• #61
Wir lesen hier doch dauernd Frauen, die von solchen Typen berichten. Wem ist damit eigentlich geholfen?
Wir lesen hier von Typen, die von Seitensprüngen und Paralleldates NICHT berichten. Denen die Frauen mühsam auf die Schliche kommen müssen.

Ich finde übrigens, dass auch weiteres Daten bzw OD klargestellt werden sollte, wenn es jemand macht, nachdem man sich einige Male getroffen hat bzw intim wurde.
Ich mache das einfach nicht und setze dasselbe beim Gegenüber voraus…. Insofern muss ich nie grübeln, ob ich da ehrlich sein soll etc.
 
  • #62
Ich will mich hier nicht als Moralist aufspielen, aber diese Ehrlichkeit (bzw “serielle Monogamie“) ist für mich einfach selbstverständlich. Gehe ich mit einer Frau ins Bett, versuche ich ernsthaft, eine Beziehung aufzubauen oder zumindest auszuprobieren, ob es auf längere Zeit klappt.
Wird fremdgepoppt, wird das mitgeteilt und die Sache ist (zumindest erst einmal) beendet. That easy.
Ja soweit gehe ich mit dir und sehe es ähnlich.
Jedoch, ich schrieb es bereits,wird mir persönlich grundsätzlich irgendein Hickhack was sich wie Beziehungsanbahnung irgendwie anfühlt, so aussieht, zu einfach als Affäre betitelt.
Ich habe Affäre gelebt und ich habe Beziehung gelebt .
Beides erstmals unterschiedlich.
Aus dem einen kann das andere werden, aber Fakt ist, bei der Affäre wissen beide zu Beginn das es eben vorerst Affäre ist.
Zumindest sollte es so sein.
Auch wusste ich ob es monogam ist oder Wild gewürfelt wird.

Ich glaube, der FS wusste das bei ihr mehr schon war, deshalb das schlechte Gewissen und der Versuch sie, sich selbst und uns , wenn auch nicht mit wirklich böser Absicht zu täuschen.
Und nein, ich finde nicht das es Raum gibt, sondern nur eine große Blockade.
Warum verpi…… ich mich nicht mit einem Rest von Anstand, anstatt es ihr aufs Brot zu schmieren und sie zu kränken?
Oder halte einfach die Klappe weil ich weiß, ich will nicht Affäre sondern Beziehung.
Im Grunde ist beides einfach nur feige.
Aber zumindest muss ich nicht, indem ich ihr Raum gebe, einen Menschen kränken.
So meine Meinung!
M51
 
  • #63
Wir lesen hier von Typen, die von Seitensprüngen und Paralleldates NICHT berichten. Denen die Frauen mühsam auf die Schliche kommen müssen.
Lies einfach nochmal meinen Satz…
Ich finde übrigens, dass auch weiteres Daten bzw OD klargestellt werden sollte, wenn es jemand macht, nachdem man sich einige Male getroffen hat bzw intim wurde.
Wenn mindestens einer von beiden es für wichtig hält, ja. Wenn beide „es erstmal langsam angehen“ und nichts klären, dann ist das die Frage.
Wenn Du das in einer beginnenden Beziehung also klar stellst, dann ist das völlig in Ordnung, aber die beiden hier haben es offensichtlich nicht getan.
Ich mache das einfach nicht und setze dasselbe beim Gegenüber voraus…. Insofern muss ich nie grübeln, ob ich da ehrlich sein soll etc.
Der Ansatz, etwas für sich wichtig zu finden und beim Gegenüber vorauszusetzen mag ganz verlockend sein, ich finde ihn aber nicht wirklich zielführend. Das Gegenüber kann das nämlich einfach anders sehen.
 
