• #1

Freund will aus ideologischen Gründen nicht heiraten. Was tun?

Hallo,

ich bin ganz neu hier und habe gleich ein Anliegen, das mich oft beschäftigt und auch traurig macht.
Seit über 2 Jahren bin ich (44) mit meinem Freund zusammen. Ich bin geschieden, mein Freund Witwer (aber in meinem Alter). Wir wohnen mit seinem Sohn (Teenager) zusammen.
Wir haben uns sehr schnell ineinander verliebt und unsere Beziehung läuft sehr harmonisch. Wir haben viele gemeinsame Interessen und unternehmen viel.
In einem Punkt sind wir uns aber nicht einig. Ich möchte ihn so gerne heiraten, aber er mich aus „ideologischen“ Gründen nicht, bzw. es widerspreche seinen politischen Überzeugungen. Am Anfang unserer Beziehung sprach er noch scherzhaft davon „Wenn ich endlich geschieden sei, könne er mich endlich heiraten“. Als ich dann geschieden war und es erwähnte, meinte er, dass sei doch nur „Spaß“ gewesen, bzw. er habe das nur so gesagt. Das hat mich ganz schön verletzt.
Mit meiner Vorgängerin (die an schwerer Krankheit gestorben ist), war er auch nicht verheiratet. Er wollte sie aber mal heiraten und hat ihr auch einen Antrag gemacht, aber sie wollte damals nicht. Danach wollte sie, aber er nicht mehr. Dann wollten sie doch wieder etc... Dann kann er aber doch nicht sagen, er heiratet aus politischen Gründen nicht? Er wollte doch heiraten. Gut, bei uns sind keine Kinder mit im Spiel, gemeinsame haben wir nicht...
Er sagt auch, WENN er heiraten würde, würde er mich heiraten. Das widerspricht sich doch alles irgendwie. Oder sehe ich das falsch?
Für mich bedeutet Heiraten einfach, 100%ig ja zu dem anderen zu sagen. Anscheinend kann oder will er das nicht.

Ich weiß, dass man zum Glücklichsein keinen Trauschein braucht oder es gar eine Garantie ist, aber ich wünsche mir so, ihn zu heiraten.
Wie seht ihr das?

LG Rooky
 
  • #2
Politische Überzeugungen kann man ändern. Persönliche oder ideologische ebenso. Ich war mal verheiratet, ich würde es nach momentanem Stand gut überlegen, es nochmal zu tun, aber es auch nicht völlig ausschließen. Im Laufe des Lebens lernt man dazu, mal in die eine, mal in die andere Richtung. Die Aussage "Wenn, dann Dich" ist doch eindeutig. Es liegt nicht an Dir.

Ich sage gleich viel "Ja", unabhängig von Trauschein oder nicht Trauschein. Aus 100% ja können zwei Jahre später 100% nein werden.Es gibt da auch kein "richtig" oder "falsch". Es gibt nur ein "kompatibel" oder eben nicht. Wenn Dir die Heirat so wichtig ist, musst Du Dich wohl trennen und Dir einen Mann suchen, der Dich heiratet. Dann bist Du zwar vielleicht unglücklich in der Beziehung, aber immerhin verheiratet und kannst so das Unglück längerfristig festhalten. Herzlichen Glückwunsch...
 
  • #3
Naja du kannst ihn sicher noch mal bitten, dir genauer zu erklären, was er mit „ideologischen“ Gründen meint, bzw inwiefern es seinen politischen Überzeugungen widerspricht, aber wenn er nicht will, will er nicht...

Für mich bedeutet Heiraten einfach, 100%ig ja zu dem anderen zu sagen
Geht mir auch so, aber Viele verbinden damit auch finanzielle Verbindlichkeiten & Scheidungskrieg im Falle des Falles..
Frag ihn doch mal, was er damit verbindet.

Was nicht heißt, dass er es jetzt auch noch wollen muss.
 
  • #4
Hallo,

ich bin ganz neu hier und habe gleich ein Anliegen, das mich oft beschäftigt und auch traurig macht.
Seit über 2 Jahren bin ich (44) mit meinem Freund zusammen. Ich bin geschieden, mein Freund Witwer (aber in meinem Alter). Wir wohnen mit seinem Sohn (Teenager) zusammen.
Wir haben uns sehr schnell ineinander verliebt und unsere Beziehung läuft sehr harmonisch. Wir haben viele gemeinsame Interessen und unternehmen viel.
In einem Punkt sind wir uns aber nicht einig. Ich möchte ihn so gerne heiraten, aber er mich aus „ideologischen“ Gründen nicht, bzw. es widerspreche seinen politischen Überzeugungen. Am Anfang unserer Beziehung sprach er noch scherzhaft davon „Wenn ich endlich geschieden sei, könne er mich endlich heiraten“. Als ich dann geschieden war und es erwähnte, meinte er, dass sei doch nur „Spaß“ gewesen, bzw. er habe das nur so gesagt. Das hat mich ganz schön verletzt.
Mit meiner Vorgängerin (die an schwerer Krankheit gestorben ist), war er auch nicht verheiratet. Er wollte sie aber mal heiraten und hat ihr auch einen Antrag gemacht, aber sie wollte damals nicht. Danach wollte sie, aber er nicht mehr. Dann wollten sie doch wieder etc... Dann kann er aber doch nicht sagen, er heiratet aus politischen Gründen nicht? Er wollte doch heiraten. Gut, bei uns sind keine Kinder mit im Spiel, gemeinsame haben wir nicht...
Er sagt auch, WENN er heiraten würde, würde er mich heiraten. Das widerspricht sich doch alles irgendwie. Oder sehe ich das falsch?
Für mich bedeutet Heiraten einfach, 100%ig ja zu dem anderen zu sagen. Anscheinend kann oder will er das nicht.

