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  • #1

Frau Ende 30 mit Kinderwunsch - hoffnungsloser Fall?

Bin Ende 30 und seit gut sechs Jahren Single. In dieser Zeit gab es einige Male Beziehungsversuche, aber leider hat es nicht geklappt. Davor war Partnersuche und Partnerschaft nie ein Problem.
Hatte schon immer und habe immer noch einen Kinderwunsch. Das heißt jetzt nicht, dass ich auf Biegen und Brechen die Partnersuche forciere und den Männern liebestoll auf´s Dach steige. Aber ich weiß eben, wen und was ich will.
Das Problem ist aber nun, dass ich auch nicht jünger werde, nicht weiß ob und wann ich wieder einen passenden Partner finde. Seltsamerweise hat sich in meinen Singlejahren im RL so gut wie kein Mann für mich interessiert. Online war der Zuspruch ganz ok, aber je älter ich werde und mit meinem Kinderwunsch, nimmt das Interesse immer mehr nach.
Nun denke ich darüber nach mich künstlich befruchten zu lassen. Ich finde das zwar nicht optimal und hätte es gerne anders, aber ich kann ja nichts erzwingen. Und: die biologische Uhr tickt einfach...
Das wurmt mich ganz schön: einerseits, dass mich anscheinend kein interessanter Mann mehr gut findet, andererseits der Druck mit dem Kinderwunsch.
Kennt ihr diese Situation? Findet ihr den Plan mit der Befruchtung unmoralisch?
Die Vorstellung den Rest meines Lebens alleine zu verbringen, finde ich sehr befremdlich.
 
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Gast

  • #2
Ich finde es nicht unmoralisch, aber das Leben als alleinerziehende Mutter ist alles andere als leicht.
Und einen Partner zu finden ist dann erst recht schwierig.

So richtig kann ich dir nicht raten, ich bin wahrscheinlich dafür auch nicht die Richtige.
In meinem ganzen Leben zu keinem einzigen Zeitpunkt wäre ich auf die Idee gekommen, ein Kind geplant zu bekommen, ohne einen Partner zu haben.
 
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Gast

  • #3
Nein, ich finde es ganz und gar nicht unmoralisch, wenn eine Frau mit Ende Dreißig an künstliche Befruchtung denkt, wenn kein passender Mann für Familiengründung in Sicht und der Kinderwunsch groß ist. Mit Ende 30 tickt die biologische Uhr nun mal sehr laut und ich habe auch Verständnis dafür, wenn man keine "alte" 40+-Mutter werden möchte.
Es gibt andere Frauen, die in diesem Alter einfach mit dem Nächstbesten ins Bett gehen, sich schwängern lassen und den Mann danach nie wiedersehen, nach dem Motto "Hauptsache schnell noch ein Kind!" . Das finde ich viel unmoralischer, außerdem gefährlicher noch dazu (HIV oder andere Geschlechtskrankheiten).
Bei einer künstlichen Befruchtung kannst du wenigstens sicher sein, dass der Mann, der das Sperma gespendet hat, keine Krankheiten hat.
Allerdings weiß ich nicht, ob du bei der spießigen deutschen Gesetzgebung als alleinstehende Frau diese Möglichkeit nutzen kannst. Andere Länder sind da viel liberaler, auch was Leihmutterschaft oder so betrifft - sogar das katholische Spanien oder die sonst so prüden USA. Dei deutsche Gesetzgebung müsste da echt dringend mal reformiert werden.
 
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Gast

  • #4
Es gab schonmals Threads zu so einem Thema hier im Forum.
Da wurde zur künstlichen Befruchtung geraten oder zur Partnersuche, wo der andere Part schon Kinder mitbringt. (Je nachdem, ob man lieber eigenes Kind oder sowas wie eine Familie möchte).
Ich fand die Vorschläge ganz gut.

In meinem privaten Umfeld hat es sich auch ergeben, dass eine Single-Frau sich künstlich befruchten ließ, einfach weil der Partner fehlte.
Es hat geklappt und sie ist glücklich mit der Entscheídung.
Verwerflich finde ich das nicht.

