G

Gast

Gast
  • #1

Freund in Lebenskrise und wir erwarten ein Kind

Hallo.Meine Situation ist eine sehr komplizierte.
Ich bin 32 Jahre alt, mein Freund 24 und wir sind seit 2,5 Jahren zusammen.
Er steckt seit längerem in einer außerordendlich schweren Krise.Geht seit fast 1 Jahr nicht mehr auf die Uni, hängt beinahe ausschließlich daheim vorm Laptop und fordert sich nicht im geringsten.Ich wollte das sehr lange Zeit nicht wahrhaben, dachte dass ich mit meinem Verhalten etwas ändern könnte.Verzieh ihm immer wieder sein "Schluß machen als Konfliktlösung", seine Wutanfälle, seine tagelangen Komplettrückzüge, sein Desinteresse an mir, seine Vorwürfe...einfach weil ich so verliebt in ihn war.
Aus dieser Verliebtheit heraus passierte auch meine Schwangerschaft.
Wir dachten bis zur gesetzlichen Frist über Abtreibung nach, stritten unglaublich viel, verletzten uns gegenseitig mit Worten und Kälte.Wir konnten uns nicht zur Abtreibung entschließen, es kam uns irgendwie falsch vor.Auch weil wir beide grundsätzlich Kinder wollen, nur einfach nicht zu diesem Zeitpunkt und vielleicht auch nicht mehr miteinander.
Aber passiert war passiert, und wir freuten uns, jeder mehr für sich als zusammen, auf das Kind.
Momentan sind wir geografisch getrennt, mit eher oberflächlichem sms Kontakt.Klar ist grad überhaupt nichts.
Es ist ein ständiges hin und her, bei dem ich einerseits das Gefühl habe dass er mich nicht wirklich liebt, aber gleichzeitig viel von mir erwartet und sehr an mir hängt(was ihm auch Angst zu machen scheint)Er fühlt sich bedroht von meiner Stärke, dass ich trotz der Beziehungskrise und der Schwangerschaft viel geschafft habe, und immer noch schaffe.Er fühlt sich schwach und ausgeschlossen, fühlt sich bedroht von meinen Freunden die in der schwierigen Zeit für mich da waren und sind.Er scheint auch Probleme mit der Abnabelung von zu Hause zu haben, Verwirrungen mit seinen Freunden, dem Studium...alo einfach eine umfassende Krise.
Nun weiß ich einfach nicht wie ich mich hinsichtlich unseres gemeinsamen Kindes verhalten soll.
Ich empfinde immer noch etwas für ihn und schließe eine gemeinsame Zukunft nicht aus(was ich ihm auch erst vorgestern wieder geschrieben habe)
Ich weiß was für ein wunderbarer Mensch er sein kann und habe immer noch die Hoffnung dass das wieder so sein kann wenn er seine Krise(mit therapeutischer Hilfe, die er aber immer noch nicht genutzt hat, obwohl er es schon lange überlegt und vor hat.)überwindet, oder zumindest an ihr arbeitet.In letzter Zeit meinte er eine Paartherapie würde helfen.Ich wäre bereit dazu.
Meine Frage nach der langen Einleitung ist aber,-macht es Sinn weiter an die Beziehung zu glauben, oder sollen wir gleich von Beginn an unser Kind getrennt aufziehen?Was nicht minder schwer wird, weil ich sicher noch Gefühle für ihn habe.Ich möchte auf keinen Fall dass unser Kind ohne ihn aufwächst.Möchte auch später nicht bereuen dass ich nicht ALLES getan habe um die Beziehung zu retten.
Glaubt ihr dass es besser werden kann?Danke fürs lesen.
 
  • #2
Ja, es kann besser werden. Aber: das wird es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht.

Schlag dir bitte sofort alle Rettungsfantasien aus dem Kopf, denn wenn jemand etwas ändern kann, ist es dein Freund und sonst niemand. Ob da eine Therapie nötig oder gar hilfreich ist, will ich an dieser Stelle nicht unbedingt thematisieren. Für mich steht allerdings eins fest: Wenn jemand eine "braucht", dann dein Freund und nicht Ihr als Paar. Das ist kein Paar-Problem, was Ihr da habt.

