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  • #1

Frauen viel zu kritisch untereinander (bezüglich Familie)?

Es heißt ja, dass gerade Frauen ein Problem damit haben, wenn eine andere Frau ein anderes Lebenskonzept gewählt hat als sie selbst. Und dass viel mehr Frauen als Männer ein Problem mit Karrierefrauen und Kinderkrippen für Säuglinge/unter 2-3jährige haben.
Ich habe neulich einen Bericht über Julia Jäkel gelesen, die im Vorstand des Verlags Gruner und Jahr sitzt und vor ein paar Monaten Zwillinge bekommen hat. Sie meinte, dass viele Frauen meinten "Die armen Kinder!", weil sie gleich nach der Geburt wieder arbeiten gegangen ist. Von Männern habe sie dagegen keinen einzigen negativen Kommentar gehört. Nehmt Ihr das auch so wahr? Und scheuen hierzulande vielleicht deshalb so viele Frauen davor zurück, bald nach der Geburt wieder zu arbeiten, weil sie vor allem böse Kommentare von anderen Frauen befürchten?
Im Grunde könnte man dann sagen, dass sich die Frauen selbst am Fortkommen hindern und nicht- wie es so oft heißt - die "Macho-Männer" daran schuld sind.
 
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  • #2
Das hat nichts mit kritischen Bemerkungen zu tun, sondern mit logischen Verstand und Verantwortung für die Kinder.

Gerade wenn es Zwillinge sind, kann ich auch nicht verstehen, warum die Mutter gleich nach dem Mutterschutz wieder arbeiten gegangen ist. Wenn man ein Kind will, muss Frau wissen, das es auch bedeutet eine gewisse Zeit im Interesse des Kindes beruflich auszusetzen.

Ich plädiere immer noch für mindestens das erste Lebensjahr, obwohl ich schon früher angefangen habe, aber das ergab sich aus der Trennung vom Kindesvater und weil ich nicht von H4 leben wollte. Zum Glück hat bei mir alles gut geklappt und mein Baby damals hat alles gut verkraftet.

Ich bin schon ein kritischer Mensch, aber ich halte Mütter, die so handeln, für verantwortungslos.

w 49
 
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  • #3
Evtl. hängt diese kritische Haltung damit zusammen, dass Frauen auch heutzutage, wenn auch eingeschränkt, praktisch immer noch mehr Wahlmöglichkeiten haben, was das Lebenskonzept angeht als Männer. Somit ist es naheliegend, dass Frauen sich und ihr Lebenskonzept auch eher aufwerten können, wenn sie die Lebensweise anderer Frauen in Frage stellen. Das eigene Konzept wird meist als richtig empfunden, das der anderen als falsch.
Hinzu kommt evtl. auch eine gewisse Unsicherheit über die eigene Entscheidung, die dann auch dazu führen kann, das eigene Konzept vehement zu verteidigen, indem die Lebensweise der anderen Frauen kritisiert wird. Sozusagen als indirekte Bestätigung, dass man selbst es richtig macht.

Bei Männern stellt sich die Frage n der Hinsicht nicht so sehr, da die meisten ohnehin auf Berufstätigkeit gepolt sind.

w/50
 
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  • #4
Dass viele Frauen meinen, ihr Lebensmodell sei das einzig Wahre und alle anderen schädlich für das Kind, ist mir auch schon häufig aufgefallen (gerade von Hausfrauen gegenüber Vollzeit arbeitenden Müttern, die dann gerne fragen, warum man den überhaupt Kinder bekommen habe, was wohl so ziemlich das Verletzendste ist, was man einer Mutter sagen kann). Ich persönlich finde diese ewigen Diskussionen um das vermeindlich beste Erziehungsmodell nur noch ermüdend, zumal sie ja auch nicht zielführend sind, da die Standpunkte festgefahren sind und die Argumente, sowohl medial als auch bei privaten Diskussionen mehrfach ausgetauscht worden sind. Ich finde, es wäre wirklich mal langsam an der Zeit, dass Frauen hier toleranter werden.
Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, ein Jahr oder länger zu Hause zu bleiben, da mir da die Decke auf den Kopf fallen würde und ich nur noch unausgeglichen und genervt wäre und Kind und Partner damit gehörig auf den Wecker gehen würde. Eine zufriedene arbeitende Mutter ist für das Kind da allemal besser. Daher bin ich froh, dass man als Frau heutzutage die Wahl hat, ob man nach dem Mutterschutz wieder arbeiten geht, oder bei jedem Kind für eine gewisse Zeit aussetzen will.
Wie Männer das Thema sehen, würde mich allerdings auch mal interessieren. Ich habe bisher das Gefühl, dass die sich - mit Ausnahme des bayerischen Ministerpräsidenten und seines Vorgängers - aus dem Thema ziemlich heraushalten.

