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luci-le

  • #1

Freund will nach Burnout heiraten

Hallo liebes Forum,
mein Freund (34) hatte diesen Frühling einen Burnout. Er hat die letzten Jahren teilweise ohne einen Tag Urlaub bis zu fünfundfünfzig Stunden die Woche gearbeitet und dabei immer sehr gut verdient. Der Beruf ging ihm seitdem ich ihn kenne über alles und Erfolg war ihm sehr wichtig, ebenso dass ich (31) den ganzen Tag arbeite. Wir sind seit fünf Jahren zusammen, ich habe jahrelang auf eine Hochzeit gehofft und mir Kinder mit ihm gewünscht, er wollte "irgendwann" welche und hielt vom Heiraten an sich erst mal nichts.

Jeder solle sein eigenes Geld verdienen und in einer Partnerschaft könne man auch ohne Trauschein füreinander sorgen und Kinder wären kein Grund mehr zum Heiraten. Nach dem BurnOut im Frühjahr war er mehrere Monate krankgeschrieben, er war auf Reha, bekam teilweise Medikamente und hat sich in seinem Charakter sehr stark verändert. Er ist einmal sehr weinerlich und voller Selbstmitleid, dann wieder sehr wechselhaft, aufgedreht sprunghaft, sehr aggressiv und abwertend und hat lauter bescheuerte, gefährliche, seine Existenz noch weiter schädigende Ideen. Sein Umgang mit Geld ist derart verantwortungslos und katastrophal, dass man ihn eigentlich vor sich selber beschützen möchte.

Nachdem er von der Reha nach Hause gekommen ist, hatte er recht bald die fixe Idee, dass wir jetzt sehr bald heiraten sollten. Auch wenn er ansonsten seine Meinung alle paar Tage ändert, in diesem Punkt bleiben seine Ansichten gleich und je mehr Zeit verstreicht, desto mehr Druck fängt er jetzt an zu machen. Ich bin mir bei seinem aktuellen Gesundheitszustand und seinem schwierigen Verhalten aber gar nicht so sicher. Beruflich ist es so, dass er nur noch wenige Stunden die Woche arbeitet und es nicht sicher ist, ob er jemals wieder ansatzweise voll einsatzfähig ist. Meine Familie meint, sein plötzlicher Heiratswunsch wäre kein Zeichen von Liebe, sondern einzig der Wunsch nach dauerhafter Versorgung, die ich auf allen Ebenen für ihn erbringen müsste, wenn ich jetzt mit ihm verheiratet wäre. Für einen bestimmten Zeitpunkt wäre das für mich schon in Ordnung, aber wenn er zum Beispiel dauerhaft nicht mehr arbeiten will--sowas hat er schon einmal angedeutet- schlecht gelaunt auf dem Sofa liegt und durch unüberlegte Luxuskäufe Schulden ohne Ende macht für die ich dann haften muss- ein solches Leben möchte ich auf Dauer dann auch nicht führen. War jemand schon mal in einer ähnlichen Situation oder hat für mich vielleicht einen Rat?
 
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Ares

  • #2
Wenn Dein Partner vorher nicht heiraten wollte, sehe ich seinen Gesinnungswandel potentiell genauso wie Du - als Versuch, sich Versorgung zu sicher.
Es könnte auch sein, dass er durch den Burnout die Prioritäten in seinem Leben geändert hat, aber ich würde mindestens ein paar Jahre warten, wie sich das entwickelt.
Verantwortungsloser Umang mit Geld, agressives und schädigendes Verhalten sprechen eher dafür, sogar die Beziehung zu beenden, wenn sich das nicht ändert...
 
  • #3
Gsd war ich noch nie in einer solchen Situation.
Der Burn-out war ja ein deutliches Zeichen für ihn, daß es so nicht weitergeht, das ist schon mal gut. Allerdings finde ich bedenklich, daß er nach so langer Zeit für Reflexion und Reha noch nicht stabiler ist. Ich sehe oft, daß ein Burn-out eine wesentliche Umorientierung, andere berufliche Perspektive etc. auslöst, aber nicht die völlige Verweigerung so wie du sie beschreibst.
Du wirst dich hoffentlich von niemand zum Heiraten drängen lassen, weder von einem geistig gesunden oder geistig angeschlagenen Mann, oder? Das liegt schon in deiner Selbstverantwortung für dein Leben, ist aber klar, hoffentlich!
Warte ab welche Perspektiven er entwickelt. Heiraten, nein, natürlich nicht! Sein Argument dass man nicht heiraten muss, gilt übrigens immer noch. Muss man nicht.
Ich war nie in einer solchen Situation, aber ich fürchte, ich würde vor einem solchen Menschen bald den Respekt verlieren, und dann wär ich weg.
 
  • #4
ich habe jahrelang auf eine Hochzeit gehofft und mir Kinder mit ihm gewünscht, er ... hielt vom Heiraten an sich erst mal nichts ...... in einer Partnerschaft könne man auch ohne Trauschein füreinander sorgen und Kinder wären kein Grund mehr zum Heiraten.
Kinder ohne Trauschein finde ich eine ganz dumme Idee und darauf hätte ich mich niemals eingelassen, außer ihr macht einen Vertrag, in welchem er sich verpflichtet, Dir eine private Altresversorgung zu finanzieren, solange Du kinderbedingt nicht Vollzeit arbeiten kannst.
Allerdings nützt Dir so ein Vertrag rein garnichts, wenn er so wie jetzt dauerhaft beruflich ausfällt.