  • #64
Du kannst dich m. E. nicht zwischen deinen Optionen entscheiden. Bindung oder frei Herumwildern.
Beide Lebensformen haben ihre Berechtigung, ich habe beide lange Zeit gelebt und sehr genossen. Allerdings nacheinander. Ich würde das nicht vermischen. Aber, ganz ehrlich: Verliebt, richtig, meine ich, bist du nicht. Es gefällt dir, dass sie mehr für dich empfindet, dir schmeichelt das, aber ganz ehrlich: Wenn deine Aktion herauskommt, bist du ihr nächstes Beziehungsdesaster. Ich würde mich (ohne den ONS zu gestehen) von ihr trennen, wenn du es nach 2 Monaten nicht weißt, ist die Chemie zwischen euch nicht so gut, dass du für sie alle anderen Optionen stehen und liegen lässt. Warte ab, bis du dich so richtig verliebst, und zieh weiter. Sie hat jemanden verdient, der sie mehr will als du. Und du bist noch nicht so weit, was auch völlig okay ist. Koste deine Optionen noch aus, bis dir die Richtige über den Weg läuft. Dann wirst du es nach 2 Monaten spätestens wissen.
 
  • #65
Aber zumindest muss ich nicht, indem ich ihr Raum gebe, einen Menschen kränken.
Ja, klar … „schonender“ für sie ist Verschweigen in beiden Fällen.
Wenn er sich sowieso trennen wollte, wäre das ein guter Moment, da muss er es nicht erzählen, wozu auch.

Aber Beziehungsbeginn mit schlechtem Gewissen - gleich aus zwei Gründen, wegen des Verschweigens und weil er es nicht so ernst meint wie sie - kann das was werden?
Bei einem Seitensprung im Suff wäre es zumindest nur das Verschweigen.

bei der Affäre wissen beide zu Beginn das es eben vorerst Affäre ist.
Das scheint hier doch gerade nicht der Fall zu sein.

Der Ansatz, etwas für sich wichtig zu finden und beim Gegenüber vorauszusetzen mag ganz verlockend sein, ich finde ihn aber nicht wirklich zielführend. Das Gegenüber kann das nämlich einfach anders sehen.
In der Praxis wurde ich in dieser Hinsicht einfach nie enttäuscht. Diese Wahrnehmung von Selbstverständlichkeit ist offenbar schon sehr verbreitet.

Ich verstehe nicht, warum du „Beichten“ mit „Verarschen“ gleichsetzt… oder doch nicht?
 
  • #66
Ich wundere mich immer wieder, dass so viele Leute finden einen Seitensprung zu beichten wäre egoistisch und nicht fair dem Partner gegenüber, weil es diesen verletzt.

Meiner Meinung nach müsste man da aber vorher ansetzen, nicht die Beichte verletzt sondern das Betrügen selbst.

Ich würde wissen wollen, wenn mir jemand fremdgeht. Ich fände das verschweigen eher unfair, denn es lässt mich eine falsche Realität sehen. Ich möchte aber meine Entscheidungen mit der Kenntnis der echten Realität treffen können.

Ich finde, nur im Fall dass der FS sich schon entschieden hat die Sache zu beendet sollte ich den Seitensprung berichten.

Noch eine Anmerkung zum Schluss: genau wegen solcher Situation gehöre ich zu der Fraktion die zu Single Zeiten/ Dating Zeiten spätestens nach dem ersten Sex geklärt hat "was das zwischen uns ist"
 
  • #67
Ich würde wissen wollen, wenn mir jemand fremdgeht. Ich fände das verschweigen eher unfair, denn es lässt mich eine falsche Realität sehen. Ich möchte aber meine Entscheidungen mit der Kenntnis der echten Realität treffen können.

Ich finde, nur im Fall dass der FS sich schon entschieden hat die Sache zu beendet sollte ich den Seitensprung berichten.
Wieso?
Das widerspricht doch deinem Statement oben?
 
  • #68
Ich wundere mich immer wieder, dass so viele Leute finden einen Seitensprung zu beichten wäre egoistisch und nicht fair dem Partner gegenüber, weil es diesen verletzt.