Ich weiß, dass man zum Glücklichsein keinen Trauschein braucht oder es gar eine Garantie ist, aber ich wünsche mir so, ihn zu heiraten.
Wie seht ihr das?

LG Rooky

Hallo Rooky,

"Für mich bedeutet Heiraten einfach, 100%ig ja zu dem anderen zu sagen. Anscheinend kann oder will er das nicht."
Gut, für dich hat Heirat diese Bedeutung.
Für ihn augenscheinlich nicht.
Diese Vermutung, er kann oder will nicht zu dir stehen, aus deiner Auffassung abzuleiten, ist nicht nur falsch, sondern auch entweder kindlich oder selbstsüchtig.
Im Leben geht nicht jeder Wunsch in Erfüllung.
Arbeite an eurer Beziehung und mach sie nicht kaputt.

Alles Gute
 
  • #5
Wenn er nicht heiraten will, will er nicht. Das sollte man dann einfach mal akzeptieren, statt um eine Hochzeit zu betteln oder beleidigt zu sein und dadurch die Beziehung zu gefährden. Zwingen kannst du ihn nicht. Abgesehen davon ist ein Eheversprechen, das nicht aus Überzeugung gegeben wird, sondern auf Druck des Partners, ohnehin nichts wert.
 
  • #6
Ich weiß, dass es Menschen gibt, für die Heiraten extrem wichtig ist. Ich hatte auch mal so eine kurze Phase, aber eigentlich finde ich Heiraten unnötig und in vielen Fällen aus falschen Gründen. Das vorweg, damit Du meine Antwort einordnen kannst.

Falsche Gründe: Um den anderen zu sichern z.B. und das ist nicht einfach so gemeint, dass er dann nicht mehr so schnell wegkann. Sowas gibt es auch. Aber es gibt auch Menschen, die wollen, dass alle sehen "das ist meiner", weil sie so verliebt sind und sagen wollen "das ist ernst". Aber wem? Das interessiert doch andere nicht. Oder wenn es allgemein darum geht, als verheiratet zu gelten, weil einem wichtig ist für die eigene Person: Ich wurde für so gut befunden, dass mich einer heiratete. Oder als LIebesBEWEIS. Als ob Heiraten mit Liebe zwingend zu tun hätte.

aber er mich aus „ideologischen“ Gründen nicht, bzw. es widerspreche seinen politischen Überzeugungen
Politisch? Meint er das finanzielle Absichern?

Versteh ich, dass Dich verletzt hat, dass er nur Spaß machte, als er von Heirat sprach, als Du noch verheiratet warst. Du hast das ja ernst genommen.
Dann kann er aber doch nicht sagen, er heiratet aus politischen Gründen nicht?
Wieso, er kann die Gründe doch in den letzten Jahren gefunden haben? Er wollte damals heiraten und hat festgestellt, dass das Blödsinn für ihn ist. Heute ist heute, es ist doch nicht so, dass man seine Meinung nicht ändern kann.

Er sagt auch, WENN er heiraten würde, würde er mich heiraten. Das widerspricht sich doch alles irgendwie
Nö. Das soll sagen, dass Du nicht minderwertig bist als Partnerin, nur weil er nicht mehr heiraten will.
Ich denke, Deine Frage ist, ob er DICH nicht heiraten will oder GENERELL nicht heiraten will. Kann ich Dir nicht sagen. Hast Du das Gefühl, Du bist ihm wirklich wichtig oder ist er oft physisch, gefühlsmäßig oder geistig abwesend, achtet nicht auf Deine Bedürfnisse (ich meine nicht Heiraten damit, das ist was anderes als Bedürfnisse wie gemeinsam dies und das unternehmen usw.)?
Für mich bedeutet Heiraten einfach, 100%ig ja zu dem anderen zu sagen.
Für mich nicht. Die Ehen, die ich gesehen habe, waren fast alle finanzielle Absicherungsehen oder, weil "man" das so macht. Klar kann man das auch unter "100%ig Jasagen" verbuchen, aber mit Liebe hat das nichts zu tun, außer man sagt: "Wenn du mich liebst, gibst du mir Geld." Wenn Kinder gewollt sind, wäre es natürlich doof von der Frau, wenn sie sich finanziell nicht über den Mann absichert, denn sie fällt ja vielleicht für einige Jahre beruflich aus oder geht mit ihm dahin, wo er einen guten Job hat, sie aber keinen.
Dass er nicht 100% "Ja" zu Dir sagt, muss gar nicht sein, das ist ja erstmal nur DEINE Haltung, wenn Du ihn nicht heiraten wollen würdest. Die Frage ist, wie oben geschrieben, wie wichtig ihm eure Beziehung ist.
 
