• #1

Freundin mit Verlustangst- Wie passt das zusammen und was kann ich tun?

Liebes Forum,

meine Freundin(32) und ich(43) sind seit 10 Monaten ein Paar. Ich liebe sie und unsere Beziehung ist sehr schön und wir verstehen uns sehr gut. Ich würde sagen alles läuft gut und harmonisch. Sie ist eine wahnsinnig tolle Frau: Klug, wunderschön, humorvoll, liebevoll, leidenschaftlich, taff, spontan und so vieles mehr. Im Grunde meine Traumfrau.
Aber sie grübelt viel und ist manchmal in sich gekehrt, wenn sie sich unbeobachtet fühlt. Sobald ich sie darauf anspreche, weicht sie häufig aus. Ihre letzte Beziehung war nicht so schön und sie leidet seitdem unter Schlafstörungen, ist jede Nacht mehrmals auf und schläft zu wenig… Das hat sich inzwischen etwas gebessert, aber es gibt Phasen in denen sie wochenlang nur 2-3 Stunden in der Nacht schläft. Zwei Mal kam es nun vor, nachdem ich sie darauf ansprach, dass sie auf einmal einen ganzen Haufen an Kleinigkeiten erwähnt, die ihr in einem Zeitraum von mehreren Monaten auffielen und beobachtete und die ich nicht so bewusst mitbekommen habe und wissen wollte wie ich darüber denke.
Sie sagt, dass sie kein gutes Selbstwertgefühl hat an dem sie aber arbeitet und leichte Verlustängste. Ich kann nicht verstehen, wie jemand, der einerseits so einen starken Eindruck macht ein schwaches Selbstwertgefühl haben kann. Ihre Verlustangst bemerke ich nicht. Sie ist nicht besitzergreifend, lässt mir meine Freiräume und kommt mir auch nicht eifersüchtig vor. Aber ich habe auch nicht bemerkt, dass es ihr scheinbar sehr schlecht ging als ich am Anfang unserer Beziehung noch auf Datingportalen aktiv war, was ich nachdem sie mich darauf ansprach einstellte und mich von vorherigen Kontakten ebenfalls abnabelte. Sie sagte mir 2-3 Monate später sie hat Schwierigkeiten zu vertrauen und als sie meine Aktivitäten mitbekam an einem Punkt war, an dem sie kurz davor war alles hinzuwerfen. Ich war darüber ehrlich gesagt ein wenig schockiert, weil ich das zu dem Zeitpunkt nicht so schlimm wahrnahm. Es tat mir sehr leid und ich weiß auch, dass ich mich da blöd verhalten habe.
Wir wohnen 700km voneinander entfernt und ich merke inzwischen wenn wir uns nicht sehen anhand ihrer Art zu sprechen oder zu schreiben, wenn sie etwas beschäftigt. Dabei möchte ich dass es ihr gut geht und sie sich wohl und sicher fühlen kann und nicht dauernd grübelt. Vielleicht hat jemand damit Erfahrung und kann mir sagen wie ich mich am besten verhalten soll. Danke im Voraus.
 
  • #2
Hallo @Cthulhu . Erstmal finde ich es ganz wundervoll, wie liebevoll du deine Freundin beschreibst und wie du um sie besorgt bist. Du scheinst sie wirklich zu lieben.

Hinter ihrem Verhalten können verschiedene Dinge stecken, ich kann nur spekulieren, da ich sie natürlich nicht kenne.

Es kann sein, dass sie grundsätzlich eher in sich gekehrt ist, introvertiert, viel mit sich selbst ausmacht. Das ist Bestandteil der Persönlichkeit, besteht lebenslang und ist unveränderbar. In dem Fall kein Grund zur Sorge. Sie ist eben so.

Wenn ihr Verhalten neu ist, kann jedoch auch eine Depression dahinter stecken. Typisch dafür wären ihre Schlafstörungen und das Grübeln. Doch möchte ich hier keine psychiatrischen Diagnose in den Raum stellen in völliger Unkenntnis der Frau. Wenn du den Verdacht hast, es könnte eine Depression sein, dann sprich sie am besten direkt darauf an. Viele Depressive versuchen ihr Leiden zu verbergen, schämen sich, leiden heimlich und "funktionieren" im Alltag und Job. Aber die nahen Angehörigen und Partner können fühlen, dass etwas nicht stimmt. Direkt auf Depression angesprochen zu werden, kann für die Betroffenen unheimlich erleichternd sein.

Es ist nicht dein Job, sie zu retten. Nicht deine Verantwortung. Wenn sie selbst Leidensdruck hat und sich eine Änderung wünscht, kann zB ihr Hausarzt Hilfe in die Wege leiten.

Alles Gute für euch!

W36
 
  • #3
Naja, wie ist denn eure Kommunikation ansonsten? Und ist ihr Verhalten neu oder war das schon vorher so?
Zwei Mal kam es nun vor, nachdem ich sie darauf ansprach, dass sie auf einmal einen ganzen Haufen an Kleinigkeiten erwähnt,
Was für Kleinigkeiten sind das denn?
Ich kann nicht verstehen, wie jemand, der einerseits so einen starken Eindruck macht ein schwaches Selbstwertgefühl haben kann.
Naja, wenn sie das schon von sich aus sagt, dann wird da vermutlich auch etwas dran sein. Man sieht nicht jedem Menschen an was in ihm vorgeht.
Verlustangst muss sich auch nicht zwingend so äußern, dass jemand zwanghaft klammert oder aus Eifersucht eine Szene macht. Es kann auch sein, dass jemand einen geliebten Menschen so sehr nicht verlieren will und dessen Bedürfnisse über die eigenen stellt und sich immer mehr anpasst und Dingen zustimmt und macht, die er selber eigentlich nicht möchte und sich damit selbst immer mehr aufgibt.
am Anfang unserer Beziehung noch auf Datingportalen aktiv war,
Wann ist am Anfang? Und wie aktiv warst du? Hast du dich mit anderen Frauen getroffen und sie hat es herausgefunden?
Hat sie denn Grund dir zu misstrauen?
 
