• #1

Frau möchte mit den Kids ausziehen

Wir wohnen in einem kleinen Dorf (ca. 1000 Einwohner). War vor 10 Jahren eben günstig hier ein Haus zu kaufen. Jetzt ist es so , dass wir schon seit einiger Zeit kein Paar mehr sind, sondern nur noch Eltern für unsere 2 Kids (8Jahre; 10Jahre). Es sind keine anderen Frauen oder Männer im Spiel.

Meine Frau wollte nie in einem so kleinen Dorf leben, da unsere Beziehung gescheitet ist, möchte sie jetzt mit den Kids in die nächste größere Stadt umziehen.
Für die Kids wird das ein echter Schlag. Da sie hier aufgewachsen sind und auch hier ihre Freunde haben.
Ich liebe die Kinder über alles, und es fällt mir unendlich schwer sie gehen zu lassen. Gründe warum ich die Kids nicht bei mir behalte:
1) Meine Arbeitsstelle liegt 50km weit entfernt. Das kann ich nicht ändern.
2) wir haben keine Verwandten, oder engere Bezugspersonen hier auf dem Dorf.
3) in dem Dorf gibt es keinen einzigen alleinerziehenden Vater und so gut wie keine Scheidungskinder.
4) die Kids kommen bald in die Pubertät, dann werden sie erkennen, dass es in der Stadt mit Vereinen und Freizeitmöglichkeiten viel besser ist.

Jetzt wäre unsere Regelung so, dass ich in unserem Haus alleine wohnen bleibe. Die Kids würden mich dann an den Wochenenden besuchen.

Wie werden die Kinder es empfinden, wenn sie wieder in ihr altes Haus zurück kommen. Dort aber nur noch "zu Besuch sind"?
Werden sie es als gut empfinden, da es sich um eine vertraute Umgebung handelt?
Ist der Trennungs-Schmerz für die Kinder dann am Wochenende übermäßig groß, weil sie jedes mal neu merken, was sie alles verlassen haben?

Oder siegt bei den Kids die Gewohnheit, und ich brauche mir über das alles keine Gedanken machen?
Wie sind eure Erfahrungen dazu?
 
  • #2
Lieber FS,

warscheinlich musst Du Dir eher Sorgen um Dich machen.
Das entnehme ich Deinem Punkt 3, Dir ist die Meinung der Dorfbewohner wichtig.

Mit Punkt 4 hast Du absolut recht.

Sicher ist es auch für Die Kinder erstmal schmerzhaft und eine große Umstellung, aber sie werden besser damit zurechkommen, wenn sie noch guten Kontakt und liebevolle Fürsorge von b e i d e n Elternteilen erfahren, und das ist ja durch Eure Regelung gegeben.
Sie haben dann 2 wundervolle, liebevolle Zuhause und können, wenn sie das gern möchten, vielleicht in den Ferien/Urlaub mal länger bleiben.
Und ich glaube, dass sie sich auch in ihrem alten zu Hause nicht wie Besuch fühlen, dafür wirst Du sorgen.
Wichtig ist, dass Ihr, so wie Du es ja hier sehr schön beschreibst, keine Machtkämpfe auf dem Rücken der Kinder austragt und gleichermaßen um deren Wohl besorgt seid.
Eine reine Zweckbeziehung (und das spüren Kinder sehr deutlich) ist schädlicher für sie als eine klare, ehrliche Entscheidung, zumal sie in diesem Fall ja auch keinen Elternteil "verlieren".

Ich finde es toll wie ihr ohne Groll die Regelung gemeinsam zum Wohle der Kinder trefft und wünsch Euch allen alles Liebe.
 
  • #3
War spricht denn dagegen (außer dem Unterhaltsrecht), dass die Kinder jeden Tag erneut entscheiden, bei wem sie sich aufhalten? Dann müssen sie eben am nächsten Morgen mit dem Bus zur Schule fahren.

