Freundin hängt in toxischer Ehe fest - wie kann man helfen?

Ich würde gerne wissen, was Ihr über das Folgende denkt und was Ihr, vielleicht aus eigener Erfahrung, der Betroffenen raten würdet.

Eine enge Freundin (48) ist mit ihrem Mann seit dem Studium vor 25 Jahren verheiratet. Für beide die erste Beziehung. Zwei Kinder (13 und 16). Nach außen alles schick, gute Jobs (Oberärztin und ndgl. Arzt), abbezahlte Villa.

Seit 10 Jahre geht eine wachsende Bösartigkeit von ihm aus, er behandelt seine Frau wirklich schlecht, macht sie und die Kinder wegen Nichtigkeiten rund - auch in der Öffentlichkeit. Keinerlei Zärtlichkeit mehr, kein Händchen halten, kein Küssen. Letzter Sex vor 7 Jahren. Letztens saß die Frau weinend bei uns….nicht das erste mal. Die Kinder leiden furchtbar: Ein Kind will dem Papa gefallen, frisst alles in sich rein - schafft es aber nicht, seinen Ansprüchen zu genügen…obwohl es ein tolles, intelligentes und witziges Kind ist. In letzter Zeit übernimmt es zT Ton und Gebaren des Vaters. Das andere Kind redet nur noch das Notwendigste mit ihm.

Aber trotzdem will die Mutter das ganze nicht beenden - sie sagt, dass sie es erst tun will, wenn das kleiner Kind aus dem Haus ist. Verstehen tu ich das nicht - vermutlich tut das kein Mensch.

Ich weiß (weil ich ihn natürlich auch kenne und erlebe), dass sie bei ihren Schilderungen eher dazu neigt, zu untertreiben. Nun ist es natürlich nicht unsere Aufgabe, sie zu einer Trennung zu überreden - aber alleine das Zuhören macht mich manchmal schon fassungslos und wütend: Wie kann man so ein A-loch sein? Auf der anderen Seite aber auch: Wie kann man sich so viel bieten lassen?

Lange Rede, kurzer Sinn: Hatte jemand von Euch ähnliche Erfahrungen? Was hat Euch in der Beziehung gehalten - was hat bei Euch am Ende den Ausschlag zur Trennung gegeben? Was habt Ihr Freunden in so einer Situation geraten?
 
Ich hatte auch so eine langjährige Ehe : er, promoviert und hochintelligent; anfangs wollte er mich unbedingt gewinnen, doch im Laufe der Ehe wurde er immer kritischer , wertete mich immer mehr ab besonders vor den Kindern . Ich habe mich, als er auch noch handgreiflich wurde , mit einem anderen Mann angefreundet. Als sich Gefühle entwickelt haben, habe ich warm gewechselt. Das war gewiss nicht korrekt. Das ist mir jetzt auch bewusst . Ich hätte mich einfach von ihm trennen sollen, weil solche bösartigen Männer es nur lernen, wenn man Konsequenzen zieht . Gut zureden hilft nichts. Mein Rat: Sie muss aufhören, für ihn zu funktionieren, dh zB keine Wäsche mehr für ihn waschen , nicht mehr für ihn kochen und eine deutliche Ansage machen, dass sie seine Gemeinheiten nicht mehr hinnimmt und eine Trennung folgt, wenn er es sich noch einmal erlaubt respektlos zu sein. Ganz klare Kante zeigen. Leider sehe ich aber nicht viel Hoffnung , das Böse hat er sich schon zu lange erlauben dürfen und sie hat sich nicht abgegrenzt , hat es zugelassen. Wenn sie jetzt nicht sich deutlich anders verhält und Respekt und liebevollen Umgang einfordert , wird sie weiter leiden müssen . Übrigens ist meine neue Partnerschaft jetzt sehr liebevoll 🤗, die Trennung von meinem Ex war hart, aber notwendig und ich habe es raus aus der toxischen Ehe geschafft. Ich arbeite halt jetzt mehr wegen meinem etwas niedrigeren Lebensstandard , habe aber jetzt eine bessere Beziehung . Der neue Mann an meiner Seite liebt mich .
 
Ich hatte ja ein ähnliches Thema über eine Freundin eingestellt, die immer wieder solche Beziehungen hat - auch wenn sie noch keine Kinder hat und nicht verheiratet ist. Da fällt es noch schwerer zu verstehen, warum sie bleibt.
Ich versteh dich also. Man hört sich das an und kann es nicht fassen. Zumal hier noch Kinder dranhängen. Generell: wenn jemand zu mir kommt und sein Herz ausschüttet, dann sage ich schon auch klar meine Meinung dazu. Gerade wegen der Kinder. Nicht vorwurfsvoll, sondern dass man von außen denken würde, es schadet den Kindern und hilft ihnen nicht, bis zur Volljährigkeit in dieser Situation zu verharren.
Bei meiner Freundin hatte ich ganz deutlich mal alles erklärt, was mir dazu einfiel, alles zusammengefasst - und dann gesagt, dass ich ab sofort nichts mehr dazu sage, es sei denn, sie fragt mich konkret um Hilfe. Weil ich mich selbst sonst nur noch aufrege die ganze Zeit, und sie drei Tage nach dem nächsten Streit mit ihm aber schon wieder alles super findet. So halte ich das seit einem halben Jahr oder so. Wenn sie was zur vermurksten neuesten Beziehung erzählt, sage ich nur „aha“ und das war’s. Wie gesagt: da betrifft es aber nur sie und keine Kinder...
w, 37
 
Ja, habe ich. Aehnliche Konstellation. Sie beide sind total stolz darauf, dass ihre Kinder in einer kompletten, (heilen) Familie aufwachsen, im Gegensatz zu meinen Kindern (getrennt lebend), jedoch immer die Möglichkeit, Kontakt zu haben mit dem Vater.

Folgende Unterhaltung habe ich beim Besuch in ihrem Ferienhaus mitbekommen. Spätere Ankunft des Partners. Wir zwei Frauen sitzen mit ihrem Sohn "Hans" am Tisch. Sie fragt, Hans, hat Dir Papa einen Begrüssungskuss gegeben? Ja, erwiedert Hans. Mir nicht, der Papa hat dich viel lieber als mich, erwiedert Sie. Dem Sohn ist offensichtlich unwohl und beeilt sich zu versichern, dass das nicht stimme. Die Atmospähre ist im ganzen angespannt.