Du möchtest auf keinen Fall, dass dein Kind ohne ihn aufwächst. Aber manchmal ist es sogar besser so. Und nochmals, du kannst nicht nur nicht ALLES tun um die Beziehung "zu retten" - du kannst NICHTS tun um die Beziehung zu retten. Denn es ist dein Freund, der seine Lebensprobleme ganz alleine in den Griff bekommen muss - und hiermit steht und fällt die Qualität der Beziehung.

Wenn eine Frau ein Kind bekommt, verändert sich ihr Leben schlagartig und dramatisch. Dafür alleine braucht es schon soviel Kraft, dass für die Rettung eines unreifen Erwachsenen wirklich nichts mehr übrig bleibt, sollte so etwas denn überhaupt möglich sein.

Die allermeisten Psychotherapien scheitern in ihrem Ziel schlicht und ergreifend. Glaubst du, du hättest da eine bessere Chance?
 
G

Gast

Gast
  • #3
Ja, glaube ich. Manchmal kitzeln gerade Kinder aus verzweifelten Männern den Rest Selbstvertrauen und Stolz, das Gefühl, für jemanden der Besondere, einfach wichtig zu sein, heraus.
Mach doch die Paartherapie, auch wenn ER das Problem hat, suche dafür nur einen Therapeuten, der beide Therapieformen anbietet... sobald Din Freund die Anfangshemmung überwunden hat, ist er vielleicht auch mit einer passenderen Einzelanalyse einverstanden.
Und nochmal ja, ich glaube auch, dass für Kinder der physische Vater sehr wichtig ist, selbst wenn sie schon als Kinder gewisse Defizite am Vater bemerken sollten, weil sie einfach vorhanden sind. Da wäre nur wichtig, dass Du NIE Deine auch noch so berechtigte Wut auf den Vater des Kindes vor dem Kind thematisierst und noch wichtiger, dem Kind nie einen Grund zu der Annahme gibst, es selbst könnte irgendwie unzulänglich und teilverantwortlich für Defizite seines Vaters im Umgang mit ihm sein.
Deine Kraft finde ich toll! Auch, dass Du das Kind bekommst!!!
w,41
 
G

Gast

Gast
  • #4
#1 hat definitiv recht: manchmal ist es FÜR ein Kind besser, es wächst nicht mit beiden Eltern auf - in diesem Fall nur mit Dir!
Und: ja, Dein Kind und die mit seiner Ankunft verbundene Lebensveränderung wird für Dich gravierend sein - so gravierend, dass Du Deine ganze Kraft für Euch (Dich und Dein Kind) brauchst!

Du kannst Dich nicht mit der Rettung eines 24jährigen beschäftigen, der in der Pubertät stecken geblieben zu sein scheint!
Dieser Mann muß selbst aktiv werden, sich aufraffen, eine Therapie suchen - anderenfalls kann ihm keiner helfen!
 
G

Gast

Gast
  • #5
Allein schafft ihr es wohl nicht. Mit Hilfe evtl. Tipp von #2 stimme ich zu: Paartherapeut, der auch zu Einzeltherapie wechseln kann. Es ist gut, wenn Du mitmachst, Du bekommst mehr mit was löuft, verstehst und kannst mitmachen/mithelfen, er fühlt sich nicht allein, wo er sich doch nucht von zu Hause gelöst hat. Aber Achtung! Bist/willst Du Ersatz sein für sein zu Hause? Wenn nicht pass auf, dass es nicht so wird. Evtl., wenn seine Eltern gut Beziehungsgespräche auf Metaebene führen können, kannst Du mittels einer guten Beziehung zu ihnen vielleicht auch wieder einiges rausfinden, aber wieder Gefahr! Du rückst auch dirt auf Elternebene zu Deinem Partner und bist schon jetzt auf Therapeutenebene, weil Du Lösungen für ihn suchst, anstatt er selbst oder seiner Eltern.
 
G

Gast

Gast
  • #6
FS
Wenn diese angebl. Lebenskrise bereits ein Jahr andauert, wieso bekommen Sie da noch ein Kind ?
 
