ihn jetzt herunterschraubst, weil du dich so nur selbst fertig machst. Dir war ja klar, daß du AE Mutter wirst, akzeptiere das jetzt bitte. Das ist für alle besser.
Lass ihn gehen (bis auf seine finanzielle Verpflichtung selbstverständlich), konzentriere dich auf dein Kind und auf dich. Und bitte glaube ihm endgültig, dass er dieses Kind nicht wollte.
 
  • #4
Danke. Es geht gar nicht um Erwartungen, die hatte ich irgendwann sowieso schon nach ganz unten und mich allein auf und über mein Kind gefreut. Es geht mir darum, dass ich die Widersprüche nicht verstehen kann und vor allem nicht, dass Großeltern und der Vater des Kindes die Bindung und liebe zum Kind von der Beziehung zur Frau abhängig machen. Das fällt mir schwer, versteht ihr? Es klingt vielleicht naiv und einfach, aber warum "der formhalber"? Er macht echt viel und ich kenne ihn, er sieht das Kind "verliebt" an, weshalb muss man dann solche Dinge sagen? Entweder man will es oder eben nicht. Er wollte es ja nicht, er müsste gerade gar nichts tun! Darum geht's. Nein, ich kenne seine Eltern nicht, wohnen zu weit weg, weiß also auch nicht ob deren Reaktion stimmt aus seinem Mund. Aber da wird er seine merkwürdigen Ansichten zum Thema Kindesliebe ja wohl herhaben... :-(
 
  • #5
Er nimmt es auf den Arm und füttert es, bringt es ins Bett und erzählt mir im Anschluss dass er es immernoch als Fehler bzw Unfall ansieht
Liebe Sofia98,

die Lage ist zugegebenermaßen blöd und dein Verletztsein sehr verständlich. An dem von mir zitierten Satz von dir sieht man aber deutlich, dass dieser Mann zerrissen ist.

Richtig ist ganz sicher, wenn du dich unabhägig vom ihm orientierst. Lass ihm, wenn es geht, trotzdem Zeit und Gelegenheit, evtl eine Bindung zu seinem Kind zu entwickeln - denn es ist und bleibt auch sein Kind und es ist nun mal am Leben, das ist die Realität. Kleine Kinder haben manchmal eine erstaunliche Kraft, mit ihrem hilflosen Dasein Menschen weicher zu machen, Gefühle hervorzulocken. Ich denke, in diesem Prozess steckt er.

Das mit dem Fotos und dem Brief für die Familie des Vaters finde ich auch eine gute Idee. Wenn du auf diese Weise offen reagierst, hast du deinen Teil getan - und auch dort kann sich vielleicht zugunsten deines Kindes eine Gefühlsregung ausbreiten und wachsen. Auch "getrennte Großeltern" sind Großeltern....wichtig für ein Kind!

Dir alles Liebe!
 
  • #6
Ich denke da steckt erstmal sehr viel Unsicherheit dahinter!

Aus meinem Umfeld kenne ich auch Männer, die ungeplant Väter wurden und keinerlei Kontakt zu dem Kind haben und haben wollen. Diese zahlen nur. Natürlich kann es darauf hinauslaufen und du kannst ihn nicht zum Umgang zwingen.

Ich selbst hatte auch vor 3 Jahren diese Probleme, da mich meine schwangere Frau, jetzt EX Frau während der Schwangerschaft betrogen und belogen hat. Ich wusste auch nicht wie ich zu unserem zweiten Kind jemals eine Bindung aufbauen kann.

Dazu habe ich erstmal einen Vaterschaftstest machen lassen, damit überhaupt klar war das sie mein Kind ist und auch meine Eltern als die Großeltern ihr Enkelchen überhaupt akzeptieren können. Dafür mussten berechtigte Zweifel ausgeräumt werden.