Meiner Meinung nach müsste man da aber vorher ansetzen, nicht die Beichte verletzt sondern das Betrügen selbst.

Ich würde wissen wollen, wenn mir jemand fremdgeht. Ich fände das verschweigen eher unfair, denn es lässt mich eine falsche Realität sehen. Ich möchte aber meine Entscheidungen mit der Kenntnis der echten Realität treffen können.

Ich finde, nur im Fall dass der FS sich schon entschieden hat die Sache zu beendet sollte ich den Seitensprung berichten.

Noch eine Anmerkung zum Schluss: genau wegen solcher Situation gehöre ich zu der Fraktion die zu Single Zeiten/ Dating Zeiten spätestens nach dem ersten Sex geklärt hat "was das zwischen uns ist"
Das Problem ist jedoch, dass es so etwas wie eine allgemein gültige Realität nicht gibt. Das denken wir nur. Klar, wenn in der Kennenlernphase jemand mit jemand anderen ins Bett geht ist das irgendwie blöd, aber nur wenn er sie es das nachher unbedingt loswerden muss. Das würde ich wirklich lassen.
 
  • #70
ander und haben ebenfalls schon mit- und beinander geschlafen. Aber in einer Beziehung sind wir nicht (hat niemand konkret angesprochen und wir wollten uns beide Zeit nehmen und nichts überstürzen, die letzten vergangenen Beziehungen haben auf beiden Seiten nicht so glimpflich geendet weil es ebenfalls überstürzt wurde bei beiden). Aber eine Beziehung wäre durchaus eine Option die sich ergeben könnte wenn es weiterhin so läuft...

Jetzt konnte ich Sie, weil wir beide viel unterwegs waren, ca. 1,5 Wochen lang nicht sehen und war mit Bekannten feiern gehen (viel Alkohol war leider im Spiel). Hier haben wir eine Gruppe Frauen kennengelernt und ich bin mit einer von Ihnen nach Hause gegangen und es wurde intim. Dabei dachte ich mir Nichts böses, da ich ja nicht mit der Frau aus der Kennenlernphase zusammen bin aber nun plagen mich die Gewissensbisse schon sehr. Habe aus dieser Situation gemerkt, dass ich anscheinend mehr für Sie fühle als gedacht. Fand Sie vorher echt nett und lieb aber verliebt war ich mMn. nicht... Und nochmal würde ich mich niemals so verhalten. Definitiv nicht.

Wie soll ich am besten mit der Situation umgehen? Soll ich es Ihr sagen?

Danke vorab!
Ich denke, Du solltest Dich selbst ordnen. Du bist in Deinen 20ern, weißt noch gar nicht, was Du eigentlich im Leben willst und kannst auch in dem Alter schon nicht loyal sein oder höhere Wert vertreten. Du bist einfach noch zu jung für was Festes, würde ich meinen. Ich finde das schon merkwürdig, wenn man nach 1,5 Wochen auf einer Party und mit etwas zu viel Alkohol schon so labil wird, gleich mit dem nächsten in Bett zu steigen. Versteh mich nicht falsch: Das recht hast Du, aber mit der Einstellung dauert es noch sehr lange, bis Du bereit für eine Partnerschaft bist, denn wie man eine Partnerschaft gestaltet, fängt schon im Kennenlernen an.
Der Person brauchst Du nichts sagen, ihr passt eh nicht zusammen, wenn es schon so anfängt. Übrigens würde ich Dir raten, mit einer Frau nicht gleich ins Bett zu gehen und es dann langsam angehen zu wollen. Das ist die verkehrte Herangehensweise. Gehe nur mit Frauen ins Bett, die auch als Deine Zukünftigen in Frage kommen. Ersparst Dir viel Ärger damit.
 
