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  • #1

Freundin liest bei jeder sich bietenden Gelegenheit Bücher

Ich bin mit meiner Freundin schon gut ein Jahr zusammen. Mittlerweile sehe ich in meiner Beziehung Dinge, die ich früher nicht bewusst wahrgenommen habe. Meine Freundin liest bei jeder, wirklich jeder Gelegenheit Bücher (Romane). Gespräche führen wir nur noch oberflächlich (Arbeit, Familie, Urlaub, etc.), eben Alltagsdinge. Aber anregende Gespräche gibt es gar keine. Es ist zwar nicht so, das Sie sagt "ich lese jetzt, störe mich bitte nicht". Sie legt dann das Buch zur Seite wenn ich ein Gespräch beginne, aber von Ihr kommt dann nicht viel. Ein paar Sätze und bei nächster Gelegenheit geht das Lesen weiter. Seit wir zusammen sind, haben wir auch keine einzige gemeinsame Freundschaft zu anderen aufbauen können, obwohl wir einige interessante Leute kennengelernt haben und sich die Gelegenheit dazu ergeben hat. Ich gehe sogar soweit zu sagen, das meine Freundin gar nicht in der Lage ist Freundschaften aufzubauen. Sie hat auch fast keine Freundinnen. Das meiste sind Kolleginnen, was für mich nicht als "Freundin" zählt. Ich bin eigentlich ein sehr kontaktfreudiger Mensch und mich belastet diese Erkenntnis weil ich so mein Leben nicht führen will. Ich habe das Thema auch schon wiederholt dezent gegenüber meiner Freundin angesprochen, aber darauf kommt nichts - ausser Schweigen und einmal sogar Tränen. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll.
 
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  • #2
Um was für Romane handelt es sich denn? Eher Trivialliteratur oder Anspruchsvolleres? Kannst Du gar nichts damit anfangen? Auf diese Weise wieder mit ihr ins Gespräch kommen?
Generell halte ich nicht viel davon, introvertiertere Menschen, die ihre Kraft aus der Beschäftigung mit sich selbst und aus Einzelaktivitäten schöpfen, mit geselligen Typen zu kombinieren. Das frustet den extrovertierten Partner, stresst oder enttäuscht irgendwann den introvertierten.
Lies Dich doch mal in die entsprechende psychologische Literatur ein: Stichwort MBTI-Typologie, oder schau auf der Homepage von Alfred Gessl nach. Dort kannst Du auch einen Überblick über die zu erwartenden Probleme, aber auch die gegenseitige Bereicherung von solch unterschiedlichen Menschentypen einlesen...
Und vielleicht kommst Du ja darüber auch mit Deiner Freundin ins Gespräch ;-)?
Ohne Vorwürfe, aber sozusagen mit Anleitung... muss ja nicht gleich eine persönliche Paarberatung sein, auch wenn ich die vielleicht als angebracht sehen würde, denn nach dem, was Du so schreibst, klingt es nicht danach, als ob Dir noch das Herz aufgehen würde in Gedanken an Deine Freundin.
w,41
 
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  • #3
Klingt für mich so, dass Deine Freundin schlicht und ergreifend sehr introvertiert ist. Ich bin selbst sehr introvertiert und erkenne mich da durchaus wieder: Ich rede nicht viel, lese gerne und viel und habe kein besonderes Interesse daran, ständig neue (tendentiell oberflächliche) Bekanntschaften zu machen. Falls dem so sein sollte, und Du damit nicht klar kommst, dann paßt ihr wohl einfach nicht zusammen. In einem gewissen Maß kann man (das gilt für beide!) diesbezüglich sicherlich aufeinander zugehen, komplett umkrempeln kann man einen Introvertierten aber ebenso wenig wie einen Extrovertierten.

Vielleicht steckt aber auch etwas anderes dahinter.
 