Nachdem er von der Reha nach Hause gekommen ist, hatte er recht bald die fixe Idee, dass wir jetzt sehr bald heiraten sollten..... je mehr Zeit verstreicht, desto mehr Druck fängt er jetzt an zu machen.
Die Gründe, warum man nicht heiraten muss, noch nichtmal wenn man Kinder hat, hat er ja selber geliefert und die gelten nun auch für ihn.
Deine Lebenswünsche haben ihnnicht interessiert und nun interessieren Dich seine nicht - so ist das in wirtschaftlichen Zweckgemeinschaften.
Du brauchst jetzt nicht heiraten, denn Kinder solltet ihr in seinem Zustand die nächsten Jahre nicht bekommen.
Die Männer müssen lernen, dass sie in der eigenen Notlage von ihren Partnerinnen nicht fordern können, was sie ohne Not selber nicht wollten - dauerhafte wirtschaftliche Verpflichtungen.

Er ist einmal sehr weinerlich und voller Selbstmitleid, dann wieder sehr wechselhaft, aufgedreht sprunghaft, sehr aggressiv und abwertend und hat lauter bescheuerte, gefährliche, seine Existenz noch weiter schädigende Ideen.
Da würde ich mir überlegen, ob ich mit einem Mann, der sich so verhält überhaupt zusammenbleiben will, denn es geht seit ja Monaten so, ohne Aussicht auf Änderung. Das wäre mir zu anstrengend.

Meine Familie meint, sein plötzlicher Heiratswunsch wäre kein Zeichen von Liebe, sondern einzig der Wunsch nach dauerhafter Versorgung
Deine Eltern sind kluge Leute. Hör auf sie.
Er ist einer der männlichen Pragmatiker, der immer seinen Vorteil sucht, dem nachgeht, egal, was Deine Wünsche sind und der Dich für zu dumm hält, ihn zu durchschauen. Letzteres wäre ein Grund, warum ich ihn richtig auf den Pott setzen würde.
 
  • #5
Ich denke wie Deine Eltern. Außerdem hat er sich doch charakterlich auch so verändert, dass Du Dir generell gar nicht mehr sicher bist.

Mehr kann ich gar nicht schreiben, das würde nur das sein, was Dir Deine Familie auch sagt.
 
  • #6
Er hat eine schwere psychische Erkrankung und diese ist offensichtlich noch nicht ausgeheilt, wenn man das mal so sagen kann. Das er sich verändert und reflektiert, ist ja wohl normal. Muss er schließlich auch, damit er gesund wird. Sein altes Leben hat ihn krank gemacht. Er muss einen neuen Sinn im Leben finden, sich ganz neu orientieren. Du scheinst dafür nicht viel Verständnis aufbringen zu können. Das Zusammenleben ist scheinbar ziemlich schwierig und ihr sprecht wohl kaum miteinander. Du zeigt ihm auch keine Grenzen deiner Belastbarkeit auf. Was ich auch für einen Fehler halte. Solltet ihr gemeinsame Kinder bekommen, wird er wohl die Elternzeit nehmen und du weiter VZ arbeiten. Willst du so ein Modell leben? Von deiner Seite ist die Beziehung doch am Ende. Du hast keinen Respekt mehr ihm gegenüber. Jedenfalls lässt du kein gutes Haar an ihm.
 
E

EarlyWinter

  • #7
Ich wage es angesichts seiner sonstigen Meinung sehr stark zu bezweifeln, dass er dich im umgekehrten Fall heiraten würde. Ich gebe Vikky absolut recht, er hat nur eines gelernt aus seinem Burnout, nämlich dass er eine Versorgerin braucht, damit sein Lebensstandard gesichert ist. Er hätte dich höchstwahrscheinlich verlassen wenn dir so etwas widerfahren wäre denn er hätte dich bestimmt nicht "durchfüttern" wollen. Sei bitte nicht eine dieser Frauen, die auf das Süßholzraspeln eines eiskalten Egoisten hereinfällt. Heiraten kann Mann IMMER, auch in ein paar Jahren, sollte dir danach sein. Wozu überstürzen? ;)
 
G

Ga_ui

  • #8
Eigentlich müssten bei dir alle Alarmglücken schrillen! Der Mann ist ein haushocher Exzentriker mit Einfällen, Ideen und Stimmungswandlungen. Von Himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Wenn du kein Leben der Extremen führen willst, solltest du dich (deiner eigenen Gesundheit und deinem Geld/deiner Existenz zu Liebe) von dem Mann fernhalten! Es ist nie gewiss, was als Nächstes passiert.

Ich hab das auch im Bekanntenkreis! Der Mann (Exzentriker) ist völlig fertig, sehr kreativ, talentiert und erfolgreich, mir ansonsten auch ziemlich sympathisch, weil er IMMER gutes, lockeres Zeug zu erzählen hat, und beruflich alleine gut ohne Hilfe vorankommt (es eben zu was im Leben bringt), ABER die Kehrseite der Medaille: er säuft dafür ganz schnell ungebremst ab und ist manchmal von einer Sekunde auf die Nächste total am Durchdrehen oder Zusammenkippen, mitsamt Alkoholmissbrauch und gewagten Sonderaktionen.
Seine Freundin hat ihn mitsamt Kind verlassen. Ich rate jeder Frau immer Vorsicht bei diesem Mann walten zu lassen.

Sei vorsichtig mit diesem Heiratsantrag. Das tut er womöglich aus seiner momentan positiven Laune heraus. Das kann morgen aber auch schon wieder komplett vergessen sein. Er weiß sich irgendwo selbst nicht zu helfen.
 