  • #4
Aber ich habe auch nicht bemerkt, dass es ihr scheinbar sehr schlecht ging als ich am Anfang unserer Beziehung noch auf Datingportalen aktiv war, was ich nachdem sie mich darauf ansprach einstellte und mich von vorherigen Kontakten ebenfalls abnabelte.
Ehrlich gesagt wäre das für mich auch nicht der beste Start für eine vertrauensvolle Beziehung. Was heißt das genau? Ihr wart schon fest zusammen, du aber noch auf Dating Portalen? Wie lange denn? Und was ich mich frage: WARUM? Wenn du sie doch so toll fandest? Das würde bei mir auch ein ungutes Gefühl hinterlassen.
Generell ist Verlustangst häufig mit geringem Selbstwertgefühl verbunden. Da wirst du wenig machen können, außer verständnisvoll sein. Bei mir ist es auch so, dass ich im ersten Jahr einer Beziehung schnell mal befürchte, der andere macht Schluss, weil ich das in der letzten Beziehung eben erlebt hatte aus "heiterem Himmel" und dann immer Anzeichen suche, aber das hat sich dann nach zwei Jahren komplett gegeben. Wenn es aber an geringem Selbstwertgefühl liegt - wenn es ihr damit sehr schlecht geht, wäre eine Therapie vielleicht nicht so verkehrt.
w, 37
 
  • #5
Ihre Verlustangst bemerke ich nicht. Sie ist nicht besitzergreifend, lässt mir meine Freiräume und kommt mir auch nicht eifersüchtig vor.
Zum ganzen Sachverhalt kann ich kaum was sagen, ihr müsst erstmal Zusammenwachsen, was bei 700 km und daraus seltenen Sehen in einer Fernbeziehung und fehlendem Alltag oder spontanen Ideen, wie auch falls es vor Ort zu Unstimmigkeiten kommt, zieht man sich kurz zurück, wo in einer FB vieles bewusst Vermieden wird, schlechte Stimmung zu haben oder man vieles runterschluckt, weil man gerade für ein Wochenende zusammen ist und die wenige Zeit zusammen nutzen möchte und nicht belasten.
Zu Verlustangst noch ein Gedanke, Verlustangst heißt, egal was ist oder vorfällt oder Du machst, auch wenn es mir missfällt, bitte verlasse mich nicht... das zeigt sich in völlig angepassten, wohlgefälligem Verhalten, „Lieb-Kind-machen“, nur damit Du sie nicht aussortierst oder dich von ihr anwendest, versucht sie ihr Missfallen zu verbergen und ebenso Dinge, welche sie misstrauisch machen und verletzen, wie dein noch Chatten auf Onlinebörsen, dies wird dosiert angesprochen, deswegen die lange Erinnerungsliste im Kopf über deine Dinge und die bei ihr damit ausgelösten Unsicherheiten.
Verlustangst hat nichts mit Klammern innerhalb einer Beziehung zu tun, (eher wird sich den Wünschen des Mannes angepasst und wenn er Freiheit will, wird diese gewährt, um den Mann zu halten) oder auch nicht mit Eifersucht, eher mit Verbiegen und Gefallenwollen, um nicht abgelehnt zu werden. Die Verlustangst wird erst deutlich, wenn Du dich trennst oder planst zu trennen, dann kann sie es schwer akzeptieren und wird alles tun und versprechen, weil bei Verlustangst kann man Menschen und Kontakte nicht oder schwer loslassen, jedoch(!), wenn sie das Gefühl hat, Du überspannst den Bogen oder sie leidet zu sehr und bekommt von dir nicht das Gefühl der benötigten Sicherheit für diese FB, dann kann es sein, dass sie sich trennt, nur das wird dann endgültig sein. Davor wird es aber reichlich Gespräche geben, weil Ex und Hopp ist mit Verlustangst nicht, da das Wort schon, man will & kann etwas was einem viel bedeutet und wichtig ist, im Grunde nie verlieren, daher hängt man dann mit Verlustangst in langen, unguten Beziehung fest und hadert und zögert still vor sich hin. Wenn du sie liebst, dann mache nichts, was sie unnötig eifersüchtig werden lässt, gib ihr das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen, sei zuverlässig, halte Absprachen ein, hole sie virtuell in dein Leben und lieber einmal zuviel informiert, als zuwenig.
 
  • #6
Ich kann nicht verstehen, wie jemand, der einerseits so einen starken Eindruck macht ein schwaches Selbstwertgefühl haben kann.
Das hängt ja nicht zusammen. Sie könnte theoretisch Nobelpreisträgerin und Miss Universum sein und sich unwert empfinden. Wer sich in Beziehungen begibt, die ihm nicht guttun, und Schwierigkeiten hat, sich draus zu befreien, der hat immer ein Selbstwertproblem, weil Selbstwert ja heißt, dass man sich von anderen nicht schlecht behandeln lässt und Grenzen setzt.

Es gibt auch Krücken für den Selbstwert, Geld, Schönheit, Leistung. Bringt alles nicht das, was die innere Leere füllen, also den Selbstwert erhöhen könnte.

Zwei Mal kam es nun vor, nachdem ich sie darauf ansprach, dass sie auf einmal einen ganzen Haufen an Kleinigkeiten erwähnt, die ihr in einem Zeitraum von mehreren Monaten auffielen und beobachtete und die ich nicht so bewusst mitbekommen habe und wissen wollte wie ich darüber denke.
Was bei euch in der Beziehung nicht stimmt bzw. Fragen aufwirft für sie, nehme ich mal an. Sie hat vielleicht auch ein Problem, Probleme anzusprechen, weil sie Dich nicht verletzen will? Oder weil sie Dich nicht verlieren will?
Aber ich habe auch nicht bemerkt, dass es ihr scheinbar sehr schlecht ging als ich am Anfang unserer Beziehung noch auf Datingportalen aktiv war, was ich nachdem sie mich darauf ansprach einstellte und mich von vorherigen Kontakten ebenfalls abnabelte.
Hm. Gut, ihr wohnt eine ewige Strecke auseinander. Also Du verbringst eine Menge Zeit allein und kannst an sich ja schreiben, mit wem Du willst. Aber wenn ich sage, ich beginne eine Beziehung, würde ich von selbst nicht mehr auf Datingportalen aktiv sein. Würde das ein Mann machen, der von sich sagt, wir seien in einer Beziehung, würde ich mich auch wundern.

Dabei möchte ich dass es ihr gut geht und sie sich wohl und sicher fühlen kann und nicht dauernd grübelt.
Dass sie dauernd grübelt, kannst Du nicht ändern. Anscheinend arbeitet sie noch was ab von der Exbeziehung. Aber solche Fehler wie mit den Datingplattformen sind doch leicht vermeidbar, wenn man sich fragt, wie das für den anderen aussehen muss.
Wenn sie Dir sagt, was sie stört an eurer Beziehung, wird sie an Deiner Reaktion auch merken, dass es Dir wichtig ist, wie es ihr geht. Damit meine ich keineswegs, dass Du alles so machen sollst/musst, wie sie will. Aber wie Du mit ihren Belangen umgehst, ob Du sie einfach wegwischst oder Dich damit auseinandersetzt, daran sieht sie, ob sie Dir wichtig ist und ob Du in der Lage bist, Kompromisse finden zu wollen, wo es welche zu finden gibt.