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  • #4
wie habt ihr euch kennengelernt? warum seid ihr zusammen? wie waren eure Gespräche als ihr euch kennengelernt habt? war es da anders oder hat sie auch schon damals viel gelesen?
habt ihr gemeinsame oder nicht gemeinsame hobbies? schreibt deine Freundin selbst auch oder liest sie nur? was macht sie sonst ausser arbeiten?
ich schliesse mich dem vorigen Beitrag an: welche art von Literatur liest sie?

viele fragen... :)

ich kenne sowas von mir auch. als es mir nicht gut ging, habe ich eine Unmenge an Büchern gelesen. es war einfach nur abschalten. aber da war ich single.

ich lese jetzt auch sehr sehr viel, aber Gespräche sollten dennoch immer machbar sein.

w/44
 
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  • #5
Also Dein Thema ist ja irgendwie gruselig. Nach einem Jahr Beziehung lernst Du sie erst jetzt etwas besser kennen. Da frag ich Dich, wieweit Dein Interesse für sie wirklich echt ist? Und jetzt reklamierst Du ihr Interesse an Dir. Lustige Verdrehung der Tatsachen.
Also, ich finde Deine Meckerei an ihr ziemlich daneben und abwertend. Offenbar bist Du mit ihr zusammen ohne sie zu kennen und träumst gleichzeitig von einer anderen Frau. Was soll das?
 
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  • #6
Deine Freundin tut mir leid. Sie ist eine sehr zurückhaltende Frau, die gerne Bücher liest. Das ist nun wirklich nichts Schlimmes. Sie kann daran nichts ändern. Du kritisierst ihren Charakter und dann kommen ihr die Tränen. Verständlich.
Warum könnt Ihr keine Freundschaften aufbauen ? Bei den meisten Paaren ist einer von beiden der "Außenminister", der sich um Einladungen kümmert. Bei Euch musst Du das sein.

Aus einer introvertierten Frau machst Du keine Party-Nudel und keine Stimmungskanone.
Auch kein Therapeut kann das. Sie ist nicht gestört, sie ist nur anders als Du.
w55
 
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  • #7
Im Grunde geht es hier doch gar nicht um die exessive Leseleidenschaft deiner Freundin;) sondern darum, dass ihr euch in einem wesentlichen Charakterzug unterscheidet. Du bist anscheinend der kontaktfreudige, komminikative, extrovertierte Mann, der gerne unter Menschen ist - und so wie du sie darstellst, ist sie das genaue Gegenteil. Sie braucht Zeit für sich alleine, ist eher in sich gekehrt, Bücher sind ihre Leidenschaft, ihr Hobby, so wie du sicherlich deine hast, sie legt keinen (großen) Wert auf Freundschaften, es fällt ihr wahrscheinlich auch schwer, auf andere Menschen zuzugehen. Das heißt aber nicht, dass sie ein schlechterer Mensch ist oder generell Probleme mit ihren Mitmenschen hat, weil sie keine 400 Facebook-Freunde hat und nicht jedes WE um die Häuser ziehen will. Du beschreibt sie, als wäre sie bzw. ihr soziales Verhalten nicht "normal". Das ist ihr Naturell, ihre Persönlichkeit und du hast sie damals sicherlich auch als solche kennen und lieben gelernt, nur dass du im akuten Verliebtsein deine Freundin durch die "rosarote Brille" gesehen und ihren Wesenszug in dieser Deutlichkeit nicht wahrgenommen hast. Oder hat sie sich im Laufe eurer Bez. so sehr verändert, dass sie sich derzeit bewusst(!) von dir zurückzieht?? Dann wäre es natürlich eine ganz andere Situation...
Ein extrovertierte Mensch trifft hier auf einen introvertierten Menschen - da bedarf es von BEIDEN Seiten sehr viel Kompromissbereitschaft, Empathie, Verständnis und vor allem Liebe. Du solltest dir darüber im Klaren werden, ob du sie überhaupt (noch) liebst und ehrlich bereit bist, ohne dich zu verbiegen, sie als diesen Menschen zu akzeptieren, der sie ist, mit ihren Schwächen und mit ihren Stärken, in die du dich schließlich verliebt hast.
Ansonsten ist die Bez. zum Scheitern verurteilt, denn ändern wirst du deine Freundin nicht, sie kann sich zwar bemühen, aber langfristig wird es sie unglücklich machen, wenn sie allein dir zu Liebe ständig über ihren eigenen Schatten springen und sich verstellen, sich verbiegen muss. Natürlich kannst du sie motivieren, aber erzwingen kannst du letztendlich nichts.
w40
 
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  • #8
Eigentlich bist Du um Deine Freundin zu beneiden, Du weißt und schätzt es nur nicht.