  • #9
Ein Burn-Out oder auch andere psychische Erkrankungen, haben auch immer Einfluss auf das Umfeld.
Selbst bei viel Verständnis, ist es sicher nicht sehr einfach damit zu leben! Und es kann ggf ein Außenstehender nicht nachvollziehen.
Ich möchte also nicht über Dich urteilen, wenn Du auch im Moment damit ein Problem hast. Denn Du bist ja damit alleine, er hatte Therapien und hat diese hoffentlich noch??!!
Als Partnerin ist jedoch auch Dein Leben aus den Fugen, Du bist abhängig, von seinen Schwankungen und weisst noch nicht, wo er sich später einmal einpendelt.
Er fährt sicher noch Achterbahn und auch das mag nicht ungewöhnlich sein....
Somit hat hier glaube ich niemand eine Schuld und niemand eine wirkliche "böse" Absicht.
Hier sollten auch Partner nicht allein gelassen werden...vielleicht kannst Du einmal nachfragen ob es auch "Hilfen" für Dich gibt.
Heiraten jetzt natürlich nicht, nicht mal er weiss wie er im nächsten Jahr sein wird! Bewusst ausnutzen glaube ich nicht, eher dass er in das andere extrem gefallen ist, alles ändern zu wollen.
 
P

Provence

  • #10
In zwei Punkten solltest du standhaft bleiben:
  1. Heirat - keinesfalls darauf eingehen
  2. Kinderwunsch - unbedingt vorerst vergessen
Dein Freund steckt in einer tiefen Krise, die Reha hat nicht wirklich geholfen. Er ist hoffentlich weiter in Therapie, dann gibt es vielleicht noch eine kleine Chance, dass ihr irgendwann in der Zukunft an euer früheres Leben anknüpfen könnt; allerdings sollte dieses weniger arbeitsreich (das gilt für beide) sein.

@prinzessin22589 meint zwar, du habest derzeit »wenig Verständnis« für ihn - was ich gut nachvollziehen kann, wo er gar nicht mehr der Mann ist, den du früher geliebt hast. Ich würde in deiner Situation auf räumlichen Abstand gehen (also ausziehen), ihm aber signalisieren, dass du gesprächsbereit bist, falls er seine Krise erfolgreich angeht und am Ende bewältigt. Damit ist er gezwungen, sich beruflich wieder zu engagieren und zu begreifen, dass er sich selbst über Wasser halten muss. Denn auch ich fürchte, dass sein plötzliches Umdenken, was die (baldige) Heirat angeht, vor allem auf den sicheren Versorgungsanspruch abzielt. Hierfür musst du Null Verständnis haben!
Einen »schlecht gelaunten, arbeitsunwilligen Mann, der noch dazu unkontrollierte Schulden für Luxuseinkäufe macht« würde ich mir nicht antun.

… ich würde mindestens ein paar Jahre warten, wie sich das entwickelt.
 
  • #11
Es ist jetzt nicht die Zeit für endgültige Entscheidungen, denn Dein Freund steckt noch MITTEBN IN eine schweren psychischen Erkrankung. Der Genesungsprozess ist längts nicht abgeschlossen. Und wann dass sein wird und wie er danach sein wird (wie er sich verhält, wie seine Emotionen sind, wie er arbeiten kann etc.) lässt sich nicht vorhersagen.
Ich finde grundsätzlich gut, dass du ihn in schwerer Zeit nicht verlassen hast.
Grundsätzlich ist heiraten - in meinen Augen - keine gute Idee, wenn einer wesentlich mehr als der andere verdient. Weil die gesetzlichen Unterhaltspflichten zu schweren "individuellen Ungerechtigkeiten" führen können.

Du solltest aber dir einen Angehörigengruppe für Depressionserkrankte suchen. Jeder gute Uniklinik müsste sowas haben. Dort wirst du Unterstützung und neue Wege für dich finden.

Viel Glück!
 
  • #12
Er hat die letzten Jahren teilweise ohne einen Tag Urlaub bis zu fünfundfünfzig Stunden die Woche gearbeitet und dabei immer sehr gut verdient.
Wir sind seit fünf Jahren zusammen, ich habe jahrelang auf eine Hochzeit gehofft und mir Kinder mit ihm gewünscht,
Und ich zweifele an dieser Stelle Deine hehren Gefühle an. Du selbst wolltest einen Versorger und den liebend gerne heiraten. Selber aber kreidest Du genau das ihm nun an.

Missversteh mich nicht, es mag wirklich schwierig zur Zeit mit ihm sein, dennoch ist er erkrankt! Er macht das ja nicht, um Dich zu ärgern.

Problem hierbei ist, wer in schlechten Zeiten nicht zu einem steht, den braucht man in guten auch nicht. Dafür finden sich Tausende andere!
 
  • #13
Liebe FS,

ich finde es schon recht fahrlässig sich mit einer solchen Fragestellung an ein Laienforum zu wenden, indem vom Hören-sagen und man kennt da jemanden, die haarsträubendsten Rückschlüsse gezogen und Empfehlungen ausgesprochen werden. Selbst wer, auch noch so nahe und wohlmeinende Verwandte und Bekannte, diese Situation selbst kennt und erlebt hat, kann mit seiner/ihrer Einschätzung meilenweit daneben liegen. Suche Dir professionelle Hilfe.

Ich kann da leider nur verständnis- und fassungslos den Kopf schütteln.

Sehr gut finde ich, dass Du Dich der Situation stellst und aktiv bist.
 