Dann hatte ich nach der Trennung auch genug mit mir zu tun und musste mein Leben erstmal ordnen. Als sie dann geboren wurde, war ich bereits ausgezogen und wollte auch den Kontakt zu meiner Ex Frau auf ein Minimum redzuieren. Nur meinen Großen abholen und schnell abgeben. Mich nicht in den Räumen dort aufhalten. Ich habe dann meine Kleine manchmal ganz kurz gesehen, wenn sie gerade wach war. War mal mit ihr im KInderwagen spazieren, aber da schlief sie auch.
Mir viel es schwer dort Gefühle aufkommen zu lassen und eine Bindung zu ihr aufzubauen. Ich habe mich immer wieder gefragt wie ich das schaffen soll.

Da die Kinder jedoch wachsen und größer werden, selbst einige Zeit ins Land geht, regelt sich vieles von allein. Als sie bisschen sprechen konnte und ich etwas mit ihr anfangen, spielen konnte hat sich die Bindung von ganz allein entwickelt.

Jetzt nach 3 Jahren kann ich kaum die Wochenenden erwarten und freue mich auf meine Kinder. Meine Kleine ist ein süßer Schatz. Natürlich hat sie auch auf ihre eigene Art dafür gesorgt, dass ich eine Bindung zu ihr bekommen habe. Wenn sie mir sagt sie hat mich lieb, dann schmelze ich dahin.

Die Zeit wird zeigen wie es sich entwickelt. Zwinge ihn zu nichts, ermögliche ihm immer den Kontakt auch wenn du jetzt anfangs schwer enttäuscht bist von ihm.

M,37
 
  • #7
Hallo Sofia,

ich bin die Frau eines Mannes, der aus der ersten Ehe einen Sohn hat, den er nicht wollte, von einer Frau, die er nie liebte.
Er hat seit 25 Jahren keinen Kontakt zu ihm, keinerlei Interesse an ihm, keine Vatergefühle, nichts.
Ich kenne meinen Mann sehr gut. Es ist tatsächlich so. Und er ist ein sehr kluger, feinsinniger und sensibler Mann, kein gestörter Eisklotz.

So etwas gibt es tatsächlich.
Kathrin
 
A

Ares

  • #8
Aus männlicher Sicht: das Baby entstand am Ende der Beziehung, es gab reichlich Streitereien.
Du hast im die Teilnahme an der Geburt untersagt, die für ihn sicher sehr wichtig gewesen wäre, um Kontakt aufzubauen. Damit hast Du schon demonstriert, wer entscheidet, wann und wie ein Kontakt stattzufinden hat. Jetzt wunderst Du Dich, dass "er" die Beziehung zum Kind von Dir als Mutter abhängig macht? Ich wundere mich nicht. Selbst in bestehenden Beziehungen ist die Mutter meist "näher am Kind". Er muss immer zu Dir zu Besuch kommen, wenn er das Kind sehen will.
Du könntest ihm sicher helfen, indem er auch mal alleine zuständig ist, sei es am Wochenende oder während Urlauben. Indem er vielleicht erstmal bei Dir übernachtet und mit zuständig ist, um sich daran zu gewöhnen.
 
  • #9
Du hast im die Teilnahme an der Geburt untersagt, die für ihn sicher sehr wichtig gewesen wäre, um Kontakt aufzubauen. Damit hast Du schon demonstriert, wer entscheidet, wann und wie ein Kontakt stattzufinden hat.
Quatsch. Bei der Geburt geht es erst mal um die Mutter, die hat genug zu tun und muss sich nicht auch noch um die Befindlichkeiten des KV kümmern.
Dass das Geburtserlebnis irgendwas an der Situation geändert hätte, glaube ich nicht.
Liebe FS, die Widersprüchlichkeiten, die du ansprichst - mach dir darüber keine Gedanken mehr. Es ist seine Angelegenheit, die zu klären. Vielleicht hat er enorme innere Konflikte zu dem Thema, oder auch zu vielen anderen Dingen in seinem Leben. Er klingt sehr unausgereift.
Vielleicht wird dein Kind in 20 Jahren ein tolles Verhältnis mit ihrem Vater haben. Auch nicht mehr deine Sache.
 