Sie schnauzt Dich nicht an, wenn Du sie beim Lesen ansprichst, sondern wendet Dir ihre Aufmerksamkeit zu. Möglicherweise ist ihr das Gespräch dann aber zu seicht, oder sie möchte sich gedanklich nicht allzu weit vom Lesestoff entfernen.

Ganz sicher ist sie nicht der Typ, der zwischen verschiedenen Aktivitäten hin- und herspringt, sondern sie möchte eine Sache – hier das Lesen – am liebsten stundenlang tun, ehe sie sich wieder etwas Neuem zuwendet. Mein Tipp: setze etwas dagegen, das ebenfalls stundenlang dauert, eine ausgedehnte Wanderung zum Beispiel. Nur ihr beide, versteht sich, ohne herumalbernde Freunde, die ihr ganz sicher auf den Nerv gehen würden.
 
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  • #9
Du Glücklicher! So mancher Mann gäbe viel darum, würde seine Freundin ihn nicht alle 10 Minuten mit irgend einer spontanen Eingebung aus seiner momentanen Beschäftigung reißen. Ihr beide paßt einfach nicht zusammen und macht Euch deshalb gegenseitig unglücklich.
 
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  • #10
Du scheinst mir persönlich einfach nur penetrant eine Frau zu seinen Wünschen zurechtbiegen zu wollen. Solchen Männern gehe aus dem Weg, weil sie über das ganze Leben einer Frau bestimmen wollen und alles was die Frau macht, nicht recht ist. Sei es das Hobby, Job, wie man spricht, wie man sich verhält, wie man sich kleidet. Alles wird vom Mann schlecht und minderwertig geredet, er selber stellt sich aber ins tolle Licht des Perfektionisten.

Deine Freundin hat keine Lust andere Frauen kennen zu lernen. Wo ist da dein Problem? Deine Freundin kanns ich mit sich selbst beschäftigen. Akzeptiere das oder geh! Deine Freundin ist kein kleines Kind, sondern kann eigenständig handeln und das tut auch und wird dich garantiert nicht fragen!


Sie liest vermutlich, weil sie von dir keine nötige Aufmerksamkeit bekommt oder der feurige Liebhaber nur in dem Buch existiert und man das Elend im eigenen Bett vielleicht damit überspielen möchte. Zudem kommt, viele Männer pflegen sich lieber außer Haus zu begnügen, z.b. stundenlang mit Kumpels auf Kneipentour zu gehen. Irgendwann fasst man als Frau dann den vernünftigen Enschluss, die Tragödie mit einem Buch zu überwinden um die eigentlich laue Beziehung weiterhin friedlich am Leben zu erhalten. Das gibt dann wenigstens kein Stress. Frauen sind einfach zu harmoniebedürftig und quälen sich lieber selbst, und fressen die Trauer in sich rein, als die Tatsachen auf den Tisch zu legen und danach einen mürrischen eigenbrödlerischen Mann daheim zu haben.

Sei froh, dass du eine so schweigsame Freundin hast. Eine andere hätte dir vermutlich schon längst auf den Deckel gehauen.

Was besseres kannst du daheim eigentlich gar nicht haben. Sie läßt dich, in den Stunden wo sie liest, machen was du willst und hindert dich vermutlich nichtmal dran. Ich verstehe dein dekadentes Problem eigentlich nicht so recht? Warum bist du nicht froh, eine Frau zu haben, die sich den ganzen Tag mit sich selbst beschäftigen kann?

Stichwort: Toleranz und den Partner sein lassen wie er ist.
 