Allerdings sollten einem die Konsequenzen tatsächlich bewußt sein und man auch damit leben bzw. diese ausgleichen können. Ohne Partner ist es bestimmt nicht leichter, ein Kind großzuziehen.
 
  • #5
Ein Kind ist kein Ersatz für einen fehlenden Partner.
Als Alternative vielleicht im ersten Moment denkbar, aber nicht von Dauer. Später vermisst man dann doch einen Partner, trotz Kind ?

Von was will die FS als alleinerz. Mutter leben, wenn sie wg. Schwangerschaft und Kind nicht mehr arbeiten kann ?

Ich habe sogar als Mann Verständnis, wenn eine Frau sich sagt: Wenn schon keinen Partner, dann wenigstens ein Kind.
Oder wenn es für die Frau nicht zum aushalten wäre, lebenslang kein Kind gehabt zu haben.
Aber ein Kind ohne Partner ist nicht dasselbe, wie mit Partner.

Mit dem Kinderwunsch sollte man vorsichtig sein, bei der Partnersuche. Wer das zu früh äußert, schlägt die Männer damit in die Flucht.
Besser einen Partner suchen, und eine erste Beziehung aufbauen, der dann den vorgetragenen Kinderwunsch aushält.
 
  • #6
Hallo FS

"Die Vorstellung den Rest meines Lebens alleine zu verbringen, finde ich sehr befremdlich. "

Zunächst werde dir klar, ob ein Kind das Richtige für dich ist weil nur, um nicht allein zu sein ist ein Kind nicht deine Lösung, Du musst das Kind wollen, weil Du ein Kind willst.

Wenn du mal angenommen 38 bist und dir das zutraust, kannst du durchaus auch noch 2...3 Jahre nach einem Mann ausschau halten. Sie muss nur die Richtige sein, also nicht hoffnungslos.

m42
 
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  • #7
wenn Du ein Kind möchtest und es wirklich willst, machs. Es haben Frauen schon hochschwanger ihren neuen Partner kennengelernt.(Manche Männer reizt das sogar) und wie lange willst Du noch warten?

Ich habe gewartet, dann war "er" da (wollte sogar Kinder) und dann hatte er einen schweren Unfall. Er erkennt mich nicht mal mehr. Ich wünschte, ich hätte nicht gewartet.

W/47
 
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  • #8
Liebe FS, mein letzter langjähriger Partner wollte auch kein Kind mehr, womit er aber erst später rausrückte. Naja dann kam es zur Trennung. Ab da habe ich mir vorgenommen wenn ich keinen finde, der den Wunsch teilt, dann lasse ich mich künstlich befruchten. Dadurch habe ich mir den Druck rausgenommen, weil ich ja noch Plan B hatte. Aber siehe da Plan A hat geklappt, bin verheiratet (nach einem Jahr Beziehung) und kriege bald mein Kind. So schnell kann s gehen, Beziehungen fallen einem leichter weil man seine Mitmenschen durch Erfahrungen mehr einschätzen kann. Nur Mut, ich könnte mir ein Leben ohne Kinder auch nicht vorstellen!
 
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  • #9
Ich finde es nicht gut sich künstlich befruchten zu lassen, nur weil Du keinen Partner hast bzw. findest. Ein Kind braucht Eltern und zwar beide!!!!! Ich finde, dass es immer mehr um die eigenen Bedürfnisse geht und Kinder nur noch als Sache dafür dienen sollen. Das finde ich schrecklich. Nur um den Schmerz nicht zu fühlen, dass es vielleicht nicht klappt, wie vorgesehen im Leben, lässt man sich heute befruchten. Liebe Fs, überlege Dir diesen Schritt gut und auch die Verantwortung und die Konsequenzen. Und überlege Dir, wie es für Dich wäre ohne Vater.