Es kann sein, dass sie sich noch gar nicht richtig eingelassen hat auf euch. Emotional, meine ich. Von daher merkst Du vielleicht die Verlustangst nicht so. Und ihr besucht euch ja auch nur.
 
  • #7
Aber sie grübelt viel und ist manchmal in sich gekehrt, wenn sie sich unbeobachtet fühlt. Sobald ich sie darauf anspreche, weicht sie häufig aus.
Sie ist halt so, gefällt Dir das nicht? Fragst Du sie dann an was sie denkt oder so einen Quatsch? Ich kann das auch gar nicht leiden, wenn mich jemand immer zutexten will und meine Aufmerksamkeit möchte.
Ihre letzte Beziehung war nicht so schön und sie leidet seitdem unter Schlafstörungen, ist jede Nacht mehrmals auf und schläft zu wenig… Das hat sich inzwischen etwas gebessert, aber es gibt Phasen in denen sie wochenlang nur 2-3 Stunden in der Nacht schläft. Zwei Mal kam es nun vor, nachdem ich sie darauf ansprach,
Gibt es tatsächlich, hab ich auch manchmal. Wenn man mich dann noch oberlehrerhaft oder bemitleidend darauf ansprechen würde, würde ich fuchsteufelswild werden.

Sie ist zwar supernett, wunderschön, spontan etc. aber tiefgründig und nicht oberflächig also genauso wie ich, darum kann ich das nachfühlen. Allerdings hätte ich keinen Über 40er gewählt, der im Internet auf Plattformen noch fleißig mit mehreren Frauen spaßeshalber daddelt. Das wäre nicht meine Welt.

Also mein Rat, hör auf die Frau zu pathologisieren, entweder nimm sie so wie sie ist oder lass es.
 
  • #8
ich am Anfang unserer Beziehung noch auf Datingportalen aktiv war, was ich nachdem sie mich darauf ansprach einstellte und mich von vorherigen Kontakten ebenfalls abnabelte. Sie sagte mir 2-3 Monate später sie hat Schwierigkeiten zu vertrauen und als sie meine Aktivitäten mitbekam an einem Punkt war, an dem sie kurz davor war alles hinzuwerfen.
Find ich schon nicht so toll, das ist für mich schon sowas wie Untreue. Man lässt sich auf einen Menschen ein und der ist nebenbei noch woanders beschäftigt, denke nicht das man sich durch solche Aktionen auf seine neue Beziehung einlassen kann. Eher so zweite Wahl, hab eine an Land gezogen mal schauen ob noch ein besserer Fisch anbeißt 😐 Damit hat du ihr sicherlich weh getan und bei ihr noch mehr Selbstzweifel/ Zweifel hervorgerufen.

Die Distanz ist auch ziemlich groß 700 Kilometer, ist das für euch beide in Ordnung, das ist ja schon nicht um die Ecke? Wie häufig trefft ihr euch? Habt ihr täglich in irgendeiner Weise Kontakt? Meinst du/ihr eure Beziehung hat Zukunft bei der weiten Entfernung zwischen euch beiden. Vielleicht zweifelt sie an euch.

Wäre mir bei dir auch unsicher, wohnst so weit weg und hast während des Beziehungsstarts noch online nach anderen Frauen Ausschau gehalten.

Such mit ihr ein offenes Gespräch, vereinbar mit ihr, dass sie dir sagen soll was sie bedrückt damit du sie besser verstehen kannst, mach ihr mal ein Kompliment wie schön sie aussieht und wie gern du sie hast. Am Ende muss sie aber mit sich selber zurecht kommen und Selbstbewusstsein, Selbstliebe (der @INSPIRATIONMASTER kennt da ganz viele S-Werte-Wörter) aufbauen. Vielleicht sollte sie sich Hilfe holen wenn sie nur so wirkt und dadurch versucht ihre Unsicherheiten zu verbergen.

Nach deiner Aktion zu Beginn musst du ihr weis machen, dass man dir vertrauen kann und du kein Fremdgeher bist.

W 27
 
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  • #9
Aber sie grübelt viel und ist manchmal in sich gekehrt, wenn sie sich unbeobachtet fühlt. Sobald ich sie darauf anspreche, weicht sie häufig aus.
Ist normal. Ihr seid erst kurz zusammen und dann noch eine Fernbeziehung über große Distanz. Da dauert es lange, bis man sich kennenlernt und sich gegenseitig (an)vertraut.

sie leidet seitdem unter Schlafstörungen... wochenlang nur 2-3 Stunden in der Nacht schläft.
So ein massiv gestörter Schlaf klingt nach einer ziemlich heftigen Depression - typisches Symptom.
Mehr als ihr empfehlen, deswegen mal zum Arzt zu gehen (ist ein hohes Gesundheitsrisiko für KHK-Erkrankungen, Unfälle usw) würde ich an Deiner Stelle nicht machen.

Ihre Verlustangst bemerke ich nicht. Sie ist nicht besitzergreifend...
Das ist eine etwas platte Interpretation von Verlustangst Deinerseits.
Sie wird es schon wissen. Ihr Verhalten ist für Dich gefährlicher als eine Frau, die Dich offensiv einschränkt, weil Du nämlich nicht merkst was in ihr vorgeht und wann sie zum Ergebnis kommt, dass Du ihr nicht guttust.
Dieser Typ Verlustängstler der so reagiert, entscheidet für sich komplett ohne Kommunikation mit dem Partner und teilt dann nur noch die Trennung mit - keine Chance, rechtzeitig was zu klären oder zu ändern.

Aber ich habe auch nicht bemerkt, dass es ihr scheinbar sehr schlecht ging als ich am Anfang unserer Beziehung noch auf Datingportalen aktiv war, was ich nachdem sie mich darauf ansprach einstellte und mich von vorherigen Kontakten ebenfalls abnabelte.
S.o. - eine Frau, die nicht viel fordert von anderen/sie sein lässt wie sie sind. Sie setzt stillschweigend anständiges Verhalten voraus und wenn das nicht kommt, wird die Sache ohne Gezeter beendet, weil sie ihr nicht guttut.
Eine Beziehung mit so einem Menschen muss man wollen und können.

Ich war darüber ehrlich gesagt ein wenig schockiert, weil ich das zu dem Zeitpunkt nicht so schlimm wahrnahm
Das Dilemma ist, dass Du damit schon ziemlich früh ihr Vertrauen in Dich schwer beschädigt hast - ist dann schwer aufzubauen, in einer Fernbeziehung sowieso.

Dabei möchte ich dass es ihr gut geht und sie sich wohl und sicher fühlen kann und nicht dauernd grübelt.
Grübeln hat einerseits was mit Depressionen zu tun, ist aber auch Typsache - sich die Dinge selber gut und in Ruhe angucken, analysieren, sich selber ein Bild machen und nicht immer alles zerreden, bevor man weiß worum es geht.