Wenn ihr alle flexibel bleibt und auf die Bedürfnisse von allen Familienmitgliedern achtet, dann werdet ihr schon eine Lösung finden, mit der alle zufrieden sind. Diese Lösung kann sich im Laufe der Jahre auch noch mehrfach ändern.

Hast du schon darüber nachgedacht, das Haus zu verkaufen oder zu vermieten, um in die Stadt oder näher an deinen Arbeitsplatz zu ziehen? Kannst du dir vorstellen deine Arbeitsstunden zu reduzieren, damit deine Kinder bei dir wohnen können und du sie selbst betreuen kannst?
 
  • #4
Schön, daß du dir soviel Gedanken machst, dann machst du eh schon alles richtig.
Sei weiter für sie da, unterstütze sie materiell und emotional, bleibt weiterhin gute Eltern, der Rest ist nur drumherum.
Sie werden später froh sein, in der Stadt zu wohnen, und jetzt können sie ja am Wochenende ihre Freunde treffen. Alles gut!
 
  • #5
Auch ich würde mir vor allen Dingen mal Sorgen um DICH selber machen - wie lange lebst Du schon unter diesen unwürdigen Zuständen nur der Kinder zuliebe?

Wärest Du mein bester Freund würde ich Dir - jetzt wo Du die Kinder aus Deiner Nähe verlierst - folgende Ratschläge geben:
  • Vekauf das Haus,
    die Scheidung mit Anspruch darauf ist eh nur noch
    eine Frage der Zeit (kannst Du es dann noch alleine halten?)
  • Verlass dieses Dorf,
    in dem Du sowieso keine Bezugspersonen hast
    und in dem über Dich gelästert werden wird
  • Ziehe in die Nähe Deiner Arbeitsstelle,
    denn 100 km Fahrzeit jeden Tag kosten nicht nur Lebenszeit
    sondern auch Geld und Deine Kinder können Dich auch dort
    ohne belastende Erinnerung besuchen
  • Such Dir dort Freunde,
    und im besten Fall eine neue Partnerin.
Kurzrum: Fang´ ein neues Leben an!
 
  • #6
Ich sehe es genauso, Haus verkaufen / vermieten. Und in die nächstgelegene Stadt in die Nähe deiner Arbeit ziehen. Wenn deine Frau auch dort hinzieht kannst du die Kinder regelmäßig sehen und sie dich besuchen.
 
  • #7
Ich bin mit meiner Tochter zweimal umgezogen und beide male war sie völlig emotionslos. Heimat ist da, wo die Mama wohnt ( oder in deinem Fall die Eltern ).
Sie werden sicher etwas leiden, weil sie die Freunde verlieren, aber in dem Alter verlieren alle Kinder ein paar oder die meisten Freunde, weil sie dann nämlich in die höhere Schule kommen.

Ich denke, es wird vor allem für dich schwer, allein in dem Haus zu bleiben, das dann merkwürdig leer sein wird.
Du siehst den Stuhl, auf dem dein Kind immer saß und womöglich sogar die Tasse, aus der es getrunken hat und das wird für DICH hart sein.
Ich habe mit meiner Tochter 16 Jahre in einem großen Haus mit tollem Garten gewohnt. Im Jahr ihres Abiturs ist sie im Oktober ausgezogen, um zu studieren.
Ich bin im November ausgezogen.
Ich habe mir vorher ein ganz winziges Häuschen in der Großstadt, in die ich 16 Jahre genau die gleiche Strecke gependelt bin wie du, gekauft. Jetzt fahre ich ganze 3 km ( yeahhhh ! ).
Ich habe alles, Möbel, Leuchten, Geschirr, Bettwäsche... neu gekauft und ich bin nie in dieses Loch gefallen.
Hier gibt es ein Zimmer für sie, in dem sie schlafen kann, wenn sie kommt. Nur 16 qm groß, aber ihr reicht es, sie ist sowieso die ganze Zeit im Wohnzimmer. Wir haben insgesamt ganze 100 qm auf zwei Geschossen, aber das reicht vollkommen.