[MOD Angriffe gelöscht]
 
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  • #10
Nr. 3 hat eine gute Idee gehabt!!! Du lässt dich künstlich befruchten und suchst Dir dann einen Mann, der vielleicht schon geschieden ist und Kinder hat oder der alleinerziehender Vater ist.

Ich denke, ein solcher Mann wird es auch akzeptieren, dass Du auf diesem Weg noch Mutter geworden bist.

Ich würde es an deiner Stelle machen. Es ist nichts verwerfliches daran. Du solltest Dich aber beeilen. Außerdem überleg ich jetzt auch, ob ich das notfalls in ein paar Jahren auch so mache. Du hast mich da auf eine Idee gebracht.. ich steh mit 34 nämlich auch allein da und es sieht nicht so aus, als ob sich das ändern wird.
 
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  • #11
Ich finde das völlig in Ordnung. Du kannst auch mit Kind dann noch einen Partner finden, das ist kein entweder... oder. Du bist in einem guten Alter und hast wahrscheinlich ein geregeltes Leben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du es hinterher bereuen wirst, ein Kind in deinen Armen zu haben.

Ich finde auch den Wunsch, nicht alleine zu sein, legitim. Das klingt erst einmal nicht so schön, und viele interpretieren es so, dass in dem Kind der Ersatzpartner gesehen würde. Das hat es aber nicht zu bedeuten. Viele Frauen haben den Wunsch, für ein Kind zu sorgen und fühlen sich sonst alleine und als würde etwas fehlen. Das heißt doch nicht, dass die keine gute Mutter sein können?

Du kannst dich doch einmal genauer informieren, das Ganze geht ohnehin nicht von heute auf morgen. Während du dich mit den Bedingungen beschäftigst, wirst du dir über deinen Willen sicherer werden.
 
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  • #12
Und überlege Dir, wie es für Dich wäre ohne Vater.
Ich bin froh, dass ich einen Vater habe, denn ich kenne und liebe ihn. Aber hätte ich keinen, wäre ich trotzdem froh zu leben. Oder ist das Leben ohne Vater nicht lebenswert? Ich denke, doch. Zumal es andere männliche Bezugspersonen geben kann, wie einen neuen Freund der Mutter oder einen Onkel.

Was die reine Abstammung angeht, gibt es "Yes-Spender", bei denen die Möglichkeit besteht, dass die Kinder sie mit 18 Jahren kontaktieren können. Die Spender entscheiden sich freiwillig dazu und die Mutter kann sich vorher überlegen, ob sie sich diese Option offen lässt oder einen anonymen Spender wählt.
 
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  • #13
Nein, bitte, das ist doch kein hoffnungsloser Fall! Im reifen Alter wissen die meisten ja auch besser, was sie wollen, da kann es recht schnell gehen, bis der geeignete Partner gefunden ist (in meinem Fall waren das 3 Monate, und sie ist Ende 30, älter als ich). Lasse doch einfach zu, daß er Dich findet, verkrampftes Suchen hilft da gar nichts. Ihr werdet Euch treffen und lieben lernen.

Sieh es doch einfach als Vorteil: du willst Kinder, viele jüngere Frauen wollen das noch nicht und suchen überhaupt keine feste Bindung. Da hältst Du bei einem Mann mit Kinderwunsch doch alle Trümpfe in der Hand.

M, 36
 
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  • #14
M 48, rein persönlich finde ich künstliche Befruchtung oder von einem halbwegs interessanten Mann schwängern lassen nicht unmoralisch.
Sicher hat man es als alleinerziehende Mutter nicht einfach, mit Ende 30, Anfang 40 können Sie aber auch mit Kind noch problemlos einen guten Partner finden
 
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  • #15
Künstliche Befruchtung ohne Partner ist nicht unmoralisch, es ist schlicht (und nichts darüber hinaus) ego-istisch.

Ein Kind hat Mutter und Vater. Manchmal passiert was, und ein Elternteil verschwindet. Natürlich kann das auch gut klappen. Aber einen Schicksalsschlag absichtlich provozieren ist ... - unmoralisch klingt zu sehr nach "naja, nicht so tragisch".