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  • #11
Das, was Du beschreibst, kenne ich von meiner Mutter und mir selber. Ich bin ein stiller, ruhiger Mensch (wie Deine Freundin) und lese leidenschaftlich gerne. Auch hält sich mein Rededrang stark in Grenzen. Wenn ich dann meine Mutter besuche und sie zum 100sten Male eine Unterhaltung über ein Thema führen will, dass wir bereits in dieser oder ähnlicher Weise besprochen haben, hört sie von mir meistens nur ein grummeliges "Hömmm". Wenn ich lese, dann habe ich es gar nicht gerne, wenn mich jemand stört. Und nach diversen Versuchen meiner Mutter mich zu einer Unterhaltung zu "zwingen", reißt mir dann auch schon mal die Hutschnur und ich sage ihr, dass ich einfach keine Lust zum Reden habe und in mein Buch vertieft bin.
Ich kann mir vorstellen, dass sich meine Mutter manchmal dadurch von mir abgelehnt fühlt, obwohl ich sie wirklich sehr liebe.
Als Partner bräuchte ich einen Menschen, der genauso schweigsam ist wie ich. Sonst würde es nicht passen.
Deine Freundin meint ihr Verhalten sicher nicht böse. Auch dass sie am Anfang Eurer Beziehung mehr sprach ist für eine Introvertierte sehr typisch. Für introvertierte Menschen ist Reden wie Arbeit. Und am Anfang einer Beziehung arbeiten fast ALLE mehr daran als es der Fall ist, wenn man sich sicher fühlt und denkt "jetzt HABE ich ihn".
Manche hören auf sich zu schminken (falls sie das vorher taten), andere lassen die Zahnpastatube offen herum liegen und wiederum andere hören auf zu sprechen (oder werden andersherum zu sogenannten "Labertaschen", wenn sie ihre Hemmungen erst einmal verloren haben :)).
Fühlst Du Dich durch Deine Freundin abgelehnt? Gelangweilt?
Ich möchte nun kein Urteil darüber fällen, ob Ihr zueinander passt oder nicht. Doch meistens ist eine Beziehung zwischen Introvertierten und Extrovertierten für beide Seiten ganz schön schwer. Missverständnisse und gegenseitige Verletzungen passieren leider häufig.
Ich kann Dich sehr gut verstehen und erkenne mich gleichzeitig in Deiner Freundin wieder.
w,36
 
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  • #12
Mein Ex- Partner hat einmal mit mir Schluss machen wollen weil ich ein Buch gelesen habe, kurz nachdem ich seine Wohnung geputzt habe. Er war mit seiner 16 jährigen Tochter shoppen und sie wollte mich nicht dabei haben. Zu Hause saß ich dann auf unserem Bett ( Couch gab es nicht) und las seit 5 min. das Buch. Das hat ihn so irritiert das er nur kopfschüttelnd meinte, "" nein, nein - so geht das nicht .." und das Zimmer verließ. Er selbst hatte nur einen Reiseführer zu Hause, ausser
versteckten Porno CD's vom Kumpel nichts an Literatur.
Er war auch extrovertiert und beliebt bei allen Nachbarn, Kollegen,Verwandten.
Ich habe ihn auch zu viel in Ruhe gelassen und musste letztlich seiner Exfrau weichen.
 
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  • #13
Also Dein Thema ist ja irgendwie gruselig. Nach einem Jahr Beziehung lernst Du sie erst jetzt etwas besser kennen. Da frag ich Dich, wieweit Dein Interesse für sie wirklich echt ist? Und jetzt reklamierst Du ihr Interesse an Dir. Lustige Verdrehung der Tatsachen.
Also, ich finde Deine Meckerei an ihr ziemlich daneben und abwertend. Offenbar bist Du mit ihr zusammen ohne sie zu kennen und träumst gleichzeitig von einer anderen Frau. Was soll das?

Ich frag mich wirklich was Leute hier treibt solche einseitigen und destruktiven Beiträge zu schreiben! Hier schreibt offensichtlich eine Dame, die kein gutes Haar mehr an Männern lassen kann! Egal welche Art Rat sie hier suchen.... Schade. Die Frage des FS ist VÖLLIG legitim. Außerdem ist es wohl wenig hilfeich desn FS hier niederzutrampeln.
Was ist daran total sündhaft, wenn nach einem Jahr Beziehung Charakter-Unterschiede auftauchen und man erst dann merkt, ob man zusammenpasst? Gibt es Beziehungen, bei denen von Anfang an alles gleich klar ist und auf Dauer funktioniert?!
Wie hier viele Vorredner schon richtig schreiben; Deine Freundin ist introvertiert, Du scheinst extrovertiert. Und nun merkst Du, dass Dir soziale Kontakte fehlen und Du neben Deiner Freundin ein bißchen "verhungerst".
Nur Du selbst kannst wissen, inwieweit Du mit diesen Unterschieden auf Dauer leben kannst, lieber FS.
Ich wünsche Dir eine gute Entscheidung, alles Gute!
w
 