Du hast keinen Einfluß auf ihre Grübelei, außer durch transparentes Verhalten (nicht gefällig reden, in Taten zeigen). Irgendwann vertraut sie Dir vielleicht und beteiligt Dich früher an ihren Gedanken. Es dauert halt in einer Fernbeziehung.
 
  • #10
Durch deine blöde Aktion am Anfang hat sie nun die ganze Zeit ein Gefühl der Unsicherheit, dieser Zweifel und die Angst, du könntest sie verlassen, sind nun da und ganz, ganz schwer wieder wegzukriegen, sie vergisst das nicht und es bleibt ein diffuses Gefühl der Unsicherheit. Ich an ihrer Stelle würde mir wünschen, dass du Sicherheit vermittelst, eben so, dass sie sich wirklich keine Sorgen machen muss, du könntest sie verlassen. Sage und zeige ihr sehr deutlich, dass du sie liebst und die Zukunft mit ihr planst, sorge dafür, dass sie sich entspannen und deiner sicher fühlen kann, und zwar regelmäßig.

Und wie @Andere Frau sehr gut erklärt hat: Sie verhält sich angepasst und möchte dir gerne gefallen und alles schön machen, damit du sie nicht verlässt. Bestimmt verletzt und verärgerst du sie im Alltag öfters, aber sie sagt es dann nicht sofort, es kommt aber auf die mentale Liste, und vielleicht leidet sie auch stumm unter der einen oder anderen Sache und spricht sie nur sehr vorsichtig an. Du könntest ihr sagen, dass sie dich gerne auch mal kritisieren darf, denn wenn nur du sie kritisierst und sie dich nie, ist es unausgeglichen und das ist ja blöd, du hast auch viele Fehler und Macken und bist auch bereit, an dir zu arbeiten. Du kannst sie nett ermutigen, dich auch mal zu kritisieren, ihr zum Beispiel spielerisch sagen, sie soll mal drei Sachen nennen, die sie im Alltag/an dir ein bisschen stören, weil es garantiert welche gibt und du weißt, dass du auch manchmal schwierig sein kannst, sie aber glücklich machen und dich gerne auch positiv weiterentwickeln willst usw., aber wie gesagt, vorher musst du ihr unbedingt ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, sodass sie keine Angst haben muss, du verlässt sie, wenn sie ihre dunklen Seiten zeigt oder dich auch mal kritisiert oder allgemein nicht immer nur gut und schön ist. Sie muss dir vertrauen und sich auf dich verlassen können. Hier schreibst du, sie ist deine Traumfrau. Sag ihr das! Sei romantisch, schau ihr tief in die Augen und sage ihr "Ich liebe dich!", umarme sie fest, bring ihr spontan Blumen mit, zeig ihr, dass du sie toll findest!
w26
 
  • #11
Danke für die Antworten und Aufklärung. Ich hatte unter Verlustangst und schlechtem Selbstwert eine ganz andere Vorstellung und hab ehrlich gesagt nicht verstanden wie sie das genau meint. Aber durch eure Ausführungen und Bruchteile ihrer Vergangenheit, die sie mir erzählt hat ergibt das nun viel mehr Sinn.
Wir sehen uns trotz der Fernbeziehung regelmäßig. Sie verbringt im Homeoffice zwischendurch 2-3 Wochen am Stück bei mir. Das ist abhängig davon, wie ihre beiden Katzen betreut werden können. Ansonsten bin ich in meinem Urlaub, Feiertagen oder an den Wochenenden bei ihr.

Ich habe mich mit den Datingportalen anfangs dumm verhalten und sie damit vermutlich sehr vor den Kopf gestoßen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau was mich da geritten hat. Ich war 3 Jahre Single und wollte eigentlich keine feste Beziehung, sehr viel Onlinedating betrieben und hatte mehrere Abos. Es war schon praktisch wie eine Sucht, Gewohnheit, Zeitvertreib und ich muss gestehen auch Egopush, weil so viele Frauen auf mich positiv reagiert haben, was ich davor nicht für möglich gehalten hätte, weil ich im realen Leben sehr schüchtern bin. Ich weiß nicht genau, warum es mir so schwer fiel mich davon zu lösen. Es war schwer den Schalter wieder auf Beziehung zu legen und nicht großartig darüber nachgedacht, war mir selbst nicht ganz sicher was ich will. Aber sie ist ein ganz besonderer Mensch, mit dem ich mir eine Beziehung nach langer Zeit wieder vorstellen konnte und hat mich direkt bei unserer ersten Begegnung begeistert. Ich hatte die Profile zwischendurch zwar für einige Tage oder Wochen ruhend, aber wenn ich alleine und gelangweilt war, habe ich in den ersten Monaten zwischendurch reingeschaut und auf Nachrichten geantwortet ohne weitere Absichten. Welchen Eindruck das bei ihr gemacht hat, wurde mir erst klar als sie es ansprach. Und das tat mir dann wirklich sehr leid und ich wollte sie auf keinen Fall verlieren. Sie hat mir da zwar schon gesagt, dass sich sowas keinesfalls wiederholen darf, weil es ihr dann unmöglich wird Vertrauen aufzubauen, aber ich dachte nicht, dass sie das auch noch Monate in denen alles gut ist noch so beschäftigt.
Kurz davor fiel mir auch ihr Grübeln wirklich auf. Sie beobachtet sehr genau, hört zu, merkt sich praktisch jedes Wort und Formulierung, nimmt viele Kleinigkeiten wahr und spricht die Dinge dann erst an, wenn sie sich darüber Gedanken gemacht hat und mehrere Dinge zusammenkommen, die für sie ein Gesamtbild ergeben und sie versucht dann ihre Rolle, die sie meistens als nicht so wichtig einstuft einzuordnen. Aber sie möchte dazu dann doch noch gerne meine Sicht auf die Dinge hören, weil sie sich ihrer Probleme bewusst ist und an sich arbeitet.
Mit Komplimenten weiß sie nie so richtig umzugehen und hat Schwierigkeiten diese anzunehmen und hinterfragt. Das ist manchmal ein wenig schwierig und Komplimente über ihr Äußeres hört sie nicht gerne, weil sie diese ständig von irgendwelchen Männern bekommt, die ihr begegnen.
 
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  • #12
Depression hatte sie nach eigener Aussage während und nach ihrer letzten Beziehung und war dann kurzzeitig in Therapie, die sie aber abgebrochen hat, weil sie sich von dem Therapeuten nicht ernst genommen fühlte und sich nicht öffnen konnte. Sie hat auch Narben an den Handgelenken, die aber aus einer schweren Zeit in ihrer Jugend stammen.
 