w, 30
 
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  • #5
Ich finde, es wäre wirklich mal langsam an der Zeit, dass Frauen hier toleranter werden.
w, 30
Ich bin Mutter, ich habe relativ früh wieder angefangen zu arbeiten, aber musste es machen sonst würde ich heute von H4 leben, heute rückblickend wäre ich gerne länger zu Hause geblieben. Das ganze Thema hat für mich nichts mit Toleranz unter Frauen zu tun, sondern es geht allein darum, was für ein Kind in den ersten Lebensmonat wichtig ist.

Wenn ich als Frau schon Angst habe, dass mir nach der Geburt die Decke auf den Kopf fällt, weil ich einige Monate nicht berufstätig bin, dann empfehle ich ernsthaft, sich kein Kind anzuschaffen. Denn es wird, bis das Kind 18 wird, noch oft Situationen geben, wo die Mutter in vielerlei Hinsicht zurückstecken muss. Wer das nicht will oder kann, sollte auf ein Kind verzichten.

w
 
  • #6
Es gibt nicht wenige Kinder bei denen die Mütter recht bald wieder zu arbeiten begonnen haben. Wenn man sagt das Kinder davon einen Schaden davon tragen dann sagt man auch das eben jene Menschen die so aufgewachsen sind einen Schaden haben. Das finde ich ehrlich gesagt etwas dreist.
In Skandinavien ist es sogar relativ üblich und ich kann nicht sehen das die Menschen dort irgendwie gestört wären.

Sicher ist es nicht verkehrt wenn eine Mutter (und auch der Vater) mehr Zeit mit ihrem Kind verbringen kann, aber ich habe das Gefühl das darüber teilweise geradezu eine Hysterie herrscht. Man ist keine Rabenmutter nur weil man schnell wieder arbeiten geht. Kinder nehmen eher Schaden durch das extreme über behüten das in letzter Zeit immer stärker in Mode kommt.
 
  • #7
Auch ich habe gleich nach der Geburt wieder angefangen zu arbeiten. Die nur Hausfrauen versuchen dann natürlich so einer Frau wie mir ein schlechtes Gewissen einzureden. Ich habe allerdings weit weniger Schwierigkeiten als andere. Beide Kinder sind sehr gut in der Schule, selbstständig, haben schon früh ihre Aufgaben im Haushalt übernommen, sind sozial angagiert, hilfsbereit. Unser Zusammenhalt ist besonders stark.
In vielen anderen Ländern ist das auch üblich. Sicher war es auch manchmal hart, aber im großen und ganzen bin ich mit mir imReinen und mit meinen Leben zu frieden, was Hausfrauen selten von sich sagen. w51
 
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  • #8
Auch ich habe gleich nach der Geburt wieder angefangen zu arbeiten. Die nur Hausfrauen versuchen dann natürlich so einer Frau wie mir ein schlechtes Gewissen einzureden. w51
Vielleicht liegt es einfach auch daran, dass Kinder für die "nur Hausfrauen" das Wichtigste im Leben sind? Dass sie begriffen haben, wie unentbehrlich die Mutter gerade in den ersten Monaten für ein Kind ist? Teilzeitarbeit finde ich absolut o.k., Fremdbetreuung von Anfang an? Nein.
 
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  • #9
Das hat sehr wohl etwas mit Toleranz zu tun. Nur weil das Lebensmodell, als Mutter ein Jahr oder sogar jahrelang zu Hause zu bleiben, für einen selbst das beste ist, muss es das nicht für alle Frauen sein.
Manche Frauen verdienen deutlich mehr als der Partner, manche haben eine langjährige akademische Ausbildung und Karriere hinter sich und würden nach Jahren des beruflichen Einsatzes aufgrund einer Babypause (oder bei mehreren Kindern mehreren) und nachfolgender Teilzeit auf eine weniger verantwortungsvolle und finanziell einträgliche Position zurückgestuft, manche fühlen sich einfach nicht wohl, wenn sie nur zu Hause sind und manche müssen mitarbeiten, damit es finanziell reicht (beliebig erweiterbar).. In solchen Fällen kann eine liebevolle Betreuung durch den Vater, die Oma oder auch eine gut ausgesuchte Krippe sinnvoll sein und die Mutter ist nicht automatisch eine schlechte Mutter, nur weil sie nicht 24/7 zugegen ist.

