• #1

Freund und Sport

Hallo zusammen,

mich würde mal interessieren, wie ihr das Thema Hobby und Partnerschaft seht. Ich (w,29) bin jetzt seit drei Monaten mit meinem Freund zusammen und an sich sehr glücklich.
Mein Freund betreibt schon seit einigen Jahren relativ intensiv Sport im Verein, das bedeutet 2 bis 3 mal die Woche feste Trainingszeiten und jedes zweite bis dritte Wochenende von Freitag bis Sonntag entweder Trainingslager oder Wettkämpfe. Ich finde das einen ganz schön hohen Zeitfaktor, zumal ich das Hobby nicht teile und damit recht wenig anfangen kann.
Auch der gesamte Freundeskreis meines Partners erstreckt sich auf die Vereinsleute - oft kann ich also in gemeinsamen Runden gar nicht richtig mitreden und habe das Gefühl, nicht dazuzugehören. So gut wie alle in der Runde haben ihren Partner über den gemeinsamen Sport gefunden und sind im gleichen Verein aktiv. Mir kommt es einfach so vor, als ob ich bei einem großen und wichtigen Teil seines Lebens außen vor bin.
Gerade wenn ich an eine gemeinsame Zukunft denke, macht mir das Sorgen... Ich bin selber kein großer Vereinsmensch und mir graut es vor der Vorstellung, meine Wochenenden später mal mit Kind am Spielfeldrand beim Anfeuern zu verbringen. Zudem habe ich das Gefühl, dass bei der Intensität seines Hobbies kaum Platz für gemeinsame neue Interessen bleibt.
Noch dazu stört es mich irgendwie, jedes zweite oder dritte Wochenende auf den Partner verzichten zu müssen, vor allem weil wir uns unter der Woche schon nicht viel sehen (beide aktuell beruflich sehr eingespannt).
Wie würdet ihr mit diesen Sorgen umgehen? Haltet ihr das für einen normalen Zeitrahmen für ein Hobby, den ich einfach akzeptieren muss?
 
  • #2
Ich finde schwierig, jemanden kennenzulernen und ihn dann ändern zu wollen. Sportliche Aktivitäten können verletzungsbedingt eingeschränkt werden, ansonsten sind sie meist Lebensgefühl und damit dauerhafter Zeitfaktor.

Wie wprde es Dir damit gehen, Dich mit dem jetzigen Zustand weitgehend auf Dauer arrangieren zu müssen?
 
  • #3
Wie würdet ihr mit diesen Sorgen umgehen? Haltet ihr das für einen normalen Zeitrahmen für ein Hobby, den ich einfach akzeptieren muss?

Gekauft wie gesehen, sorry. Das war von Anfang an klar und es ist völlig egal was wir davon halten. Ich versteh nicht warum Frauen immer meinen in das bestehende Leben eines Mannes zu platzen und dann denken, sie könnten ihn schon so drehen wie sie ihn brauchen.
Akzeptier es oder geh!
w33
 
  • #4
Als ich meinen Ex Mann damals kennengelernt habe war das ganz genauso. Er war in den 10 Jahren, in denen wir zusammen waren, 4,5 manchmal auch 6 Abende wegen seines Hobbys weg. Er war genau wie dein Partner in einem entsprechenden Sportverein. An den Abenden, an denen er zu Hause war, saß er am PC und hat sich mit dem Hobby beschäftigt und ich war alleine. Immer. Auch unsere Urlaube hatten zu 90% mit seinem Hobby zu tun. Wäre ich nicht mitgefahren dann hätten wir kaum Zeit miteinander gehabt. Selbst essen gehen war ohne jemanden aus seinem Verein nicht möglich.
Andere Interessen hatte er nicht und wollte auch nicht.
Ich war sehr einsam damals denn Freunde können die Zeit mit dem Partner nicht ersetzen und das ist auch nicht der Sinn der Sache.
Ich habe mich um unser komplettes Leben gekümmert trotz Vollzeitjobs, er war mit seinem Job und seinem Hobby beschäftigt. Manchmal haben wir uns tagelang gar nicht wirklich gesehen denn wenn ich von der Arbeit nach Hause kam fuhr er los zum Verein. Und kam erst irgendwann nachts nach Hause als ich schon geschlafen habe.
Ich wollte ihm nie das einschränken, was er offensichtlich mehr geliebt hat als alles andere. Das hätte nur Streit und Frust bedeutet und was hätte ich denn von jemandem, der nur widerwillig mit mir die Zeit verbringt aber viel lieber woanders wäre? Nein, das war nicht meine Art.
Aber das hat dann zur Trennung geführt. Diese Beziehung hat für mich gar keinen Sinn gemacht.
Es muss bei dir nicht so ausgehen aber bei mir war das so. Es waren 10 Jahre meines Lebens. Er wollte auch keine Kinder haben weil er sich nicht einschränken wollte in seinem Hobby.
Er ist ein ganz toller Mensch und es tut mir sehr leid, dass es so gekommen ist aber es war da nichts zu ändern.
 