  • #13
Sie verhält sich angepasst und möchte dir gerne gefallen und alles schön machen
Lese ich nicht so. Er scheint sich mehr Mühe zu geben, sie halten zu wollen.
Ich lese den anderen "Typ Verlustangst", den der garnicht zwingend gefallen will, sondern sich sehr zögernd einlässt wegen offener Baustellen aus der Vergangenheit ala "was mir nicht viel wert ist, tut auch nicht weh, wenn es wieder weg ist". Den Typ gibt es nämlich auch, kennt aber kaum einer.

würde mir wünschen, dass du Sicherheit vermittelst
Ist schwer für ihn, weil er das zerlegt hat ganz zu Anfang auf der Suche nach noch was Besserem.
Vertrauen erzielst Du in seiner Situation nicht durch Digitalgeschwätz sondern durch Eindeutigkeit in der Präsenzbegegnung - schwierig bei 700 km Distanz.
Wenn es ihm das wert ist, dann muss er viel Zeit und Geld opfern für Präsenz, um die Anfangsscharte die er gehauen hat wieder auszuwetzen.

musst du ihr unbedingt ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, sodass sie keine Angst haben muss, du verlässt sie
Jenseits der Küchenpsychologie: sie hat die autonome Variante der Verlustangst, d.h er muss sich eher Gedanken machen, dass sie ihn verlässt, ohne dass er dafür eine Vorwarnung erhält und noch etwas zur Abwehr tun kann.

Sie muss dir vertrauen und sich auf dich verlassen können. Hier schreibst du, sie ist deine Traumfrau. Sag ihr das! Sei romantisch
:) warum noch gleich sollte sie einem Mann vertrauen, der fröhlich online weiterdatet, während sie die Sache ernst nimmt?
Wenn er clever ist, dann textet er nicht irgendein romatisierendes Dummtüch rum (was nur ihr berechtigtes Misstrauen weckt), sondern zeigt vertrauenserweckendes Verhalten - mal was ganz anderes.

bring ihr spontan Blumen mit, zeig ihr, dass du sie toll findest!
Du weißt nicht, wie autonome Verlustangst geht. Genau diese Maßnahmen wecken ihr Misstrauen und bewegen sie, es ohne weiteren Anlass zu beenden, weil er scheinbar weitere Missetaten kaschieren will, statt sich vollkommen normal zu verhalten.
Wer ein reines Gewissen hat, hat so einen Budenzauber doch garnicht nötig.

Die beiden sind 10 Monate zusammen - entweder hat er schon immer Blumen mitgebracht und Süßholz geraspelt (dann tut er das weiterhin) oder er hat es nie getan und lässt es weiterhin statt schlafende Hunde zu wecken.

Nach deiner Aktion zu Beginn musst du ihr weis machen, dass man dir vertrauen kann und du kein Fremdgeher bist.
Isso und nicht anders - besser beweisen, statt weismachen. Ein feiner, aber ganz großer Unterschied was Vertrauensbildung angeht.
 
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  • #14
Wenn du sie liebst, dann mache nichts, was sie unnötig eifersüchtig werden lässt, gib ihr das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen, sei zuverlässig, halte Absprachen ein, hole sie virtuell in dein Leben und lieber einmal zuviel informiert, als zuwenig
Das versuche ich ja schon. Ich bin nur manchmal leider etwas wortkarg und wenn sie mich fragt wie mein Tag war, dann sag ich ihr meistens wie er insgesamt war oder wenn sie mich abends fragt was ich mache, dann antworte ich auch nur was ich in dem Moment mache.
Wenn sie Dir sagt, was sie stört an eurer Beziehung, wird sie an Deiner Reaktion auch merken, dass es Dir wichtig ist, wie es ihr geht. Damit meine ich keineswegs, dass Du alles so machen sollst/musst, wie sie will.
Wenn sie etwas kritisiert, dann hat das allerdings für gewöhnlich Hand und Fuß und ist sehr durchdacht. Sie hat damit auch erschreckend häufig Recht und erweitert meistens meinen Blickwinkel oder bietet Lösungen für irgendein Problem, auf die ich garnicht gekommen wäre.
Fragst Du sie dann an was sie denkt oder so einen Quatsch? Ich kann das auch gar nicht leiden, wenn mich jemand immer zutexten will und meine Aufmerksamkeit möchte.
Um ehrlich zu sein, frage ich sie dann schon was in ihrem Kopf vor sich geht, weil sie dann traurig aussieht. Ich texte sie aber keinesfalls zu. Ich finde es auch besonders faszinierend an ihr, dass sie keine oberflächliche Person ist.
 
  • #15
entscheidet für sich komplett ohne Kommunikation mit dem Partner und teilt dann nur noch die Trennung mit - keine Chance, rechtzeitig was zu klären oder zu ändern
So hat sie in der Vergangenheit häufiger gehandelt. In ihrer letzten Beziehung wollte sie es dann anders machen, was allerdings massiv nach hinten losging, weil der Typ ein ziemlicher Idiot gewesen sein muss, dass sie dadurch wohl sehr gelitten hat. Das was ich durch ihre Freunde oder Familie mal mitbekam, war schon sehr heftig.
Du könntest ihr sagen, dass sie dich gerne auch mal kritisieren darf, denn wenn nur du sie kritisierst und sie dich nie, ist es unausgeglichen und das ist ja blöd, du hast auch viele Fehler und Macken und bist auch bereit, an dir zu arbeiten
Ich habe an ihr nicht mal etwas zu kritisieren. Es gibt nichts an ihr was mich massiv stört. Der einzige Punkt, der vielleicht ein wenig verbesserungswürdig wäre ist ihre Unordnung in der Wohnung. Und selbst da merke ich, dass sie sich Mühe gibt, wenn ich bei ihr bin oder wenn sie bei mir ist und ich arbeiten bin auch viel in meiner Wohnung macht, obwohl es nicht zu ihrer Lieblingsbeschäftigung zählt. Ich freue mich natürlich, wenn ich nach Hause komme und sie gekocht oder gebacken hat, was sie sehr gerne macht und die Küche danach wieder aufgeräumt ist, was sie nicht so gerne macht und ich ihr auch gerne abnehme.
 
  • #16
Sie hat damit auch erschreckend häufig Recht und erweitert meistens meinen Blickwinkel oder bietet Lösungen für irgendein Problem, auf die ich garnicht gekommen wäre.
Ist Dir das nicht peinlich? Ich meine, sie ist ja viel jünger als Du und offensichtlich so viel reifer und tiefgründiger.
Wenn Du Dich da nicht in die Riemen legst was Erwachsensein angeht und mindestens zu ihr aufschließt wird die Luft dünn für Dich.