  • #10
Ähm, Moment mal, die Geburt habe ich nicht einfach so "untersagt", er hat sich nicht darum gerissen und ich habe sie erst "untersagt" als er mich hochschwanger im Hochsommer wochenlang ignoriert hat und zum Gebietsteilen dann einen Urlaub gebucht hat von drei Wochen mit dem Kommentar "ich soll immer Plan B parat haben, weil er sich mit seiner Planung nicht nach dem Termin des Kindes Richtet" und nach massiven streitereien und Beleidigungen und Drohungen. Würdest du gerne mit jemandem entbinden, auf den du nicht nicht verlassen kannst und der das Kind überhaupt nicht will? Eine Geburt ist was schönes und sehr intimes. Achja: du hast nicht richtig gelesen, seit Geburt zieht er das Kind quasi mit auf, ich habe zu jeder Stunde die Tür für ihn geöffnet, er ist da und übernimmt auch Nächte, macht alles mit dem Kind - vorausgesetzt er hat nix "besseres" vor. Ich habe alles gegeben und er macht wie schon gesagt, recht viel, und deshalb bin ich so irritiert von seinen Sätzen und widersprüchlichen und gemeinen Aussagen zu mir, während er das Kind auf dem Arm hat!!!!

@Kathrin; danke dir. Ja, das mag es geben, finde ich trotzdem ganz schlimm und würde mich fragen was da los ist...
 
  • #11
Du hast im die Teilnahme an der Geburt untersagt, die für ihn sicher sehr wichtig gewesen wäre, um Kontakt aufzubauen.
Nicht dein Ernst, oder?
Die Frau soll sich also in diese hochsensible Lage mit einem Mann begeben, mit dem es in letzter Zeit nur noch Auseinandersetzungen gab und ist schuld daran, dass er Probleme hat, eine Bindung zu dem Kind aufzubauen, weil sie das nicht wollte?

Die Männer früher waren auch nicht mit im Kreißsaal und liebten ihre Kinder trotzdem ...
 
  • #12
Sehr traurig, dass die Männer eine bequeme Wahl haben (emotional), die Frauen aber die A***karte haben. Die Kerle sollen sich mal zusammenreißen und Eie*r in der Hose haben wenn es um Verantwortung und nicht ums Zeugen geht! Denn dazu gehören Frau UND Mann! Und eine emotionale Vernachlässigung väterlicherseits ist schädlich fürs Kind. Aber das geht denjenigen offenbar am Pöter vorbei. Arm... sie würden aufschreien, wenn das so mit ihnen gemacht worden wäre. Aber naja, dann müssten sie ja auf sooo vieles verzichten... Partys, Weiber, Freiheiten... ich könnte speien, wenn ich sowas selbstgefälliges lese.

29,w und nie einen Vater mit Eiern in der Hose gehabt
 
  • #13
Hallo, Sofia,
meine Kinder sind schon erwachsen, aber ich habe sie über eine lange Zeit alleine großgezogen, und habe mich damals über das Verhalten des Vaters sehr gewundert, weil ich daraus überhaupt nicht schlau wurde. Es war etwas anders gelagert als bei Dir, aber meine wesentliche Erkenntnis zum Umgang mit der Situation möchte ich Dir schreiben, denn vielleicht hilft es Dir.
Aus meiner Erfahrung lege ich Dir ans Herz, Dir klarzumachen, dass Du die Mutter bist, und deshalb für die Mutter-Kind-Beziehung verantwortlich bist. Er ist der Vater, und die Vater-Kind-Beziehung ist seine Verantwortung. Du als Mutter bist für die Vater-Kind-Beziehung nicht verantwortlich - außer, dass Du sie ermöglichen solltest, im Sinne des Kindes. Du könntest diese Verantwortung auch gar nicht wahrnehmen.
Seine Zerissenheit ist nicht Dein Thema, sondern seins. Er muss das für sich lösen. Mit den Folgen muss das Kind leben - wir alle müssen mit unserer Vater-Kind-Beziehung (auch unserer Mutter-Kind-beziehung) leben ;).
Mit den Folgen der Mutter-Kind-Beziehung und der Vater-Kind-Beziehung muss das Kind leben - wir alle müssen uns irgendwann mit unseren Eltern auseinandersetzen ;).
Dein Thema ist es, wie Du dem Kind ein geborgenes Aufwachsen ermöglichen kannst, und wie du den Rahmen für den Vater schaffen kannst, die Vater-Kind-Beziehung zu gestalten.
Alles Liebe, und ich hoffe, du hast viel Unterstützung in deiner Herkunftsfamilie und/oder von Freunden.
w/55
 