  • #5
Hi,

Ich war vor L auch mal kurzzeitig mit so einem Tausendwusler liiert für ein knapp halbes Jahr.

Du siehst jetzt, was seine Freizeit ausmacht und das korreliert nicht mit deinem Verständnis. Du solltest nicht nach richtig oder falsch fragen und was andere davon halten, sondern abklopfen wo ihr ohne viel basteln zusammen passt. Oft passt es dann eher für Leute die ähnlich "Freiheit lieben " und stets verplant sind in Vereinen etc. Und der andere macht happy sein ggf. anderes Ding.

Ich hatte damals zb schon ein Pferd, war mehrere Male pro Woche paar Stunden am Stall, stünde an den anderen Tagen parat für Paarzeit. Er hatte quasi an jedem Tag was. Feuerwehrprobe, Holzen, Fasnet auch und Mountainbike sowieso. Immer Programm. Häuslich weniger. Hat also nicht gepasst.

L jetzt ist von sich aus Paartyp. Genau wie ich. Wir kreisen nicht wie Propeller umeinander, aber wir sind einander unsere Base und jeder kommt gerne heim. Wir bewerten das jeweils anders, und doch gleich. Mein Pferd zieht mich raus, er macht dann was anderes. Einkaufen geht man mal getrennt und mal zusammen. Das fühlt sich net nach ungleich an weil wir beide auf Paarzeit achten und ein ähnliches Nähe-Distanz Empfinden haben. Dann fand sich alles andere so Stück für Stück ganz ohne grübeln und kämpfen.



Darauf solltest du achten.

Alles Gute dir

W37 mit m38
 
  • #6
Gekauft wie gesehen, sorry. Das war von Anfang an klar und es ist völlig egal was wir davon halten. Ich versteh nicht warum Frauen immer meinen in das bestehende Leben eines Mannes zu platzen und dann denken, sie könnten ihn schon so drehen wie sie ihn brauchen.
Akzeptier es oder geh!
w33
Warum direkt so hart und unfreundlich? Diese verbale Ohrfeige muss man jetzt nicht verstehen, oder?
Sie ist ja nicht ohne sein Zutun in sein Leben „geplatzt“. Auch er will offensichtlich etwas von ihr sonst wären sie nicht zusammen.
Es hat doch nichts damit zu tun, jemanden „drehen“ zu wollen. Man verliebt sich eben in einen Menschen und lernt ihn kennen. Und wie viel das mit dem Hobby dann an Zeitaufwand tatsächlich ist, wie sich der Alltag gestaltet und was das für das eigene Leben bedeutet, das ergibt sich doch erst wenn man es tagtäglich erfährt. Eine Glaskugel hat niemand und wenn wir immer alles so ganz genau bereits im Vorfeld wüssten dann wären wir alle unfehlbar…
 
  • #7
Problematisch ist es, wenn du sein Hobby und seine Begeisterung nicht teilst, dich dauerhaft vernachlässigt und ausgeschlossen fühlst und traurig bist.