G

Gast

Gast
  • #7
Also ich frage mich ernsthaft was manche Menschen erdulden um dann auch noch hinten dran zu setzen : "ich weiß was für ein wunderbarer Mensch er sein kann" wenn Du Ihn bzw Eure Beziehung wie folgt benennst: ", Wutanfälle, tagelangen Komplettrückzüge, sein Desinteresse an mir, seine Vorwürfe , Streit , Verletzungen mit Worten und Kälte ..Lebenskrise und Isolation !!!!???? Das darf doch alles nicht Dein ernst sein ?! Wenn man von einer Beziehung oder seinen Partner beschreibt , dann kommen da Begriffe wie : Liebe , Geborgenheit , Vertrauen , Zärtlichkeit , Respekt , glücklich sein , Spaß haben , gemeinsam Lachen - und nun über denk mal ob das die richtige "Partnerschaft" ist ??
 
  • #8
Was willst du mit so einem Kind?
Ach so, eine Lebenskrise hat er. DAs Kind wächst jetzt in deinem Bauch keine Frage, aber es hat so einen Looser als Vater wohl nicht wirklich verdient. Solltest du um diese Beziehung weiter kämpfen, sollte dir klar sein, daß du für die nächsten Jahre 2 Kinder an der Backe hast....und eines davon kann nicht mal was dafür und wird wohl auch unter diesen Umständen leiden.
Auch glaube ich, daß du finanziell ziemlich allein dastehen wirst.
Dafür, und auch für dein weiteres Leben wünsche ich dir viel Kraft! Aber schieß dieses große Kind zum Mond, bevor er noch mehr Schaden anrichtet!
Um Himmels Willen, ich habe einen Sohn, der 2 Jahre jünger ist und aus seinem Leben weitaus mehr macht! Da würde ich auch einem Enkelkind völlig gelassen entgegen sehen!
 
G

Gast

Gast
  • #9
Die Geschichte könnte man auch anders schreiben: Da schnappt sich eine reife 30-jährige Frau einen knackigen jungen 21-jährigen Kerl. Dieser nimmt das sexuelle Abenteuer gerne mit, die Frau jedoch versucht sich den Jüngling zurecht zu biegen wie es ihr passt. Es soll ein richtiger Mann aus ihm werden, mit einem vernünftigen Uni-Abschluss, ordentlichem Gehalt, und der Vater ihrer Kinder. Er will sich nicht bevormunden und verbiegen lassen, reagiert mit Verweigerung und Ablehnung - die Frau will die Trennung nicht akzeptieren und zieht den letzten Trumpf und lässt sich schwängern.

Nun steht die Frau vor dem Scherbenhaufen, weiß keinen Rat mehr. Nur die Lebenskrise die sie bei ihrem Freund vermutet ist ihre eigene und wurde maßgeblich durch sie selbst herbeigeführt.

Mein Rat: Lass den jungen Mann ziehen, er will dich nicht als Lebens-Partnerin. Du warst ein Abenteuer für ihn, er hat nie gewollt, dass du die Mutter seiner Kinder wirst. Dein Kind hast du ganz alleine gezeugt - ihn hast du nur dafür benutzt. Also bitte übernehme auch die Verantwortung dafür.
 
  • #10
Euch trennt eine ganze Generation und somit seit ihr natürlich an ganz unterschiedlichen stellen in eurem leben. Er muss sich finden, abnabeln und seine Zukunft planen. Du hast das alles hinter dir und übernimmst die Rolle der Ersatzmutter. Ich kann da zwischen euch keine Beziehung auf Augenhöhe sehen und kann gut nachempfinden, warum er sich unterlegen fühlt. Alleine von der Erfahrung und deinem selbstständigen Leben, von dem er weit entfernt ist. Aber dies muss er alleine auf die Reihe bekommen und bevor er das nicht hat, ist auch eine Beziehung auf Augenhöhe nicht möglich und er wird auch kein guter Vater sein. Aber die Vaterschaft könnte ihn motivieren aus dem Knick zu kommen und sich in die richtige Richtung zu bewegen.
 
  • #11
Dein Kind hast du ganz alleine gezeugt - ihn hast du nur dafür benutzt. Also bitte übernehme auch die Verantwortung dafür.

Wie bitte zum Sex gehören immer noch zwei Menschen dazu und nicht einer. Mit 18 ist man Volljährig und mit 21 voll strafmündig. Ein Mann der 24 Jahre alt ist ober 23 als das Kind gezeugt wurde sollte wissen was er will und was er da macht.