Sie hat mir da zwar schon gesagt, dass sich sowas keinesfalls wiederholen darf, weil es ihr dann unmöglich wird Vertrauen aufzubauen, aber ich dachte nicht, dass sie das auch noch Monate in denen alles gut ist noch so beschäftigt.
Also ehrlich: Du bist ein unbedarftes kleines onlinesüchtiges Spielkind (huch, solche Wirkungen hat das?) auch noch mit 43 Jahren. Ist doch klar, dass sie Dir nicht vertrauen kann.

Komplimente über ihr Äußeres hört sie nicht gerne, weil sie diese ständig von irgendwelchen Männern bekommt, die ihr begegnen.
Klar, die wollen alle nur v***** - das weiß sie. Da musst Du Dir was Besseres einfallen lassen, wenn Du sie ihr Misstrauen nicht bedienen willst.

oder wenn sie mich abends fragt was ich mache, dann antworte ich auch nur was ich in dem Moment mache.
Ist doch richtig, weil wahr. Alles sonstige Geschwaller weckt nur Misstrauen.

Sie hat damit auch erschreckend häufig Recht und erweitert meistens meinen Blickwinkel oder bietet Lösungen für irgendein Problem, auf die ich garnicht gekommen wäre.
Nicht wahr? Du bist so viel älter und sie gibt Dir trotzdem die allwissende Mutti? Ist die falsche Frau für Dich und sie wird bald merken.

Jemand der Narben trägt aus vergangenen Jahren braucht Menschen mit besonderer Weitsicht, Verlässlichkeit usw. Das verliert man nie im Leben, kann nur lernen besser damit umzugehen und jeden dysfunktionalen Partner zu exen, wenn man ein schönes Leben haben will.
 
  • #17
Du weißt nicht, wie autonome Verlustangst geht. Genau diese Maßnahmen wecken ihr Misstrauen
Tatsächlich habe ich selbst keine autonome Verlustangst und die erste Variante der "anderen" Verlustangst ist mir viel bekannter. Ich habe hier übrigens schon auch das Gefühl, dass sie sehr genau darauf achtet, was ihm wichtig ist, und sich Mühe gibt und anpasst (solche achtsamen, analysierenden Menschen mit Verlustangst, die verinnerlicht haben, dass sie sich bemühen müssen, um geliebt zu werden, sind dadurch super Partner):
Sie beobachtet sehr genau, hört zu, merkt sich praktisch jedes Wort und Formulierung, nimmt viele Kleinigkeiten wahr und spricht die Dinge dann erst an, wenn sie sich darüber Gedanken gemacht hat und mehrere Dinge zusammenkommen, die für sie ein Gesamtbild ergeben und sie versucht dann ihre Rolle, die sie meistens als nicht so wichtig einstuft einzuordnen.
Und selbst da merke ich, dass sie sich Mühe gibt, wenn ich bei ihr bin oder wenn sie bei mir ist und ich arbeiten bin auch viel in meiner Wohnung macht, obwohl es nicht zu ihrer Lieblingsbeschäftigung zählt.
Sie ist total aufmerksam.
Isso und nicht anders - besser beweisen, statt weismachen. Ein feiner, aber ganz großer Unterschied was Vertrauensbildung angeht.
Vielleicht kam das in meinem Post falsch rüber, ich meinte nicht, dass er ihr nur irgendwas vormachen und Süßholz raspeln soll, erst recht nicht per Textnachricht, und natürlich auch nicht von heute auf morgen sein Verhalten komplett ändern. Aber er sollte ihr ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, da sind wir uns doch einig, oder? Dass er jetzt in der Situation nicht fremdgeht, offensichtlich anderen Frauen hinterherschaut oder Ähnliches, halte ich für selbstverständlich und nicht erwähnenswert. Ich meinte, er soll deutlich zeigen und sagen, dass er sie liebt und seine Zukunft mit ihr plant (natürlich authentisch; dem Posting entnehme ich, dass er sie wirklich sehr schätzt). Lieber @Cthulhu , stelle sie Freunden und Familie vor, plane einen gemeinsamen Urlaub, sorge für ein gemeinsames Wir-Gefühl. Du schreibst hier sehr liebe Dinge über deine Freundin. Weiß sie, dass du so von ihr denkst? Oder denkst du das nur, schreibst es hier ins anonyme Forum oder in dein Tagebuch, aber sagst es ihr gar nicht? Ich meine nicht, dass du sie jetzt plötzlich mit Komplimenten überhäufen und dich komisch-auffällig verhalten sollst, aber allgemein finde ich, dass wenn man einen Menschen toll findet und liebt, das auch gelegentlich mal sagen kann. Sagst du ihr, dass sie deinen Blickwinkel erweitert, dass du es schätzt, dass sie kein oberflächlicher Mensch bist, dass du dich immer total freust, wenn du nach Hause kommst und es lecker duftet? ...
w26
 
  • #18
In ihrer letzten Beziehung wollte sie es dann anders machen, was allerdings massiv nach hinten losging, weil der Typ ein ziemlicher Idiot gewesen sein muss, dass sie dadurch wohl sehr gelitten hat.
Sie hat anscheinend kein Bauchgefühl, also weiß nicht, wie sie entscheiden soll, wo es sich für sie lohnt, einen Partner zu behalten oder eine Beziehung zu ändern.

Das ist schwierig, weil sie ihrem Gefühl nicht vertraut. Immerhin hat sie so viel Vertrauen zu Dir, dass sie nach langem Durchgrübeln die Probleme anspricht. Und was Du geschrieben hast über Deine Reaktion, also das Anhören und Ernstnehmen, wird sie auch mehr und mehr Vertrauen haben. Nur zu devot solltest Du nicht sein, indem Du sie auf einen Sockel stellst und rumstaunst über die Weisheit in ihrem Alter oder sowas und ihr immer recht gibst, nur damit sie nicht verletzt ist oder damit sie bleibt. Eine eigene Meinung ist wichtig, sonst ist jegliches Zustimmen ja wertlos.

Um ehrlich zu sein, frage ich sie dann schon was in ihrem Kopf vor sich geht, weil sie dann traurig aussieht.
Frag sie mal, ob sie das gut findet. Dann weißt Du sicher, dass Du hier nicht ... ich sag mal "nervst", aber das ist ein zu hartes Wort. Einem anderen in die Gedanken grätschen, wenn er sie gerade laufen lässt, kann aber sehr anstrengend sein. Dich wird es verunsichern, denke ich mal, wenn sie so grübelt. Aber je mehr sie weiß, dass sie ihre Probleme bei Dir ansprechen kann, ohne dass Du beleidigt Schluss machst, umso weniger wird die Grübelei mit EUCH zu tun haben.