Ich finde es normal, dass man, sobald man eine Beziehung hat, seine Freizeitaktivitäten ein bisschen ändert und nicht genau wie vorher weitermacht, denn ist ja klar, dass man alleine seine Zeit anders füllt als mit Partner/in, und in der Regel ist es ja auch schön, was mit dem anderen zusammen zu machen. Dass er aber jetzt deinetwegen sein liebstes Hobby und seinen Lebensstil aufgibt oder komplett ändert, ist zu viel verlangt, denn so ist er halt und gut wäre für ihn eine Partnerin, die ihn so akzeptiert und liebt, wie er ist.

Mein Partner und ich machen auch viel Sport, er pausiert momentan verletzungsbedingt und konzentriert sich daher gerade auf andere Aktivitäten, aber es waren bei ihm auch schon mal 15 bis 20 Stunden die Woche plus Urlaub im Trainingslager etc. Mich stört das überhaupt nicht, sondern ich unterstütze ihn gerne dabei, denn als ich mich in ihn verliebt habe, habe ich mich zeitgleich auch in seinen Sport verliebt, das war das größte Geschenk, das er mir machen konnte, inzwischen habe ich mich auch voll reingesteigert und begeistere mich sogar mehr für den Sport als er, es ist ein Individualsport, aber wir trainieren öfters zusammen und ich liebe es, mich stundenlang mit ihm über alle möglichen diesen Sport betreffenden Details zu unterhalten, es gibt da unendlich viele Themen, wir hören auch beim Essen Sport-Podcasts, haben ein Sport-Magazin abonniert, gucken teilweise den Profi-Sport und reden darüber, wir gehen auch zusammen neue Ausrüstung und Sportkleidung für uns kaufen und beraten uns dabei, wir unterhalten uns über verschiedene Ernährungskonzepte und wie man sich für diesen Sport gut versorgt und regeneriert, wir entwerfen zusammen Trainingspläne, nehmen zusammen an Wettkämpfen teil oder begleiten und unterstützen uns bei Wettkämpfen, danach massieren wir uns, und manchmal pflegen und verarzten wir uns auch. Ich sehe diesen Sport nicht als Hobby, sondern als Lifestyle, es ist für mich der Gipfel der Lifestyle-Pyramide und ich finde es wahnsinnig toll, wie viele Aspekte er hat und dass es immer noch so unendlich viel zu lernen und zu verbessern gibt.

Also ein möglicher Ansatz wäre, sich ebenfalls für den Sport zu begeistern oder wenigstens zu interessieren, zumindest für Teile davon, jede Sache kann irgendwie interessant sein. Ich habe mich schon immer sehr für die Dinge interessiert, die meine Partner machen, wollte und will immer alle Details wissen, mich fasziniert das. Ich finde es toll, wie man durch seinen Partner neue Themen für sich entdeckt, ja, ich habe bisher immer etwas von meinen Partnern übernommen und auf die Art viel Neues gelernt, ich finde das extrem bereichernd. Aber natürlich sollst du dich nicht verbiegen, so was müsste von innen kommen. Oder es passt halt einfach nicht mit euch, vielleicht stellst du das gerade fest.
w27
 
  • #8
An sich ist nicht glücklich.
Mein Freund betreibt schon seit einigen Jahren relativ intensiv Sport im Verein, das bedeutet 2 bis 3 mal die Woche feste Trainingszeiten und jedes zweite bis dritte Wochenende von Freitag bis Sonntag entweder Trainingslager oder Wettkämpfe.
Das wird die nächsten Jahre weiter gehen, und selbst wenn er dann nicht mehr aktiv im Wettkampf ist, gibt es andere Funktionen.
Ich finde das einen ganz schön hohen Zeitfaktor, zumal ich das Hobby nicht teile und damit recht wenig anfangen kann.
Sein Hobby ist Fakt, das Andere Dein Thema, er wird wegen Dir nicht einschränken, vor allem geht es auch nicht, Training, Spiel.
Auch der gesamte Freundeskreis meines Partners erstreckt sich auf die Vereinsleute - oft kann ich also in gemeinsamen Runden gar nicht richtig mitreden und habe das Gefühl, nicht dazuzugehören.
Die Vereinsleute, da ist eine Wertung drin, da willst Du gar nicht dazu gehören, es sind seine Freunde, und es wird mit Sicherheit nicht nur über Fussball geredet.
So gut wie alle in der Runde haben ihren Partner über den gemeinsamen Sport gefunden und sind im gleichen Verein aktiv
Rate mal warum?
Du suchst Dir einen aktiven Fußballer und beschwerst Dich dann über die Zeit, die Fussball einnimmt?
Haltet ihr das für einen normalen Zeitrahmen für ein Hobby, den ich einfach akzeptieren muss
Das ist für dieses Hobby normal, gilt analog auch für andere Mannschaftssportarten, Menschen, die in Musikkapellen spielen, etc.
Vereine, Ehrenämter, Engagement kostet Zeit, ist es Dir zuviel, musst Du es lassen.
Nimm das Fazit, Du magst das Hobby nicht, dass ein wesentlicher Teil seines Lebens ausmacht, Du magst seine Freunde nicht, und Du möchtest, dass er seine Freizeit überwiegend mit Dir verbringt, passt nicht, von Anfang an nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
B