Mir ist auch sehr unwohl, und ich bin kurz davor, etwas zu sagen, da ich aber zu Gast bin und meine Tochter auch dabei, lasse ich es bleiben. In solchen Situationen fehlt mir oft der Mut, ehrlich zu sein.

Das war vor Jahren, sie sind immer noch zusammen.

Sie hat mir mal anvertraut, dass Sie nie im Leben alleine sein möchte, und dass Sie bestimmt keinen neuen Partner kennenlernen würde in ihrem Alter.

Das Argument, wir sind noch wegen der Kinder zusammen, halte ich in den meisten Fällen schlicht eine Lüge. Es sagt sich viel leichter als, "ich bin zu feige" oder "die Vorteile überwiegen trotzdem". Bei oben genanntem Beispiel waren es keine finanziellen Vorteile. Sie ist die Haupverdienerin.

Die Freundschaft zu ihr besteht mittlerweile nicht mehr. Einen Rat dazu zu geben, schwierig. Ich würde die Situation klar ansprechen, aber damit rechnen, dass sich gar nichts ändert.
 
Aus Erfahrung- du kannst da gar nix machen, das muss deine Freundin ganz alleine wollen!

Was ich aber konsequent ohne Belehrung machen würde- ihr bei Beschwerden über die Situation ruhig und klar sagen daß sie meine Meinung kennt und wen sie meint trotzdem in der Situation verbleiben zu müssen, dies der Preis sei. Punkt.
Ich würde da weder trösten noch Probleme wälzen.

Ist natürlich ganz traurig für die Kinder, die erleiden den größten Schäden, aber ändern kannst du das nicht, dass kann nur deine Freundin!
 
Deswegen:

Wenn man sich nicht wehrt , testet der andere die Grenzen immer wieder und verschiebt sie nach hinten.
Er lässt seinen (beruflichen?)Frust an ihr aus, bei anderen traut er sich das nicht. Er liebt sie nicht mehr, (vielleicht eine andere?)fühlt sich vllt auch in der Situation gefangen, traut sich nicht auszubrechen. Vielleicht sind es gesellschaftliche Hemmnisse mehr als finanzielle.

Ich persönlich habe mich lange nicht getrennt, weil mir die Hoffnung auf was besseres fehlte.
Weil ich es schaffen wollte, nicht wie meine Eltern schon scheitern wollte.
Weil ich auch an seiner Familie hing.
Weil ich es dem Kind nicht antun wollte.
Auch weil ich es meinem Mann nicht antun wollte wegen Kind, Hund und Haus.

Für ihn war alles ok. Allerdings war meine Ehe nicht sooo toxisch, wie hier geschildert, aber in gewisser Weise schon auch.

Alle Männer die ich bis dahin kannte, tickten ähnlich wie mein Mann.
Ich sah keinen Sinn darin, nur den Protagonisten zu wechseln, dafür aber alles Materielle zu verlieren. Da war auch eine gewisse Bockigkeit dabei, dass ich nicht einsah, alles zu verlieren, obwohl ich mich um die Beziehung bemühte.

Es dauerte eine Weile bis ich begriff, dass mich das Materielle nicht glücklich macht und dass ich allein glücklicher sein kann, als mit dem Falschen.

Was das umdenken bewirkte?
Hmm, viele Gespräche mit einem guten Freund, Foren und ja auch letztlich der ein oder andere AHA-Moment. Und zwei Männer, die ich kennenlernte, die dann doch ganz anders waren.

Es hat halt die Zeit gebraucht, die es gebraucht hat, bei mir waren das auch ein paar Jahre.

Du kannst ihr helfen, wenn du ihr einfach zuhörst und immer mal wieder einen Denkanstoß gibst, sie vielleicht auch mal bestärkst.

Nur weil sie einen tollen Beruf hat, dort vielleicht auch gutes Selbstwertgefühl hat, geht damit nicht unbedingt ein gutes Selbstwertgefühl in Beziehungsdingen einher.
 
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Aber trotzdem will die Mutter das ganze nicht beenden - sie sagt, dass sie es erst tun will, wenn das kleiner Kind aus dem Haus ist. Verstehen tu ich das nicht - vermutlich tut das kein Mensch.
Als Ärztin müsste sie genau wissen, was sie ihren Kinder antut, mehr schlimm geht gar nicht!
Ich weiß (weil ich ihn natürlich auch kenne und erlebe), dass sie bei ihren Schilderungen eher dazu neigt, zu untertreiben. Nun ist es natürlich nicht unsere Aufgabe, sie zu einer Trennung zu überreden - aber alleine das Zuhören macht mich manchmal schon fassungslos und wütend: Wie kann man so ein A-loch sein? Auf der anderen Seite aber auch: Wie kann man sich so viel bieten lassen?
Sie hat die Schmerzgrenze für sich noch lange nicht erreicht, deswegen lässt sie auch aus Bequemlichkeit alles so beim Alten weiter laufen, das machen oft Frauen so!
Lange Rede, kurzer Sinn: Hatte jemand von Euch ähnliche Erfahrungen? Was hat Euch in der Beziehung gehalten - was hat bei Euch am Ende den Ausschlag zur Trennung gegeben? Was habt Ihr Freunden in so einer Situation geraten?
Die Trennung ist überfällig, das würde ich ihr nur einmal sagen, damit wäre für mich das Thema durch, denn nur sie kann für sich selber und für die Kinder die Entscheidung treffen!
 
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Ich habe solche Erfahrungen nicht.

Bei Freunden habe ich schon Umgang miteinander gesehen, der mich extrem gegruselt hat. Einer verletzt den anderen unabsichtlich, der andere reagiert mit böser absichtlicher Verletzung. Einer verlangt, die Ehefrau möge zu ihm stehen, was sie noch nie tat, sich aber ab und an Mühe gab, ihn nicht wie einen Hansel vor anderen dastehen zu lassen, aber er lässt seinen Charme auf andere Frauen los in ihrem Beisein und redet mit seiner Ex als bester Freundin mehr als mit ihr, der Ehefrau.
Eine andere Frau schämt sich fremd für ihren Mann, weil er in einer Situation das tut, was er für sich richtig findet (ging um Krankheit), statt sich zusammenzureißen und ihr keine Schande vor ihren Bekanntinnen zu machen. Fast alle Frauen behandeln ihre Männer wie Kinder.
Noch eine andere Frau ist nur mit ihrem Partner zusammen, weil sie die große Liebe noch nicht gefunden hat. Sie hat ihn auch schon betrogen.