Ich bin du vor 2 Jahren.
Ich empfehle dir sehr dringend, meinem Beispiel zu folgen.
Falls du kein Geld für ein anderes Häuschen hast, kannst du das erste Haus ja verkaufen, da will später sicher keins deiner Kinder hinziehen.

w 48
 
  • #8
Auch ich würde mir vor allen Dingen mal Sorgen um DICH selber machen - wie lange lebst Du schon unter diesen unwürdigen Zuständen nur der Kinder zuliebe?

Wärest Du mein bester Freund würde ich Dir - jetzt wo Du die Kinder aus Deiner Nähe verlierst - folgende Ratschläge geben:
  • Vekauf das Haus,
    die Scheidung mit Anspruch darauf ist eh nur noch
    eine Frage der Zeit (kannst Du es dann noch alleine halten?)
  • Verlass dieses Dorf,
    in dem Du sowieso keine Bezugspersonen hast
    und in dem über Dich gelästert werden wird
  • Ziehe in die Nähe Deiner Arbeitsstelle,
    denn 100 km Fahrzeit jeden Tag kosten nicht nur Lebenszeit
    sondern auch Geld und Deine Kinder können Dich auch dort
    ohne belastende Erinnerung besuchen
  • Such Dir dort Freunde,
    und im besten Fall eine neue Partnerin.
Kurzrum: Fang´ ein neues Leben an!
Ergänzung: Und such Dir in der Stadt eine neue Frau!
 
  • #9
Falls du kein Geld für ein anderes Häuschen hast, kannst du das erste Haus ja verkaufen, da will später sicher keins deiner Kinder hinziehen.
Das Dorf war zwar die Heimat der Kinder, wo sie aufwuchsen. Trotzdem ist nicht sicher, ob sie dort je wieder leben wollen ?

Es gibt zwar Leute, die im Dorf bleiben, und ggf. dort bauen.
Aber weil dort auch ihre Familien und Verwandten leben.
Und sie sind relativ lethargisch = kommen in ihrem Leben kaum woanders hin. Dorf = Heimat ... aber lebenslänglich. Wie ggf. ihre Eltern und Großeltern.

Ich schätze, auf Dauer hält man es nur im jeweiligen Dorf aus, wenn man dort seit Geburt und aufgewachsen ist. Und wenn man nirgends sonst leben will, als ausgerechnet dort. Selbst wenn es relativ einsam dort ist.
 
W

weiblich

  • #10
Guten Morgen lieber Schlaflos,

ich möchte dir gern eine andere Möglichkeit zeigen, auch wenn ich damit vllt. nicht im Trend bin.

Ihr beide habt eine Phase, welche nun Abertausende vor euch durchgemacht haben. Die Kinder noch klein, Ehefrau ist meist nur noch Mutter und führt den Haushalt, der Mann hat tagtäglich seine "Brötchen" zu verdienen, tut alles, damit es der Familie gut geht.

Was auf der Strecke bleibt, ist die Gemeinsamkeit zwischen den Ehepartnern. Leider !
Egal, ob auf dem Lande oder in der Stadt!! Das sind nur Nebenschauplätze.

Ich möchte dich einfach bitten, nicht so schnell die Flinte ins Korn zu werfen.
Da ihr ( wie du schilderst) keinen Rosenkrieg führt, sondern eher ein Bruder-Schwester-Eheleben führt (so nehme ich an), wäre es die erste Wahl, zuerst wieder an euch selbst zu arbeiten.

Es gibt keine Probleme........sondern IMO Lösungen!!!

Lasst euch die Möglichkeit wieder näher zu kommen, um das Eheversprechen nicht in ein Scheidungsbrief zu wandeln.
Gebt eurer Liebe zueinander wieder frischen Wind.
Geht zur Eheberatung, nehmt euch wieder mehr wahr und vor allem:
Sprecht miteinander über das, was tief in euch sitzt.