BrownEyes

Gast
  • #9
Ich bin auch kein Vereinsmensch oder renne 5 Mal die Woche zum Fitness . Wenn jemand sehr aktiv ist und der andere weniger ist es sehr schwierig. Man möchte ja auch Zeit mit seinem Partner verbringen. Ihr habt ja auch keine gemeinsamen Freunde. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Gerne auch getrennt Dinge unternehmen, aber nicht nur.
 
  • #10
Wenn er darin voll aufgeht, wird er das sicher nicht in nächster Zeit reduzieren. Es gibt natürlich weniger zeitintensive Hobbies. Ich bin auch in jedes mögliche Training gegangen, aber das waren nicht so viele unter der Woche und an den Wochenenden war nur selten mal was.

Mein Ex war auch sehr aktiv im Verein, aber mich hat das nicht wirklich gestört, da ich gern Zeit für mich habe. Ich fand es nur nicht ok wenn er mir vorher gesagt hat, er wäre früher zu Hause, damit wir noch was unternehmen können, und dann ist er doch den ganzen Tag geblieben und hat mich warten lassen.

Du weißt jetzt, was dich erwartet und musst überlegen, ob du das so willst.
 
  • #12
bin jetzt seit drei Monaten mit meinem Freund zusammen und an sich sehr glücklich.
Das sollte die Basis sein. Wenn du sehr glücklich bist, dann ist doch die gemeinsame Zeit qualitativ gut? Dann werdet ihr auf Dauer wohl nur Glücklich wenn du die Qualität vor die Quantität eurer Beziehung stellst.
Mein Freund betreibt schon seit einigen Jahren relativ intensiv Sport im Verein, das bedeutet 2 bis 3 mal die Woche feste Trainingszeiten und jedes zweite bis dritte Wochenende von Freitag bis Sonntag entweder Trainingslager oder Wettkämpfe. Ich finde das einen ganz schön hohen Zeitfaktor, zumal ich das Hobby nicht teile und damit recht wenig anfangen kann.
Du hast ihn so kennen und lieben gelernt. Gekauft wie gesehen, wie es so schön heißt. Hast du erwartet, er gibt das für dich auf?
Auch der gesamte Freundeskreis meines Partners erstreckt sich auf die Vereinsleute - oft kann ich also in gemeinsamen Runden gar nicht richtig mitreden und habe das Gefühl, nicht dazuzugehören.
Du hast zwei Möglichkeiten, dich zu interessieren oder damit wenigstens tolerant umzugehen.
Mir kommt es einfach so vor, als ob ich bei einem großen und wichtigen Teil seines Lebens außen vor bin.
Das Gefühl kann ich verstehen. Es ist aber deine Aufgabe, damit einen Umgang zu finden. Denn der Sport ist ein wichtiger Teil seines Lebens und wird dafür sorgen, dass er zufrieden ist und bleibt. Wünscht du dir von deiner Beziehung etwas anderes, bist du gut beraten dir einen passenderen Mann zu suchen. So hart das auch klingt, aber das ist meine Lebenserfahrung.
Gerade wenn ich an eine gemeinsame Zukunft denke, macht mir das Sorgen... Ich bin selber kein großer Vereinsmensch und mir graut es vor der Vorstellung, meine Wochenenden später mal mit Kind am Spielfeldrand beim Anfeuern zu verbringen.
Keine gute Basis. Wenn das wirklich so ein Angang ist, würde ich mich schon fragen, ob das eine Zukunft hat. Du willst nicht und umkrempeln, solltest du ihn auf keinen Fall.
Zudem habe ich das Gefühl, dass bei der Intensität seines Hobbies kaum Platz für gemeinsame neue Interessen bleibt.
Ich habe eines im Leben gelernt. Menschen die eine Leidenschaft haben und darin aufgehen, sind meistens zufrieden. Das ist eine Wichtige Basis, auch für eure Beziehung.
Ich kann dir nur raten, bleibe bei dir. Suche dir deine eigene Leidenschaft. Das ihr dabei genug gemeinsame Schnittmenge habt, wird eure gemeinsame Aufgabe sein. Du tust aber gut daran dich ehrlich und aufrichtig zu Fragen: Will ich das so? Kann ich das so?
 