Geht mich alles nichts an. Mit den Leuten habe ich nicht so engen Kontakt, dass ich sehen könnte, dass die Kinder leiden, und mir da überlegen müsste, ob ich was dazu sage. Bei einer Frau habe ich schon mal was gesagt, aber sie weiß das als Mutter ja besser und man merkt, dass sie nur ihre Eigeninteressen verfolgt UND das richtig findet. Also sie weiß, dass sie was falsch macht, aber hat die Macht dazu.

Letztens saß die Frau weinend bei uns….nicht das erste mal. Die Kinder leiden furchtbar

Dann schiebt sie sie wohl nur vor als Grund und trennt sich wegen sich selbst nicht. Aus Ansehens- oder materiellen Gründen.
Das ist eine Egoistin, wenn sie so handelt. Ein liebevolles Elternhaus nimmt sie den Kindern ja gar nicht weg bei einer Trennung.

SIE ist hier die Erwachsene, die bestimmen kann, ob die Kinder ein friedliches Zuhause haben können oder nicht. Ob Materielles, das nach der Trennung weg wäre, da wichtiger ist? Ja, vielleicht würden die Kinder sie dann hassen, weil sie es nicht ausgehalten hat, das muss sie sehen, ob da Materielles als Liebesersatz von den Eltern gegeben wurde. (auch von ihr. Und wenn die Kinder Scheidungskinder verachten als Loserkinder, dann haben ihnen das auch die Eltern als "Werte" eingeimpft)

Vielleicht hat sie Dünkel im Kopf von wegen "Scheidung kratzt am Image" und denkt, sie opfert hier sich. Dabei opfert sie die Kinder schon seit Jahren.

Man kann nun nicht jemandem vorwerfen, er könne sich nicht trennen. Aber die Kinder deswegen vorzuschieben, kann man ihm vorwerfen. Er sollte dazu stehen, was er tut, statt zu denken, er täte es für andere.
 
Bislang scheint sie ja Deinen Beschützerinstinkt zu wecken.
Der Mann ist der Böse, sie das arme Opfer.

Ich würde noch mal drüber nachdenken.

Vielleicht hat die Ehe eine Dynamik, die Du nicht siehst. Der Mann merkt vielleicht seit Jahren, dass sie ihn gar nicht will und ihn nur "aushält" für "die Nachbarn" (was sollen die denn sagen bei einer Scheidung des erfolgreichen Ärztepaares) oder wegen des Lebensstandards, den er gern mitfinanzieren darf, aber ansonsten will man ihn nicht. Deswegen wird er immer aggressiver, um überhaupt eine Reaktion von seiner leidenden Ehepartnerin zu bekommen.
Das soll das keineswegs rechtfertigen! Er könnte sich ja auch trennen, wenn er meint, er würde von niemandem hier geliebt und nur noch geduldet und ausgenutzt, statt dass er zu so einem aggressiven, gemeinen Menschen wird.

Mir missfällt nur, dass sie so als die arme Leidende dasteht.
Sie versündigt sich schon seit Jahren an ihren Kindern, weil sie als Erwachsene aus irgendwelche EIGENEN Gründen nichts tut, um den Kindern ein liebevolles Zuhause zu geben.

Was ist das für eine Frau? Ist sie ehrgeizig, auf Erfolg und Ansehen gepolt? Das wäre dann eine Charakterschwäche und der ordnet sie dann sogar das Seelenheil ihrer Kinder unter.

Ich finde gut, dass ihr zum Reden da seid. Aber was sitzt sie denn in Abständen bei euch und weint über ihre schreckliche Ehe? Erzählt, wie die Kinder leiden.

Du bist, glaube ich, ein Mann. Das ist vielleicht für Dich anders, wenn Du eine Frau weinen siehst, die unter den Aggressionen ihres Mannes leidet.
Ich als Frau würde sagen, lass Dich davon nicht ins Bockshorn jagen bzgl. Mitleid, arme liebe Frau und bösartiger Ehemann usw..
Die Frau ist erwachsen und könnte handeln und damit ihren Kindern das, was die gerade durchmachen, ersparen, und sie machen es nur durch, weil sich zwei Erwachsene nicht wie solche verhalten können und ihrer Pflicht für Obhut und Liebe für die Kinder nachkommen wollen. Entweder, die legen ihre zerrüttete Ehe auf den Tisch und entscheiden, für die Kinder das beste zusammen zu tun, oder sie trennen sich. Aber das Gemurkse und das Leiden der Kinder und dann dabei die ganze Zeit zuzusehen - nee.
Das tut sie aus Gründen, die sie selbst gefunden hat, und stellt sich opfermäßig auf die Stufe ihrer armen Kinder, als wäre sie genauso machtlos wie diese. Das finde ich verwerflich und würde ihr das sagen.

Sie hätte sich auch mal professionelle Beratung holen können, aber das geht vermutlich über ihren Stolz.
 
Du kannst gar nichts machen. Ich kann nicht bedeutet immer ich will nicht. Die Frau leidet nicht genug. Und solange sie Menschen hat, bei denen sie sich auskotzen kann, muss sie auch gar nichts ändern. Was du machen kannst - sie "abfertigen" - du sagst ihr ein mal klar und deutlich, dass sie sich dauernd beschwert, aber nichts an ihrer Lage ändert und sie bei euch willkommen sei, aber ihr ab sofort nicht mehr über ihre Ehe Probleme reden möchtet. Bin gespannt, ob eure Freundschaft dann noch bestehen bleibt. Bei solchen Menschen hilft leider nur Wurf ins kalte Wasser, wenn sie ihr Negativ nirgendwo abladen kann, ist sie gezwungen irgendetwas zu unternehmen.
Ich höre Freunden zu, aber wenn unsere Gespräche sich hauptsächlich darum drehen, wie schlimm die Partnerschaft ist, dann nein danke, ich möchte such gute Zeiten erleben.
Ausserdem seid ihr in gewisser Weise ähnlich wie die Frau - ich nehme an, ihr seid mit der Familie befreundet, findet weder Mann noch Frau besonders toll, hält aber an der Freundschaft weiter fest. Freunde schlucken nicht alles runter, sondern sagen such, wenn sie sich daneben benehmen. Wenn du den Mann in Aktion erlebst, warum sagst du zu ihm nicht, dass er sich gerade wie ein A... verhält??
 