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  • #14
hi Fragesteller,

ich kann deinen Frust gut verstehen. Ich erlebe ähnliches, wenn man dem anderen nach 2 Tagen nicht sehen nahe sein will und der sich auf welche Weise auch immer entzieht.
Ich bin offen, redseelig und will vor allem Lebenszeit ( Genuss, Frust, Abenteuer..usw..) mit dem Gegenüber teilen.
Natürlich kann ich auch einfach mal ruhig sitzen und ein Buch lesen (oder Zeitung)
Doch will ich meinem Partner auch immer wieder nahe kommen, was erleben, mich austauschen,.. seine Meinung zum Tag , dem Leben oder ähnlichem erfahren.
Kuscheln, gemeinsam etwas unternehmen...

.. mein Partner ist zwar sehr extrovertiert und redefreudig.. aber auch oberflächlich. Er fragt auch bei anderen Menschen nicht ins Detail. Trifft lieber in der Woche 8 Leute für ein paar Std, statt einen Freund für 3.. und wenn ich da bin liesst er gerne nebenbei Zeitung, spielt mit dem Handy, dem PC.. räumt auf und redet dabei nicht. Ich sitze dann wartend daneben und führe belanglose Gespräche mit ihm..
ich weiß gar nicht was ich ihm vorwerfen soll, er ist nunmal so..
..meine Bedürfnislage ist aber leider auch eine andere..
 
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  • #15
Bezüglich des vom FS erwähnten Problems, hatte ich, w 29, es in meiner letzten Beziehung so, dass mein selbstbeschäftigendes Verhalten zum großen Teil an seiner Dominanz lag. Ziemlich am Anfang der Beziehung machte er klar, wie wichtig ihm sein Studium und seine Gelegenheitsjobs und seine Freunde und alles andere ist, dass ich völlig beeindruckt davon, so tat, als könnte ich mich genauso gut alleine beschäftigen und glücklich werden wie er. Ich las viel in seiner Gegenwart, schaute dann auch lieb auf, als er mal ein paar Minuten über hatte und sich für mich interessierte und wartete immer darauf, dass endlich die äußeren Bedingungen so werden würden, dass er endlich seine Prioritäten Richtung Beziehung bewegt. Darauf bauend, dass eine Beziehung ja Zeit für solche Entscheidungen braucht und ich viel Geduld bereit bin zu investieren.
Mir war es wirklich wichtig, den Schein zu waren, dass ich und mein Glück unabhängig von einer Paarbeziehung sind, ich nicht klammere und ihn am Fortkommen hindern will- wie man ja immer wieder von Männern hört, dass es nichts schlimmeres gibt als sowas.
Mit der Zeit wurde er dann auch immer kritischer mit mir. Er warf mir eines Abend vor, dass wir ja nie was unternehmen, außer zur Uni radeln und in der Bibliothek sitzen. Aber ich tat es ja nur, weil er ständig für Klausuren lernen musste und für nichts anderes Zeit hatte. Aber er warf es MIR vor, dass er nichts anderes erlebte. Für Urlaub keine Zeit und Geld. Plötzlich redete er davon, dass er ja schon mal gerne ins Theater möchte. Er sagte das so vorwurfsvoll. Als erwarte er neue Inputs und Freizeitgestaltung von mir und dass, obwohl er ja immer getrieben von "wichtigeren" Dingen war und es nicht meine Schuld ist, wenn jemand nicht von früher sieht, dass er aus Karrieregründen schon kein Leben mehr hat. Später kamen dann auch so Sachen wie: "mich stören deine Schamhaare, warum kannst du dich nicht rasieren?" "Heute bin ich schlecht gelaunt, weil du mich morgens so angeschaut hast, ich weiß nicht wie, aber irgendwas hat mich ja da verletzt, also bin ich jetzt sauer auf dich."
Also, er fing an richtig rumzumäckeln, so divenartig, völlig unverantwortlich für seine eigene Lebensgestaltung und das Seelenheil anderer.
Ich habe ihn wirklich geliebt. Aber das habe ich nicht verstanden, wie man immer noch irgendwas störendes am anderen finden möchte, der einen so gern hat.
Deine Freundin liest Bücher und es gibt ihr viel. Warum freut dich das nicht, dass sie etwas hat, was sie glücklich macht? Warum suchst du dir nicht einfach Freunde, statt IHR vorzuwerfen, dass ihr seit Beziehungsstart keine neue Bekanntschaften gemacht habt?
Sie weint schon wegen diesen Vorwürfen und da fragst du hier, was mit ihr nicht stimmt? MIr tut sie so leid- sie ist nur sie selbst und wird gerade verraten. Von jemanden, von dem man es am wenigsten erwartet hat.
Hoffentlich findet sie noch jemanden, der dankbar ist, dass es sie gibt.
 