  • #7
Am Anfang unserer Beziehung sprach er noch scherzhaft davon „Wenn ich endlich geschieden sei, könne er mich endlich heiraten“.
Kenne ich vielfach diese Aussage.Es gibt viele solche Sprücheklopfer, wenn es dann ernst wird, ziehen solche Leute ihre Schwänze ein, da ist er nicht der Einzigste.
Als ich dann geschieden war und es erwähnte, meinte er, dass sei doch nur „Spaß“ gewesen, bzw. er habe das nur so gesagt.
Das ist der Beweis, dass er ein Sprücheklopfer ist, dass er dich angelogen hat, und das wird er auch bleiben.
Das interessiert in schlicht einfach nicht.
Mit meiner Vorgängerin (die an schwerer Krankheit gestorben ist), war er auch nicht verheiratet. Er wollte sie aber mal heiraten und hat ihr auch einen Antrag gemacht, aber sie wollte damals nicht.
Ich nehme ihm diese Storry nicht ab, sagen kann man viel, solang der Tag ist und solange es Menschen gibt, die solche Storrys glauben
Für mich bedeutet Heiraten einfach, 100%ig ja zu dem anderen zu sagen. Anscheinend kann oder will er das nicht.
Genau richtig erkannt, er will sich bei dir und für dich nicht festlegen, er führt quasi was im Schilde.
Ich weiß, dass man zum Glücklichsein keinen Trauschein braucht oder es gar eine Garantie ist, aber ich wünsche mir so, ihn zu heiraten.
Wie seht ihr das?
Was andere meinen, bringt dir gar nichts, er wird dich nicht heiraten und das ist so. Willst du jedoch heiraten, musst du dir einen anderen Mann suchen, so einfach ist das!
 
  • #8
Seine Begründung ist doch bloßer Unfug. Er hat nur den Grund, dass er keine Verpflichtungen Dir gegenüber haben will. er will die angenehmen Seiten einer Ehe genießen, nicht aber für den anderen einstehen.
Ich habe hier mal einen Eintrag gelesen, wo der Mann auch nicht heiraten wollte, später aber, als er krank geworden war und gepflegt werden musste, von der Frau diesen Dienst ohne Gegenwert erwartete. Die Frau war ja nicht einmal als Erbe vorgesehen.
 
  • #9
Für mich bedeutet Heiraten einfach, 100%ig ja zu dem anderen zu sagen.
Für mich (w,32) bedeutet BEZIEHUNG 100 %ig ja zu dem anderen zu sagen und den Wunsch haben, mit dem anderen ein Leben lang zusammenzubleiben. Heirat wiederum bedeutet, dass man dem anderen VERSPRICHT, immer zusammenzubleiben, was man ja nicht kann, da man nicht weiß, wie sich beide und in Folge dessen ihre Beziehung zueinander entwickeln.
 
  • #10
Er sagt auch, WENN er heiraten würde, würde er mich heiraten. Das widerspricht sich doch alles irgendwie. Oder sehe ich das falsch?

Ich finde das nicht widersprüchlich. Ich würde auch keine Beziehung mit jemanden führen, den ich nicht auch grundsätzlich heiraten würde. Aber nach meinem jetzigen Erkenntnisstand würde ich nicht nochmal heiraten.

Ganz einfach, weil für mich das Heiraten keinen höheren Stellenwert hat, als eine Beziehung zu führen. Ich sah nie und sehe da auch keinen romantischen Wert drin. Ich habe mich damals dazu eigentlich auch eher überreden lassen, weil ich schwanger war. Für die Familiengründung war es gut zur Absicherung. Aber nun ist das Kind groß. Ich sehe ich einer Ehe keinen Vorteil mehr, den man nicht auch anderweit vertraglich regeln könnte.

Entweder ich sage zu jemanden ja und bin mit ihm zusammen oder eben nicht. Das wird mit Trauschein nicht anders oder besser.

Eine Trennung bringt im Falle einer Ehe nur erhebliche finanzielle Kosten mit sich.

Ich finde eine Beziehung sogar "ehrlicher" wenn ich weiss, dass mein Partner freiwillig und gern bei mir ist und nicht nur, weil er sich Gedanken über die finanziellen Folgen einer Scheidung macht und die sich nicht leisten will.
 
  • #11
Im Leben geht nicht jeder Wunsch in Erfüllung.
Arbeite an eurer Beziehung und mach sie nicht kaputt.
Sehe ich auch so und mit gestandenen 44 sollte man über romantisierte Vorstellungen einer Hochzeit hinweg sein. Ein Trauschein macht keine Beziehung inniger und schützt auch nicht vor einer Trennung. Aber dauerndes Bohren nach einer Hochzeit kann eine Beziehung zerstören.
 
  • #12
Hallo FS,

dein Lebensgefährte kokettiert mit deinem Wunsch nach Heiraten.
Er führt dich so ein bissel an der Nase herum. Du hechelst dann hinterher.
Für Ihn war es Spaß, als er das sagte, du hast es ernst genommen.
Aber er hat nur Spaß gemacht. Er macht sich lustig über deinen Wunsch nach Heirat, sicher schmeichelt es ihm auch.
Wenn, sagt er. dann wärst es du. Damit hält er dich warm und immer in Aufregung, wann der Antrag kommen könnte.
Finde ich persönlich nicht so prickelnd.
Warum sollte er dich überhaupt heiraten wollen? Stelle dir doch mal diese Frage. Du wohnst doch schon mit ihm zusammen. Du bist ja auch ohne Heirat mit ihm zusammegezogen, in der Hoffnung er würde dich mal heiraten. Und jetzt kokettiert er damit rum, spricht von Spaß.
Böse Zungen würden auch sagen, er veräppelt dich. Aber gut, soweit würde ich jetzt nicht gehen. Für Ihn reicht es so, mehr möchte er nicht. Du erfüllst ja auch so deinen Zweck in der Wohnung, ohne jegliche Verpflichtungen, die auch Konsequenzen haben könnten.
Ich meine, dass du ihn nicht zwingen kannst dich zu heiraten.
Wer nicht will, der hat schon. Seine Benefits durch das Beiwohnen deinerseits, die genießt er doch in vollen Zügen.
Heiraten bedeutet durchaus einige rechtliche Verpflichtungen einzugehen, und das will er halt nicht. Eure wilde Ehe reicht ihm voll und ganz. Früher konnte Mann und Frau nicht einfach so mal zum Spaß zusammenwohnen. Erst kam die Heirat und dann auch die gemeinsame Wohnung. Bei jungen Leuten kann ich durchaus nachvollziehen, wenn sie kurzzeitig einfach so Bett und Tisch teilen.
Aber wenn du älter bist, dann ist das nicht unbedingt spaßig.
Ich kannte auch mal so einen Kandidaten, der partout nicht heiraten wollte. Alle Frauen haben so gehofft einen Antrag zu bekommen, da er durchaus eine gute Partie war. Aber er hatte ganz bestimmte Vorstellungen von der Frau, die er gerne wieder heiraten wollte. Dann kam Sie und nach 4 Monaten kam auch sein Antrag. Tja. So schnell kann es gehen, wenn es passt.
Wenn es dir so wichtig ist, dann musst du dir wieder eine eigene Bude nehmen. Du kannst ihn ja trotzdem besuchen, wenn du Lust hast. Ganz nach Lust und Laune. Du hast halt auch nur Spaß gemacht.
w 46
 