Grübelt sie denn wirklich immer, wenn sie finster dreinguckt? Wenn nicht, gewöhne Dir besser nicht an, wenn sie rumgrübelnd aussieht, immer zu fragen "ist was", weil Du unsicher bist. Vielleicht hat sie auch ein resting bitch face, dann sieht man immer so aus, als würde man düstere Gedanken wälzen, wenn man nur drüber nachdenkt, ob man lieber Vanilleeis oder Schokoeis hätte.
 
  • #19
Warum noch gleich sollte sie einem Mann vertrauen, der fröhlich online weiterdatet, während sie die Sache ernst nimmt?
Wenn er clever ist, dann textet er nicht irgendein romatisierendes Dummtüch rum (was nur ihr berechtigtes Misstrauen weckt), sondern zeigt vertrauenserweckendes Verhalten - mal was ganz anderes.
Isso und nicht anders - besser beweisen, statt weismachen. Ein feiner, aber ganz großer Unterschied was Vertrauensbildung angeht.
Ich finde die Frage spannend und es würde mich interessieren: Wie geht vertrauenerweckendes Verhalten im Alltag? Er hat am Anfang was Doofes gemacht, das er hoffentlich nicht wiederholt, also was er alles nicht machen sollte, lässt sich einfach formulieren, aber das wäre ja sozusagen eine negative Definition, mich interessiert die positive: Was kann man im Alltag konkret tun/verändern, um Vertrauen zu erwecken bzw. zu beweisen? Ich selbst hatte schon ein paar Sachen genannt, die mir eingefallen sind, aber du betonst ja hier, man sollte besser beweisen, anstatt weismachen. Das ist ein guter Gedanke, aber woran konkret denkst du (oder andere hier im Forum)? Das wäre ja vielleicht hilfreich für den FS.
w26
 
  • #20
Grübelt sie denn wirklich immer, wenn sie finster dreinguckt? Wenn nicht, gewöhne Dir besser nicht an, wenn sie rumgrübelnd aussieht, immer zu fragen "ist was", weil Du unsicher bist. Vielleicht hat sie auch ein resting bitch face, dann sieht man immer so aus, als würde man düstere Gedanken wälzen, wenn man nur drüber nachdenkt, ob man lieber Vanilleeis oder Schokoeis hätte.
😅 100% Zustimmung. Lieber FS, bitte frag sie nicht zu oft "was denkst du gerade?" oder "Ist alles ok?". Irgendwie erinnert die Beschreibung deiner Freundin mich an mich selbst (2 Katzen, introvertiert, gründliches Nachdenken bevor ich einen Entschluss fasse oder was sage, Depressionen in der Vergangenheit, Schlafstörungen, gerne kochen, Unordnung, die meinen Mann stört und für den ich versuche Ordnung zu halten), daher schließe ich hier vermutlich zu viel von mir auf sie. Jedenfalls: Anscheinend sehe ich immer sehr "traurig" aus wenn ich nachdenke (auch wenn es banale Dinge sind) und mein Mann fürchtet sofort, ich sei unglücklich und etwas mit der Beziehung sei nicht in Ordnung oder er habe etwas falsch gemacht. Und sein Rumgebohre nervt mich dann (vielleicht habe ich nur überlegt, welche Blumen ich in Garten wohin pflanzen möchte). Wenn mich was stört, sage ich es ihm schon (nach reiflicher Überlegung)... Eventuell ist es bei deiner Freundin ähnlich.

W36
 
  • #21
Was kann man im Alltag konkret tun/verändern, um Vertrauen zu erwecken bzw. zu beweisen?
Da mein Partner in der Anfangszeit unserer Beziehung einen ähnlichen Bock geschossen hat und mir vertrauen sehr schwer fällt hilft eigentlich nur Zeit, in der keine "komischen" Situationen entstehen. Konstante absolute Offenheit und Ehrlichkeit in allen Belangen sind dabei zwingend erforderlich. Und dazu zählt keinesfalls die ganze Zeit nur Dinge zu sagen, die Frau hören möchte oder bedingungslose Zustimmung in allen Punkten, sondern auch mal Kritik äußern oder unbequeme Dinge anzusprechen, sich mir anvertrauen. Mir fällt es leichter jemanden zu vertrauen, der mir schon Vertrauen entgegenbringt und mich auch nicht in Watte einpackt.
Ein konkrektes Beispiel im Alltag: Das Handy und Kommunikationsmittel Nr. 1. Mir hilft es, dass er es offen liegen lässt, auf Nachrichten oder Emails auch in meinem Beisein antwortet, sich auch mal über die Schulter schauen lässt und mir auch Nachrichten zeigt, wenn sich z.B. eine frühere Bekannte, Ex oder so bei ihm meldet. Es ist nicht so, dass ich das verlange oder erwarte oder sein Handy kontrollieren wollte, aber es gibt zumindest ein kleines Gefühl von "Sicherheit", dass er nichts vor mir verheimlichen möchte und ich ruhig draufschauen könnte, wenn ich wollte... Einfach eine kleine Art der Verifikation von Dingen die er mir oder anderen gegenüber äußert... Als er z.B. seine Profile endgültig gelöscht hat (vorallem die kostenpflichtigen für die auch nach der Löschung weiterhion mehrere Monate Gebühren erhoben wurden), schickte er mir z.B. auch von sich aus die Screenshots.
 
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  • #22
Ihre letzte Beziehung war nicht so schön und sie leidet seitdem unter Schlafstörungen, ist jede Nacht mehrmals auf und schläft zu wenig… Das hat sich inzwischen etwas gebessert, aber es gibt Phasen in denen sie wochenlang nur 2-3 Stunden in der Nacht schläft.
Ich denke eher sie hat die Beziehung noch nicht verarbeitet. Wie lange war sie schon allein bevor ihr euch kennengelernt habt. Ich könnte mir vorstellen, dass es noch nicht allzu lange war. Ich bin normalerweise dagegen sich professionelle Hilfe zu suchen. In dem Fall sollte sie es allerdings meiner Meinung nach machen.
 
  • #23
Wie geht vertrauenerweckendes Verhalten im Alltag?.... Was kann man im Alltag konkret tun/verändern, um Vertrauen zu erwecken bzw. zu beweisen?
Wort und Tat stimmen überein. Wer einer Frau erzählt, dass sie toll ist und mit ihr zusammensein will, aber fröhlich weiterdatet, bei dem stimmen Wort und Tat nicht überein und man ist gut beraten, ihm mit Misstrauen zu begegnen, wenig Wert auf sein Wort zulegen.

Aber er sollte ihr ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, da sind wir uns doch einig, oder?
Durch Handeln, nicht durch Worte, bzw. wenn Worte, sollten sie mit dem Handeln übereinstimmen.