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  • #16
Viel Lesen kann auch Flucht sein, kenne ich von mir. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, sie wird nicht viel daran ändern, es sei denn aus eigenem Antrieb. Was heisst, dass du sie so nehmen musst oder es bleiben lässt.
w43
 
V

Vicky

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  • #17
Ich kann den Frust des FS schon verstehen. Seine Freundin mag introvertiert sein und Lesen lieben. Das wird er nicht ändern können - und muss es auch gar nicht. ABER intensive Gespräche mit dem Partner oder gemeinsame Unternehmungen sollten halt auch vorkommen und im Zweifelsfall wichtiger sein als jedes Buch. Ansonsten führt man keine Partnerschaft, sondern lebt nur nebeneinander her.

Ich lese auch sehr viel und sehr gerne - es ist nicht so, dass ich den Reiz des Lesens nicht nachvollziehen kann. Aber das, was der FS beschreibt, wäre auch nicht mein Ding. Gemeinsam kochen, mal eine DVD schauen, zusammen etwas unternehmen, Freunde besuchen oder einladen, etwas gemeinsam unternehmen - das macht doch eine Partnerschaft aus, oder? Eine Möglichkeit, ein interessantes Gespräch herbeizuführen, wäre aber z. B., die Freundin zu fragen, was sie gerade liest und sie zu bitten, mehr davon zu erzählen. So könnte man aus der einseitigen Tätigkeit etwas machen, von dem beide profitieren.
 
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  • #18
Suche Dir eine neue Freundin. Scheinbar hat deine Freundin absolut kein Interesse an Dir.
 
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  • #19
Warum hacken hier so viele auf dem Threadersteller rum? Es ist doch keine Frage von extrovertiert oder introvertiert. Es ist eine Frage von Beziehungsfähigkeit. Da ist es nicht egal wie jemand ist, denn es gibt günstige und ungünstige Verhaltensweisen. Wer lesesüchtig ist und es nachhaltig vorzieht in eine Traumwelt einzutauchen, statt mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren sollte mal zum Therapeuten gehen. Eine Beziehung lebt davon, dass man Gedanken und Gefühle austauscht und gemeinsame Erlebnisse hat und nicht davon, dass man nebeneinander ein Buch liest. Die Mischung muss halt stimmen! Für mich ist diese Frau nicht beziehungsfähig ... schon von daher sollte man sich von einem solchen Menschen trennen ...
 
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  • #20
Wer lesesüchtig ist und es nachhaltig vorzieht in eine Traumwelt einzutauchen, statt mit seinen Mitmenschen zu kommunizieren sollte mal zum Therapeuten gehen.

Umgekehrt, Wer glaubt, jeder andere Mensch müsse genauso sein wie er selbst, sollte zum Therapeuten. Man kann doch einen Menschen, der gerne und viel liest, keine Verhaltensstörung andichten, nur weil man selbst nichts dafür übrig hat?! Was kommt denn als nächstes? Alle die kein Smartphone benutzen sind krank? Alle die gerne früh aufstehen sind krank? Alle die lieber ins Grüne gehen statt in die Disco sind krank?
 
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  • #21
Meine Freundin liest kaum Bücher, aber dafür bei jeder Gelegenheit Zeitschriften, also über Mode und Promi-Klatsch. Das interessiert sie total und sie kann stundenlang darüber reden, wer welches Kleid trägt und so. Überall in ihrer Wohnung (und oft auch in meiner) liegen diese Magazine rum. Nervt mich manchmal auch, gibt aber Schlimmeres.
 
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  • #22
Schade, dass ihr nur oberflächliche Gespräche miteinander habt. Vielleicht wäre es möglich, dass du auch mal eines ihrer Bücher liest und dann mit ihr darüber ins Gespräch kommst?
Vielleicht hat sie auch deswegen so wenige Kontakte, weil sie bitter von Menschen enttäuscht worden ist?
 
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