G

Ga_ui

  • #14
Der Mann kann keinen besonderen Bezug zum Kind aufbauen, weil er es zu wenig sieht, auch vermutlich nicht bei der Geburt dabei war und die Hürden des Alltags nicht erlebt. Er ist mit dem Kind auf einem ganz anderen Level als du.

Hinzu kommt, dass es kein Wunschkind ist. Wenn du einen Mensch über 30 zu etwas verpflichtest, das er nicht selber möchte, dann kann er wirklich durchdrehen und dir auch zeigen, wie rum der Hase läuft.

Tatsache ist, er lebt sein Leben jetzt weiter, irgendwann mit einer neuen Frau. Eure Beziehung war zu Ende. Was gibt es da zu meckern? Oder war es vielleicht doch Absicht, schwanger geworden zu sein? Das machen Frauen ja gerne, um den Partner am Ende doch noch zu halten.

Er kann nicht für dich da sein und er wird nicht immer mit dir einkaufen gehen können oder später auch mit dem Kind Dinge zusammenzumachen.

Es gibt keinen Rat mehr. Ihr macht es zusammen doch ganz gut, er ist sogar mit dir einkaufen gegangen. Die meisten Männern würden einfach abhauen und dich im Regen stehen lassen. Aber in Zukunft heißt es, du wirst ganz schnell erwachsen werden müssen und lernen, dass du jetzt auf dich alleine gestellt bist.
 
  • #15
Liebe Sofia,
wie alt bist Du, wie alt ist der Vater? Sollte 98 Dein Geburtsjahr sein, wärst Du ja noch sehr, sehr jung. Aus Deinen Zeilen spricht vor allem die Sorge, dass Dein Kind oder Du in einigen Situationen allein dastehen könnten, ein Beschützer fehlt. Und Du hast recht, es ist schon toll, wenn es einen liebevollen oder zumindest zuverlässigen Papa gäbe.

Ich weiß, dass manche Männer zu Babies nicht so den Draht haben, zu süßen, frechen Kleinkindern oder Schulkindern jedoch enge Bindungen entwickeln können. Wie auch immer, denk daran, Du wirst in Deine Rolle wachsen, vielleicht einen anderen Mann finden, der sich gern um Dich und Dein Kind kümmert, vielleicht braucht der leibliche Vater auch ein bisschen Zeit. Erzwingen kannst Du nichts. Dass er bei der Geburt nicht dabei war ist schade, aber nicht zu ändern. Viele Wege führen nach Rom, also immer schön locker bleiben;-)))

Scheue Dich nicht, Dir Unterstützung zu holen, ein Netzwerk an Freunden, Familie und anderen aufzubauen. Es gibt in manchen Städten "Ersatz-Großeltern - Börsen", also ältere Leute, die selbst Großeltern sind, ihre Enkel aufgrund räumlicher Distanz nicht sehen können. Vielleicht ist da ein prima Opa dabei mit ner lieben Oma dazu, wenn es mit den eigenen nicht so gut klappt. Auch Angebote der Kirche oder karitativer Einrichtungen könnten helfen, es gibt Verbände für Alleinerziehende. Vielleicht hast Du hilfsbereite Nachbarn, sprich sie einfach an, wenn Du Hilfe oder einen Rat brauchst. Setze den leiblichen Vater auf keinen Fall unter Druck, Gefühle kann man nicht erzwingen. Bau Dir und Deinem Kind Stück für Stück ein glückliches, eigenständiges Leben auf, mit oder ohne enger Papa-Bindung. Wenn Dein süßer Fratz sich gut entwickelt, warum sollte der Vater ihn nicht später doch noch in sein Herz schließen?
 