  • #14
Liebe Threadstellerin - wenn ich von den Forderungen dieses Mannes lese - da läuft esmir eiskalt den Rücken runter. Er sucht eine Versorgerin - finanziell, hauswirtschaftlich und emotional.
Ich finde es nicht überraschend, dass er in so einem Zustand aus einer stationären Behandlung kommt- so ist eben unser Gesundheitssystem - alles muß wie am Fließband gehen. ABER er tut dir - mit seinen Stimmungsschrwankungen, mit seine unkotrollirbaren Impulskäufen, mit seinen Drohungen und und und nicht gut. Für was war der Burn-out das Etikett - für eine Borderline-Persönlichkeit, die auch nicht in Ansätzen therapiert wurde.
Ich würde mal einige Wochen/ Monate auf größtmögliche Distanz zu ihm ghen. Sag ihm, er solle die Zeit nutzen, für sich an seiner Gesundung zu arbeiten. Das ist übrigens nicht dein Problem- Du bist nicht seine Therapeutin. So wie es aussieht braucht er noch jahrelange Therapie und er ist momentan sehr schädlich für dich.
Auf keine Fall heireaten- denn wenn du einen kranken Ehepartner hast, dann bist du diesem dessen Leben lang unterhaltspflichtig.
Und wenn du mit ihm Kinder willst- stell von vornherein sicher, wie du die Finanzierung und Betreuung der kinder alleine schaffen kannst.
Schotte dich auch soweit von ihm ab, dass du nicht selbst eine Depression bekommst oder in eine Angehörigengruppe gehen musst.
 
  • #15
Eigentlich müssten bei dir alle Alarmglücken schrillen! Der Mann ist ein haushocher Exzentriker mit Einfällen, Ideen und Stimmungswandlungen. Von Himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Wenn du kein Leben der Extremen führen willst, solltest du dich (deiner eigenen Gesundheit und deinem Geld/deiner Existenz zu Liebe) von dem Mann fernhalten! Es ist nie gewiss, was als Nächstes passiert.
Burn-out ist nur der vornehme Begriff für Depression aber ich frage mich, ob dein Freund statt Burn-out nicht eine bipolare Störung (manische Depression) hat? Gerade wegen der geschilderten Symptome bzw. Verhaltensweisen, welche von einem extrem zum anderen wechseln.

Rede mit Fachpersonen bzw. informiere dich auch selbst überbietbares Störung wurde wie jemand weiter oben schrieb auch über Borderline. Patienten mit manischer Depression müssen über Jahre Psychopharmaka nehmen - so wie mir das bekannt ist.
 
L

luci-le

  • #16
Liebes Forum, ich möchte mich für eure Antworten bedanken. Vielleicht ist es wirklich so, dass ich mich innerlich schon langsam von ihm verabschiedet habe. Ja, er ist krank, aber das Leben mit ihm ist die Hölle, seit mehr als vier Monaten. Ich will mich nicht ständig anschreien, passiv-agressiv oder gleich ganz agressiv von ihm beschimpfen lassen. Ich will ihm nicht ständig zureden, keine katastrophalen Entscheidungen zu treffen, ständig auf ihn aufpassen, ihn bekochen und ständig hinter ihm herräumen und Tag für Tag aufs Neue Angst um ihn zu haben. Seine weinerliche, selbstmitleidige Stimme, mit der er mir stundenlang über seine schrecklichen Qualen volljammert ohne ein einziges Mal nach meinen Gefühlen dabei zu fragen.

Wie ein Forist schon schrieb, meine Wünsche und Bedürfnisse, nicht nur bezogen auf die Ehe und die Kinder, sondern auch in allen anderen Bereichen haben ihn doch auch nie wirklich interessiert. Immer nur vage Zukunfts-Versprechen. Jetzt ist die Zukunft da und mein großer Lebenstraum Familie und Kinder werde ich mit ihm niemals leben können. Dafür sieht er es als selbstverständlich an, dass ich- 24/7 für ihn abrufbar bin. Er ruft mich unter der Woche regelmäßig mitten in der Nacht an, wenn es ihm schlecht geht und jammert mich dann so lange voll, bis ich aufstehen und direkt zur Arbeit fahren muss. Nach dem Vollzeitjob dann die Vollzeitbetreung für ihn, jeden Tag. Ich bin aber keine Dienstmagdt, sondern ein eigenständiger Mensch mit eigenen Wünschen, Bedürfnissen, Gefühlen und Träumen.

Ich habe mich jetzt entschieden, ihn heute zu verlassen, in der Hoffnung, dass ich einen anderen Partner finde, mit dem ich meinen Traum von Familie oder zumindest von einer glücklichen Partnerschaft leben kann. Diese hier war schon Jahre vor seinem Burnout nicht mehr glücklich. Anstelle eine Angehörigengruppe werde ich mir lieber einen Therapeuten nur für mich !!! suchen und herausfinden, wie ich mich überhaupt in eine Lage bringen konnte, in der es nie um meine Bedürfnisse ging. Soll sich doch einer seiner Bosse-Abteilungsleiter oder Kollegen von heute an um ihn kümmern, eben einer der Menschen, die ihm jahrelang auch immer wichtiger als ich waren. Seine Zeit an meiner Seite ist für ihn jedenfalls vorbei.
 
L

luci-le

  • #17
Und ich zweifele an dieser Stelle Deine hehren Gefühle an. Du selbst wolltest einen Versorger und den liebend gerne heiraten. Selber aber kreidest Du genau das ihm nun an.

Missversteh mich nicht, es mag wirklich schwierig zur Zeit mit ihm sein, dennoch ist er erkrankt! Er macht das ja nicht, um Dich zu ärgern.