Da Du eine enge Freundin von ihr bist hast Du sicher einen guten Einblick in die Familie.
Was kannst Du tun?
Kommuniziere klar und deutlich, dass Du eine Distanzierung ihrerseits für die einzig richtige Lösung hälst.
Zeige ihr deutlich, dass Du ihr bei der Trennung hilfst, so gut Du es kannst. Mehr kannst Du nicht tun. Den Schritt muss sie alleine gehen.

Aber trotzdem will die Mutter das ganze nicht beenden - sie sagt, dass sie es erst tun will, wenn das kleiner Kind aus dem Haus ist. Verstehen tu ich das nicht - vermutlich tut das kein Mensch.

Sie will ja auch die Trennung. Aber sie schafft es jetzt noch nicht. Das Kind ist nur ein Alibi für sie.


Das ist ein Problem.
Sie hat keine Erfahrung mit Beziehung.
Keine Erfahrung mit Trennung.
Und ggf. Angst vor Ihrem Mann.
 
Seit 10 Jahre geht eine wachsende Bösartigkeit von ihm aus, er behandelt seine Frau wirklich schlecht, macht sie und die Kinder wegen Nichtigkeiten rund - auch in der Öffentlichkeit.
Das sind typische narzisstische Tendenzen. Erst werden Menschen idealisiert und weil niemand dieser Idealisierung im Alltag gerecht werden kann, erfolgt die Abwertung.

da solche Menschen ein Bindungsthema mit sich herumschleppen ( niemand kommt so auf die Welt, sondern wird im Elternhaus entsprechend geprägt ), gelingt es ihnen nicht „gut und böse“ in einer Person zu vereinen. Stört etwas, ist die ganze Person schlecht. Sie werden selbst schon so aufgewachsen sein.
Manche identifizieren sich dann mit dem Täter und werden später selbst zum einen, andere identifizieren sich dann mit ihren daraus resultierenden Minderwertigkeitskomplexen und versuchen es später allen Menschen Recht zu machen. Auf der Basis finden sich dann später die Paare. Man spricht in der Psychologie von Kollision ( Schlüssel Schloss Prinzip ).
Ich denke es ist wichtig, dass deine Freundin ein Verständnis für ihre Dynamiken gewinnt. Anders wird sie nicht aussteigen können. Maximal wenn er sie verlässt.
Nichtigkeiten rund - auch in der Öffentlichkeit. Keinerlei Zärtlichkeit mehr, kein Händchen halten, kein Küssen. Letzter Sex vor 7 Jahren.
Irgendwoher wird er sich seine Anerkennung, Bestätigung, Zärtlichkeit und Sex schon ziehen. Nur anscheinend nicht bei ihr ...hier müsste deine Freundin schauen, woher sie das kennt. Wir gehen Beziehungen mit Menschen ein, deren Verhaltensweisen uns vertraut und damit sicher erscheinen, weil wir bereits so aufgewachsen sind. Wie ich oben schon meinte.
Die Kinder leiden furchtbar: Ein Kind will dem Papa gefallen, frisst alles in sich rein - schafft es aber nicht, seinen Ansprüchen zu genügen
Das bricht mir das Herz 😣 hast du bereits versucht, sie über ihre Liebe zu ihren Kindern zu mobilisieren ? Die Kinder nehmen einen langfristigen Schaden mit in ihr späteres Leben und werden das wiederholen, wenn es unreflektiert bleibt. Sie muss sich dessen bewusst werden.
Aber trotzdem will die Mutter das ganze nicht beenden - sie sagt, dass sie es erst tun will, wenn das kleiner Kind aus dem Haus ist.
Dann mach ihr klar, dass sie ihnen eher schadet, als es ihnen etwas bringen wird. Und wie wieviel Verantwortung sie den Kindern damit gibt. Nicht nur ein Vater, der unrealistische Erwartungen an seine Familie stellt, auch noch eine Mutter, die ihnen die Last dieser Ehe aufhalst. Das ist nicht in Ordnung ...
 
Ich habe in einem solchen Falle einmal einen Beratungstermin bei einer Anwältin empfohlen. Und dann auch terminiert. Ja, auch da war genug Geld vorhanden - und Rat, der richtig Geld kostet scheint irgendwie wertvoller zu sein.

Achja, das Ergebnis des Termins war - Plötzlich war der Mann gar nicht mehr so schlimm. Und wir müssen uns keine Jammerarien mehr anhören. Hat Frau Anwältin richtig gut gemacht. Ich preise sie in den höchsten Tönen.
 
Ich weiß (weil ich ihn natürlich auch kenne und erlebe), dass sie bei ihren Schilderungen eher dazu neigt, zu untertreiben.
ganz wichtig: werte nicht, wenn sie dir etwas erzählt! Das führt dazu, dass sie in eine schützende und abwehrende Haltung geht. Lass sie sich öffnen, höre erstmal nur zu und stelle offene Fragen. Somit gibst du ihr die Möglichkeit selbst auf die Lösung zu kommen. Das ist sehr wichtig..

Im zweiten Schritt bestätige sie ihn den Gefühlen, die ihr dabei helfen werden, aus der Beziehung auszusteigen. Wenn sie dir Gewisses schildert, dann übernehme die Rolle des „Fühlenden“ und sprich Gefühle laut aus: das muss sehr schmerzhaft für deine Kinder/dich sein, sich so ungeliebt zu fühlen usw. wer in solchen Beziehungen verweilt, hat den Zugang zu sich selbst verloren. Ein emphatischer Gesprächspartner kann helfen, diesen wieder zu finden.

dann wäre es wichtig, ihre Ressourcen zu aktiveren. Deine Freundin hat in ihrem Leben einiges hinbekommen und auch eine Trennung wird sie meistern. Das muss ihr wieder klarer werden. Also es geht in die Richtung: Selbstwertgefühl aufbauen ...
Was habt Ihr Freunden in so einer Situation geraten?
Ratschläge sind hier nicht angebracht. Sie weiß, was zu tun wäre. Sie kann es aktuell nur noch nicht. Viele Gespräche, viel zuhören und sie ganz behutsam dazu zu bewegen, sich professionelle Hilfe zu suchen. Da ist Einfühlungsvermögen und Geduld gefragt.
 