Ebenso glaube ich nicht, dass eine liebevolle anderweitige Betreuung als durch die Mutter schlecht für das Kind ist, da es in allen Ländern, wo der Mutterkult nicht so zelebriert wird, wie in Deutschland, z. B. Frankreich, gesamt Skandinavien und den USA, ja auch gut funktioniert. Da könnte man als Mutter dann auch einfach mal, wie bei so vielen anderen Bereichen des Lebens, tolerant sein und sich denken: "Nicht mein Lebensmodell, aber wenn es bei ihnen funktioniert, ist es okay.", statt gleich stutenbissig zu werden und gegen die anders lebende Mutter verbal zu schießen.

Abgesehen davon bin ich durchaus bereit, auch zurückzustecken für ein Kind. Aber aufgrund dessen, dass andere Länder zeigen, dass man als Mutter nicht zu Hause bleiben muss, um ein glückliches, gut versorgtes Kind zu haben, und aufgrund der Tatsache, dass ich im Gegensatz zu meinem Partner eine akademische Ausbildung mit guten Aufstiegschancen habe, sehe ich halt keinen Sinn darin, dass ich diejenige von uns bin, die zu Hause bleibt. Mein Partner sieht das glücklicherweise genauso.

Gerade einer stärkeren Einbindung des Vaters in die Erziehung und Elternzeit stehe ich sowieso aufgeschlossen gegenüber, denn sie bringt Vorteile gegenüber dem klassischen Modell, dass die Frau sich fast ausschließlich um das Kind kümmert, während der Mann alleine das Geld verdient: Vater und Kind bekommen dadurch, dass sie viel Zeit miteinander verbringen, ein inniges Verhältnis zueinander, der Mann hat nicht die alleinige finanzielle Verantwortung für die Familie und im Falle einer Trennung muss der Mann die Frau nicht jahrelang versorgen, da sie dies selbst noch kann (die Gefahr des längeren oder mehrfachen Zuhausebleibens und danach auf Minijobbasis- oder Teilzeit-Arbeitens ist nämlich immer, dass die Frau später nicht mehr in ein Anstellungsverhältnis hineinkommt, dass ihr ermöglicht, mehr als nur ein Zubrot zum Gehalt des Mannes zu verdienen...).

die #3

<Mod. Chatanteile entfernt.>
 
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  • #10
Ich stoße auch immer wieder auf intollerante "Übermuttis". Während meines einen Jahres Elternzeit, bin ich in der Krabbelgruppe auf jemand gestoßen, die sagte, sie würde überhaupt nicht mehr arbeiten gehen. Schließlich möchte nur sie für ihre Kinder da sein. Autsch!
Ich habe nach dem ich ein Jahr pausierte, regelrecht wieder Bestätigung gebraucht. Gerade durch die Arbeit, und um auch mal eine andere Aufgabe zu haben als nur Kindrbetreuung. Es steigert unheimlich das Selbstwertgefühl, wenn man sich morgens mal wieder für die Arbeit zurecht und hübsch machen kann, statt den ganzen Tag nur zweckmäßig gekleidet herumzulaufen.
Genauso nerven mich diese bestimmten Grüppchen von Müttern, die für die Kita Kuchen backen, basteln und Feiern organisieren. Irgendwie kann ich mich dafür nicht begeistern. Ich bin da anders. Und mir fehlt da auch die Zeit. Mein Kind geht es dabei aber trotzdem genauso gut wie anderen und ich stehe auch niemanden in irgendetwas nach, was Mutterliebe angeht. Aber ich möchte meinem Kind auch später etwas bieten können, gerade materiell. Schließlich steht auch irgendwann ein Studium auf dem Plan, was ich für mein Kind finanzieren möchte.
 
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  • #11
Leider wird hier viel zu wenig differenziert zwischen Voll (für mich absolut unverständlich)- und Teilzeit (für mich eine ideale Lösung) arbeitenden Müttern. Ich bin auch der Meinung, dass vor allem in den ersten Lebensmonaten die Mutter hauptsächlich für das Kind da sein sollte, schliesslich hat es während neun Monaten ihren Herzschlag und ihre Stimme gehört. Schade finde ich insbesondere auch, dass das Stillen bei sofort wieder berufstätig werdenden Müttern weg fällt. Ich denke, es gibt mittlerweile genügend Studien darüber, wie wichtig diese innige Mutter-Kind-Erfahrung für die spätere physio- und psychologische Entwicklung des Kindes ist.
 