--Als Nebeninfo für Männer:--
--!Bei künstlicher Befruchtung kann die Frau den Mann trotzdem auf Unterhalt verklagen!--
 
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  • #16
Ich verstehe deinen Wunsche sehr! Als junge Frau, noch bevor ich den Vater meiner Kinder kennen lernte, wußte ich, dass ich Kinder haben wollte. Mit oder ohne Vater. Das ich ihn auch noch kennen lernen durfte und mit ihm diese Kinder in die Welt gebracht habe, war mein Glück. Aber warum solltest du auf das Glück eines Kindes verzichten? Nein! So lange du dir bewußt bist, dass es hier um einen Menschen geht, das du eine große Verantwortung auf dich nimmst und dass es in der Kindererziehung nicht immer nur Friede, Freude und Eierkuchen gibt, gehe diese Weg.
Sei egoistisch. Dein gutes Recht. Und wenn der Mann fürs Leben auch noch dazu kommt, der der dich liebt wie du bist und du ihn, dann wirst du mit ihm vlt. auch noch ein Kind haben :)

Viel Glück!!!
 
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Gast

  • #17
Künstliche Befruchtung ohne Partner ist nicht unmoralisch, es ist schlicht (und nichts darüber hinaus) ego-istisch.

Ein Kind hat Mutter und Vater. Manchmal passiert was, und ein Elternteil verschwindet. Natürlich kann das auch gut klappen. Aber einen Schicksalsschlag absichtlich provozieren ist ... - unmoralisch klingt zu sehr nach "naja, nicht so tragisch".
Und später alleine und frustriert dazusitzen, weil es fürs Kinderkriegen zu spät ist, ist dann besser, oder wie? Ganz ehrlich, hätte ich mit Ende 30 einen Kinderwunsch und es wäre kein passender Mann in Sicht, würde ich selbstverständlich an künstliche Befruchtung denken! Nichts ist schlimmer als depressive, kinderlose Frauen Mitte bis Ende 40, die verzweifelt nach einem Sinn im Leben suchen. Nein, bevor ich so ende, würde ich auf jeden Fall die Samenbank wählen.

Und eine gesunde Portion Egoismus hat übrigens noch niemandem geschadet, immer nur an andere zu denken bringt einen auf Dauer meistens nicht weiter. Jeder muss selbst schauen, wo er bleibt.
 
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  • #18
Hallo,FS
Sorry aber das hört sich für mich an"Ich will jetzt aber" und mit den Füßen aufstampfen.
Kinder sind toll,aber ein gewaltiger Einschnitt in das bisherige Leben.Man übernimmt eine
sehr große Verantwortung ohne Rückgaberecht und das in den meisten Fällen als "Paar".

Du solltest vielleicht mal etwas entspannter die Partnersuche angehen,denn nichts ist
abschreckender wie Frauen in Deinem Alter mit Kinderwunschgedanken.

Wieso in aller Welt müssen Frauen auf den letzten Drücker immer noch Mutter werden?

Auch wenn ich jetzt gesteinigt werde kommt mir im 21.Jhrd.nicht mit Evolution,Biologie oder
Selbstverwirklichungskacke.

Geh mal eine zeitlang ehrenamtlich in ein Kinderheim,ist nicht wirklich prickelnd aber die
Realität.

(M47)
 
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  • #19
Du bist jetzt Ende 30 - wenn dann muss du dich schnellstmöglich entscheiden. So älter man wird, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass die künstliche Befruchtung erfolgreich wird.

Du kannst das in fast allen Nachbarländern durchführen, sowohl in Holland, Tschechien als auch Dänemark ist die künstliche Befruchtung bei Singles und Lesben erlaubt. Nur in DE anscheinend nicht und den katholischen Nachbarländern, hab ich den Eindruck.

je älter die Frau ist, desto geringer die Erfolgschancen. Von daher solltest Du dich schnell entscheiden!

ich drück Dir die Daumen, dass es klappt!
 