Problem hierbei ist, wer in schlechten Zeiten nicht zu einem steht, den braucht man in guten auch nicht. Dafür finden sich Tausende andere!
Umgekehrt wird viel eher ein Schuh daraus. Er ist in guten Zeiten, als es noch leicht für ihn war, nie zu mir gestanden und jetzt soll ich mich in schlechten wie selbstverständlich für ihn kaputt machen?! Wieso gründest du mit diesem Prachtexemplar von Geschlechtsgenossen nicht einfach eine Männer- WG, da könnt ihr dann gegenseitig über die bösen Frauen schimpfen, die euch alle nicht wollen und darüber, dass ihr die ganze Arbeit jetzt eigenständig erledigen müsst. Ich habe- nach wieder viel zu wenig Schlaf von unverschämten Männern jedenfalls für den Rest meines Lebens die Nase voll und werde mich nie wieder auf so ein Exemplar einlassen. Wenn mir ein Mann je wieder, auch nur ein einziges Mal von seinen "Todessehnsüchten" in Verbindung mit diversen Forderungen vorjammert, dann werde ich ihn eingenhändig an die nächste Klippe fahren und ihm sagen, dass sein Ableben für niemanden einen Verlust darstellt. Hätte ich bei meinem Exemplar wahrscheinlich auch schon viel früher mal machen sollen, anstelle mir von ihm systematisch mein eigenes Leben zerstören zu lassen.
 
L

luci-le

  • #18
Ich finde grundsätzlich gut, dass du ihn in schwerer Zeit nicht verlassen hast.
Grundsätzlich ist heiraten - in meinen Augen - keine gute Idee, wenn einer wesentlich mehr als der andere verdient. Weil die gesetzlichen Unterhaltspflichten zu schweren "individuellen Ungerechtigkeiten" führen können.

Du solltest aber dir einen Angehörigengruppe für Depressionserkrankte suchen. Jeder gute Uniklinik müsste sowas haben. Dort wirst du Unterstützung und neue Wege für dich finden.

Viel Glück!
Ne du, er soll also keinem "Unterhaltsrisiko" ausgesetzt werden, ich mich aber wie selbstverständlich für ihn kaputt machen? Weil ich eine Frau bin und Frauen in deinen Augen weniger wert sind, oder wieso soll der Eine nichts geben müssen und der Andere als Dankeschön für diesen Egoismus alles?! Anstelle einer Angehörigengruppe werde ich mir einen Wellnessurlaub buchen und auf mein neues Leben anstoßen, das ohne diese männliche Belastung um so viel schöner geworden ist und mal wieder so richtg schön shoppen gehen.
Und ich zweifele an dieser Stelle Deine hehren Gefühle an. Du selbst wolltest einen Versorger und den liebend gerne heiraten. Selber aber kreidest Du genau das ihm nun an.

Missversteh mich nicht, es mag wirklich schwierig zur Zeit mit ihm sein, dennoch ist er erkrankt! Er macht das ja nicht, um Dich zu ärgern.

Problem hierbei ist, wer in schlechten Zeiten nicht zu einem steht, den braucht man in guten auch nicht. Dafür finden sich Tausende andere!
Er hat außer ungehaltenen Versprechungen in für ihn "guten Zeiten" aber nie etwas gegeben-und ich bin blöd, dass ich ihn nicht am ersten Tag nach seinem Burnout auf den Pott gesetzt habe. Dann sollen die "tausenden Andere" doch kommn und dieses Traumexemplar von Mann wieder gesundpflegen. Die Kandidatinnen rennen ihm sicher die Bude ein und wenn nicht könnt ihr doch immer noch eine Männer-WG gründen. Er ist schließlich ja nur "erkrankt".
 
  • #19
Burnout ist keine Diagnose, sondern eine Zusammenfassung von verschiedenen Symptomen, eventuell auch krankheitswertige, muss aber nicht sein. Du solltest jedenfalls in Erfahrung bringen, welche Krankheit diagnostiziert wurde, für die er in der Reha war. Ist er jetzt medikamentös eingestellt? Hat er weiter Gesprächstherapie?
Die Entscheidung ob du dir ein weiteres Leben mit ihm vorstellen kannst, ist jedenfalls deine. Auf jeden Fall solltest du jetzt deine Selbstschutzmechanismen aktivieren und besonders auf dich achten.
 
  • #20
Für was war der Burn-out das Etikett - für eine Borderline-Persönlichkeit, die auch nicht in Ansätzen therapiert wurde.
Ich finde es grob fahrlässig solche psychiatrischen Diagnosen zu stellen, zumal höchstwahrscheinlich falsch. Als Borderliner wird doch heutzutage jeder ettikettiert, der anderen unangenehm ist. Das wird schon mehr als Schimpfwort denn als Diagnose verwendet.

Für mich lesen sich die extremen Stimmungsschwankungen nicht nach einem Burnout, sondern eher nach bipolar oder agitierter Depression. Die richtige Diagnose ist sehr wichtig für die richtige Behandlung, ist wegen der Ähnlichkeit vieler Krankheitsbilder sowie individueller Ausprägungen bei unterschiedlichen Persönlichkeitstypen oft erst nach Jahren kontinuierlicher Behandlung durch die gleichen Ärzte und Therapeuten möglich. Leider bekommen Angehörige (das ist die FS als unverheiratete Partnerin nicht) keine Auskunft, es sei denn, der Patient selber will ein Paargespräch.

Ein Burnout, wenn es keine Gefälligkeitsdiagnose ist, ist eine langwierige psychische Erkrankung, die mit Psychotherapie und Änderung des Lebensstils behandelt wird, manchmal zeitlich befristet mit Antidepressiva. Eine Rekonvaleszenz dauert Jahre, sofern sie überhaupt vollständig gelingt. In der Regel ist dem Erkrankten ein Zurück ins alte Leben nicht möglich und es ist auch nicht sinnvoll, weil er darin ja erkrankt ist. Wenn er gesund werden und dauerhaft bleiben will, dann muss er in seinem Leben elementar was ändern.
Eine bipolare Depression muss dauerhaft mit Medikamenten behandelt werden, um das schwanken zwischen den Polen (Depression vs. Hochstimmung) auszugleichen. Meistens fehlt Bipolaren die Compliance, die Medikamente einzunehmen, weil das Hoch sich für sie super anfühlt. Die Compiance wird meistens durch Druck von außen hergestellt (Du nimmst die Pillen oder ich verlasse Dich) und sowie der Druck nicht mehr wirkt (verheiratet), ist auch die Comliance weg.