  • #13
Im Endeffekt kann dir da keiner einen wirklichen Rat geben, aber das Thema ist hier im Forum ziemlich bekannt. Mann lockt Frau mit allen möglichen Versprechen in die Beziehung, denn er weiß ja im Grunde, was Frauen gerne mögen. Wenn er sie dann sicher hat, macht er einen Rückzieher von den Versprechungen.

Und nun bist du in einem ziemlichen Schlamassel. Du liebst ihn und möchtest ihn heiraten, für dich ist ganz klar dass er der eine ist. Jetzt merkst du aber, dass hier irgendwas nicht passt, kannst und möchtest aber nicht gehen, weil du schon zu tief drin steckst.

Am Anfang unserer Beziehung sprach er noch scherzhaft davon „Wenn ich endlich geschieden sei, könne er mich endlich heiraten“. Als ich dann geschieden war und es erwähnte, meinte er, dass sei doch nur „Spaß“ gewesen, bzw. er habe das nur so gesagt. Das hat mich ganz schön verletzt.

Du bist zurecht durcheinander. Er macht widersprüchliche Aussagen. Natürlich kann ein denkender Mensch seine Meinung ändern. Der Knackpunkt ist aber hier, dass er dich im Grunde vera...t hat. Du wirst das so nicht sehen, wirst sagen dass er doch der liebevolle Mann ist, dass er so gemein nicht sein kann usw.

Aber Fakt ist: Er sagt erst ja, und dann wieder nein. Du kannst dich auf seine Aussagen nicht verlassen. Schlimmer noch, anstatt ehrlich zuzugeben dass er das nur gesagt hat weil er damals so verliebt war und dich unbedingt haben wollte, dreht er den Spieß jetzt um. DU hast eben einfach den Spaß nicht verstanden, den er (angeblich) gemacht hat.

Ihr habt ein Problem, weil ihr von Anfang an beide nicht ehrlich genug wart. Du hättest deutlich sagen müssen dass dieses Thema kein Spaß für dich ist und du ehrlich wissen möchtest, wie er darüber denkt. Er auf seiner Seite war ebenfalls nicht ehrlich als er gesagt hat dass er dich heiraten würde, aber in Wahrheit ja nur gespaßt hat.

Sag ihm es gibt Dinge, da macht man keinen Spaß. In die Kennenlernphase gehört zu alleroberst Ehrlichkeit, und er war nicht ehrlich zu dir. Lass dich nicht für dumm verkaufen. Es macht mich wütend dass so viele Männer glauben, Frauen könnten nicht denken und sind so leicht zu manipulieren.

Ihr schaut nicht in die gleiche Richtung und das muss dringend auf den Tisch!
 
  • #14
er will die angenehmen Seiten einer Ehe genießen, nicht aber für den anderen einstehen.
Das ist eine glatte und dumme Unterstellung.
Wenn die Ehe wirklich mal eine Belastung und unerwünschte Verpflichtung darstellt (hier egal, ob finanziell oder sonst, z.B. Scheidungskrieg), dann ist die Beziehung doch schon kaputt.
Dann ist es nur noch Absicherung und die FS sollte sich fragen, ob sie das will.

In einer intakten Beziehung werden eben auch zeitweilig Belastungen und Verpflichtungen getragen. Und zwar freiwillig, egal ob verheiratet oder nicht !
 