  • #13
Fehler Nr. 1 ist müssen! Müssen tust du schon mal gar nichts! Ich würde mir einen passenden Partner aussuchen, der ist es für dich nicht, lass die Finger von ihm, trenne dich und suche dir einen anderen Partner, der zu dir passt, es sei du willst unglücklich dein Leben gestalten, dann bleibe bei ihm, so einfach!
 
  • #14
Ich (w,29) bin jetzt seit drei Monaten mit meinem Freund zusammen und an sich sehr glücklich.
Du bist garnicht mit ihm glücklich. Du wärst glücklich, wenn er so wäre, wie Du ihn gern hättest, ihn zu Anfang vielleicht auch gesehen hast leicht geblendet von Verliebtheit.

Nun hält die Wirklichkeit Einzug in Dein Leben und Du siehst wie er wirklich ist . Das "sehr glücklich" darüber einen Partner zu haben wandelt sich in zunehmende Unzufriedenheit damit wie er als Partner/Mensch ist, weil Du mit jedem Tag mehr siehst: Du und eure Partnerschaft bedeuten ihm deutlich weniger als alles andere im Leben was er sonst so macht.
Mit zunehmender Dauer der Partnerschaft ändert sich das höchstens zu immer weniger Interesse an Zeit mit dir, außer warmes Essen und Sex.

Mit 29 Jahren solltest Du wissen, dass es bei geringer gemeinsamer Schnittmenge genau so läuft und nicht anders.

Auch der gesamte Freundeskreis meines Partners erstreckt sich auf die Vereinsleute - oft kann ich also in gemeinsamen Runden gar nicht richtig mitreden und habe das Gefühl, nicht dazuzugehören.
Ist so und bleibt so, wenn Du seinem Sport und der Vereinsmeierei nicht abgewinnen kannst - wird eher schlimmer wenn der Honeymoon vorbei ist, weil er dann noch mehr Zeit bei den Leuten verbringt, mit denen er teilt was ihm wichtig ist.

So gut wie alle in der Runde haben ihren Partner über den gemeinsamen Sport gefunden und sind im gleichen Verein aktiv.
Genau so funktioniert es in guten Partnerschaften: geteilte Interessen, hohe Überschneidung im sozialen Umfeld. Mach es wie die anderen im Verein: such Dir einen Partner mit dem Du eine hohe Schnittmenge hast, statt Dich ihm anpassen und immer unglücklicher zu werden.

Ich würde sie ernst nehmen, denn Du siehst das realistisch. In den Vereinrunden bist Du der schlecht gelaunte Mehlsack an seinem Hals und später bleibt in Sachen Familie alles an Dir hängen, weil es Deine Familie ist - seine ist und bleibt der Verein.
 
  • #15
Haltet ihr das für einen normalen Zeitrahmen für ein Hobby, den ich einfach akzeptieren muss?
Nein, Du musst garnichts, außer darauf zu achten, dass Du so lebst, dass Du glücklich bist, statt Dir von anderen vorgeben zu lassen, womit Du zufrieden zu sein hast und womit nicht.
Oder noch schlimmer: Dir einzureden, dass Du "eigentlich glücklich" bist. obwohl Du es nicht bist. Du bist nur froh einen Mann zu haben und das langt auf längere Sicht selten, mit Familienwunsch und späterem "mit allem allein dastehen" garnicht, während er Freizeit hat.