  • #12
Oja, Frauen können sehr stutenbissig sein. Mir geht dieser ganze neumodische westdeutsche Mutterkult auch gewaltig auf die Nerven. Und die dreiste Behauptung, daß man mindestens drei Jahre zuhause bleiben muss, damit ein Kind kein Alkoholiker oder Junkie wird. So ruhen sich viele Frauen auf dem Rücken ihrer Männer aus (gilt natürlich nicht, wenn jemand drei oder vier Kinder hat, dann ergeben sich andere Zeiträume).
Da ich selbstständig bin und von Anfang an klar war, daß ich mein Kind werde allein erziehen müssen, war ebenso klar, daß ich möglichst nicht zu lange aussetze nach der Geburt. Alles in allem war ich nur 4 Wochen komplett zuhause, danach ging es stunden- und tageweise weiter mit Steigerung des Pensums. Als mein Kind 2 Jahre war, hatte ich ca. 35 Wochenstunden und eine liebe Oma.
Ich wäre mit Sicherheit rammdösig geworden, hätte ich beruflich drei Jahre aussetzen müssen. Dazu wäre meine Kundschaft über alle Berge und meine Selbständigkeit den Bach runtergegangen. Sicher gibt es immer mal wieder Phasen, wo man sich wünscht, jetzt mal mehr Zeit zu haben. Aber ansonsten habe ich es so gehalten, daß ich mich auf Arbeit von der Zeit mit Kind erholt habe.
 
  • #13
Man sollte die Frauen nicht zur Wahl zwingen: Kinder oder Karriere. Sondern Wege finden, wie sie Beides machen können.
Denn die meisten Väter machen es ja auch.

Und solche Mütter gesellschaftlich anerkennen und respektieren, anstatt zu vor-verurteilen.

In Dtl. sind die Leute, besonders Frauen viel zu schnell mit ihrem Vorurteil:"Rabenmutter".
Anstatt den Frauen zu gönnen, daß sie Kind/er und Job haben.

Wer in gehobener Position sich täglich ein Kindermädchen oder Tagesmutter leisten kann - warum nicht ?
Das gabs auch früher in den adligen Schlössern oder feudalen Villen.
Ob das auch gut ist, schon kurz nach der Geburt, kann ich nicht beurteilen.

Es ist ein Widerspruch einerseits mehr Frauen in Führungspositionen zu fordern.
Aber anderseits sollen sie damit bereits aufhören, wenn sie Kinder möchten.
Das kann so nicht funktionieren.

Es gibt sogar Frauen, die sind Mütter UND führen ein ganzes Unternehmen.
Und deren Partner sind keine "Weicheier", sondern ggf. selber berufstätig oder selbständig.
Eine Frau führt eine ganze Brauerei - ihr Ehemann ist Bau-Unternehmer.

Manche andere Länder sind da viel emanzipierter. In Schweden oder in Frankreich trifft man oft, daß beide Elternteile arbeiten gehen. Oft leider auch, weil sie zwei Einkommen brauchen, um ihre Familie zu ernähren.

Kind/er und Karriere - das ist möglich. Mit dem richtigen Partner und viel Organisation.
Aber welche Frau findet schon einen passenden, emanzipierten Partner dafür ?

Ansonsten: Frauen - macht es einfach, wenn ihr es wollt und könnt: Kinder UND Karriere !
Und schert Euch nicht um die negativen Sprüche Anderer.
 
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  • #14
Schade finde ich insbesondere auch, dass das Stillen bei sofort wieder berufstätig werdenden Müttern weg fällt. Ich denke, es gibt mittlerweile genügend Studien darüber, wie wichtig diese innige Mutter-Kind-Erfahrung für die spätere physio- und psychologische Entwicklung des Kindes ist.
Stillen kann man auch als berufstätige Mutter. Mütter haben ein Anrecht auf Stillzeiten zusätzlich zu ihren normalen Pausen und ich kenne eine, deren betreuender Mann dann zum Stillen mit dem Baby vorbei kommt. Außerdem kann man auch abpumpen, wenn es zeitlich mal gerade wegen eines Termins nicht passt. Wegen Berufstätigkeit nicht stillen muss heutzutage keine Frau mehr. Erfordert so allerdings mehr Organisation, als wenn die Mutter ein Jahr lang 24 Stunden am Tag neben dem Baby sitzt und nur darauf wartet, dass es Hunger bekommt.
 