Der Partner der FS hat sich wohl entschieden, dass seine Änderung Richtung Gesundheit so aussieht: er lehnt sich zurück und lebt seine Impulse aus, sie versorgt ihn dauerhaft. Offensichtlich findet er sich so toll, dass er meint, sie würde das gern tun oder sie ist so dumm, dass sie seinen Plan nicht durchschaut.
 
  • #21
Liebe FS,
wenn Du heiratest und Dein Partner nicht mehr gesund wird, er Dir das Leben zur Hölle macht, befreit Dich auch keine Scheidung aus der lebenslangen Unterhaltspflicht.
Ein kranker Mensch, der seinen Lebnsunterhalt nicht selber verdienen kann, ist nach dem neuen Scheidungsrecht versorgungstechnisch deutlich besser gestellt, als eine Frau, die kleine Kinder zu betreuen hat.
Bedenke hierbei, dass die höchsten Frühverrentungsraten aus psychischen Erkrankungen resultieren, nicht aus Arbeitsunfällen oder sonstigen körperlichen Gebrechen. Du wirst aus der Nummer nie mehr rauskommen und es wird dauerhaft Deinen Lebensstil bestimmen, wenn Du jetzt einen Fehler machst und Dich seinem Druck beugst.

Ich weiß es so genau, weil ich eine Freundin, die in dieser Situation ist bei der Scheidung unterstützt habe - der Plan ist aufgegangen. Der Exmann muss hat nicht nur für Zugewinn- und Versorgungsausgleich heftig bluten müssen, er muss selbst als Rentner an sie Aufstockungsunterhalt zahlen.

Wenn Du jemals heiraten und Kinder haben willst, dann hast Du in Deinem Alter den falschen Partner.
Du bist zu alt, um noch jahrelang auf seiner Wiederherstellung zu warten und dann zu sehen, ob er gesund überhaupt Kinder haben will oder nun erst das krankheitsbedingt ausgefallene Leben nachholen muss. So wie Du ihn "gesund" beschrieben hast, würde ich nämlich Letzteres annehmen.

Du bist jung genug, um noch einen anderen Lebenspartner zu finden, die Beziehung zu festigen - das aber nicht mehr lange. Lies' hier Parallelthreads, wo Männer schreiben, dass sie Frauen in den 30ern scheuen wie der Teufel das Weihwasser, wegen deren biologischer Uhr.

Dein Partner hatte seinen Lebensplan und hat Dich 5 Jahre lang unter Druck gesetzt, dass Du Dich dem fügst. Nun ändert er seinen Lebenplan, alles vorherige wird annulliert, weil es für ihn nicht mehr gut ist und Du sollst Dich wieder fügen.
Ich würde das nicht tun, sondern mir sehr genau überlegen, ob ich die Partnerschaft mit so einem Egoisten weiterführen will.

Es geht nicht darum, einen erkrankten Partner im Stich zu lassen. Das ist hochgradig verwerflich, wenn die Beziehung vorher gut ausbalanciert war - war sie bei euch aber nicht, denn ihr hattet garkeinen gemeinsamen Lebensplan.
Ihr hätte Euch schon vor seiner Erkrankung trennen müssen wegen Unvereinbarkeit der Lebensziele:
Du "Teilzeitmutti" und er "DINKs - jeder sorgt für sich selbst". Die Frage ist, warum Du bei ihm geblieben bist.
 
A

Arcturus

  • #22
Kinder ohne Trauschein finde ich eine ganz dumme Idee und darauf hätte ich mich niemals eingelassen, außer ihr macht einen Vertrag, in welchem er sich verpflichtet, Dir eine private Altresversorgung zu finanzieren, solange Du kinderbedingt nicht Vollzeit arbeiten kannst.
Allerdings nützt Dir so ein Vertrag rein garnichts, wenn er so wie jetzt dauerhaft beruflich ausfällt.
Immer wieder diese alten Märchen. Immer wieder gern erzählt, auch wenn falsch.

Ich zitiere mal die Deutsche Rentenversicherung:
"Durch eine gesetzliche Neuregelung, die sogenannte "Mütterrente", werden bei Geburten vor 1992 bis zu 24 Monate Kindererziehungszeit anerkannt. Bei Geburten ab 1992 sind es bis zu 36 Monate........

Wie viel Rente Sie dafür bekommen
Für Kindererziehungszeiten bekommen Sie Entgeltpunkte, das heißt: sie wirken sich direkt auf die Rentenhöhe aus. Als Berechnungsgrundlage dient der Durchschnittsverdienst aller Versicherten. Dieser beträgt aktuell 34.999 Euro im Jahr.

Doppelt gut
Sie erziehen Kinder, arbeiten aber nebenbei? Prima – dann erhalten Sie diese Beiträge nämlich zusätzlich zu dem, was Sie selbst einzahlen. Dies gilt bis zur so genannten Beitragsbemessungsgrenze von monatlich 6.050 Euro in den alten bzw. monatlich 5.200 Euro in den neuen Bundesländern.

...Erziehen Sie Ihr Kind gemeinsam, hat grundsätzlich die Mutter Anspruch auf die Kindererziehungszeit. Soll sie der Vater erhalten, benötigt die Rentenversicherung eine gemeinsame, übereinstimmende Erklärung hierfür......"

D.h. eine erziehende Mutter erhält für die Zeit der Erziehung soviele Rentenpunkte, wie jemand, der im Jahr Rentenversicherungsbeiträge mit einem Verdienst von 35.000 € brutto zahlen würde. Oder andersherum: Kindererziehung bedeutet genau die gleiche Rente zu "erarbeiten" wie ein deutscher Durchschnittsverdiener.