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@GröKaz

Ich denke, dass du nicht viel machen kannst. Du wirst dir den Mund fusselig reden.

Deine Freundin hat ihre Schmerzgrenze noch nicht erreicht. Erst wenn es soweit ist, wird sie sich trennen.

Sie sagt, sie bleibt wegen der Kinder. Eine Scheidung ist für diese wesentlich weniger dramatisch als die Mutter leiden zu sehen. Aber als Ärztin weiß sie das sicherlich.
 
Sie hat die Schmerzgrenze für sich noch lange nicht erreicht, deswegen lässt sie auch aus Bequemlichkeit alles so beim Alten weiter laufen, das machen oft Frauen so!
Männer machen die Frauen oft runter und werden bösartig.
Womöglich, weil sie sich aus Bequemlichkeit nicht trennen.

Hallo @GröKaz

Ich würde dir raten, deiner Freundin zuzuhören. Sie befindet sich schon im Abspaltungsprozess. Indem sie dir von all dem erzählt, setzt sie sich mit der Problematik auseinander.

dass sie bei ihren Schilderungen eher dazu neigt, zu untertreiben
Das ist ein Verdrängungsmechanismus. Die ganze Realität zu erblicken, ist noch zu hart. Sie ist sich unsicher mit ihrem eigenen Empfinden. Sie kritisiert sich darin selbst, z.B. dass sie "übertreiben" könnte und eigentlich alles gar nicht so schlimm wäre. Aus Liebe nimmt sie diesen Mann noch unterbewusst in Schutz. Das ist ein Prozess. Hier fehlt es auch an Selbstvertrauen, welches man bestärken kann.
Noch kapselt sie sich in der gewohnten Situation ein, da ihr ein Schritt dort raus als zusätzlich anstrengend erscheint.
Es ist mit viel Unsicherheit, sogar Angst verbunden. Die Frage "Was wird danach". Es ist eine große Unbekannte für sie, sowohl beruflich, als auch emotional.
Nachdem sie noch nie alleine gelebt hat, sondern praktisch direkt nach dem Elternhaus in das nächste Nest gehüpft ist, ist die Vorstellung "alleine" zu leben für sie beängstigend.
Selbst dann, wenn sie Chefärztin ist. Denn sie müsste gewisses emotionales Neuland betreten. Das ist für die meisten Menschen nicht einfach.

Genau bei dieser Frage kannst du ihr helfen, indem du ihr Perspektiven eröffnest. Die Gewissheit, dass ihr wohlgesonnene Menschen emotional beistehen nach einer Trennung, ist sicher hilfreich. Zum Beispiel könntet ihr mal in einen gemeinsamen Urlaub fahren mit den Kindern (Natürlich nur dann, wenn du selbst daran Interesse hast).
Vielleicht weißt du, wo sie ganz in der Nähe unterkommen könnte. Wer eine hübsche Wohnung vermietet usw.
Du könntest aufzeigen, wie das Leben nach der Trennung organisiert werden könnte.

LG
 
Die Trennung ist überfällig, das würde ich ihr nur einmal sagen, damit wäre für mich das Thema durch, denn nur sie kann für sich selber und für die Kinder die Entscheidung treffen!
Das sehe ich genauso. Trotzdem ist es falsch sich als Freunde einzumischen. Nicht falsch verstehen. Bei Gewalt ist das natürlich was anderes. Ich sage auch warum es falsch ist sich einzumischen.

Eine sehr gute Freundin von meiner Frau ist genauso in einer Beziehung. Sie wird von ihrem Lebensgefährten genauso schlecht behandelt wie haben ihr auch immer zu Uhr gesagt sie soll sich trennen. Sie hat sich immer die Augen bei uns ausgeheult. Trotzdem hätte man genauso an die Wand sprechen können.

Außerdem kann es wenn es blöd läuft die Beziehung doch nicht in die Brüche gehen. Dann ist man auf gut deutsch gesagt der A..
 
Danke für Eure Rückmeldungen - aus jeder einzelnen habe ich wertvolle Hinweise und Tipps gezogen.

@Power77 Deutliche Grenzen ziehen, da wo dies noch möglich ist - das werde ich ihr raten. Aus vielem hat er sich selbst schon rausgezogen, so isst er sowieso mittags aushäusig, abends macht er sich selber sein Brot, er wäscht sein Zeug selbst. Familienunternehmungen macht er nur sporadisch mit - und er war mangels Interesse am Sport noch nie (seit 4? Jahren) bei einem Tennispunktspiel seines Sohnes dabei. Das Warmwechseln hielte ich in so einem Fall für legitim, wenn nicht sogar wünschenswert - wenn sie anders nicht rauskommt. Allerdings werde ich ihr das nicht sagen können.

@mokuyobi ich habe mir schon oft vorgenommen, nichts mehr weiter zu sagen und das funktioniert - aber nur bis er die nächste Stufe an Respektlosigkeit und Gemeinheit zündet. Ein "es ist alles uper" gibt es nicht - bestenfalls gibt es Phasen, in denen es für sie "erträglich" ist.

@allegra64 ja, die "heile Familie" mag mitschwingen, bzw. das drohende sich eingestehen müssen, gescheitert zu sein. Da beide aber aus schwierigen Elternhäusern kommen und bei den jeweiligen Geschwistern auch die eine oder andere Ehe gescheitert ist, ist eine große Angst davor allerdings für mich schwer nachzuvollziehen. Aber diesen Punkt werde ich sicher auch mal ansprechen. Danke dafür. Deine geschilderte Episode könnte in meinem Fall nicht auftreten, da er weder seiner Frau, noch seinen Kindern Begrüßungsküsse gibt. Ich erlebe es allerdings mit, dass eine gute, gelöste, fröhliche Stimmung sofort in eine angespannte, aggressive kippt, sobald er das Haus betritt. Ohne dass er ein Wort spricht. Und seine ersten 2 Sätze das ganze noch befeuern. Komplett irre und unerträglich.