Klar sind 8 Jahre viel aber wäre die Frau 24 und der Mann 32 da würde keiner was sagen.

Ein großes Kind kann sich die Frau in jedem Alter an die Backe holen.

FS denke nur an deine Bedürfnisse und die des Kindes. Natürlich hat er als Vater auch Rechte und die solltest du ihm auch erlauben. Eine Beziehung und ein Kampf um diese solltest du besser lassen. Der Mann verdient kein Geld und es wird noch Jahre dauern biss er vielleicht mit seinem Studium fertig ist, du wirst als Frau in der Zeit drei Mäuler stopfen müssen, denn wahrscheinlich bist du berufstätig und wirst auch nach der Schwangerschaft früh anfangen anzuarbeiten. Gerade in dieser ganz sensiblen und empfindlichen Zeit der Schwangerschaft und kurz danach, da sollte er als Vater für dich da sein und nicht du für ihn.

Beschränke den Kontakt zu dem Mann auf das Nötigste. Gehe zum Jugendamt und beantrage eine Unterhaltsvorauszahlung und hoffe dass er in ein paar Jahren einen Job hat und selber für sein Kind aufkommen kann.

Auf dich als Frau und Mutter kommt eine sehr heftige und schwere Zeit zu. Und wenn du da nicht aufpasst dann reist er dich in einen sehr tiefen Abgrund mit runter.
 
G

Gast

Gast
  • #12
Du bist mitten in der Schwangerschaft und deine Gefühle und Hormone spielen verrückt.

Du bist hin und her gerissen. Wenn er wirklich ernsthafte psychische Probleme hat, dann vergiss die Beziehung und konzentriere dich auf dich und das Kind. Du kannst nicht zwei Kinder betreuen.
Menschen mit ernsthaften psychischen Problemen stellen eine hohe Belastung für die Angehörigen dar. Binde dir das nicht ans Bein.

Habe selbst viele Jahre mit einem psychisch kranken Menschen verbracht wegen einem Kind und es war sehr hart.
 
G

Gast

Gast
  • #13
Für mich klingt das erst einmal nach einem relativ normalen, jungen Mann. Er hat sich vielleicht für einen Studiengang entschieden, der ihm nicht so ganz liegt und ist jetzt in einer Orientierungsphase. Ich bekomme das öfter bei so jungen Leuten mit und finde es auch nicht schlimm.

Das mit der Schwangerschaft finde ich schwierig, denn einer von Euch beiden wird ja für die Verhütung zuständig gewesen bzw. sich dafür verantwortlich gefühlt haben. Schade, dass Ihr beide Euch nicht gut genug versteht, um gemeinsam gute Eltern sein zu können. Trotzdem, die Hoffnung, dass Ihr Euch noch zusammenrauft möchte ich nicht aufgeben. Der junge Mann tut mir im Gegensatz zu den meisten Foristen hier allerdings mehr leid: 32 mag ein gutes Alter sein, um Mutter zu werden, aber 24 ist viel zu jung um Vater zu werden, meine Meinung. Der junge Mann müsste jetzt anfangen für sich selbst Verantwortung zu übernehmen und nicht gleich für ein Kind von einer Frau, mit der er "eigentlich", zumindest wirken Deine Zeilen auf mich so, keine Familie plante.

Aber irgendwie werdet Ihr zurechtkommen. Es gibt für junge Familien einige Hilfsangebote.

w/50
 
G

Gast

Gast
  • #14
liebst du ihn noch? stell dir ganz ehrlich diese frage selbst!
tust du das, dann kann es vielleicht wieder besser werden mit euch beiden..

ER muss allerdings auch beziehungs- + studientechnisch aktiv werden, sonst gibt es eine unbefriedende schieflage, mit vieeeel zermürbenden streit.
(für die beziehung muss es ein *WIR* geben, sonst klappt es nicht.)

bleibt der mann weiterhin unreif und bemitleidet sich selbst, dann nimm die beine in die hand und renne (weg) so schnell du nur kannst.
du brauchst die kraft in erster linie für dich und dein ungeborenes baby!

w46
 
Top