• #31
Also ich bin gerade wirklich verwirrt, wie man auf die Idee Heiratsschwindler kommt. Der Mann steckt nicht nur seine Arbeitskraft in das Haus, sondern auch sein Geld. Er kauft Baumaterial, also günstig ist das alles nicht. Beide Partner stecken ihr ganzes Geld und Zeit in das Haus, also mit einer Mietwohnung ist das nicht zu vergleichen. Er steigert den Wert des Hauses, mit seinem Einsatz und das sollte schon einen Wert haben.

Wenn der Mann keine Miete zahlt, dann sollte eine ca. Schätzung gemacht werden, was er in das Haus investiert und das sollte mit der Miete verrechnet werden.

Die FS soll ihr Eigentum nicht gefährden aber der Mann baut das Haus, für seine und ihre Zukunft, um und nicht nur für ihre. Also da ist schon eine Diskrepanz da.
 
  • #32
Nun, eine größere Hausrenovierung ist keine Kleinigkeit.
(Spreche aus jahrzehntelanger Erfahrung - an nur einem Haus !)

Miete an den Partner zahlen, erscheint merkwürdig. Aber andererseits spart er die Miete für eine eigene Wohnung ein. Mietfrei wohnen wollen, aber nix dafür tun, und das eingesparte Geld selber ausgeben - ist nicht partnerschaftlich, sondern egoistisch.

Ja, sie könnte ihn jederzeit (aus dem Haus) "raus werfen". Aber das ist das Risiko in jeder Partnerschaft.
Entweder reines, vertragliches Mietverhältnis, und getrennte Wohnungen im Haus - oder Partnerschaft + gemeinsam. Aber die Vorteile von Beidem passen m.E. schlecht zusammen, besonders bei Trennung.

Mietfrei wohnen - aber dafür am Haus renovieren, scheint also die beste Lösung. Jederzeit kündbar, ohne "offene Konten". Seine Renovierung wird lfd. "bezahlt" durch die Einsparung eigener Miete.

Ich schätze, daß die Frau hier sowieso den größten Anteil leistet. Einmal durch Kauf, Abzahlung und Zinsen an dem Haus. Dann die lfd. Betriebskosten. Und schließlich m.E. das Baumaterial für die Renovierung.
Dagegen er "nur" seine Arbeitsleistung. Die ist nicht wenig, aber man sollte stets das Gesamte und die Relationen betrachten.

Vorschlag: Die FS könnte z.B. ein Wohnrecht in diesem Haus an ihn testamentarisch vererben ?
So daß dieses Wohnrecht erst im Erbfall ins Grundbuch eingetragen wird.
Trennt sich das Paar vorher, kann sie ihr Testament abändern = dieses Wohnrecht streichen.
So kann sie jederzeit über ihren Willen bestimmen, und muß zu Lebzeiten nichts bereuen, egal wie diese Beziehung ausgeht.
Ganz wichtig: Vorher mit einem Anwalt für Erbrecht prüfen lassen, Damit es z.B. wg. der Erbschaftssteuer keine böse Überraschung für ihn gibt ? Denn Wohnrecht hat auch einen geldwerten Vorteil - danach berechnet der Notar seine Gebühren. Und vielleicht das Finanzamt die Erbschaftssteuer ?
Denn Nicht -Verheiratete haben relativ kleine Freibeträge beim erben.
 