  • #71
Ich würde wissen wollen, wenn mir jemand fremdgeht. Ich fände das verschweigen eher unfair, denn es lässt mich eine falsche Realität sehen. Ich möchte aber meine Entscheidungen mit der Kenntnis der echten Realität treffen können.
Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen und halte es für eine reine Kopfgeburt: wenn die Alternative zwischen nicht Verletztsein einerseits und Verletztsein UND auch noch eine höchst unangenehme Wahl treffen andererseits besteht, wüsste ich sofort, welche Variante ich vorziehe.

Wissen (vom Seitensprung/Affäre des Partners) bzw Erkenntnis hat für den Menschen doch keinen intrinsischen Wert, sondern einen ganz funktionalen Wert: mit den Problemen, die die Welt bereitet, besser klar zu kommen.
Ein Wissen, das dem Wissenden ausschließlich Probleme bereitet (und nicht hilft, auch nur ein einziges möglicherweise zu lösen), braucht kein Mensch.
Es gibt zwar das Phänomen, dass Menschen, die scheinbar "widernatürlich" z.B. ihnen zugefügte Schmerzen geil finden, aber das Phänomen, dass jemand positive Gefühle dazu entwickelt, dass ihm ein Problem und negative Emotionen bereitet werden, gibt es nicht.
 
  • #72
Ich konnte halt noch nie verstehen, warum Leute lieber die Augen vor der Wahrheit verschließen als sich dieser zu stellen. Denn die Wahrheit bei Betrug ist nun mal, der Partner ist nicht mehr vertrauenswürdig, hat einen hingegangen und somit respektlos gehandelt da er einen auch noch Gefahren aussetzt wenn man mit dem Partner weiterhin ungeschützten Sex hat
 
  • #73
Ich konnte halt noch nie verstehen, warum Leute lieber die Augen vor der Wahrheit verschließen als sich dieser zu stellen
Mit "die Augen vor der Wahrheit verschließen" meinen wir Fälle, in denen die Wahrheit sich durch ein ungutes Gefühl, einen Verdacht, durch was auch immer mehr oder weniger stark aufdrängt. In diesen Fällen besteht daher bereits das, was ich unter #71 ein Problem genannt habe. In diesen Fällen kann die Wahrheit zu problemenlösung beitragen, da ist es sehr gut verständlich, dass man sie wissen möchte.
Aber genau das ist der UNTERSCHIED zum Fall des FS, indem die Frau überhaupt kein Problem hat und er es ihr mit einer "Beichte" erst bereiten würde. In Fall finde ich es unmoralisch, die im anderen ein Problem zu bereiten, nur um sich möglicherweise selbst ein besseres Gewissen zu verschaffen.
 
  • #74
In Fall finde ich es unmoralisch, die im anderen ein Problem zu bereiten, nur um sich möglicherweise selbst ein besseres Gewissen zu verschaffen.
Der TS manövriert sich tiefer in ein belastendes Lügengebäude hinein, wenn er so tut, als sei alles in Ordnung. Der Seitensprung ist wohl nur ein Symptom seiner Unentschlossenheit mit seiner Freundin.

Kann Ehrlichkeit unmoralisch sein, wenn man davon ausgeht, dass der andere unbedingt Ehrlichkeit in dieser Sache wünscht?
(Und ich gehe davon aus - ist es nicht eine große Ausnahme, dass man von einem Seitensprung nichts wissen will?)
 