@Elfe1 ich weiß - sie muss es wollen. Ich habe ihr noch nicht geraten, sich zu trennen. Ich versuche sie bislang noch, durch die Richtung meiner Fragen zu dem Schluss kommen zu lassen...aber offenbar hilft ihr das am Ende gar nichts. Ein Problem ist vielleicht, dass ich ihren Mann natürlich auch gut kenne und mich eigentlich nicht so sehr exponieren möchte - was vielleicht falsch ist. Außerdem kenne ich auch seine Familie recht gut...und mag sie.
 
Die Kinder leiden furchtbar: Ein Kind will dem Papa gefallen, frisst alles in sich rein - schafft es aber nicht, seinen Ansprüchen zu genügen…obwohl es ein tolles, intelligentes und witziges Kind ist. In letzter Zeit übernimmt es zT Ton und Gebaren des Vaters. Das andere Kind redet nur noch das Notwendigste mit ihm.
Das ist eine Kathastrophe. Die Kinder nehmen bereits Schaden. Was macht die Mutter doch gleich beruflich?
Bravo. Sie sollte es besser wisen und macht sich sogar mitschuldig. Mein Mitgefühl hat sie nicht. Mir tun wie immer nur die Kinder leid.
Ihr ist wahrscheinlich nicht zu helfen, da ihr persönlicher Leidensdruck trotz Heulerei bei Dir, noch nicht so groß ist. Aber die Kinder...
Was willst Du da jetzt eigentlich tun? Zeig ihr hier diese Beiträge. Mehr geht nicht. Will sie warten, bis alles eskaliert? Hilfe. Wenn ich sowas lese, kommt die kalte Wut in mir hoch.
 
@Joggerin deine Punkte beruflicher Frust, gesellschaftliche, finanzielle Hemmnisse, Verbindung zur Familie des Mannes und fehlende Aussicht spielen glaube ich alle eine Rolle. Wobei die finanziellen nur eingebildet sind, denn finanziell stehen beide recht gut da. Was (glaube ich) eine große Rolle noch spielt ist die Tatsache, dass sich beide noch nie getrennt haben - es ist für beide die erste Beziehung. Deshalb überwiegt vielleicht die Angst vor dem Alleinsein...beide kennen es schlichtweg nicht bzw. können sich nicht vorstellen, dass eine Trennung auch befreien kann...so wie du es beschreibst! Diesen Punkt nehme ich auf jeden Fall mit!

@INSPIRATIONMASTER Als Ärztin trifft sie jeden Tag kurzfristig Entscheidungen über Leben und Tod. Klar. Für mich auch unverständlich, wieso sie dann privat nicht in der Lage ist, zu entscheiden. Andererseits habe ich auch eine Psychologin resp. Paartherapeutin im Bekanntenkreis, die laufend neue dubiose Gestalten als "große Liebe ihres Lebens" anschleppt. Wo ist ihre Schmerzgrenze...das ist eine gute Frage. Ich glaube nicht, dass so eine überhaupt existiert - es ist eher ein "Schmerz-schwarzes Loch". Selbst wenn eine Schmerzgrenze existieren würde, würde man sich dann trennen, sobald diese erreicht ist - oder nicht vielmehr schon dann, wenn man begründete Sicherheit hat, diese in absehbarer Zeit zu erreichen? Ich würde sagen zweiteres...aber von außen tut man sich natürlich bei einer rationalen Bewertung immer leicht.

@void Meine Freundin ist eine loyale, grundehrliche und gutmütige, attraktive Frau. Ich weiß, dass sie sich nicht nach einem anderen umsieht - das käme ihr nicht ansatzweise in den Sinn. Sicher hat sie auch ihre Macken, aber so ein Verhalten hat sie nicht verdient. Das hat niemand. Dein letzter Absatz trifft den Nagel auf den Kopf. Den werde ich ihr bei Gelegenheit genau so sagen.
 
Ja, ich selbst war auch in so einer Situation. Ich wusste, das es nicht mehr ging, konnte aber nichts dagegen machen. Ich war wie gelähmt. Hatte Angst und keinen Mut.
Was mir klar gemacht hat, das ich etwas ändern muss?
Als ich durch Zufall auf einer Feier einen Polizisten kennengelernt hatte. Ein netter Typ, mit dem ich mich über einige Wochen dann angefreundet hatte. Der erkannte nach einigen Gesprächen mein Problem. Sprach mir Mut zu, klärt mich über meine 'Rechte und Pflichten' auf. Erzählte mir aus seinem täglichen beruflichen Erfahrungen.
Irgendwann saß ich in seiner neuen Wohnung. Er hatte sich gerade aus einer langen Beziehung getrennt und ich dachte mir: Ich will auch meine eigene Wohnung, meine Ruhe vor den täglichen Vorwürfen und dem Streit, ich will alleine über mich entschieden. Keine Bevormundung mehr...
Und genau das hat mir geholfen. Die Trennung ist heute 3 Jahre her und Im Nachhinein das beste, was ich je gemacht habe. Meine Tochter (14 J) lebt bei mir und ist auch glücklicher als je zuvor. Ich lebe ihr als Vorbild das vor, auf das es an kommt.

Bleib dran, biete ihr deine Hilfe an. Sprich ihr Mut zu, helfe ihr zu visualisieren ein besseres Leben zu führen.

Es ist schwer, aus dieser Angst und Lähmung rauszukommen. Ich kann das gut nachvollziehen.
 
»Machen« kannst du eigentlich gar nichts, liebe @GröKaz. Außer zuhören und für die Freundin da sein - und das ist wichtig!

Offensichtlich ist ihr Leidensdruck noch nicht groß genug und deshalb schiebt sie Gründe für ihr Nichthandeln vor, z.B. dass die Kinder erst aus dem Haus sein sollten.
Alles Quatsch, das ist eine Ausrede, damit sie nicht handeln muss. Das finde ich fast schon rücksichtslos den Kindern und deren Zukunft gegenüber, denn deine Freundin merkt schon jetzt, dass eines davon sich am Verhalten des Vaters orientiert und schlechte Angewohnheiten von ihm übernimmt. Das andere Kind verbiegt sich, um dem Vater zu gefallen. DAS kann die Mutter später nie mehr richten, eine schwere Hypothek! - sag ihr das.