G

Gast

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  • #33
hier FS:
Meine Güte, das ist echt schwierig. Also ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass man ihn als modernen Heiratsschwindler bezeichnen kann. Das könnte er einfacher haben und müsste hier nicht so viel Eigeninitiative reinstecken. Wir wollen das ja auch wirklich für uns und unsere Zukunft aufbauen. Schwierig wird es halt wirklich im Fall der Trennung, wobei ich nicht abschätzen will, wer von uns beiden den Schritt zuerst gehen könnte. Mal angenommen die Trennung würde von mir ausgehen, finde ich seine Angst völlig nachvollziehbar. Stelle ich mir jedoch vor, er findet eine andere Frau und verliebt sich und ich soll ihm nun noch auszahlen und stehe mit dem Haus und den Kosten allein da... Da wird mir schlecht.
Ja, meine Großeltern haben, so wie es früher üblich war, alles zusammen aufgebaut, haben an einem Strang gezogen und sind hier gestorben... Wie es heutzutage ist, muss ich hier glaube niemanden erklären. Aber was passiert im Fall der Fälle? Wenn man sich etwas gemeinsam kauft oder aufbaut, geht man im Grunde gemeinsam wieder heraus oder ein Part ist so gut Situiert, dass er sich eine Auszahlung und alleinige Unterhaltung leisten kann.
Ihr habt viele Ideen, die man aufgreifen kann (außer dass mit der Trennung - dazu sollte ein Gespräch über die Zukunft eigentlich nicht führen). Dass mit der Pflege von Wohnung und Garten seh ich auch als nicht "anrechenbar". Was für mich zugrunde gelegt werden könnte, sind wirklich Sachen wie Maurerarbeiten, Heizraum umbauen, Hof pflastern etc.. Wir stecken wirklich beide unsere Arbeitskraft UND unser Geld hier rein. Wenn es anfällt investiert mein Freund auch in Baumaterial, zahlt Einkäufe usw..
Beide zusammen und keiner legt sich mehr weg als der andere. Wir kennen unsere finanziellen Situationen und haben auch so null Geheimnisse voreinander. Also ich glaube im Großen und Ganzen führen wir eine sehr intakte Beziehung und haben uns über die Zukunft unterhalten, wo keiner von uns eine richtige Lösung hatte. Deswegen bin ich hier :)
Das mit dem Grundbucheintrag oder Wohnrecht kam ja auch nicht von ihm. Sondern geisterte mehr oder weniger in meinem Kopf als "Nicht-möglich-Variante".
 
  • #34
@FS: Also wenn die Beziehung intakt ist, dann ist es doch die beste Lösung, dass er umsonst bei Dir wohnt und dafür seine Arbeitskraft reinsteckt. Das ist einfach, fair und partnerschaftlich. Eventeull solltest Du sehen, dass Du die Baukosten und Materialien bezahlst, auch wenn du dann mal weniger zurücklegen kannst. Material reinstecken sollte er nicht müssen. Arbeitskraft dagegen rechne ich ab unter "gemeinsame Freizeit und Partnerschaft".

Soviel ist Laienarbeit ja auch nicht wert. Du darfst ja nicht die Kosten eines Fachunternehmens gegegnrechnen, sondern seine laienhafte Arbeitszeit. Du berechnest ja auch keine Spitzenkoch-Tarife, wenn Du Essen kochst. Er investiert seine Freizeit. Das ist ihm moralisch hoch anzurechnen, aber dch bitte nicht kostenmäßig.

Ich denke, jede monetäre Regelung würde Dich hier benachteiligen. Lass Dich nicht abzocken und nirgends hineintreiben. Wenn er bei Dir kostenlos wohnt, dann ist das mehr als Ausgleich genug!

Richtig ist aber auch, dass derjenige, der Arbeit hineinsteckt, sich klar sein muss, dass es dafür keine Entlohnung gibt, sondern es eben Teil er Partnerschaft ist, alles miteinander zu tun. Es sollte ihm Spaß machen, es sollte für ihn sinnvolle Freizeitbeschäftigung sein, Wenn es das nicht ist, dann sollte er es auch nicht machen.
 
G

Gast

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  • #35
Liebe FS,
ich sehe es auch so, wie hier einige Vorredner:
Wenn er für Miete oder Hauskredit-Raten wirklich nichts zahlt, spart er doch jeden Monat einige Hundert Euro. Die muss er sich auch wirklich weglegen dürfen.
Im Gegenzug für die gesparte Miete macht er eben die Bauarbeiten an deinem Haus und steigert so den Wert, zumindest den aktuellen Wohnwert deines Hauses. Die Materialien hingegen musst natürlich DU bezahlen! Da hättest du von Anfang an drauf achten sollen, dass er die nicht bezahlt, sondern immer du, denn da kommt ganz schnell sehr viel Geld zusammen, die man so im Baumarkt lässt! Und die Materialen sind ja dann in deinem Haus verbaut, die kann er im Falle einer Trennung nicht mitnehmen wie ein Möbelstück, was er bezahlt hat.