Du siehst was ist und kannst selber denken, Also mach das. Lebensunerfahren kannst Du mit fast 30 auch nicht sein, sodass dabei nichts Gescheites rauskommen könnte. Du siehst die Knackpunkte glasklar.

Du bist nicht glücklich mit ihm, wenn er so lebt wie er leben will. Und er wird auch nicht mehr glücklich mit Dir sein, wenn er für Dich anders sein soll, als er ist.
Also such Dir einen anderen Mann, der besser zu Dir passt und er sich ein Vereinsmädel, das alles toll findet wie er es macht und eifrig mitmischt und auch das spätere Familienleben im Verein stattfinden lässt - egal was die Kinder selber wollen würden, wenn sie eine Alternative hätten.
 
  • #16
Ich habe eines im Leben gelernt. Menschen die eine Leidenschaft haben und darin aufgehen, sind meistens zufrieden.
Korrekt. Genau das beobachte ich auch.
Mein Partner ist ein Fußballer, selbst aktiv und dann noch Trainer einer E-Mannschaft. Es ist eine Leidenschaft die ihn seit Jahren eine Stabilität und einen Lebensinhalt gibt, dass kann man nicht, nicht gut finden. Wenn jemand so mit dem Herzen dabei ist, seine Zeit dafür investiert und nicht in Nachmittage vor dem TV, dann hat er dafür meinen größten Respekt. Was ich mit meiner Zeit anstelle, ist meine Sache. Für mich war es eine Umstellung (hatte die TV- guck- Fraktion bisher als Partner) aber eben auch ein Lernprozess.
@Sondja du kannst die Chance jetzt nutzen und selbst aktiv werden, Verantwortung für dein Leben und deine Freizeitgestaltung übernehmen oder du schaust nach einem Partner der auch eine Partnerin dafür braucht, die Zeit zu füllen.
(Aber dann lernst du die Lektion bezüglich Abhängigkeit zu einem späteren Zeitpunkt)
 
  • #17
Gekauft wie gesehen!
Trennen oder akzeptieren und damit leben lernen.
Der Spruch ist schon etwas dumm, denn wir alle verändern uns ja auch, und da kann der attraktive Partner in ein paar Jahren dann ganz anders aus"sehen".

Dabei bin ich sogar durchaus der Meinung, dass es für beide Partner eine gewisse Verpflichtung gibt, dass damals dargestellte Element dem Partner so gut wie möglich zu erhalten, denn das sind nunmal Dinge die nunmal zu einer bestimmten Entscheidung geführt haben. Hier kommt man schnell in Betrugsbereiche (hier jetzt mal rein moralisch geschrieben)

Nein, offensichtlich hat die Fragestellerin beim bisherigen ersten Kennenlernen eben nicht "gesehen", dass er kaum Zeit für eine Beziehung mitbringt.

Nein, nicht "gekauft wie gesehen" ,sondern (nach eigener Ansicht) "Rückgabe der Ware mit Mängeln".


Natürlich kann der Mann sich auch ändern, indem er der Fragestellerin von jetzt an wesentlich mehr gemeinsame Zeit einräumt und das auch dauerhaft durchhält.
Das ist keineswegs ausgeschlossen, denn auch er hatte ja einen Grund, warum er sie wollte.
Doch, doch, man kann und man darf sich auch füreinder verändern !

Man es aber auch genauso gut ablehnen und muss dann mit den Konsequenzen leben, z.B. dass die Fragestellerin da jetzt Schluss macht, weil das ganze "Vereinsportmilieu" auch eine ganz eigenes Universum ist.
Da muss sie nicht mitmachen wollen.
 
  • #18
Die Liebe zum Sport wird nicht vergehen. Da sei Dir sicher. Entweder akzeptieren oder etwas Neues suchen
 
  • #19
Nein, offensichtlich hat die Fragestellerin beim bisherigen ersten Kennenlernen eben nicht "gesehen", dass er kaum Zeit für eine Beziehung mitbringt.