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  • #15
Aus meiner Sicht steht es anderen nicht zu, darüber zu urteilen! Jede Frau muss für sich selbst entscheiden wann sie wieder arbeiten geht. Ich kann diese unsolidarische Haltung unter Frauen nicht verstehen! Warum denkt eine Frau über eine andere Frau urteilen zu können? Wenn eine Frau früh wieder arbeiten geht wird sie alles dafür tun, dass ihr Kind/ihre Kinder bestens versorgt sind und Liebe bekommen. Das ist gut so! Wenn eine andere Zuhause beim Kind bleiben möchte ist das auch gut so!
 
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  • #16
Ihr lieben Muttis, hier ging es gar nicht darum, dass verlangt wird, dass die Mama 3 Jahre nach der Geburt zu Hause bleibt oder bleiben soll, sondern es ging einzig allein darum, gleich nach 8 Wochen nach der Geburt wieder Vollzeit zu arbeiten. Das ist doch ein grasser Unterschied.

Ich solidarisiere mich weder mit der Hausfrau, noch mit der Mutter, die 3 Jahre zu Hause bleibt und erst recht nicht mit einer Mutter, die sehr kurz nach der Geburt wieder Vollzeit arbeiten geht. Hier stimmt in keiner Weise die Balance im Interesse des Kindes.

In Skandinavien ist es übrigens so, dass inzwischen wieder viele Mütter nach der Geburt ein Jahr zu Hause sind. Bei mir im Haus wohnt eine Schwedin, die sogar 3 Jahre Erziehungsurlaub nimmt und dazu noch viel Geld vom schwedischen Staat dafür bekommt, aber derweil in Deutschland lebt, weil es hier billiger zu leben ist. Clever!

Die allerbeste Variante ist für mich, ein Jahr zu Hause und dann in Teilzeit für Mutter und Vater arbeiten zu können.

w
 
  • #17
Eigentlich ist es jammerschade, so viele gesellschaftliche Ressourcen einfach brachliegen zu lassen um Prinzen und Prinzessinnen großzuziehen. Die jungen Mütter haben alle Berufe gelernt, neuerdings haben sie sogar ein Recht auf einen Kinderbetreuungsplatz und dürfen ihr Kind dann in fachlicher Betreuung wissen.
Aber wenn jemand zu Hause bleiben will, auch OK, ich verbitte mir jedoch Verurteilungen anderer Mütter bezüglich meines Lebens- und Arbeitsstils.
....wie zum Beispie l#1....und so einige andere hier!
 
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  • #18
Ich glaube, es ist eine Mischung aus Neid und Frust, dass gerade die Vollzeitmütter oft so über die "kalten Karriefrauen" herziehen.
Neid, weil Letztere finanziell unabhängig und nicht auf den Mann angewiesen sind, manche Männer lassen es ja auch mit der Zeit raushängen, dass sie das Geld heimbringen und das führt bei einer Nur-Hausfrau bzw. "Minijob-Mutter" dann natürlich auch zu Frust.
Und letztendlich ist jahrelanges Kuchen backen, auf Spielplätzen mit Tupperdosen rumhängen und
Kinderlieder singe natürlich auch langweilig bzw. intellektuell nicht gerade fordernd. Auch wenn es natürlich keine zugeben würde, aber ich bin überzeugt, dass sich (gerade gut ausgebildete) Mütter auf Dauer mit solch einem Tagesablauf total langweilen, egal wie süß und lieb das Kind ist.
 
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  • #19
Frauen hindern sich tatsächlich selbst am Fortkommen, neulich habe ich etwas über eine Frau gelesen, die regelmäßig Coaching-Seminare für andere Frauen abhält. Sie erzählte, dass sie mit einer Interessentin eine Einzelstunde hatte, weil diese Tipps wollte, wie sie als Frau beruflich vorankommen kann.
Und nach einer halben Stunde sagte diese plötzlich "Ich muss jetzt gehen, die Kinder abholen."
Die Expertin meinte dazu: "Es war bloß EINE Stunde - eine Stunde, in der sie etwas für ihre Karriere und berufliche Zukunft hätte tun können und nicht mal für diese eine Stunde war sie in der Lage, sich eine Alternative für die Kinderbetreuung zu überlegen. Da sieht man, wo die Prioritäten dieser Frau liegen- nämlich nicht bei ihrem Beruf."
Und das ist so typisch für viele Frauen - ständig jammern, dass es hier ja sooo wenig weibliche Vorstände bei den großen Unternehmen gibt, dass Frauen ja immer noch soooo viel weniger verdienen als die Männer - aber sie selbst zeigen immer wieder am besten, wie man eben KEINE Karriere macht.
 