  • #15
Liebe Rooky

Du hast bereits einmal in deinem Leben 100% ja zu einem Mann gesagt. Trotzdem hat es nicht für immer gehalten. Wenn das Leben dir und 50% aller verheirateten Paare etwas beweist, dann doch, dass man den Lauf der Liebe nicht anhand eines Tages, an dem man sich dies und das verspricht, vorhersagen kann. Ich sehe daher die Heirat tatsächlich nicht als ein sehr ernst zu nehmendes Bekenntnis mehr an.
Am Anfang unserer Beziehung sprach er noch scherzhaft davon „Wenn ich endlich geschieden sei, könne er mich endlich heiraten“. Als ich dann geschieden war und es erwähnte, meinte er, dass sei doch nur „Spaß“ gewesen, bzw. er habe das nur so gesagt. Das hat mich ganz schön verletzt.
Das würde mich allerdings auch ganz schön verletzen. Weg von der Romantik, auf den Boden der Tatsachen. Aber vielleicht ein normaler Teil des Wegs? Ich habe den Eindruck, Beziehungen oszillieren zwischen Nähe und Distanz, Harmonie und Konflikt. Heiratsanträge sollten gemacht werden, wenn man sich gerade überwältigt fühlt von der Nähe zum anderen und dem Enthusiasmus für die Zukunft. Wenn er das gerade nicht fühlt, weil er vielleicht aktuell eure Differenzen verstärkt sieht, kannst du das nicht erzwingen. Und vielleicht ändert es sich auch wieder.
Für mich ist es so: Ich will eigentlich gar nicht unbedingt heiraten. Aber ich verstehe durchaus, dass es ein enormer Statusgewinn für mich als Frau wäre, wenn ich einen Mann an meiner Seite hätte, der mich heiraten wollen würde. Leider definieren wir uns ja oft noch danach, für wie begehrenswert ein Mann uns hält.
Wo wollte ich hin mit meinem Argument? Sorry, ich weiss es nicht mehr.
Ich würde dir aber Folgendes raten. Wir sind so schnell darin, uns zusammen zu reimen, warum der andere dies oder jenes tun müsste, wenn er uns doch nur lieben würde. Wir sind so schnell darin, uns einzureden, dass wir mehr für den anderen tun als umgekehrt. Wie viele Menschen habe ich kennen gelernt, die hatten fürchterliche Ex-Partner! Noch fast nie habe ich aber jemanden getroffen, der zugegeben hat, selbst ein schlechter Partner gewesen zu sein. Daraus habe ich meine Schlüsse gezogen, vor allem über unsere Wahrnehmungstendenzen.
Vielleicht wäre es hilfreich für deine Beziehung, davon auszugehen, dass dein Partner bereits sein Bestes gibt. Und dann bereitwillig dein Bestes zu geben. Und mal schauen, ob du ihn noch besser kennen lernen und verstehen kannst. Und dich selbst auch.
 
  • #16
Ich finde eine Beziehung sogar "ehrlicher" wenn ich weiss, dass mein Partner freiwillig und gern bei mir ist und nicht nur, weil er sich Gedanken über die finanziellen Folgen einer Scheidung macht und die sich nicht leisten will.
Das ist ein Grund, Nicht-Heirat als Liebesbeweis sehen zu können. Auch wenn es nur ein Aspekt ist und auch unverheiratete Leute bei Partnern bleiben, weil sie Angst haben, allein sein zu müssen oder in eine kleinere Wohnung zu müssen.

Aber: Ich glaube, die, die unbedingt heiraten wollen, denken kein Stück daran, dass man sich auch um Scheidung Gedanken machen müsste. (Es sei denn, es geht um echte finanzielle Absicherung, wenn man Kinder hat, Rücken freihalten will usw. und nicht um Liebesheirat)
Also wenn die hören würden "ich will dich nicht heiraten, denn bei Trennungswunsch meinerseits muss ich dann nicht überlegen, ob ich mich damit ruiniere", fallen die um. Sie denken ja, dass auch der Partner meint "für immer und ewig nur mit dir". Das ist ja gerade das 100%ige "Ja": Der Heiratswillige ist sich sicher, dass er sich nie wieder trennen wollen wird.
 
  • #17
Männer haben grundsätzlich kein Problem, zu heiraten, treu zu bleiben, Kinder zu bekommen oder gemeinsames Konto anzulegen. Vikkys Mann hat sie um die sechsig geheiratet, Neverever hatte vor, leider kam Trennung dazwischen, sogar der ewige Junggeselle Tom hat neulich bemerkt, er würde mit seiner Freundin Kinder haben, wenn er sie früher getroffen hätte. Wie du siehst, bei DER Frau ist plötzlich alles möglich.
Dagegen ist dem Mann keine Ausrede zu blöd, wenn er spürt, dass die Frau nur vorübergehende Episode in seinem Leben ist. Es ist sein gutes Recht, nicht heiraten zu wollen, aber erstens macht man dann keine Sprüche, dass man will und zweitens führt man dann ernstes Gespräch mit der Frau, sollte Thema Heirat auf den Tisch kommen. Stattdessen flüchtet er sich in spaßige Bemerkungen. FS, du merkst, er nimmt nicht mal eigene Aussagen ernst. Ich würde dir empfehlen, ihn nicht mehr so verbindlich zu betrachten, die Aufmerksamkeit mehr auf dich zu lenken und allgemein vielleicht genau zu prüfen, wie es um eure Beziehung steht - habt ihr ähnliche Lebensvorstellungen, fühlst du dich von deinem Freund respektiert und ernst genommen.
 
  • #19
Wenn er nicht heiraten will, will er nicht. Das sollte man dann einfach mal akzeptieren, statt um eine Hochzeit zu betteln oder beleidigt zu sein und dadurch die Beziehung zu gefährden. Zwingen kannst du ihn nicht. Abgesehen davon ist ein Eheversprechen, das nicht aus Überzeugung gegeben wird, sondern auf Druck des Partners, ohnehin nichts wert.
Dem kann ich mich anschliessen und füge noch hinzu: es hat auch für dich Vorteile nicht verheiratet zu sein.
 
  • #20
In einem Punkt sind wir uns aber nicht einig. Ich möchte ihn so gerne heiraten, aber er mich aus „ideologischen“ Gründen nicht, bzw. es widerspreche seinen politischen Überzeugungen.

Liebe Rooky,

aus welchen Gründen oder Überzeugungen dein Freund dich nicht heiraten will, spielt gar keine Rolle. Fakt ist, er will es einfach nicht.
Da kannst du nichts tun, außer dir einen Mann zu suchen, der heiraten will. Solche Männer gibt es, nur ist er keiner von diesen.