  • #75
Der TS manövriert sich tiefer in ein belastendes Lügengebäude hinein, wenn er so tut, als sei alles in Ordnung.
Umso weniger hat er das Recht, andere mit hineinzuziehen. Wir will schon ungefragt in einen belastendes Lügengebäude hineingezogen werden?
Der Seitensprung ist wohl nur ein Symptom seiner Unentschlossenheit mit seiner Freundin.
Abgesehen davon, dass sie noch nicht seine Freundin ist und fraglich ist, ob sie es jemals wird, kann sein "Seitensprung"mit seiner Unentschlossenheit bezüglich dieser Frau zusammenhängen. Aber das soll er mal mit sich selbst ausmachen; und wenn er ein Problem hat, dass er meint mit der Frau besprechen zu müssen, soll er das auch tun. Dafür muss er dir aber nicht von seiner Bettgeschichte erzählen, was sie höchstwahrscheinlich verletzen wird.
Kann Ehrlichkeit unmoralisch sein, wenn man davon ausgeht, dass der andere unbedingt Ehrlichkeit in dieser Sache wünscht?
Unter welchen Voraussetzungen kann man denn bitteschön davon ausgehen, dass dass jemand "unbedingte Ehrlichkeit", soz. Ehrlichkeit um jeden Preis, wünscht?
Davon kann man VIELLEICHT ausgehen, wenn der andere das ausdrücklich einfordert. Aber selbst dann kann es immer noch sein, dass man aus guten Gründen dieser Forderung nicht nachkommt. Z.B. dann, wenn man davon ausgeht (!), dass der andere mit der verletzenden Wahrheit, die man ihm zu bieten hat, nicht Mal im Traum gerechnet hat.
 
  • #76
Der TS manövriert sich tiefer in ein belastendes Lügengebäude hinein, wenn er so tut, als sei alles in Ordnung.
Wo ist das Gebäude? Ich erkenne nur das Verschweigen eines Sachverhaltes.
Der Seitensprung ist wohl nur ein Symptom seiner Unentschlossenheit mit seiner Freundin.
Er scheint ja jetzt entschlossen zu sein. Dann hätte der Seitensprung geholfen. Die Frage, ob man bei nicht bestehender Beziehung seitenspringen kann, ist eine andere...
ja.
wenn man davon ausgeht, dass der andere unbedingt Ehrlichkeit in dieser Sache wünscht?
Woraus schließt Du das?
(Und ich gehe davon aus - ist es nicht eine große Ausnahme, dass man von einem Seitensprung nichts wissen will?)
Zunächst mal einfach eine Annahme. Ich könnte einfach eine gegenteilige treffen.

Eine schlüssige Begründung wäre für mich hier, dass dem FS wohler ist, wenn er nicht mit dem Verschweigen durch die Gegend läuft. Das hat er so formuliert und es ist sicher besser, dann den ONS gleich zu beichten als später.
 
  • #77
Unter welchen Voraussetzungen kann man denn bitteschön davon ausgehen, dass dass jemand "unbedingte Ehrlichkeit", soz. Ehrlichkeit um jeden Preis, wünscht?
Unter der Voraussetzung, dass die Devise „was ich nicht weiß…“ höchstens bei einem kleineren Teil der Menschen verbreitet ist.
Ich höre heraus, dass zB du über einen Seitensprung deiner Partnerin lieber nichts wüsstest(?)
Davon kann man VIELLEICHT ausgehen, wenn der andere das ausdrücklich einfordert.
Aber selbst dann kann es immer noch sein, dass man aus guten Gründen dieser Forderung nicht nachkommt.
Das heißt, in jedem Fall könnte deine Partnerin von dir keine Ehrlichkeit erwarten. Wenn sie dich um Ehrlichkeit bittet, würdest du das entweder gleich zurückweisen oder ein Versprechen geben, dass du fallweise brichst.
dass der andere mit der verletzenden Wahrheit, die man ihm zu bieten hat, nicht Mal im Traum gerechnet hat.
Ich finde es anmaßend, zu entscheiden, mit welcher Wahrheit ein erwachsener Mensch umgehen kann oder nicht.
Und ich glaube auch nicht, dass viele diese Begründung für eine Lüge akzeptieren würden.
Ich erkenne nur das Verschweigen eines Sachverhaltes.
(…) Die Frage, ob man bei nicht bestehender Beziehung seitenspringen kann, ist eine andere (…)Er scheint ja jetzt entschlossen zu sein. Dann hätte der Seitensprung geholfen
Klar, wenn man es so sieht, gibt es überhaupt keinen Anlass zum Nachdenken; es ist keine Beziehung sondern nur ein Verhältnis oder so was Ähnliches, und man hat nicht gelogen, sondern nur etwas verschwiegen. Und vielleicht hat es ja der (Nicht-) Beziehung sogar gedient.