Sie hat psychische Probleme (sehr gut kompensierte Borderlinerin?), denn daher stammen ihre Narben. Dahinter steht unerfeuliches Erleben mit anderen Menschen und das verschwindet nicht, sondern führt zur scharfen Beobachtung des Gegenübers, wenig achten auf ihre Gefühle, bzw. auch Unfähigkeit diese wahrzunehmen.

Sie hat Narben und die haben üblicherweise Menschen, denen man früh beigebracht hat, dass ihre Gefühle falsch sind, das alles ganz anders ist.
Oder aber sie haben ganz heftige Gefühle mit massiven Gefühlsschwankungen und haben in Therapien gelernt, diese zu beherrschen (Leben mit angezogener Handbremse, "Du bist nicht Deine Gefühle") und durch genaue Beobachtung und Interpretation des Wahrgenommenen zu ersetzen.

Ich denke eher sie hat die Beziehung noch nicht verarbeitet....... Ich bin normalerweise dagegen sich professionelle Hilfe zu suchen. In dem Fall sollte sie es allerdings meiner Meinung nach machen.
Glaube ich auch und dass sie ein Mensch mit einem Erlebnishintergrund ist, bei dem solche Dinge lange hängen bleiben.
Hilfe holen würde ich ihr komplett selber überlassen und nichts in die Richtung sagen. Sie kennt sich damit aus und weiß, wann sie diese will und braucht:
war dann kurzzeitig in Therapie, die sie aber abgebrochen hat... Sie hat auch Narben an den Handgelenken, die aber aus einer schweren Zeit in ihrer Jugend stammen.
 
  • #24
Sie hat Narben und die haben üblicherweise Menschen, denen man früh beigebracht hat, dass ihre Gefühle falsch sind, das alles ganz anders ist.
Weiß ich aus eigenem Erleben. Aber er ja nicht. Er müsste sie ja verstehen, um die Beziehung relativ irritationsfrei zu führen. Und anscheinend läuft das auch ganz gut bislang. Aber da er am Anfang sogar noch auf Datingplattformen war, was ja nun nicht jeder "Normalmann" macht, denke ich, dass es ihm recht schwer fällt oder zumindest gefallen ist. Jetzt ist er ja sensibilisiert, aber ich hoffe, das wird nicht zu Unsicherheit und Samthandschuhen. Sowas wäre auch nicht vertrauenswürdig.
 
  • #25
Um ehrlich zu sein, frage ich sie dann schon was in ihrem Kopf vor sich geht, weil sie dann traurig aussieht. Ich texte sie aber keinesfalls zu.
Nur mal so am Rande, wenn meine Gedanken in eine bestimmte Richtung schweifen, kann es so aussehen als würde ich aus dem Nichts anfangen zu weinen. Ich kann jemanden überhaupt nicht sagen was in meinem Kopf dann vorgeht.

Allerdings:

Die Information mit den Narben an den Handgelenken und ihr Verhalten bei Dir, lassen für mich alles in anderem Licht erscheinen. Ich weiß auch nicht was ich davon halten soll, dass Dir ihre Freunde und Familie von ihren schlechten Erlebnissen erzählen. Was hat das für einen Zweck?
Mit Komplimenten weiß sie nie so richtig umzugehen und hat Schwierigkeiten diese anzunehmen und hinterfragt. Das ist manchmal ein wenig schwierig und Komplimente über ihr Äußeres hört sie nicht gerne, weil sie diese ständig von irgendwelchen Männern bekommt, die ihr begegnen.
Da brauchst Du auch nicht rumzubiegen. Ich brauch und will auch keine Komplimente hören. Mich interessiert nicht ob irgendein Mann meinen Hintern toll findet oder meine Haare schön. Denn dass weiß ich selber und Deine Freundin wird das auch wissen. Das ständige Reduzieren auf das Äussere geht einem auf den Wecker.

Auch wenn Du meinst ihre Unordnung wäre verbesserungswürdig, das kriegst Du nie aus ihr raus. Mein erster richtiger Freund war mehr als 10 Jahre älter, bei der Bundeswehr, und dachte tatsächlich am Anfang seine Ordnung wäre ansteckend.
 
  • #26
Sie ist nicht besitzergreifend, lässt mir meine Freiräume und kommt mir auch nicht eifersüchtig vor.
Ja, das ist subtile Verlustangst... wenn man als Frau bloß nichts Falsches sagen will, den anderen alle erdenklichen Freiheiten lassen, aus Angst, dass man sonst alleine da steht, sich keine anstößige Meinung bilden.

Aber ich habe auch nicht bemerkt, dass es ihr scheinbar sehr schlecht ging als ich am Anfang unserer Beziehung noch auf Datingportalen aktiv war,
Sowas macht man auch nicht! Und ein vernünftiger Mann käme gar nicht auf so eine Idee.
was ich nachdem sie mich darauf ansprach einstellte und mich von vorherigen Kontakten ebenfalls abnabelte.
Das hätte aber von Dir aus kommen müssen! Schalte Dein Hirn ein!
Es tat mir sehr leid und ich weiß auch, dass ich mich da blöd verhalten habe.
Aber mit 43 noch? Du bist doch ein erwachsener Mann und kein großer Junge mehr! Ausreden zählen hier nicht mehr. Du bist mit 43 für jeden Dreck selbst verantwortlich und wirst bei Bedarf keine 2. Chance bekommen, Dinge gut zu machen. Das zu verstehen, macht dich erwachsen, also übernimm verdammt noch mal Verantwortung!

Wir wohnen 700km voneinander entfernt und ich merke inzwischen wenn wir uns nicht sehen anhand ihrer Art zu sprechen oder zu schreiben, wenn sie etwas beschäftigt.
Ihr seit schon 10 Monate zusammen. Wann steht denn das Zusammenziehen an? Es kann auch eine Form von Unreife sein, sich extra eine Fernbeziehung zu suchen, wo man keine erwachsene Verantwortung übernehmen muss.

Ich sehe hier Aktionsbedarf von Deiner Seite aus:
- regelmäßig und ausführlich miteinander reden über die Sorgen und Pläne des anderen
- besser zuhören
- Bedüfnisse des anderen achten und diese Dinge gemeinsam umsetzen
- ist schon abgeklärt, ob ihr heiratet und Kinder bekommt?
- ein viel stärkeres "Ja" zu einander, das baut Sicherheit und Vertrauen auf

Dein Kardinalfehler war, sowas endlos Dummes gemacht zu haben, wie auf Singlebörsen angemeldet zu sein. Werde erwachsen und kapiere, dass du jetzt Verantwortung als erwachsener Mann trägst und auch deine Beziehung!

Geh auch durch deine soziale Profile und lösche jeden Kram, der dich zwielichtig dastehen lässt!
 
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