  • #20
Liebe FS, ich kann Deine Gedanken gut nachvollziehen. Ich wollte immer Kinder, hätte ich dazu keinen Partner gefunden, wäre künstliche Befruchtung für mich auch eine Option gewesen. Mein Ex hat und hatte dann auch kein Interesse an seinen Kindern, so sind meine Kinder trotz Vater ohne Vater aufgewachsen und zwei ganz tolle Menschen geworden. Das geht sehr gut auch ohne Mann. w51
 
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  • #21
Bei allem Verständnis für die Situation der FS muss auch berücksichtigt werden, dass der Alleinerziehendenstatus nicht nur für Mütter eine erhebliche Belastung darstellt, sondern auch nachweisliche Auswirkungen auf die gesundheitliche und psychosoziale Entwicklung von Kindern hat. Die Rolle des Vaters bei der Erziehung und Entwicklung von Kindern zu unterschätzen, ist leider ein weit verbreiteter Irrtum.

Beispielsweise weisen Kinder alleinerziehender Mütter eine deutlich höhere Anfälligkeit für psychische Störungen auf. Außerdem trägt der Vater nicht unerheblich zur Entwicklung einer stabilen, selbstbewussten sexuellen Identität bei (für beide Geschlechter). Hinzu kommt die Gefahr der Armut, soziale Randständigkeit und eine Beeinträchtigung in den Bildungs- und Berufsmöglichkeiten.

Das alles würde ich nicht auf die leichte Schulter nehmen.
 
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Gast

  • #22
Bei allem Verständnis für die Situation der FS muss auch berücksichtigt werden, dass der Alleinerziehendenstatus nicht nur für Mütter eine erhebliche Belastung darstellt, sondern auch nachweisliche Auswirkungen auf die gesundheitliche und psychosoziale Entwicklung von Kindern hat. Die Rolle des Vaters bei der Erziehung und Entwicklung von Kindern zu unterschätzen, ist leider ein weit verbreiteter Irrtum.

Beispielsweise weisen Kinder alleinerziehender Mütter eine deutlich höhere Anfälligkeit für psychische Störungen auf. Außerdem trägt der Vater nicht unerheblich zur Entwicklung einer stabilen, selbstbewussten sexuellen Identität bei (für beide Geschlechter). Hinzu kommt die Gefahr der Armut, soziale Randständigkeit und eine Beeinträchtigung in den Bildungs- und Berufsmöglichkeiten.
Es ist wohl immer noch besser, bei einer alleinerziehenden Mutter mit gutem Beruf und solider Bildung aufzuwachsen als mit zwei ungebildeten, möglicherweise dauer-arbeitslosen Elternteilen irgendwo im Plattenbau. Diese Kinder haben später sicher mehr Schwierigkeiten als die einer alleinerziehenden Mutter aus dem bürgerlichen Umfeld - und solche Kinder gibt es in Deutschland wahrlich genug.
 
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  • #23
Es ist wohl immer noch besser, bei einer alleinerziehenden Mutter mit gutem Beruf und solider Bildung aufzuwachsen als mit zwei ungebildeten, möglicherweise dauer-arbeitslosen Elternteilen irgendwo im Plattenbau.
Der Einäugige ist unter den Blinden König. Klar ist es toll eine Mutter mit gutem Beruf und solider Bildung zu haben.

Nur treffen wirklich tolle Frauen keine schlechten Entscheidungen für ihre Kinder - und ein Kind ohne Vater aufwachsen zu lassen ist definitiv eine ganz miese Idee.
 
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  • #24
Es ist wohl immer noch besser, bei einer alleinerziehenden Mutter mit gutem Beruf und solider Bildung aufzuwachsen als mit zwei ungebildeten, möglicherweise dauer-arbeitslosen Elternteilen irgendwo im Plattenbau. Diese Kinder haben später sicher mehr Schwierigkeiten als die einer alleinerziehenden Mutter aus dem bürgerlichen Umfeld - und solche Kinder gibt es in Deutschland wahrlich genug.
Schlimmer geht immer und ich würde nur ungerne ein Ranking der ungünstigsten Familienverhältnisse aufstellen wollen. Mal abgesehen von den Wünschen der FS sollte aber bei dieser Frage doch auch das zukünftige Wohl des Kindes im Vordergrund stehen. Was bringt mir da der Vergleich mit worst-case-Szenarien? Es ändert doch nichts daran, dass die Wahrscheinlichkeit der Benachteiligung in vielerlei Hinsicht bei Kindern alleinerziehender Mütter und Väter höher ist.