Nein, nicht "gekauft wie gesehen" ,sondern (nach eigener Ansicht) "Rückgabe der Ware mit Mängeln".
Das stimmt, sie hat ihn wahrscheinlich noch gar nicht richtig gesehen. Also Rückgabe - aber nicht wegen Mängel. Dieses Model hat einfach nicht die passenden features für sie, Mängel hat es aber nicht.
ErwinM, 53
 
  • #21
Natürlich kann der Mann sich auch ändern, indem er der Fragestellerin von jetzt an wesentlich mehr gemeinsame Zeit einräumt und das auch dauerhaft durchhält.
Hat er wahrscheinlich die ersten paar Wochen auch gemacht, entweder weil Sommerpause war und eh weniger Training und keine Wettkämpfe oder weil er im Hype von etwas neuem war.
Richtige Vereinsleute / Mannschaftsspieler hören nicht auf. Nicht für die große Liebe, nicht für die eigenen Kinder... und warum? Weil sie sich verpflichtet haben. Weil sie viel zurück bekommen und weil sie gelernt haben, das Liebe mitunter geht, der Verein nicht.
 
  • #22
Weil sie viel zurück bekommen und weil sie gelernt haben, das Liebe mitunter geht, der Verein nicht.
Es überlebt das, was man pflegt, worum man sich kümmert, woran man arbeitet und wo man die Zeit und Liebe investiert. Warum sollte sich irgendjemand damit zufrieden geben, unwichtiger zu sein als etwas oder jemand anderes?
Und nein, in späteren Jahren und in schlechten Zeiten kümmert sich der Verein nicht um einen. Das tut ein Partner - sofern man zuvor auch Liebe und Zeit eingebracht hat. Wenn nicht - tja, wir ernten alle das, was wir gesät haben. Gilt auch für Eltern, die ihre Kinder schlecht behandeln und sich dann später gerne als arme Opfer präsentieren, wenn das Kind den Kontakt abbricht.
Wer so denkt sollte es mit einer Beziehung besser lassen denn sie wird garantiert scheitern. Self fulfilling prophecy eben.
 
  • #23
Es überlebt das, was man pflegt, worum man sich kümmert, woran man arbeitet und wo man die Zeit und Liebe investiert. Warum sollte sich irgendjemand damit zufrieden geben, unwichtiger zu sein als etwas oder jemand anderes?
Absolut korrekt. Nun ist die Frage: wie gestalte ich als Partnerin die Zeiten in denen mein Partner seinem Hobby nachgeht. Sitze ich zu Hause und warte frustriert, dass er endlich Zeit für mich findet oder konzentriere ich mich darauf, eigene Interessen zu finden oder diesen nachzugehen. Am Ende hat ein Paar die gemeinsame (!) Verantwortung das beste aus der gemeinsamen Zeit zu machen.
Meiner Erfahrung nach erstickt eine Beziehung mit der Zeit, wenn sich beide Partner gegenseitig ausbremsen.

Ich bin mir nicht sicher, ob ein Vereinsmensch den Partner unwichtiger findet oder gar weniger liebt.
Unterm Strich kommt es bei der Konstellation aus zwei Menschen auf das gleiche Nähe/ Distanz Bedürfnis an.
Da spielt es keine Rolle, ob da ein Sport / Hobby zur Distanz beiträgt oder nicht.
Jemand der viel Zeit für sich braucht, wird sich in einer Partnerschaft nicht wohl fühlen, in der man alles zusammen unternehmen muss / sollte.
Daran wird die Beziehung der FS scheitern. Nicht am Sport.
Sie benötigt mehr Zweisamkeit, mehr Nähe als ihr Partner.