Kinder kommen mit einer Trennung der Eltern oft viel besser klar, als wir Erwachsene das vermuten. Zumindest dann, wenn die Ehe »wirklich zerrüttet« ist, wie es juristisch heißt. Kinder spüren die elterlichen Differenzen sehr genau, auch wenn der offene Streit nicht in ihrem Beisein stattfindet. Sie meinen dann, Partei ergreifen zu müssen und das schadet der Kinderseele mehr als alles andere.

Ich habe mich vom Vater meines Kindes getrennt, als dieses 9 Jahre alt war. Eine völlig unmögliche Zeit hörte ich immer wieder aus meinem Umfeld. Aber nein: er durfte die Besuche beim Vater selbst bestimmen, das hatte ich so für ihn erstritten ... und wartete erst einmal ein ganzes Jahr damit ab. Er wurde ein angstfreies, fröhliches Kind. Und ist heute ein glücklicher Erwachsener.

All das sollte deine Freundin bedenken - und bald auch danach handeln. Ihre Kinder sind gerade in dem Alter, in dem sich ihre Persönlichkeit festigt.
 
Meine Erfahrung ist, dass man "noch länger" bleibt, wenn man das Problem nur beim Partner lässt.

Das zeigt sich sehr deutlich, wenn jemand nur sagt: Er tut xy, warum tut er das, etc etc

Oft kann es helfen den eigenen Anteil zu sehen und die eigene Verantwortung wenn man auch endlich bei sich ankommt.

Dreh ihr ggf die Sätze um
Nicht warum macht er sondern warum macht sie (ich) mit. Zb
 
@void (2) natürlich sehe ich ganz vieles nicht, was in dieser Familie läuft. Allerdings sehe ich, dass sie diejenige mit Familiensinn ist, die Liebevolle, die Treue. Sie hat ihr Karriere gemacht, ohne es darauf anzulegen, ohne sich in den Vordergrund zu schieben - sondern einfach, weil sie eine gute, gewissenhafte Ärztin ist. Der "Karrierist" ist er. Nicht falsch verstehen - ich verstehe mich mit ihm auch blendend und bis zu einem gewissen Punkt fand ich seine zynische und sarkastische Art immer unterhaltsam. Nur in den letzten Jahren und seit einigen Monaten massiv zunehmend nehme ich wahr, dass er zerstört und zwar bewusst und ohne Rücksicht auf Verluste. Trotzdem weckt sie nicht meinen Beschützerinstinkt - vielmehr meldet sich mein Ungerechtigkeitsempfinden! Du hast recht, ich werde versuchen, das Seelenheil ihrer Kinder in ihren Fokus zu legen.

@realwoman natürlich kann sie immer zu uns kommen. Ich würde sie auch direkt bei uns einquartieren, sollte es tatsächlich zum Schwur kommen - aber gefühlt ist sie davon Lichtjahre entfernt...genau wie du schreibst. Den Stiefel deiner Kritik ziehe ich mir aber nicht an, ich bin kein Ehe-Therapeut. Natürlich sage ich ihm, dass er sich beruhigen soll, wenn ich eine Eskalation seinerseits miterlebe...und ernte Gegrummel. Aber das ändert nichts an der Wurzel des Konflikts.

@Kimi 48 das ist eben der Punkt, mit dem ich hadere: Sollten Freunde zuhören und Fragen stellen? Oder sollten Freunde auch klar sagen "Tenne dich sofort". Ich war bislang immer für ersteres...und viele hier auch, wie ich wahrnehme. Aber mehr und mehr denke ich, dass Klartext angemessen ist in diesem Fall.

@Anna1309 ich werde genau das versuchen - sie über die Liebe zu den Kindern zu mobilisieren. Was vermutlich gar nicht passieren wird, ist, dass er sie verlässt...sie müsse sich trennen, er wolle nicht derjenige sein, wegen dem alles kaputt gehe, hat er ihr bereits gesagt. Unglaublich, aber wahr.

@Tom26 das werde ich auch machen. Zuhören, immer ein Ohr haben, Mitleid haben, ihr Zureden...all das ist fruchtlos und steigert den Horror zusehens. Vielleicht ist es tatsächlich Zeit ihr zu raten, formalere Schritte zu gehen- zum einen, um selbst Sicherheit darüber zu bekommen, wie denn die Zukunft aussehen könnte, und zum anderen um ein Signal zu senden. Vielleicht ist das am Ende das einzige, was irgendetwas bewegt an dieser Situation.

Im übrigen wollte ich nochmal klarstellen, dass ich m43 bin :)
 
Zuletzt bearbeitet:
@allegra64 ja, die "heile Familie" mag mitschwingen, bzw. das drohende sich eingestehen müssen, gescheitert zu sein. Da beide aber aus schwierigen Elternhäusern kommen und bei den jeweiligen Geschwistern auch die eine oder andere Ehe gescheitert ist, ist eine große Angst davor allerdings für mich schwer nachzuvollziehen.
Das ist bei der genannten Bekannten auch so. Und auch bei mir in der Familie gab es Trennungen. Das hat bei mir und sicher auch bei vielen, die in schwierigen Familien-Verhältnissen aufwuchsen, den grossen Wunsch entstehen lassen, es "besser" zu machen. Und darum ist dann eine Trennung auch doppelt schwierig, nicht aus Angst, sondern sich einzugestehen, dass man es vielleicht nicht besser hingekriegt hat als die eigenen Eltern.

Vom besagten Paar habe ich viel gelernt. Mir ging es so wie Dir. Wenn meine Freundin sich ausgeweint hat, wollte ich ihn am liebsten schütteln wegen seiner Lieblosigkeit und der Art, wie er sie manchmal behandelt. Einmal hatte ich die Gelegenheit, ihm einfach zuzuhören wie er sich so fühlt, wie seine Sichtweise ist und seine Probleme in der Beziehung. Auch ihn konnte ich gut verstehen und ich habe verstanden, dass in solchen Beziehungen das Opfer oft auch Täter ist und umgekehrt.
 