  • #16
Ich habe eine ganz ähnliche Geschichte erlebt- der Vater meines Sohnes wollte auch kein Kind, will es immer noch nicht, auch nicht sehen. Wir haben oft darüber gesprochen, nicht nur im Streit-, und so wie ich ihn verstanden habe, ist es die Ohnmacht gewesen, die er fühlte als ich mich für das Kind entschieden habe. Er fühlte sich übergangen, in seiner Freiheit beschnitten, fühlte sein Vertrauen missbraucht, weil ich ihm mit der Entscheidung dafür "das ganze Leben verbaut habe"(O-Ton). Ich würde dir also raten, abzuwarten. Binde ihn ein, wenn er das möchte. Unsicher wird er sein, vielleicht etwas Angst vor der eigenen Courage haben. Ich wünsche euch viel Glück und gutes gelingen ;)
seine Eltern habe ich übrigens auch informiert, ich kannte/kenne sie auch nicht, aber sie haben sich sehr über Bilder und Briefe gefreut. Alles Gute für euch!
 
  • #17
Ich habe 2x mal in meinem Bekanntenkreis erlebt dass Männer ohne es zu wollen, zu Vätern gemacht wurden.
Beide Beziehungen waren sehr schlecht als die Schwangerschaft entstand. Das auch der Mann verhüten kann scheint nicht immer bekannt zu sei, ebenso wenig scheinen manche Männer noch nie davon gehört zu haben dass ihnen einfach ein Kind angedreht wird (Ego der Frau) oder als Beziehungsrettungsversuch. Mir persönlich ist es unverständlich das man sich nur noch streitet aber trotzdem noch ins Bett hüpft - meine Meinung aber das war nicht die Frage.
In einem Fall hat der Vater noch nie Kontakt zum Kind gehabt, er ist sogar abgetaucht.
Im anderen Fall hat er es noch versucht aber es ist gescheitert. Der Sohn ist inzwischen gross aber der Kontrakt ist praktisch Null, zumal der Mann inzwischen eine Wunschfamilie hat und dies mit der Frau, die er wirklich liebt - und er ist ein rührender Vater, übrigens. Er bezahlt noch für den grossen aber wohl auch eher, damit er keinen Kontakt zur Ex haben muss.
Du wolltest das Kind, nun ist es deines. Wenn sich der Vater ändert, dann freu dich für dein Kind. Aber warte nicht drauf.....
 
  • #18
Noch eine Anmerkung von mir: Einige Männer können mit Babies rein gar nichts anfangen. Das war auch bei mir so. Erst als der Kleine ungefähr eineinhalb bis zwei Jahre alt war und er, als er mit dem Kind auf dem Schoß Straßenbahn fuhr und das Kind alle Mitfahrer durch sein Lächeln in die Knie zwang, ist so was wie Vaterstolz in ihm gewachsen (seine eigene Aussage!)
Der Vater Deines Kindes bemüht sich immerhin, zolle ihm dafür Respekt und warte mal ein paar Monate ab.
 
  • #19
Zu. ..Der Mann war bei der Geburt nicht dabei :
Das ist kein Showroom!
Jemand der sich vorher so benommen hat wäre unter meinem Schmerzadrenalin ko gegangen, wenn er bei mir einen Blick Richtung : wo kommt denn das Köpfchen...gewagt hätte.