Ich gehe mal davon aus, dass die FS gebildet und in der Lage ist, einem Kind gerecht zu werden. Allerdings sollte man Kinder nicht allein um des Kinderwunsches Willen in die Welt setzen. Man muss auch darauf achten, dass die Voraussetzungen für das Kind möglichst optimal sind. Dies sehe ich hier nicht gewährleistet.
 
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  • #25
Tja schade, schade, liebe FS - bin Mitte vierzig, Akademiker, gepflegte Erscheinung (kein Übergewicht, keine Glatze), dazu in gutsituierten Verhältnissen, auf der Suche nach der Frau fürs Leben ... und möchte Kinder haben! Es gibt sie also definitiv, die Männer, die für dich in Frage kommen und da sollte man dann auch doch noch mal schauen - nur: wie lernen WIR uns kennen?

m,46
 
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  • #26
Allerdings sollte man Kinder nicht allein um des Kinderwunsches Willen in die Welt setzen. Man muss auch darauf achten, dass die Voraussetzungen für das Kind möglichst optimal sind. Dies sehe ich hier nicht gewährleistet.
Die Situation für die FS ist aber auch alles andere als optimal: Sie ist eine Frau Ende 30 mit Kinderwunsch, der die Zeit davonläuft und ein passender Mann für Familiengründung ist nicht in Sicht. Immerhin hat sie einen Kinderwunsch, drüben im Parallelthread werden ja ständig Frauen, die gewollt kinderlos sind, niedergemacht.
Versetzt Euch doch bitte mal in ihre Lage. Jede (Single-) Frau mit Kinderwunsch Ende 30 wird die FS verstehen können, nur jüngere Frauen, bei denen die Uhr noch nicht (so laut) tickt bzw. Männer haben dafür kein Verständnis.
 
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  • #27
Ich bin in genau diese Situation geraten in meinem Leben und habe aber sehr wohl einen tollen Vater für mein Kind (heute drei) gefunden: nämlich einen schwulen Mann, der sich nichts sehnlicher wünschte, als auch ein Kind zu haben. Er kümmert sich heute sehr, sehr verantwortungs- und liebevoll um sein Kind und ist mir insofern eine große Stütze. Mein Kind hat Vater und Mutter, wir verbringen durchaus auch mal Zeit miteinander, weil wir uns gut verstehen - aber natürlich nciht immer. Zugleich bin ich als alleinerziehende, arbeitende Mutter zeitlich sehr entlastet dadurch, dass er unser Kind ja auch regelmäßig bei sich hat. Ich kann diese Lösung nur jeder Frau in dieser Situation empfehlen. Schwule Männer sind meist kultiviert, gebildet und gutaussehend. So ist es bei dem Vater meines Kindes. Wir haben künstliche Befruchtung mit einer schlichten Spritze aus der Apotheke selbst durchgeführt, und es hat sofort geklappt. Viel glück
 
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  • #28
Allerdings sollte man Kinder nicht allein um des Kinderwunsches Willen in die Welt setzen. Man muss auch darauf achten, dass die Voraussetzungen für das Kind möglichst optimal sind. Dies sehe ich hier nicht gewährleistet.
Nein, genau das muss man nicht. Diese perfektionistische Vorstellung der Oberschicht, dass ein Kind unter optimalen Bedingungen aufwachsen müsse, ist unter anderem der Grund für unsere niedrige Geburtenrate. Ein Kind zu bekommen ist die natürlichste Sache der Welt. Die Mutter wird es lieben und es wird ihm sehr wahrscheinlich gut gehen. Das reicht. Es muss nicht das Optimum sein.