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  • #20
Ich glaube, es ist eine Mischung aus Neid und Frust, dass gerade die Vollzeitmütter oft so über die "kalten Karriefrauen" herziehen.
Neid, weil Letztere finanziell unabhängig und nicht auf den Mann angewiesen sind, manche Männer lassen es ja auch mit der Zeit raushängen, dass sie das Geld heimbringen und das führt bei einer Nur-Hausfrau bzw. "Minijob-Mutter" dann natürlich auch zu Frust.
Und letztendlich ist jahrelanges Kuchen backen, auf Spielplätzen mit Tupperdosen rumhängen und
Kinderlieder singe natürlich auch langweilig bzw. intellektuell nicht gerade fordernd. Auch wenn es natürlich keine zugeben würde, aber ich bin überzeugt, dass sich (gerade gut ausgebildete) Mütter auf Dauer mit solch einem Tagesablauf total langweilen, egal wie süß und lieb das Kind ist.
Vielleicht ist es ja gerade umgekehrt? Die Karrierefrauen sind neidisch auf die backenden, singenden Tupperdosenmuttis (was für ein Klischee :)), die glücklich sind mit ihrem Leben? Die sich nicht mit Gehaltserhöhungen, mobbenden Mitarbeitern und Umsätzen herum schlagen "müssen" (Klischee Nr. 2)? Die freiwillig, trotz Superausbildung zu Hause bleiben und sich mit ihren Kindern so viel als möglich beschäftigen MÖCHTEN? Und dabei noch zufrieden und selbstbewusst genug sind, ganzen Herzens dazu zu stehen. Und, um den Gedanken auf zu nehmen, keine der Karrierefrauen DAS zugeben würde...
 
  • #21
Mir scheint, viele Frauen sind froh, wenn sie nicht selber entscheiden müssen.

Eine Hausfrau und Mutter weiss, was sie die nächsten 20 Jahre zu tun hat. Mindestens bis ihre Kinder groß sind.

Eine berufstätige Frau muß ständig Entscheidungen fällen. Im Job wie privat. Besonders wenn sie Single ist. Mir scheint, das fällt Frauen schwerer, als Männern ?
Frauenzeitschriften sind randvoll mit "Entscheidungshilfen für Alltag und Leben". Männer brauchen analog sowas i.d.R. nicht.

Wenn eine Frau nun Mutter und Managerin ist - wundern sich viele anderen Frauen, besonders Mütter.
Wozu denn Beides ? Das ist ja noch anstrengender.
 
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  • #22
Vielleicht ist es ja gerade umgekehrt? Die Karrierefrauen sind neidisch auf die backenden, singenden Tupperdosenmuttis (was für ein Klischee :)), die glücklich sind mit ihrem Leben? Die sich nicht mit Gehaltserhöhungen, mobbenden Mitarbeitern und Umsätzen herum schlagen "müssen" (Klischee Nr. 2)? Die freiwillig, trotz Superausbildung zu Hause bleiben und sich mit ihren Kindern so viel als möglich beschäftigen MÖCHTEN? Und dabei noch zufrieden und selbstbewusst genug sind, ganzen Herzens dazu zu stehen. Und, um den Gedanken auf zu nehmen, keine der Karrierefrauen DAS zugeben würde...
Mit einer SUPERausbildung bleibt man aber nicht zu Hause, das ist ein Widerspruch in sich.
Und dein schön beschriebenes Idyll kann, gerade in der heutigen Zeit, ganz schnell platzen.

Wenn nach ein paar Jahren dann die Scheidung ansteht und der Mann aufgrund des reformierten Unterhaltsrechts nichts mehr zahlen muss - dann steht die Kuchen backende Supermutti plötzlich ganz schön dumm da: alleinerziehend, jahrelang aus dem Job raus, dementsprechende Schwierigkeiten bei der Jobsuche, jahrelang niedrige oder gar keine Rentenbeiträge eingezahlt, evtl. kriegt sie aufgrund mangelnder Berufserfahrung noch nen schlecht bezahlten Teilzeitjob weit unter ihrem Niveau, was wiederum niedrige Rentenbeiträge bedeutet, daraus resultiert dann später Altersarmut usw..
Nein, keine Frau sollte in der heutigen Zeit noch diesen Weg wählen, es sei denn, sie hat vermögende Eltern und kann auf ein dickes Erbe spekulieren. Aber alle anderen sollten die Situation pragmatisch und realistisch einschätzen - trotz Babyglück.
 