Wenn ich die FS richtig verstehe, gibt es eine ungewöhnliche Diskrepanz zwischen Worten und Taten.
Er handelt liebevoll und zerstört das mit Worten.
Guckt seine Tochter verliebt an um der FS danach mitzuteilen, dass sie sich "nichts einbilden soll".
Nimm was er gibt, bauen nicht auf ihn...
Für Deine Nerven solltest Du ihm ggf eine verbale Grenze ziehen.
Er hat es oft genug erwähnt, Du hast es verstanden und jetzt möchtest Du diese Sprüche einfach nicht mehr hören!
Er darf sich gerne um die Maus kümmern und es verbal mit Dieter Nuhr halten.
 
  • #20
Danke für viele hilfreiche antworten und Erfahrungen. :)

Schade - auch viele unsinnige Kommentare dabei, von Männern die wohl nicht richtig mitlesen wollten vor dem kommentieren. In keinster Weise habe ich "gemeckert", dass er zu wenig macht, im Gegenteil. Von meckern ist hier nicht die rede und übrigens auch nicht davon, wie mein Kind entstand. ;-)

Ich bin 29, der Vater 37. mein alter steht auch in meiner Frage und nein, auch darum geht es nicht - ich habe ein tolles Netzwerk und Hilfe Uhr fühl mich gut und nie allein, aber danke. :)

Es ging mir hier einfach nur um seine heftigen Kommentare, widersprüchlich zu seinem Verhalten. Er hilft recht viel mit und es wird besser sogar. Ich habe nur einfach diese teilweise heftigen Aussagen von ihm so satt, während er bei uns ist (freiwillig). Also bitte richtig lesen, danke :)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #21
Das ist unzumutbar für Dich, noch mehr aber für das Kind. So etwas kenne ich gar nicht. Abgesehen davon, dass der Vater des Kindes Dich vermutlich anfangs geliebt hat, obwohl das Kind für ihn sicher nicht geplant war, hat die Liebe zum Kind doch nichts mit den Gefühlen für die Frau zu tun. Meine Exfrau ist im ersten Monat der Affäre (!) schwanger geworden. Geliebt habe ich sie nie, ohne Schwangerschaft natürlich auch nie geheiratet, aber das Kind habe ich schon vor der Geburt geliebt. Das ist natürlich leichter, wenn man in der Nähe des Kindes ist.
 
  • #22
Geht gar nicht. Zumindest sollte man die Verantwortung übernehmen. Aber ist aus der Distanz schwer zu beurteilen.
Vielleicht als Strohhalm: Manche Männer tun sich schwer mit ganz kleinen Kindern eine Bindung aufbauen. Das mag sich verbessern wenn die Kleinen älter werden und irgendwie "manngerecht" kommunizieren können.
 
  • #23
Es ging mir hier einfach nur um seine heftigen Kommentare, widersprüchlich zu seinem Verhalten. Er hilft recht viel mit und es wird besser sogar. Ich habe nur einfach diese teilweise heftigen Aussagen von ihm so satt, während er bei uns ist (freiwillig).
Liebe Sofia98,

du hast jedes Recht der Welt Dir diese Kommentare zu verbitten! Er würgt Dir seine Selbstreflexionen vor die Füße und Du sollst sehen, wie Du damit klarkommst. Das kann es ja nicht sein! Sag ihm beim nächsten Mal, dass Du in Deinem Haus solche Äußerungen nicht hören willst: 1. weil sie Dich verletzen und
2. weil Du genug eigene Sorgen und Probleme hast und er seine bitte selber lösen muss. Denn genauso ist es: es ist sein innerer Konflikt, dass er keine Vatergefühle empfindet. Er muss das für sich selbst bearbeiten. Vermittle ihm, dass Du ihm dabei nicht helfen kannst und es auch nicht willst. Deine Aufgabe ist es, wie Du ja richtig erkannt hast, Deinem Kind Vaterkontakte zu ermöglichen. Für das Seelenleben des Kindsvaters kannst Du nichts und bist Du auch nicht zuständig!
 
  • #24
Schwangerschaft und Beziehungsende bzw. Trennung und gemeinsames Kind sind jetzt nicht unbedingt zwei Situationen, die gut zueinander passen.