Und jetzt soll der Mann zusätzlich zum (gesetzlichen, vorauseilenden und damit diskriminierenden) Verzicht auf die Rentenpunkte für anteilige Erziehung noch eine private Rentenversicherung für die Frau abschließen?
Warum?
Was, wenn der Mann nur 30.000€ brutto verdient? Dann bekommt sie für die Zeit sogar noch mehr Rente als er mit Arbeit und er soll noch privat für sie vorsorgen? Hakt's?
 
  • #23
Gratulation zu Deiner Entscheidung und viel Spaß beim Wellnessurlaub und beim Shoppen....Alles Gute!!
 
  • #24
#17 Ich habe hier immer wieder interessiert reingeschaut aber nichts "geantwortet". Ich stimme dir vollständig zu, du machst es jetzt richtig. Immerhin wollte er nicht heiraten und du hast dich, dummerweise muss ich sagen, immer weiter auf die Warte- und Hoff-Position geklemmt um halt was zu haben. So gesehen trifft "weil ich eine Frau bin" dann doch noch zu. Ich finde es schade, dass Frauen die 10-20 Jahre nach mir kamen, immer noch in diese Rolle fallen einerseits unbedingt geheiratet "werden zu müssen" und nicht einfach bei einer Beziehung die keine tragfähige Partnerschaft ist die Reißleine ziehen. Nun, er hat dich glücklicherweise immer schön hingehalten, glaub mir der hätte dich nie geheiratet und auch freiwillig keine Kinder mit dir gewollt, jetzt bist du ihm ganz bestimmt nichts schuldig. Aber glücklicherweise auch nicht abhängig, so wie er es immer sorgfältig durch sein teilendes Verhalten selbst gewollt und erwirkt hat! Ich hab doch schon so einige Männer gesehen, die es ganz selbstverständlich finden, wenn ihre Partnerin und womöglich Mutter ihrer Kinder krank wird oder die Kinder schwerkrank zur Welt kommen, abzuhauen. Denen wird das dann zu viel und sie fanden es selbstverständlich ihre dem Tod geweihten Freundinnen/Frauen, Kinder für ihr eigenes seelisches Wohl zu verlassen. Du bist jetzt später wach geworden. Er hat in der tat nichts geleistet um sich deine "Pflege" zu verdienen. Nun ist er krank. Im Moment ist der Traum des Gewinners in der absoluten Leistungsgesellschaft für ihn auf längere Sicht ausgeträumt. In diesem Fall ist es aber OK wenn er die Verantwortung dafür selber komplett übernimmt. Ich sehe in deinem Posting nirgends das er auf gegenseitige Fürsorge gesetzt und investiert hat. Jetzt hätte er sie nötig. Klar, es war spät, lerne draus das du drauf schaust ob du auch was wieder bekommst statt nur bequem "zu leisten". Das ist es was dir jetzt auf die Füße fällt. Das kannst du jetzt korrigieren. w48
 
  • #26
Mich wundert schon, dass hier doch einige versuchen, der FS ein schlechtes Gewissen einzureden.

Sie hat doch geschrieben, dass sie ihn gern geheiratet hätte - damals, als gesundheitlich alles in Butter war. Er hat sie hingehalten, wollte nicht, andere Dinge (auch andere Leute) waren ihm wichtiger als sie.

Nun, wo er psychisch instabil ist, will er sie plötzlich dringend heiraten, während sie bereits jetzt seine Launen, Zumutungen, Jammereien und Aggressionen ertragen muss. Es ist offensichtlich, dass er sie jetzt als Sicherheit für die Zukunft braucht. Vorher brauchte er das nicht.

Aus der Beschreibung der FS lese ich nicht einmal heraus, dass das je eine wirklich liebevolle Beziehung war. Ich würde mir das - nach so einer Vorgeschichte - dann auch nicht antun. Heiraten? Doch wohl nur aus Liebe.
Ich kann die Entscheidung der FS in diesem - von ihr beschriebenen - Fall gut verstehen.
 
  • #27
Ich denke, dass sich sein Fokus- und damit seine Prioritäten verändert haben. Die Wehemenz die er vorher in die Arbeit steckte, steckt er jetzt in das Beziehungsleben. Jetzt heißt das Projekt heiraten und Kinder. Ein Mensch der im Berufsleben so strebsam und ehrgeizig ist - wenn ihm das genommen wird - dann verschwinden diese Attribute nicht sondern verlagern sich auf einen anderen Teil des Lebens. Ich denke, dass es primär darum geht und nicht um den Wunsch dauerhaft von dir versorgt zu werden. Ich glaube, dass bei ihm auch Ängste eine große Rolle spielen, im Sinne von "ich werde nicht mehr gebraucht, "ich werde ersetzt", "ich bin nicht mehr einsatzfähig" und das wiederum sorgt für eine Abwärtsspirale in Richtung "ich mach jetzt gar nichts mehr und sitze lieber passiv zuhause". Geld ausgeben ist derzeit etwas was ihm ein Glücksgefühl vermittelt und mit dem er stark kompensiert. Im Grunde hast du recht, ihm die Augen zu öffnen, dass er euch beiden Schaden zufügt wenn er Schulden macht. Andererseits wirst du ihn auf der Ebene momentan nicht erreichen weil er auf dem Ohr derzeit völlig taub ist. Ich denke es wäre wichtig ihm einen Aufgabe zu geben die ihn ausfüllt aber gleichzeitig nicht überfordert. Das wäre für ihn ein dringendes Therapiethema das er gemeinsam mit seinem Therapeuten erarbeiten sollte. Du alleine kannst da gar nichts ausrichten, da kämpfst du gegen Windmühlen. Heiraten würde ich unter den Umständen keinesfalls in Betracht ziehen weil du nicht abschätzen kannst wo sich das noch hin entwickelt.
 