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  • #23
Ich habe mal alle Posts durch gelesen und mir haben sich zum Teil vor Entsetzen die Haare gesträubt. Gott sei Dank ist dieses Forum nicht repräsentativ...
Ich bin promovierte Akademikerin, habe ein Kind und ich hätte es schlichtweg nicht über`s Herz gebracht, gleich nach der Geburt wieder Vollzeit arbeiten zu gehen. Wie machen das die anderen arbeitenden Mütter? (Das ist keine Anklage, sondern eine interessierte Frage!) Dazu muss ich sagen, dass mein Mann ein Normalverdiener ist, seine Eltern gestorben sind (wobei es kein Vermögen zu erben gab) und meine Eltern finanziell selber besorgt sein müssen, dass sie über die Runden kommen. Also keine Situation, in der ich mich hätte zurück lehnen und meinen materiellen Reichtum hätte geniessen können. Aber dieses Risiko habe ich einfach in Kauf genommen, sogar meine Ausbildung wurde plötzlich total nebensächlich...
w/43
 
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  • #24
Für mich (m, 33) kommt eine Frau die nach spätestens einem Jahr wieder arbeiten will als Partnerin nicht in Frage. Ausgenommen Alleinerziehende oder Paare mit sehr, sehr niedrigem Einkommen.
Mit 3 Jahren ist das Kind dann reif genug, um eine längere Trennung von Bezugspersonen zu verkraften, aber das nur am Rande.

Wenn mir im Bekanntenkreis oder auf der Arbeit Frauen erzählen, dass sie nach 6 - 12 Monaten wieder angefangen haben zu arbeiten, denke ich mir "das arme Kind" aber halte schön meinen Schnabel. Denn was erreiche ich mit Kritik? Nichts! Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen und die Weltanschauung der Mütter werde ich garantiert auch nicht ändern können. Lediglich wenn ich explizit nach meiner Meinung gefragt werde tue ich diese auch kund.
 
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  • #25
#23: Ja, und genau Männer mit solcher Einstellung, die Frauen mindestens pro Kind 3 Jahre zu Hause haben wollen, sind diejenigen, die dann im Falle einer Trennung herumjammern, dass sie für die Frau Unterhalt bis zum Sanktnimmerleinstag zahlen müssen, weil die Frau etliche Jahre aus dem Job raus ist, nichts mehr findet und finanziell dadurch nicht mehr auf eigene Beine kommt. Es ist nun mal, besonders, wenn man höher qualifiziert ist, in den meisten Berufen nicht möglich, viele Jahre zu pausieren.
Ich verstehe nicht, warum es heutzutage immer noch so schwer für die meisten Männer ist, sich die Erziehungszeit mit der Frau zu teilen, selbst wenn beide gut verdienen. Das ist doch auch für das Kind vorteilhaft, wenn es den Vater richtig kennenlernt und nicht nur am Wochenende Zeit mit ihm verbringen kann.
Abgesehen davon käme für mich persönlich ein Mann, der von mir erwarten würde, dass nur ich beruflich zurückzustecken habe, während für ihn alles weiterläuft wie bisher, nicht in Frage. Solche Männer haben die Einstellung, dass ihr Beruf und ihre berufliche Laufbahn wichtiger und erhaltenswerter sind als die von Frauen, weil sie per Zufall das y-Chromosom dazubekommen haben, und das ist mit meinem Verständnis von einer gleichberechtigten Partnerschaft nicht vereinbar.
 
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  • #27
Für mich (m, 33) kommt eine Frau die nach spätestens einem Jahr wieder arbeiten will als Partnerin nicht in Frage. .
Klar deswegen kommen Männer mit solch einer biederen Einstellung ja auch nicht für Frauen in Frage, die das halt mal ganz anders sehen.

Männer vergessen leider immer wieder, daß Kinder ja wohl Vater und Mutter brauchen. Wie wäre es wenn Du 3 Jahre zu Hause bleibst? Macht nämlich null Unterschied.

Und dann bei Trennung jammern, daß ja soviel Unterhalt gezahlt werden muss, weil Frau keinen Job mehr findet. Für 33 ist das schon eine äusserst altmodische Einstellung was Du da vorträgst.
 