Dass diese Konstellation nicht gelegen kommt und Konfliktpotenzial birgt, sollte nicht überraschen.
 
  • #25
Er möchte am Liebsten mit dir nichts mehr zu tuen haben. Wahrscheinlich hat er eine mehr oder weniger irrationale Angst, dass du ihn über das Kind doch noch an dich binden möchtest. Das will er nicht.
Auf der anderen Seite steht seine (Mit)Verantwortung für das Kind. Er könnte schon eine Bindung zum Kind aufbauen, kämpft allerdings dagegen an weil er keine Bindung zu dir möchte.
Wahrscheinlich sieht er sich auch als benachteiligt auf dem Partnermarkt da. Welche andere Frau will schon einen Mann mit einer Ex und Baby. Daran gibt er dir die Schuld.
Bei einer anderen Frau wäre er sicher ein guter und liebevoller Vater, aber nicht bei dir.
Ob sein Verhalten nun gut oder schlecht ist, möchte ich nicht beurteilen. Trenne bitte Wertung von Erklärung seines Verhaltens.

Wie stellst du dir den die nächste Jahre vor?
Möchtest du noch 'glückliche' Familie?
Mit ihm oder einen anderen Mann?
 
  • #26
Ich möchte nur dass mein Kind und ihr Vater eine Beziehung haben, die ich ermögliche. Ich habe ihm auch nie das Gefühl gegeben dass ich ihn mit diesem Kind halten oder wieder haben will. Hatte damals sogar schon jemanden kennengelernt und dann gemerkt dass ich schwanger bin. Natürlich strebe ich für mich selbst auch eine neue Beziehung an, wenn das Kind nicht mehr so klein ist und es passt. Wir verstehen uns wie gesagt gut, er bringt nur immer wieder solche Sprüche während er bei uns ist und er ist derjenige, der was zu dritt unternehmen möchte, anstatt das Kind allein zu nehmen, er hat es nur allein Wenn ich ausgehe und er der sitter ist.
 
  • #27
Dann will er eine Beziehung mit dir ?
Du willst keine Beziehung mit ihm ? Dann könnte sein Verhalten gekränkte Eitelkeit sein.
Vielleicht passt es ihn ganz einfach nicht, dass du versuchst zu bestimmen wie das Verhältnis zu dir und euren Kind auszusehen hat.
Hast du den mal mit ihm besprochen wie es mit euch dreien weitergehen soll?
Hast du ihn deine Zukunftsvorstellungen für dich und euer Kind mitgeteilt.
Mir scheint, dass du alles bestimmen möchtest und er eher hilflos agiert.
Vielleicht will er keine enge Beziehung zu seinen Kind, da er davon ausgeht, dass du über kurz oder lang einen Partner haben wird und er dann aussenvor steht.
 
  • #28
Es gibt Männer, die - ganz egal, wie die Beziehung zur Mutter aktuell ist - um den Kontakt zu ihren Kindern kämpfen würden, sprich, die sie lieben, einfach weil sie ihre Väter sind.
Es gibt Männer, die finden auch Babys klasse, und solche, die erst Zuneigung entwickeln können, wenn das Kind schon ein bisschen größer ist.
Und - leider - es gibt Männer, denen ihre Kinder egal sind, sprich, die sie nicht lieben, wiederum unabhängig davon, wie ihre Beziehung zur Mutter steht.
 