PS: als Denkanstoß, ein Mann mit einer Leidenschaft (für den Sport) wird seiner Partnerin wahrscheinlich genauso viel Verständnis für ihre Leidenschaft (Hobby) entgegenbringen. (Wenn nicht, ist er ein Egoist und kann weg)
 
  • #24
Und nein, in späteren Jahren und in schlechten Zeiten kümmert sich der Verein nicht um einen
Ganz so ist es nicht, gerade auf dem Dorf, es sind die Mannschaften, die Freizeiten, nach der aktiven Zeit sonstiges Engagement, die gewachsenen Freundschaften am Spielfeldrand, und ich habe nicht nur einmal erlebt, dass eine Gruppe einem anderen zu Hilfe kam bis zur zusätzlichen Orga einer Benefizveranstaltung, weil einem das Haus abbrannte.
Wer lange dabei ist, wird nicht hängen gelassen, aber man muss dieses Vereinzeug mögen und wollen, egal ob Fußball, Feuerwehr oder Musik, und zeitintensiv ist es immer, gibt aber einem auch viel.
 
  • #25
Das passt dann eben nicht. Wieso machst du da überhaupt mit? Klingt ja megalangweilig.
 
  • #26
Ganz so ist es nicht, gerade auf dem Dorf, es sind die Mannschaften, die Freizeiten, nach der aktiven Zeit sonstiges Engagement, die gewachsenen Freundschaften am Spielfeldrand, und ich habe nicht nur einmal erlebt, dass eine Gruppe einem anderen zu Hilfe kam bis zur zusätzlichen Orga einer Benefizveranstaltung, weil einem das Haus abbrannte.
Wer lange dabei ist, wird nicht hängen gelassen, aber man muss dieses Vereinzeug mögen und wollen, egal ob Fußball, Feuerwehr oder Musik, und zeitintensiv ist es immer, gibt aber einem auch viel.
Das ist richtig und auch aller Ehren wert. Aber dann gehen die alle nach Hause zu ihren Familien und gut ist. Ich spreche von den Momenten wenn man einsam ist und krank und weint, nächtelang nicht schlafen kann. Und das Gefühl braucht, geliebt zu sein und dass da jemand bei einem ist. Das macht der Partner. Wenn dieser vorher auch Liebe, Zeit und Aufmerksamkeit bekommen hat. Oft ist es leider so, erst wenn es einem schlecht geht besinnt man sich darauf, dass da doch mal was war… was war da nochmal? Ach, ja - der Partner!
 
  • #28
Das ist richtig und auch aller Ehren wert. Aber dann gehen die alle nach Hause zu ihren Familien und gut ist. Ich spreche von den Momenten wenn man einsam ist und krank und weint, nächtelang nicht schlafen kann. Und das Gefühl braucht, geliebt zu sein und dass da jemand bei einem ist. Das macht der Partner. Wenn dieser vorher auch Liebe, Zeit und Aufmerksamkeit bekommen hat. Oft ist es leider so, erst wenn es einem schlecht geht besinnt man sich darauf, dass da doch mal was war… was war da nochmal? Ach, ja - der Partner!
Sehr richtig.
Und am Ende des Lebens hast du nur noch deine engsten Familienangehörigen.
Mein 90jähriger Vater war ein hochrangiger Offizier, Kontakte überall in der Welt, wunderbarer Tänzer und bis Corona und seiner Erkrankung ständig unterwegs, viele Bekannte.
Jetzt im Alter zuhause mit Pflegestufe hat er nur noch uns. Mich und meinen Partner, meine Kinder. Meine Geschwister leben teilweise im Ausland (Frankreich).
Am Ende des Lebens hast du nur noch deine Familie.
 
  • #30
Vielleicht, vielleicht auch nicht. Was machen die Singles? Für äußere Belange ist fremde Hilfe ok, fürs Innere bin ich wohl selber zuständig. Alles andere ist schöner Luxus.
ErwinM, 53
Ja, das sieht jeder anders.
Ich habe viele schöne Beispiele in meinem Umfeld und da ist es kein Luxus, sondern Liebe. Aber da wird und wurde der Partner nicht wie ein „Fremdkörper“ behandelt und das eigene Ego gepflegt. Beide waren eine Einheit und haben sich umeinander gekümmert und waren einander wichtig. Eine Innigkeit miteinander gelebt, die sich heutzutage viele nicht mal ansatzweise vorstellen können. Wo Liebe gelebt und gepflegt wird, da überlebt sie auch.
 
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