Ich weiß, dass man zum Glücklichsein keinen Trauschein braucht oder es gar eine Garantie ist, aber ich wünsche mir so, ihn zu heiraten. Wie seht ihr das?

Ich kann dich gut verstehen, denn eine Eheschließung ist etwas Besonderes. Sie stärkt die Verbundenheit und gibt der Beziehung eine andere Bedeutung, auch im rechtlichen Sinn.

Es bringt allerdings nichts einen Partner gegen seine Überzeugung zu einer Ehe bewegen zu wollen. Diese Entscheidung muss von ihm kommen. Entweder übernimmst du seine Einstellung und lebst weiter ohne Trauschein mit ihm oder du trennst dich. Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht.
 
  • #21
Für mich bedeutet Heiraten einfach, 100%ig ja zu dem anderen zu sagen. Anscheinend kann oder will er das nicht.
Das ist sowas von 15. Jhd.

Mal schauen, wo eigentlich die Wurzelen der zwingenden Verknüpfung von Heirat und Liebe herkommt -> aus dem Mittelalter.

Die Heirat als Funktion der unbedingten wirtschaftlichen Verknüpfung zweier Menschen war damals gesellschaftlich erforderlich, um das Überleben der (aller) Kinder zu sichern. Es war eine gesellschaftliche Abmachung, daß JEDES während der Ehe gezeugte Kind automatisch nach dem Gesetz ein legitimes Kind des Ehemannes war und damit seine uneingeschränkte wirtschaftliche Fürsorge erhielt. Daß schon damals ein gesundes und berechtigtes Mißtrauen gegenüber dieser "Theorie der Vaterschaft" herrschte bezeugen die sicher nicht nur scherzhaft gemeinten Keuschheitsgürtel. Die Heirat/Ehe war also ein Produkt der gesellschaftlichen Vernunft, des gesellschaftlichen Imperativs und nicht der Romantik.

Nun hat sich die Zeit gewandelt und es gibt DNA-Tests, welche eine Vaterschaft und damit die wirtschaftliche Zuständigkeit auch ohne Heirat eindeutig kläen lassen.
Zudem hat sich der Staat immer mehr in die Rolle eines Ersatzvaters gedrängt und drängen lassen, so daß die Heirat für die Absicherung der Kinder obsolet ist und eigentlich nur noch zur Absicherung der Versorgungsansprüche der jeweils wirtschaftlich schwächeren Ehepartnerin und zur Vermeidung von zuviel Erbschaftssteuer dient - die Ehe ist also durch staatliche Eingriffe in die Privatautonomie von Paaren zu einem Steuersparmodell verkommen.

Warum soll also ein vernünftiger Mensch immer noch sich zum wirtschaftlichen Sklaven zweier Herren (Ehegespons und Staat) machen, wenn man den Ansprüchen allein des Staates schon nicht mehr entkommt?

Eine Partnerschaft ohne Ehe ist heutzutage ehrlicher, weil ihr die gesetzliche Kanone auf der Brust fehlt, die Beziehung beizubehalten. Eine Partnerschaft, die ohne Furcht vor Strafe wegen ihrer Beendigung auskommt, ist ehrlicher und dauerhafter.

Wer verheiratet ist, hat weniger Motivation eine Beziehung durch dem Partner wohlgefälliges Verhalten zu bewahren, da er immer damit rechnen kann, daß eben auch die drohend ausgeholte Hand des Staates bereit steht, dem "bösen" Eheaufkündiger mit der ganzen gesetzlichen Macht wirtschaftlicher Strafen zu treffen.

Heiraten ist heute keine Angelegenheit mehr, die sich mit Vernunft erklären oder begründen läßt. Das hat auch der Partner der FS erkannt - eben wie sie selbst auch, nur eben mit unterschiedlichen Motiven.
Er will seine Privatautonomie bewahren, sie seine nicht.

mMensch50
 
  • #22
Ich finde eine Beziehung sogar "ehrlicher" wenn ich weiss, dass mein Partner freiwillig und gern bei mir ist und nicht nur, weil er sich Gedanken über die finanziellen Folgen einer Scheidung macht und die sich nicht leisten will.

Genau das sage ich auch immer. Ich möchte jeden Morgen aufstehen und sagen können: ja, ich will diese Beziehung. Auch wenn es mal nicht rund läuft. Eine Partnerin, die mich heiratet oder bleibt, weil ich gut verdiene oder was zu vererben habe, vermeide ich auf dem Weg.

Für mich ist es ein Liebesbeweis, freiwillig zu bleiben. Viel mehr als einmal irgendwas zu versprechen und dann zu meinen, frau müsste bleiben, obwohl sie eigentlich nicht mehr will.
Aber die Sichtweisen dazu sind eben unterschiedlich, wie man hier lesen kann. Der Vorwurf, man wolle nur eine vorübergehende Episode, geht für mich ins Leere. Das mag mit 25 eine Rolle spielen, aber mit 50 sicher nicht mehr. Wer davon ausgeht, dem fehlt einfach noch die notwendige Ernsthaftigkeit und Reife.
 
  • #23
Aus ideologischen Gründen...Aha...
Was für einer Ideologie hängt er denn an, dass diese ihm die Eheschließung verbietet.
Das musst Du hier unbedingt erzählen. Das interessiert mich wirklich.