Meist ist es das, was nicht mehr stattfindet (und dem fehlenden Sex).
Gebt der Sprachlosigkeit keine Chance mehr und erkennt euch wieder.

Den Kindern zuliebe wäre es mE die liebevollste Lösung, zumal sie noch sehr klein sind.
Wenn man sich scheiden lässt, während man kleine Kinder hat,
ist meist das Ego (Selbstverwirklichung) dafür verantwortlich (außer bei Gewalt natürlich).

Mein Vorschlag:
Lernt euch wieder neu kennen und geht aufeinander zu.
Denkt an das, was euch beide vor langer Zeit fasziniert hat und der Grund war, sich aneinander zu binden.

Ich wünsche es euch von ganzem Herzen und sende wohlwollende Grüße. :)

weiblich
 
  • #11
Der FS hat sein Haus auf dem Dorf gekauft, weil das die einzige Immobilie war, die er sich leisten konnte, d.h. wenig Nachfrage. Ich nehme mal an, dass der Tipp, die Immobilie einfach zu verkaufen und selber in die Stadt zu ziehen aus seiner Sicht zumindest kurzfristig wenig realistisch ist. Das war vor 10 Jahren so, seither hat sich der Trend "Landflucht" deutlich verstärkt.
Meistens wird mit Schulden gekauft und dann ist der Verkauf des Hauses kurzfristig nicht möglich.
Ich kenne weder junge noch alte Menschen, die in ein 1.000 Seelendorf ziehen wollen, sondern nur welche, die weit außerhalb wohnen und in die Stadt wollen, der kurzen Wege, besseren Arbeitsmöglichkeiten, besseren Freizeitangebote für alle, guter Kinderbetreuung etc wegen. Gerade bei vielen, deren Kinder erwachsen sind und sagen "verkauft, wir werden dort niemals wohnen", scheitert es daran, dass sie seit teilweise mehreren Jahren kein akzeptables Angebot finden und für den Gegenwert in der Stadt noch nichtmal ein Einzimmerappartement bekommen.

Vermutlich ist weder die Immobilie weder leicht verkäuflich zu einem akzeptablen Preis noch kann er sich angesichts von Unterhaltszahlungen für 2 Kinder in der Stadt eine Wohnung leisten, in der Platz für 2 Kinder ist, die zu Besuch kommen. Außerdem wird er vermutlich den Verkaufserlös mit seiner Frau teilen müssen (Zugewinn), sodass nichts übrig bleibt und er trotzdem in der Stadt eine hohe Miete zahlen muss. Da ist die Weiterfinanzierung des Hauses für ihn vermutlich die wirtschfatlich beste Option, außer er will auch weg vom Dorf - hat er aber nicht gesagt.

Lieber FS,
ich denke, die Kinder werden nach ein paar Monaten in ihrem neuen Umfeld nicht mehr viel Wert auf die Pflege der alten Freundschaften legen, sondern sie sind im hier und jetzt ihres neuen Lebens angekommen, entwickeln da neue Freundschaften und wollen garnicht mehr so viel pendeln an den Wochenenden.

Mach' Du für Dich einen Plan, wie Du leben willst und geh' es an.
 
  • #12
Erst einmal "Dankeschön" an alle die sich über meine Situation Gedanken gemacht haben.
Denke ich werde das Haus vorerst behalten. Das Haus ist abbezahlt. Für die Miete einer Wohnung in der Stadt würde ich viel Geld bezahlen. Außerdem bin ich durch das Haus näher bei den Kindern. Das wäre meiner Meinung nach in den nächsten Monaten wichtig für mich und die Kinder.
In zwei Jahren sieht das alles dann bestimmt anders aus. Dann kann ich das Haus immer noch verkaufen.
Bleibt nur zu Hoffen, dass die Kinder den Umzug mit der Mutter einigermaßen gut verkraften.