Es gibt Menschen, die Probleme haben und nicht unter optimalen Bedingungen aufgewachsen sind. Trotzdem lieben diese Menschen ihr Leben. Es gibt Probleme, Krisen, aber sie leben. Diese Sicht, dass ein Kind, dass nicht in der Musterfamilie aufwächst, besser gar nicht geboren werden sollte, halte ich für lebensfeindlich und pessimistisch. Auch der FS wird nicht gegönnt, ihr Leben nach ihren Wünschen zu leben. Meiner Meinung nach sollte sie es tun.
 
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  • #29
Diese perfektionistische Vorstellung der Oberschicht, dass ein Kind unter optimalen Bedingungen aufwachsen müsse, ist unter anderem der Grund für unsere niedrige Geburtenrate. Ein Kind zu bekommen ist die natürlichste Sache der Welt. Die Mutter wird es lieben und es wird ihm sehr wahrscheinlich gut gehen. Das reicht. Es muss nicht das Optimum sein.

Diese Sicht, dass ein Kind, dass nicht in der Musterfamilie aufwächst, besser gar nicht geboren werden sollte, halte ich für lebensfeindlich und pessimistisch.
Genau das denke ich auch. Nach dem Motto: "Bei einem Mann muss erst Bedingung 1 - 234 erfüllt sein, bevor ich mit ihm zusammenkomme" oder "Wir bekommen nur dann ein Kind, wenn die Regeln 1 - 256 optimal erfüllt sind." Das Leben läuft aber nicht immer nach einem strukturierten Plan ab, nicht mal hier im geordneten Deutschland.
Und auch bei der sogenannten Oberschicht BLEIBEN die Bedingungen für Kinder oft nicht optimal, auch in diesen Kreisen lassen sich viele scheiden, gehen fremd, streiten sich ums Sorgerecht usw.. Permanentes Optimum gibt es nirgends, das ist Wunschdenken.
 
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  • #30
Diese Sicht, dass ein Kind, dass nicht in der Musterfamilie aufwächst, besser gar nicht geboren werden sollte, halte ich für lebensfeindlich und pessimistisch.
Das wurde niemals behauptet. Es macht doch aber einen erheblichen Unterschied, ob man wenigstens nach bestem Wissen und Gewissen handelt (auch wenn der Schein trügt), oder in vollem Bewusstsein schlechte Voraussetzungen in Kauf nimmt um die eigenen Wünsche (!) befriedigen zu können.

Die Risiken eines solchen Vorhabens, welche einfach nicht von der Hand zu weisen sind, dürfen bei einer solchen Frage nicht undiskutiert bleiben. Es gibt (leider) genug alleinerziehende Mütter, die mit ihrer Situation mehr als überfordert sind - das erlebe ich von Berufs wegen tagtäglich.

Auch der FS wird nicht gegönnt, ihr Leben nach ihren Wünschen zu leben.
Genau hierin liegt der Knackpunkt der gesamten Diskussion. Wohl kaum jemandem ist daran gelegen, der FS einen Wunsch zu verwehren. Die Crux ist jedoch, dass es hier nicht allein um die FS, sondern auch um ein zukünftiges Leben geht. Dieses ist hilfebedürftig und hat ein Anrecht auf einen verantwortungsbewussten Umgang und Grundversorgung. Wenn bewusst (!) auf den Vater verzichtet wird, werden beide Ansprüche bereits beschnitten - toller Einstieg.

Abgesehen von dem fehlenden Vater und den damit einhergehenden Schwierigkeiten beginnen die Probleme doch bereits darin, Kindesversorgung und Beruf miteinander in Einklang zu bringen. Das Vorhaben bietet wirklich mehr als genug Konfliktpotential und sollte dringend auf Schwachstellen überprüft werden. Aus einem einfachen Wunsch heraus, gleich wie stark er auch sein mag, würde ich da absolut nichts über's Knie brechen wollen.
 
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