Mir ist nicht ganz klar, dass du schreibst, er hat am Ende des Monats nichts übrig. Das dürfte nicht sein! Wie gesagt, müsste er jeden Monat mindestens 300 Euro zurücklegen können, die er ja normalerweise für eine Wohnungskaltmiete zahlen müsste.
Du selbst kannst natürlich nicht so viel zurücklegen, denn du steckst dein Geld natürlich in dein Haus.
Wenn ihr wirklich beide gleich viel GELD in dein Haus steckt, dann ist das wirklich ungerecht ihm gegenüber! Da müsst ihr wirklich klarer trennen!
Das Grundprinzip ist: Du finanzierst dein Haus und kannst deshalb nicht soviel sparen - er finanziert kein Haus, kann deshalb aber mehr sparen! Da dir das Haus gehört (und auch immer gehören soll!) und ihm nicht, könnt ihr bei den Geldausgaben nicht plötzlich "Gleichmacherei" betreiben und euch vormachen, zusammen zu wirtschaften und alles Geld in einen Topf (dein Haus!) zu werfen! Da würde er im Falle einer Trennung wirklich den kürzeren ziehen.

Mein Vorschlag ist: Beschließt und achtet darauf, dass er jeden Monat die Summe einer Kaltmiete (z.B. 300-500 Euro) von seinem Gehalt auf sein Konto, oder wenn er schlecht sparen kann, direkt auf ein extra "Sparkonto" (z.B. Tagesgeldkonto) zurücklegt. Dieses Geld darf er wirklich nicht für dein Haus oder gemeinsame Ausgaben antasten. Im Falle einer Trennung hat er dann diese angesparte Summe - und du hast dein Haus und musst ihm nicht irgendwelche Summen auszahlen oder ihm irgendwelche Arbeitsleistungen bezahlen.
Das finde ich eine faire Lösung und könnte mir solch ein Modell vorstellen, wenn ich an der Stelle deines Freundes wäre.

Falls ihr ohne die 300-500 Euro, die dein Freund sich auf einem Konto zurücklegt, finanziell nicht über die Runden kommt, bzw. du dein Haus dann nicht ausbauen kannst, stimmt grundsätzlich in deiner Finanzplanung etwas nicht - dann hast du dich nämlich finanziell übernommen und man kann dir zu Recht vorwerfen, deinen Freund ein bisschen auszunutzen!

Bleibt ihr bis zum Ende eures Lebens zusammen, könnt ihr das angesparte Geld deines Freundes mit 70 oder 80 immernoch für etwas Schönes gemeinsam ausgeben! Oder es erben mal seine Kinder, was dann auch gerecht wäre.

w47
 
G

Gast

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  • #36


Klar, nur hat ER im Falle einer Trennung gar nichts - und sie ein schöneres Haus.
Auch nicht ganz fair.
Wie in einer Mietwohnung, die der Mieter in Eigenarbeit schöner macht und der Vermieter ihn irgendwann wg. Eigenbedarf vor die Tür setzt -- und in dem Fall ist ein Ausgleich der erbrachten Leistungen doch ebenfalls drin.

Ich finde die Situation sehr schwierig .
Du muss - ob du einen LG hast oder nicht - die Hauskosten tragen und am Ende hast du ein Haus, dass allein dir gehört.
Fair fände ich deshalb die Teilung der Nebenkosten, des tgl. Verbrauchs und aller anfallenden Arbeiten. Und evtl. eine Vereinbarung für den Fall, dass dir etwas passieren würde.

Ich habe selber im Bekanntenkreis ein Beispiel, was mir zu denken gibt und ich daher deinen LG verstehen kann (abgesehen vom Grundbucheintrag): Hier haben beide in seinem Haus gewohnt - er ist völlig unerwartet verstorben und seine Kinder haben die Frau postwendend vor die Tür gesetzt.
 
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