  • #28
Für was war der Burn-out das Etikett - für eine Borderline-Persönlichkeit, die auch nicht in Ansätzen therapiert wurde.
Ich finde es nicht in Ordnung mit Erkrankungsbildern - mit schweren Persönlichkeitsstörungen - um sich zu werfen nur um sich wichtig zu machen. Was bei diesem Herren fehlt entscheidet kein laienhafter Profilneurotiker sondern ein Facharzt bzw. psychologischer Psychotherapeut.
 
  • #29
Mich wundert schon, dass hier doch einige versuchen, der FS ein schlechtes Gewissen einzureden.
Ich finde es auch zu köstlich! Das ist typisch Mann. Die meisten Männer glauben, wenn es ihnen gut geht, eine Heirat würde sie benachteiligen. Kaum werden sie krank oder arbeitslos, ist die Freundin doch gut genug für eine Heirat.

FS, wärst Du krank geworden, er hätte Dich schon ausgetauscht.

Frag Dich! Liebst Du ihn noch, so wie er ist! Kannst Du ihn lieben wenn er so bleibt?

Du bist 31 und wenn Du Kinder haben willst, dann hast Du da keine 10 Jahre mehr Zeit für seinen seelischen Zustand. Wenn Du Dich jetzt von ihm trennst, dann brauchst Du Zeit um einen neuen Partner zu finden, dann die Beziehung stabilisieren, Ruck Zuck bist Du 35 oder älter. Wenn Du Dir mit der Trennung Zeit lässt, dann wirst Du nur älter und die Chancen auf eigene Kinder nicht größer. Und möchtest Du Kinder mit einem Mann haben, der sich selber wie ein Kind benimmt!

Also bei einem 3 Jahre altem Kind voll arbeiten gehen bedeutet! Kind morgens wecken, in die Kit bringen. Kommt drauf an wie weit die Kit ist, braucht das morgens 1 Stunde mehr, als nur sich fertig zu machen und zur Arbeit fahren. Kind muss man fast 10 Stunden in der Kit lassen. Oder einer bringt das Kind in die Kita, der andere holt es ab.

Nach der Arbeit! Kind holen, mindestens 1x die Woche einkaufen, aufräumen, Wäsche waschen, aufhängen, bügeln... Oh Kind muss ins Bett. Was hatte das Kind von der Mutter oder den Eltern gehabt? Wenn das Kind sich selber nicht versorgen kann, wenn es selber nicht morgens sich fertig machen kann u.s.w., dann müssen beide Eltern die Arbeitszeit reduzieren oder heiraten.

Wenn es mehr als nur ein Kind ist, dann... Kinder sind nicht alle gleich, eins braucht mehr Zuwendung als das andere.
 
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  • #30
Oha liebe FS,
da hast Du ja einen flotten Richtungswechsel gemacht, von Zweifel zu "jetzt reichts" und nun stellt sich heraus, dass ihr noch nichtmal zusammen wohnt. Darus ist navh 5 gemeinsamen Jahren ja auch abzuleiten, dass es nichts wirklich ernstes mit Zukunft ist - Abstand ist gewollt, kein gemeinsamer Alltag, weil einschränkend.
Vermutlich wollte er es so, weil kein Heirats- und Kinderwunsch und nun fällt das ihm als Mann mal ganz böse auf die Füße. Die Trennung ist in der Situation ganz einfach und aus dem Stand umzusetzen, jetzt also zu Deinen Gunsten.
Tja, so geht es Männern, die sich nicht richtig einlassen können - es ist nicht immer zu ihrem Vorteil

Deine Formulierung "jetzt sollen sich Chef und Kollegen kümmern, die all die Jahre immer wichtiger waren" fand ich beeindruckend und auch ein paar andere Ausagen, die ich bei meiner Trennung genauso dachte. Ich war damals schwer verwundert, welche Wut mit einem Mal da ist, wenn man so lange immer nur zurücksteckt. Da ist kein Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, sondern das Fass zerbirst und es kommt eine Flutwelle.
Ich habe damals überhaupt nicht mehr über meine Gefühle geredet, sondern die Trennung und Scheidung quasi wortlos durchgezogen. Für Kommunikation und Einigung (einen neuen gemeinsamen Weg) war vorher genug Zeit.

Ich gratuliere Dir zu Deiner Konsequenz und dass es Dir gelingt Dich auch nicht durch seine Erkrankung in der Pflicht zu sehen.
Als ich nach 5 Ehejahren in einer großen Belastungssituation wusste, dass der Mann nicht zu mir passt, habe ich ihn nicht gegen ein Komfortleben an der Seite eines hochattraktiven Alphamannes ausgetauscht, sondern zu ihm gestanden, die schwierige Situation gelöst und hatte weitere 15 überwiegend unerfreuliche Ehejahre, weil ich eine Pflichterfüllerin unter eigenem Wertezwang war.

Wenn man sich in einer so schwierigen Situation voneinander trennen kann, dann heißt das, das euch nicht wirklich was belastbares verbunden hat und dann ist die Trennung auch ok.

Bei aller nachvollziehbaren Wut auf Deiner Seite, habe ich allerdings keinerlei Verständnis für Deine Aeusserungen zu seinen Suizidrohungen. Trotz allem ist er schwer psychisch krank und da kann sowas näher liegen als Du glaubst. Ich wünsche Dir nicht, dass Du das erleben musst, denn es kann sein, dass Dich sowas Jahre Deines Lebens kostet - leicht wird damit nur eine tumbe Nuss fertig.