Der Witz an dieser „schonenden“ und „pragmatischen“ Betrachtungsweise ist nur, dass sie das sicher nicht so sehen wir und er sich das nicht einmal selbst so schönreden kann.
 
  • #78
Ich höre heraus, dass zB du über einen Seitensprung deiner Partnerin lieber nichts wüsstest(?)
Stimmt. Beim allerersten Date mit meiner jetzigen Freundin war es ihr erstes Online-Date. Sie sagte, dass sie die nächsten einem anderen Mann ihr zweites Date hätte und unseres eben ihr erstes war. Bei einem der folgenden Dates, nachdem wir schon mal miteinander geschlafen hatten, sagte ich ihr dann klipp und klar, dass sie natürlich neben mir daten könne, wen sie wolle. Dass ich davon aber bitte absolut nichts wissen möchte, schon gar nichts konkretes oder gar ob da noch irgendetwas läuft.
Und meine Meinung zu Seitensprüngen bzw dass ich davon bitte nichts wissen will und erwarte, damit nicht belästigt zu werden, kennt sie auch.
 
  • #79
Und meine Meinung zu Seitensprüngen bzw dass ich davon bitte nichts wissen will und erwarte, damit nicht belästigt zu werden, kennt sie auch.
Ah, ok - das ist dann natürlich eine sehr klare Ansage und Haltung.
Einige wollen in offenen Beziehungen wohl trotzdem Bescheid wissen, was alles so nebenbei läuft - aber das ist möglicherweise tatsächlich eine Minderheit.

„Belästigen“ ist allerdings kein schöner Ausdruck in einer Beziehung.
 
  • #80
Der Seitensprung ist wohl nur ein Symptom seiner Unentschlossenheit mit seiner Freundin.
Das sehe ich genauso. Auch seine Wortwahl, dass "daraus etwas werden könnte" klingt für mich schwammig, unsicher und wenig begeistert von der Frau. Was er nun genau von ihr will, lässt sich so für mich nicht richtig ausmachen. Ich denke, es wird mit den Beiden so holprig weiter laufen wie bisher. Egal ob er "beichtet" oder nicht, das wird ein K(r)ampf...
 
  • #82
Das ist offensichtlich ein Missverständnis: ich führe keine offene Beziehung. Ich bin treu und habe keinen Grund anzunehmen, dass sie es nicht wäre.
Nur WENN sie es nicht wäre, würde ich es nicht wissen wollen.
Ah, auch eine Variante.
Dann ist es allerdings auch irgendwie unnötig, das „nicht erzählen“ so explizit zu betonen.
Und offenbar galt deine „Treuevermutung“ bei den ersten Dates noch nicht.
 
  • #83
Das heißt, in jedem Fall könnte deine Partnerin von dir keine Ehrlichkeit erwarten.
Welche Partnerin? Ich bin grundsätzlich zum Thema Verhalten während einer Beziehungsanbahnung schon Deiner Meinung und würde mich wohl auch so verhalten. Aber die Erwartung, dass der andere das auch so macht, halte ich für falsch.
Ich finde es anmaßend, zu entscheiden, mit welcher Wahrheit ein erwachsener Mensch umgehen kann oder nicht.
In welcher Richtung?
Der Witz an dieser „schonenden“ und „pragmatischen“ Betrachtungsweise ist nur, dass sie das sicher nicht so sehen wir und er sich das nicht einmal selbst so schönreden kann.
Der zentrale Punkt ist: wenn ich eine Beziehung oder Exklusivität möchte, kläre ich das.
Wer selbst keine klare Aussage macht, sondern erstmal abwarten möchte, der kann nicht erwarten, dass der andere sich verhält wie in einer Beziehung.