Im übrigen wollte ich nochmal klarstellen, dass ich m43 bin :)
Und ich dachte Du trägst Röcke :cool:

Sollten Freunde zuhören und Fragen stellen? Oder sollten Freunde auch klar sagen "Tenne dich sofort". Ich war bislang immer für ersteres...und viele hier auch, wie ich wahrnehme. Aber mehr und mehr denke ich, dass Klartext angemessen ist in diesem Fall.

Viele würden sagen, dass es übergriffig ist, wenn Du ihr (ungefragt) Ratschläge erteilst. Man muss immer die Situation beachten. Ich sehe das oft anders. Ich finde klare Worte oft angemessen in entsprechender Formulierung: "Ich denke, dass ..." nicht "Trenn Dich!"

Letztlich kommt es auch auf Deine Motivation an. Du willst sie ihm ja nicht ausspannen sondern Du siehst dass es ihr (und den Kindern) nicht gut geht und möchtest ihr helfen.

Hier hast Du ja klar geschildert, welche Dimensionen es annimmt und die Informationen hast Du ja von ihr. Also besteht zwischen euch ein gutes belastbares Vertrauensverhältnis.

Und solange sie Menschen hat, bei denen sie sich auskotzen kann, muss sie auch gar nichts ändern. Was du machen kannst - sie "abfertigen" - du sagst ihr ein mal klar und deutlich, dass sie sich dauernd beschwert, aber nichts an ihrer Lage ändert und sie bei euch willkommen sei, aber ihr ab sofort nicht mehr über ihre Ehe Probleme reden möchtet. Bin gespannt, ob eure Freundschaft dann noch bestehen bleibt.

Verstehe Dich hier nicht.
Er will doch die Freundschaft gar nicht aufs Spiel setzen.
Eine Freundschaft zeichnet sich dadurch aus, dass man dem anderen in einer Notsituation beisteht und versucht zu helfen.
Er will helfen und beschwert sich doch nicht darüber, dass sie ihn vollquatscht.

Bravo. Sie sollte es besser wisen und macht sich sogar mitschuldig. Mein Mitgefühl hat sie nicht.

Weil sie Ärztin ist?
Halbgott in Weiß?
Auch Ärzte sind nur Menschen und angreifbar.


Mir tun wie immer nur die Kinder leid.
Ihr ist wahrscheinlich nicht zu helfen, da ihr persönlicher Leidensdruck trotz Heulerei bei Dir, noch nicht so groß ist. Aber die Kinder...

In erster Linie geht es erstmal um sie, nicht um die Kinder. ich weiß nicht, wieso man immer Kinder als Waffe instrumentalisieren muss.
 
In meinem Freundeskreis gibt es eine Frau, die ich persönlich wirklich mag. Sie ist schlau, liebevoll, hat viel Empathie etc. Wir kennen uns lange und gut.

Allerdings ist sie seit ca 18 Jahren in einer wirklich miesen Beziehung und seit 10 Jahren jammert, weint und leidet sie. Anfangs dachte ich, sie müsste nur an die eigene Schmerzgrenze kommen, dann würde sie ihr Leben neu organisieren. Später haben sie die eigenen Kinder inständig darum gebeten, mit dem Vater Paartherapie zu machen (1 mal stattgefunden, dann nie mehr), weil es zuhause nicht mehr auszuhalten sei.

Vor einiger Zeit hat sie sich beschwert, dass der Vater den älteren Sohn sehr schlecht behandelt. Und damals habe ich zum ersten Mal mehr gesagt, als "du Arme". Ich habe ihr gesagt, dass sie jedes Recht hat, ein grauenhaftes Leben zu führen, mit Demütigung, Manipulation, körperlicher Gewalt, emotionalem Missbrauch. Aber sie hat nicht das Recht ihre minderjährigen Kinder diesem Sumpf Tag für Tag auszusetzen. Und ich habe sie auf ihre Verantwortung als Mutter hingewiesen, die sie überall gut erfüllt nur hier nicht. Ich weiß, dass sie aus Angst vor finanzieller Unsicherheit nichts ändert und: weil sie gern das Opfer ist.
Unsere Freundschaft hat das fast nicht überlebt. D.h. wir haben dann wieder zueinander gefunden. Sie redet nicht mehr viel von ihrer Beziehung und ich sage nichts mehr zu diesem Punkt.

Ich habe gelernt, dass es Menschen gibt, die einfach nichts ändern wollen- immer laufen die ewig gleichen Muster ab. Und egal, was man rät, es verpufft. Was bleibt ist das Drama.Persönlich achte ich darauf, dass ich selbst nicht in so ein Fahrwasser gerate. Und wenn ich bei meiner Umgebung detektiere, dass jemand beratungsresistent ist, halte ich mich fern.
 
Deine Freundin sollte so langsam Mal aus dieser Opferrolle rauskommen. Ich verurteile psychische und physische Gewalt aufs Schärfste, aber was sie macht, ist auch nicht richtig.

Solange sie in dieser Opferhaltung ist, wird sie keine Verantwortung für ihr Leben und das ihrer Kinder übernehmen.
 
Sollten Freunde zuhören und Fragen stellen? Oder sollten Freunde auch klar sagen "Tenne dich sofort". Ich war bislang immer für ersteres...und viele hier auch, wie ich wahrnehme. Aber mehr und mehr denke ich, dass Klartext angemessen ist in diesem Fall.

Ich finde, dass Freund*innen beides sollten.
Da sein, zuhören, Fragen stellen.
Aber genauso auch mal Klartext reden - gut vorbereitet und aus Deiner persönlichen Wahrnehmung heraus. Denn man siehst es ja von sich aus.
Man kann auch fragen, ob die /der andere eine Meinung hören möchte...
Es kommt immer darauf an, wie man etwas anspricht. Wertschätzend, mit Feingefühl oder belehrend, abwertend.

Im Endeffekt ist es aber so, sie muss ändern, den Leidensdruck haben. Man kann niemanden retten. Man kann nur unterstützen.

Als Freund*in muss man sich auch des Risikos bewusst sein, evtl. die Freundschaft zu verlieren - war es dann aber eine Freundschaft?

W, 51
 
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