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  • #28
#25: Und der Arbeitgeber setzt die Frau nach 3 Jahren dann aus organisatorischen Gründen, weil der Arbeitsplatz eben in einem Unternehmen nicht immer 3 Jahre freigehalten werden kann, da die Arbeit ja auch mit qualifizierten Kräften auf ihrem Arbeitsplatz weitergemacht werden muss, wenn Mutti sich ausklinkt, innerhalb des Unternehmens auf einen anderen Arbeitsplatz um, der nicht selten der Qualifikation und der Position, die die Frau vorher ausgeübt hat, nicht entspricht. Oder der Arbeitgeber lehnt den Wunsch der Frau, zukünftig Teilzeit zu arbeiten ab, und sie muss dann kündigen oder den Arbeitsvertrag einvernehmlich aufheben, weil sie keine ganztägige Betreuung findet und der Mann nicht bereit ist, sich an einer Lösung des Problems zu beteiligen und ggf. seine Arbeitszeit zu reduzieren, da er mit der Frau ja ursprünglich vereinbart hatte, dass er sich nicht kümmern muss, und davon nicht mehr abweichen will, weil es ja für ihn so schön bequem ist. Stell' dir das mal nicht so einfach vor, 3 Jahre aus dem Beruf raus zu sein und dann mit "Hallo, hier bin ich wieder. Irgend etwas Wichtiges passiert in den Jahren meiner Abwesenheit?" wieder zur Tür herein zu kommen.
Mal ganz abgesehen davon, dass es bei mehreren Kindern ja auch nicht bei 3 Jahren bleibt und schon 3 Jahre eine erhebliche Zeit sind, wenn man studiert hat und erst Ende 20 überhaupt anfängt zu arbeiten und daher als Frau mit begrenztem Zeitrahmen zur Familiengründung vor den Kindern kaum Berufserfahrung sammeln konnte. Kaum ein Arbeitgeber stellt jemanden ein, der mit 27 in den Beruf eingestiegen ist, mit 30 wieder raus ist, um 2 Kinder zu bekommen und dann mit Ende 30und kaum Berufserfahrung sich bewirbt. Da gibt es fast immer mindestens gleichqualifizierte Bewerber, die keine jahrelange Pause gemacht haben und daher nicht Monate lang auf den neuesten Stand gebracht und eingearbeitet werden müssen.

die #24
 
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  • #29
Männer vergessen leider immer wieder, daß Kinder ja wohl Vater und Mutter brauchen. Wie wäre es wenn Du 3 Jahre zu Hause bleibst? Macht nämlich null Unterschied.
Nur weil ich nicht von der Arbeit daheim bleiben möchte, bin ich ja nicht aus der Welt.


#25: Und der Arbeitgeber setzt die Frau nach 3 Jahren dann aus organisatorischen Gründen, weil der Arbeitsplatz eben in einem Unternehmen nicht immer 3 Jahre freigehalten werden kann, da die Arbeit ja auch mit qualifizierten Kräften auf ihrem Arbeitsplatz weitergemacht werden muss, wenn Mutti sich ausklinkt, innerhalb des Unternehmens auf einen anderen Arbeitsplatz um
Die Erfahrungen die ich in meinem Betrieb gemacht habe sind, dass Frauen die nach einem Jahr Teilzeit zurückkehren mehr auf ein Abstellgleis geschoben werden als die die nach 3 Jahren aber dafür Vollzeit zurückkommen. Weil Kind in so jungen Jahren eben doch häufiger krank ist werden diese Mütter nie in irgendwelche Projekte eingebunden weil sie a) nur halbtags da sind und b) ziemlich häufig ausfallen.
Frauen die ihre Kinder mit 3 in den Kinderkarten geben werden oft sogar gern genommen, weil sie sich richtig reinhängen und man merkt sie wollen wieder was tun.
Ok, mit 2 Kindern und noch längerem Ausfall ist das dann wieder etwas anderes.

Und dass ich selber eine gewisse Zeit daheim bleibe... Ich hatte darüber nachgedacht, aber das fühlt sich für mich einfach falsch an. In der Hinsicht bin ich ausgesprochen konservativ. (immer noch die #23)
 
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  • #30
Die Autorin Ildiko von Kürthy hat neulich gemeint, dass sie im Grunde froh ist, wenn sie ihre Kinder mal ein paar Stunden nicht sieht, dementsprechend ihre Ruhe hat und endlich mal machen kann, was SIE will. Und sie meinte, dass man das ja leider nicht laut sagen darf, weil dann die Hardcore-Mütter gleich wieder ganz entsetzt sind.