Bei mir sind Beziehungen immer schnell so klar gewesen, dass dieses Problem nicht auftauchte.
 
  • #85
Abgesehen davon finde ich es komisch, am Anfang einer dating-phase sowas wie sexuelle Treue zu erwarten.
Das kommt darauf an, was man unter "Dating-Phase" versteht. Sobald es in dieser Phase zum Sex einschl. gemeinsamer Übernachtung etc. kommt, gehe ich davon aus, dass dies Exklusiv ist. Gut, ich habe hier gelernt, dass man dies dann erst noch explizit vereinbaren muss (früher gab es "sowas" nicht 🤷‍♀️). Könnte der FS dann halt jetzt nachholen.
 
  • #87
Der zentrale Punkt ist: wenn ich eine Beziehung oder Exklusivität möchte, kläre ich das.
Wer selbst keine klare Aussage macht, sondern erstmal abwarten möchte, der kann nicht erwarten, dass der andere sich verhält wie in einer Beziehung
Ich schließe wohl zu sehr von mir auf andere. Ich bin total auf serielle Monogamie gepolt.

Und ich denke immer, dass man das mit der Beziehung mit der Zeit schon merkt, ohne es groß zu thematisieren.
 
  • #88
Ich schließe wohl zu sehr von mir auf andere. Ich bin total auf serielle Monogamie gepolt.
Ich auch. Aber eben nicht auf Warmhalten in der Kennenlernphase. Wenn man beiderseits nicht weiß, was man will, kommt das raus, was der FS beschreibt.
Und ich denke immer, dass man das mit der Beziehung mit der Zeit schon merkt, ohne es groß zu thematisieren.
Hier offenbar nicht.
 
  • #89
Mit "die Augen vor der Wahrheit verschließen" meinen wir Fälle, in denen die Wahrheit sich durch ein ungutes Gefühl, einen Verdacht, durch was auch immer mehr oder weniger stark aufdrängt. In diesen Fällen besteht daher bereits das, was ich unter #71 ein Problem genannt habe. In diesen Fällen kann die Wahrheit zu problemenlösung beitragen, da ist es sehr gut verständlich, dass man sie wissen möchte.
Aber genau das ist der UNTERSCHIED zum Fall des FS, indem die Frau überhaupt kein Problem hat und er es ihr mit einer "Beichte" erst bereiten würde. In Fall finde ich es unmoralisch, die im anderen ein Problem zu bereiten, nur um sich möglicherweise selbst ein besseres Gewissen zu verschaffen.
Sie hat durchaus ein Problem, sie weiß es nur noch nicht. Bleiben sie zusammen und es kommt irgendwann raus, ist es spätestens dann ein (sichtbares) Problem und je nachdem, wie sie strukturiert ist, geht sie dann und das tut möglicherweise mehr weh als hätte man am Anfang die Wahl gehabt.

Ich glaube, es gibt kein richtig und falsch in der Angelegenheit "beichten" oder eben nicht, auch wenn ich persönlich für die Variante Ehrlichkeit bin. Das Argument, dadurch seinen emotionalen Müll beim anderen abzuladen ist aber auch nicht völlig von der Hand zu weisen.
 
  • #90
Verwirrt1111, da stimme ich tatsächlich mal mit dir überein. Allerdings bin ich auch nicht der Typ fürs OD und deshalb verknalle ich mich erst und hab dann (erst) Sex, das ist aber nichts "Geplantes" oder Moralisches, ich hab nur keine Lust auf Sex mit jemandem, der mich nicht emotional berührt.

Von daher sind andere Männer für mich da gar nicht mehr existent und es würde mich durchaus stören, hätte mein Partner dann noch Sex mit anderen. Ist mir bisher nie passiert (soweit ich weiß), aber das liegt sicher auch mit an der Art der Beziehungsfindung.
 
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