Tja, was willste machen. Wenn man einen Partner hat, der vehement bestimmte Sachen ausschließt, dann kann man sich damit abfinden oder geht seinen eigenen Weg, was das Ende der Beziehung bedeuten würde. Dieser Weg steht einem ja immer offen.

Ich habe einen Kollegen, der seine langjährigen Partnerin absolut nicht heiraten will, obwohl ihr das sehr schwer fällt, damit zu leben. Er schwärmt von ihr und in jedem zweiten Satz fällt ihr Name. Er scheint sie wirklich sehr zu lieben. Sind seit 30 Jahren ein Paar inkl Kindern und Haus etc.

Er hat mir erzählt, dass er schon mal verheiratet gewesen ist, das sei schief gegangen und den Fehler will er nicht noch einmal machen.
Daraufhin habe ich ihm gesagt, dass diese Schlussfolgerung ja nun völliger Schwachsinn ist. Wenn ich ein Experiment mit den gleichen Parametern wiederhole, das bereits einmal nicht funktioniert hat, dann ist die Chance nahezu 100%, dass es wieder scheitert, Wenn ich aber die Parameter ändere, also hier eine andere Partnerin, dann ist das scheitern nicht vorprogrammiert. Scheitert es wieder, kann es wieder viele Gründe haben, aber scheitern kann eine eh Beziehung immer.

Was ich an einer Ehe wichtig finde, ist der Umstand, dass man sich entschließt füreinander einzustehen.
Ich kenne ein Frauenpaar, das mit 69 Jahren noch mal gemeinsam zum Standesamt gegangen ist. Das fand ich sehr berührend.

Ich bin nicht scharf darauf zu heiraten, aber wenn mir ein Mann sagen würde, dass er mich niemals heiraten würde, wäre das für mich ein Grund die Beziehung in Frage zu stellen. Dann bin ich auf eine Weise nicht die Richtige für ihn.
 
  • #24
Ich würde dir aber Folgendes raten. Wir sind so schnell darin, uns zusammen zu reimen, warum der andere dies oder jenes tun müsste, wenn er uns doch nur lieben würde. Wir sind so schnell darin, uns einzureden, dass wir mehr für den anderen tun als umgekehrt. Wie viele Menschen habe ich kennen gelernt, die hatten fürchterliche Ex-Partner! Noch fast nie habe ich aber jemanden getroffen, der zugegeben hat, selbst ein schlechter Partner gewesen zu sein. Daraus habe ich meine Schlüsse gezogen, vor allem über unsere Wahrnehmungstendenzen.
Vielleicht wäre es hilfreich für deine Beziehung, davon auszugehen, dass dein Partner bereits sein Bestes gibt. Und dann bereitwillig dein Bestes zu geben. Und mal schauen, ob du ihn noch besser kennen lernen und verstehen kannst. Und dich selbst auch.
Das finde ich so exakt auf den Punkt gebracht, dass ich es in den Einleitungstext zu jeder Partnervermittlung schreiben würde.
Sehr weise Worte! Aber ein längerer Lernprozess denke ich.
 
  • #25
Der Heiratswillige ist sich sicher, dass er sich nie wieder trennen wollen wird.

Ich habe mich zwar zum Heiraten überreden lassen, war mir aber auch sicher, dass er absolut der Richtige dafür ist und lebenlang mit ihm zusammenbleiben will und werde. Ich war damals 19 und die Lebenserfahrung hat mich eines besseren belehrt. Mittlerweile finde ich solche Aussagen recht kurzsichtig und naiv.

Denn eigentlich setzt das voraus, dass sich beide gleichermaßen und in die gleiche Richtung entwickeln oder sich gar nicht weiterentwickeln.

Sicher ist die Persönlichkeitsentwicklung in jungen Jahren stärker als im mittleren Alter.

Aber genau die unterschiedliche Entwicklung war bei mir der Hauptgrund für das Scheitern der Ehe. Ich habe viele Jahre das Scheitern nichtmal wahrhaben wollen, wollte ich es doch besser machen, als meine getrennten Eltern.

Heute sage ich, dass ich gern lebenslang mit meinem Partner zusammenbleiben will, sofern und solange mich das glücklich macht - aber nicht um jeden Preis.
 
  • #26
Ich kenne auch Leute, die aus ideologischen Gründen nicht heiraten wollen oder diese Meinung irgendwann ausgebildet haben. Aber die haben nicht der Ex einen Antrag gemacht. Also, das finde ich etwas seltsam in deinem speziellen Fall. Denn warum wollte er andere heiraten, aber dich nicht und kann nicht erklären, woher der Sinneswandel kam? Da würde ich vermuten, dass doch was anderes als die generelle Einstellung eine Rolle spielt - muss aber nicht sein.

Leute in meinem Umkreis, die das nicht wollen, können das sehr gut und ausführlich begründen. Und ihnen liegt dann auch daran, dass der Partner das wirklich versteht. Oft ist der andere dann doch unglücklich, wenn demjenigen das sehr wichtig ist. Im Endeffekt ist natürlich dann die Frage, trenne ich mich aus diesem Grund oder nicht. Für mich wäre das völlig unverständlich, wenn alles sonst passt und wir glücklich sind. Ich verdiene mein eigenes Geld, bin da nicht abhängig vom Partner oder so. Für mich wäre Heirat nur ein romantischer symbolischer Akt, den ich gern allein mit meinem Partner begehen würde, ohne große Feier. Und es ist auch kein Muss. Würde mein Freund jetzt unbedingt groß heiraten wollen, würde ich mich auch nicht streuben (will er glücklicherweise nicht). Es heiraten auch viele Freunde, bei denen es der Frau wichtig ist, und der andere macht es eher der Frau zuliebe (alle ziemlich gleich gut verdienend, also keine Frauen, die aufs Geld aus sind). Wenn beide an unterschiedlichen Enden beim Thema Hochzeit stehen, wird es natürlich schwierig, wie beim Thema Kinder. Es gibt kein halbes Kind und nicht halb verheiratet.
 