  • #29
Er will keine Beziehung mit mir. Gehalten hat es nicht, weil er nie ganz sicher war ob ich die "richtige" bin für ihn. Dann haben wir uns mehr weniger einvernehmlich getrennt, ansonsten hätte ich oder er es eben beendet. Wir haben schon lange und oft über die Zukunft geredet, ich wollte zum Beispiel am liebsten natürlich feste Besuchszeiten, zu denen er nicht bereit war, weil er sagt er möchte sowie davor frei seine Freizeit planen können, schließlich wollte er das Kind nicht, ich bin ihm da entgegen gekommen, er sieht nun sein Kind, wann er will und "kann", auch mit Unterhalt bin ich entgegen gekommen und und und, also im Prinzip kann du gerade wie er will, und deshalb auch Verhältnis aufbauen oder nicht aufbauen - ich stehe null im Weg und ich bestimme auch rein gar nichts, alles in der Hoffnung dass er mehr Bindung bekommt. Manchmal sagt er sogar, er zieht in ein anderes Land oder geht sogar nach 15 Jahren in sein Heimatland zurück. Im Prinzip passen seine Aussagen nicht zu seinen Taten. Dass wir beide noch Gefühle füreinander haben, haben wir uns auch gesagt, von seiner Seite aus, aber nicht genug, sagt er. Und ich wäre im nach wie vor "zu jung" (9 Jahre jünger). Sehr verwirrend alles. Auf neue Männer Bekanntschaften reagiert er relativ eifersüchtig. Ich würde es inzwischen sogar nochmal versuchen mit ihm weil es wirklich, bis auf diese Kommentare von ihm, super ist, wenn wir zu dritt sind. Aber ich nehme ihn, wie gesagt, nicht ein, oder bestimme. Das würde nicht klappen, er weiß, die Tür zum Kind steht offen.
 
  • #30
Er will keine Beziehung mit mir. Gehalten hat es nicht, weil er nie ganz sicher war ob ich die "richtige" bin für ihn. Dann haben wir uns mehr weniger einvernehmlich getrennt, ansonsten hätte ich oder er es eben beendet. Wir haben schon lange und oft über die Zukunft geredet, ich wollte zum Beispiel am liebsten natürlich feste Besuchszeiten, zu denen er nicht bereit war, weil er sagt er möchte sowie davor frei seine Freizeit planen können, schließlich wollte er das Kind nicht, ich bin ihm da entgegen gekommen, er sieht nun sein Kind, wann er will und "kann", auch mit Unterhalt bin ich entgegen gekommen und und und, also im Prinzip kann du gerade wie er will, und deshalb auch Verhältnis aufbauen oder nicht aufbauen - ich stehe null im Weg und ich bestimme auch rein gar nichts, alles in der Hoffnung dass er mehr Bindung bekommt. Manchmal sagt er sogar, er zieht in ein anderes Land oder geht sogar nach 15 Jahren in sein Heimatland zurück. Im Prinzip passen seine Aussagen nicht zu seinen Taten. Dass wir beide noch Gefühle füreinander haben, haben wir uns auch gesagt, von seiner Seite aus, aber nicht genug, sagt er. Und ich wäre im nach wie vor "zu jung" (9 Jahre jünger). Sehr verwirrend alles. Auf neue Männer Bekanntschaften reagiert er relativ eifersüchtig. Ich würde es inzwischen sogar nochmal versuchen mit ihm weil es wirklich, bis auf diese Kommentare von ihm, super ist, wenn wir zu dritt sind. Aber ich nehme ihn, wie gesagt, nicht ein, oder bestimme. Das würde nicht klappen, er weiß, die Tür zum Kind steht offen.
Er will eben seine maximale Unverbindlichkeit betonen, und das ständig. Dass du dich darauf einläßt ist traurig und ein bisschen armselig. Ich hoffe du wirst deinem Kind ein besseres Vorbild sein als die Augen weiterhin so beharrlich vor einer Realität verschliessen, die doch ganz offensichtlich ist. Wie lange willst du noch hoffen?
Führe dein Leben endlich unabhängig von ihm, bestehe auf die gesamten finanziellen Verpflichtungen, die er seinem Kind gegenüber hat, nämlich nicht DIR! Es geht jetzt um dein Kind, nicht mehr um dich. Es steht dir überhaupt nicht zu, auf die finanziellen Ansprüche deines Kindes zu verzichten! Informiere dich darüber beim Jugendamt, um Himmels Willen.
All dein Hoffen und Entgegenkommen wird daran nichts ändern. Sei eine stärkere Mutter als du bisher demonstriert hast.