  • #27
Ich wollte niemals niemanden heiraten, fand ich völlig unverständlich, vor allem wegen eines Kindes, da schon dreimal nicht. Und das war auch gut so. Sonst hätte ich heute die Freude, für den Kindsvater zu zahlen. Und er konnte mir nirgends reinreden, was nicht zu unterschätzen war. Ende 40 dann hatte ich das Gefühl, ich würde mich sehr gerne mit einem Mann so verbinden, für immer, und ihn heiraten. Traf meinen Mann, wir heirateten nach 11 Monaten. Und tatsächlich ist das eine andere Form der Verbindlichkeit, von uns beiden so empfunden. Vor 48, 49 hatte ich keinerlei Bedürfnis nach Ehe usw. Ich fand es schlichtweg überflüssig und der Hype darum übertrieben.
 
  • #28
Denn eigentlich setzt das voraus, dass sich beide gleichermaßen und in die gleiche Richtung entwickeln oder sich gar nicht weiterentwickeln.
Klar daran scheitern die allermeisten Beziehungen überhaupt, denke ich.
Aber ganz ehrlich - was weiß man mit 19 von Entwicklungen in irgendwelche Richtungen? Ich hab noch mit Mitte 20 gedacht, es gibt den einen Richtigen, mit dem Glück auf ewig möglich ist. Hat einem ja auch niemand geholfen bei Erkenntnissen über Menschen. Keine neutralen Ratschläge, keine Erfahrungsberichte.

Ich habe viele Jahre das Scheitern nichtmal wahrhaben wollen, wollte ich es doch besser machen, als meine getrennten Eltern.
Ich wollte mein Scheitern der Beziehung (ohne Heirat) auch nicht wahrhaben. Ich denke, das ist normal. Ich wollte das, was ich für großes Glück hielt, auf meine eigenen Knochen erhalten. Man kann sich nicht opfern durch Verbiegen, um eine Beziehung zu erhalten, sie passt dann einfach nicht, und das brachte mich zur Verzweiflung, weil eben auch große Liebe da war. Bei mir war es letztendlich die Vorstellung, wie Mann und Frau in einer Beziehung ihre "Rollen" erfüllen, die nicht passte. Also ich hatte keine Rollenvorstellung, aber er hatte eine ganz feste.
Und ich wollte auch was besser machen, war aber was anderes. Es ging darum, dass Frauen sich durch Bindung an einen Mann genau in so eine Rolle begeben und sich nicht selbst verwirklichen.

Heute sage ich, dass ich gern lebenslang mit meinem Partner zusammenbleiben will, sofern und solange mich das glücklich macht - aber nicht um jeden Preis.
Das ist auch meine Haltung dazu. Und ich hätte echt auch keine Lust, noch ewig dem Staat zu erklären, warum ich jetzt getrennt sein will und mir noch ein Jahr auf Probe aufdrücken zu lassen. Anfangs empfand ich das als Einmischung, aber da der Staat ja durch das Ehegattensplitting dem Paar finanzielle Vorteile verschafft, denke ich heute, dass er dann auch das Recht hat, in gewissem Maße mitzuquatschen in der Ehe.
 
  • #29
Viele verbinden die Ehe mit Verpflichtung und Verantwortung. Im Umkerschluss bedeutet, dass heiratsunwillige Männer(in der Regel sind sie es) weder Verpflichtungen noch Verantwortung für die Frau eingehen wollen. Salopp gesagt, sie ist nur zum Vög... gut genug.
 
  • #30
Ich möchte ihn so gerne heiraten, aber er mich aus „ideologischen“ Gründen nicht, bzw. es widerspreche seinen politischen Überzeugungen.

Ich frage mich gerade, was das für ideologisch/politische Gründe sein können. Lebt ihr in Irland, ist er z.B. ein Katholik, der nur protestantische Frauen datet? Oder steckt hinter allem doch die Verletzung, dass er sich einmal entschlossen hatte und dann abgelehnt wurde, also begegnet er dem Thema jetzt mit Sicherheitsabstand bzw. nur im Scherz.

Am Anfang unserer Beziehung sprach er noch scherzhaft davon „Wenn ich endlich geschieden sei, könne er mich endlich heiraten“. Als ich dann geschieden war und es erwähnte, meinte er, dass sei doch nur „Spaß“ gewesen, bzw. er habe das nur so gesagt.

Ich kenne mich ja nicht aus, aber ich meine dass eine Scheidung in Phasen abläuft, und du hättest die Zwischenschritte kommunizieren können. Die Scheidung im Alleingang durchzuziehen auf Grund einer einmal getätigten Aussage von ihm und ihn dann vor vollendete Tatsachen zu stellen, war doch sehr naiv. Ich kann verstehen, dass Grundsatzaussagen im Gedächtnis haften bleiben, und ich kann auch verstehen, dass gewisse "unangenehme" Themen gerade in der Kennenlernphase umgangen oder auf die hintere Bank geschoben werden, ansonsten verscherzt man sich schnell. Aber ich habe - erst im nachhinein - die Erfahrung gemacht, dass Einstellungen Änderungen unterworfen sind, die man nur durch Kommunikation herausfindet, je eher, desto besser.
 
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